ZT e a e n s b u r g.
A-ztnsburg, — die Oastr» reg!»» der Römer, nachher die Haupt-stadt der Bojer und erste Residenz ihrer Beherrscher, der Agilolfinger, spätereine freie deutsche Reichsstadt (eigentlich: Freistadt), und seit 1003 bis zurAuflösung des deutschen Reichsverbands (1800) der immerwährende Sitz desReichstags, seit 1803 zugleich auch Residenz des deutschen Kurfürst-Erz-kanzlers, nunmehr aber (seit 1800) Hauptstadt und Regierungssitz des k. b.Regenkreises, — liegt zwischen mäßig hohen Bergen in einer angenehmen undfruchtbaren Thalebene an der Südseite des großen schiffbaren Donaustroms,welcher es von der gegenüber liegenden Vorstadt Stadt -am-Haf, demStandpunkte unserer Totalansicht l>r. l, trennt. Dieser letztere Theil derStadt, — das Riparia der Römer, im zehnten Jahrhundert eine St. Em-meram'sche Besitzung, und später dem Burggrafen von Regensburg unterwürfig,— wurde im baierischen Fürsten- und Städte-Krieg von 1388 gänzlich zer-stört, 1704 von den Oestreichern und Engländern mit Sturm erobert, sowie1809 von den Oestreichern zur Deckung ihres Rückzuges nach Cham nieder-gebrannt, erhob sich aber jedesmal wieder verschönert und vergrößert aus demSchütte und bildet jetzo am Einflüsse des Regen in die Donau eine durchHandel, Schifffahrt und Gewerksamkeit ungemein belebte Stadt.
Beide Stadttheile verbindet eine große steinerne Lr ticke, welche alsein sehr merkwürdiges Bauwerk des Mittelalters hier eine nähere Betrach-tung verdient. — (Geschichte). So sehr wir auch bis jetzt der umständlichenNachrichten über diesen Brückenbau ermangeln, so ist doch so viel gewiß,daß man, als im I. II35, bei der damals herrschenden außerordentlichenDürre, Flüsse eintrockneten, Wälder sich entzündeten und die Donau bis indie Tiefe seicht wurde, an Statt der von Karl dem Gr. 792 hier angelegtenSchiffbrücke eine steinerne Brücke über den Donaustrom zu bauen anfing undim I. 1140 damit zu Stande kam. Höchst wahrscheinlich ist es auch, daßsich in Rücksicht auf die damit verbundenen gemeinsamen Vortheile die Re-gensburger Bürgerschaft und der damalige Herzog von Baiern, Heinrich derStolze (auch der Großmüthige genannt) zu diesem kostspieligen Unternehmenvereinigt hatten; was auch noch jetzo die schiefe Linie, welche die Brückebildet, anzudeuten scheint, indem man wahrscheinlich, von beiden Seiten an-fangend, mit der Linie aus der Richtung schritt und dadurch jene Beugungverursachte. Nach einer 1821 zu Stadtamhvf herausgekommenen Beschreibungdieser Brücke bildet sie einen stumpfen Winkel, dessen gegen einander neigendeFlächen sich von Regensburg gegen Stadtamhos hin, in der Mitte des 7.
Es prahlt in deutscher Städte ReiheDein Name, Regensburg, so hell und klar.
Dich schmückt des Alterthumes Weihe,
Du beutst dem Aug' und Geiste Manches dar.
Des Doms, der Brücke kühnen Bau,
Den stolzen Fluß, die üpp'gc Au —!
Sei uns gegrüßt, du alte bicd're Stadt,
Die einst das deutsche Reich gczicret hat!
Bogens, berühren und wovon der kürzere Schenkel von 18 Werkschuh Höhebis zu 38 hinauf steigt, der längere aber aus dieser Höhe sich in eine Tiefevon 19 Werkschuhen hinabsenket. Auch dürfte das in Stein gehauene Bildeines Löwen, welches beim Abbruch des Jollhäuschens auf der großen Brückeam Abgang in den obern Wörth 1827 auf der westlichen Seite entdeckt worden,wol andeuten können, wieweit der herzogliche Bau gegangen, während vermuthlichder ehemals an derselben Stelle befindliche mittlere Brückenthurm die Stadtgränzehinsichtlich des Stroms hat darthun sollen. Wenn man der zu damaliger Ieitbestandenen Gesellschaft der Brückenbrüder, welche Brücken, Fähren, Hospize undbeßere Wege anlegten und unterhielten, auch an dieser mit solcher Meister-schaft aufgeführten Brücke einen Antheil zuschreiben darf, so würden wirvielleicht in den Mönchen der auf der linken Donauseite gelegenen JohanniS-kapelle, woraus nachher das Katharinen-Spital entstand, die eigentlichenUrheber dieser Brücke, sowie die späteren Aufseher derselben erblicken können,welches um so wahrscheinlicher erscheint, da solche Vereine damals an denHeerstraßen zugleich zum Schutz der Reisenden und Kranken existirten, undman auch 1829 auf der Stadtseite gleichfalls noch die Ueberreste einer acht-eckigen Kapelle gefunden, in welcher noch gut erhaltene Freskogemälde vonHeiligen vorhanden waren; vermuthlich dienten auch diese auf beiden Ufer-seiten errichteten Kapellen, die Reisenden zum Dank für die glückliche Uebcr-fahrt über den gefahrvollen Strom aufzufordern. Schon gleich vom Anfangwar außerdem über, diese Brücke ein Brückenmeister gesetzt worden, welcherdie Aufsicht über die Brücke und über ihre Gefälle, Gilten und Zinsen, sowieüber die Zöllner hatte. Es war dies ein Ehrenamt, welches gewöhnlicheinem Raths-Mitglied übertragen ward. Die Brücke besaß übrigens nichtblos ihr eigenes Siegel mit der Umschrift! 8!-x. xloriosi pontis kstispa-neiisis, sondern auch ein ihr eigenes von K. Friedrich I. 1182 auf hiesigemReichstag ertheiltes Privilegium, wornach Niemanden erlaubt sein sollte, vonden darüber Gehenden etwas als Schuldigkeit zu verlangen und abzunehmen,was man nicht etwa aus freiem Willen zur Erhaltung und Unterhaltungder Brücke geben möchte; und wornach zweitens verboten war, in der Ent-fernung von 12 Schritten etwas an- oder aufzubauen. Dieser kaiserl. Frei-heitsbrief wurde aber hinsichtlich der Jollfreiheit und der Anbauten nur solange gehalten, als die Umstände es gestatteten. Ein zweiter kaiserl. Gnaden-brief, den die Brücke im I. IS 14 von K. Maximilian I. aus Jnspruckerhielt, gestattete bis auf Widerruf von einem Wagen zwei und von einem