Druckschrift 
5 (1864) (Kalb - Loewenthal)
Entstehung
Seite
507
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preussisches Fürstendiplom vom 30. Jan. 1773 für Johann Carl Grafenv. Lichnowsky auf Kuchelna, Grabowka, Lubom, Niebotschau etc.. k. k.Geb.-Rath und Reichsfürstendiplom von 1774 für Denselben, so wieerbländ.-österr. Fürstenstand für Eduard Fürsten v. L. — Altes, reich-begütertes, schlesisclies Rittergeschlecht, welches Einige von dem HauseGranson in Burgund, Andere von dem Stamme Pilawa in Polen herlei-ten. Was die letztere Abstammung betrifft , so stimmen allerdings dieWappen nicht, denn der Stamm Pilawa führt in Blau ein silbernes,dreifaches Kreuz, welchem auf der rechten Seite der unterste Arm fehltund das Wappenbild der Lichnowsky sind nach Paprocius in Roth zweizusammengebundene Weintrauben, jede mit einem langen Stiele, oderwie Neuere sagen, zwei neben einander gestellte Weinreben, doch giebtOkolski an, dass die aus Sendomir in das angränzende Schlesien ge-kommenen Zweige der Lichnowsky das Wappen geändert und statt desKreuzes die Weintrauben angenommen hätten. — In Schlesien kam dasGeschlecht schon im 14. Jalirh. vor. Später, 1550, war Petrus L., einangesehener Edelmann im Troppauschen, mit einer Kobilkowna u. Ko-bily vermählt. Yon den Nachkommen tritt in de)' zweiten Hälfte des17. Jahrhund. Carl Maximilian L. v. Woschczyc, Herr auf Kuchelna,Pyschz, Borutin, Sczepankowitz, Köberwitz, Strandorf etc. in Schlesien,so wie auf Treppein, Liebthal undBriesnitz in der Neumark, als fürstl.liechtensteinscher Landrichter im Fürstenthume Troppau auf. Derselbewar in erster Ehe mit einer v. Moschewska und in zweiter mit einerv. Bludowska vermählt. Aus der ersten Ehe stammten die FreiherrenFranz Bernhard und Maximilian Ladislaus, s. oben. Freiherr FranzBernhard besass die väterlichen Güter im Troppauschen und Jägern-dorfschen, war Landeshauptmann u. setzte in der Ehe mit einer Freiinv. Dambrowka den Stamm durch zwei Söhne und zwei Töchter fort.Freih. Maximilian Ladislaus auf Eckersdorf im Namslauschen, ein fürseine Zeit guter Dichter und ausgezeichneter Redner, war mit einerv. Schmettau, verw. v. Beyer vermählt, ohne Nachkommen zu haben.— Yon den Söhnen des Freiherrn Franz Bernhard erhielt der Aeltere,Freih. Franz Leopold, die Besitzungen der Familie im Troppauschen,namentlich Stadt und Herrschaft Odrau, Mankendorf, Heinzendorf etc.,der Jüngere aber Kuchelna, Pyschz, Borutin etc. — Yon der neumär-kischen Linie besass zu Anfange des 18. Jalirh. Wilhelm Ferdinand L.v. W. die Güter Treppein, Liebethal etc. bei Crossen. Der Sohn des-selben, Johann L. auf Treppein, vermählte sich mit einer Verwandten,einer Freiin v. Lichnowska und Kuchelna und setzte die Linie in derMark fort. — Aus der schlesischen Linie erlangte ein Enkel des Frei-herrn Franz Bernhard: Graf Ferdinand Carl Johann, wie oben ange-geben, den Fürstenstand. Derselbe, gest. 1788, war mit Charlotte Ca-roline Grf. v. Althann. gest. 1800, vermählt und aus dieser Ehe ent-spross Fürst Carl, gest. 1814, venu, mit Christiane Grf. v. Thun, gest.nach 1840. Der Sohn des Letzteren, Fürst Eduard , verm. 1813 mitEleonore Grf. v. Zichy, geb. 1795, starb 1845 und es folgte ihm derältere Sohn, Fürst Felix, geh. 1814 und nach dessen 18. Sept. 1848zu Frankfurt a. M. erfolgten Tode der zweite Sohn: Fürst Carl, geb.