Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
366
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Marwitz.

Bruder des oben erwähnten Generalmajors Friedrich Wilhelm Sigis-mund v. d. M. Er stand im 1. Bataillon Garde als Major und wurdeam 8. Januar 1795 zum Oberstlieutenant und Commandeur dieses aus-gezeichneten Bataillon befördert. Im Jahre 1798 ernannte ihn Se.Majestät zum Obersten und Commandeur des Regiments v. Stockhau-sen, zuletzt v. Tschepe, und im Jahre 1803 zum Generalmajor undCommandanten von Glogau. Er starb im Jahre 1807.

Georg Adolph Casiinir v. d. M., Oberst und Commandeur des Re-giments v. Rudorf-Leiblmsaren, ehemals v. Zieten, hatte sich im Ge-fechte bei Limbach im Jahre 1793 den Verdienstorden erworben, undin vielen Treffen und Gefechten vorzüglich ausgezeichnet. Er ist imJahre 1823 gestorben.

Friedrich August Ludwig v. d. M., geboren im Jahre 1777,-nigl. preuss. Generallieutenant v. d. A., Mitglied des Staatsraths, Rit-ter vieler Orden, namentlich des rothen Adlerordens 2. Ciasse mit demStern, des Ordens pour le merite mit Eichenlaub, des eisernen Kreu-zes 1. Classe u. s. w., Erbherr auf Friedersdorf u. s. w. Schon mit13 Jahren war derselbe in das Regiment Gensdarmen eingetreten, undin sehr jugendlichem Alter machte er den Feldzug in Polen mit. Nacherlangter Majorennität verliess er die militairische Laufbahn, um dieväterlichen Güter anzunehmen; doch schon beim Ausbruche des Krie-ges 1806 trat er von neuem in die Reihen der Vertheidiger des Va-terlandes ein, wurde als Rittmeister und Adjutant bei dem commandi-renden General, Fürsten zu Hohenlohe-Ingellingen, angestellt, undblieb an der Seite dieses edlen und tapfern, aber am Ende seinerFeldherrn - Laufbahn so unglücklichen und vielfach unrichtig beurtheil-ten Fürsten, bis zur Katastrophe bei Prenzlau. Herr v. d. Marwitzbegab sich darauf noch iin Herbste 1806 zu Sr. Majestät dem Königenach Prenssen. Er wurde ausgewechselt und im Mai 1807 zum Ma-jor befördert. An der Spitze eines selbsterrichteten Freicorps zog ermit dem nachmaligen Feldmarschall Fürsten Blücher nach Rügen.Gemeinschaftlich mit den Schweden und Engländern war ein Angriffauf die Franzosen beschlossen, als der Friede von Tilsit diesen Feld-zug beendigte. Die Preussen zogen durch ein französisches Armee-corps nach Colberg, die Engländer schifften sich zu andern Bestim-mungen ein, und die Schweden, nun allein da stellend, wurden ge-schlagen , aus Stralsund und ganz Pommern verdrängt. Das erwähnteFreicorps wurde nun aufgelöst und Herr v. d. M. begab sich auf seineGüter zurück, die unterdessen von den Franzosen, die sehr wohl mitden Verhältnissen des Eigenthiimers bekannt, verwüstet worden wa-ren. Im Jahre 1813 ergrilf Herr v. d. M. von neuem zum drittenmalezur Vertheidigung des Vaterlandes das Schwert; er formirte einengrossen Theil der brandenburgischen Landwehr, wurde Chef der drit-ten Brigade derselben, welcher die Bestimmung wurde, Wittenberg zublokiren. Als nach dein Waffenstillstände eine neue Eintheilung derTruppen stattfand, wurde Herr v. d.M. Commandeur der Brigade un-ter dem General v. Puttlitz. Sehr bekannt ist es, dass dieselbe einenTheil der Truppen ausmachte, die am 27. August den blutigen undehrenvollen, fast bloss durch Landwehr erkämpften Sieg bei Hagels-berg unweit Beizig, unter dem Oberbefehl des Generallieutenants v.Hirschfeld, gegen den aus Magdeburg vorrückenden Generallieutenantund gegenwärtigen Marschall Gerard erfocht. Später auf das linkeElbufer detachirt, hatte Herr v. d. Marwitz die Bestimmung, dieStreifereien der Magdeburger Garnison zurückzuweisen. Er reinigtedabei die Altmark vom Feinde, und am 25. Septbr. nahm er durcheinen glücklichen üeberfall die Stadt Braunschweig. Noch später stan-den seine Truppen vor der Festung Wesel und zwischen den Feldzü-