Druckschrift 
1 (1837)
Entstehung
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beitsleute aus einer Schale bezahlt, wie ferner Kaiser Heinrich durch denheiligen Benedikt im Kloster auf Monte Cassino vom Stein geheilt wird,und wie derselbe endlich bei seinem Sterben (am 14. Juli 1024) zu Gronain Sachsen von seiner Umgebung beweint wird. Unter den übrigen Grabmä-lern verdienen noch folgende eine besondere Erwähnung: Der vorzüglich seineraltitalienischen Bildhauerarbeit wegen sehr merkwürdige marmorne Sarko-phag des zweiten Bischofs dieser Kirche, Suidger von Maiendorf, der alsnachheriger Papst Clemens II. 1047 zu Pesaro starb und seiner Anordnungnach in der Domkirche begraben wurde (das älteste Monument dieser Kirche,ohne Zweifel in Rom verfertigt), das in der linken Abseite an der Seiten-wand befindliche Monument des Fürstbischofs Valentin Voit v. Rineck (ch 1672),welcher in einer Nische stehend abgebildet ist (es ist von vortrefflichem Gusseund das ausgezeichnetste Kunstwerk dieser Art in dem Dom); das, neben demMarmoraltar an der Seite der kleinern hintern Thüre befindliche, vortreff-lich gegossene Grabmal des Fürstbischofs Franz Konrad v. Stadion v. I.1655 (er ist in ganzer Figur im Chorkleide knieend dargestellt, sein Kopfist vortrefflich behandelt, ebenso die technische Ausführung des Gusses?c.);ferner die Z von Peter Bischer sehr schön gearbeiteten Grabmäler des Fürstbi-schofs Heinrich III. v. Trockau von 1501, des Truchseßen Voit I. v. Pom-mersfelden von 1501 und des Fürstbischofs Georg Marschalks v. Ebnet von 1505. Auch an den äußern Seitenwänden des Georgenchors gegen die Abseiten derKirche hin sind in den Nischen und an den Pfeilern sehr ausgezeichnete Bild-hauerarbeiten aus Stein angebracht, welche ganz im byzantinischen Stylegedacht und herrlich ausgeführt sind. In den Nischen stehen immer zweiFiguren mit Spruchbändern. Die Reihe beginnt auf der linken Seite mitder Verkündigung der Maria mit den 12 Aposteln, und endigt mit den 12Propheten und dem Erzengel Michael mit dem Drachen. Der neue Altar,welcher nach vollendeter Restauration des Doms vor den Georgenchor zu ste-hen kommen wird, soll diesen christlichen Cyklus noch mehr vervollständigen.Ueber dem Altar an dem Pfeiler rechts erblickt man die schön gearbeitete, ju-gendlich ideale Reiterstatue Königs Konrad III. (s-1152 zu Bamberg); überseinem Haupte ist ein schöner Baldachin im byzantinischen Style angebracht.Auch die äußern Seitenwände des Peters chors sind mit herrlichen Säulenund Nischen geziert. Die Säulen der Seitenwand links waren vergoldet,die Nischen mit Figuren von Heiligen mit Wasserfarben gemalt, welche beimAbreiben der Kirche zum Vorschein kamen; an der Seitenwand rechts fandman keine Spur von Malereien. Unter den Gemälden dieser Kirche sindmehrere schöne Altarblätter von Sandrart, Schönfeld, Merian ?c., so wieeine Folge von 16 Gemälden aus dem Leben des heiligen Georg von JacobAiegleu 1575 zc. Besonders anziehend ist (unten am Eingang in den Pe-terschor) ein sehr fleißig gemaltes Altarblatt in Burgkmaiers Geschmack,welches den Rosenkranz mit allen Heiligen vorstellt. An der Kirche sindauch zwei Kapellen angebaut: die (nicht weiter bemerkenswerthe) St. Ger-truden-, jetzige Antons-Kapelle, in welche man am Ende der linken Abseitegelangt, und die dem heiligen Andreas gewidmete Kapelle zum heiligen Na-gel, welche ihren Eingang von dem linken Querschiff her hat, und früherzum Begräbnißplatz der Domherrn diente. Sie ist daher auch noch jetzodurch die vielen meistens aus Metall gegossenen Monumente der Domherren,weiche, mitunter in bloßen Umrissen, im geistlichen Ornat in Lebensgrößedargestellt sind, merkwürdig. Sie belaufen sich auf 64 und sind sämmtlichnebst 20 Wappen mit Grabinschriften in Metall und 12 aus Stein, an denSeitenwänden und Pfeilern eingemauert. Der Erbauer dieser Kapelle istder Fürstbischof Anton v. Rotenhan. Von dem ehemaligen bedeutendenDomschatz und den kostbaren Reliquien ist nur Weniges noch übrig. Beson-ders merkwürdig ist darunter ein aus Elfenbein, 19'X Pfund schweres, voneinem griechischen Künstler gefertigtes Crucifix, welches gegenwärtig den im

linken Querschiff befindlichen Mariä-Himmelfahrts-Altar ziert. Es ist ganznach dem griechischen Typus geformt. Der Heiland trägt ein kleines Gewand,und seine beiden Füße sind nicht über, sondern neben einander angenagelt. DerKönig Heinrich II. soll 1008 dieses Kunstwerk der Domkirche geschenkt haben.Es hing sonst frei an einer Säule im Peterschor, und wurde 1507 und 1640durch den Blitz sehr beschädigt; 1517 stellte es der Bildhauer Hans Nußbaumwieder her, und 1825 reparirte es Beyl, ein hiesiger Arbeiter in Bein.

(Geschichte.) Es war im 1.1004, als Kaiser Heinrich II., derGrün»der des Bisthums Bamberg, den Grundstein zu diesem Dom legte. 1007war er schon größtentheils vollendet, wurde aber erst im Mai 1012, beieiner sehr ansehnlichen Versammlung von geistlichen und weltlichen RegentenDeutschlands, von dem Patriarchen Johann von Aquileja zu Ehren der hei-ligen Maria, des heiligen Peter und Georg feierlich eingeweiht. Am Oster-samstage 1081 gerieth dieses Gebäude in Brand, doch der Wuth der Flam-men trotzten die massiven Mauern und ihre zweckmäßige Verbindung miteinander, und nur der Hintere Theil mit dem Peterschor scheint nach demjüngeren Baustyl, .den er verräth, sehr gelitten zu haben, und daher neuaufgeführt worden zu sein. Auch wurde der Gottesdienst in der wiederher-gestellten Kirche .bald wieder von neuem fortgesetzt, wie darin gehalteneKirchenfeste dies bezeugen. Es war Bischof Otto der Heilige, welcher 1110die Kirche in ihrer ursprünglichen Pracht völlig wieder herstellen ließ, undes scheint, nach der Bauart zu urtheilen, daß die Hinteren Thürme mit demChor aus diesem Zeitalter herrühren, im stand sie wieder ganz vollendetda, und wurde von Bischof Otto noch einmal eingeweiht. Mehrere Jahr-hunderte giengen nun vorüber, bis an ihr wieder bedeutende Veränderungenvorgenommen wurden. Größere Arbeiten an derselben mögen wohl 1274 stattge-funden haben, weil der Bischof Konrad v. Freisingen denjenigen, welche dazu bei-trugen, einen Ablaß ertheilte. Unter der Regierung des Bischofs Georg v.Limburg fügte man 1507 außenher an dem Georgenchor den oben erwähntenVorbau an, welcher, wie das daran befindliche Familienwappen zeigt, voneinem Freiherrn von Redwitz herrührt. Auch wurde zu derselben Zeit diekleine Nische angebaut, unter welcher sonst die Reiterstatuen der 3 fränkischenFürsten standen. Von 1543 bis zu Ende des 16. Jahrhunderts fanden nochmanche Ausbesserungen und Veränderungen, besonders an den Thürmen, statt.Die Hauptveränderung aber erlitt die Kirche nach dem dreißigjährigen Kriegeunter dem Fürstbischof Melchior Otto, der sie aus seinem Privatvcrmögen,wahrscheinlich unter der Leitung des Malers Joachim v. Sandrart, herstellenließ. Wiewohl bereits 1630 die ganze Kirche etwas bunt mit Farbe» über-strichen worden war, so wurde sie jetzt nochmals übertüncht, und bekam zu-gleich mehrere Altäre, besonders jenen aus Erz gegossenen im Chor, welcherzu Forchheim gefertigt wurde. Nach dieser Hauptveränderung unterlag dieKirche erst i. 1. 1766 einer weiteren von Bedeutung im Innern und Aeußern.Nunmehr wurden nämlich die 4 großen Thürme ganz abgedeckt, und dasoberste Stockwerk "im altfränkischen Styl", wie es in den Rechnungen heißt,wieder ergänzt. Der kleine fünfte, schön durchbrochene, Thurm, welcher sichsonst in der Mitte über dem Hauptschiffe befand, ward ganz eingelegt. Auchsollte im Innern fast Alles, und zwar in einem sehr tadelnswerthen Plane,verändert werden; zum Glücke unterblieb aber dieses Vorhaben. Doch schienes, als sollte die Kirche ihrem Schicksal nicht entrinnen: denn noch i. I.1814 wurde sie im Innern angestrichen, und Manches darin errichtet, wasnicht zum Baustyl derselben paßte. Aber der jetzige kunstliebendc König vonBaiern, die wahre Bedeutung und Schönheit dieses Bauwerks vollkommenwürdigend, verordnete durch ein Rescript vom 7. August 1828, daß man esso viel wie möglich in seinem reinen ursprüngliche» Styl wieder herstellensollte, was denn auch unter der Leitung des Architecturmalers Rupprechtgrößtentheils schon geschehen ist.