Die Klosterkirche von Ebrach.
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Der Glaube truz zum Leben uns'rc Ahnen;
Ein sichtbarer Gebank' der Ewigkeit.
Will uns ihr Werk an ihre Größe mahnen;
Dem Höchsten ist der hohe Bau geweiht.
Sie schwangen im Triumph des Glaubens Fahnen
Und wirkten gläubig für Unsterblichkeit;
Die spätesten Geschlechter zu erheben.
Sollt' ihrer Kirchen Pracht zum Himmel streben.
^iner der interessantesten Puncte auf dem Wege zwischen Würzburgund Bamberg ist unstreitig die Klosterkirche von Gbrach, welche nebstder schönen romantischen Umgebung eines fruchtbaren Thales Xro. 1 darstellt.
Es war bereits im Jahr 1119, als 12 Cisterzienser-Mönche von demfranzösischen Kloster Morimonde im Steigerwalde, dem Gebiete der Dy-nasten von Ebrau, einwanderten. Diesen Ankömmlingen überließen baldnachher (1126) die Grundherren, Richwinus, Berno und ihre Schwester Ber-thrada, das Schloß Ebrach mit einem nicht unbedeutenden Grundbesitz zurErrichtung einer Abtei ihres Ordens, und legten auf diese Weise den erstenAnfang zu ihrer einstigen Größe. Zu gleicher Zeit gelangte sie durch dieVerbindung derer von Ebrau mit dem hohenstaufischen Hause in die beson-dere Gunst des letzteren; insbesondere aber hielten sich König Konrad III.,und seine Gemahlin Gertrudis oft und gern hier auf.
Das Andenken an diese verschiedenen Beschützer und Wohlthäter desKlosters erhält noch gegenwärtig ein gemeinsames Monument, welches, nachden Zügen der Buchstaben zu urtheilen, aus dem vierzehnten Jahrhundertherrührt. Die zwei ersten Stifter von Ebrau, so wie auch König Konrad III.halten mit ihren Händen die Figur einer kleinen Kirche vor sich. Umhersteht unter den einzelnen betreffenden Figuren: Hiell,v!nus. Iterno. !>!<Ioci-on». Nux. Suevorum. (Herzog Friedrich von Schwaben, auch einer der ho-henstausischen Begünstiger des Klosters), iloilIlegsina. Ilonrallus.
Ilex It»n>»»orum. Lertbi »lli». I Ilusuü. monasteri!. Ül>raccn5i5.
MOXXVI Uebrigens wurde, weil der erste Bau des Münsters zu Ebrachim I. I 152 noch nicht vollendet war, König Konrad III. nach seinem amis. Februar d. I. erfolgten Tode im Dome zu Bamberg vor dem heil.Kunigunden-Altar beigesetzt, wie folgendes Gedicht des Ebrachcr Abtes,Peter XXVIII., vom Jahr IS59 angibt.
Wer diese schrifft hört oder list,
Der wiß, daß hie (Kloster Ebrach) begraben ist,
Gertrud ein Römische Küngein,
Bon thugent als ein spiegel rein,
König Conrad vest recht als stael
Was ihr Herr vnd ihr gemahel.
Dieß Closter hat er erhaben,
Vnd leit zu Bamberg begraben.
Vor St Kunigund Altar leit er,
Des will ich dich sürwar wolgwer.
Dann es was dennoch nicht gemacht
Diß Münster hie, vnd gantz vollbracht.
Besondere Monumente sind außerdem dem Andenken der Königin Ger-trudis frucht weit vom Hochaltare, mit einer Inschrift von 1269) und demHerzoge Friedrich von Schwaben (mit einer Inschrift, welche wie die darge-stellte Figur die Züge des fünfzehnten Jahrhunderts an sich trägt,) geweiht.
Seitdem war diese Abtei in fortdauerndem Zunehmen begriffen, bis siebeim Ausbruche des hauptsächlich Franken heimsuchenden Bauernkrieges im
Jahr 152S von den Aufrührern belagert, eingenommen, geplündert undtheilweise verwüstet wurde. Kaum war hierauf der unter Abt Johann III.begonnene Neubau unter Hieronymus (st 1615) vollendet worden, so führteder dreißigjährige Krieg neue Unglücksfälle herbei; das Kloster verlor seinenSchatz, wurde verwüstet, mußte schwedische Besatzung einnehmen und außer-dem noch bedeutende Contribution zahlen. Gleichwol war es dem noch biszu seiner Aufhebung mit reichem Grundbesitz (8 Aemtern und 54 Ortschaften)ausgestatteten Kloster möglich, sich in den nächstfolgenden Zeiten wieder zuseinem früheren Wohlstande zu erheben, so daß sich der Abt Ludwig in denStand gesetzt sah, im I. 1683 den letzten Neubau zu beginnen, welchendarauf Candidus Pfister und Baumann vollendete».
Seitdem blieb das Gebäude im Wesentlichen unverändert; dagegenwurde das Innere der Kirche in der letzten Hälfte des vorige» Jahrhundertsmit neuer Stuccaturarbeit und starker Vergoldung auf eine verschwenderischeWeise verziert, welche, so prachtvoll sie an sich ist, doch den Eindruck desalterthümlichen Gebäudes vielfach stört.
Die sehr solid aus gelblichen Quadersteinen aufgeführte Kirche gehörtdem dreizehnten Jahrhundert an. Ihr Bau währte von 1290 bis 128S.Sie hat in der Breite des Kreuzes 261 und in der Länge 294 Fuß, undruht auf 39 starken Pfeilern. Noch hat sich aus der ältesten Zeit die ur-sprüngliche kleine Kirche unter dem Namen der Michaels-Kapelle erhalten;sie erscheint auf unserem Bilde als ein Seiten- oder Anbau der Hauptkirche.
Ueberdieß enthält diese Kirche noch viele Monumente von solchen Glie-dern gräflicher oder adlicher Familien, die sich während ihres Lebens alsWohlthäter gegen dieselbe bezeigt haben. Vroz>x!us hat sie zum Theil inKupfer stechen und erläutern lassen, in: Zlonument» ««^»lelirsli» eecle»i»erbi-scensis, Wirceburgi 175g. 6. Eins der merkwürdigsten ist das Se-pulchralmonument, worauf Konrad und Mathildis aus dem edlen Würzbur-gischen Geschlecht der --Zeuffel-- (Teufel) abgebildet sind, indem daher dasSprächwort entstanden ist: --Zu Kloster Ebrach liegt der Teufel und seineMutter begraben.--
Eine andere Kuriosität ist, daß seitdem Sigfrid, der achtundzwanzigsteBischof von Würzburg, der von ihm besonders geliebten Kirche zu Ebrachsein Herz, als ein ewiges Zeichen seiner Gewogenheit, vermacht hatte, auchdie Herzen aller folgenden Bischöfe (37 an der Zahl) von 1143 bis 1617,wo Bischof Julius Echter diesen Gebrauch abstellte, hier begraben wurden.Dabei fand folgende Anordnung Statt» Das Herz ward in einem Glaseverwahrt, auf einem mit schwarzem Tuche behangenen Leichenwagen untereiner Begleitung zu Pferde nach Ebrach geführt; demjenigen aber, der esüberbrachte, mußte das Kloster eine Laienpräbende geben, wogegen es Wa-gen und Pferde behielt.
Gegenwärtig wird diese prachtvolle Kirche als Pfarrkirche für das DorfBurgebrach verwandt, die klösterlichen Gebäue aber dienen theils zur Woh-nung des Pfarrherrn, theils zu ökonomischen Zwecken.