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1 (1859) (Aa - Boyve)
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Baudiss (Schild der Länge nacli getheilt: rechts .in Schwarzein aufgerichteter, weisser Hirsch und links in Gold zwei schwarze,schräglinke, je mit einem goldenen Hinge belegte Balken). Altes,schlesisches Adelsgeschlecht, welches sich, nach alten fürstlichenBriefen und Urkunden, früher v. Baudissin schrieb und welches1250 mit der Gemahlin des Herzogs Heinrich III. zu Liegnitz,Agnes, Tochter des Kurfürsten Albrecht I. zu Sachsen, nach Schle-sien gekommen sein soll, wo dasselbe in zwei Linien blühte. Dieeine derselben erbaute, wie erzählt wird, nach der Verwüstung durchdie Tartaren, die im Liegnitzischen gelegeneu, früher unter anderemNamen bekannten Dörfer Gross- und Klein-Baudiss von Neuem undgab denselben ihren Familiennamen, die andere aber zog mit demgenannten Herzoge Heinrich III., als dieser sein Besitzthum mitdem seines Bruders Boleslaus, des Kahlen, vertauschen musste, nachBreslau, wo Nicol v. B. 1326 Batli des Herzogs Heinrich des Letz-ten war. Von Nicols Söhnen kommt Heinrich 1341 als Dompropstzu Breslau vor, Hancko oder Hentschel aber, Hofrichter zu Breslau,welchem 1360 von K. Carl IV. die Laudeshauptmannschaft zu Bres-lau aufgetragen wurde, setzte den Stamm fort, welcher sich später,im 16. Jahrb., in die Gandische und in die Treschische Linie schied,deren genealogische Verhältnisse Sinapius a. u. a. 0. sehr genaumitgetheilt hat. In der letztgenannten Zeit, im 16. Jahrb., war,nach Grosser, das Geschlecht auch in der Lausitz sehr bekannt.Wolf v. B. auf Kagra war 1546 oberlaus. Hofrichter, Christianev. Baudiss 1572 Aebtissin des Klosters Marienstern, Anna v. B.um dieselbe Zeit Aebtissin und Magnus v. B., auf Haischer,Klostervoigt zu Marienthal. Im 17. Jahrh. blühte in der Lausitzdie Familie, mit Schmollen und Luppau angesessen, fort, erlosch aberdann in diesem Zweige mit Wolf Sigmund v. B., Herrn auf Schmollen,25. Dec. 1682. — Die in Schlesien begüterte Linie bestand fort,ist aber später mit dem Landesältesten Wilhelm Leonhard v. B.,Herrn auf Klonitz bei Jauer, welcher 1836 noch lebte, ebenfallsausgegangen.

Grosser, III. S. 28. — Carpzov, I. S. 348. — Sinapius, I. S. 244 — 248 u. II. S. 184. —Gaulie, I. S. 80 u. 81. — N. Pr. A.-L. I. S. 184 u. 185. — Frh. v. Ledebur , I. S. 38 u. II.S. 190. — Siebmacher, IV. 26. — Schles. W.-B. Nr. 247.

Baudissin, Baudiss, Grafen (Schild geviert mit Mittelschilde: imblauen Mittelschilde drei silberne, an den Stürzen mit goldenemRande versehene Jagdhörner ohne Band, deren Mundstücke in derMitte des Schildes nach Art eines Schächerkreuzes zusammengestelltsind: Stammwappen. 1 und 4 in Roth zwischen zwei silbernen Adlers-flügeln oben ein goldener Stern und 2 und 3 ebenfalls in Roth eingeharnischter Mannsarm mit gezücktem Säbel). Reichsgrafenstand.Diplom im kursächsischen Reichsvicariate vom 18. Febr. 1751 fürWolf Heinrich v. Baudissin, k. poln. und kursächs. General derCavallerie, Cabinetsminister, Chef der Carabiniergarde etc. — DieGrafen v. Baudissin stammen aus dem alten schlesisch-lausitzischenAdelsgeschlechte v. Baudiss, s. den vorstehenden Artikel, und zwar

Kneschke, Deutsch. Adels-Lex. I. 15