fer-, Frauen-, Spittler- und Neuen-Thore, befindlichen zirkelrunden hohenund stattlichen Thürme gleichen Namens, von welchen die beiden ersten ausunserm Bilde ziemlich deutlich zu sehen sind. Gleich den übrigen eigentlichviereckig gebaut, verdanken sie ihre sonderbare äußere Gestalt, in Form einesaufgerichteten Mörsers, den runden Umfassungsmauern, welche in den Jah-ren 1552 — 1557 durch Georg Unger um dieselben aufgeführt wurden. ImDurchmesser haben sie SV Schuh, in der Höhe 145 Schuh. Die übrigenThore der Stadt sind das Thiergärtncr-, Vestner-, Hallcr- und Wöhrder-thor. An dem ersteren, wo sonst der Burggrafen Park war, steht noch deralte viereckige Thurm, das Thor selbst hat einen langen, in die Krümmeherumgebeugten, hoch und breit gewölbten Thorweg. Enger und niedrigergewölbt ist der Thorweg am Vcstncrthor, das, in unmittelbarer Verbin-dung mit der Rcichsveste stehend , sonst nur dem Castcllan als geheime Pforteüberlassen war und übrigens blos für Fußgänger offen stand. Der Thurmbei diesem Thore gleicht den übrigen an Gestalt. Ausschließlich für Fußgän-ger bestimmt sind das Haller- und Wöhrderthor, welche ebenfalls gemauerteThorwege haben, und ehemals die einzigen waren, durch welche man desNachts in die Stadt kommen konnte. — Die (zweite) äussere Stadt-mauer, welche, parallel mit der innern laufend, in den Stadtgraben hin-abreicht, hat ebenfalls wieder ihre niedrigen festen Thürme, welche von jeherzu Kasematten und zur Aufbewahrung von Kriegsvorräthen dienten. We-gen der oftmaligen Ausbesserungen ist diese äußere Mauer von verschiedenerGüte und verschiedenem Alter, zum Theil wohlbesckiaffen, zum Theil vcr-'wittert. Hohe Brustwehren sind am Wöhrder-, Thicrgärtner- und Neuen-Thor, runde Basteien am Spittler - und Lauferthor, sowie auch beim Ein-und Ausfluß der Pegnitz. — Der Raum zwischen den beiden Mauern, dersogenannte Zwinger (an mehreren Plätzen führt er noch andere Benennun-gen) ist meist in Gartenland umgcschaffcn, und an Private vermiethet, vondenen er theils zu gesellschaftlichen Bcrgnügungsorten, theils zur Aufbe-wahrung von Holz zc. gebraucht wird. — Auf eine ähnliche Weise wirdjctzo auch der Stadtgraben benutzt, welcher fast durchaus 100 Fuß breit undim Durchschnitt 50 Fuß tief ist.
Kehren wir nun von der äußern Umfassung zur innern Stadt zurück,so erblicken wir nächst dem Schlosse eine Masse Häuser in amphithcatrali-scher Lage bis zur Seba ldus Kirche hin, deren beide Thürme mit ihrenschlanken Spitzen hoch emporragen, während das Schiff und Ehor dieserKirche, so wie das gegenüber liegende Rathhaus kaum sichtbar sind. —Etwas deutlicher erhebt sich dagegen nicht weit davon das zierlich schmaleThürmchen der /rauen Kirche. — Gleich daraus folgen die beiden, mitausgeschweiften Kuppeldächern versehenen, Thürme der Ggydienkirchc,welcher wir, da sie weiterhin nicht mehr vorkommt, hier einige Bemerkun-gen widmen wollen. Schon 1140 stiftete und erbaute K. Konrad III, aufdieser Stelle eine Kirche zu St. Egydien, nebst einem reich dotirten Kloster,in welchem schottische Benediclinermönche lebten, deren jedesmaliger Abtunmittelbarer Reichsfürst war und sich als solcher .Wir von Gottes Gnaden»schrieb. Im Jahr 1696 brannte diese Kirche nebst dem Kloster, welchesunterdessen schon seit 1526 ausgehoben und dem Gymnasium eingeräumt wor-den war, nieder, und beide Gebäude wurden nun unter der Leitung derArchitekten Trost, Vaters und Sohns, in den Jahren 1711 — 13 in demdamals herrschenden französischen Style, und zwar die Kirche außen nachdorischer, innen nach korinthischer Säulenordnung, wieder aufgeführt. Zu-gleich wurde die Kirche im Innern mit einer überaus großen Menge vonGewinden, Blättern und Zicrrathen, sowie mit verschiedenen Gemälden,besonders einem ausgezeichneten Altarblatt von van Dyk ausgestattet. Nurdie 3 tiefer liegenden, verschiedener alten Gemälde, Bildwerke und ande-rer Altcrthümlichkeiten wegen schenswerthen, Seitenkapellcn haben sich ausdem Brande in ihrer ursprünglichen byzantinischen Form erhalten. — Weiter-hin ragt auf unserm Bilde in ziemlich gleicher Höhe mit der Egydienkirchedie Neulsch Hauskirche mit ihrer majestätischen Kuppel, auf der einGoldkreuz prangt, über die Stadt empor. Sie wurde, an der Stelle der17S4 abgerissenen Elisabethcnkirche in den Jahren 1784 — 1802 unter derLeitung verschiedener Architekten mit großem Kostenaufwand in neurömischem
Style in kolossalen Verhältnissen aufgeführt, blieb aber seit der Aufhebungdes deutschen Ordens im Innern unvollendet und bis aus den heutigen Tagungenützt stehen, während das daran stoßende deutsche Haus gegenwärtigdem Militär zur Kaserne dient. — Der ganz nahe dabei sichtbare sogenannteweisse Thurm ist einer der noch erhaltenen alten Stadtthorthürme, wel-cher, an dem alten Graben stehend, die ehemaligen Gränzen der Stadt vorihrer zweiten Erweiterung im 14. Jahrhundert auf dieser Seiter bezeichnet.—Noch ragt auch in derselben Gegend die Spitze der alten, bereits 1283 er-bauten und von außen höchst unansehnlichen, Jakob-kirche hervor, welch«in den Jahren 1824 und 25 unter der Leitung des rühmlichst bekannten Ar-chitekten Hcidcloff, besonders im Innern, auf die würdigste Weise die längstschon gewünschte Umschaffung erhielt. — Nach einem zur Stadtmauer gehö-rigen Thurme erblicken wir den, unserm Standpunkte ziemlich nahe liegenden,Laukerschlagthurm, ehemals gleich dem weißen Thurme ein altes Stadt-thor, unter welchem die Straße nach Lauf, einem Landstädtchen, und vonda nach Böhmen führt. — Nun folgt, kaum aus der Tiefe hervorragend,die Kirche und das Spital gum heil. Geist, welche beiden Gebäudedem Reichsschultheiß Konrad Hainz, genannt Groß, im 14. Jahrhundertihre Entstehung verdanken. Die Kirche, wiewohl sie schon 1341 vollendetwar, entbehrt doch fast gänzlich der charakteristischen Iierralhcn der damalsherrschenden schönen alldeutschen Baukunst, der schlanken Pfeiler ?c.; 1481wurde sie erweitert, 1564 renovirt und endlich 1663 im Innern durch denItaliener Carl Brentano ganz zu einer modernen Kirche umgeschaffcn; nocherhielt sie 1827 im Innern einen frischen Anstrich und wurde dabei gänzlichwieder hergestellt. Das über einem Arm der Pegnitz auf zwei sehr solidmBögen ruhende Spitalgebäude, welches in seiner ersten Gestalt bereits 133gvollendet war, wurde in den Jahren 1487 bis 1521 in seine gegenwärtig«Gestalt umgcschaffen, trägt jedoch neben so manchen Erneuerungen den Cha-rakter alter Zeit noch immer unverkennbar an sich. Es besteht eigentlichaus 2 großen, an einander stoßenden Gebäuden, zwischen welchen sich einbreiler, mit Steinplatten belegter Platz befindet, wo die im Hospital Ver-pflegten (gegenwärtig etwa 225 an der Zahl) sich sonnen und lustwandelnkönnen. Kühl und gesund im Ganzen, ist es nur bei Uebe schwemmungeamancher Gefahr ausgesetzt; übrigens ist es mit einer Menge von Zimmernund allen Anstalten zur Bequemlichkeit versehen. — Gleich darauf folgt inunserm Bilde der hohe runde Laukerthorihurm, der als das am nächstenliegende Hauptgebäude der Stadt in seiner ganzen Eigenthümlichkeit am kräf-tigsten hervortritt. — Weiterhin erhebt sich die La reng Kirche mit ihremhohen Chöre und ihren beiden schlanken Thürmen, dem Hauptglanzstcrneder Stadt vergleichbar, hoch empor. — Daran schließt sich eine Reihe Häu-ser, unter welchen die beiden Hall- und Maulhgebäude durch ihre be-trächtliche Höhe, Breite und Länge vor allen übrigen hervorragen. Dr«vordere Halle, ursprünglich ein Salz- und Kornhaus, womit 1572 einWaagamt verbunden ward, steht in der Königs- oder Fraucnthorstraße aufdem alten Stadtgraben, wo einst der innere Frauenthorthurm war. Eswurde 149g von Hans Behaim dem ältern aus gehauenen Steinen mächtigund fest aufgeführt, und bietet im Innern auf seinen mehrere Stockwerkehohen Böden und in den darunter befindlichen Gewölben weile Räume zurAufbewahrung der Güter dar, welche auf dem Lager des Hallamts bleiben.Zwischen diesen führt durch zwei massive Pseilerrcihcn eine ziemlich breiteDurchfahrt, und gewährt überall hin einen bequemen Zugang. Das sehrhohe Dachwerk des Gebäudes ist an der Vorderseite mit einer netzförmigenverzierten Giebelwand versehen, und darunter befindet sich ein schönes, mitdem Stadtwappen verziertes Portal. In gleicher Richtung fortlausend, nurdurch eine Straße getrennt, zeigt sich die Hintere Halle, aus 3 Gebäudenund 2 Iwischenhösen von 324 Fuß Länge bestehend. Hier befand sich einstdas nicht unberühmte reichsstädtische Zeughaus , welches ehedem mit allenalten Waffengattungen reichlich versehen war, bis endlich die Reste von dem,was plündernde Feinde und Freunde übrig gelassen hatten, verkauft undeingeschmolzen wurden. Am Eingange stehen 2 feste, runde, 1588 erbauteThürme. Noch ist der unter dem vorderen Hallgebäudc befindliche großeRaths- oder Herrcnkellcr zu merken, welcher gegenwärtig zur Haupt-Wein-