Druckschrift 
2 (1860) (Bozepolski - Ebergassing)
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

dolph Eduard v. B. stand als Lieutenant im k. preuss. 1. Gardeland-wehrregimente.

N. Pr. A.-L. I. S. 296. — Frh. p. Ledebur, I. 8. 96.

Brand, Brandt (in Silber der Kopf und Hals eines rothen Hirsches,Brandhirsch nach Siebmachers Declaration). Altes, brandenbur-gisches Adelsgeschlecht, welches seit der Mitte des 16. Jahrh. näherbekannt ist und schon in der zweiten Hälfte des genannten Jahrhun-derts die Güter Hermsdorf und Blumenfelde im jetzigen Kreise Friede-berg besass und in dessen Hand noch im 19. Jahrh. Lauchstädt undWulzig in demselben Kreise waren. Im 18. Jahrh. hatte die Familieauch in Westphalen im Kr. Bochum, so wie in Pommern mehre Güterinne, sass noch 1804 zuJatzel und besass um diese Zeit auch Prittscheim Grossherzogth. Posen. — Friedrich v. B., auf Hermsdorf und Blu-menfelde war zu Ausgange des 16. Jahrh. seiner Gelehrsamkeit wegenberühmt, schlug aber in seiner Bescheidenheit alle vom KurhauseBrandenburg ihm angebotenen Aemter aus. Der Sohn desselben,Christian', kurbrandenb. Geh. Rath, neumärk. Canzler und Directorder neumärk. Amtskammer, hatte sieben Söhne, welche fast alle zuhohen Ehrenstellen kamen. Zu denselben gehörten Wilhelm, kur-brandenb. Generallieutenant; Christoph, gest. 1691, Geh. Staatsrath,neumärk. Canzler etc.; Ludwig, Geh. Rath und Canzler zu Cüstrin;Friedrich, Geh. Rath und Abgesandter an mehreren Höfen, und Eu-sebius, gest. 1706, k. preuss. Geh. Staatsrath, Präsident des Ober-appellationsgerichts. Der sechste Sohn starb frühzeitig und der sie-bente war als Lieutenant aus der kurbrandenb. Armee getreten.Letzterer hinterliess drei Söhne, von denen der eine 1708 kurpfäl-zischer Oberstlieutenant war, der andere diente in der k. preuss.Armee als Hauptmann und der dritte wurde 1709 k. preuss. Hof-junker. Von Eusebius v. B. stammte aus der Ehe mit einer Freiinv. Canitz Christoph v. B., welcher, zuerst Amtshauptmann zu Drie-sen, dann, 1724, Gesandter am k. k. Hofe, 1733 k. preuss. Geh.Staatsrath wurde. Eine Tochter des oben unter den sieben Söhnendes Christian v. B. genannten Generallieutenants Wilhelm v. B. warSophie v. B., Wittwe des 1741 verstorbenen, vom Könige Friedrich II.von Preussen so hochgeschätzten Obersten Paul Heinrich Thiliode Camas, welche am königlichen Hofe im grössten Ansehen stand,durch Diplom vom 11. Aug. 1742 den preuss. Grafenstand erhielt(bei welcher Erhebung in das Wappen auch das Brandtsche Stamm-wappen kam) und als Oberhofmeisterin der Königin Elisabeth Chri-stine v. Preussen 1766 starb. — Was die neueren Sprossen desStammes anlangt, so sind die Glieder der vielen gleichlautenden Fa-milien von den Schriftstellern so untereinander gemischt worden, dasseine Sichtung derselben nur möglich wäre, wenn man zu jedem Na-men das betreffende Wappen oder wenn man, wo bei dem Namen einGut genannt ist, ein ganz vollständiges Güterverzeichniss der ein-zelnen Familien zur Hand hätte.

Gauhe. I. S. 230—.232. — N. Pr. A.-L. T. S. 298 u. 299 n. 344 im Artikel : Camas. —Frh. v. Ledebur , I. S. 96 ti. III. S. 213. — Siebmacher, I. 176. — Dienemann , S. 251. Nr. 6,— v. Meding, III. S. 7S. — Porom. W.-B. IV. 16.