Karrn einen schwarzen Pfennig zusammt dem alten Zoll zu erheben. Wasdie gegen K. Friedrichs Willen geschehenen Anbauten betrifft, so ist es derjetzigen k. Regierung endlich gelungen, durch Aufhebung des Brückenzolls undAnlegung einer heitern mit zierlichen Gewerbslade» besetzten Terrasse auf dernördlichen Seite den Geist Friedrichs wenigstens zur Hälfte zu versöhnen,wogegen freilich der südliche Fuß der Brücke noch den alten Höhlen-Aus-gang bewahrt und sich nach gleicher Freiheit sehnt. — (Beschreibung).Diese Brücke hat 16 zirkelrunde Bögen, wovon aber nur 15 sichtbar sind,und der I6te erst im I. 1829 beim Graben eines Brunnens hart an derBrücke auf der Stadtseite entdeckt wurde. Der von denselben getragene undmit großen Quadersteinen gepflasterte Steindamm oder die eigentliche Brückehat 1000 Schuh Länge und 24 Schuh Breite. Bon den Bögen bestehen nur- die Kopfbögen und das Aeußere aus Werkstücken, der übrige Theil der Ge-wölbe aber aus roh gehauenen Bruchsteinen. Die Weite derselben beträgtbei den engsten Z5 Schuh 6 Zoll, bei den weitesten 57 Schuh. Die nichtganz vollendeten Pfeiler, welche der Brücke zur unentbehrlichen Stützedienen, sind spitzig zugerundet, und mit ungeheueren Vorbauen versehen,wovon einige die Länge von 192 Schuh und eine Breite von 64 Schuhhaben. Die Umgebungen der Pfeiler liegen 5 Schuh höher als der nie-drigste Wasserstand, und eine ihrer Oessnungen zwischen je zwei Umgebun-gen der Pfeiler mißt nur 13 —18 Schuh, so daß eine Schifffahrt strom-aufwärts wegen dieser Enge und der fürchterlichen Wirbel, die am unternEnde derselben statt haben, kaum möglich ist. Wenn aber auch dieses be-wundernswürdige Riesenwerk sowol - in dieser Hinsicht, als auch hinsichtlichder Passage auf der Brücke durch ein gähcs Aufsteigen auf der einen undden oben so gähen Abhang auf der andern Seite noch Manches zu wünschenübrig läßt; so ist doch unsere Brücke allgemein als das vorzüglichste Meister-werk der Art, besonders hinsichtlich der Solidität, anerkannt, indem sie letzterenun beinahe volle 796 Jahre bewährt hat. Gewöhnlich heißt es: von deutschenBrücken ist die Regensburger die stärkste, die Dresdner die schönste, und diePrager die längste. In neuerer Zeit (1732) wurde unsere Brücke mit neuenQuadersteinen belegt, und mit Geländern von viereckigen Sandsteinplatteneingefaßt, an denen zu beiden Seiten eine kleine schmale Erhöhung für Fuß-gänger zum Ausweichen und zur bequemern Ansicht des Stromes angebrachtist; gewiß würde sie aber noch weit mehr gewinnen, wenn nach v. Wiebe-kings Plan, durch Erhöhung der Pfeiler Ruheplätze angebracht und die Brücken-bahn durch an den Seiten anzubringende Kragsteine und durch eine Schrän-kung erweitert würde. Diese Bequemlichkeit und Eleganz würde gegenwärtigum so statthafter sein, da die Brücke von den drei Thürmen, welche sie früheran beiden Enden und in der Mitte zierten, nur noch den am nördlichen Endeerhalten hat, indem die beiden andern, der mittlere im I. 1785, der nörd-liche im I. 1809, abgebrochen worden sind. An dem noch stehenden Thor-thurm, durch welchen man von der Stadt aus die offne Brücke betritt,befand sich früher das Reichswappen nebst einer Inschrift, welche derRegensburger Magistrat K. Rudolf II. hatte setzen lassen, als er 1595auf seinem ersten Reichstag hier einzog; beides aber verschwand, als 1648dieser Thurm überweißt wurde; seitdem erhielt er auch die noch daselbstvorhandene Schlaguhr. Dieser Thurm hieß früher auch der Schuldthurm,weil sich darin ein Gefängniß für böse Schuldner befand, welche so langedarin sitzen mußten, bis sie die Summe ihrer Schuld von den Vorüber-gehenden zusammengebettelt hatten. Ueber der Thüre der Schleifmühlebeim Austritt von der Stadt auf die Brücke hieng eine Tafel, worauf eineHand und ein Beil abgebildet war, um anzuzeigen, daß jeder Angriff oderRaufhandel auf der Brücke mit dem Verlust dex Hand bestraft werden sollte.Auch war in älteren Zeiten, in der Mitte der Brücke eine Vorrichtung, wo-durch diejenigen, die zum Wassertod verurtheilt oder als Wucherer blos zumUntertauchen bestimmt waren, ins Wasser geschnellt werden konnten. DieseBrücke hatte auch nach dem Herkommen jenkb Zeit ihre zum Theil noch jetzterhaltenen Wahrzeichen, als welche hauptsächlich folgende angegeben werden:I) Eine Eidechse, an einem Pfeiler auf der östlichen Seite heraufkriechend,
wahrscheinlich ein bloßer Scherz des Steinhauers. 2) Ein Hund ohne Kopf,oder wie einige glauben, ein verstümmelter Löwe. 3) Ein nacktes Männchen,welches früher auf einer Mühlthüre stand und nach dem Dome hinsah, indemes die eine Hand vor die Augen hielt, wie wenn es die Sonne blendete, undin der andern einen Zettel zeigte, worauf die Worte standen: „Schuck wiehaiß." Offenbar sollte diese Figur nichts anders, als die Hitze andeuten,welche zur Zeit des Brückenbaues herrschte. Gleichwol knüpfte die mährchen-liebende Vorzeit die schon chronologisch ganz unrichtige Sage daran, es wäredie Brücke mit dem Dom zu gleicher Zeit erbaut worden (während doch derDom erst 100 Jahre später angefangen ward), und beide Baumeister hätteneine Wette eingegangen, wer mit seinem Werke früher fertig würde; alsdaher der Brückenbaumeister lange vor dem Dombaumeister vollendet, hätte ernach dem Dom gesehen, von dem sich nun der letztere aus Verzweiflung herab-gestürzt, wie denn noch die Figur eines Männchens an einem Thurm desDomes vorhanden, welches einen Hafen über den Kopf haltend sich herabstürze(es ist dies aber ein in Gestalt einer hohlen Figur angemachter Rinnenkopf,der das Regenwasser ausgießt). 4) Der größte und kleinste Stein auf derBrücke d. i. ein langer und breiter Stein, in dessen Mitte ein kleines vier-eckiges eine Hand breites Steinchen eingelegt und mit Blei festgeschränkt war.Als man bei Abbrechung des mittlern Thurms (1785) auch diesen im daran-stoßenden Steingeländer angebrachten Stein erheben mußte, fand sich unterdem kleinen Stein eine blecherne Kapsel mit einer leider verwitterten Schrift,worin höchst wahrscheinlich eine genaue Nachricht über den Baumeister undden Bau der Brücke enthalten war. Dieser kleine Stein, welcher demnachkein Wahr- sondern ein bloßes Merkzeiche» sein sollte, daß darunter etwasverborgen sei, ist nun noch am Geländer zu sehen. 5) Die Brücke auf einemeinzigen Steine stehend, d. i. ein Stein, auf welchem die mit 3 Thürmengezierte Brücke abgebildet ist. 6) Ein Geländerstein, worauf ein Hahnen-kampf abgebildet ist, mit der Jahrzahl 1582, welcher, wenn er nicht einenwirklichen auf der Brücke statt gehabten merkwürdigen Hahnenkampf darstellensoll, die Streitlust beider Nachbarn und ihre Wachsamkeit auf ihre Gränzenin den beiden stets zum Sprung bereiten Hahnen darstellen könnte. DieSage aber, welche diese beiden Figuren mit dem oben genannten Hundein Verbindung setzte, wußte davon folgendes Mährchen zu erzählen. DerBrückenbaumeister hatte die Wette nur mit Hilfe des Teufels gewonnen,welchem er dafür zum Lohne die Seelen der drei ersten Geschöpfe versprach,die über die Brücke gehen würden. Wie es nun an ihm war, sein Wortzu halten, so ließ er zllerst über die neugefertigte Brücke einen Hund, einenHahn und eine Henne laufen, welche drei Geschöpfe alsbald von dem überdiese Täuschung ergrimmten Teufel zerrissen wurden. 7) Ein nichtssagenderKopf eines Jünglings mit einem Knebelbart und herabhängenden Haaren,am siebenten Pfeiler tief unter der Geiändcrlinie. 8) Drei Köpfe ver-schiedenen Alters, welche man für Meister, Gesellen und Lehrling ausgebenwill, und wovon der erste nach Abend, die beiden andern nach Morgen zusehen. 9) Ein unbekanntes vierfüßiges Thier mit einem Vogelkopf, krummemSchnabel und einem Schwanenhalse, am äußern östlichen Geländer des 6.Bogens von Stadtamhof her.
Dieß- und jenseits der Brücke ziehe» sich mitten im Donaustrom zweikleine Inseln hin, der obere und untere ivorth, welche beide, zum Weich-bilde Regensburgs gehörig, durch einen unter dem fünften Brückenbogen durch-laufenden Steindamm zusammenhängen. Der untere Wörth ist außerdemdurch eine hölzerne Brücke mit der Stadt verbunden; der obere Wörth aber,von welchem ehedem bis 1500 eine hölzerne Brücke nach Stadtainhof führte,ist gegenwärtig durch eine auf hölzernen Pfählen ruhende Seitenbrücke mit dergroßen steinernen verbunden. Beide Inseln, besonders aber die obere, sindmit Gärten, Mühlen, Waffen- und Kupferhämmern, Schiffer-, Fischer-Bade- und Gartenhäusern besetzt, und werden wegen ihrer schattigen Baum-gänge und reizenden Aussichten viel von Spaziergängern besucht.
Wir beginnen nun unsere Wanderung durch die vielbethürmte Stadt,indem wir nach Anleitung des Totalbildes i>r. I der örtlichen Lage der einzelen