Druckschrift 
Nachtr (1827) Nachträge zu meinem Werke
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

65

alle (?) Vorzüge und Schönheiten der Araber, sindaufserdem noch gröfser und haben stärkere Knochen.Bei allen denjenigen, die ich gesehen, waren dievier Beine bis an das Knie weifs, und man sagtemir, es gebe sehr wenige, die sich nicht durch die-ses unterscheidende Merkmahl auszeichnen. Vor-zügliche Hengste stehen in einem sehr hohen Preiseund gelten bei 10 Sklaven. Diese Pferde kommennicht im nördlichen Himmelsstriche fort, selbst nichteinmal zu Kairo, ohschon der Pascha MEHMETAli neuerlich eins an den Grofsherrn zum Ge-schenk geschickt hat, wofür er 750 spanische Dol-lors bezahlte *).

Der gröfste Theil derselben wird 10 Monatevom Jahr mit blofsem Stroh gefüttert; im Frühjahraber läfst man sie die grünen Gerstenspitzen abfres-sen. Die Mamelucken sind seit ihrem Einfall inDongola insgesammt mit solchen Pferden beritten.

Bei seiner zweiten Reise durch Nubien führtBURKHARDT Folgendes an:

Die Pferde sind zu Berber (in Nubien) zahl-reich. Jede Familie von einigem Ansehen hat we-nigstens ein, mehrere haben zwei und drei. Diearabischen Stämme in den westlichen Gegenden Nu-

I) A. d. V. Hierin irrt sich der gute burkhardt,denn die Aussagen sowohl A li O sman A ga's als auch An-derer beweisen, dafs die Dongola's schon längere Zeit in Aegyp-ten eingeführt und angewendet, jedoch in neueren Zeiten durchden, auf alle Industriezweige so aufmerksamen Pascha M ehmetA li noch mehr herbeigezogen worden sind, und auch in nörd-lichen Himmelsstrichen gar wohl fortkommen.

5