Schlusswort.
JUas Wappenalbum der Grafenhäuser findet mit der Lieferung 69/70 seinen vor-läufigen Abschluss.
Verfasser wie Verlagshandlung glauben, Jeder in seiner Art, unter den schwierigstenVerhältnissen das Ihre gethan zu haben, das Werk so vollständig, authentisch, formenschön undelegant wie möglich zu gestalten.
Der ursprüngliche Plan umfasste bekanntlich nur die noch im Jahre 1850, wenn auchnur im Weibsstamm, blühenden Grafengeschlechter, später wurde in Folge vielfacher Wünsche derUmfang bis zum Jahre 1800 zurück ausgedehnt, vorzugsweise deshalb, weil sehr viele blühende. Grafengeschlechter die Wappen ihrer nächsten Ahnen ungern vermissten. Bald jedoch stellte sichheraus, dass hierdurch der Umfang des Werkes ein derartiger werden müsse, dass er den des erstenPlanes um das Dreifache überschreiten würde, aus welchem Grunde eine massvolle Beschränkungam Platze schien. Dennoch wurde den Wünschen der Herren Abnehmer nach MöglichkeitRechnung getragen und dürfte wenigstens von den wichtigeren Familien keine vermisst werden.
Wenn trotzdem so manches Grafengeschlecht, welches in den Rahmen des Unternehmensgehörte, fehlt, so liegt dies nicht an dem guten Willen oder im mangelnden Wissen, sonderneinestheils in dem unerbittlichen lexikalischen Fortschreiten eines alphabetisch angelegten Werkes,anderntheils in dem unberechtigten Misstrauen, welches bedauerlicher Weise das deutsche Leser-publikum Lieferungswerken entgegenzubringen pflegt, was dem Verleger zumeist unerschwinglicheOpfer auferlegt. Wir hoffen, dass die nunmehrige Vollendung des Werkes das Interesse auchweiterer Kreise an demselben erwecken und es der Verlagshandlung ermöglichen wird, einenSupplementband herauszugeben, in welchem nicht allein die fehlenden, besonders auch inden letzten Jahren gegraften Geschlechter, sondern auch diejenigen Zusätze, Berichtigungenund Verbesserungen aufgenommen werden können, welche dem Verfasser und der Verlagsbuch-handlung während des Erscheinens des Werkes von den Familien selbst und von Freunden undGönnern der Sache zugegangen sind. Diesen Herren und allen denen, welche durch direkteEinsendungen das Werk unterstützten, unseren Dank abzustatten, ist uns hiermit eine angenehmePflicht. Denselben Dank zu entrichten haben wir dem unermüdlich fleissigen und gefälligenk. k. Hauptmann, Ritter vieler hoher Orden und Ehren- und wirkl. Mitglied gelehrter Gesell-schaften Herrn Friedrich Heyer von Rosenfeld in Wien, welcher die gesammten im dortigenStaats- und Hausarchiv befindlichen Reichs- und Erbländischen Grafendiplome extrahirte und demVerfasser auch aus seinen übrigen Collektaneen das reichste Material zur Verfügung stellte. Ebensolcher Dank gebührt dem Direktor dieses Archivs, Herrn Heil mann, der die Benutzung derAkten gestattete, dem Direktor des Königlich Preussischen Geheimen Staatsarchivs zu Berlin,Herrn Geheimen Archivrath Dr. Gollmert und Herrn Geheimen Archivrath Reuter, ferner,ebenfalls in erster Linie dem Königlichen Kammerherrn und Heroldsmeister Herrn vonBorwitz und Harttenstein in Berlin für die Durchsicht und Ergänzung des Materials