Druckschrift 
1 (1837)
Entstehung
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a s s a «.

E» fireb» die Kunst da wahrlich nicht vergeben«,Wo die Natur in solcher Schöne prang»,Und Blüthen haucht sie auf den Pfad des Leben«,Voll Duft und Glanj, wie sie da« Herz verlangt.Wenn auch in keinem Bilde da« zu finden,Was Berg und Flur dem Irunkncn Auge beut.

Doch kann die Kunst mit Schönheit Kraft verbinden,Die das Gemüth gleich der Natur erfreut.

Ist dieses Ziel, nach dem wir kühn gerungen.Nun hier erreich», dann ist das Bild gelungen!

assau ehemals die Hauptstadt des Fürstbisthums gl. N., jetzt die Haupt-stadt des Unter'donaukreises, der Sitz der k. b. Kreisregierung, eines Bischofsund Domkapitels und vieler andern untergeordneten Behördenliegt in einemtiefen Thale, das, auf beiden Seiten von Gebirgen eingeschlossen, einen sehrmalerischen Anblick gewährt, und besonders durch die sich hier vereinigendenbedeutenden Ströme, die Donau und den Jnn, welche noch einen dritten klei-nern, die Jlz, brüderlich in sich aufnehmen, ungemcin belebt wird. Hier wares, wo die Römer bei ihrem Bordringen nach Deutschland im ersten Jahren. Ch. G., am rechten Ufer des Jnn bereits eine Wohnstätte der Bojer,voj<«Iii»iui>, (die heutige Jnnstadt) vorfanden. Alsbald die günstige Lagedieses Thals zu größeren Unternehmungen erkennend, erbauten sie auf demHügel der Landspitze, welche sich zwischen beiden Flüssen bis zu ihrer Vereini-gung hinzog, zur Station einer Kohorte batavischer Krieger, ein KastellLastr» butsv». Bald siedelten sich auch Kolonisten unter dem Schutze derMauern und Schanzen hier an, und die werdende Stadt führte fortwährendden Namen der Bataverstadt, v-»tavi», woraus nach und nach der deutscheName Paßau entstand.

Die Stadt Paßau besteht gegenwärtig aus der innern oder eigentlichenStadt, und den Vorstädten: Jnnstadt (am jenseitigen Ufer des Jnn), Anger(am jenseitigen Ufer der Donau) und 2I;stadt (am Flüßchen Jlz, gleichfallsjenseits der Donau). Alle diese einzelnen Theile der Stadt Paßau läßt uns,freilich sehr zusammengedrängt und gleichsam nur im Profile, die Totalansicht!>v, 2. (in einer Nachmittags-Beleuchtung) überschauen. Der Standpunkt derselbenbefindet sich am rechten Jnnufer etwa eine kleine halbe Stunde von der Jnn-stadt auf dem Wege nach der österreichischen Mauth, einer Lieblingspromenadeder Einwohner von Paßau. Besonders imposant ist von hier der Rückblickauf die innere Stadt, die mit ihren schönen Kirchen, hohen Thürmen und vielenansehnlichen Gebäuden auf der glänzenden Wasserfläche der sich hier vereinigen-den Flüsse, wie ein majestätisches Schiff daher zu schwimmen scheint. Siebildet in ihrer ganzen Ausdehnung von Westen nach Osten ein Dreieck, dessenSpitze, --Ort" genannt, den Punkt einnimmt, wo die nur langsam und schwachdaher fließende Donau sich mit dem weil stärkern Jnn vereinigt, der mitreißendem Laufe daherströmend, durch seine Vereinigung der Donau erst jenesAnsehen eines Hauptstromes von Deutschland verleiht, und daher auch woleher als die Donau verdient hätte, seinen Namen forthin zum gemeinsamenzu erheben. Die Basis jenes Dreiecks, die sich in gerader Linie von dem Jnnzur Donau an der Westseite hinzieht, und somit die größte Breite der Stadtdarbietet, beträgt Lic> Schritte, seine Höhe oder die Längen-Ausdehnung derStadt lyoo Schritte.

Fast in der Mitte der Stadt und in der erhabensten Gegend derselben,einem größtentheils auf Felsen angeschwemmten Hügel, der sich nach dem Jnnhin ziemlich steil herabsenkt, nach allen andern Seiten aber allmählig sich ver-liert, ragt die, dem Schutzheiligen des Bisthums, dem Erzmärtyrer Ste-phan geweihte, vomkirche empor, ein ansehnliches, von Quadersteinen sehrsolid aufgeführtes Gebäude, welches seine gegenwärtige Gestalt dem KardinalJoh. Phil. Graf von Lamberg verdankt, der sie während seiner Regierung alsBischof von Passau (tftLY-1712) aus der fast gänzlichen Zerstörung, inwelche sie die Einäscherung der Stadt im Jahre 1662 und der zweite fast gleichfurchtbare Brand im Jahre i6«o versetzt hatte, mit seltener Pracht, besondersim Innern, im italienischen Style wieder herstellen ließ. Der hohe Kuppel-thurm auf der Hinter- sowie die zwei massiven viereckigen Thürme nebst demHauptportale auf der Vorderseite geben dieser Kirche ein stattliches Ansehen.Nur der Chor, das untere Mauerwerk des Kuppelthurms und ein Kreuzgangsind noch Ueberreste des älteren Doms, welcher von dem Bischof Georg v. Ho-henlohe und seinem Nachfolger Leonh. v. Layming von lll07 bis l«5o mitgroßen Kosten im gothischen Styl erbaut wurde. Die Anlagen des In-nern, besonders die des Chors, sind eben so großartig als prachtvoll. DieLänge der Kirche beträgt 7o Klafter, die Breite ohne die Seitenaltäre ly;die Höhe mißt ZI Klafter. Die Decke im Innern ist mit einem Alfresco-Gemälde von einem italienischen Meister geziert, und nimmt sich bei deraußerordentlichen Höhe des Gewölbes, welches von zwei Reihen Pfeilerngetragen wird, sehr gut aus; dagegen sind die Altargemälde größtentheilssehr mittelmäßig. Alle Arten von Verzierungen sind übrigens fast bis zurUeberladung angebracht; selbst das Pflaster der Kirche besteht aus schönenMarmorplatten. Zunächst dem Dom in l>ro. 2, in !>>><,. «, so wie in derWirklichkeit, weiter zurück, liegt die stattliche Michaels-, jetzt Studien.Kirche, welche durch einen Gang mit dem weitläuftigen Jesuiten Kollegiumin Verbindung steht. Beide Gebäude wurden gleichfalls unter und durchBischof Lamberg aus ihrer Zerstörung wieder hergestellt. In letzterem befin-den sich gegenwärtig sowohl die deutschen Knaben- und männlichen Feiertags-schulen, als auch eine Zeichnungsanstalt und die lateinischen Gymnastalklassen.Auch versammelt sich hier der musikalische Verein, und endlich wurde seit OsterntSZll ein protestantischer Betsaal, der erste in Paßau, daselbst eingerichtet.Die in l>ro. 2. zwischen den beiden Thürmen der Michaelskirche hervorblickendeThurmspitze bezeichnet die seit 180z aufgehobene Franziskanerkirche, er-baut I5L7, welche in iVro. I sammt dem Kloster am rechten Rande des Bildesdeutlicher hervortritt.In lVro.2 in ziemlicher Entfernung rechts, in ysr«. lhingegen ganz nahe bei der Domkirche links, liegt die einfach erbaute Stadt-