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Dalberg, Kaeninicrer v. Worms, Freiherren und Grafen. Reichsfrei-herrn- und Grafenstand. Freiherrndiplom vom 6. April 1657 fürPhilipp Franz Eberhard, Kämmerer von Worms, genannt Dalberg,k. k. Geh. Rath und Reichs-Kammerrichter zu Speyer und Grafen-diplom von 1810 für Friedrich Carl Anton Freih. v. Dalberg, mitdem Namen: Graf v. Ostein. -— Der Ursprung des alten, berühmtenGeschlechts Dalberg verliert sich in die dunkle Zeit, in welcher,nachdem in dem, von den Römern befreiten Deutschland unter K.Carl dem Grossen sich die Gauenverfassung bildete, die Ahnen desStammes im s. g. Wormsgau sassen und von dem von ihnen verwal-teten Kämmereramte der Rischöfe und des schon im 4. Jahrh. ge-stifteten Bisthums Worms ihren Namen erhielten. Die fortlaufendeStammreihe des Geschlechts fängt schon um 969 mit Conrad, Käm-merer v. Worms, an, dessen Sohn, Heribert, als Erzbischof zu Colli1021 starb. Des Letzteren Brüder setzten den Stamm fort und Ger-hard, in 11. Generation von Conrad stammend, vermählte sich mitGretha, der Letzten des alten, von den v. Leyen stammenden Ge-schlechts v. Dalberg (aus welchem um 1170 zwischen Stromberg undWenzingen Godebold III., dessen Nachkomme im 5. Gliedc, Anton,um 1315 den Stamm schloss, die Burg Dalberg erbaute) und nahm,wie die Familiensage lautet, ihre Titel mit dem Wappen an. DerSohn aus dieser Ehe, Heinrich, venu, mit Hedwig Boos v. Waldeck,hatte keine Nachkommen und vererbte seine Güter, den Namenund das Wappen v. Dalberg an seinen Vetter, Johann, Kämmererv. Worms, gest. 1415, verm. mit Anna v. Bickenbach. JohannsEnkel, Wolf, Kämmerer v. Worms, genannt Dalberg, gest. 1476, istder erste urkundlich bekannte Ritter seines Stammes. Derselbewurde 1446 vom K. Friedrich III., bei seiner Krönung im Rom, aufder Tibers Brücke, in Folge eines seinem Stamme aus alter Zeit zu-stehenden Privilegiums, zuerst zum Ritter geschlagen: eine Auszeich-nung, welche sich seitdem ununterbrochen in Wirksamkeit erhielt.So oft ein auf dem Throne sitzender deutscher Kaiser den Ritter-schlag mit dem Schwerte K. Carl des Grossen ertheilte, rief der anden Stufen des Throns stehende Reichsherold dreimal laut: ist keinDalberg da? Da trat denn der Ritter dieses Namens, gewappnet,hervor, kniete an des Thrones Stufen und erhielt, der Erste vonAllen, von kaiserlicher Hand den Ritterschlag. Die Familiensagegiebt an, dass, als K. Friedrich I., der Rothbart, in Fehde mit denRömern lag, ein Dalberg mit Deutschen die Tiberbrücke gegen dieItaliener vertheidigt und das Leben des Kaisers und dessen Rückzuggesichert habe, wofür er mit dem Rechte begnadigt worden sei, dassbei jeder Kaiserkrönung ein Dalberg als Erster den Ritterschlag em-pfangen solle. Dieses Recht des ersten Ritterschlags bestätigte demGeschlechte 16. Juni 1494 K. Maximilian I., sowie später, 30. Juni1706 K. Joseph I. und, 5. Febr. 1738, K. Carl VI. Das Jahr 1806zerstörte auch dieses alte, die Familie so hoch ehrende Vorrecht,doch bestimmte Napoleon I., als er sich die Krone Carls des Grossenaufzusetzen strebte, das Fortbestehen dieser alten Sitte. — Wolf,