einem See in einer Aue (der Hallstädter See von dem sie |stammen — auch Namensanspielung) geviert; es ist diesdas ihnen von Kaiser Ferdinand I schon durch Wappenbriefverliehene Wappen, welches hier bestätigt wird. Die Lilie,(hier silbern in Roth), der Reiter zwischen den Büffelhörnernund der Flug mit dem Balken erscheint zuerst im Diplomde 1682, worin sie ,,v. Seeau zu Mühlleuthen, Freiherrenvon Württing" genannt werden; die drei silbernen Balkenscheinen durch Missverständniss aus den zwei silbernen„Schussgattern" desselben Diploms gemacht zu sein. Jetztist die Lilie griinbordirt, silbern, in Silber (!); das Kameelnaturfarben in Schwarz (!), der See, von bebuschter Aue um-rahmt hellblau in Silber, der Reiter mit goldenem Rennfähnleinan rother Lanze, rothem Helmbusch und Schärpe auf schwarzemRoss (wir haben denselben — auf Helm I von rechts —die heraldische richtige Einwärtswendung gegeben). DerReichsadler im mittleren Felde trägt ein goldenes L(Leopold I) auf der Brust. Die Salzkufen in Feld VI undauf Köpfen und Schultern der Bergleute bedeuten die Salz-bergwerke, welche die v. Seeau als Oesterreichische Ober-Salzamtsleute unter sich hatten.
Seebach führen das alte schöne Stammwappen, diedrei durchbrochenen Seeblätter, mit Stammhelm, Grafen-krone und Schildhalter; der Mann hat goldenes Haarund Bart.
Segur, zu unterscheiden von der Familie S£gur-Rauzanim Limonsin, welche ein ganz anderes Wappen führt.Der Windhund hat schwarzes, mit goldenen Borden, Knöpfenund Ring versehenes Halsband. Das Handbuch zum Taschen-buch der gräflichen Häuser beschreibt Feld II und III desHerzschildes als: hermelin mit rothem Rande; es soll dasnatürlich Bande (d. h. Balken) heissen, womit alle Siegelübereinstimmen.
Seherr-Thoss. Wir haben (zum ersten Male) denVersuch gemacht, das durch den Preussischen Herold deanno 1775 auf das schrecklichste verunzierte gräfliche Wappenwieder heraldisch zu gestalten, indem wir zunächst denPreussischen Adler in das ihm gebührende weisse Feldstellten, wodurch auch Abstechen der Farben herbeigeführtwird, alsdann den aus ebenso unglaublicher Laune schwarz-gefärbten Flügeln des Stammwappens mit dem Baumstammihre richtige uralte rothe, letzterem seine gelbe (goldene)Farbe statt der ganz unheraldisch braunen, zurückgaben.Der Familie muss es natürlich anheimgestellt bleiben, obsie geneigt ist — was ihr zweifellos zu Recht zusteht —die von einem Unkundigen begangenen, im Diplom der imMannsstamm 1877 wieder erloschenen, am 15. October 1840in den Preussischen Grafenstand erhobenen HohenfriedbergerLinie glücklich vermiedenen heraldischen Schnitzer wiedergut zu machen. Es ist übrigens fraglich, ob die Familieden Baumstamm ursprünglich gold in Roth (Siebmacher I, 74— v. Tase) oder umgekehrt (polnische Autoren) geführthabe. Das Wappen der Linie Hohenfriedberg behaltenwir einem ev. Supplementbande vor.
Seiboltsdorf. Mittelfeld und Mittelhelm mit demgeh arni schten Ritter, welcher übrigens keineswegs, wie in
den Abbildungen bei Tyroff Bayerisches Wappenbuch undbei Kneschke, einen Waffenrock trägt, auch das Schwertnicht in der Hand hält, sondern wie hier abgebildet hinterseinem Kopfe schwingt, sind erst durch das Grafeudiplomhinzugekommen. Vorher existirte nur der gevierte Schildmit zwei Helmen, auf deren rechtem der Adler, links derFlug erscheint, laut des Reichs-Freiherrndiploms d. d. Wien15. Januar 1643. — Hierbei ist ein heraldisches Curiosumerster Gattung zu erwähnen, dass nämlich dies Wappen genauso an die neuerdings geadelte Familie von Wichelhaus ver-liehen worden ist. Dieselbe mag es — natürlich bona fide —vielleicht seit Jahren als ihr „angestammtes altes Familien-wappen" geführt haben, nachdem einein der Vorfahren esvon einem unserer modernen comites palatini, zu deutschWappenfabrikanten, als solches „verliehen" worden ist. Wiederein eklatanter Beweis von der Nothwendigkeit eines auchden Heroldsämtern zugänglichen Wappenlexikons, damit dieNeuverleihung vorhandener Wappen an Unberechtigte zurUnmöglichkeit wird!
Seilern. Die jetzigen Grafen v. Seilern stammenvon dem Diplome de 1712 ab, haben daher das von unsabgebildete Wappen mit drei Helmen, nicht das auch vonKneschke gegebene freiherrliche zweihelmige zu führen.Das Diplom de 1746 ist lediglich eine Anerkennung desReichs-Grafenstandes für Böhmen. Die Griffe des „Degen"und der Löwe sind golden. Nach dem Freiherrndiplome sinderstere als „Dolche" bezeichnet. Im Grafendiplome sindweder die Schildhalter, noch das Prädikat „Aspang" ver-liehen , doch werden erstere auf allen Siegeln seit langegeführt.
Seinsheim. Im Diplom ist kein Wappen verliehen.Feld II und III die springende gekrönte Sau (nicht Eber)ist das Wappen des "j" von Sinching. Schildhalter werdenseit diesem Jahrhundert geführt, oft auch um das Ganzeein aus Grafenkrone herabwallender Mantel. Die Familieist eines Stammes mit den Fürsten von Schwarzenberg undden Freiherren von Schwarzenberg - Ilohenlandesberg.
Seidern. Die heutigen Grafen d. PI. stammen abvon dem d. d. Düsseldorf 20. Mai 1711 nebst Bruder Adamvom Pfalzgrafen Johann Wilhelm bei Rhein als Reichsvicarund d. d. Wien 9. Januar 1728 durch Kaiser Karl VI. in denBöhmischen Freiherrnstand erhobenen Dominik von Selder(n)aus einem Augsburger Goldschmiedegeschlecht, dem u. W.ein Adelsdiplom vorher nie zu Theil geworden war. DesDominik Enkel war der 1807 gegrafte Karl und dessen Neffeder 1845 gegrafte Johann Freiherr von Seidern, letztererk. k. Kämmerer und Besitzer des Freiherrlich von Löwen-stockischen Geldfideikommisses (geb. 1783 zu St. Pölten).Das Wappenthier ist ein Gemsbock. Dennoch weist eingutes Siegel aus der Barockzeit einen Steinbock auf; denSchild deckt eine Krone mit 5 Blättern und 4 Perlen und2 Adler en barroque als Schildhalter. Kneschke giebt dasGräfliche Wappen mit einem eigenthümlich bekuppelten,pelzgefütterten goldbordirten rothen Mantel.
Sellon, d. d. Wien 26. August 1786 erhielt Johannvon Sellon, Mitglied des grösseren Raths zu Genf, Sohn
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