Druckschrift 
Bd. 2, Abth. 9 (1870) Der hannöverische Adel
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4

HANNÖVERISCHER ADEL.

Der Beiname Werries originirt von einer gleichnami-gen Besitzung in Westfalen.

In Hannover bis vor Kurzem Mitglieder der Ost-friesischen Ritterschaft.

Wappen: v. Beverförde: Schild: aufsprin-gender nat. (ff) Biber in g.

Helm: g. Flug, davor der Biber.

Decken: g. ff.

v. Elverfeldt: Schild: elffach (sie) getheiltvon g. und r.

Helm: Büffelhörner, schräg nach auswärts in denFarben des Schildes getheilt; dazwischen Mannsrumpfin r. Kleidung mit g. Aufschlägen; die Mütze mit 5ff Straussfedern besteckt.

Decken: g.-r.

Combinirtes Wappen: Schild: geviertet; 1 und4: v. Elverfeldt; 2 und 3: v. Beverförde.

2 Helme; 1) v. E. 2) v. B.

Bock v. Wülfingen. ( Taf. 3.)

Auch blos »v. Bock«. Zur eingeborenen »Ritter-schaft des Fürstenthums Hildesheim gehörend; daselbstmit dem Erb-Kämmerer- und dem Erb-Drosten-Amtebeliehen. Urkundlich seit 1248. Auch im Calen-bergischen und Liineburgischen ansässig.

Wappen. Schild: zwei übereinander laufendeff Wölfinnen in g.

Helm: ff Bocksrumpf, mit g. Halsbande, undunter demselben mit sieben g. Kugeln (3. 3.1.) belegt.

(Schildhalter: g. Löwen).

Variante: statt der Wölfinnen: Ziegenböcke;auf dem Helm: laufender Bock vor g. Schaft mitPfauenschweif.

v. Bodenhansen. ( Taf. 3.)

Ein Zweig dieser hauptsächlich in Thüringen,Sachsen, Anhalt etc. blühenden Familie gehört nochheute zur eingebornen Ritterschaft des FürstenthumsGöttingen, in welchem sowohl der Stammsitz als auchzahlreiche frühere Besitzungen liegen. Eine Linie be-dient sich des Freiherrntitels, (vgl. darüber Abtheil.Anhalt.)

Wappen. Schild: drei zunehmender. Monde inw.

Helm: w. Schaft, besteckt mit fünf w.-r. wech-selnden Straussfedern und von zwei auswärts gekehrtenr. halben Monden beseitet.

Decken: w.-r.

(Schildh.: g. Löwen. Devise: »Un chascun abien a faire du sien.«)

v. d. Borcli. ( Taf. 3). *

Ein Zweig dieser alten Westfälischen Familie,von welcher auch eine in Curland blühende Linie denGrafentitel führt, gehörte bis vor Kurzem zur einge-wanderten Bremen'schen Ritterschaft.

Wappen: Schild: Drei ff Vögel (Amselnoder Dohlen) mit r. Füssen und Schnäbeln in g.

Helm: ff Flug, dazwischen ein Vogel.

Decken : g. ff

von dem Borstell. ( Taf. 3.)

Zur eingebornen Ritterschaft von Bremen gehörend.Urkundlich seit 1297. Nicht mit der altmärkischenFamilie v. Borstel oder mit der f anhaltisch-magde-burgischen v. Börstel zu verwechseln.

Wappen: Schild: Drei r. Rosen in w.

Helm: Drei Straussfedern w. r. w.

Decken: w.-r.

v. Böselager. ( Taf. 3.)

Zur eingebornen Ritterschaft des FürstenthumsOsnabrück und der Grafschaft Lingen zählend. Ur-kundlich seit 1134 Im Rheinlande und in Westfalenebenfalls begütert.

Wappen: Schild: zwei nach oben gekehrtegeschrägte b. Schaufeln an r. Stielen.

Helm: Drei Lilienstäbe, g. b. g.

Decken: g.-.b.

(Schildhalter: g. Löwen.)

v. Bothmer, Fhr. (Taf. 4.)

Zur eingebornen Ritterschaft des FürstenthumsLüneburg (woselbst ausser anderen Gütern auch dergleichnamige Stammsitz im 'Besitz der Familie) ge-hörend. Urkundlich seit 1196.

Freiherrnstand durch Diplom des Kaiser Leopold I.d. d. 9. Nov. 1696 für den Bvaunschw. - Lüneb. Geh.R. Jul. Aug. v. B. Grafenstand für des letzterenSohn den Geh. R. Hans Caspar Frhr. v. B., durchDiplom des Kaisers Karl VI. d. d. 14. Nov. 1713; puhl.15. April 1716.

Die Gräfl. Linie existirt in Hannover nicht mehr.

Stammwappen. Schild: w. Boot in B.

Helm: w. Schaft mit Pfauenschweif; vor dem-selben das Boot.

Decken: w.-b.

Freiherrliches Wappen: (dem Gräflichen gleich).Gev. mit gekr. Mittelschild. 1 u. 4: Reichsadler mitdarüber schwebender Krone, in g. 2 u. 3: g. Löwein r. Herzschild: Stammwappen.

Drei gekr. Helme; 1) Reichsadler; 2) w. Schaft;r.-umwunden, mit Pfauenschweif, davor das w. Boot.3) über drei w. mit ff Sparren belegten Stufen wach-sender g. Löwe zwischen 2 Fahnen, rechts g. mitReichsadler, links r. mit g. Saum.

Schildhalter: ff Wölfe, Fahnen haltend wieeben beschrieben.

v. Bremer, Grafen nnd Herren. (Taf. 4.)

Zur eingeborenen Bremen'schen Ritterschaft ge-hörend ; daselbst (auch in Calenberg und Hoya) mehr-fach begütert. Urkundlich seit 1159. Auch nachOldenburg, Liefland und Litthauen verzweigt. Früherv. Bremen, doch nicht mit dem gleichnamigen West-fälischen Geschlecht (W. Schrägbalken mit drei Schlüs-seini noch mit zwei im 17. resp. 18. Jahrh. geadeltenFamilien v. Bremer zu verwechseln.

Am 8. Aug. 1830 wurde der K. Hannöv. Staats-minister Friedrich Franz Dietrich v. B. für sich unddie Primogenitur-Descendenz in den Grafenstand er-hoben (publ. 16. ej. m.)

Stammwappen. Schild: gespalten; vorn: r.,leer; hinten: halbes r. Kammrad am Spalt, in w.

Helm: fünf w. Straussfedern.

Decken: w.-r.

Gräfliches W. Schild: Gev. 1 u. 4: St.-W.2 u. 3: gekrümmter r. Ast in w.

3 Helme: 1) St.-H. 2) gekr. wachsender ff ge-harnischter Arm, zwei geschrägte Fahnen haltend,worin die W. der Herzogthümer Bremen und Verden;rechts: zwei geschrägte g. Schlüssel in r., links schwe-bendes Nagelspitzkreuz in w. 3) Wulst w.-r., zweiauswärts gekrümmte r. Aeste.

Schildhalter: 2 ff geharn. Ritter, mit w.Helmbüschen, und rechts den Bremer, links den Ver-den'schen Schild haltend.

Var.: Gerhard Dietr. Bremer 1618: Schild wieoben, aber schrägrechts getheilt; Helm: 7 w. Federn.

v. Briesen. (Taf. 4.)

Schlesischer Uradel; wegen einer Besitzung zuLeer zur eingewanderten Ostfriesischen Ritterschaftgehörend.

Wappen. Schild: durch eine absteigendeSpitze getheilt von ff w. und r.

Helm: Flügel, wie der Schild bezeichnet.

Decken: w.-r.