anderen genealogischen Coliectaneen und bis auf die neuesteZeit ist der Werth beider Arbeiten, namentlich in Fällen, inwelchen man schnell und leicht Auskunft über alte Familien zuerhalten wünschte, nicht verkannt worden.
Das von Johann Wilhelm Franz Freili. v. Krohne,(geb. 1738, k. poln. wirkl. Geh. Eathe und herzogl. sachsen-hildburgli. bevollmächtigtem Minister im niedersächsischen Kreise)1774 und 1776 in den beiden Theilen des ersten Bandes her-ausgegebene Allgemeine deutsche Adels-Lexikon ging, so vielbekannt ist, aus dem Speculationsgeiste des Verfassers hervor,wurde ursprünglich selbst verlegt, kam später in Commis-s.ion, gelangte aber wohl nur in wenige Hände, da das-selbe jetzt, wie die meisten genealogischen und heraldischenWerke des vorigen Jahrhunderts, zu den sehr seltenen Bücherngehört. Das v. Krohne'sche Werk, welches sich stark aufGauke, mehrfach aber auch auf Mittheilungen aus Familienstützte, geht von A bis M und giebt auf 341 und 449 Folio-seiten, mit Einschluss der Remissivartikel, nur 400 Rubriken,da einzelne Familien (so nimmt z. B. der Artikel Czettritz 38halbe Folioseiten ein) für ein Adels-Lexikon doch zu weitläufigabgehandelt worden sind.
Fast fünfzig Jahre wurde, da Fr. L. A. Hörschel manndie 1772 begonnene „genealogische Adelshistorie" schon 1775wieder fallen liess, an kein neues Adels-Lexikon gedacht. Dasammelte Johann Christian v. Hellbach, fürstl. schwarzb.-sondersh. Hofrath, zu einem von ihm beabsichtigten derartigenWerke Subscribenten, brachte bald 400 derselben zusammenund liess 1825 und 1826 seine Arbeit in zwei Bänden erschei-nen. Dieselbe umfasst 100 Druckbogen, von welchen fünf all-gemeine literarische Nachweise und Remissivartikel enthalten,auf den übrigen 95 Bogen aber finden sich gegen 16000 Rub-riken und zwar gleichnamige Familien mehrfach in einem Ar-tikel. Die stärkste Seite des Werkes soll, der allgemeinenStimme nach, die literarische sein, doch ist die Literatur,wie wohl nicht sein sollte, vielfach weder möglichst richtigund ausgewählt genug, noch gehörig zusammengedrängt undnimmt daher oft einen Platz ein, welcher besser zu an-deren in ein Adels-Lexikon gehörenden Angaben hätte ver-wendet werden können, so dass viele Artikel doch gar zu wenigüber die Familien angeben und ganze Blätter oft eigentlich