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Egmont.
Katharine v. Cleve. Sie war mit Arnold zerfallen und hetzte ihrenSohn Adol|>h gegen ihn auf. Dieser lockte den Vater im Jahre 1465nach Grave, wo er ihn sechs Jahre hindurch in Gefangenschaft hielt. DerPapst, der Kaiser und alle benachbarten Fürsten erschraken über dasUnternehmen des gottlosen Sohnes, der seinen Vater in Armuth stür-zen wollte und dabei erklärte, er wolle ihn lieber in einem Brunnenersäufen und sich dann selbst hineinstürzen, ehe er ihn länger re-gieren Hesse. Auf diese Weise hatten Mutter und Sohn ihre Nachkom-menschaft unglücklich gemacht, und dem Kginontschen Hause den To-desstoss gegeben. Der Herzog von Burgund benutzte, wie wirschon oben erwähnten, den Streit zwischen Sohn und Vater, er liessjenen gefangen nehmen und zur Strafe sechs Jahre, also eine eben solange Zeit, als sein Vater hatte dulden müssen, im Gefiingniss sitzen.Diesen aber vermochte er, ihm das Herzogthum Geldern und die Graf-schaft Ziitphen gegen 92,000 Goldgülden und den Vorbehalt gewisserEinkünfte abzutreten. Bald darauf, am 22. Febr. 1472, starb Arnold, undder Herzog Karl, der Kühne, von Burgund wurde vom Kaiser Friedrich III.mit Geldern belehnt. Auf den noch in Verhaft sitzenden Adolph von Eg-mont wurde keine Rücksicht genommen, doch auch Herzog Karl fandbald darauf seinen Tod. Er iiel in der berühmten Schlacht bei Nancygegen die Schweizer, wodurch die Sache wieder eine andere Richtungerhielt. Adolph entkam glücklich seiner Haft, aber indem er noch be-müht war, seine Rechte auf das Herzogthum wieder geltend zu ma-chen , traf ihn der Stoss einer feindlichen Partisane vor Tournay, undsomit überraschte auch diesen Prätendenten der Tod. Karl v. Egmont,der Sohn Adolphs, versuchte es im Jahre 1492, sich wieder in den Be-sitz seiner vermeinten Erbländer zu setzen, allein die Kurfürsten desReiches sprachen ihm alle Rechte an das Herzogthum Geldern ab undes wurde ihm aufgegeben, sich künftig bloss Karl v. Egmont zu schrei-ben. Unterdessen hielten es aber noch die Stände des Landes mitihm, was den Kaiser Maximilian I. vermochte, Geldern im Jahre1494 mit Krieg zu überziehen. Herzog Albrecht zu Sachsen erschienals kaiserl. Feldhauptmann in Geldern, Karl v. Egmont stellte sichihm entgegen und führte den Krieg glücklich gegen den von Venedigund Frankreich auf andern Seiten bedrängten Kaiser. Zwei Jahrespäter schlug er sich nicht minder glücklich mit dem Herzoge v. Jü-lich, aber 1499 kam des Kaisers Maximilian Sohn, Philipp, Königvon Castilien, mit einem Heere nach Geldern. Mit Mühe erlangte Karlv. Egmont einen zweijährigen Waffenstillstand. Nach dem Ausgangedesselben ergriff er die französische Partei, unter deren Vermittelungein neues Abkommen getroffen wurde, bis die Könige von Frankreich,England und Schottland, die zu Schiedsrichtern erwählt waren, denStreit geschlichtet haben würden. Kaiser Maximilian starb 1519, undKarl von Spanien gelangte zum Kaiserthume. Bald nach dessen Krö-nung lingen die Uneinigkeiten wegen Geldern von Neuem an. Siewurden durch den Frieden zu Gorkuin, geschlossen den 3. Oct. 1528,beseitigt, aber Karl von Egmont bereute wieder die in demselben ge-schlossene Abkunft j er neigte sich von Neuem auf die Seite Frank-reichs und zerfiel deshalb auch mit seinen eignen Ständen. Bald dar-auf starb er am 8. Juni 1538 und liegt zu Arnheim im Dom begra-ben, sein Herz aber ist in der Minoritenkirche beigesetzt. Mit ihmerloschen die Prätendenten des Herzogthums Geldern aus dem HauseEgmont. Die Länder wurden von Neuem der Gegenstand weitläufi-ger Uneinigkeiten und ein Schauplatz blutiger Kriege, zu denen späterauch noch die Gränel des Fanatismus znm Unglück des Landes hin-zukamen. In ihnen lielen die Häupter der Grafen v. Egmont und Hornauf dem Blutgerüste. Im Jahre 1555 kam Geldern an den König Pili-