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Freiherrn v. Linker, katholischer Linie, Herrn der Herrschaft Schlüssel-burg in Böhmen, k. k. Kämmerer und Adjutanten der böhmisch-adeligenLeibwache im Feldzuge 1812 und 1813. — Altes, aus Ober-Hessen undder Wetterau stammendes Adelsgeschlecht, aus welchem bereits in derersten Hälfte des 14. Jahrb., zu welcher Zeit die Familie schon als adeliggalt, Heintze Linker, geb. 1286, als Praetor oder Stadtschultheiss in derReichsstadt Wetzlar vorkommt. David L. erwarb nach Einigen schongegen Ende des 14. Jahrb., nach Anderen im 15. Jahrb. Scliloss undRittergut Daeberthausen in der Grafschaft Holzapfel. Im Laufe des15. Jahrb. war Daniel L., Herr auf Daeberthausen und vermählt mitCatharina Schenck zu Schweinsberg, Officicr in landgräfl. hessischenDiensten. Demselben folgte Conrad, geb. 1575, Herr auf Ditberthausenhessen-darmstädt. Kammerrath, welcher der nähere Stammvater dernamentlich in Böhmen ansässig gewordenen, katholischen, lützenwiekerLinie wurde. Derselbe, sehr gebildet und früher mit mehreren Ge-sandtschaften betraut, erlebte den ganzen 30jährigenKrieg, erlitt grosseVerluste und besonders wurde das alte Stammgut Daeberthausen ganzverwüstet. Doch hob nach dem Frieden die Familie sich sehr baldwieder und Conrad erhielt, wie oben angegeben, noch eine Adels-Er-neuerung. Der ihm ertheilte Zuname: Lützenwiek war der Käme einerFamilie, welche mit den Linkern seit alter Zeit in genauer Freund-schaft gelebt hatte und der Letzte des Stammes, ein deutscher Ordens-ritter, hatte gebeten, den Namen Lützenwiek fortzuführen. FreiherrConrad hinterliess drei Söhne, von welchen der jüngere, Burchard.s. unten, den Stamm fortsetzte. — Die protestantische, noch jetzt frei-herrliche , flurstädt-dammersche Haupt-Linie hat mit der katholischen,lützenwieker Linie einen und denselben Ursprung: die erste Nachrichtüber dieselbe leitet ebenfalls nach Oberhessen und sie führt dasselbeHauptwappenbild. das weisse Lamm in Blau, wenn auch die anderenBilder verändert worden sind. Die Abzweigung beider Linien von ein-ander muss sehr früh geschehen sein. Wahrscheinlich bildet die lützen-wieker Linie den älteren Stamm der Familie, denn dieselbe besass dau-ernd den Stammsitz Daeberthausen und der Ahnherr war wohl einjüngerer Bruder des Freiherrn Conrad. — Der Gründer des hohen An-sehens, in welches die protestantische Linie gekommen, war NicolausChristoph Lyncker — ein Sohn des 1678 verstorbenen Aegidius L.,landgr. hess. Kricgscanzlei-Secretairs und später Ober-Einnehmers derUniversitäts-Gefälle zu Marburg und Giessen aus der Ehe mit ChristineEleonore Ulner — einer der berühmtesten Rechtsgelehrten gegen Endedes 17. und im Anfange des 18. Jahrb. Derselbe, geb., 1643 zu Mar-burg und gest. 1726 zu Wien, Herr auf Dammer in Schlesien im Kr.Oels-Bernstadt, auf Flurstädt bei Apolda im Weimarischen und aufKötschau unweit Lützen im Stifte Merseburg, seit 1707 kaiserlicherReichsliofratli auf der Herrenbank etc., hatte aus der Ehe mit Marga-retha Barbara Widmarkter, gest. 1695, neben drei Töchtern, von wel-chen sich die älteste Maria, mit einem v. Hendrich und die jüngste,Philippine Henriette, mit Johann Friedrich v. Lossow vermählte , dreiSöhne, von denen nur der älteste. Freih. Ernst Christian, s. unten, den