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D. In der Provinz Sachsen.
Das Fräuleinstift zu Halle.
(Auch adelig v. Jenaisches Jungfräuleinstift zu Halle.)
Der Kanzler und Geheime-Rath Gottfried v. Jena stiftete im Jahre1702 aus seinen Mitteln ein Stift für eine Aebtissin und 9 Fräulein.Es steht unmittelbar unter der Regierung zu Merseburg und erhielt imJahre 1707 ein Schutz- und Gnadenzeichen, welches die Aebtissin undConventualinnen um den Hals, die Schultern und auf der Brust aneinem Gris de /('«-Bande tragen. Es besteht aus einem Oval von Golde,auf dessen einer Seite ein weisses auf Gris de /(«-Grunde emaillirtesKreuz sich befindet, auf der andern Seite aber die Aufschrift steht:„Sr. Königl. Majestät von Preussen Schutz- und Gnadenzeichen fürdas von dem Kanzler Gottfried v. Jena angelegte evangelisch-reformirteFräuleinstift zu Halle", mit der Jahreszahl 1707. Unten an demselbenhängt der gekrönte königl. Namenszug.
Aebtissin: Frau Wilhelmine v. Lichnowsha.
Seniorin: Fräulein Henriette v. Arnim.
Canonissinnen:
Fräulein Albertine v. IAchnoivsha. Fräulein v. Hagen.
v. Stwolinsha. - v. Kampfs.
Freyin Wilhelmine v. d. Reclce. - v. Barfus.
Fräulein Helene v. d. Itcche.
Curatoren: Herr Dr. Dohlhoff, Hofprediger und Superintendent.
- Rienächcr, Domprediger.
An merk. 1) Früher bestanden in dieser Provinz noch zwei adeligeFräuleinstifte, welche unter der kurzen Regierung des Königs Jeromevon Westphalen aufgelöst worden sind, und ihrer Güter und Vor-theile unrechtmässiger Weise verlustig gingen. Namentlich das ade-lige Jungfräuleinstift oder lutherische Fräuleinstift zu Wolmirstädt,unmittelbar vor dem Städtchen dieses Namens, zwei Meilen vonMagdeburg gelegen. Es ist früher ein Cisterzienser-Nonnenklostergewesen und bestand aus einer Aebtissin, einer Priorin und sechsConventualinnen. König Friedrich Wilhelm I. erhob es zu einemadeligen Fräuleinstifte, und ertheilte ihm im Jahre 1732 ein blauesmit weissen Ecken und dem Namenszuge des IGinigs und der Kö-nigin versehenes Ordenskreuz, welches von den Stiftsfräulein so-wohl an einem blauen Bande mit silberner Einfassung am Halse, sowie auch seit dem Jahre 1769 auf der linken Seite des Kleides ge-stickt, getragen wurde. Bei der Aufhebung des Stiftes war die letzteAebtissin Fräul. v. Jagow , die letzte Priorin Fräul. «. Schieb , unddie letzten Conventualinnen: Frl. v. Horstedt, Frl. v. Pomiana, Frl.v. Steinwehr, Frl. v. Bismarh, Frl. v. Warburg und Frl. v. Jagow.
Das zweite war das adelige Jungfräuleinstift zu Marienborn,einem Dorfe, das 24 Meile vom Städtchen Seehausen und 5 Meilenvon Magdeburg entfernt liegt. Es bestand aus einer Domina oderAebtissin, einer Priorin und sechs Conventualinnen. Die letzte Se-niorin war ein Frl. v. Cronenfels, die letzte Priorin eine Demoiselle'Bietzen, und die letzten Conventualinnen: ein Frl. v. Beeilte, Frl.v. 'Prevenar, Frl. v. Richthojf, Frl. v. Krebs, und ein Frl. v. Zabeltitz.Anmerk. 2) Wir benutzen diese Gelegenheit, hier anzuführen, dass