Das Material, aus welchem angeblich diese mur-rhinischen Gefäfse angefertigt waren, ward sowohlbei den Archäologen, als auch bei den Mineralogen,die Veranlassung zu einer Menge von Untersuchun-gen, die wiederum zur Aufstellung mancher Hypothe-sen Stoff gaben, die uns aber bisher der Wahrheit— wie es scheint — nicht viel näher brachten. Essei mir daher vergönnt, zuförderst die charakteristi-schen Eigenschaften des Murrhins, nach der Angabeder alten Klassiker, im Allgemeinen aufzustellen, undalsdann die Meinung mehrerer neuen Schriftstellerüber den Stoff, aus welchem er bestand, hier anzu-führen. PLINIUS ') zum Beispiel hält den wirkli-chen Murrhin für ein Fossil, und zwar für ein sol-ches, das in Caramanien, als ein durch Hitze er-zeugter, verdickter Erdsaft, aufgefunden wurde. Zuden vorzüglichsten Eigenschaften desselben gehörte,nach demselben Schriftsteller 2 ), dafs er in sehrlebhaften, den Regenbogen ähnlichen Far-ben, besonders feuer- purpurroth spielte,und sich durch diefs schöne Farbenspiel auszeich-nete. Ferner: weich war, sich leicht schabenliefs, und keinen blendenden, sondern nur
1) H. N. Lib. XXXVII. c. 7. ,, Potavit ex eo ante hosannos consularis ob aniorcm abroso eius margine, ut tarneninjuria Uta pretiurn augeret."
2) II. N. Lib. XXXVII. c. 8. ,,Scd in pretio varietasColorurn, subinde circumagentibus se maculis in purpuram can-dorernque et tertium ex utroque ignescentem, veluti per tran-situni co/oris purpura, aut rubescente lacteo. "