Druckschrift 
1 (1837)
Entstehung
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merkwürdig durch die im Kreuzgang befindliche Kapelle des berühmten Scho-lastikers Albertus Magnus, Bischofs von Regensburg, mit dem Lehrstuhle undden Banken seiner Schüler), des Oefnerthurms, der Gasthöfe zum gol-denen Sre«) und zum Hecht.

Den äußersten Rand des Bildes begränzt aus dieser Seite das Schot-tische L-nedictiner-Stist »ndSloster St. Äakob, ohne Zweifel unterallen kirchlichen Gebäuden Regensburg nächst dem Dom das einzige, welches,und zwar besonders durch sein merkwürdiges Portal, in architektonischer Hin-sicht interessiren kann. Da dieses Portal höchst wahrscheinlich von dem früherbestandenen Schottenkloster Weih St. Peter eonsecrstum 8»uctumti-iim") herrührt, so müssen wir nothwendig die Geschichte des letztern vorausschicken. Es geschah im I. 107S, daß die uralte, zu Obermünster gehörigeKapelle in Wihen oder Weih St. Peter, welche von Karl dem Großen oderseinem Sohne Ludwig erbaut worden sein soll, schottischen Benedictinermöncheneingeräumt wurde. Dieses Kloster stand da, wo jetzt der evangelische Kirch-hof zu Weih St. Peter sich befindet, und wurde auch später St. Peter aufdem Graben genannt. Die ausgezeichnete Aufnahme, in welche dasselbe balddarauf kam, führte nach und nach so viele schottische Benedictiner herbei, daßdas kleine Kloster nicht Raum genug für sie hatte. Ihre Frömmigkeit, Wohlthä-tigkeit und Geschicklichkeit in Unterweisung der Jugend hatte sie aber bereits sobeliebt gemacht, daß um das I. 1109 der damalige Regensburgische Burg-graf Otto, dessen Bruder Heinrich und mehrere andere Freunde der Kircheam entgegengesetzten Ende der Stadt eine geräumige Hofstatt kauften unddaselbst dem heil. Jacob und der heil. Gertrud zu Ehren für die schottischenBenedictiner eine größere Kirche nebst Kloster auferbauten, wobei die Bürgervon Regensburg den Handwerksleuten freie Speise und die Aebtissinn vonNiedermünster den Trank reichten. Im I. 1120 wurde dasselbe bereits ein-geweiht, von K. Heinrich v. durch eine besondere Urkunde in seinen und desReiches Schutz genommen und mit ausnehmenden Freiheiten begabt. In derFolge aber, als die in Deutschland befindlichen 12 Schottenklöster in eine Con-gregation vereinigt wurden, erhielt der Prälat des Jakobsklosters die Würdeeines Vorstehers oder Präses derselben. Auch das Kloster Weih St. Peterverlor seitdem seine Selbständigkeit und galt nunmehr nur als ein bloßesPriorat von St. Jakob, bis im I. 15S2 der Graf Philipp von Eberstain,der in Folge damaliger Kriegsunruhen mit seinem Kriegsvolke hier lag, das-selbe nebst der Kirche und dem Thurme abbrechen ließ. Die Steine verwendeteder Magistrat theils zur Erbauung von Basteien, theils zum evangelischenFriedhof. Der damalige Abt Alexander von St. Jakob aber nahm aus St.Peter nicht blos die Glocken, den Altar und die Kirchengeräthe, sondern ließauch das überaus kunstreich gearbeitete Portal derselben an die St. Jakobs-kirche anbauen, wie dies der Umstand höchst wahrscheinlich macht, daß esunter einer eignen Dachbedeckung vor der Kirche hervorstehet. 4 zeigtuns dasselbe in seiner echt byzantinischen Eigenthümlichkeit. Drei Säulenauf jeder Seite zieren die schräg einlaufenden Anschlagsmauern, welche durchAushölungen von einander getrennt sind; darüber wölben sich halbkreisrundeBögen, welche über der gerad geschlossenen Bedeckung der Thüröffnung einFeld lassen, auf dem Christus mit 2 Figuren in Sculpturarbeit erscheint.Unmittelbar über dem äußersten Bogenschluße der Pforte in einem Friese sind(in der Mitte) Christus und ''auf jeder Seite) 6 Apostel in erhabener Arbeit

! dargestellt. Die Seitenmauern nächst der Pforte sind außerdem auf dasj mannigfachste durch Fenster und Bogenstellungen verziert, in denen ganz imCharacter des ältesten byzantinischen Styls, Sculpturen von Menschen undThieren, oft von wunderbarer Gestalt und räthselhafter Deutung, sich zeigen., Am wahrscheinlichsten ist es, daß das Gebilde den Sieg des Christenthumsüber das hier in den buntesten Emblemen von Thierungeheuern, Löwen undCrocodilen dargestellte Heidenthum vorstellen solle. Was die Kirche St.Jakob selbst betrifft, so hat auch sie im Lause der Zeit bedeutende Veränderungenerlitten. Bereits um das I. 1200 hatte Georg, der dritte Abt, die ersteKirche nebst Nebengebäuden außer den beiden Thürmen abbrechen, dieselbedarauf ganz von Quadersteinen wieder aufbauen und mit Blei bedecken lassen.Ebenso ließ im I. 1089 der Abt Placidius Flemming die sehr veraltete undöfters durch Feuersbrunst heimgesuchte Kirche im Ganzen wieder herstellen.Bei dieser Gelegenheit wurden auch die alten Grabmäler weggebracht, anderen Stelle sich jetzt neuere befinden. Das Schiff der Kirche tragen kolossalerunde Säulen, deren jede ein verschiedenes Capitäl und auf dem Fußgestellmanchmal Köpfe oder Kugeln von ähnlicher Art, wie die an dem großenäußern Portal haben; wiewol dieselben von der zarten schlanken Behandlungdes letztern bedeutend abweichen und überhaupt mehr mit den dicken Säulenim alten Dom oder in der Vorhalle von der St. Emmeranskirche zu ver-gleichen sind.

Von den andern bemerkenswerthen Gebäuden Regensburgs, die in unsernAnsichten keinen Raum fanden, nennen wir hauptsächlich folgende: das Mauth-gebäude, den Palast des Fürsten von Thurn und Taxis mit schöner Biblio-thek, sehenswerthem botanischem Garten und ausgezeichneten Stallungen, dasschöne Gesellschaftshaus mit dem freundlichen geräumigen Lokale der Harmonieund dem Theater.

Herrliche Anlagen und schöne Alleen umgeben außerdem die alterthüm-liche Stadt, die sich wie ein bekränzter Jubilar mit ihren Thürmen zwischenihnen erhebt. Hier findet man die Denkmäler des Fürsten Primas, des Für-sten Anselm von Thurn und Taxis, des Grasen von Görtz, k. preuß. Ministersam Reichstage, des Freiherrn von Gleichen und des Polizei-Directors Gruber,welche sich sämmtl:ch um die Verschönerung Regensburgs und insbesondere umdiese Promenade verdient gemacht haben. Auch steht hier ein Denkmal zuehrenvoller Erinnerung an den im I. 1030 hier verstorbenen berühmtenAstronomen Keppler. Endlich befindet sich noch in der Nähe des Weih St.Peters Thors eine etwas schadhafte Säule, die in ihrer ganzen Arbeit, sowieinsbesondere in den Emblemen, welche an derselben von Bildhauerarbeit sichbefinden, einen gleichzeitigen Meißel mit dem großen Portal der Schotten-kirche verräth und auch von letzterm herrühren soll.

In der näheren Umgebung gehören zu den Vergnügungsorten der Stadtdie ehemalige Karthause Prüll, das Pürkelgut, das Dorf Graß mit einerBurgruine, das ehemalige Kloster Prüfening, die Colonie Aeigersdorf, dieDörfer Winzer, Weichs, Hohenbraching und Kumpfmühl, der Dreifaltig-keitsberg mit der ansehnlichen Zieglerschen Maulbeer-Plantage, der Markt-flecken Donaustauf mit der Burgruine gl. N. und in der Nähe desselben aufeinem mäßig hohen, schmalen Bergrücken (etwa 2 Stunden von Regens-burg) das neue, den Heroen und großen Männern der deutschen Nation ge-widmete, kolossale Pantheon, --die Walhalla--.