Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
372
Einzelbild herunterladen
 

372

Herbcrstcin.

märkischen Hanptlinie war, legte Johann Bernhard Graf v. II. an.Sein ältester Solin Johann Friedrich liess sich in (1er Grafschaft Glaznieder, wo er Grafenort, und viele dazu gehörige Güter besass; auchgehörten ihm Gross - Brehsa und Bockschiitz bei Breslau. Er warkaiserl. Geheimer Rath und starb am 17. April 1701. — Sein BruderJohann Bernhard, Graf v. H., besass ebenfalls viele Güter in Schlesien,namentlich Brieg, Glasen, Drogehvitz, Golgowitz, Salisch, Merzdorf,das freie Burglehn Steubendorf, u. s. w. Er war ebenfalls kaiserl.Geheimer Rath, auch Landeshauptmann zu Breslau, später zu Glogauund starb im Jahre l(jS5. — Von des erwähnten Johann FriedrichKindern war Johann Friedrich der Jüngere, des heil. röm. Reichsgrafv. 11. auf Grafenort u. s. w., Landeshauptmann der Grafschaft Glaz.Mit seiner Gemahlin, einer Grälin v. Zierotin, hatte er einen Sohnund zwei Töchter. — Ein jüngerer Bruder von ihm, Johann LeopoldErdmann, Reichsgraf v. H., besass die oben erwähnten verschiedenenandern Güter, namentlich Gr. Brehsa, Merzdorf, Bockschiitz u. s. w. —Des Grafen Johann Friedrich des Jüngern und der Gräfin v. Zierotinerzeugter Sohn Johann Anton Reichsgraf v. IL war mit einer Grälinv. Liechtenstein vermählt, starb aber im Jahre 1729 kinderlos, und eserlosch dadurch die schlesische Speciallinie, und die Herrschaft Gra-fenort liel an die Haupt- oder Steiermärkische Linie zurück. Als demHause H. früher zugehörige Güter in Schlesien sind überhaupt zunennen: Arnsdorf, Steinseiifen, Queckseilfen, Glausnitz, Krummhübe],Ober - Stonsdorf im Hirschberg-Jauerschen Kreise, Kolsdorf und Schnel-lendorf im Oppelnschen, Brieg, Merzdorf, Salisch, Drogelwitz, Gol-gowitz im Glogauischen, Schön-Johnsorf, Schihlberg, Poln. und DeutschNeudorf, Heinzendorf, Neu-Karlsdorf, Sackrau, Reindörlfel, Vierhüfe,Tarchwitz im Miinsterbergischen, Brehsa, Merzdorf, Bockschiitz undWangern im Neumärkisch- Breslauischen.

Unter den berühmten Vorfahren des reiclisgrällichen Hauses glän-zen vorzüglich:

Sigismund, Freiherr v. II., kaiserl. Geheimer Rath und Präsidentder österreichischen Kammer, auch zu verschiedenen Gesandtschaftengebraucht, gehörte zu den berühmtesten und gelehrtesten Staatsmän-nern seiner Zeit. (M. s. Wolfgang Lazio de migratione gentium, L. 6.p. m. 208. sqq.)

Georg Freiherr v. IL, kaiserl. Geheimer Rath und Landeshaupt-mann in Steiermark.

Johann Ferdinand, ein Enkel Georg's starb im Jahre 1673 imOrden Jesu und als Professor zu Griitz. Er war als ein sehr gelehr-ter Mann bekannt, der auch verschiedene juridische Schriften heraus-gegeben hat.

Johann Joseph, Graf v. Herberstein, war kaiserl. General-Feldmar-schall und commandirender General in Kroatien. Er befehligte imJahre 1686 die Flotte des Maltheser-Ordens mit grossem Glücke ge-gen die Türken.

Johann Georg, Graf v. H., starb im Jahre 1663 als Bischof von Re-gensburg. Er war der Bruder des oben erwähnten Johann Bernhard,Grafen v. II., des Stifters der schlesischen Linie.

Johann v. II. war der Stifter des Neubergschen Nebenastes.

Johann Gotthard, Graf v. H., ein Enkel desselben, starb als kaiserl.General und Landeshauptmann in Steiermark.

Leopold Graf v. PI., der Gründer der Piesterwaldischen Special-linie, machte sich als Ober-Feldhauptmann im Kriege gegen die Tür-ken berühmt.

Leopold III. , Reichsgraf v. II., war kaiserl. wirklicher Geheimer