Jurgas.
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umzingelt, griff es, ans ungefähr 350 Mann bestehend, herzhaft denFeind an, und kämpfte auf einem sehr ungünstigen Terrain gegendie französische Division Beaumont, bis es ganz umzingelt war. Ob-gleich der Major v. J. im nächtlichen Getümmel einen Hieb über denKopf erhielt, so sammelte er dennoch brave Kameraden, schirmtedie Standarte, schlug sich muthig durch die Feinde und erreichteeinen Wald. Das Corps gelangte nach Boitzenburg und am andern Tagezu dem Corps des Prinzen v. Hohenlohe, welches auch im Begriff war,das Gewehr zu strecken, v. J. entzog sich dieser Schmach und ent-kam noch einmal glücklich, indem er zu dem Corps des Generals v.Bila stiess, mit dem er nun doch endlich bei Anklatn gefangen wurde.Fach dem Tilsiter Frieden lebte er bei seinem Binder zu Ganzer.Bei der neuen Formation erhielt er 1809 wieder eine Anstellung imbrandenburg. Kürassierregiment, zwei Monate darauf ward er Com-mandern- des brandenburg. Dragonerregiments, 1812 aber Oberstlieu-tenant und dem Corps des Generals v. Grawert in Kurland zngetheilt.Fr befehligte meistentheiis die Vorposten, wozu seine ungemeine Thä-tigkeit und Wachsamkeit ihn vorzüglich eignete. Im Jahre 1813 com-mandirte er als Oberst eine Brigade in dem Corps seines vertrautenFreundes, des damaligen Generals v. Blücher. Kr focht tapfer beiGr. Görschen und Bautzen, und erhielt bei Hainau, als er in diefeindlichen Vierecke einbrach, einen Schuss in den Schenkel. Spätererfocht er in der Leipziger Schlacht (den 16. Octbr.), besonders indem furchtbaren Kampfe um Möckern, den glücklichen Krfolg diesesentscheidenden Tages, und ward dafür zum Generalmajor erhoben.In Frankreich wurde er mit der Reserve-Reiterei an die Befehle desPrinzen Wilhelm gewiesen, der den Vortrab des Heeres führte. BeiLachanssee traf er auf die französische Reiterei vom Corps des Mar-schalls Macdonald, warf sie über den Haufen und eroberte eine Stan-darte, 5 Kanonen und die dazu gehörigen Pulverwagen. In derSchlacht von Laon entriss er dem Feinde 15 Kanonen und 35 Artille-riewagen. Im Jahre 1815 in der Schlacht von Ligny leitete der Ge-neralmajor v. J. die Angriffe auf das Dorf St. Amand Ia Haje. In derNacht erhielt er in dem Getümmel einen Schuss unter der linken Schul-ter, nahe am Herzen. Er erhielt darauf im Jahre (Slö den ehrenvol-len Abschied als Generallientenant. Von da an lebte er abwechselndin Berlin und bei seinem Bruder zu Ganzer, woselbst er am 8. Novbr.1833 nach langen höchst bittern körperlichen Leiden starb. Als be-sondere Anerkennung seiner Verdienste schmückten den tapfern underfahrenen General ausser vielen fremden Decorationen der Orden ponrle inerite, für einen siegreichen Angriff auf die feindliche Cavallerieim Gefechte bei Garossenkrug am 19. Octbr. 1812, und das eiserneKreuz 1. Klasse für die Schlacht von Gr. Görschen. Den Verdienst-orden mit Eichenlaub erhielt er bei der Ernennung zum Generalma-jor, den rothen Adlerorden 2. Klasse für die Schlacht von Ligny, undden rothen Adlerorden 1. Klasse bei seiner Entlassung.
Eine Linie Derer v. Jurgas hatte sich auch nach Preussen gewen-det. Ihr gehörte der Oberst Johann Friedrich v. Jurgas an, der nochim Jahre 1799 Commandant von Weichselmünde war und im Jahre1800 gestorben ist. — In Pommern war ein anderer v. Wahlen-Jur-tjas geboren, der bis zum Jahre 1S0U in dem Leibhusarenregiment alsOberst stand, und 1815 im Pensionsstande gestorben ist.
Die v. Jurgas führen oder führten im blauen Schilde einen silber-nen Delphin mit rothem Schwänze und rothen Flossfedern, und aufdem Helme ein silbernes Meerfräulein, das in der rechten Hand einenStrauss brauner Blumen an grünen Stengeln hält. Die Helmdeckenblau und silbern.