— 454 —
Koth und Silber sechs Querabtlieilungen und unten in Blau einegüldene Lilie). Altes, lombardisehes Adelsgeschlecht, welches, derTradition nach, schon um 1150 unter dem Namen der Cavaliere deDerigo geblüht und schon damals einen von Roth und Silber sechs-mal quergestreiften Schild geführt haben soll.—Wahrscheinlich kamdas Geschlecht unter K. Heinrich V. nach Deutschland. K. Albert II.erkannte 23. Mai 1438 den alten Adel und Herrenstand der Familiean, erneuerte denselben, fügte den Reichsadelsstand hinzu und ver-lieh das angegebene Wappen. In den Unruhen der späteren Zeitsank der Wohlstand der Familie, hob sich aber später wieder inSchweden, wo König Adolph Friedrich 26. Nov. 1762 den alten Adeldes Geschlechts anerkannte, erneuerte, dem schwedischen Adel ein-verleibte und das Wappen bestätigte. Friedrich v. Dericlis erhielt1770 den Schwerdt - Orden, war Hauptmann der Fortification undOberster Wappenkönig der Orden der Krone Schweden. Der Neffedesselben, Martin Joseph v. D., war 1794 k. k. Oberstlieutcnant undbei der Erziehung der jüngeren Erzherzüge angestellt. Demselbenwar schon vom K. Joseph II. 1788 sein alter Reichsadel, der Her-renstand und sein Herkommen durch ein neues Diplom bestätigtworden.
Tyroff, I. S. 158 und Siebenkees, I. S. 223 u. 224. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänz.-Bd.S. 265. .
Dernath, van Dernath, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom vom20. Novbr. 1655 für die Gebrüder Theodorich, Gerhard und Leon-hard v. D. — Dieselben stammten aus einer alten, niederländischenAdelsfamilie, deren Stammreihe mit Albert v. d. Natt, welcher zuAnfang des 12. Jahrh. lebte, beginnt. Ein Nachkomme desselben,Dietrich, hatte von seiner Gemahlin, Anna v. Duyvetard, die obengenannten drei Söhne, die den Grafenstand in die Familie brachten.
— Graf Theodorich, gest. 1693, stiftete die jetzige ältere Linie inUngarn, aus welcher Graf Gerhard 1730 das böhmische und dieGrafen Emmerich, Heinrich und Gerhard 1750 das ungarische Indi-genat bekamen, und zwar vorzüglich wegen des Ruhmes, welchen sichein Vorfahre an der Spitze eigener Söldlinge bei der Befreiung Wiensvon den Türken erworben hatte! — Graf Gebhard, kursächs. Gene-rallieutenant und Oberfalkenmeister, kaufte sich 1681 in Holsteinan und stiftete die jüngere holsteinische Linie, welche mit dem Gra-fen Magnus, k. dän. Geh. Conferenzrath und Gesandten zu Madrid,13. April 1828 im Mannsstamme erloschen ist. Graf Leonhard'sNachkommenschaft in den Niederlanden ist schon lange erloschen.—Die Stammreihe der älteren Linie ist folgende: Graf Theodorich:Maria Constantia d'Invrai; — Gebhard Constantin, gest. 1739, k. k.Kämmerer: Theresia Grf. v. Berchtöldt, gest. 1737; — GotthardJoseph Heinrich, gest. 1759, k. k. Kämmerer und oberösterr. Regie-ruugsrath: Maria Theresia Grf. v. Zichy de Vasonykeö, gest. 1760;
— Heinrich, gest. 1815, k. k. Kämmerer, Herr auf Homanna: dritteGemahlin: Maria Antonia Grf. v. Hoyos, verm. 1793. Aus dieserEhe stammmt Heinrich Graf v. Dernath, Freih. v. Dessener u. Win-