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n b e r g.
ie Stadt Nürnberg — vordem durch Handel, Gewerb- undKunstfleiß «ine der mächtigsten und berühmtesten unter den freien Reichs-städten Deutschlands, nunmehr aber (seit 1806), durch jene, ihr, wennauch in minderem Grade noch immer eigenthümlichen Vorzüge, eine derangesehensten Städte des Königreichs Bayern, und zugleich Sitz verschie-dener Stellen und Behörden, sowie einer beträchtlichen Garnison — liegt,von dem Flusse Pegnitz in 2 fast gleiche, nach den 2 größten Kirchen derStadt, die Sebalder und Lorcnzo-Ieite genannte Hälften getheilt, in einerziemlich flachen Umgebung, in der sich blos nordöstlich einige Anhöhenerheben, auf deren äußerstem steil gegen den Fluß abfallenden End« dasehemalige Kaiserschloß von Nürnberg steht und mit seinen verschiedenen weitausgedehnten und stattlichen Gebäuden die tiefer liegende Stadt mit einereignen Würde und Bedeutung in die weite Ferne hin ankündigt. Zwar istdie Stadt selbst auf verschiedenen kleinere» Hügeln erbaut, was man, in dentheils hohen, theils niedrigen Straßen derselben umherwandelnd, bald wahr-nimmt z allein von außen ist, der Schloßberg ausgenommen, keine besondereErhöhung und Auszeichnung unter den einzelnen Theilen der Stadt sichtbar.
In einer ziemlich ausgedehnten, einförmig flachen Linie, über welche sichnur die Spitzen der äußeren Befcstigungs- und Maucrthürme, der Kirchenund übrigen Hauptgebäude der Stadt erheben, erscheint daher Nürnbergfast von allen Standpunkten, und bietet somit der künstlerischen Aufgabe,eine malerisch zusammengedrängte Ansicht der ganzen Stadt zu gewinnen,eigenthümliche Schwierigkeiten dar. Doch glückte es unserm Zeichner, eineungemein vortheilhafte Totalansicht l?i. 1.) zu gewinnen, in der sich dieHauptzüge der äußern Physiognomie der Stadt von ihrer schmälstcn Seitedarbieten und gleichsam wie im Profile bestimmt und scharf hervortreten.Dieser Standpunkt, der sich nordöstlich von der Stadt befindet, gewährtaußerdem den großen Vortheil, daß hier die auf den übrigen Ansichten vonNürnberg, die wir kennen, ziemlich einförmig flache nächste Umgebung derStadt eine leis aufsteigende Ebene bildet, welche auf eine für das Augehöchst angenehme Weise mit fruchtbarem Gartenland und Wicscngrund aus-gestattet und mit vielen Bäumen und Häusergruppen unterbrochen ist. Dersanfte Hügel, welcher zunächst dem Schlosse durch eine Reihe Bäume sichkenntlich macht, heißt der Juben-Dühl d. i. der Juden-Hügel, weileinstmit dem Bauschutt cingerissener Judenhäuser ein früher dort befindlicherSumpf ausgefüllt wurde. Die weiterhin daranstoßendcn Felder und Häuscr-gruppen gehören meist schon zu der großen Vorstadt Wöhrd, welche aufunserm Bilde links beginnt, und weit hinaus sich ausdehnt. Der Fahrweg,welcher, vom Lauferthor kommend, bis zum Vorgrunde sich hinzieht, führtnach Baireuth; nicht weit von demselben liegt, eine Viertelstunde von derder Stadt, auf dem, der v- Pellerifchcn Familie in Nürnberg gehörigen, Gute
Ein täuschoid Ir-U«s Bild aus längst intschwundnen Ztltoi,
Ergreifst Du uns mit eigenthümlicher Gewalt;
Das Auge ruht auf Deinen stattlichen Gebäuden,
Auf Deinen Kirchen, Deine« Brunnens Prachtgestalt,
Und möchte hochentjück-t nimmer van Dir scheiden —
So zauberhaft vermählt in Dir sich Neu und Alt!
Wir denken Deiner stets mit inn'gem Wohlgefallen,
Und grüßen freundlich Dich, Du deutsche Stadt vor allen.
Schoppcrshof, die alte ritterliche Gartenwvhnung derselben, aus deren ober-stem Stockwerke dieses Bild gezeichnet ist. Dieser Standpunkt liegt daherauch hoch genug, um jenseits der Stadt auf der westlichen Seite die zumTheil ziemlich hohen, mehrere Stunden weit entfernten Gebirgsreihcn, welchein blauer Ferne, über die Waldungen emporragend, den Horizont einschlie-ßen , erblicken zu lassen. Auf demselben befindet sich (in der Gegend derLorenzkirche) die berühmte Alten-Neste, wo 1S32 Wallenstein sich ver-schanzt hatte und Gustav Adolphs stürmische Angriffe zurückschlug Wir wol-len jetzo dieses Gcsammtbild der Stadt, soviel es möglich ist, dazu benutzen,um eine allgemeine topographische Schilderung derselben daran anzuschließen.
Auf dem höchsten Punkte zeigt sich das Schloss, dessen einzelne, hieretwas versteckte und verschränkte Theile am deutlichsten auf dem folgendenBilde f>r. 2.) zu ersehen sind; daher wir auch die Geschichte und Beschrei-bung desselben bei diesem erst geben wollen, — An die ehemaligen Befcsti-gungiwerkc des Schlosses, welche außen vor demselben mit Spitzen undWinkeln nach der Befestigungsweise, wie sie Albrecht Dürer gelehrt halte,im IS. Jahrhundert aufgeführt worden sind, schließen sich auf beiden Seitendie in doppelter Reihe rings um die ganze Stadt führenden Mauern an,welche mit zahlreichen Thürmen, einem Zwinger im innern Awischenraumeund einem Stadtgraben nach außen hin versehen und bereits in den Jah-ren 1350 — 1425 entstanden sind. Die innere Stadtmauer, welcheaus Quadersteinen mit Bogen und Strebepfeilern, 30 — 4t) Fuß hoch,aufgeführt ist, und theilweise mit Epheu und Gesträuch bewachsen, be-sonders nach der Außenseite der Stadt hin, manche malerische Partie dar-bietet, ist zwar noch immer fest und stark, jedoch zu ernstlicher Vertheidi-gung keineswegs mehr tauglich. Rings um dieselbe läuft ein Gang, ausdem in früheren Zeiten eigne Wächter die Runde machten, mit Hörnern ein-ander das Zeichen gaben, und die Stunden ausriefen. Das mit vielen Absätzenfortlaufende Dach derselben hat man seit den letztern Jahren mehrere Strei-ken weil weggenommen. Ueber den Ein - und Ausgang der Pegnitz sind zurMauerverbindung hohe Bögen gebaut, die sonst sorgfältig mit Ketten ver»wahrt und vergattert waren, jetzt aber frei und offen sind, und eine heitereDurchsicht gewähren. Zu großer Zierde gereichen dieser innern Stadtmauerdie vielen viereckigen Thürme, welche mit verschiedenartigen, höchst pittores-ken Dächern und mancherlei Anbauen versehen sind, und unwillkürlich anähnliche Darstellungen in den Bildern Albrecht Dürers und anderer altenMeister erinnern. Sie sind jetzo zu geringen Mielhswohnungen eingerich-tet, und lassen sich in unserm Bilde, rechts von dem runden dicken Thurmebis zum Schlosse hin, deutlich verfolgen; links find sie meist von niederer Ge-stalt, uni> verlieren sich so in die Gesammtmasse. Für den Fremden fastnoch auffallender sind die neben den 4 Hauptthorer. der Stadt, dem Lau-