12 Buch, 2 Kap. 327
cher sich nicht mit ihrer Zeit zu reimen scheinet: denßc zeiget eine Großheit und Pracht der Theile, inwelchen sich jedoch das Wissen älterer Künstler nichtcntdeket; es sind die Hauptfarben da, aber die Mit-tellinien fehlen/ und die Figur erscheinet dadurchschwer. Es irren also diejenigen, welche vorgeben,daß die Bildhauerkunst um diese Zeit gänzlich verlo-ren gegangen. >) Die Base von einer Statue desKaisers' GordianuS, welche im Palastc Farnesewar, ist nicht mehr vorhanden. 2)
§. 26. Die eigentliche bestimte Zeit, in welcherder gänzliche Fall der Kunst ersolgete, war vor demKonstantin, zur Zeit der großen Verwirrung durchdie dreissig Tyrannen, welche sich unter dem Gallie-nus aufwarfen, das' ist: zu Anfang der lezten Hälftedes dritten Jahrhunderts.^) Die Münzverständigenbemerken, daß nach dem Gallienus in Griechen-land nicht einmal mehr Münzen gepräget worden;^)je schlechter aber die Münzen dieser Zeit an Gehaltund Gepräge sind, desto öfter findet sich die Göttin
1) ?!coroni Osserva?. soprs It Oisr. Ital. ä! Alants. 14.
2) I/>psii ->nu^. leüt. I. 5. c. L. t. 1. x. 428 — 426.
3) l'reliell. I^olljon. in c. 1.
Von dem Kunstgefchmak des Gallienus mag dieNachricht des Trebcllius Pollio (e. >L ) vonder kolossale» Statue zeugen, welche Gallienus sichauf der höchsten Svize des Efguilino errichten wollte.Sie sollte ihn als Sonnengott vorstellen, wurde abernur angefangen und blieb unvollendet, weil das ganzeUnternehmen feinen Nachfolger», dem Claudius undAurelianus, lächerlich und thöricht fchien. Meyer.
4) In dem asiatischen Griechenlande find Münzen zumwenigsten bis auf Diocletianus geprägt worden, wieman in den Samlungen von Banduri, Pellerinund Andern sehen kan. Fea.