Fallois — Fargcl. 159
Fallois, die Herren von.
Biese adelige Familie stammt ans Lotliringen und gehört zu demiiitesten Adel daselbst, wie ein vor uns liegendes Zeugniss, welchessich der erste in die diesseitigen Staaten gekommene v. F. im Jahre1777 zu Nancy in der Absicht, sich im preuss. Staate nationalisirenzu lassen, ausfertigen liess, zeigt. Derselbe nahm prenss. Kriegsdien-ste, ging aber einige Jahre darauf in russische über und gab so seinVorhaben, die Nationalisirung betreffend, auf. Sein Sohn nahm imJahre 1779 Dienste in der preuss. Armee, und stand in derselben bis1809, wo er bis zum Jahre 1815 die grossherzogl. mecklenbnrg-schwe-rinschen Truppen als General commandirte. Nach Beendigung desKrieges trat er in den preuss. Civildienst und verblieb in demselbenbis zu seinem erst kürzlich erfolgten Tode. Er hinterliess zwei Söhne,welche beide Lieutenants im ?. Garderegiment sind. — Die Familiev. Fallois führt im goldenen Schilde einen blauen Sparren; dieser Spar-ren ist mit einem silbernen Stern belegt, und im unteren Theile desSchildes ein blauer Stern angebracht. Auf dem mit einer neunperligenGrafenkrone bedeckten Helme ist eine Hand natürlicher Farbe, miteinem silbernen Sterne belegt, dargestellt.
Falzbnrg, die Herren von.
Ein erloschenes adeliges Geschlecht in Pommern, das Nadrensee(nicht, wie v. Gundling angiebt, Madernse) im Kreise llandow besass.Karl Christoph, der letzte seines Stammes und Namens, starb am 1.Mai 1758. Das Gut Nadrensee fiel an die einzige Tochter Luise Ju-liane Hedwig v. Falzburg. Am 10. Nov. 1705 wurde das Lehn allodi-ficirt. Das Fräulein erscheint noch in den Vasallentabellen vom Adelin Vorpommern im Jahre 1777. — Das Wappen dieser Familie stelltim silbernen Schilde einen stehenden Mann dar; er bat einen Degenan der Seite und hält mit der rechten Hand einen Dolch. Auf demHelme stellt eine Jungfrau, die eine Blume in der Hand trägt. M. s.Brüggemann, 1. Bd. 11. Hauptstück.
Fargcl, die Herren von.
Diese Familie gehört ihrer Abstammung nach, der jetzt knrfiirstl.hessischen Grafschaft Hanau an. Aus dem Hause Fargel- Hückingenkam Johann v. F. in die diesseitigen Staaten. Er trat am 16. Decbr.1665 als Oberst in die Dienste des grossen Kurfürsten, zuerst errich-tete er 1669 einige Compagnien Fussvolk in Halberstadt; 1675 abereine Schwadron Heiter. Der Kurfürst verlieh ihm bald darauf einInfanterieregiment (Nr. 3, zuletzt von Renouard in Halle), das er imMai 1679 seines hohen Alters wegen, an den Feldmarschall FürstGeorge zu Anhalt-Dessau abtrat. Sein Tod erfolgte im Jahre 1687.Durch lange Jahre hatte er an der Seite Friedrich Wilhelms allen Tref-fen und Schlachten beigewohnt und treue Dienste geleistet. Er warauch Gouverneur der kleinen, später geschleiften, Bergfestung Rein-stein im Vorharz. Mit Amalia v. Bachmann hatte er einen Solin undeine Tochter erzeugt. In den Listen der Armee steht sein Name un-richtig Förgel. geschrieben.