336
Magiiis.
V
Magnis, die Grafen von.
Die in Mähren und Schlesien, hier namentlicli in der GrafschaftGlaz reich begüterten Grafen v. Magni oder Magnis gehören ur-sprünglich dem Königreiche Schweden an, und stammen ans einemuralten, seit Jahrhunderten in Ansehen stehenden Geschlechte inDarlekarlien ab. Hier, in ihrem Heimatbslande, kommen sie auch un-ter dem Namen Magnus vor. Unter diesem erscheinen viele vorneh-me Männer, die theils als hohe Hof- und Staatsbeamte, theils durchgrossen Grundbesitz, in Macht und Ansehen standen. Einzelne Zweigefinden wir auch schon damals Magni oder Magnis genannt, wie denJohannes Magni, der im 16. Jahrhunderte die erzbischöfiiche Würdezu Upsala bekleidete. Die Stadt Linköpping in der l'rovinz Ostgoth-land war sein Geburtsort; hier erblickte er im Jahre 1488 das Lichtder Welt. Er war ein eifriger Gegner der Reformation und verthei-digte mit Aufopferung seiner Verhältnisse in Schweden die katholischeKirche. Als er sich genüthigt sah, sein Vaterland zu verlassen, suchteund fand er einen Zufluchtsort am päpstlichen Stuhle zu Rom. Derheilige Vater entschädigte ihn für sein verlornes Krzbisthum durch dieVerleihung desßisthums von Mantua, er starb jedoch schon im J. 1541zu Rom. Einige seiner Anverwandten waren ihm aus Schweden nachItalien gefolgt; sie wurden die Stammherren des Hauses Magni in Ita-lien, (Las um das Jahr 1710 erloschen ist. Es hatte sich aber einZweig desselben in die Staaten des Kaisers gewendet und in MährenGüter erworben. Der Stammherr dieser mährischen , noch heute da-selbst und in Schlesien blühenden Magnis war Lazarus, Freiherr v.Magni. — Sein Sohn, Conslantin, Freiherr v. M., pflanzte mit sei-ner Gemahlin Octavia, aus dem Hause der Carcasola in Italien, seinGeschlecht durch mehrere Söhne fort, von denen Franz und Philipp(m. s. unten) tapfer in der Schlacht am weissen Berge bei Prag 1620gefochten und zur Belohnung dafür die gräfliche Würde vom Kaiser er-halten hatten, auch waren sie Beide mit den höchsten militairischenWürden bekleidet. Von ihnen war Franz, Graf v. Magni, vermähltmit der Tochter des Freiherrn Perger v. Perck aus Oesterreich. Erstarb im Jahre 1654. In ihm verehrt das adelige Fräuleinstift zuBrünn seinen Gründer; auch hatte er mehrere Klöster gestiftet oderdurch Schenkungen verbessert und bereichert. Für die Erhaltung desWohlstandes in seiner Familie sorgte er durch die Gründung einesMajorats, das aus der, in Mähren ganz in der Nähe der ungarischenund österreichischen Grenze, unweit Schkalitz liegenden Stadt Stras-nitz und vielen dazu gehörigen Dörfern besteht. Diese Herrschaft warfrüher das Eigenthum der Grafen und Herren Krawazz und Trorlaugewesen. Er starb kinderlos. Von seinen beiden Brüdern war Vale~rian in. den Orden der Kapuziner getreten und hatte sich durch ver-schiedene theologische Schriften bekannt gemacht. Er starb im Jahre1661 zu Salzburg, Philipp aber ererbte die Herrschaft Strasnifz. —Maximilian, Graf v. Magnis, Enkel des Grafen Philipp, war Herrder Herrschaft Przestawlk, zu der auch die heutige Kreisstadt Pre-rau gehört. Er war mit Maria Angelica, Gräfin von Braida, ver-mählt. In dieser Ehe wurde Johann Franz, Graf von Magnis, ge-boren, der sich mit Maria Francisca, Tochter des Reichsgrafen Jo-hann Franz von Götzen auf Eckersdorf und Scliarfeneck in der Graf-schaft Glaz und Marianen's Freiin von Stillfried vermählte. Er starbim Jahre 1756 und hatte seinen Nachkommen durch seine ehelicheVerbindung mit der Gräfin von Götzen die Erbfolge in den Gü-tern der Grafen v. Götzen gesichert. Denn als die böhmisch-glazi-sche Linie der Grafen v. Götzen im Jahre 1771 ausstarb, gingen die