Henckcl von Donnersmarck.
3G5
Familie erscheint Petrus de Cluinto Foro oder Donnersmarck, ein un-garischer Edelmann. Er war Herr des Marktlieckens und SchlossesSt. Ladislaus, auch Quinto Foro oder Donnersmarck genannt. SeinSohn Jacob Henckel v. Donnersmarck kommt unter des Kaisers SigismundRegierung im Jahre 1417 vor. Sein Enkel oder Urenkel Jolittiin v.Donnersmarck und Leitschau kam mit seinem Vetter Johannes Thurzo,Bischof zu Breslau, nach Schlesien. Dieser Ilenckel v. D. war Kano-nikus zu St. Johann und starb am 5. Novbr. 1539 zu Breslau. —- Einanderer Johann v. IL, Sohn Conrads v. H. und der Margaretha v.Villach, wird als der Stammvater der heutigen Grafen II. v. D. betrach-tet. Kr starb als Kaiserl. Kammerrath 15S.3 in Ungarn; seine Ge-mahlin war Anna v. Fellner. Aus dieser Ehe ist Lazarus von II.,Herr zu Gefell und Wesendorf in Oesterreich, und später Besitzer derHerrschaften Beuthen, Tarnowitz und Oderberg in Schlesien. Er warkaiserl. - wirklicher Rath und Ober-Director aller Bergwerke in denKrblanden. Von seinem grossen Vermögen verwendete er einen Theilauf die uneigennützigste Weise im Dienste und zum Nutzen des Krz-liauses, den andern Theil wendete er zur Gründung des Familien-Fidei-cominjsses an. Ks dürfen nach seinem letzten Willen die darin eingeschlos-senen Güter nicht veräussert werden, sondern sollen auf die männ-lichen Nachkommen forterben. Von seinen Söhnen ererbte Lazarus dieschlesischen Herrschaften Beuthen, Tarnowitz und Oderberg, und Georgdie österreichischen Güter Gefell und Wesendorf. Trotz dein Willen desErblassers sind doch die Güter Georgs, der kinderlos starb, nicht anseinen Bruder Lazarus oder dessen Nachkommen gefallen. Am 5. Aprildes Jahres 1615 waren die II. v. D. in den Freiherrnstand erhobenworden, und Lazarus der Jüngere, Kaisers Ferdinand II. wirklicherRath und Kammerherr, brachte im Jahre I(i5l am 5. März die reichs-gräil. Würde auf sein Haus. Er starb im Jahre 16(34 in dem ehrwür-digen Alter von 91 Jahren und hatte dem Krzhause die wichtigstenDienste geleistet. Er hinterliess drei Söhne; von ihnen bekam EliasGraf II. v. D. die Herrschaft Oderberg, Gabriel Graf II. v. D. die Herr-schaft Beuthen, und Georg Friedrich Graf v. II. Tarnowitz. Gabrielstarb kinderlos; dadurch iiel die Herrschaft Beuthen an seine beidenBrüder, aber Elias Andreas , ein Sohn einer der Brüder des Eliasauf Oderberg, verkaufte seinen Antheil an seinen Vetter Leo Ferdinand,den ältesten Sohn des erwähnten Georg Friedrich. Dadurch bildetensich zwei Linien, 1) die Oderbergische Linie, welche der lutherischenConfession, und 2) die Beuthensche, die der katholischen Confessionangehörte. Die Oderbergische Linie verehrt, wie wir schon erwähnthaben, in Elias Grafen II. v. D., geboren 1603 und gestorben 1667,ihren Gründer. Seine Gemahlin war Anna Maria Grälin v. Buchhain.Aus dieser Ehe wurde nur ein Sohn geboren, der schon erwähnte EliasAndreas, der sich mit Barbara Helena, Freiin v. Maltzan, aus demHause Neuschloss, vermählte und mit derselben drei Sühne, JohannErnst, Wenzel Ludwig und Erdmann Heinrich, zeugte. Der älteste,Johann Ernst, vermählte sich mit Anna Katharina, Freiin v. Stolz, undSimsdorf. Aus dieser Ehe wurden nur Töchter geboren. Der zweiteBruder, Graf Wenzel Ludwig, war ein gelehrter Mann und glücklicherDichter. Er brachte das hohe Lied Salomonis in deutsche Verse.Von seiner Gemahlin, Hedwig Charlotte, Grälin v. Solms, wurden ihmein Sohn und drei Töchter geboren. — Der dritte der Brüder, GrafErdmann Heinrich, war ebenfalls ein sehr gelehrter Herr und Schrift-steller. Er gab unter andern im Jahre 1721 ein Werk in zwei Theilen,betitelt: „die letzten Stunden gottseliger Personen" heraus, und warmit Luise Sophie, Gräiin zu Solms - Sonnenwalde, vermählt, der dieGeburt eines Sohnes, des Grafen Johann Erdmann, am 5. Mai 1 /17