Druckschrift 
5 (1864) (Kalb - Loewenthal)
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

— 62 —

Wischegrade, Stampen und Pangau im Oclsischen begütert und erwarbim Laufe der Zeit Besitzungen im Trebnitzschcn etc. Hans Keltz zeich-nete sich nach Sinapius 1505 und 1513 in Landesangelegenheiten undSigismund v. Keltzsch und Kiemberg, gest. 1544, Herr auf Pielau undRacke, als der schlesischen Fürsten und Stände Capitain inUngarn aus;Balthasar v. Keltsch, Herr zu Wischegrade, war 1620 Landes-Äusschussdes Oelsisclien Fürstenthums; Sigismund, Herr zu Wischegrade undStampen, kommt 1666 als des genannten Fürstenthums Landesältesterund Land-Hofgerichts-Assessor vor und von Letzterem stammten dreiSöhne: Balthasar auf Nieder-Alt Wohlau und später auf Ober-Strehlitz,1693 des wohlauschenFürstenthumsLandes-Aeltester und IL württ^jab.ölsischer Kammerrath, Georg Sigmund auf Stampen und Otto Heinrichv. K. auf Pangau. — Der Stamm blühte fort. Ein v.K. fiel im Feldzugevon 1806 als k. pr. Oberstim Cuirassier-Regimento Gr. IJenckel v. Don-nersmarck und ein Neffe desselben, der Landesälteste v. K. auf Skar-sine, Dobrischau etc., war gegen die Mitte des jetzigen Jahrh. Haupt derFamilie und hatte aus der Ehe mit einer v. Blacha eine zahlreiche Fa-milie. Von den Söhnen war Ernst v. K. und R. 1837 Justiz-RathundLandscliafts-Syndicus zu Breslau und Julius v. Ii. und R., welcher sich1831 mit Natalie Grf. v. Dyherrn vermählte, war noch in neuester ZeitHerr auf Skarsine und h. braunschw. Justizrath und Kammerdirectordes Fürstenthums Oels. Andere Söhne aus diesem Hause standen in derk. pr. Armee. Otto v. Ii., k. pr. Major a. D., war 1857 Herr aufKurz-witz im Kr. Oels und ein v. K. Herr auf Malschöwen im Kr. Orteisburg,l'rov. Ostpreussen.

Sinapius, 1. S. 505 u. 50fi. - Gauhe, I. 977 ii. 978. — N. Pr. A.-L. III. S. 93 u. 94. —Freih. v. Ledebur, 1. S. 423. — Siebnracher, I. 66; v. Keltsch, Schlesisch.— Spener , Thor.Insign. S. 280. — v. Meding , II. S, 296 u. 297. — Kneschke, II. S. 245.

Kemnater. Altes, früher zu dem Adel im Fürstenthum Coburg ge-hörendes Geschlecht aus dem Stammhause Kemnaten bei Mönchröden[im h. coburgschen Amte Neustadt], welches zu Neuhaus, Mönchröden,Moggenbrunn und Lind sass und sich auch Truchsessen v. Kemnaternannte. Henricus Kemnater wurde schon 1124 Abt zu Fulda. Die Fa-milie stand früher im Ansehen, nahm aber ein trauriges Ende, dennHans Eitel v. Kemnater, der Letzte seines Geschlechts, erstach seineneinzigen Sohn und Stammhalter mit einem Messer und wurde 1600 zuCoburg im 64. Lebensjahre enthauptet.

Hönn, Coburgsche Chronik, II. S. 229. — Gauhe , I. S. 978.

Kemnitz, Kemnicz (in Gold ein Stück eines schwarzen Wagen-rades von drei Speichen, mit drei braunen Schilfkolben besetzt). Al-tes, aus Polen nach" Schlesien gekommenes Adelsgeschlecht, einesStam-mes mit den v. Blanckenstein, s. Bd. I. S.457 und458 und v. Stentzsch,welches auch in einer Linie den BeinamcnStenschowsky führte und auswelchem mehrere Sprossen Würden und Ehrenstellen an den Höfen derpiastisehen Herzöge bekleideten. —• Wolneramus de Kemnicz lebte um1312; Nicol de Chemenitz wird 1437 in einer die Stadt Frankensteinbetreffenden Urkunde genannt und Paulus Kemnitz, Altarista Vratisla-viensis, wurde 1483 in der Peter- und Paulkirche zu Liegnitz" beerdigt.Bis 1500 sass das Geschlecht zu „Stroppen" in Schlesien. Der Stamm