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1 (1837)
Entstehung
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1923 und 1991, sowohl innen als aussen, und insbesondere sind der Chorund die 2 Seitenflügel neue Bauten. Die beiden Thürme sind bis zurhöchsten Spitze ganz von Steinen aufgeführt und ihre Dächer geplattet.Merkwürdig ist, daß der mit einem schönen Gemälde von O. Onghcrsgezierte Hochaltar im Chor auf einem Bogengewölbe steht, durch welchesdie Straße zum nahen Stadtthore führt, ein Umstand, welchem eins dersogenannten beiden Wahrzeichen Würzburgs, das nämlich: .daß man hiermit einer Fuhre Heu durch den Hochaltar fahren könne," seine Entstehungverdankt. Die 1288 erbaute Ocutsohhausliirche mit einer äußerstzierlichen Hauptthürc im schönen mittelalterlichen Style, sehr hohen Fenstern undStrebepfeilern, wird zum Gottesdienst nicht mehrverwendet, enthält viele, zumTheil aus der demolirten Johannitcrkirche dahin gebrachte, Epitaphien, undist sammt dem daran stoßenden Deutschhause dem königl. Militär zur Be-nützung überlassen. Ein unter dem Kirchthurme hinziehender Schwibbogenunterhält die Verbindung der Gassen und somit des Wegs zur Ächot-tcnklosterkirche. Wie Trithem, der berühmte Abt dieses Klosters,niederschrieb, wurde Kirche und Kloster vom Bischof Embrich 1134fürdie schottische Nation und geistliche Pilgrime" erbaut, offenbar aus Dank-barkeit für die Wohlthaten, welche die aus Schottland gekommenen erstenchristlichen Glaubenslehrer der Stadt und dem Lande Würzburg erwiesenhaben. Im I. 1594 war das Kloster gänzlich eingegangen, und erhieltsodann eine Restauration, 1994 ward das Langhaus erneuert, und nachweiteren Schicksalen ist nun das Kloster mit der Kirche zum Militärhospitaleverwendet. Einen der wichtigsten und sehenswcrthesten Punkte bildetunstreitig das feste Bergschloß Marienberg. Um diesen etwas mehrals 499 Fuß hohen, gleich einer Erdzunge sich erhebenden Berg und dessenvon den thüringsich-fränkischen Herzögen bewohntes Kastell war, wie dieGeschichte Würzburgs ausführlich melden wird, die ursprüngliche Anlage derStadt befindlich, an die sich später auf dem rechten Mainufer weitereAnpflanzungen anschlössen, besonders nachdem daselbst auf dem Platze desjetzigen Ncumünsters die.pben erwähnte erste Kathedralkirche errichtet war.Des letzten thüringisch-fränkischen Herzogs Hcttan II. Erbtochter Jrminaüberließ dieses ihr eigenthümliche Kastell 742 dem Bischöfe Burkard, undder h. Bonifaz verwandelte den dortigen heidnischen Tempel der Dianain eine zur Ehre der h. Mutter Maria geweihte christliche Kirche. Vomlg. bis ins 18. Jahrhundert war es die gewöhnliche Residenz der Fürst-bischöfe, und die Zeiten des Fausirechts verschafften ihm erweiterte Schutz-mauern. Unter Bischof Rudolph v. Scherenberg (1499 99) wurdendaran bedeutende Umbauungen vorgenommen, 1512 brannte es größtenteilsab, und wurde von B. Julius wiederhergestellt, der es nach einer aber-maligen Brandverheerung im I. 1999 auch abermals erbaute. GustavAdolph erstürmte diese Burg 1931, und 1935 kam sie wieder in Besitzdes Fürstbischofs. B. Joh. Philipp v. Schönborn ließ sie 1959 durchseinen Mainzer Oberst Choquet nach Vaubans Theorie von aussen befestigen,sein zweiter Nachfolger diese Werke fortsetzen, und spätere Fürsten vollen-deten sie. Seit 1988 ward die stark befestigte Citadelle Marienberg öftersbelagert und erobert» Auf dem nördlichen Bergabhange verblutete 1558,vom Mordgewehr eines Reisigen Wilh. v. Grumbachs getroffen, BischofMelchior v. Zobel sein Leben. Zu den vorzüglichsten Sehenswürdig-keiten gehören nebst den Bcfestigungswerken: das 1711 erbaute Zeughaus,ein unter demselben in Felsen gehauener Keller, die Roßmühle, der mittlerehohe Wartthurm, die Kirche (eine aus der heidnischen Zeit herstammendeRotunda mit einem erst von B. Julius angebauten Chor), die ehemaligeWohnung der Fürstbischöfe, der 388 Schuh tiefe Brunnen, die zwei Spring-brunnen mit dem 599 Schuh hoch durch Druckwerk aus dem Mainflusseheraufgeleiteten Springwasser, und der feste sogenannte Massiculithurm.Die Industrie hat endlich noch allen Raum außerhalb der Festungswerkeauf der Ost- und Südseite des Berges mit Weinreben bepflanzt, die denköstlichen und berühmten Leistenwein liefern.

Ueberblicken wir nun nochmals das ganze Bild und suchen die einzelnenPunkte aus, kaum möchte unsere Beschreibung irgend einen wichtigen über-

gangen haben : so vollständig ist die Aussicht auf unserem gewählten Stand-punkte, ja noch in die weite Ferne, auf das Städtchen Hcidingsfeld undandere Oerter, dehnt sich der Blick aus. Doch wir müssen hier abbrechen,da uns im Innern der Stadt noch Manches zu bemerken und zu bewundernübrig ist.

?Irc>. 2 stellt die ehemalige kürstbischöklichc Ilesidenz dar.Dieses schönste und vorzüglichste Gebäude Würzburgs, welches selbst mitden prächtigsten Königspalästen Europas um den Vorrang buhlt, sich imOsten der Stadt auf einem großen freien Platze majestälisch ausbreitet underhebt, und von allen seinen Seiten dem Auge großartige Züge darbietet,verdankt seine Entstehung dem Fürstbischöfe Joh. Phil. Franz v. Schön-born, der es 1729 zu bauen anfing, und dessen zweiter Nachfolger Friedr.Karl v. Schönborn es 1744 vollendete. Den Bauplan hierzu entwarf unddessen Ausführung leitete der damalige würzb. Artilleriehauptmann undgeschickte Architekt Joh. Balth. Neumann, nachdem er für diesen Zweck'die schönsten Paläste in Frankreich, Italien, Holland, Oestreich rc. besuchtund eingesehen hatte. Im neu italienisch-französischen Styl erbaut, bildetdieser Palast ein längliches Viereck, dessen vordere der Stadt zugekehrteFayade mit der dem Stadtwalle entgegengesetzten eine gleiche Länge von571 Fuß hat, während jede der 2 Ncbenseiten 319 Fuß mißt. Die vordereFa^ade ist durch Zurücksetzung ihres mittleren Theils unterbrochen. Diebeiden Flügel derselben, jeder 199 Fuß lang, stehen in gleicher Linie, undbetragen zusammen nicht ganz ^/z der ganzen Länge der Fayadc. In derMitte eines jeden Flügels führt unter einer auf 2 Säulen ruhenden Altaneeine Einfahrt in die Hofräume z das große Portal aber bildet inmitten deszurückgezogenen mittleren Theils 3 nebeneinander gestellte und mit Säulendorischer Ordnung verzierte Thore, welche in die Vorhalle und zur großenHaupttreppe führen. Durch einen geringen Vorsprung auf jeder Ecke derFlügel bilden sich Pavillons, die das Ansehen sehr verschönern. Die entgegen-gesetzte, dem vom Stadtwalle begrenzten Hofgarten zugekehrte Fayade istin ganz gleichem Style wie die vordere erbaut, unterscheidet sich aber vondieser wesentlich durch ihre ununterbrochen fortlaufende Linie, welche einesehr gute Wirkung machtz und in ihrer von einem Pavillon gebildetenMitte, so wie an ihren beiden Enden sind Altanen auf freistehenden Säulendorischer Ordnung angebracht. Die 2 Nebenseiten haben in der Mitte großerunde Pavillons. Das ganze Prachtgebäude besteht aus einem Erdgeschoßund 3 Stockwerken, welche im schönsten Verhältnisse zu einander stehen.Eine steinerne mit Trophäen, Urnen und Statuen besetzte Gallerie ziehtauf dem obersten Gesimse um den ganzen Palast herum, verdeckt einenTheil des Daches und erhöht, gleich einer Krone, das schöne Ansehen desGanzen, welches, ohne den mehrere Fuß hohen abgeschrägten Sockel, 78Fuß Höhe hat, und durchgängig aus grünlich-gelben Quadersandsteinenerbaut ist. An das königl. Schloß schließen sich, rechts und links inrechten Winkeln, 2 herrschaftliche ansehnliche Gebäude von gleicher Größeund Fayade an, welchen sich Bogenstellungen, deren Pfeiler mit 18 gekup-pelten Säulen dorischer Ordnung geziert sind, anreihen, und an deren Endesich 2 freistehende, innen mit einer Wendeltreppe und oben mit einer Gallerieversehenen Säulen von 193 Fuß Höhe erheben, und den schönen freien Platzvor der königl. Residenz, der eine Fläche von 299811 IHschuh hat, begren-zen. Treten wir nun durch das große Portal in die Vorhalle des Pala-stes, welche bei 79>/z Fuß Länge, 54 F. Breite und 31 F. Höhe durch einezweifache Säulenstellung und flache Wölbung den ästhetischen Forderungender Baukunst entspricht, so gelangen wir an die Hauptstiege, die, ein wahresMeisterstück, zwischen Säulen und Pfeilern, auf denen die Wölbungen derfreistehenden Stiege ruhen, und umgeben von einem mit vielen marmornenStatuen, Genien nnd Urnen gezierten Steingeländer, zum Hauptstockeführt, und in der Hälfte ihrer Höhe sich verdoppelt. Die große Decken-wölbung des Stiegcnhauses hat herrliche Frcskogemälde von I. B. Tie-polo, in deren Mitte der Olymp, auf den 4 Seilen aber die vier Wclt-theile dargestellt sind. In den großen Sälen und den langen Reihen vonPrachtgemächern des Hauptstockes findet die ohnehin schon von dem großartigen