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2 (1842) E - H
Entstehung
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Gontard.

G o n t a r (1, tlic Herren von.

Eine altadelige französische Familie ans der Danphine, die sichzur Zeit der Religionsbedrückungen in Frankreich aus ihrer Ileimathnach Deutschland wendete. Sie zerfällt hier in zwei Linien, nämlichin die, welche die reformirte Religion angenommen hatte und sich inFrankfurt a. M. niederliess, und in die noch gegenwärtig katholischeLinie. Zu dieser letzteren gehören Die v. Gontard's in den preuss.Staaten. Anton v. G., der erste nach Deutschland gekommene fran-zösische Edelmann dieses Namens, hatte vier Söhne: Peter, Anton,Alexander Stephan und Alexander Ludwin. her letztere hatte zweiSöhne von seiner Gemahlin, Eleonore v. Kurz. Von ihnen wurde Karl,gehören 1733 zu Mannheim, dem Bauwesen gewidmet. Er sludirtediese Kunst zuerst in dein durch die .Markgrafen mit grossartigen undgeschmackvollen Bauwerken ausgeschmückten Bayreuth, liier warenSaint Pierre und Richter seine Lehrmeister; später wurde es der be-rühmte Blonde! zu Paris. Längere Reisen durch Frankreich, Italien,Sicilien und Griechenland bildeten seinen Geist und seinen Geschmackweiter aus. Auf diese Weise ausgerüstet, kam er nach Bayreuth inDiensten des Markgrafen Friedrich als Ingenieurhauptmann und Bau-meister, und ward I7(j4 nach Potsdam in preuss. Diensten als Haupt-mann von der Armee und Baumeister von König Friedrich IL ange-stellt, um nach Abgang des Landbaumeisters Büring den Bau des neuenPalais fortzusetzen. Viele Bauwerke in Berlin und Potsdam sind nachseinen Ideen, Angaben, Zeichnungen und unter seiner Leitung ins Le-ben getreten. In Berlin gehören dazu die beiden prachtvollen Thürmeauf dem Gensd'armenmarkte, die Colonaden der Spittelbrücke, derEntwurf zu der Königsbrücke u. s. w.; in Potsdam aber hat sich seinTalent auf das entschiedenste durch die Aulrührung des grossen Wai-senhauses, durch die Vollendung des Baues des überaus prächtigenneuen Pa ! ais, welches nach Friedrichs des Grossen eigenen Ideen aus-geführt werden musste, der Anlage der als ein Meisterw erk bekannten,zwischen den Commun's belegenen halbrunden Colonade mit ihremhochgewölbten Portal, eines der grossartigsten und prächtigsten Säu-lengänge, bewährt. Auch sind mehrere schöne Privathäuser in Ber-lin und in Potsdam sein Werk. Er beendigte seine ruhmvolle Lauf-bahn durch die Aufführung des Marmorpalais im neuen Garten zuPotsdam, und starb im Jahre 1791 auf einer Badereise in Breslau, woer erkrankte. Charlottenhof, das heulige neuerbaute liebliche Lust-schloss des Kronprinzen, war sein Eigenthum. Aus der Ehe mit einerTochter des markgräll. brandenburgschen geh. Rathes und Consisto-rialpräsiilenten v. Eckert, und dessen Gemahlin Louise Marqüise vonRigot-Montjoux aus der Danphine, hinterliess er sieben Söhne und eineTochter. Von den ersteren starb Karl Heinrich Casimir v. G. als Lieu-tenant a. D. den 91. Septbr. 1793. Er hatte früher im Regimen«;v. Könitz geständen.

2) Johann Adam Ernst v. G., starb als Accise- und Zollrath a. D.7 .11 Königsberg in Preussen im Jahre 1807. Er hatte früher als Lieu-tenant und Adjutant im Füsilierbataillon v. Miiffling gestanden.

3) Johann Anton Paul v. G,, starb im Jahre 1813 als Major undKreisbrigadier der niederschlesischen Gensdärmeriebrigade zu Oels.Seine mit einer v. Bockelberg hinterlassene einzige Tochter ist anden Freiherrn Conrad v. Zedlitz-Neukirch zu Neumarkt vermählt.

4) Karl Criedrich Ludwitj v. G., stand früher im Infanterieregimentv. Möllendorf, und ist gegenwärtig Oberstlieutenant und Platzmajor inBerlin. Aus der Ehe mit einer v. Huzaczewska entsprossen mehrereSöhne, welche in der Armee dienen.