merkwürdigsten Gebäude derselben möglichst zu folgen suchen. Wenden wir unsdemnach von dem sogenannten Bruckthor links nach der Domkirche zu, so erblickenwir zunächst dicht vor derselben die Thurmspitze der kleinen Galleziat-stifts-Kirche St. Johannes. Die schon im I. 1128 gestiftete Kirchegl. N. lag etwas weiter zurück dem jetzigen Dome zu und wurde 1380 zurErweiterung des letztern'abgebrochen; die in dem nämlichen Jahre weitervornen neu erbaute Kirche machte endlich 1786 der gegenwärtigen Platz; die-selbe enthält ein sehenswerthes Gemälde Johannes des Täufers von I. N.Schöpf. — Auf diese Kirche folgt in ihrer ganzen kolossalen Ausdehnung diehohe gothische Lomkirche, deren Beschreibung und Geschichte nebst Abbildungwir einem besonderen Hefte vorbehalten. — Dicht hinter der Domkirche zeigensich die Kirchthürme des Collegiatstifts U. F. Fr. zur alten Kapelle,gegenwärtig der Garnisonskirche. Ursprünglich von Herzog Theodo Süll fürden heidnischen Götzendienst erbaut, wurde dieselbe 816 durch den heil. Rupertin eine christliche Kirche umgewandelt und von K. Heinrich II. und seinerGemahlin Kunigunde 1018 durch neue Anbaue ansehnlich erweitert. Nochbefindet sich in der alten kleinen, in runden Bögen gebauten ehemaligen,Heiden-Kapelle ein nunmehr zum Taufstein umgewandelter Götzenaltar. Auchbesitzt diese Kirche zwei alte merkwürdige Marienbilder, welche der EvangelistLukas gemalt haben soll. — Das zunächst stehende massive Gebäude ist dersogenannte viereckige Heiden- oder Römcrthurm, welcher durch einenSchwibbogen mit der jetzigen Mauth, dem vormaligen Herzogspalast, zu-sammenhängt und daher auch ursprünglich bis zur Einweihung der alten Kapelleeine Zeit lang die Hofkirche vertrat, wie denn der Herzog Theodo in dessenunterirdischem Gemach vom heil. Rupert getauft worden sein soll. — Gleichdaneben befindet sich die ehemalige Pfarr- nun (geschloßene) St. Ulrichs-kirche von hohem Alter und besonderer Bauart, die schon 127Z einen Chro-nisten fand; sie wurde li>88 renovirt, so wie auch das Portal aus neuererZeit ist. — Weiterhin erheben sich die beiden Kirchthürme des ehemaligenkaiserlichen gefürsteten Reichs stifts, nunmehr der Pfarrkirche Nieder-Münster. Das Kloster Niedermünster, auf dessen Platze schon 742 eineIelleandächtiger Jungfrauen und frommer Wittwen bei einem Kirchlein und Grabedes wunderthätigen heil. Erhard stand, wurde im I. 900 von der HerzoginJudith Gisila für adeliche Benedictiner-Nonnen errichtet und 1002 vom K.Heinrich zum Reichsstiste erhoben; seine jetzige Gestalt erhielt indeß das Stifts-gebäude, gegenwärtig die Wohnung des Regensburgischen Bischofs, sowie dervordere Theil der Kirche im I. 1720. — Fast am Rande unseres Bildeserblicken wir noch die ehemalige Minoriten- oder St. Salratorskirchcnebst Kloster, wovon die erstere (erb. 1089) in eine Mauthhalle, die letztereaber (erb. 1220) in eine Caserne umgewandelt wurde.
Wenden wir uns nun zu den Gebäuden rechts von der Donaubrücke, so er-kennen wir in den nächsten Thurmspitzen die zwei ungleichen Thürme der imInnern wie im Aeußern gleich unansehnlichen Reuen Pfarrkirche, der erstenlutherischen Pfarrkirche in Regensburg, die schon 1542 dem neuen Gottes-dienst gewidmet, jedoch erst 1586 in den gehörigen Stand gesetzt wurde. —Das darauf folgende massive Gebäude stellt das sogenannte Goliath Hausdar, eins der merkwürdigsten unter jenen großen burgähnlichen Häusern odersogenannten Ritterthürmen, dergleichen sich in Regensburg aus den fehdereichenZeiten des Mittelalters noch mehrere erhalten haben. Xr. 3 giebt uns einebesondere Abbildung davon, in der sich der Zeichner die Freiheit nahm, dieauf dem genannten Gebäude abgemalten Figuren des Riesen Goliath unddes kleinen David im Geiste des Mittelalters in ritterlichem Costüms erscheinenzu lassen. Die Annahme, daß dieses Haus, gewöhnlich der Goliath genannt,der gegen die Donau hinab gelegene Palast K. Heinrichs des Heiligen ge-wesen sei, ist falsch, indem aus den alten Hausbriefen dieses Gebäudes er-sichtlich ist, daß dasselbe aus drei Hofstätten erbaut wurde und im 14. Jahr-hundert den Auers von Stefling gehörte, nach diesen aber von einem Bürgerzum andern übergieng. — Die drei zunächst folgenden Thurmspitzen bezeichnenden tvadmarktthurm, den (1Z73) bis aus die höchste Spitze aus lauter
Quaderstücken aufgeführten Thurm der Auzustinerkirche (erb. 137z),und den lv allerthurm. — Neben letzterm erhebt sich sodann der (1575—79)ganz aus Quadern erbaute Thurm des ehemaligen Reichs stifts St. Gm-meran. Die jetzige St. Emmeranskirche, welche erst 1642 erbaut wurde,ist sehr helle, hoch, geräumig und mit vielen Freskomalereien und sonstigenGemälden verziert. Auch befinden sich darin eine Menge der merkwürdigstenGrabmäler. In unmittelbarer Verbindung mit derselben steht die ehemaligePfarrkirche zum heil. Rupert. In beide Kirchen führt eine ehrwürdige Halle,in welcher sich ein steinerner Sessel befindet, in dem K. Heinrich, wenn ervon dem benachbarten Abbach zur Mette der Mönche kam und die Thürenoch verschlossen fand, auszuruhen pflegte; ferner sieht man daselbst das Epi-taphium des Baierischen Geschichtschreibers Aventin mit seinem in Stein ge-hauenen Bildniße. — In weitcrm Zwischenraum folgt nun der Rath Haus-thurm, welcher im I. 1721 an der Stelle des 1700 abgebrannten schönenMarktthurmes aufgeführt wurde. Das Rathhaus selbst, von welchem Xr. 2eine größere Abbildung giebt, theilt sich in das alte und das neue. Das ältere(aus dem 16. Jahrhundert), welches, außer dem mit den Sinnbildern desSchutzes und Trutzes geschmückten gothischen Portale, einem zierlichen Erkerin gleichem Style und einem in der Höhe des zweiten Stockwerks an-gebrachten Engel mit dem Regensburgischen Stadtwappen, im Aeußernnichts bemerkenswerthes darbietet, enthält noch die ehemaligen Sitzungs-säle des deutschen Reichstages. Gleich beim Eingang befindet sich gegenden Platz hin der große Re- und Correlationssaal, in welchem sich dieKaiser mit den Kurfürsten, Fürsten und übrigen Ständen des Reichsoder deren bevollmächtigten Gesandten zu versammeln pflegten, --da die Wände,heißt es in Merians baierischen Topographie S. 81, vmb vnnd vmb mitherrlichen Tapezereyen vnnd gestickter Arbeit vmbhänget, die Stül vnnd Bänckmit gülden, silbern, sammeten vnd seidenen Stücken vberlcgt, vnnd allesauffs herrlichst vnnd prächtigst pflegt gezieret zu seyn.-- Weiter oben befindensich die kurfürstlichen, fürstlichen und reichsstädtischen Collegialzimmer sammtden Rebenzimmern zu den beiden ersteren. Zu den Merkwürdigkeiten desältern Rathhauses gehören auch die unterirdischen Marter- und FolterkammernGrausen erregenden Andenkens. Das neuere Rathhaus, zu welchem der Thurmgehört, wurde 1660 neu angelegt und enthält die Rathsstube nebst sämmt-lichen Amtsstuben. Sehenswerth sind hier einige größere Gemälde und eineSammlung kleinerer Portraits reichsstädtischer Beamten in ihren wechselndenCostümen. Das in Xr. 2 linker Hand hervortretende Haus am Rathhausplatzegehörte ehedem dem altadelichen Geschlecht der Dollinger, aus deren Mittesich Hanns Dollinger im Kampfe mit dem riesenmäßigen Hunnenoberst Cracoin Gegenwart K» Heinrich I. auf dem sogenannten Haidplatz in Regensburgeinen solchen Ruhm erwarb, daß das Andenken seiner Heldenthat sich nochbis auf unsere Tage in einer Menge von Gemälden, Medaillen, Basreliefs,Gedichten, Schauspielen und Geschichten erhalten hat. Bereits Hanns Dol-linger ließ seinen siegreichen Kampf künstlich in Stein hauen und an seinemHause aufstellen, wovon aber nichts mehr zusehen ist; wahrscheinlich aber sindan die Stelle der steinernen Denkmale später die zwei Gemälde getreten,welche noch jetzt an dem Hause angebracht sind, und im I. 1813 wieder inOel neu hergestellt wurden. Das Haus, welches seitdem seine Besitzer öftersgewechselt, gehört nun einem Maurermeister. In einem großen Saale, eineTreppe hoch, befinden sich aus älterer Zeit die mit lateinischen Unterschriftenversehenen, kolossalen Figuren der beiden Kämpfer zu Pferde; daselbst werdenauch noch heut zu Tage Cracos und Dollingers Lanzen gezeigt; auch gehtan den jedesmaligen Besitzer ein hölzernes Kästchen über, welches zwei, miteinem Namenszug und der Jahreszahl 1552 versehene Pergamentblätter be-wahrt, wovon das eine eine kurze Angabe von Heinrichs I. Regententhaten,das andere aber ein Lied über den ritterlichen Kampf unsers Dollingersenthält. — Weiterhin erblicken wir noch die Spitzen des Deutsch-rdens-Hauses (theilweise 1683 und 1720 — 26 erbaut), der Reuen Kirche, derSt. LIasii-, ehemaligen La mini kau er- jetzt Studien-Kirche (erb. 1277;