Haugwitz.
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zi 'l v. II. am Ii. Januar 1780 in den prenss. Grafenstand erhoben.Der letzte Besitzer dieses seit Jahrhunderten in den Händen der Fa-milie gewesenen Gutes war Johann Anton, Graf v. II., königl. prenss.Oberamts-, Regierungs-, Ober-Consistorial- und Pupillenrath, auchfurstbiscliötl. General-Director. Die einzige zurückgelassene Tochterdesselben, Josephine, Grälin V.U., ist mit dem Grafen Johann AdrianBmanuel v. Iloverden - Plenken vermählt. — Kin Vetter von ihm,Graf Wenzel v. Haugwitz, war königl. Kammerherr, Geheimer Kriegs-rath bei der Kammer, und Generaldirector der schlesischen Land-schaft. — Ein Solln des Vorigen starb als königl. preuss. Major a. D.im Jahre 1878, und die einzige Tochter des genannten Grafen Wen-zel ist an den kaiserl. österreichischen Staats- und Polizeiminister, auchPräsidenten der obersten Polizei und Censur-Hofstelle, Grafen vonSedlnitzky vermählt. Dieser Ast ist katholischer Confession.
Aus dein oben erwähnten Hause Peuke ist: Heinrich Christinn Curt,Graf v. II., königl. preuss. Staats- und Cabinetsininister, geboren am11. Juni 1757 auf dem Gute Peuke bei Oels, seinem Vater Karl Wil-helm gehörig. In einem Alter von 17 Jahren bezog er die Universi-tät Halle und sodann Göttingen. Hier schloss er sich an den unterdem Nainen des Göttingischen Bundes bekannt gewordenen Verein,der so viel zur Vervollkommnung der deutschen Literatur beitrug, undden die hochgefeierten Namen Bürger, J. H. Voss, die beiden Stol-berge, Ilülty u. A. m. zierten. H. bereisete mit seinem Freunde Stol-berg, nachdem er im Jahre 1773 Göttingen verlassen hatte, die Schweizund mit einem Grafen Dönhof Italien. Schon auf dieser Reise er-warb er sich die Gunst des damaligen Grossherzogs von Toscana. Erübernahm nach seiner Rückkehr die väterlichen Fideicommiss - Güter,und vermählte sich 1776 mit Johanna Katharina, Tochter des damali-gen Gouverneurs von Breslau und General-Inspecteurs von Schlesien,Generals der Infanterie v. Tauentzien. liier machte das stille, frommeund in seinem ganzen Aeussei liehen musterhafte Wesen der Herrnhu-ter, die in seiner Nähe waren, einen solchen Eindruck auf ihn, dasser sich an sie anschloss. Der Landgraf Karl von Hessen beehrte ihnmit seiner Freundschaft und empfahl ihn dem damaligen Prinzen vonPreussen, nachmaligem Könige Friedrich Wilhelm II. Nachdem er mitseiner Gemahlin eine Reise nach der Schweiz und Italien gemachthatte, ging er 1780 nach Schleswig zu dem Landgrafen Karl und nachHolstein zu seinem Freunde Stolberg. War früher die Wissenschaftund die Kunst das vereinigende Band gewesen, so war es jetzt dieReligion. Nach dem Regierungsantritte Friedrich Wilhelms II. wurdeer mehreremal aufgefordert, iu den Staatsdienst zu treten, allein im-mer war der Reiz zur Unabhängigkeit überwiegend, und er lehnte esdaher ab. Als er im Jahre 1791 zum General-Landschaftsdireclorvon Schlesien erwählt wurde, nahm er denselben an. Indessen ver-einigten sich doch Umstände, um ihn zum Eintritt in den Staats-dienst zu bewegen. Der Grossherzog von Toscana hatte nämlich, alsLeopold II., den deutschen Kaiserthron bestiegen, und erbat sich vomKönige von Preussen den Grafen H. zum Gesandten an seinem Hofeaus. Diesem Wunsche fügte letzterer sich auch um so willfähriger, daer dadurch nicht so weit von seinen Gütern entfernt wurde. So trat erin den Dienst des Staats, aber auf eine uneigennützige Weise, indemer keinen Gehalt annahm, welche Entsagung auch noch in den erstenJahren seines Ministeriums fortdauerte. Seine Gesandtschaft dauertenicht lange, denn als er nach Wien kam, lebte Leopold nicht mehr, undeine der ersten Functionen des Grafen war, den Kaiser Franz zur Krö-nung zu begleiten. Inzwischen trat der Graf von Schulenburg-Kell-nert aus dem Dienste zurück, und Friedrich Wilhelm II. ernannte im