292 Grndna-Grudzinski — Grimberg.
Grudna-Grudzinski, die Grafen und Herren von.
Aus der uralten polnischen Familie v. Grudczinski wurde am 9.Februar 1786 Sigismund Ignatius Johann Nepomul: v. G., Herr derStadt und Herrschaft Chodziesen in dem damaligen Westpreussen, jetzi-gem Regierungsbezirke Bromberg der Provinz Posen, in den preuss.Grafenstand erhoben. — Diese gräfliche Familie fuhrt ein qua-drirtes, durch einen schwarzen Balken getheiltes Schild mit einemHerzschildlein. In dem lsten goldenen Quartiere zeigt sich eine aufeinem wilden Eber sitzende gekrönte Jungfrau mit ausgebreiteten Ar-men, rothem Mieder und goldener Schürze; in dem 'Iten rothen Quar-tiere steht eine weisse Hose; in dem 3ten blauen Quartiere ist ein gol-dener Querbalken angebracht. Ueber demselben stellen drei Lilien ineiner Reihe, und unter demselben wieder drei Lilien (zwei, eine), im•Iten grünen Quartiere zeigt sich ein kleiner goldener Kahn, das Wap-penbild verschiedener vornehmer polnischer Familien. Im goldenenHerzschilde ist eine Burg mit drei Tliürmen vorgestellt. Aus dem ge-öifneten Schlossthore tritt ein das Schwert schwingender, geharnisch-ter Mann hervor. Der Turnierhelm steht unter einer neunperligenGrafenkrone, die von zwei Rittern in silberner Rüstung, mit Helle-barden bewalfnet, gehalten wird. Dieselbe ist mit einem Pfauen-schweif, der mit drei Mauerwerken belegt ist, geschmückt. M. s. dasWappenbuch der preuss. Monarchie, I. S. 45.
Griinkcrg, die Freiherren und Herren von.
Diese adelige, zum Theil freiherrliche, den Marken und Schle-sien, so wie auch Sachsen, angehörige Familie Kommt auch unter demNamen v. Grünenberg, Gillenberg und Gryenenberg vor. Sinapinsnennt sie ein altdeutsches Geschlecht; Bucelin führt sie unter dem Adelin Meissen an, und Lncä setzt ihr Stammhaus in das Crossensche. Hierbesassen die von Grünberg, nach v. Gundling, das Gut Lippen, wäh-rend andere Zedlitz als ihr Stammhaus angeben. Ausserdem besassensie Loss, Baudach, Starpel, Gaischen u. s. w., das erstere im Griin-bergschen, und letzteres im Guhranschen in Schlesien gelegen. In derSchweiz sollen schon 1385 die v. G. ansehnliche Güter bei Luzern be-sessen haben. (Franzisci Nigrini Tirol, p. 193.) — Hermann und Wil-helm v. G. waren auf dem Concilium zu Kostnitz (Miinsteri Cosmogr). —Diese alte und sehr angesehene Familie war mit den vornehmsten Ge-schlechtern in Schlesien verwandt, wie mit den Schaffgotsch, Haug-witz, Zedlitz, Braun u. s. w. — Johann v. G. starb 1560 in dem sel-tenen Alter von 95 Jahren. — Viele v. G. waren Ritter des Johanni-terordens, wie Johann Abraham v. G. auf Loss, der 1578 Comthur zuLossen wurde. — Georg Abraham v. G. auf Zelitz und Schallen, kur-fiirstl. brandenburgischer wirklicher Geheimer Rath, Hauptmann zuCottbus, Peiz u. s. w., erhielt am 10. Decbr. 1652 den Ritterschlag,und wurde später Comthur von Schiefelbein. Er starb 1661. — EinGeneral v. G. war bis zum Jahre 1799 Chef des Infanterie-RegimentsNo. 24. zu Frankfurt a. d. O., zuletzt von Zenge. Er war im Jahre1729 in Preussen geboren, und hatte 1789 den Verdienstorden erhal-ten. — Zu Merseburg lebt der Landrath a. D. und Johanniterritterv. G., und in Potsdam steht bei dem 1. Garde-Uhlanen- (Landwehr-)Regiment der Lieutenant v. G. — Ein uns vorliegendes Wappen De-rer von Grünberg besteht aus einem blauen, durch eine breite, sil-berne Strasse (Balken) getheilten Schilde, auf dem olfenen adeligenTurnierhelme ist ein grüner Kranz, in dem ein Kreuz beliudlich,