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1 (1859) (Aa - Boyve)
Entstehung
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Freih. v. Berchem, nachmaligen Kammerpräsidenten und Conferenz-minister unter dem Kurfürsten Maximilian II. von Bayern. Der-selbe stammte, wie neuere Forschungen ergeben haben, welche 1852,als der erste Band des Werkes: „Deutsche Grafenhäuser der Ge-genwart" gedruckt wurde, noch nicht bekannt waren, aus einemrheinländischen Adelsgeschleckte, welches urkundlich im 16. und17. Jahrb. in Cöln vorkam, wie Fahne's Fleiss und die Heraldik,welche in Bezug auf Unterscheidung gleichnamiger Familien ja diebeste Leuchte ist, ermittelt haben. Balthasar v. Berchem, Berg-heim, keineswegs, wie es anfangs schien, ein Sohn des in der Cöl-nisclien Geschichte von 1491 bis 1512 so bekannten BürgermeistersJohann v. Bergheim, Senator und Gewaltrichter zu Cöln, kaufte1572 den adeligen Hof zu Boggendorf von Johann v. Blankhardtund vermählte sich 1570 mit Agnes v. Werden, welche 1602 alsWittwe vorkommt. Aus dieser Ehe stammte Peter v. B., Se-nator zu Cöln, welcher mit Anna Glaser, Tochter des kur-fürstlichen Canzlers Anton Glaser, welche 1629 als Wittwe er-scheint, vermählt war. Als Sohn aus dieser Ehe kommt Peterv. B., Schöffe des h. Gerichts vor, welcher sich 1643 mit Adel-heid Ilalfius vermählte. Derselbe siegelte 1632 mit einem Wappen vwelches Fahne, wie folgt, beschreibt: ein links schräger Bach (eskann auch ein Band sein) von zwei, wie es scheint, Blättern beseitetund auf dem Helme einen Adlersfiügel. So haben wir denn hier dasStammwappen der Grafen v. Berchem, s. Feld 1 und 4 des Schildesund den linken Helm. — Nach Bayern kam zuerst Anton v. Berchem,ein Sohn des Balthasar v. B., Landschultheisses der Cöln. HerrschaftJünkerath und der Catharina v. Manderscheid, aus den ehemaligenspanischen Niederlanden mit dem nachmaligen Kurfürsten MaximilianEmanuel v. Bayern, während der Statthalterschaft desselben in dengenannten Niederlanden. Kurfürst Ferdinand Maria v. Bayern er-theilte der Familie 20. März 1677 die Edelmannsfreiheit und durchDiplom vom 23. Jan. 1683 für Anton v. B., kurbayer. Geh. Rathkam der Reichsfrciherrnstand in die Familie. Durch die Nach-kommen des Grafen Maximilian Franz Joseph theilte sich, nachdemnach Diplom von 1772 in eine Linie der Familie der Reichsgrafen-stand gekommen war, so dass eine gräfliche und eine freiherrlicheLinie bestand, die gräfliche Linie in zwei Stämme, den gräflichBerchemschen (jüngeren) Stamm und den Stamm der Grafen v. Ber-chem-Ilaimhausen. Das jetzige Haupt des gräflich Berchemschen(jüngeren) Stammes ist Graf Sigmund, vom Grafen Maximilian FranzJoseph im dritten Gliede stammend, geb. 1792, Herr auf Piesing,Haimingh, Seibelsdorf und Ober- und Unter-Türken in Ober- undNiederbayern, k. bayer. Kämmerer, verm. 1831 mit Ascania Freiinv. Krauss, geb. 1812, aus welcher Ehe zwei Töchter stammen:Gräfin Clotilde, geb. 1835, verm. 1857 mit Rudolph Freih. v. Han-del, k. k. Rath des Ober-Landesgerichts zu Oedenburg und Grf.Louise, geb. 1838. — Von den Brüdern des Grafen Sigmund lebenGraf Cajetan, s. unten den Stamm Berchem-Haimhausen, und Graf