11
Fig. 2 zeigt den Grundriss bei ab. Ueber der Spitzplatte gestaltetsich derselbe schon anders, indem es hier passend erscheint, eine grössereTiefe für den Sitz zu erzielen und eine zum Anlehnen bequemere Form,weshalb hier eine grosse Hohlkehle angewandt wurde, siehe Fig. 3. Durchdie über der Sitzhöhe angebrachte Auskragung des Bogens, deren Grundrissbei cd Fig. 4 zeigt, gewinnt man gewissermassen eine Art Baldachin überdem Sitze.
Fig. 5 zeigt den Grundriss bei ef und Fig. 6 bei gh.
Fig. 7 ist die Ansicht des Seitengewändes übereck gesehen. DerBogen ist durch ein herumlaufendes Ueberschlaggesims mit kleinen Zinnen(siehe Profil Fig. 8) viereckig geschlossen. Es ist dasselbe hier als Fort-setzung eines unter den Fenstern etwa befindlichen Brustgesimses angenommen,könnte jedoch eben so gut selbstständig bestehen, und entweder bei i aufKragsteinen aufsitzen, oder sich nur an die Mauer zurückkröpfen, wieTaf. 16 Fig. 19 gezeigt ist. Es könnte auch ganz wegbleiben und blossdie Masswerkverzierung der Ecken stehen bleiben, oder auch diese könntewegfallen und die Thüre mit dem Rundbogen schliessen.
Fig. 9 zeigt den Durchschnitt durch das Querstück, gegen welchesdie Thüre schlägt. Das Oberlicht über der Thüre ist hier ohne weitereVerzierung gelassen und nur durch die sich kreuzenden Eisenstäbe vergittert.Es kann dann hinter diesem Gitterwerk noch Verglasung angebracht werden,am besten mit Bleisprossen, welche in dem Fig. 9 mit h bezeichnetenFalze sitzen würde. Es ist dieses Motiv hier in einer ziemlich reichen Aus-bildung gezeigt worden, und der mangelnde Raum hindert, ein einfacheresBeispiel zu zeigen, jedoch ist in der Figur selbst ein ganz einfacher Fallenthalten, wenn man nämlich nur die geometrischen Grundformen beibehaltenwürde, so zwar, dass der Grundriss Fig. 2 unverändert bliebe, in Fig. 3die Rundstäbe wegfielen und man die grosse Kehle beibehalten würde,welche dann natürlich bis an die Mauerflucht und das Lichte der Thürereichen müsste, wenn ferner das Durchkreuzen der Rippen in Fig. 4 unddiese selbst wegfielen, und der Grundriss sich nach der Linie ik gestaltete,welche nach unten durch einen Wasserschlag mit der Kehle verbundenwäre, nach oben aber durch einen Viertelkreis herausträte, und so in diein Fig. 6 mit Imno bezeichnete Grundform überginge, welche dann im Bogenherumliefe, und es würde eine solche Gestaltung, so einfach sie wäre, doclieinen guten Eindruck machen.
Fig. 11 zeigt eine Thüre mit Fenstern darüber und zu beiden Seiten,etwa als Thüre zu einem Gartensaal anwendbar. Es ist die ganze An-ordnung hier nur als Ausfüllung des grossen Bogens bb betrachtet, daheralle Dimensionen so schwach genommen werden konnten, und würde, wieFig. 12 erweist, der Bogen auch nach innen sichtbar sein, indem die Pfostennur die halbe Mauerstärke haben.
Fig. 13 zeigt den Grundriss der Thürpfosten;
Fig. 14 der vor der Mauerflucht vortretenden Pfosten bei a;
Fig. 15 bei 6c. Wie hier, so wie aus Fig. 20, ersichtlich, bestehendiese Pfosten aus zwei gegen einander übereck gestellten Achtorten, derenEcken bei c über einander stehen.
Fig. 16 zeigt den Grundriss derselben bei d\
Fig. 17 den Durchschnitt durch die Mitte der Thüre;
Fig. 18 den Durchschnitt ef\
Fig. 19 den Durchschnitt gh\
Fig. 20 die Ansicht des Theiles, dessen Grundriss Fig. 15. Insoferndie ganze Anordnung eigentlich nur als Ausfüllung des Bogens erscheint,würde es natürlicher gewesen sein, die Bogenform stehen zu lassen, mit Ver-zichtleistung auf den hier gezeigten geradlinigen Scliluss. Es ist die hiergezeigte Anordnung daher nur in dem Falle zu rechtfertigen, wenn, wiehier angenommen, der Bogen über der Balkenlage des Raumes, auf welchemdie Thüre geht, angebracht ist und in die Brüstung der darüber liegendenFenster fasst. Der Durchschnitt Fig. 17 zeigt, wie der innere Bogenniedriger liegt, als der äussere. Inzwischen würde es am richtigsten ge-wesen sein, den äusseren Bogen durch die ganze Mauerstärke fassen zulassen und den zwischen seiner Unterkante und der Oberkante der Balken-lage verbleibenden Raum nur zu verkleiden.
Tafel 24.
Thüren in Verbindung mit darüber angebrachten Balcons und Erkern.
Es ist eine solche Anordnung besonders in den Fällen von Vortheil,wo die niedere Etagenhöhe keinen bedeutenden Raum zwischen beiden zu-lässt, oder wenn man überhaupt grösseren Reichthum erzielen will.
Fig. 1. Rundbogige Thüre mit Balcon darüber.
Fig. 2 zeigt die Construction des Gewändes. Die gegen die Mauervortretenden Halbsäulen gehen durch das Kapitäl in's Achteck und ausdiesem in das übereck gestellte Quadrat über, aus welchem dann die dieBalkenplatte tragenden Kragsteine hervorgehen.
Fig. 4 zeigt die verschiedenen Grundformen des Säulensockels ingrösserem Massstabe, so zwar, dass abedef Grundriss des oberen Sockel-theiles s, ghikl des Theiles s, und gmnl das Grundquadrat ist. Diesesüberort gestellt, giebt, wie Fig. 5 erweist, die Grundform des über demKapitäl befindlichen Theiles, so wie das um dieses Quadrat beschriebeneAchteck die grösste Ausladung des Kapitäls abgiebt. In gleicher Weise sindalle Höhenmasse aus dem Grundriss entwickelt.
Fig. 6 zeigt die Ansicht der Säulen übereck;
Fig. 7 den Grundriss bei o;
Fig. 8 den Grundriss bei p;
Fig. 9 bei q.
Fig. 3 giebt den Durchschnitt durch die Thüre und den Balcon mitder Seitenansicht des Kragsteines;
Fig. 10 das Profil der äussersten Ausladung des Kragsteines bei r:
Fig. 11 den Grundriss des Balcongeländers;
Fig. 12 den Grundriss der Treppenecken.
I 1 ig. 21. Eine viereckige Thüre mit Balcon darüber. Auch hierstehen die Kragsteine auf vortretenden Wandpfosten, wie der Grundriss desGewändes Fig. 13 erweist.
Fig. 14 zeigt den Durchschnitt durch den Balcon;
Fig. 15 durch den Sturz und das Masswerk des Fensters;
Fig. 22 durch das Querstück des Thüranschlags und die Seitenansichtder kragsteinartigen Unterstützung.
Fig. 16 zeigt die Seitenansicht des unteren Gewändetheiles;
Fig. 17 den Horizontaldurchschnitt durch die Kragsteine, welche denSturz stützen.
Fig. 19 zeigt im Grundriss in vergrössertem Massstabe, wie das Profildieser Kragsteine in das Profil des Masswerkes übergeht, an der in Fig. 21mit a bezeichneten Stelle.
Fig. 18 zeigt die Sockel b in vergrössertem Massstabe.
Fig. 20 den Grundriss des Balcongeländers.
Tafel 25.
Fig. 1. Thüre in Ziegelconstruction mit einem darüber befindlichenErker in Verbindung gebracht. Die Auskragung des Erkers ist ohneeigentliche Kragsteine durch blosses Uebereinandersetzen der Mauersteinezu Wege gebracht. Die Fig. 2, welche den Durchschnitt durch die Mittedes Erkers zeigt, wird die Art und Weise der Auskragung verdeutlichen.
Fig. 3 zeigt die Auskragung zu beiden Seiten der Thüre im Durch-schnitt nach ab in Fig. 1.
Fig. 4 zeigt den Grundriss einer Ecke des Erkers;
Fig. 5 den Grundriss des Thürgewändes;
Fig. 6 einen der zu dem Thürbogen verwandten verzierten Steine ingrösserem Massstabe;
Fig. 7 das Sockelprofil zu beiden Seiten der Thüre.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, ist der obere Vorsprung des Erkers zurAnbringung eines Balcons benutzt und deshalb nur mit einer Steinplatteüberdeckt. Die Brüstung des Balcons ist gleichfalls von Ziegeln gemauertund oben mit einer Deckplatte von Stein versehen.
Tafel 26.
Reiche Thüren in Steinhauerarbeit.
Fig. 1. Zweiflügelige Thüre mit einem steinernen Pfosten in derMitte, und mit Oberlicht. Das Feld, welches hier durch die ein Wappenhaltende Figur ausgefüllt ist, hätte gleichfalls durchbrochen sein und alsFenster dienen können, da die ganze Anordnung auf den Fall entworfenist, dass der Raum, auf welchen die Thüre führt, entweder mit einem, demgrossen Spitzbogen des Portales entsprechenden Gewölbe oder wenigstensmit einer Balkendecke, deren Unterkante nicht unter dem Schluss desSpitzbogens ruhen dürfte, überdeckt wäre.
Fig. 2. Der Grundriss des Gewändes und des mittleren Pfeilers.
Fig. 3. Der Durchschnitt nach ab im Aufriss.
Fig. 4. Der Durchschnitt nach cd.
Fig. 5. Der Grundriss des Mittelpfeilers mit Ansicht auf den Sockel,woraus zugleich dessen Construction hervorgeht.
Fig. 6. Grundriss derselben über den Thürflügeln mit dem Profil dergegen die Schriftform anlaufenden Bogen.
Fig. 7. Reich verzierte einflügelige Thüre. Es ist hierbei der Fallangenommen, dass der über der Thüre befindliche Raum nicht zu andernZwecken, als Anbringung von Fenstern etc., benutzt werden müsse, und des-halb der reiche Schmuck der Thüre in der verticalen Ausdehnung des Ge-wändes gesucht. Es ist das gewöhnliche gotliische Motiv einer Bekrönungmit Wimpergen, welche von den beiderseits befindlichen Fialensockeln aus-laufen, angewandt worden, und ist das Verhältniss genau nach den in derSchrift von Matthias Roriczer festgestellten Verhältnissen angenommen, nurmit der Modification, dass die Fialen statt der gebräuchlichen thurmartigenEndigung hier mit einem Zinnenkranz schliessen, so wie die Wimperge stattder Endung in eine Kreuzblume hier in einem Kapitäl schliesst, welcheseine ein Spruchband haltende Figur trägt.
Fig. 8 zeigt den Grundriss des Gewändes, so dass die Weite derThüre in der Weise normirt ist, dass die Distanz von dem Mittel dereinen Fiale bis zu dem der anderen sechsmal eine Seite des Grundquadratsoder des Fialensockels beträgt. In Fig. 8 ist die Construction des Ge-wändes aus einer Seite des Fialensockels oder umgekehrt aus der Mauer-stärke gezeigt.
Fig. 9 zeigt die Construction einer Fiale in grösserem Masgstabe;
Fig. 11 den Aufriss einer Seite derselben;
Fig. 10 den Durchschnitt durch die Thüre;
Fig. 12 eine der Laub Verzierungen;
Fig. 13 das Profil der Pfosten des Masswerks in dem Feld über derWimperge. Die äussere Einschliessung des Ganzen ist als Fortsetzung einesBrustgesimses angenommen, könnte jedoch auch selbstständig bestehen undauf beiden Seiten auf kleineren Kragsteinen aufsitzen.
Tafel 27.
Einfahrtsthore in Steinhauerarbeit.
Der veränderte Zweck hat eine von den Hausthüren abweichendeForm der Thore zur Folge. Während bei den Hausthüren, so wie über-haupt bei allen Thüren, deren Grösse zunächst nach dem Verhältniss dersie passirenden menschlichen Gestalten eingerichtet ist, immer mehr oderweniger die Höhe gegen die Breite prädominirt und hier ein Verhältnissvon 2 : 1 das gewöhnliche ist, findet dies bei den Thoren in weit geringeremMasse statt, indem hier das Verhältniss in häufigen Fällen wie 1:1 ist odersich doch nur wenig darüber erhebt. Es ist der Zweck, der auf ein solchesVerhältniss hinweist und deshalb eiteles Bemühen aus ästhetischen Rück-sichten ein schlankeres Verhältniss erzielen zu wollen, was doch immer be-deutende Unbequemlichkeiten nach sich zieht; denn abgesehen von demUmstände, dass das Thor nicht höher sein kann, als der Raum, in welchenes führt, hat auch die Anfertigung von so übermässig hohen und grossenFlügeln ihre Schwierigkeiten, welche durch keinen Vortheil aufgewogenwerden, der daraus erwachsen könnte. Wenn man nun also das Thor nichthöher machen kann, als der Raum ist, in welchen es führt, so ist es ausletztgenannten Rücksichten bei sehr hohen Räumen gerathener, die Höhedieses Raumes nicht einmal vollständig zu benutzen, sondern das Thor nurso hoch zu machen, als es der Höhe der passirenden Wagen nach seinmuss, da der Raum, der darüber bleibt, nur erwünscht ist, entweder zur
3*