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Lolicnstein.
un<l in der Mitte derselben ein Federbnscli. Die Helmdecken sindweiss und roth. Dieses Wappen giebt Siebmacher, I. S. 62. Nach-richten über dieses Geschlecht tindet man in Sinapius, I. S. 607 —11.II. S. 371. v. Krohne, II. S. 287-89. Gauhe, I. S. 938 - 40.
Lolicnstein, die Herren von.
Diese berühmte Familie, welche sich in Schlesien, in der MarkBrandenburg und in Bommern verbreitet hatte, hat ihren Namen vondem Flusse Loh oder Lohe, einem kleinen Seitenstrome der Oder,und von einem hohlen Stein , durch den dieses Fliisschen in der Ge-gend von Niinptsch iloss. Dieses erloschene Geschlecht führte in sei-nem Wappen ein gespaltenes Schild, dessen Vordertheil roth, dar-in ein gelb-grüner, einwärts gekehrter Drache mit gewundenemSchweife , ausgestreckten Flügeln, vorgeschlagenen Krallen, über sichgerecktem spitzigen Rachen, nach zwei über ihm an einem grünenZweige hangenden Granatäpfeln fliegend. Das Hinterfeld war blau,darin drei nacheinander mit den Spitzen gerade über sich gewendeteund gleichsam in die Luft iliegende Pfeile, unten, nächst an den Fe-dern, mit einer goldenen Kette zusammen gelegt: auf jedem dieserPfeile erscheint über der Spitze ein sechseckiger goldener Stern. Aufdem gekrönten Helme zeigt sich ein einfacher, gerade vorwärts ge-kehrter schwarzer Adler mit zur Linken (des Anschauers) gewendetemKopfe und Augen, ausgeschwungenen Flügeln, beiden von sich ge-streckten Krallen, welcher im Schnabel einen Pfeil gerade nach derMitte der Zweige hält. Die vordem Helmdecken weiss und blau, diehintern roth und weiss. (So beschreibt Sinapius dieses Wappen.)
Hans Kaspar von Lohenstein zeichnete sich im Jahre 1633 imNimptisch-Briegischen bei den damaligen Kriegszeiten durch geleistetegrosse Dienste für sein Vaterland aus, indem er mit Gefahr seinesLebens und Vermögens die Stadt Nimptsch mehrereinal von der Plün-derung befreiete, und die kaiserl. Cassen dadurch rettete. Für diesewichtigen Dienste erhielt er vom Kaiser eine goldene Gnadenkette, diebei der Familie noch lange verblieben ist. Im Jahre 1642 legte ihmdie kaiserliche Huld den Adel mit dem Geschlechtsnamen Lohenstein,von dem Wasser die Loh, welche auf seinem Gute bei Nimptschdurch einen durchlöcherten Stein floss, wie wir oben schon erwähnten,bei. Dieser erste von Lohenstein war Vater von zwei Söhnen; derältere, Daniel Kaspar v. Lohenstein auf Kittlau, Reisau und Roschko-witz im Nimptisch-Briegischen, war zu Nimptsch den 25. Januar1635 geboren, kaum 15 Jahre alt, dichtete er die drei TrauerspieleIbrahim Bassa, Agrippina und Epicharis, und zwar, wie ein geschätz-ter Kritiker sagt: — mit grosser Gelehrsamkeit und recht männlichemGeiste. Er studirte in Leipzig und in Tübingen, besuchte sodann diekurfürstlichen und fürstlichen Höfe in Deutschland. Die iltalienische,französische und spanische Sprache hatte er ohne Lehrmeister erlernt.Im Jahre 1668 wurde er fürst!, ölsischer Regierungsrath, hierauf Rathdes römischen Kaisers und Ober-Syndikus der Stadt Breslau. DerSchwung und die Macht seiner Rede wurden bewundert, er glänzte,als Dichter, als Geschichtsforscher, als Philosoph, und war dabeiein vortrefflicher Jurist. Er hatte den Tag seinen Amtsgeschäften,die Nacht seinen Studien gewidmet. Sehr zahlreich sind die Ge-dichte und Schriften, die aus seiner Feder flössen. Die letzten sei-ner Arbeiten waren die Romane Thusnelda und Arminius. Thomasiussagt: er habe noch in keinem Buche eine gründlichere Gelehrsamkeitgefunden, als in der Thusnelda.