Marschall.
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Marschall (von Biberstein), die Herren.
Das vornehme Geschlecht der Marschalle v. Biberstein gehört ur-sprünglich Sachsen und namentlich Meissen an, wo schon bei den iii-testen Markgrafen eine Linie des alten Hauses Biberstein das Krbmar-schallamt bekleidete. Schon im 13. und 14. Jahrhunderte kommenviele Bitter aus diesem Geschlechte vor, die mit hohen Magistrats-wiirden bekleidet waren. Uebrigens erscheint der frühere HauptnameMarschall allein, und der Rittersitz Möckeritz als der Stammsitz der-selben. Sie erhielten im Jahre 1368 die förmliche Belehnung überdenselben. Erst später erwarben sie das Schloss Biberstein bei Frei-berg und von da an nannten sie sich Marschall v. Biberstein. DasSchloss Biberstein kam darauf an das Haus Schönberg, dagegen er-warben die Marschalle v. Biberstein ansehnliche Güter im Magdebur-gischen, in Preussen und in andern Provinzen. In dieser letzterenLandschaft besassen sie Gross- und Klein-Gnie, Eichen, Dwillinen,Friedrichsfelde und Numaiten. Von diesem uralten Geschlechte iindetman schon Heinrich Marschall, der im Jahre 1198 dem meissni-schen Landtage auf dem Culmberge beiwohnte, die ordentliche Stamm-reihe aber beginnt mit Heinrich Marschall von und zu Biberstein, derum das Jahr 1498 lebte. — Sein Sohn, Nicolaus M. von und zu B.,Herr auf Hermsdorf und Debschitz, iiberliess das Stammhaus Biber-stein um das Jahr 1510 verkaufsweise denen v. Schönberg. •— EinVermehrer seines Geschlechts war Alexander M. von und zu B., Herrauf Hermsdorf, Korn und Malitz, kursächsischer Obersteuereinnehmer,der sieben Sühne hinterliess, die in sächsischen, namentlich in mer-seburgischen , weissenfelsischen, auch in braunschweigschen und pol-nischen Diensten sich Ehrenstellen und Verdienste erwarben. Vor-züglich sind die beiden jüngsten Söhne hier anzuführen, besondersMoritz M. v. B., der als wirkl. Geheimer Rath und gesammter Ober-steuereinnehmer starb, und Georg Hioh M. v. B. auf Hederleben, derfürstl. sächsich-magdeburgischer Oberhofmarschall, Domherr und Se-nior des Erzstifts zu Magdeburg und im Jahre 1668 Abgesandter aufdem Reichstage zu Regensburg war, und fünf Söhne hinterliess. EinSohn des ebenerwähnten Moritz war Johann August M. v. B., der am18. Juli 1736 als königl. preuss. wirkl. Geheimer Staatsrath und Staats-minister starb. Er war im Jahre 1711 zur Würde eines wirkl. Gehei-men Raths und Ober-IIerohlmeisters gelangt und Hatte auch denwichtigen Posten eines ausserordentlichen Gesandten und bevollmäch-tigten Ministers am englischen Hofe bekleidet; eben so erschien erauch als Bevollmächtigter bei dem Ulrechter Friedenscongress (1717).Schon im Jahre 1706 hatte ihn König Friedrich I. mit dem schwar-zen Adlerorden geschmückt. — Im preuss. Militairdienste haben sichausgezeichnet:
Conrad Leberecht Marschall v. B., der als königl. Generallieute-nant und Erbherr auf Reichsstädt und Bethenhausen starb. Er hatteerst in sachsen-gothaischen, dann in wiirtembergischen Diensten ge-standen, und als die Herzogin von Würteroberg im Jahre 1741 einDragonerregiment in preuss. Dienste treten liess, ward er darin Oberstund Commandeur. Im Jahre 1745 wurde er zum Generalmajor und1753 zum Generallieutenant befördert. Er hatte auch 175? die Amts-hauptmannschaft zu Acken, Calbe und Gottesgnade erhalten und starbam 28. Januar 1768 zu Berlin. Er war zweimal vermählt gewesen;1) mit Wilhelmine Friederike Gayling v. Altenheim und 2) mit einerv. Treskow. In letzter Ehe wurden ihm zwei Söhne und zwei Töch-ter geboren.