Druckschrift 
Nachtr (1827) Nachträge zu meinem Werke
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66

biens reiten blofs Hengste. Die Pferde sind vonder Dongolazucht, die, wie ich schon in meinerReise nach diesem Lande erwähnt habe, eine derschönsten Arten von der Welt ist. Man füttert siemit Durra, einer Art Mais, welche mehr hirsenartigist, und in Nubien allgemein gepflanzt wird. Diegetrockneten Durra-Blätter dienen statt Stroh oderHeu. Im Frühjahr weidet man sie mehrere Wo-chen lang in der grünen Gerste. Ein Pferd kostetzu Berber 15—40 Dollars l ).

Zu Shendy (auch einer nubischen Stadt) sinddie Pferde noch zahlreicher als in Berber. DesFürsten von Shendy Bruder, R ä S SAAD ED DYKhatte ein Pferd, für das er in den südlichen Bezir-ken 13 Sklaven gegeben hatte (ein Preis, welcherden Sklaven zu etwa 15 Dollars gerechnet, ungefähr70 Louisd'ors betragen mag). Es übertraf an Schön-heit alles, was ich noch von Pferden gesehen hatte.

Jede Karavane von Soccokin (dem StapelorteNubiens und Abyssiniens am rothen Meere, durchwelchen die Hauptverbindung mit den jenseitigenKüstenländern Arabiens gepflogen wird) kauft zuShendy eine Menge Pferde von der Dongolazucht,die sie wieder vortheilhaft in Yemen zu Loheya,

1) A. d. Y. Diefs wäre doch ein sehr geringer Preis inVergleichung mit den. obenangeführten von 5 — 10 Sklaven.Freilich werden unter den für 5 — 10 Sklaven erkauften Pfer-den vorzügliche Hengste verstanden, während unter denen fürla —40 Dollars wohl nur ganz gemeine, gewöhnliche Pferdeverstanden sind. Dergleichen Abstufungen im Preise giebt esin allen Ländern.