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3 (1842) I - O
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Lyncker.

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Lyncker, die Freiherren von.

Dieses Geschlecht gehört ursprünglich den hessischen Landen an;es besass schon vor Jahrhunderten das in der Grafschaft Holzappelgelegene Schloss und Gut Hebertshausen. Später hat es sich imOesterreichischen und in Schlesien niedergelassen und Güter erwor-ben. Ein Ast des Hauses schreibt sich Linker v. Lützenwiek. Der-selbe hat, trotz der gleichen Abstammung, ein anderes Wappen als dieFreiherren v. Lyncker. Die in Oesterreich ansässige gräfliche Linieschreibt sich Linker und gehört der katholischen Confession an, dieFreiherren aber sind lutherisch.

Durch ihren gelehrten Ahnherrn ist diese Familie der Welt be-kannt geworden: Nil;ol. Christoph Frhr. v. Lyncker, Reichs-Hofrathdes Kaisers. Er ist zu Marburg in Hessen in Palatio Woliiano, derWolfsburg, geboren und kam hernach mit seinen Eltern, als dasFürstenthum Marburg von Hessen-Darmstadt an Hessen-Cassel über-gegangen, nach Giessen, woselbst er erzogen wurde. Von hier begaber sich nach Jena, wo er viele vortreffliche und zum Theil zu hohenWürden bei Königen und Fürsten gelangte Männer für die Justizver-waltung ausgebildet hat. Im Jahre 1669 trat er in Herzog JohannGeorg des Aelteren zu Sachsen-Eisenach Dienste als Rath ein, undwurde 1673 llofrath. Sodann bekleidete er 1633 zu Jena den Hosteneines Regierungs - und Consistorial-Raths bei der fürstlich eisenach-schen Vormundschaft, wurde 1686 von Sachsen-Weimar zum wirklichenGeheimen Rath bestellt, und erhielt später am fürstlichen gesammtenOber-Consistorimn die Präsidentenstelle. Er verrichtete 1688 die vomsäinmtlichen fürstlichen Hause Sachsen ihm aufgetragene Legation inWien zum kaiserl. Lehns-Empfängniss, wurde nachmals fürstl. sach-sen-weim. Geheimer-Raths-Präsident, wie auch der gesammten fürstl.Häuser Krnestinischer Linie Hofgerichts- und anderer Rechts-Colle-gien zu Jena wirklicher Director. Die ihm von dem Kaiser confe-rirte wirkl. Reichs - Hofrathsstelle trat er 1707 an. Seine Gemahlinwar Margarethe Barbara Widmark, die Tochter eines hessen-cassel-schen Geheime Raths.

Er starb 1776 d. 28. Mai zu Wien und hinterliess 3 Söhne und 3Töchter: 1) Frhrn. Ernst Christian, 2) Wilhelm Ferdinand, 3) GustavLudwig, 4) Freiin Jeannette Maria, Vermählte v. llendrich, 5)Eleonore Sophie, 6) Philippine Henriette.

Von den Söhnen wurde Wilhelm Ferdinand wiirtemberg-stuttgart-scher Geheimer Rath, er besass im Herzogthume Jena in Thüringendie Rittergüter Flnhrstädt und Kötschau, und in Schlesien den Ritter-sitz Dammer im Namslauisch-Breslauschen. Von seinen Vei wandtenlebte 1696 Johann Lyncker von Liitzenwiek auf Dennstedt und Nie-der-Tiefenbach, kurfiirstl. trierscher Geheimer Rath und Resident.Das oben erwähnte Gut Dammer oder Dambrowa bei Namslau warnoch in der neuesten Zeit in den Händen der Familie der Freiherrenv. Lyncker, aus der mehrere Söhne in der prenss. Armee gedienthaben und zum Theil noch dienen; namentlich standen in dem Re-gimente v. Holtzendorlf-Kiirassier zu Oppeln drei Brüder v. Lyncker.Der ältere derselben war Rittmeister, hat im Jahre 1807 den Abschiedgenommen und lebte später als Major a. D. zu Oppeln; der zweitenahm ebenfalls seinen Abschied, der dritte aber ist gegenwärtig Ritt-meister und Ollizier bei der Landgensd'amerie in Berlin. Er ist mitder Tochter des verstorbenen Generallieutenants der Cavallerie, Chefeines Kürassier-Regiments v. Holtzendorf vermählt und hat zwei Sühnevon denen der ältere Ollizier der Garde-Artillerie, und der jüngere