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Details für Stein- und Ziegel-Architectur im romanisch-gothischen Style : Sockelprofile, Gesimse, Bogenfriese, Fenster, Luken, Giebel, Erker, Balkons, Thürme, Schornsteine, Thüren, Thore, Treppen, Gewölbe und sonstige Einzelheiten in Stein und Ziegel ; ein Vorlagewerk für Architecten, Steinbildhauer und Schulen
Entstehung
Seite
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Tafel 45.

Verschiedene Thürme.

So wie nun die Anlage von Treppen, wie in dem vorigen Blatte ge-zeigt ist, oft zur Anordnung von Thürmen führt, welche dann dem Bauezur höchsten Zierde gereichen, so giebt es auch noch verschiedene andereZwecke, welche ihre Anlage motiviren, die sich jedoch unter den beidenHauptzwecken zusammenstellen lassen, dass man weit von dem Thurmesehen will, oder beabsichtigt, dass der weithin sichtbare Thurm das Haus,wozu er gehört, auch schon auf grössere Entfernung anzeige. In dieerste Kategorie gehören die Thorthürme, die sogenannten Belvederes etc.,in die andere die Uhrthürme, Schlossthürme etc. Es ist hier nicht gemeint,dass ein solcher Unterschied in der Bestimmung sich in der äusseren Ge-staltung scharf aussprechen müsse, da meistens beide Zwecke an einemThurm vereinigt werden, sondern es soll nur die Anlage von Thürmen,welche man in neueren Zeiten wieder öfters an Landhäusern und Gebäudenähnlichen Zweckes versucht hat, gegen den häufig gemachten Vorwurf, dasses eine blosse Decoration sei, vertheidigt werden. Dass dabei die Anbringungvon Thürmen zu sehr malerischen Bildungen führt und einem Gebäude,gleichviel welcher Bestimmung, ein durch nichts anderes erreichbares An-sehen von Stattlichkeit und Vornehmheit giebt, braucht nicht erst bemerktzu werden. Wir geben die in diesem und dem folgenden Blatte gezeigtenBeispiele nur, um mehrere der in den vorliegenden Blättern gezeigten Detailszu einem Ganzen zu verbinden, da die in jedem speciellen Falle vorkommendenBedingungen erst zu den schönsten Bildungen führen.

Fig. 4 zeigt einen Thurm, der etwa als Anbau an einem Schlosseoder als Belvedere etc. dienen könnte. Um die unteren Räume zum Wohnennutzbarer zu machen, wurde die Treppe bis oberhalb des zweiten Geschossesausserhalb des Thurmes verlegt. Der Thurm schliesst mit einem Altan,welcher von einer, aus durchbrochenem Masswerk bestehenden Galerie be-grenzt ist, deren Pfosten durch das Brüstungsgesims durchlaufen und dasabgewalmte Dach tragen, aus welchem noch vier Dachfenster vortreten,welche durch die in der Mitte hinaufführende Treppe zugänglich sind. Siesind mit dem Material der Dachdeckung, hier Schiefer, benagelt.

Fig. 1 zeigt den Grundriss des ersten Geschosses, woraus die Anlageder Treppe, so wie der unteren Terrasse ersichtlich ist.

Fig. 2 zeigt den Grundriss in der Höhe des Uebertritts der Treppeaus dem kleinen Thürmchen in den grossen. So wie in der Ansicht Fig. 4der Vorsprung des Treppenthurms zur Bildung eines Erkers benutzt wurde,so könnte auf entsprechende Weise, wie auch in Fig. 2 angedeutet ist, einGang nach dem Gebäude, vor welchem der Thurm steht, angeordnet werden.

Fig. 3 zeigt den Grundriss des oberen Altans.

Fig. 5 ist der Durchschnitt durch denselben und den Anfang desDaches.

Fig. 6 zeigt das Anlaufen der Rippen des Gewölbes über Fig. 1gegen die stumpfe Ecke, in welcher die Thüre zum Treppenthurm ange-bracht ist.

Fig. 8 giebt einen grösseren Thurm mit vier ausgekragten Ecktliürm-chen, welcher etwa an einem Rathhause oder sonstigem öffentlichen Ge-bäude stehen könnte. Eine Anlage der Treppe ausserhalb des Thurmesist nicht angegeben wegen Mangel an Raum, obgleich die sämmtlichenStockwerke, bis auf das letzte, zur Anlage wohnbarer Räume bestimmt sind.

Fig. 7 zeigt den Grundriss dazu, und zwar auf der linken Seite dasZusaminensclineiden der Dächer, rechts den Grundriss in der Höhe derEckthürmchen.

Tafel 46.

Thürme in Ziegelbau.

Fig. 2. Ein etwa an einem Stadtthor oder als Thor zu einem grossenGeliöfte anwendbarer Thurm. Das Dach ist ein gewöhnliches Satteldachmit zwei Giebeln, welches auf dem First einen hölzernen Dachreiter trägt.Statt der Thorflügel ist auf Anbringung eines Fallgitters Rücksicht ge-nommen, was in jedem Falle die sicherste und am leichtesten zu bewerk-stelligende Art des Verschlusses ist.

Fig. 1 ist der untere Grundriss, in welchem zugleich die Bogenlinieder Gurten und Diagonalrippen, so wie der Grundriss der Mauer des fol-genden Geschosses gezeichnet ist.

Fig. 3 ist die Seitenansicht, welche den Dachreiter vollständig zeigt.Die Seiten des Daches sind, wie die Figur erweist, durch eine durchbrocheneBogenstellung begrenzt.

Fig. 4 zeigt den Grundriss des Dachreiters;

Fig. 5 den Durchschnitt durch das untere Gewölbe.

Fig. 7 zeigt einen Uhrthurm;

Fig. 8 den Grundriss dazu, in welchen zugleich die Grundrisse derfolgenden Stockwerke angegeben sind.

Es ist Medalldachung angenommen worden und sind die Kanten desDaches mit in Blech getriebenen Blumen verziert. Der First des Dachesträgt einen Kamm von Schmiedeeisen.

Tafel 41.

Verschiedene Schornsteinaufsätze.

In einer überdachten Anordnung derselben liegt ein eben so einfachesals leicht zu erzielendes Mittel, einem Dache und dadurch dem ganzenGebäude einen höheren Grad von Abwechselung und Zier zu verleihen.

Die Figuren 1 bis 35 enthalten verschiedene Beispiele, welche,sämmtlicli auf Ziegelbau berechnet, mit Ausschluss der Ueberdachungen inFig. 15, 25 und 33, welche in den ersten Figuren von Stein, in der letztenvon Eisenblech und Schmiedeeisen sind, ohne weitere Erklärung verständlichsein werden.

Fig. 36 zeigt einen grossen Maschinen-Schornstein;

Fig. 37 den Grundriss des oberen Theiles. Die Grundrisse derunteren Theile lassen sich leicht aus dem Aufriss finden. Wegen Mangelan Raum konnte der Aufriss nicht in der ganzen Höhe dargestellt werden,indess könnten die Höhendimensionen in folgender Weise normirt werden:c d wäre gleich der halben Diagonale von a 6;d e gleich f g\

e h gleich der Diagonale eines mit i o beschriebenen Quadrates;Ii i gleich zwei mal c cZ;f 9

i k gleich ~2~;

k l bestimmt sich durch seine Ausladung;l o gleich m n:o p gleich h i;p q gleich s t.

Tafel 48.

Verschiedene Ziegelfussboden.

Fig. 1. Ein gewöhnliches hochkantiges Pflaster aus Ziegeln von ver-schiedener Farbe, etwa gewöhnlichen roth und schwarz glasirten, bestehend,mit rings herum laufenden Fries, welcher, so wie auch die innere Ausführung,verschieden ist.

Fig. 2. Ein anderes Beispiel derselben Art.

Fig. 3. Eine flachseitige Pflasterung. Es sind hier eigens dazugefe rtigte Ziegel angenommen, so zwar, dass die kleinen Streifen a b farbigeGlasurstreifen vorstellen und die Kreisausschnitte der Mittelstücke mitEstrichmasse ausgefüllt sind.

Fig. 4. Ein flachseitiges Pflaster von eigens geformten Ziegeln mitverschieden gefärbter Glasur; die weissen Stellen sollen gleichfalls Estrich-ausfüllung bedeuten. Welchen Reichthums diese Ziegelfussboden fähig sind,das beweisen die von Milde in Lübeck herausgegebenen Fussböden derBurg in Lübeck. Eine andere prachtvollere Art ist die in den Fig. 5 bis 7gezeigte. Es sind diese Fussboden in der Abtei von Fecamp in derNormandie ausgeführt, und zwar in der Weise, dass auf eine Unterlage vonhochkantigem Ziegelpflaster diese aus glasirten Platten bestehende Ordnungaufgelegt ist. Es sind die Dimensionen dieser Platten sehr klein, indemnämlich ein Stück a b c d Fig. 5 nur 4 1 / 2 Zoll in's Gevierte misst undschwach 8 J ( Zoll stark ist mit der etwa eine Linie starken Glasur. DieFarben sämintlicher gegebener Beispiele sind bräunlich-grün mit blassgelberZeichnung darin.