t Johail Winckelmans sämtliche Werke. Einzige vollständige Ausgabe; dabei Porträt, Facsimile und ausführliche Biographie des Autors; unter dem Terte die frühern und viele neuen Citate und Noten; >ie allerwärts gesammelren Briefe nach der Zeitvrdnung/ Fragmente/ Abbildungen und v ierfacher Jude r. Von Joseph Eise lein. Sechster Band. D o n a u ö s ch i n g e n, m Verlage deutscher Klassiker. 1 8 2 S. Geschichte der Kunst des Altertums. Zehntes Buch. !'W -, M- MW » ?ZN KH Erstes Kapitel. §. i. Auf diese Zeit, die sonderlich berühmt ist durch die Vollkommenheit/ zu welcher die Malerei gelangete, folgete endlich der Zeitpunkt der höchsten Verfeinerung der Kunst und der lezten großen Künstler / wodurch sich die Jahre Alexanders des Gro- ßen und seiner nächsten Nachfolger merkwürdig und unvergeßlich gemachet haben; und hierzu trugen die äusseren Umstände in Griechenland das Mehreste bei. K. 2. Nachdem die Griechen und sonderlich die Zlthcnienser sich durch Eifersucht und durch innere bartnäkige Kriege gänzlich entkräftet hatten, hob sich PhilippuS, König in Macedonien, über dieselben empor, und Alexander, dessen Nachfolger, ließ sich zum Haupte und Heerführer der Griechen erklären; in der That aber war derselbe Herr von Griechenland. Da nuu die Verfassung dieses Volts eine andere Gestalt annahm, änderte sich zugleich das Verhältniß der Kunst, so daß diese, da sie bisher auf die Freiheit gegründet gewesen, ihre folgende Nahrung durch den Überfluß und durch die Freigebigkeit bekam; und dieser nebst der seinen Einsicht Alexanders des Großen schreibet Plu- tarchns den Flor der Kunst unter diesem Könige Zu. y §.3. Die Griechen genoßen unter seiner Negi- i) ve fort. ^lex. orat. 2. princ. Alexanders feiner Sin für Kunst wird durch viele Zeugnisse der Alten bestätigt, besonders aber durch den Horaz (epist. I. i. v. 23g ), welcher ihm/ttck'c/u?/! ti/e beilegt. Meyer. s Geschichte der Kunst. rung die Süßigkeit einer cntwafnetcn Freiheit/ ohne die Bitterkeit derselben zu schlucken / in einiger Erniedrigung/ aber in Eintracht; und die fast erloschene Eifersucht/ welche sie entkräftet hatte/ ließ ihnen, wie wen die Wuth derselben in Liebe aufhöret/ eine stolze Erinnerung der vormaligen Große und die Ruhe übrig/ da die Maeedonier/ die Feinde ihrer Freiheit/ aus welchem Lande man ehemals nicht einmal einen nüzen Leibeigenen haben konte/^) sich »der sie erhoben hatten/ sich aber noch begniigeten/ der Freiheit nur die Waffen genommen zu haben. Den Alex linder in Persien/ welcher Abenteuer und andere Reiche suchet«?/ und Antip at er/ dessen Statthalter in Maeedonien/ waren vergnügt/ die Griechen ruhig zu sehen / und man gab ihnen/ nach der Zerstörung von Theben wenig Ursache zum Mißvergnügen. K. In dieser Ruhe überließen sich die Griechen ihrer natürlichen Neigung zum Müßiggange und zu Lustbarkeiten:^) und Sparta selbst ging von seiner Strenge ab; 4) der Müßiggang füllete die Schulen der Philosophen und der Redner/ die sich vervielfältigten/ und sich ein größeres Ansehen gaben; die Lustbarkeiten beschäftigten Dichter und Künstler und t) Vefonders wurden die Athener von Alexander be> gnnstigt; er verzieh ihn?» den lebhaften Antheil, den he an Thebens Schikfal genommen, und bewilligte ihnen alles, was sie von ihm baten. Nach Athen sandte er dreihundert persische Niistungen, um dort als ein Weih, geschenk zu Ehren der Minerva aufgestellt zu werden I. e. l6), und die Statuen des Harmodius und Aristogiton, von Erzt, welche er zu Susa gefunden, schikte er den Athener» zurük. (Iil. I. 7. c. ig) Me»er. 2) OcmostI,. in plulipp. vrat. Z. p. lig. 3) ^ristot. xvlit. l. 7. c. /j, i 4) I>I. l. 10 Buch/ 1 Kap. s diese suchete» nach dem Geschmake ihrer Zeit das Sanfte und Gefällige/ da die Nation in der Weichlichkeit iliren Sinnen zu schmeicheln suchetc. >) §. 6. Da diese Zeit die allerfruchtbarste an Künstlern und an Werten der Kunst gewesen ist, so erfordert dieselbe auch eine umständlichere Betrachtung, die sich aber unserer Absicht gemäß/ wie vorher/ also auch hier auf Nachrichten, die zugleich etwas Wesentliches' in der Kunst lehren, einschränket, mit Übergebung anderer Anzeige»/ die nicht zum eigentlichen Zweke führen. ES kommen von izo an in der Geschichte der Kunst auch Künstler zu bemerken/ die durch Figuren in Edelgesteine geschnitten sich berühmt gemachet; und diese Kunst scheinet durch die seltenen und kostbaren Arte» Steine/ die auS den eroberten persischen Reichen nach Griechenland gebracht wurde»/ mehr Künstler, als vorher geschehen war, erweket zu haben; es sind also auch diese nebst den Bildhauern und Malern zu berühren. ß. 6. Unter den Bildhauern war der berühmteste LysippuS, welcher in Erzt arbeitete, und allein das Vorrecht hatte, des Alexanders Bildniß, ich verstehe in, Metall, zu machen.2) Wen PliniuS die Blüthe dieses Künstlers in die hundert und vier- O Hevne lantiguar. Aufsäze, i St. 211 S.) mache sehr gegründete Bemerkungen gegen des Autors Ansicht über dcn Zustand der Kunst unter Alerander und seinen Nachfolgern, und erinnert zugleich an eine merkwürdige Stelle des Velleius Patereulus. (t,. i, c> 17 >) M e y e r. 2) ^rrian. 6a oxpeci. ^.Icx. I. >, c. 16, Z. 7. plutarcli. «le tV-i'k. vi-at. 2. z>riric. Valer. 1.3. c. 11. IN ext. n. 2. Meyer. vctuit, ne c^uis 30 prsetcr aue slius (Zuceret wra k^ortis vultum siiiiulantiii. Ilorat. I. 2. cpist. >. v. 2/,o.Z 10 Geschichte der Kunst. zehente Dlymvias ftzct/ hat er in Bestimmung dies« Zeit/ so wie beim Phidias und Praxiteles geschehen/ vermuthlich seine Absteht auf die damaligen friedlichen UnMnde gehabt. Den in dem ersten Jahre gedachter Olympias war/ nachdem Alexander nach Babylon zurükgekommen/ gleichsam in der >) Z^> c, S. scct. ig. pi-Inc. He»»e (antiguar. Aufs. 1 St. 2tv S>) bemerkt, daß Plinius die Blüthe des Lvsipvus in die Slvmviade gesezt habe, weil Alexander im rrsten Jahre dieser Sl»mviade gestorben. lS-iinte <>0,5, Den der Tod Alexanders war eine in der alten Geschichte gebräuchliche Evoche, »ach welcher man andere Vorsälle zu stellen vflegte. Der Friede in Persien »nd Indien koiite keinen Einfluß aus die Künste in Griechenland haben. Plinius c sagt He» ne) hat in jedem Buche mel!> „ rere, und vst sehr von einander abgehende Nachrichten 1, vor sich; er ergänzt zuweilen eine aus der andern, zu. » weilen stellet er ste beide neben einander / wie wen er ^ »die Künstler, die in Bronze gearbeitet haben, eist » überhaupt, da» vom Phidias an bis auf den Pra- „xiteles und Kalamis, einzeln mit ihren Werken 1, anführt, (l.. z.z. scct. 19.) Hieraus folgt ein alpha- »betisches Verzeichniß; nach diesem die Künstler zu ^Pergamus; und wieder ein ganz besonderes Vw „ zeichniß , nach dem Alvhabet , Von Künstler» , die 1, einerlei Süiets oder Gattung bearbeitet haben. Wo er >, diese verschiedenen Nachrichten hergenommen hatte, ist » eine andere Frage; aber diejenigen, welche Zeitbestim- „ mungen enthalten, sind sehr kurz, und ohne Kunst. „ Nachrichten von den Werken selbst. Sie sezen also „ nicht eben ganz ausführliche Kunstgeschichten voraus, die er vor sich gehabt haben mußte; sie konten aus » andern historische» Werke» gezogen sein Nun gab es „ aber ehemals mehrere solche Geschichtbücher, wo die 1, Hauptbegebenheiten nach den Zeitbestimmungen gestellt, „ und von Zeit zu Zeit die in den Zeiträume» und Ge- ^ » schichtsperioden lebenden berühmten Leute angeführt 10 Buch/I Kap. " ganzen Welt Friede. In Babylon/ dieser Hauptstadt des persischen Reiches/ kamen damals die Gesandten unzähliger Völker bei dem Eroberer von Asien an/ theils demselben Glük zu wünschen/ theils Geschenke zu bringen/ und andere/ die errichteten Verträge und Bündnisse zu bestätigen.^) ß. 7. Lysippus ging auf der Bahn/ die allezeit die größten Menschen in ihrer Art betreten haben/ zur Vollkommenheit in seiner Kunst; dieser Weg ist/ selbst die Quelle zu suchen/ und zu dem Ursprünge zurükzukehren/ um die Wahrheit rein und unver- mischt zu finden. Die Quelle und der Ursprung in der Kunst ist die Natur selbst/ die wie in allen Dingen/ also auch hier/ unter Regeln/ Säzen und Vorschriften sich verlieren/ und unkentlich werden kan. Was Cicero saget/ daß die Kunst ein richtigerer Führer/ als die Natur sei/ kan auf einer Seite als richtig/ auf der andern als falsch betrachtet werden.2) Nichts entfernet mehr von der „ waren. Natürlicherweise waren die Begebenheiten „ erst in einem Zusammenhange hinter einander erzählt, „und nur da, wo der Verfolg der Sachen Nuhepuukte „darbot, die Namen der großen Männer, welche um diese Zeit gelebt harte», eingeschaltet. Die Jahre, „bei welchen dies geschah, koiiten nun nicht als die >, Jahre angesehen werden, worin ein Man etwas Vor- i, zügliches geleistet, oder sich am meisten hervorgethan, „ und den größten Ruhm erworben hatte; sondern es , war blos der bequemste Zeitpunkt sür den Geschickt, „ samler, den Man anzuführen. Was man also in sol> „ chen Zeitbestimmungen suchen kan, ist mehr nicht, als „ ein Zeitpunkt in der Volksaeschichte, wo eine Folge von « Begebenheiten sich endiget oder ansängt: ein Krieg, i, ein Friede, und dergleichen mehr." Meyer. 1) Oiocl. 8ic> I. >7. c. i>Z. 2) llv Ln> I. 4. c> 4. Die Stelle Ciceros handelt nicht von den bildenden, sondern Von den redenden Künsten. Slebelis. Geschichte der Kunst. Natur als ein Lehrgebäude/ und eine strenge Folge nach demselben/ und dieses war zum Theil mit die Ursache von einiger Härte/ welche in den mehresten Werken der Kunst vor dem Lysippus geblieben war. Dieser Künstler suchete die Natur selbst nachzuahmen/ und folgere seinen Vorgängern nur in so weit sie dieselbe erreichet/ oder sich weislich über dieselbe erhoben hatten. Lnsippus hat den Nnhm/ dieselbe mehr als seine Vorgänger nachgeahmet zu haben, l) Er verfuhr/ so wie zu unseren Zeiten in der Philosophie und Medicin geschehen ist; er fing da l>N/ wo die Kunst angefangen hatte. In der Philosophie gehet man izo auf Erfahrungen und man schließet nicht weiter als das Auge siehet und der Zirkel reichet; da fingen die ersten Menschen an. §. 8. Hieraus ist zu schließen/ daß/ da in der Kunst vieles idea lisch geworden war/ das ist: da die vorigen großen Meister das Schönste und das Höchste zu erschaffen sucheteii/ und sich davon ei» Bild gemachet hatten/ welches über die Natur erhaben war/ wird es geschehen sein/ daß sich dieses Bild von der Natur entfernet hatte/ die alfo in ihren Theilen nicht mehr völlig kentlich war. Zu der Beobachtung und Nachahmung derselben führete Lysippus die Kunst zurük, und dieses wird vornehmlich in Untersuchung dessen/ was wir Anatomie nennen / bestanden sein. 1) PItN. I. c. Z. sect. 19. n. 6. 2) Quillt ilian (I. >2. c, 10. n, g.) urtheilt über ihn also: „Mau versichert/ daß Lysippus und Praxitc« » les sich am besten der Natur genähert haben / den >, Demetrius (ein Zeitgenosse des Lpsipppus) wird >, als zu ängstlich genau in Darstellung der Natur get>>, » delt/ und strebte mehr nach Ähnlichkeit als nach Schöw >, heit. " Aus der Unterredung des Lysippus mit Eupoiw §. ?. Von Werken des LysippuS ist vielleicht nichts erhalten, schwerlich auch künftig etwas zn hofft»/ da dieselben von Erzt gewesen sind; den daß er der Meister sei von vier schönen Pferden von Erzt/ die über dem Eingänge der St. MarcuSkirche zu Venedig stehen, ist nicht zu beweisen. Unbeschreiblich ist der Verlust der Werke dieses Künstlers, auch iu Betrachtung der Menge: den weil es auch unglaublich schiene, daß eines einzigen Künstlers Hände sechshundert und zehen Figuren von Erzt hervorbringen können/ wie man zu PliniuS Zeiten vorgab,') xus, und aus dcr Bemerkung des Plinius (I. Z4 . c. 3. sect. 19. n. 6.), daß sich Lusippus durch die Antwort des Euvompus in seiner Kunst leitcn lassen, ist zu schließen, daß er in seinen Werken weniger das höchste Ideal dcr Kunst, als vielmehr die veredelte Wirklichkeit dcr Natur gesucht habe. Euvompus zeigte ihm auf dic Frage: „ welchem Vor- , ganger er folge: " eine Menge Mensche» und sagte: „man mnße die Natur selbst nachahmen und nicht „ den Künstler. " Von dcr geniein en Wirklichkeit hielt er stch fern: „ indem er die Menschen darstellte, „ nicht wie sie sind, sondern >vie sie ihm zu sein schic- » nen." (plin. I. c,) Er machte die Körper schlanker, i>ie Köpfe, an welchen er den Haaren eine besondere Sorgfalt widmete,kleiner als feine Vorgänger (>>Un. l, c.) und gab durch dic bis in's Kleinste gehcndc forgfältige Ausarbeitung allen seinen Werken eine Zierlichkeit, wodurch sie sich vor den Arbeiten der frühern Künstler auszeichneten. (pruprikL Iiuju? vi(I«?nlur ojerum, rustodils: in nilnimiii rclius.) Meper. 1) plin. I. Z4. c. sccl. >7. Nach den besten Handschristen des Plinius hat L»- fivpus t50v Werke verfertigt, den cr war untcr alle» Künstlern der fruchtbarste (?>>n. I. Z4, c. S. 8«ct. >g. ». 6) u»d erreichte das Greifenalrer. (krmickii ^n->lcct. t. Z. p, 45. ». Z5. V. I. Vellcj. katcrc. t. I. c. I>. I^ului^eu. riot> x. 6aä.) Geschichte der Kunst. werde» dennoch allezeit die ein und zwanzig Statuen ! zu Pferde derjenigen/ die von der Garde des Alexanders zu Pferde bei dem Flusse GranikuS geblieben waren,!) hjx Me telluS aus der Stadt Dium - in Macedonien nach Rom führete/ wo sie auf dessen Portico aufgestellet wurden/ Werke scheinen/ die das ganze Leben eines Künstlers beschäftigen können. 2) Z. >0. Ich kan hier nicht mit Stillschweigen übergehen eine Starue des Herkules von Marmor, die in dem großherzoglichen Palaste/ Pitti genant/ zu Florenz/ stehet/ auf deren Sokcl man Es ist wahrscheinlich, daß in der Angabe des Plinius von den l500 Werken des Lusippus jede einzelne Statue in größere» Statueiivcrcinen als ein besonderes Werk gezäblt ist, und bei dieser Annahme wird die Nachricht weniger unglaublich erscheinen, besonders wen man bedenkt, daß Lvfivvus wohl nur das Modell verfertigte und den von andern besorgten Abguß nach« arbeitete, welches bei der Sicherheit der Alten im Me> , ßen sehr häufig gar nicht nöthig war, wie wir an antikm Statuen uud Bruchstnken von Erzt wahrnehmen. Me»er. 1) Es waren 2Z Statue» oder gar »och mehr, wie aus dem Arria» erhellet. (Oe exx<.->I> ^.lex. I. i. c. iö>) Me» e r. 2) Es ist eine vo» mehreren Altertumsforscher», u»d auch vo» Visconti (iVlus. ^iv-LIcm. t> 7. x. g?.) ange> »ommctte Meinung, daß der in öfteren Wiederholungen vorhandene, feinen Bogen »rufende Amor, dem> jenigen, den L»sivvus aus Erzt verfertigt, und Pau- fanias noch zu Thespiä gesehen hat, nachgebildet sei. (p->»5an. I. g, c. 27.) Die schönste Figur dieser Art ist ^ im Mufeo Cavitolino. lJm Umrisse unter den Abbildungen Numero 87.Z Daß der thespiscke Amor des Prariteles schon im Altertume copirt worden , wissen wir aus dem Paufanias (I. 9. 27,1, welcher zu Tespia an der Stelle desselben nur eine Nach> bildung von der Hand des Atheners Menodorus sc> sehen hat. Meyer. iv Buch / 1 Kap. 16 eingehauen liefet: enoiei/) Lyfippus hat ihn gemachet; es verdienete dieselbe aber nicht erwähnet zu werden/ wen sie nicht von einem unerfahrenen Scribenten als ein wahres' Werk dieses Künstlers wäre gepriesen worden. Ich verwerfe dessen Meinung/ nicht weil ich gedachte Inschrift nicht für wirklich alt hielte; den es befand sich dieselbe auf der Statue/ da sie auf dem Palatino auSgegra- ben wurde/ wie Flaminio Vacca bezeuget:^) es ist aber bekant/ daß bei den Alten selbst dergleichen Betrügereien gemachet worden/^) welches ich im dritten Stüke des vierten Kapitels dieser Geschichte angeführet habe;^) und es ist dieses über die Inschrift/ von welcher wir reden/ bereits vom Marchese Ma ffei bemerket worden. 5) Daß aber diese Sta- Dieser ??ame ist von dem Erklärer der alten Statuen (Älallei, raccolta 65 Ltatue, tavola col. 49.) nicht bemerket; es wäre derselbe sonst nicht auf die Gedanke» gerathen, daß dieselbe ein Werk des Pol»kle- tu s sein könne. Von einem und dem andern Künstler würde dieser Herkules keinen sehr großen Begrif geben. Winckelmaii. Nicht xnoixi, sondern x?- ron, lautet die Inschrift/ welche stch an dem Stein oder Felfen befindet/ auf welchem die Keule des Alki- den ruht. F ea. s) iVIcnioi-ie ,1. 77. Aontlauc, Oii»'. Iwl. c. >2. p. löo. 2) Wie Phädrus (salz. I. k. in prolvA.) beweisen kan: <^ui preüuni operil,us niajus inveniunt, ttot-o a,'Ac,!^o. ?Ius vestustati jzvet Inviiiia iitvrclJx, lionis ^rsssentilius. Winckelma tt. Ä ls V. Z K. 14 §.Z 6) Osscrv. t. I. p> Zgg. cr!t. Isxiä. I. z. c. I. «an. S. col. x6 — 77. Bei Bvissard etmscrixt. 16 Geschichte der Kunst. tue nicht von der Hand des LysippuS sein könne/ beweiset theils das Stillschweigen der Scribenteii über Arbeiten dieses Künstlers in Marmor/ theils die Statue selbst/ die keines LysippuS würdig gehalten werden kan.i) ß. it. Das gütige Schiksal aber/ welches auch über die Künste bei ihrer Vertilgung noch gewachet, hat aller Welt zum Wunder nach dem Verluste von unzähligen Werken der Kunst aus dieser Zeit der höchsten Blüthe derselben das schäzbarste Denkmal zum Beweis von der Wahrheit der Geschichte von der Herlichkeit so vieler vernichteten Meisterstüke in der Statue des Laokoon erhalten,^) wen die Künstler derselben zu den Zeiten Alexanders des Großen gelebet haben/ welches wir jedoch nicht beweisen können; die Vollkommenheit dieser Statue aber machet eS wahrscheinlich.') Den PliniuS gibt dieselbe als ein Werk all/ welches allen anderen sowohl der Malerei als der Bildhauerei vorgezogen werden müße. Die Künstler derselben sind Agc> xin 'l, z. llg. 117.) liest MIM unter einer Figur von Ml»'! mor: »iviini. 1.1K1 Aber dieser L»sipv»s scheint mit dein berühmten Künstler dieses Namens nichts gemein zu haben. Fea. 5) sMan sehe die Bei lag et. am Ende dieses Bandes,? 2) Die besten Abbildungen der Grupe des Laokoon findet man ini Musev P i 0 - C l e m e n t i n 0 (t. 2. tnv, Zg.) und in der Samlung antiker Statuen, welche Pira> nesi herausgegeben hat. Mever. Z) Diese Stelle lautet in der erste» Ausgabe, S> 3-i7, » also : „Laokoon nebst seinen beiden Solmen, „ vom Agesander, Avollodorus und A t l> a n » dorns gearbeitet, ist nach aller Wahrscheinlichkeit auS „ dieser Zeit, ob man gleich dieselbe nicht bestimmen, „und, wie Einige gethan haben, die Ol»mvias, in >,, welcher diese Künstler geblühet haben, angeben kan. " Meyer. ZK. c. 2. scct, 4. ». 11. 10 Buch/ i Kap. 17 sander/PolydoruS.^) und Athanodorus aus RhoduS/ von welchen der dritte der Sohn des ersten war/ und vermuthlich auch der zweite; den daß Athanodorus aus NhoduS ein Sohn des Agesander gewesen/ beweiset die Inschrift der Base einer Statue in der Villa Albani, und die Statue des Laokoon machet wahrscheinlich/ daß auch Polydorus ein Sohn des AgesanderS gewesen sei/ weil widrigenfalls sich nicht begreifen lässet/ wie sich drei Künstler/ ich will nicht sagen/ in der Arbeit an einer und eben derselben Statue theilen können, sondern wie sie sich verglichen/ da Lao- koon/ der Vater/ eine weit wichtigere und riihmli' chere Figur ist/ als die beiden Söhne desselben. Plinius meldet kci» Wort von der Zeit, in welcher Agesander »nd die GeHülsen an seinem Werke, ge> lebet haben; Mass ei aber in der Erklärung alter Statuen (t. i.) hat wissen wollen, daß diese Künstler in der acht und achtzigsten Slmnpias geblühet haben, und aus dessen Wort haben Andere, als N i ch ard so n, nachgeschrieben. Jener hat, wie ich glaube, einen Athe- nodorns unter des Pol»kletus Schülern (?>!», >. Z4. c, s. 5rinc.) sür einen von unsern Künstlern genommen, und da Pol»kletus in der sieben »nd achtzigsten Slmnpias geblühet, so hat man seinen vermcinctcn Schüler eine SlymviaS später gesezet: andere Gründe kan Masse! nicht haben. Nollin (Uisi. »nc. t. >1. x. 87.) redet vom Laokoon, als wen er nicht in der Welt wäre. Winckelman. (Man sehe am Ende dieses Bandes die Beilage II, Z i) Nicht Apollodorus swie es in der ersten Aus, gäbe hießZ, sondern Polpdorus. Plinius ist der einzige, der diese Künstler nennet, und ich wüßte nickt, daß die Handschristen in diesem Namen von einander abgingen. Harduin würde es gewiß sonst angemerkt haben. Anck die ältern Ausgaben lese» alle PolydoruS. Herr Winckelman muß sich in dieser Kleinigkeit blos verschrieben haben. L es sing. 1 * Geschichte der Kunst. Zlgesander wird folglich den Vater ausgearbeitet habe»/ und seine beiden Söhne die Figuren der Söhne deS Laokoon. i) §. 12. Die Statue deS Laokoon stand ehe- I) Zu Nettu » o, ehemals A »tiun>, hat der Herr Car> dinal Alexander Albani im Jahre l7l7 in einem großen Gewölbe, welches im Meere versunke» lag/ eine Aase einer Statue enldeket, welche von schwarzgrauli, chem Marmor ist, den man izo Bigio nennet; es war in derselben eine Statue von weisseni Marmor eingesu! get, von welcher sich ein Stük eines hängenden mänli, chen Mantels, welches eine Chlamys war, neben dir Vase fand; von der Figur selbst war keine Spur zu finden Auf der Base befindet sich folgende Inschrift: i>c>^io2 xnoinTL Athanodorus, des Agcsanders Sohn, ani Rhodus, hat es gen, ach et. Wir lernen aus dieser Inschrift, daß Vater und Sohn am Laokoon ge»r> beitet haben, und vermuthlich war auch Pol»dorus des Agcsanders Sohn: den dieser Athanodorus kan kein anderer sein, als der, welchen Plinius nen> »et Es beweiset ferner diese Inschrift, daß sich mehr Werke der Kunst, als nur allein drei, wie Plinius will, gesunden haben, auf welche die Künstler das Wort g e m ach et, in vollen d eter und besti m t e r Zeit, gesezet, nämlich -?rii- er berichtet, daß die übrigen Künstler aus Bescheidenheit sich in »»bestimter Zeit ausgedrnkel: cn-k/s/, Unter gedachtem Gewölbe, tieser im Meere, fand sich ein Stük eines großen Werks erhow ner Arbeit, auf welchem man izo nur »och ein Stük eines Schildes, u»d eines Degens, unter demselben hän, gend, und über einander geworfene Stüke großer Steine vorgestellt siehet, an deren Fuß eine Tafel angelehnet liegt: mit der Zierlichkeit und Ausführung dieses Werkes ist kein a»deres vo» alle», die sich erhalte» haben, 5» vergleichen. Es stehet dasselbe bei dem Bildhauer Bar> tholomä CaVaceppi. Winckelman. LMan sehe die Beilage III. am Ende dieses Bandet 10 Buch, i Kap. mals in dem Hause des Kaisers Titusd) und eben daselbst (nicht aber, wie Nardini und Andere vorgebend) in den sogenantcn sieben Sälen, als den Wasserbehältern zu den Bädern) wurde sie cnt- dckct in dem Gewölbe eines' Saals, der ein Theil ter Bäder dieses Kaisers gewesen zu sein scheinet, aber durch eben diese Entdekung uns den eigentlichen Ort des kaiserlichen HauseS zeiget, als welches mit den Bädern vereiniget war. Hier stand Laokoon in einer großen Nische an dem Ende des gedachten und ausgemaleten Saals, von dessen Gemälden sich noch izo der irrig sogenante CoriolanuS unter dem Gesimse erhalten hat. ^) §. 13. Plinius meldet, daß die drei Figuren deS Laokoon auS einem einzigen Steine gebanen gewesen,4) welches ihm also geschienen/ weil man keine Fuge bemerkete, nicht, daß es wirklich so gewesen: den ein paar tausend Jahre haben endlich eine fast unmerkliche Fuge entdeket, welche zeiget, 1) ?Iin. I. 36. c. 3. sect. 4. n. 11. 2) nntic.i l. Z. e. 10. p. 99. Nardini sagt nur, daß die Grupe de§ Laokoon in der Gegend zwischen den sogenanten sieben Sälen und der Kirche S. Lucia in Selee gefunden worden. Fea. Z) Ich habe in einer bcglaubeten schriftlichen Nachricht gefunden, daß Pabst Julius ll. dem Felir von Fre< dis, welcher den Laokoon in den Bädern des Ti> tus entdekete, ihm und seinen Sohne» zur Belohnung >ntroit»s et Portionen, gabell-e Ports: 8. ^osnnis I^a- ter->nen»i5 verliehen habe. Leo X. aber gab diese Einkünfte an die Kirche von St. Johaii Lateran zurük, und jenem an deren Stelle oKcium seriptoriW ^posto- liess, wornber ihm den S November lS!7 ein Breve ausgefertiget wurde. W inckel in a n. I.. c. 20 Geschichte der Kunst. daß der älteste von den zween Söhnen nicht aus' eben demselben Stüke Marmor gearbeitet worden/ aus welchem der Vater und der jüngste Sohn gehauen sind, i) Den rechten Arm des' Laokoon/ welcher fehlet und von gebranter Erde gemacht angesezct ist/ hat bereits Michael Angelo zu ergänzen gedacht/ und hat denselben in Marmor aus dem Gröbsten gehauen entworfen/ aber nicht geendiget; es lieget daher dieses Stiik unten an der Statue. j) Schon Michael Angelo hatte/ wie Maffei (kacc. lU Status l, i.) erzählt/ durch sorgfältige Untersuchung bemerkt/ daß die Gruve des Laokoon aus mehreren Marmorstüken gearbeitet worden / und zwar sind wenig, stens drei zu erkenne»/ nämlich die Figur des ältesten Sohnes, welche zur Linken steht/ die Figur des Lao> koon bis unter die Kniee/ und der übrige Theil der Gruve. Fea. fM en g s wollte fünf Stüke daran erkennen und Nadel (i>Iu5ee ZVspol.) gar sechs.^1 2) Ausser dem von Winckelman im §. erwähnten i Kovfe, welcher eine Ähnlichkeit mit dem Kopse des Lao> koon hat/ gedenkt Aldrovandi (Statue cli x. noch eines andern ohne Hals, der die größte Ähnlichkeit mit dem in der berühmten Gruve hatte, und dem Cardinal Masse! gehörte. Flaminio Vacca (ZVkontlauc. Di-Ii'. ital. c. 9. p. 1Z6.) erwähnt noch anderer alten Nrnchstüke von Ähnlichkeit mit der Erupe des Laokoon. In der zehn Miglien Von Mailand entfernten Villa des Marchefe Litta, zu Leinate, ist ein antiker und sehr schöner Kovf, oder vielmehr eine Bliste des Laokoon aus weissem Marmor/ welche in Hinsicht des Ansdruks und der steinigen Ausführung eine Verglcichung mit dem Kovfe des Laokoon in der Gruve aushält, und demselben in Hinsicht der Größe und der Stellung gleich ist; ja auch die Arme scheinen diesellie Haltung gehabt zu haben, wen man aus dem kleinen Stüke des Arms, das noch an den Schultern übrig ist, auf das Ganze schließen darf. ^Abgebildet I in der varifer Ausgabe der G. d. K. v. Janfe» lS. 95.) F ea> 2) lMan sehe oben eine Note zum tZ §. und Heynes 24 Geschichte der Kunst. Stüke haben auch Andere angeführet/ ohne zu bedenken, daß die Fuge ehemals nicht/ wie izy/ sichtbar gewesen sein wird. Das Vorgeben des Ligorio aber ist nur zu merken wegen eines zerstümmelten Kopfes über Lebensgröße unter den Trümmern hinter dem farnesischen Palaste/ an welchem man noch eine Ähnlichkeit mit dem Kopfe des Laokoon bemerket/ und der vielleicht zu den obigen Füßen und Schlangen gehöret; izo ist dieser zerstümmelte Kopf, nebst andern Trümmern/ nach Neapel geführet worden. Hch kaii nicht unangemerket lassen/ daß sich zu S- Jldefonsv/ dem Lustschlosse des Königs in Spanien/ ein erhoben gearbeitetes Werk findet, welches den Laokoon/ nebst seinen beiden Söhnen vorstellet/ über welchen ein fliegender Cupido schwebet/ als wen er ihnen zu Hülfe kommen wollte. §. 18. Zu eben dieser Zeit und zugleich mit dem LysippuS blühete Pyrgoteles/ ein Künstler in Edelgesteine zu schneiden/ welcher sowohl als dieser das besondere Vorrecht hatte/ Alexander den Großen abzubilden, i) Zwei Steine find bekant mit dem Namen des Pyrgoteles; dieser Name ist aber auf dem einen verdächtig/ und auf dem andern ist der Betrug eines neueren Steinschneiders nicht zweideutig. Der erste Stein ist ein kleines Brustbild von Agathonyx/ und etwas größer, als die Hälfte desselben in dem Kupfer von Picart/ welches der Herr von Stosch unter den von ihm herausgegebenen geschnittenen Steinen bekant gemachet hat. 2) Dieses' Brustbild ist nicht in dem Kabinett Prüfung einiger Nachrichten lind Bebau» tun gen vom Laokoon im Belvedere/ im 2 St. der antiquar. Aufsitze, S. t— 52.) >) ?I!n. I. c. I. scct. /j. I. 7. c. Z7. sect. zg. ^xulej, in I. 1. p. g.) Meyer. 2) änlich . xl. 55 — 56. 10 Buch, 1 Kap. 25 des Königs von Preußen, wie Natter vorgibt, sondern in den Händen des Graven von Schön born, welcher dem Herrn Cardinal Alexander Albani den Abdruk der Schrift, und vornehmlich des Namens des Künstlers, nach Nom übermachete, und man erkante die Schrift für alt. In der Betrachtung aber, die ich über eine Form desselben von Wachs, die in dem stoschi sehen Museo zu Florenz war, und über das Kupfer gemachet habe, sind mir einige Zweifel entstanden, und zwar der erste über den Namen Pyrgoteles selbst/ welcher im Nominativs eingeschnitten stehet, wider den Gebrauch der alten Steinschneider, die ihren Namen im Genitivo auf ihre Arbeiten sezeten, so daß anstatt hätte stehen sollen.') Der zweite Zweifel ist mir erwachsen über das Bildniß selbst, welches einem Herkules, aber keinem Alexander ähnlich siehet; und dieses ist offenbar nicht allein aus den Bakenhaaren, die von den Schläfen heruntergehen, und einen Theil der Wangen bekleiden, als welches sich an keinem Bilde dieses Königs findet,^) sondern auch in den Haaren über der Stirn, Visconti (lconoHr. snc.t. 2, will vermuthen, dass das erhoben geschnittene Fragment eines Kopfes von Alexander, welches Azara besaß, lind sich sväter in der Sainlung der Kaiserin I 0 sevl> ine von Frankreich befand / «ntweder von P» rg vieles eigenhändig verfertigt, oder wenigstens nach einem Werk desselben covirt fei. Meyer. Stvsch (I. c.) macht verschiedene andere alte geschnittene Steine, und besonders zwei vom DioskorideS namhast, auf welchen der Name des Künstlers auch im Nominativ» steht. Fca. Z) Oben ist in einer Note gezeigt worden, daß an dem so> genanten Alexander im Museo Cavitolino wirklich einige dünne Lvken von den Narthaaren neben Winckelman. 6. 2 26 Geschichte der Kunst. welche kurz und kraus sind nach Art der Haare des Herkules, da hingegen die an Köpfen des Ale xan- ders sich mit einer nachläßigen Großheit von der Stirn erheben und in einem engen Bogen wiederum herunter auf die Stirn fallen, nach Art der oberen Haare des' Jupiters. Ferner ist dieser Kopf mit einer Löwenhaut bedeket, welches ganz uud gar ungewöhnlich in denen von Alexander ist, und man siehet ihn in großer Betrübniß und klagend oder seufzend, mit offenem Munde, vorgestellet; dieses ist nicht beobachtet worden von denen, die hier diesen König gebildet sinken wollen, da man solche Gestalt gleichwohl auf die Betrübniß des Alexanders über den Tod des Hephästion hätte deuten können. Aber auch diese Betrübniß ist füglicher vom Herkules zu erklären, und von derjenigen Trauer, die ihn überfiel, da er nach seiner Unsinnigkcit, in welcher er seine eigenen Kinder von der Megara ermordet hatte, zu sich selbst kam, und mit schmerzlicher Rene seine schrekliche That beklagete; den also hatte ihn Nicäarchus gemalet, K. tS. Der zweite Stein mit dem vermeiueten Kopfe deS Phoeion ist erhoben geschnitten, und auch von dem Herrn von Stofch in Kupfer be- kant gemachet. Aber weder dieser noch Bellori haben ihn gesehen,?) sondern beide haben nur nach einem Abgüsse geurtheilet, welcher von einem schlechtem Shr zu sehen sind. Da der Autor jenen Kovf sür ein Bildnik Alexanders hielt: so koiite es scheinen, dak er sich selbst widersprochen habe. Eigentlich hat er sich nur nicht deutlich aenug ausgedrukt; er redet hier von einem etwas starken Vakenbarte / der sich an den Bildnissen Aleranders nicht finde. Me« e r. 1) l'!ni. I. ZI», c. I I. scLt./jo. n. Z6. //encu/e?» 2) IliiJZIn. Viror. iol. 33. x». 10. 10 Buch, 1 Kap. 25 teil Abdruke in Sigellak genommen war; den der Stein war in dem grävlichen Hause Castiglione, entfernet von Rom, und es war nicht zu erhalten, denselben nach Rom zu übermacheii/ um ihn richtig zu formen und in Schwefel abzugießen. Der izige Besizer desselben ist der Herr Cardinal Zll ex ander Albani/ und ich kan von diesem Steine urtheilen/ weil ich ihn nnter den Händen habe.^) §. 2g. Das Bildniß desselben stellet einen betagten Man, aber ohne Bart/ vor/ mit dem Namen HQXinnoc auf der einen Seite; auf dem unteren Rande der Brust dieses Kopfs aber liefet man: rnoiLi. Alt ist der Kopf/ und der erstere Name Phocion wird eS auch sein. Aber er muß den Künstler anzeigen/ und kan nicht den berühmten Phocion bedeuten; den so wie die Namen der Gottheiten insgemein nicht unter ihre Bildnisse gesezet wurden/ weil sie allen bekaut waren: 2) eben so war es auch nicht gewöhnlich/ die Köpfe berühmter Personen mit ihren Namen zu bezeichnen. An einigen Köpfen von Marmor und von Erzt/ in dem berculanifchen Musev/ findet sich der Name der Person / so wie das Wort unter einem Kopfe desZupiter 6 / im alteren Style/ auf einer Münze der Stadt Lokri/ von Erzt / in dem Mufeo des Duca Caraffa Noja zu Neapel;^) auf griechischen geschnittenen Steinen aber liefet man selten den Namen weder einer Gottheit noch anderer Fi- t) Es geht eine Sage umher, der Herr Cardinal habe denselben für !200 Scudi, andere wollen Zeechini, erstanden, welches beides falsch ist; er erhielt denselben zum Geschenke von dem noch lebenden Canonico Castig- lione. Winckeli» a n. 2) orat. Zi. ji. ZZ3. Z) Nun im königlichen Museo daselbst. Fea. 2» Geschichte der Kunst. guren,^) wie ich bereits im dritten Kapitel des ersten Theils erinnert habe.?) §. 2l. Durch den zweiten Namen aber wird hier der Betrug offenbar in der verschiedenen Form der Buchstaben der einen und der anderen Umschrift/ weil in der einen das Sigma rund ist/ das ist/ so gestaltet: 6/ und in der anderen spizige Winkel hat/ das ist/ in seiner gewöhnlichen Form: X- Überdem ist das Epsilon rund gezogen: (/ in welcher Form dieser Buchstabe zu Alexanders des Großen Zeiten noch nicht bekant war/ und endlich ist es/ wie ich vorher erinnert habe/ ungewöhnlich/ den Namen eines Steinschneiders im Nominativo und mit dem Zusaze des Wortes zu lesen. Man könte hier einen zerstümmelten tief geschnittenen Stein des Musei Vettori zu Rom entgegen- sezeli/ wo man zwei mit Rüstung bewafnete Beine siehet/ mit der Umschrift! icoM'roe xnoiLi das ist: QuintuS/ Sohn des Alexanders/ Z) sFea will das Gegentheil behaupten. Z 2) c Z B. 4 K. 7 §. l In der ersten A»sg abe, S. Z5j— Z52, liest man noch: „Herr Zanetti in Venedig bestzet einen diesem „ ähnlichen Stein (Qori, Oact^I. t»v. Z>), welches „glaublich ebenderselbe ist, von welchem Vasari z, (Vite 6«' Pin. pari. 3. x. 2gi. eclit. l>°i>-. l563. Venuil num. pontif. j). 22.) Nachricht er- theilet, von Alexander Cesari, mit dem Zuna-. „ men der Grieche, geschnitten: er wurde dem Pc> „ sizer von dem Fürst Wenzel von L i ch t e nst - i n „ geschenket. Von eben diesem Künstler war das Bild« 1, niß König Heinrichs II. in Frankreich, in Stein ge< „ schnitten, in dem Kabinete von Crozat. (iVlsrioue, „ vcüci-ixt. äes xicrr. Zravoes. ilo ce cabiact x. 6Z.) " M e >! e r. 40 Buch, 1 Kap. 2S hat «s gemachet, i) Aber dieses ist vielleicht die einzige Zuschrift dieser Art auf geschnittenen Steinen/ und deutet auf spätere Zeiten/ wo die Künstler/ je schlechter sie waren, desto mehr sich durch ihren Namen sucheten ein Ansehen zu geben. Dieses zeiget unter anderen ein kleiner Grabstein in dem Museo Capitolino, aus der schlechtesten Zeit der Kunst/ wo man über der kleinen Figur eines Kriegers den Namen des Künstlers nach alter Form solgendergestalt eingehauen siehet: i'LXALii'ne xiioixi. §. 22. Nach dieser Anzeige der berühmtesten Künstler in der Bildhauerei und im Steinschneiden/ die zu Alexanders des Großen Zeiten geleber haben/ will ich kürzlich von einigen Malern eben dieser Zeit nur dasjenige berühren/ was von anderen neuere» Scribenten entweder übergangen/ oder nicht wohl verstanden worden. Z. LZ. Vom Apelles rühmet Plinius/ daß er keinen Tag vorbeigehen lassen/ »t non lineai» clu- cenclo exerceiet »Item; 2) wovon man sich insgemein keinen deutlichen Begrif gemachet hat; er will sagen, Avelles habe alle Tage etwas gezeichnet/ das ist: ausser seiner gewöhnlichen Arbeit/ entweder nach der Natur/ oder auch/ wie man vermuthen kan/ nach t) sBeschreib. d. geschnitt. Steine, 2 Kl. tZAbth. Nuiii,) 2) l.. Z5. c. i o. sect, Z6. n. >2. ?l r n a u l d (IVIemolres «I,e>v so Geschichte der Kunst. Werken älterer Künstler; und dieses deutet das Wort an. So aber wie dieses von seiner Beschäftigung überhaupt erkläret wird/ wäre es ohne Salz gesaget: den welcher Künstler ans der Weit machet nicht jeden Tag wenigstens so viel, als eine Linie bedeuten kan? Oder was wäre es für ein Lob/ mit dem Bayle zu sagen/ daß er alle Tage seinen Pinsel genbet habe? z) Oiclion lnst. et criticzue. V. Die Alten sprechen von den Werken des Apelles mit dem größten Lobe. (M.in>!>I, I. i>. rxißi-, 7, ?Ii» l, Z5> 10. sect. Z(>. n. 10. I. 12. c. 10. i». 7.^ Lic. 6e clar. oral, c, >».) Freilich »>uß man mit den bloßen Nachrichten zufrieden sein / welche über diese» Künstler reichhaltiger und zahlreicher sind, als über irgend einen andern. Aus denselben geht hervor, daß Apell es in Rüksicht aus Anmuth in der Erfindung wie in der Aus, sührung der größte Maler des Altertums gewesen ist, und ausserordentliche Vorzüge im Colorit besessen hat. v. >02^) Andere Stelle» der Alten lassen auf Kraft, Rundung und vortrefliche Haltung in feinen Gemälden fchlie> «.73.); doch räumte er selbst in der lczteren Eigenschaft, (da Mensur»! bei Plinius die Haltung, Lust per, svective, Abweichung der Gegenstände zu bedeuten scheint) dem A skl e vi0d oru s den Vorzug ein. Die Nachricht des Plinius tl. c. ». i g,) von der La, sur, durch welche A pe lles seinen Gemälden die Vollendung, allen Theilen Übereinstimmung, Ton, uud einen dem Auge wohlthätige» milden Schein gab, muß von seiner Kunst auch von dieser Seite die vortheilhastesten Begriffe errege». Seine Venus Anadyoniene fcheint oft auch für runde Arbeite» zum Vorbild gedient zu haben, indem sich klein i» Erzt und in geschnittenen Steinen eine stehende Venus wiederholt findet,^welche die Ha», 10 Buch/ 1 Kap. §. 2-i. Vom Zlristides/ dem Zeitgenossen des ?lpelleS/ saget Plinius: I« ownium ^>rim»s mum ^ivxit, t!t iiominis ex^iressit, vocant t?l!xci cl/ie.' item ^e^?»ulo in vo- ^loi-ilius, Wen der erste Sa; dieses Urtheils' richtig ist/ wird der Sin desselben nicht wohl auSge- driiket heissen können; die Bedeutung aber konte keine andere sein/ als diese: Nristides ist der erste gewesen/ der alle seine Aufmerksamkeit blos auf den Ausdruk gerichtet gehabt/ sonderlich in starken Leidenschaften/ so daß er sogar das Colorit vernachläßigte/ als welches hart war. K. 26. ProtogeneS/ aus der Insel Rho- dnS/^) der gleichfalls diese Zeit berühmt gemachet hat/ re mit beiden Händen an das Haupt drukt/ als ob sie eben dem Wasser entstiege»/ dieselben auspressen wollte. Die Galerie Colonna zu Rom bewahrt eine schön ge- arbeitete Statue von Marmor/ in Lebensgroße und in ganz ähnlicher Stellung. Man darf also vermuthen/ daß diese Venusbilder/ in Hinsicht auf die Gebärde, Nachahmungen von dem bernhmren Werk des Apelles seien. Meyer. 1) 1^. Zä. c. lo. sect. Z6. n. lg. 2) Plinius (I. c.) gedenkt eines Gemäldes von Ari- stides/ welches im Temvel der Fides aus dem Cavi- tolio zu Noni war/ und einen Greis mit der Lcyer vorstellte/ welcher einen Knaben unterrichtete. Etwas Ähnliches besizen wir »och in einem von Wilhelm Tischbein ll^nxravinßs. t./j.) bekant gemachten Vasengeniälde. Vielleicht ist es ein flüchtiger und unvollkommcner Abriß von dem Werke ciiies großen Meisters. Mnter den Abbildungen Numero 69.Z Me»er. LAristides wurde mit Pa » sanias u»d N i k o v h a- n es zu den gerechnet. I. >Z. c. 2. Z) pliu. I. z?. c. 10. sccl, 36. n. 20. Peotogenes war von Kaunus/ einer Stadt in Ka- ZS Geschichte der Kunst. soll bis in sein fünfzigstes Jahr Schiffe gemalct haben / welches man nicht »on Gemälden »erstehen muß/ die nichts als Schiffe vorgestellet/ sondern man sagete: er habe Schiffe bemalet/ das ist: von aussen mit Gemälden anSgczicrct, wie noch izo geschiehet; und im päbstlichen Solde stehet ein besonderer Maler der Galeeren. Sein Satyr oder junger Fann, in welchem er die sorgenlose Sicherheit abbilden wollte/ stand an eine Säule gelehnet/ mit zwo Flöten in der Hand/ und hieß Anapauo- menoS/ das ist/ der Ruhende/ wegen seiner Stellung; den er hatte vermuthlich den anderen Arm über sein Haupt geleget/ wie Herkules/ wo der- rir» / welche sich die Rhodier unterworfen hatten. 5l»i. I. ». r. 3.) Meyer. I) Apelles soll gesagt haben, daß P r o to g e n e s ihm in allen Stüke» gleich komme/ oder ihn gar übertreffe; nur wisse er nicht zur rechten Zeit die Hand vom Gemälde abzuziehen. (?Iin. 1.35. c. 10. sccl. 36. n. >o.) Quin> tilian (l. >2. c. >0. n.6. l^wo ?l l n> e l o v e e n anmerkl, daß X a nth u s sei» Vaterland gewesen^ rühmt von Pro, togenes, daß er in Hinsicht der sorgfältigen Ausführung (cura prLestrtnüszintus) der vorzüglichste Künstler gewesen. Well Plinius dessen Jalysus (^. L-ell. I. >ü. c. Z>. Cic. ad l. 2. epist. 21. plin. I. 7. c. 33. sect. Zg.) als das lierlichste seiner Werke »reist, und zugleich berichtet, daß an diesem Gemälde, der Dauerhaftigkeit wegen, vier Farben, die eine über die andere, gesezt gewesen: fo kan dieses schwerlich anders, als von einem viermaligen übermalen verstanden werden. Wen ferner Plutarchus (venx.Il-. c. 22.) und Älia» (vur. I. >2. c, 4>.) erzähle», daß Protogeues an diesem Gemälde sieben Jahre gearbeitet habe: so ist zu glauben, daß er einen ausserordentliche» Fleiß darauf verwandte, und in der Geschichte der alte» Kunst ungefähr eben die Stelle einnehmen kan, welche Leonardo da Vin> ei i» der »euer» Zeit behauptet. Me>>er. 10 Buch, 1 Kav. selbe von seinen Arbeiten ruhet / mit der Beischrift: i) §. 26. Den Nikomachus/ einen gleichfalls berühmten Maler dieser Zeit/ führe ich hier auS keiner anderen Ursache an/ als weil derselbe, nach dem Plinins/ der erste gewesen/ der den Ulysses mit dem ihm gewöhnlichen spizigen Hure gemalet hat; folglich wäre keiner von den geschnittenen Steinen/ die ihn also vorstellen/ vor dieser Zeit gearbeitet worden; der erhobenen Werke in Marmor nicht zu gedenken. 2) §. 2 7. Nebst den Anmerkungen über die Kunst und über die Werke dieser Künstler verdienen die >) 8lrsli. I. 14. c. 2. n. Z. s^oega, Lz5sir!I!evi, tav, 7«,) Dieser Satyr des Protogenes hieß theils wegen seiner Stellung/ theils wegen der ungestörten Sicherheit und Muße, deren sich der Künstler bei Verfertigung dieses Gemäldes ersrente, während die Stadt Rhodus vom Demetrius Polio rketes belagert war, und der kleine Garten des Künstlers vor der Stadt selbst einen Theil des seindlichen Lagers ausmachte. >> Z5. c. 10. sect. 36. n, 20.) Meyer. 2) 1^. 35. c. >0. sect. 36. n. 21. Nikomachus war ein Zeitgenosse des AvelleS, Aristides und Protogenes. Dieses ergibt sich theils aus dem Plinius (I. c. et I. 36. c. 7. sect. 32.) und Cicero (s,), welche ihn zugleich mit jenen Künstlern nennen, theils aus der Nachricht (?Iin. I. c), daß er von Aristratus, den, Tyrannen der Sikyonier, beauftragt worden, das Grabmal deS Dithyrambendichters Telestes auszumalen; und Aristratus lebte (plularcli. in Xr»t. e. i3.1 zu den Zeiten des Königs Philivvus von Makedonien. Halten wir die Aussagen des Plinius, des Vetruvius c>. 3, proazm.) und des Plutarchus (l'imol. c. 36.) zusammen, so war Nikomachus einer der vortreslichsten Maler, und besonders als Colorist berühmt. Meyer. (Man Vergleiche l Band S. lZl-Z 34 Geschichte der Kunst. wenigen Bildnisse Alexanders des Großen/ die der Vernichtung entgangen sind/ billig einige Betrachtung/ da erden Namen des Großen nicht weniger in der Kunst/ als durch seine erstaunenden Un> terneimungen erlanget hat. Keine Bilder der Gottheiten/ Helden, und anderer berühmten Männer haben gleiches Recht/ mit den seinigen in der Geschichte der Kunst zu erscheinen; den Alexander ist als ein Theil derselben zu betrachten/ weil er aus eigenem Triebe der größte Beförderer derKunst gewesen ist/ den die Welt gesehen hat/ und an dessen Freigebigkeit alle Künstler seiner Zeit Antheil gehabt haben. Ja dieser sein Ruhm ist gerechter, als alle Siegeszeichen über seine Eroberungen/ und als alle Denkmale seiner Züge durch unzählige Reiche; den er theilet denselben mit niemand/ weil er ihm selbst allein und seiner Einsicht eigen ist/ nnd der strengste Richter menschlicher Handlungen kan denselben durch keinen Tadel verdunkeln. §. 28. Ob die vorhandenen Bildnisse dieses Kö- ? nigS Werke aus seiner Zeit seien / ist nicht zu behaupten/ noch weniger ist auf die Künstler derselben eine Muthmaßung zn machen: den wir wissen/ daß LysippuS das Vorrecht hatte/ ihn in Erzt zn bilden/ so wie Pyrgoteles in Stein zu schneiden; es wird aber nicht gemeldet/ welcher Künstler eben dieses Vorrecht auf dessen Bilder in Marmor gehabt habe; es hat auch kein Bildhauer dieser Zeit gleichen Ruhm mit dem LysippuS erlanget, l) §. 29. Von Alexanders Köpfen sind drei derselben die vorzüglichsten; der größte befindet sich in der großherzoglichen Galeric zu Florenz/ der j) Nachdem der Autor i» der ersten Ausgabe, S- 35 0, von der Grupe des Laokoon ocredet, fährt cr s also foek: „ Ausser diesem schönsten und große» Werke w Buch/ i Kap. 36 zweite im Museo Capitolinv/ und der dritte/ welcher in dem Museo der Königin von Schweden war/ stehet izo zu S. Jldefonso in Spanien. Es ist bekant/ daß Alexander das Haupt gegen die eine Achsel gesenkt getragen; >) und also sind alle seine Bildnisse vorgestellet/ so daß sein Blik in die Höbe gerichtet ist/ welches auch in einer griechischen Sinschrist auf dessen Statue/ vom LysippuS gearbeitet/ angezeiget worden.^) Eine Starue des Pyrrhus oder Neoptolemus/ des Achilles Sohn/ war ebenfalls mit den Augen gen Himmel gerichtet vorgestellet. §, 30. Der Wurf der Haare ist den Köpfen des Alexanders unter allen Bildern der Helden „der höchste» Zeit der Kunst, lebet dieselbe in den „Münzen Königs Philippus von Maeedonien, Ale- „randers des Großen, und dessen nächsten Nach, „ folger, Der siz e nd e Iupi r er aus Alexanders „ Münzen in Silber kan uns ein Bild geben von dem „olympischen Jupiter des Phidias; so Viel „ Göttlichkeit ist auch in die kleine» Züge seines Gesichts „ geleget, und die Arbeit ist zur höchste» Feinheit ge- „ trieben. Auch der schöne Kvvf dieses Königs in Mar> i, mor, größer als die Natur, in der Galerie zu Flo< „ renz, köiite dieser Zeit würdig geachtet werden: ein >, kleitterer Kops desselben in Lebensgröße, in, Campi- „ doglio, ist wie sür eine Copie »ach jenem Kopse von >, der Hand eines guten Künstlers zu achten. Ei» Ver- „ meineter Kopf des Alexanders in Erzt, unter den „ hereulanischen Entdeknngen, ist in den Augen desieni- „ gen, welcher jene ke»»et u»d untersuchet hat, nur >, mittelmäßig. " — Der 2? und Z0 Paragraph dieses Kapitels sind offenbar später Vo» dem Autor geschrieben worden, um die angeführte Stelle zu ersezen, Meyer. >) ?Iuti>rcI>> in ^Ici. c. 4. Os iortituZ. 2. x. ZZ2. 2) ^nalcct. t. 2. xi 5Sl x. 4gi n. >4. 36 Geschichte der Kunst. allein eigen, und gleichet den Haaren des'Jupiters, für dessen Sohn Alexander wollte gehalten sein; das ist: wie ich in dem ersten Theile dieser Geschichte gemeldet habc,^) sie sind aufwärts ge- » strichen und fallen von der Seite bogcnweis in verschiedenen Abtheilungen wiederum herunter. Da ihn nun Lysippus mit den Zeichen dieser Gottheit vorstellete, wird dadurch wahrscheinlich, daß er auch in seiner Gestalt etwas von der Ähnlichkeit des Jupiters angebracht habe, welches in den Haaren geschehen kontc, die nachher auch von anderen Bildhauern werden nachgeahmet worden sein. K. 31. Sind wir mit Köpfen dieses Königs schlecht bedacht geblieben, so sind wir eS noch schlechter in Statuen; den es befindet sich zwar in der Villa Albani eine heroische Statue über Lebensgröße, deren Kopf mit einem Helme das Bildniß des Alexanders ist: es ist derselbe aber dieser Statue nicht eigen, und eben diese Bemerkung mache man an Statuen ausser Rom, die mir nicht bekant sind, wen sie durch den Kopf den Namen des Alexanders führen. Die einzige wahre Statue und in Lebensgröße ist vielleicht diejenige, die der Marchese Nondinini zu Rom bcsizet;^) 0 lS B. S K. jj §.z Z) Visconti rechnet sie nicht zu den zuverläßigen Bild' »issen dieses Eroberers. Die Statue Aler anders von Marmor unter de» gabi Nischen Altertümern, deren ode» im 10 §. Mel> dung geschehe», war zur Zeit Winckelmans »och nicht ausgesunden. Der herculanischen Bronze, welche Alexander zu Pferde vorstellt, hat der Autor zweimal im Texte gedacht. Es scheint aber, daß er in Hinsicht derselben nicht völlig mit sich einig gewesen. Im 5 B. > L K. 2i §. heißt es: die Bildung sei einem Alexander in Allem sehr ahnlich. Im 7 B. 2 K. §. wird r» 10 Buch/i Kap. z? den der Kopf derselben, ohne Helm, ist niemals von dem Körper abgelöset gewesen/ und ist dergestalt unversehrt geblieben , daß nicht allein die Nase nichts gelitten, welches' Gliik sehr wenige Köpfe gehabt haben/ sondern es ist auch die Haut im geringsten nicht zerfressen. Alexander ist hier heroisch vorgestellet/ das ist: völlig nakend/ so daß er den rechten Ellenbogen auf den rechten Schenkel gestüzet hat / und folglich gekrümt stehet. Die oberen Haare sind auch an diesem Kopfe/ wie an den vorher angezeigeten Köpfen/ geworfen/ so daß auch ihre Abtheilung nicht im Geringsten von dem kapitolinischen und von dem zu Florenz verschieden ist. hingegen «in vermeinter Alexander genant. Indessen glauben wir, daß man sich liiedurch nickt irren lassen, sondern mit Visconti tlconogr. t .2. x, 42.) als entschieden annelimen dürie, dieses Denkmal sei in der That Alexanders Bildniß. Meyer. t) Fea sucht zu beweisen, daß die berühmt gewordene Herme Vou niarmo cipollino ststuario, welche bei der Nachgrabung in der Villa der Pisonen zu Tivoli im Jahre l77S aufgesunden worden, ein wahrbastes Bildniß Alexanders sei. Die Haare an derselben sind auf die von Winckelmaii angezeigete Weise geworfen; die Züge des Gesichts, in welckem die Haut ein wenig zerfressen ist, scheinen den Alexander im maii- licken Alter anzudeuten und dem von den alten Au« toren geschilderten Charakter desselben zu entsprechen. ^lisu. var. lüst. I. 12. c. 14. «le eipe6. ^lex, l. 7. c. 2ö. plin. l. 35. c, >o, secl. 36. «. 12.) Die Nase an dieser Herme ist modern. Wiewohl Mengs beim ersten Aublik, und noch «he die Inschrift entdekt war/ dieses Denkmal für ein Kunstwerk aus den Zeiten Alexanders gehalten (Opere
  • 1 p, 5»K.) dienen, wen er behauptet, das, kein wahrhaftes Bildniß Alexanders vorhanden fei. ?Z!eyer. 10 Buch/i Kap. ZS terredung mit Diogenes' gebildet/ wie dieser, in seinem Fasse von gebranter Erde liegend/ jenen unter den Maliern der Stadt Korinth empfängt; dieses Stük/ in der Villa Albani/ ist in meinen Denkmalen deS Altertums bekant gemachet. ß. 3-^i. Voin DemostheneS, dem größten Redner dieser und aller Zeiten/ dessen Statue zu Athen stand/und dessen Bildnisse in Erzt und Marmor an unzähligen Orten waren/ würden wir/ >vaS seine Gestalt betrift/ einen unrichtigen oder gar keinen Vegrif haben / weil nicht in den herculanischen Entdeckungen zwei kleine Brustbilder von Erzt gesunden wären. Sie sind kleiner als die Natur/ und daS kleinste bat auf dem Sokel den griechischen Namen dieses berühmten MaiincS eingegraben. Da nun «.14. lDen km a le, Numero 2) pauzan. I. 1. c> 3. ?Iut.ircI>. in Ocinastli, e. Zo. pliot. Iiililiotli. c^oil 278. x. 147g Die dem Demosthenes von den Athenern gesezte Porträtstatue war von Erzt/ und mit einem Schwert zur Seite; den also bewasnet svrach Demosthenes/ als Antipater die Auslieferung der atheni- enstschen Demagogen soderte. Die Inschrift am Sokel der Statue hat Plutarchus (I, c.) erhalten. Meyer. Geleitet durch das Brustbild im herculanischen Muse»/ hat man seither mehrere Kövse in Marmor als Bildnisse dieses großen Redners erkant. Einer der schönsten solcher Kövse wurde einer stzenden Statue im Museo Vaticano ausgesezt/ wovon die Abbildung bei Visconti. (Aus. pio-LIcm. t. Z. t!»v. >4.) Eine ganze stehende Figur des Demosthenes von weissem Marmor/ deren Bestzer der Herzog von Dorset in England sei» soll/ wurde i» Campanien gesundeni und ist bei Geschichte der Kunst. beide Köpfe einen Bart haben/ aber keine Ähnlichkeit mit einem erhoben gearbeiteten Brustbilde ohne Bart/ mit eben diesem Namen bezeichnet, welches in Svanien zu Taragona gefunden und vom Ful- vius UrsinnS/ Bellori nebst Anderen als das Bild dieses Redners bekant gemachet worden/ so muß dieses eine andere Person vorstellen. §. Z5. Da wir also Ursache hatten zu glauben, daß sich nur allein in gedachten zwei herculanischen Brustbildern das Bildniß des Demosthenes erhalten habe/ und daß auf Denkmalen in Rom keine Fea (t> 2> t->v. 6.) abgebildet, wo auch (>,>284.) ein» ander» ähnlichen, doch weniger wohl erhaltenen Statue in der Villa Aldobrandini zu Frascati Meldung geschieht. Im Museo des Prinzen von Piomliino zu Rom befindet sich, nach Visconti Mus. Piv-Llem. t. Z.p. >5.) ein tiesgeschnittener Stein, in welchem D i os- k 0 ridesden Kovs des Demosthenes ganz von Angesicht Vorgestellt. Diese trefliche Gemme wurde von Winckel- mai? (vorläuf. Abh. -tK. t72 §. Vignette Nume- ro tü.) und von Bracci iivl>?»iorie clexli lucisvri. t. 2. tav. kg.) als das Bildniß eines u n b e k aii te n edirt; beide New nen den Stein irrig einen Carnevl und er ist ein sehr schöner A m et li» st. I» der Villa Pansili bei Rom befindet stch ein schildförmiges Hohrelies mit dem Brustbild des Demosthenes und seinem eingegrabenen Namen. Dieses Denkmal hätte schon früher als die herculanische HZronze zur Erkennung des Bildnisses von Demosthenes verhelfen können; weil es aber nur mittelmäßig gearbeitet ist, so mag nian auf dasselbe wenig geachtet, und sogar das Altertum der Jnschrist, welche Visconti cNuz. pio-LIe>». t. 6, p. 5Z,) für wirklich antik hält, bezweifelt haben. V i sc 0 nti hat auch (Mus. t, k. tav. Z7.) eine Herme bekaiit gemacht, welche unter den »och vorhandenen Bildnissen des Demosthenes wohl eines der vorzüglichste» sein mag. Meyer. 1) I''ulv, Hrsi». InlKßill. iUustr. n. 65. 10 Buch/I Kap. Spur von ihm zu finden sei/ kam dennoch im Januar 1768 ein Abdruk in GypS zum Vorschein/ welcher ehemals über ein kleines erhobenes/ aber vielleicht verlorenes Werk von gebrauter Erde/ von etwa zween Palmen in der Höhe/ geformet worden. Hier ist die ganze Figur des DemostheneS in dessen Alter vorgestellet/ so daß der Kopf eine vollkommene Ähnlichkeit mir jenen Brustbildern hat. ES sizet derselbe auf einem vierekten Steine/ halb na- kend und mit geneigtem Haupte voller Überlegung/ und hält in der linken Hand/ die auf den Stein gestüzet ist/ eine gerollete Schrift/ mit der rechten aber hat er sein Knie gefasset; an dem Steine stehet sein Name: äNAIQTGLNNT, und unter demselben das Wort: LNILQAllOT, 2) welches bei den alten Scribenten selten ist/ und gebrauchet wird von dem/ was auf einem Altare lieget oder sizet; beim Pollux Heisset M- x°5 ein Gesang/ der bei dem Altare gesungen wurde. 5) ES stellet folglich dieser Stein einen Altar/ S«//.-?, vor/ und zwar den Altar in dem heiligen lind unverlezlichenTempel deS Nep tunuS-') auf der Insel Kalauria/ ohnweit dem Gestade von Trözeue/ wohin sich DemostheneS aus Athen vor der Verfolgung des AntipaterS/ Statthalters iiber Mcedonien/ gerettet hatte/ und wo er im zwei und t) Es ist ungefähr ein und ei» Drittel Palm hoch und ei» Palm breit; und vor Winckel mails Zeit an den Doetor Mead nach England gekommen. Fea. 2) Mgebildet bei F c a, wo die Inschrift wirklich ein n in dem Wort Demosthenes hat, wie ich hier angebet Z) 1^ 4. c. >0. segm.^g. x. Zg/j. 4) ?-u-an. I. >. c. S. in Ociuosll,. c. 29. 42 Geschichte der Kunst. sechzigsten Jahre starbt) durch Gift/ welches er in seinem Fingerringe verschlossen trug/ um nicht seinem Feinde in die Hände zu gerathen. Wir haben also auf dieser Gypsform den DemostheneS auf einem ^ Altare sizend/ und in eben dem Alter/ worin er sein Leben endigte/ und in den betrübten und verzweifelten Umstanden vorgestellet/ die ihn nöthigten / aus der Welt zu gehen; ja aus der Form der Buchstaben unserer Inschrift/ verglichen mit den Zügen des Namens auf dem einen herculanifchen Brustbilde/ wird wahrscheinlich/ daß die Figur desselben älter sei/ als die herculanischeu Köpfe. Ich werde dieselbe zu ihrer Zeit in Kupfer an das Licht stellen. In dem um gedachten Tempel des Neptunus eingeschlossene» Plaze Oc^/Z-»^) befand sich noch zu Paufanias Zeiten das Grabmal dieses berühmten Mannes. . i) Nach Gcllius !l. i5, c. 26.) im SV, nach Andern im 67 oder im 70 Jahre. Me»er. 2) Man vergleiche die verschiedenen Nachrichten der Alten über den Tod des Demostbeues bei Plutarchus (Oemostli. c. 2g — Zu.) und P h o t i u s. (Lidliolli. Loä. 27?. x. >478.) Me»er. lDas Schönste über diese Scene ist I.uci->ai LncomI- um Oemostiicuis. t. 9. c ZZ. Heeren (Ideen, ZN. l Th. 410 — 418S.) schein» dieses erhobene Werk nicht gekant zu haben, wen er meint, daß ein so schöner und würdiger Gegenstand, wie der verfolgte und am Altare des Neptunus Sckuz sw chende Demosthenes in den leiten Augenbliken seines Lebens »och nicht von der bildenden Kunst behandelt worden. Meyer, Zweites Kapitel. ß. t. Alexander der Große/ dessen Tod nicht weniger als sein Leben in der Geschichte der Kunst ein merkwürdiger Zeitpunkt ist/ starb in der Blüthe seiner Jahre/ im ersten Jahre der hundert und vierzchenten Olympias/l) und wenig Jahre nach dessen Tode/ nämlich in der hundert und zwanzigsten Olympias, saget Pli nius/ habe die Kunst auf- gehöret.2) Ich will nicht untersuchen/ ob dieses eben so richtig gesaget sei/ als wen Tacitns behauptet/ daß nach der Schlacht bei Aktium Rom keine großen Geister mehr hervorgebracht habe; oder/ wie wir wisse»/ daß mit dem Tode des Äugustns die römische Sprache und Beredsamkeit plözlich ausartete.^) Man könte glauben / daß Plinius etwa auf Athen insbesondere sein Absehen gerichtet habe/ wie ich nachher berühren werde; den aus der Folge dieser Geschichte wird in Absicht der griechischen Kunst überhaupt das Gegentheil darzuthun sein. ß. 2. Nach Alexanders des Großen Tode erhoben sich Empörungen und blutige Kriege in den eroberten Reichen desselben/ so wie in Maccdvnien selbst/ unter seinen nächsten Nachfolger»/ die um 1) ?etav> Oocirin. temxor. t> 2. i>, g?g. 8t. Oo!x, IZüi»». 6e8 k'ist. x. 63g. Meyer. 2) 1^. 34. c. 6. sect. 19. xrZnc. l^sie ruhte eine Zeit lang.) Z) 1.1. c. !. 4) l'iradvsc^i, Ltol'ia !tal. t. 2. xrollm. Lul!' lZecQci. lleltL scieu2.(.'. F ea. Geschichte der Kunst. die hundert und vier und zwanzigste Olympias alle bereits mit Tode abgegangen waren/ und diese Kriege dauerten fort auch unter den Nachfolgern und Söhnen von diesen. Griechenland litt in kurzer Zeit durch feindliche KriegSheere/ mit welchen es unaufhörlich überschwemmet wurde, durch die fast jährliche Veränderung der Negirung, und durch die großen Schazungen/ womit die Nation erschöpfet wurde, mehr/ als in allen vorigen innerlichen Kriegen der griechischen Städte unter sich selbst. Z. Z. Die Athenienser, bei welchen der Geist der Freiheit nach Alexanders Tode auswachete, macheten den lezten Versuch/ sich dem sanften Joche der Macedonier zu entziehen/ und brachten andere Städte wider den Anti pater in Waffen,- aber sie wurden nach einigen erfochtenen Vortheilen bei La- mia geschlagen und gezwungen, einen harten Frieden einzugehen/ worin ihnen auferleget wurde/ die Unkosten des Krieges und noch überdem eine große i Summe Geldes zu zahlen/ und in den Hafen Mu- nychia Vesazung einzunehmen. Ja die aus izo gedachter Schlacht entronnenen Athenienser wurden allenthalben von den abgeschikten Macedoniern auf» gesuchet/ uud aus den Tempeln/ wohin sie gefluchtet waren/ mit Gewalt gerissen/ und ein Theil von den Burgern wurde nach Thracien gcschikct/ so daß die Freiheit der Athenienser hiermit ein Ende hatte. Polysperchon/ des Antipaters Nach- 1) vioä, 8ic, I. ig> c. g— >3. pausan. I> i. c. 2Ü — ik. plutarcli, in ?I>oe. c. 23—24. Austin. I> iZ. c. 5> Me»e r. 2) I. 9. r> 2g. Günstiger als Polvbius urtheilt Diodor (I>iS, c. iS.) über die Art, wie Antipater die Athener beham delte, und über die Bedingungen des Friedens, welchen er mit ihnen schloß. Me»er. 10 Buch, 2 Kap. 65 folger in der vormundschaftliche» Negirung in Ma- cedonie»/ ließ zwar kurz nachher in einer öffentlichen Ankündigung allen Griechen ihre vormalige Verfassung und eigene Negirung darbieten; t) eS wurde aber dieses Anbieten nicht erfüllet/ und in Athen geschah das Gegentheil; den die Hafen dieser Stadt blieben/ auf Anrathen des PhocioN/ mit macedonischen Völkern besezet. §. Die Kunst/ welche von der Freiheit gleichsam das Leben erhalten/ mußte also nothwendig durch den Verlust derselben/ an dem Orte/ wo dieselbe vornehmlich geblühet/ sinken und fallen. Kas-- sander/ Sohn des AntipaterS/ und König in Macedonien/ nachdem er das ganze Geschlecht Alexanders des Großen aus dem Wege geräumet hatte/ sezete den Atheniensern den berühmten De- metrius PhalereuS zum Regenten ihrer Stadt, welcher dieselbe ganze zehen Jahre nach seinem Wink und Willen zu ziehen wußte/ und Athen wurde wiederum so volkreich/ als es sonst gewesen war. Man sollte aus den dreihundert und sechzig Statuen von Erzt/'i) unter welchen viele zu Wagen und zu Pferde waren/ welche dem DemetriuS PhalereuS binnen Jahresfrist von seinen Bürgern aufgerichtet wurden/ schließen/ daß die mehresten Athe- nienser reiche Bürger nnd Künstler gewesen. §.6. Dieses Regiment bestand/ bis DemetriuS Poliorcetes/ Sohn des Königs Antigo- 1) OiolZ. 8!c. I. 16. c. 55—56. in ?koc. c. Z2. 2) O!o6. Lic. 1. i3. c. 65. Z) 16. I. »3. c. 74. 4) ?Iin. I. 34. c. 6. 8ect. 12. OioZ. 1. 5. ^5. Nach Di o Ch ry sostom us (ornt. Z7. p.466.) waren es und nach Plutarchus (k.eizzud!. xr«- cext. ö2o.) nur 300. Meyer. 46 Geschichte der Kunst. nus in Syrien/ den Kassa nder schlug und Mace- donien eroberte/l) welchen Umsturz auch Athen empfand; den die Stadt mußte sich diesem glüklichen Sieger übergebe»/ und der Regent wurde flüchtig > und begab sich nach Ägypten/ wo er bei dem ersten Pto lemäuS Schuz fand. 2) Dieses geschah in der hundert und achtzehenten Olympias. Kaum hatte er Athen verlassen/ da das unbeständige und unerkent- liche Volk alle seine Statuen umwarf und zerschmelzen ließ; ja sein Name wurde an allen Orten vertilget. 3) §.6. Gegen den Demetrius PolioreeteS hingegen bezeigeten sich die Athenienser ausgelassen in Ehrenbezeugungen/ und es wurde eine öffentliche Verordnung gemachet über goldene Statuen/ welche die Stadt diesem ihren neuen Herrn und dem Anti- gonus/ seinem Vater/ sezen wollte.^) Das hier wirklich goldene Statuen gemeinet sei»/ sollte man schließen aus einer ähnlichen Verordnung der Stadt > Sigeum/ im trojanischen Lande/ über eine goldene Statue zu Pferde/ die daselbst eben diesem Anti gönn K aufgerichtet werden sollte. 5) Aber eben diese verschwenderische Schmeichelei gereichete zum Nach t) K a ssa n d c r wurde »war durch den D e m e t r i u s P o li> orketes genöthigt, Griechenland zu verlassen; aber er blieb bis zu seinem Tode (Ol»mp. 120. Z.Z im ruhigen Belize von Makedonien. Me»er. 2) plut.ircl,. in c. ö — g. l>io<1. Lic. I. 20. c. /zS. Me»er. Z) ?Iin. l. 3/,. c. 6. scct. 12. Eine einzige Statue des Demetrius Phalerens/ ^ welche sich aus der ?lkropolis befand/ wurde gerettet. (Oiox. lauert. I. 2. scßlli, 7^.) M e>> e r. 4) Lic. I.20. e. ^6. 5) d'nsliull. ^ntics. asiat. »ci p. 62 ct sVcll ^ gediegnem Gold gegossen oder gehämmert mag wohl sein, s doch innen hohl.l 50 Buch/ 2 Kap. ^7 theile der Wahrheit und des Fleisses' in der Kunst/ und es tönte scheinen/ daß man in der Kunst die Blumen mehr als den Kern gesuchet habe; so wie/ nach sdes^ Plinius Bemerkung/ das Blumenreich den Kriechen allererst nach Alexanders des Großen Zeir bekant geworden. ?) §. 7. Die niederträchtigen Schmeicheleien der Arhenienser hatten diese dem DemetriuS Po- liorcetes verächtlich gemachet/^) der ilinen nach Verdienst begegnete, 4) welches sie veranlasset«:/ sich wider ihn zu empören/ nachdem Antigouus/ sein Vater/ in der Schlacht bei Hpsus geblieben war/ und Lachares warf sich als das Haupt der Stadt auf.5) Diesen Meineid ließ Demetrius die Athenienser empfinden/ indem er den Lachares verjagete/ das Museum befestigte und Besazung hineinlegete/ welche Umstände diesem Volke eine wirkliche Knechtschaft schienen» In den nächstfolgenden Zeiten war end- j) In der ersten Ausgabe, S. Z56, steht hier noch weiter : „ Es ist im übrige» gewiß/ daß dcr Flor der „Kunst nicht länger als nach Aleranders Tode be- >, stände», das ist, wie Plinius diese Zeit angibt (I. „ Z4. secl, 19.), in der hundert und zwanzigste» Slym- „ pias. " Diese Stelle enthält Unrichtigkeiten. Meyer. 2) 1^. 21. c. 3. scct.24. Z) In der erste» Ausgabe, S. 355, lautet diese Stelle: „König Demetrius Poliorcetes ließ ihnen „ zwar wiederum einen Schatten derselben sder Freiheit^ „ sehen; allein ihre unglaubliche Schmeicheleien und Nie- „ derträchtigkeite» gegen diese» Prinze» macheten sie der „ Freiheit »»würdig, und dcr Genuß dauerte auch nur >, eine kurze Zeir. " Meyer. 4) plularcli. in Oeniclr. c. I0— iZ. Meyer. 5) ?IutarL^. in Oemctr. c. »Z —Zo. Diocl. öic. I. 20. c. 47. 1. l. c. 2?. 6) Oieseare^. i63. ^plulsrcli. ia Oeiuelr. c. ZZ — Z4. kauza«. I. 1. c. 25.^ 4s Geschichte der Kunst. lich diese ehemals mächtigste griechische Stadt dermaßen heruntergekommen/ daß/ da Athen mit den Thebanern wider die Lacedämonier ein Bündniß Machete/ und zur Erschwingung der Kosten eine allge- ^ meine Schäzung von allen Güter»/ von Haus und Hof/ und von baarem Vermögen in dem ganzen atheniensischen Gebiete gemachet wurde, an der Summe von sechstausend Talenten annoch 260 Talente fehleten. In solche Umstände waren die Athe- »lienser verfallen wenige Jahre nach der Zeit/ da sie einem einzigen Menschen einige hundert Statuen von Erzt errichteten/ welche izo in der ganzen Christenheit nicht bewerkstelliget werden könten. In dieser Verarmung der Stadt Athen/ wo Schiffahrt und Handel/ als die Quellen des Reichtums/ aufgehöret hatten/ sahen sich die Künstler genöthiget/ diesen ihren vornehmsten Siz zu verlassen/ und anderwärts ihr Glük zu versuchen; und die Kunst selbst verließ/ so zu reden/ Griechenland auf einige Zeit/ und ging > nach Asien und Ägypten. Dieser Fall des FlorS der Kunst ist zu verstehen von Künstlern/ welche sich von neuem hervorgethan; den diejenigen/ welche/ als Ly- sippuS/ ApelleS und Protogenes/ besagete Zeit überlebet/ werden nach ihrem Flore gerechnet. Die große Veränderung nach Alexanders Tode änssert sich auch in der Sprache nnd Schreibart der Griechen; den ihre Schriften sind von dieser Zeit an größtentheils in dem sogenanten gemeinen Dialekte abgesasset/ welcher zu keiner Zeit/ oder an irgend einem Orte die Mundart des Volks war; es war eine ») I. 2. p. 14J. Diese Schäzung gehört in das Z Jahr der jvo Slym, Viadc, uud ist folglich hier unpassend. Meyer. Wan vergleiche SB. t K. 28 §, Note,) 10 Buch, 2 Kap. Sprache der Gelehrten, so wie es die lateinische izo ist. z. 8. Bevor wir aber die Aufnahme der griechischen Kunst/ und ihr Schiksal in Ländern, wo dieselbe zuvor nicht war geübet worden, betrachten, kan der Leser dieselbe beurtheilen in ein paar Werken, die vor ihrer Wanderung hervorgebracht worden; und diese sind eine Münze des Königs' AntigonuS des Ersten, und Vater des gedachten DemetriuS Po- liorceteS, welche ohnstreitig aus dieser Zeit ist, und bernach das große Grupo des sogenaiiten far- iiefischen Ochsen; und bei dieser Gelegenheit werde» die irrig sogenanten Bildnisse des berühmten PyrrliuS angeführet. K. 9. Die Münze, von welcher ich rede, und die ich selbst besize, ist in meinen Denkmalen des Altertums erklaret worden,nachdem dieselbe bereits' anderwärts schlecht gezeichnet und nicht besser erläutert erschienen war.^) Den man harte sich in 1) f Numero -ti.Z 2) I'iirlicli. rcF. Lxr. wli. 2. n> >. Dieser S Paragraph ist unverändert aus der wie« »er Ausgabe abgedrukt. In den Anmerkn »gen liat sich der Autor über die gedachte Münze also geänssert: „ Eine der schönsten Münzen dieser Zeit in Silber, und „ eine der größten griechischen Münzen in diesem Me- „ lalle, die mir betaut ist, den es hält dieselbe zween „ Zolle eines römischen Palms im Durchmesser, ist vom „ Könige Autig 0 nus vermuthlich dem E r steu, Könige „ in Asten. Aus der rechten Seite ist ein alter bärtiger „ Kovt sehr erhoben gevräget, dessen Haare nicht in kran- „ se Loken, sondern in geraden Slripen hängen, und „ über die Stirne fällt ein Schorf Haare herunter, wie „ an einigen komischen Larven aufwärts stehet, und der obere Augcnknoche» machet eine getrümmete Earieatur, „ welche diese» Larven auch gewöhnlich ist. Ei» Kranz Winckelman. 6. 3 Geschichte der Kunst. den Epheublättern/ die den alten Kovf umgeben/ Rohrblatter vorgestellet/ und also einen NeptunuS zu sehen vermeinet; Apollo aber/ welcher auf dem Schiffe der Rükseite sizet/ ist in eine bewafnete VenuS verwandelt worden. Hch habe gedachten Kopf der Münze auf den Gott Pa» „ von Epheu unigibt diesen Kopf/ welcher vermutlich den Gott Pa» vorstellet/ und auch auf einer Münze » des Gallienus (I>!»ia». Luinm. i, Z. p. gz.> gevrä, „ get ist. Diese Gottheit wurde besonders vo» den Grie- „ chen verehret/ weil derselben der Sieg über die Per, „ ser bei Marathon zugeschrieben wurde. Uud da auf „ der Rükseite das Vordertheil eines Schiffes gevrä, „ get ist/ so scheinet glaublich/ daß diese eine Ke, „ dachtniwnünzc sei eines Sieges/ welchen gedachter Am „ tigonus zur See erhalten / und denselben, nach dem „ Erempcl der Athenienser/ deni Gotte Pan z»geschrie, „ ben habe. Dieser Kovf kaii keinen Silenus vorfiel, len / weil dieser allezeit eine heitere und stille Mine „ im Gesichte zeiget; und entweder einen krausen Bart, „ ivie dessen Statue in der Villa Borghese/ oder ei, „ nen sanft geschlängelte» Bart hat/ nach Art der svgc, 5 »anten Kopse des Platv/ und ausserdem niit spizm „ Ohre» gebildet ist. Der Kovf der Münze hingegen „ zeiget ein ernsthaftes strenges Wese»/ »ut einem zotti, „gen stripichren Barte, welches den, arkadischen „ Gotte zukoint, und ist niit Evheu bekränzet, vermuth, „ lich wegen des genaue» Verhältnisses desselben mit dem „ Bakchus. Es hat derselbe die gewöhnliche» Wid, „ der hör »er nicht/ die den Pan bezeichnen; wir ft, „ hen aber aus einer griechischen Sinschrist des P hi lo, ! „ demus s^n-llcct. t. 2. x. go. n. 2g.)/ daß die Kunst, I ler denselben »icl't nach einerlei Modelle bildeten; den ! " die Figur des Pans/ die daselbst beschrieben wird, glich in der Brust und am Unterleib- einem Herkules, und an Beinen und Fußen einem Mereurius. > „Aus der Rükseite sizet Apollo mit einem gesvanne, ten Bogen i» der Hand/ aus dem Vvrdertheile eineS i I Schiffes/ und auf zween Balken desselben liefet man: „ äniironor. Hinter dem Apollo ste> 10 Buch/ 2 Kap. gedeutet, wie auch im vierten Kapitel des ersten Theils dieser Geschichte angezeiget worden; i) Apollo aber auf dem Vordertheile eines Schiffes/ nebst einem Delphin unter demselben/ kan ans den Beinamen desselben abzielen/ weil er sich in einen Delphin verwandelte/ da er ein kretisches Schis und in demselben die erste Colonie nach der Insel DeloS führete.^) Es wird auch Apollo vom Euripi- des 17-^-5, das ist: der Meergott genennet/ welcher mit seinen Pferden auf den Wellen der See fähret.^) Da nun die Athenienser dem Gotte Pan den Sieg bei Marathon zuschrieben/4) so kan die gegenwärtige Münze zum Gedächtnisse eines erhaltenen Sieges zur See geschlagen sei»/ welchen König AntigonuS geglaubet durch Beistand des PanS und des Apollo zugleich erfochten zuhaben. Diese Münze in der Größe des Kupfers/ welches dieselbe vorstellet/ ist von einem sehr erhobenen Gepräge/ und als eine der schönsten griechischen Münzen billig hier als ein wiirdigeS Denkmal der Zeiten/ von welchen wir reden/ anzuführen. §. 50. Wahrscheinlich ist auch eben dieser Zeit >, l,et ein Dreizak oder suzclna, und unter dem Schiffe „ ist ei» Delphin, welcher vermuthlich cin Bild sein soll „ des Beinamens der dem Apollo gegeben >, wurde, weil er in der Gestalt eines Delphins, cin » Sckis mit der ersten Colonie nach Delos gebracht/ um „ diese Insel zu bevölkern. Eine ähnliche Münze wird >, vom P. Frölich schlecht gezeichnet und irrig erkläret beigebracht. Diese Münze/ in dem Museo des Ner> >, sassers/ befindet sich aus dem Titelblatte dieser Anmer- >, kungen in Kupfer gestochen. " Me>? e r. !) lZ B. ! K. tll §.1 3) v. ioli. 4) Lcr<»Ivt. I. ö, c. lv5^ Geschichte der Kunst. znzncignen das große Werk vieler Figuren vom SlvolloniuS und TauriskuS, aus einem einzigen Vloke Marmor gehauen, welches sich in dem farnefischen Palaste befindet/ und unter dem Na- . inen des farnefischen Ochsen bckant ist. Ich gebe diese Zeit als wahrscheinlich an, weil Plinius', der nnS über die Zeit gedachter Künstler ohne Nachricht gelassen / die Blüthe der mehresten berühmten Künstler bis auf diese Zeiten sezct. ES ist bekant, daß dieses Werk den Amphion und den ZethuS vorstellet, wie sie ihre Mutter Autiope zu rächen, die Diree, welche LykuS/ Vater dieser Gebrüder, nach Verstoßung ihrer Mutter zur Ehe genommen hatte, an einen Ochsen binde»/ und also grausamlich schleifen lassen. ß. i l. PliniuS berichtet, daß dieses Werk ans der Insel RhoduS nach Rom gebracht worden, und gibt nur allein das Vaterland des TauriskuS/ die Stadt TralleS in Cilieien, an, wo er zugleich meldet, daß in der Inschrift ihres Namens nebst ihrem > Vater ArtemidoruS, auch ihr Meister Menc- krateS angezeiget worden, so aber, daß diese Künstler unentschieden gelassen, welchen von beiden ßc als ihren wahren Vater erkant, den, der ihnen das Leben gegeben/oder aber ihren Vater in der Äu nst, >) >) ? I!n. I, >?6. c, 6, sect. 4. n, >o. sFrüNer war TauriskuS im Terte als aus der I»! s sel Rl>od»s gebürtig angegeben. Lessing berichtigte den Irrtum - „ T a u r i sk u s ist nicht aus R hodus, so"> „ der» aus TralleS inL » dien gebürtig gewesen. W im „ckelmans Irrtum schreibt sich obne Zweifel daher, daß j „ er beim Plinius von diese»! Kunstwerke gelesen zu ha> » ben stch erinnerte: et eoilel» Is^i>, -illvccli „ opl'rz l'aunüci. Das Werk war aus „Rliodus nach Rom gekommen. Avollonius luid ^ Tauriskus wäre» Bruder, die eine so große Achtuns 10 Buch/ 2 Kap. 53 Diese Inschrift ist nicht mehr vorhanden; der sichtbarste Ort aber, wo dieselbe eingeliauen gewesen sein wird / ist der Stam eines Baums/ welcher der . Etatue des Zethus zur Stiize dienet; dieser aber ist größtentbeils neu/ so wie der größte Theil der Figuren selbst neu ist. K. t2. Das Gegentheil wird von mehr als voll einem Scribenten vorgegeben/') und wie ich mir vorstelle/ aus einem Mißverstände der Nachricht des Vasari. ES ist wabr/ daß dieser Scribent saget/ daß dieses Werk aus einem einzigen Steine und j>hne Stükc gearbeitet worden (in »n 8->ssc> «olo, e 5en?,a aber er hat sagen wolle» / wie der Augenschein beweiset, daß dasselbe vor Alters ohne Etiike bestanden/ und nicht/ daß es ohne Mangel irgend eines StükeS bei der Entdekung ausgegraben worden/ welches man aus dessen Worten schließen wollen. Eben daher/ und weil man nicht verstanden hat/ das Neue von dem Alten, und den grie- l chischen Meißel von dem Zusaze zu unterscheiden: ist das unerfabrne Urtheil desjenigen entstanden/ welcher dieses Werk eines griechischen Künstlers nicht würdig geachtet/ und es für eine Arbeit der römischen Schule gehalten hat. „ für ihre» Lehrmeister in der Kunst hatten, daß sie sich „auf ihre» Werke» lieber nach ihm, alS nach ihrem „leiblichen Vater/ nennen wolle». Den nichts an- i, deres kaü Plinius meine», wen er von ihnen sagt: 2) Vite 6c' piü xiUori. Vita <-ü Alicliel - ^ngt.1. t. 6. xart. 6. p. 264. Z) , Lingolkii'. Zi rnn«1. c. 7. P. 44. In der erste» Ausgabe schreibt Wi »ekelIN an, 6-! Geschichte der Kunst. Z. jZ. Die Ergänzungen von einem gewissen Battista Bianchi aus Mailand gemachet und in dem Style seiner Zeit/ das ist: ohne die mindeste Kentniß des Altertums, sind/ an der Figur der < Dirce/ die an den Ochsen gebunden ist/ der Kopf und die Brust bis auf den Nabel/ nebst beiden Ar- S. ?5Z, Von diesem Denkmale: »Man kail glaube», „daß der fogenante farnefifche Ochse eben dieses »Werk sei, und es scheinet nicht glaublich, daß man ein so ungewöhnlich großes Werk wiederholet habe, » Aber die es weit unter dem Begriffe, den eine Arbeit » aus guter Zeit geben sollte, und für cine fogenaiite römische Arbeit halten, sind so wie alle/ die von „ diesem Werke geschrieben haben, blind gewesen. Den »was das Schönste sein sollte, ist neu, was man » auch schreiben mag, daß es ohne den geringsten Man> » gel in den Bädern von Caracalla gefunden wor> » den, und keine andere Hülfe nöthig gehabt, als die » Zusanlmenfiigung der gebrochenen Theile. Die oberste » Hälfte der Dirce bis auf die Schenkel ist neu; am „ Zethus und A ni phion ist nichts als der Numrs 5 » alt, und ein einziges Bein an der eine» von beiden » Figuren; die Köpfe derselben scheint der Ergänzer nach »einem Kovfe des Caracalla gemachet zu haben; die« i, fer Bildhauer hieß Battista Bianchi/ ein Mailäw » der. Antiope, welche stehet, und der stzende junge j » Mensch, die sich fast völlig erhalten, hätten den großen ^ » Unterschied zeigen sollen. Man wird aufhören, sich zn . » verwundern, daß sich der Strik erhalten hat, wen der ^ » Kopf des Ochsen, an welche» derfelbe gebunden, neu »ist. A l dr ovan d i beschreibet dieses Werk, ehe es er- > » gänzer worden, und damals hielt man es für einen » Herkules, welcher den marathonischen Stier »erleget." — Aus den Anmerkungen, S. llZ: ! » Einer der größten Liebhaber der Kunst zur Zeit des > » Augnstus war Asinius Pollio, welcher die be- » sie» Statuen aus vielen Gegenden in Griechenland M » sammenbringen ließ, und dieselben öffentlich au,'stellet?. ^ »Unter diesen Werken waren auch Amphion, Je- ! »thus, Antiope, Dircs, der Ochse und der 10 Buch/ 2 Kap. L-5 incn; wie auch der Kopf und die Arme der Zlntio- pc: an den Statuen deSAmphion und ZctheuS aber ist blonder Rumpf alt, und an beiden nur ein Bein: die Köpfe derselben scheinet der Ergü'nzer nach einem Kopfe des Caracalla gemachet zu haben; „Strik, aus einem einzigen Blöke Marmor gehauen, „welches aus Nhodus geholct wurde, und ma» glaubet, „ cs sei dasjenige/ welches im Palaste Faruese stehet, „und unter dem Namen des farnesifchen Ochse» „ bekaiit ist. Die Künstler waren zwec»"Bri>der, Zlpol- „ lonius und Tauriskus genaiit, nicht aus Nhodus, „sondern aus Tralles, einer Stadt in Lvdicu, und „ in der Inschrift hatten sie als Vater ihren Lehrmeister „ und zugleich den, welcher sie gezeuget, angegeben, so „da» cs, wie Plinius meldet, zweifelhaft schien, wel< „ cher von beiden ihr rechter Vater sei. Diese Inschrift „ findet stch nicht aus gedachtem Werke, cs ist auch nicht „anzugeben, wo dieselbe könne gestanden sein: den es „fehlen n»r Beine, Arme und Köpfe, und an keinem „ dieser Theile kan die Inschrift gesezet gewesen fein, so 11 daß ein Zweifel erwachsen köiite, ob der sarne fische „Ochse das Werk sei, wovon Plinius redet. Alls „ neuere Seribenten, die von diesem Werke Meldung „thun, von welchen ich einige i» der Geschichte der „ Kunst angcsiihret habe, behaupten, daß cs ohne alle „ Verstümmelung gesunden worden, und vielleicht ist die- „ ser handgrcisliche Irrtum zuerst durch den Vasari „ erwachsen, welcher in dem Leben des Michael An> „gelo Buonarroti saget, daß dieses Werk aus ei- „ neni einzigen Steine gearbeitet worden, und ohne Stü> » ke sei. Ich habe die ergänzeten Theile angegeben, ha- „ be aber geirret, in dem Kovse des Ochsen, als web „cher alt ist; der Kopf der stehenden Antiope ist „ neu. Unter der Figur des Zethus lieget ein Tl»>r> „ fus, womit die Künstler auf das Landleben deuten „ wolle», welches derselbe erwählete: den der Th»rsus >, ist ein Spieß, dessen Spize mit Evheublattern nn» „ wunden ist, und man siehet hier die Svize hervorragen; „daher wird derselbe von den Diclitern ei» friedfer- „ tiger Spieß genennet. " M e»e r. 66 Geschichte der Kunst. an dem Ochsen sind die Veine und der Strik neu/ der aber einem unwissenden Reisenden die größte Anfincrksamkcit erweket hat. >) Z, l."!. Was hier alt ist/ als die stehende Figur der Antiope, den Kopf und die Arme ausgenommen/ und der sizende Knabe/ welcher erschraken ist über die Strafe der Dirce/ und nicht denLyknS/ ihren Gemahl/ vorstellen kan/ wie Jakob Gro- nov sich einbildet/^) tan denjenigen/ die einigen Geschmak des Schönen haben/ wodurch sich die alten Werke der Kunst anpreisen/ den Irrtum benehmen/ und die rühmliche Meldung gedachter Künstler beim PliniuS rechtfertigen. Der Styl des Kopfs des sizenden Knaben ist dem an den Köpfen der Söhne des Laokoon ähnlich. Die große Fertigkeit und Feinheit des Meißels erscheinet in den Nebensache»/ und der geflochtene Dekclkorb/ «ist-, welcher von Epheu umgeben ist,^) und unter der Dirce stehet/ um in ihr eine Bakchan tin anzudeuten / ist dergestalt geendiget und auf das Feinste ausgearbeitet/ als immer jemand hätte leiste» können/ der hierin allein eine Probe seiner Geschik- lichkeit hätte geben wollen. 1) klAinville, 2) l'Iiesaur. anli-j, Or»!c. t. l, I>i?, 3) Polpgnotus, der Freund der Mpsterie»/ hattet» seinem Gemälde in der Lefche zu Delphi die priesterliche Jungfrau Kleobäa ebenfalls mit einem Mpsterienkäst- lein/ cisw ni^-slics, auf dem Schoosze vvrge' stellt. (?au5üll. I.10. c. 2g.) Aleper. Das Denkmal wurde um das Jahr l7S6 von Rom nach Neapel gebracht, wo es gegenwartig neu ergänzt auf dem öffentlichen Sva-iergange Villa Reale aufgestellt ist. Wer pon ihm mehr zu erfahren wüufcht, lest/ was Henne (antiguar. Zinffäze. 2 St. t — 224 S.) über dasselbe gefammelt hat. Nur scheint dieser gelehrte 10 Buch/ 2 Kap. 67 H. 13. In der Villa Borghesc findet sich an der vordern Seite des Palastes ein erhoben gearbeitetes Werk in drei Figureil/ unter welchen Äntio- pe zwischen ihren zween Söhnen stehet/ wie durch die Namen der Personen, die über jeder Figur stehe»/ deutlich wird. Amphion hat die keyer, und ZethuS, als ein Schäfer/ seine» runden Hut auf die Schultern herunter geworfen/ nach Art der Pilgrime: ihre Mutter scheinet die Söhne um Rache anzuflehen wider die Diree. Dieses Stük ist in »leinen Denkmalen des Altertums bekant ge- niachet/i) eine besondere Erklärung desselben gegeben in dem fünften Kapitel des ersten Theils dieser Geschichte.^) Eben diese Vorstellung/ »nd jener vollkommen ähnlich aber ohne Namen/ findet sich in der Villa Albani.^) Forscher, indem er aus eigener Anschauung nickt urtheile» konte, eine viel zu geringe Meinung von dem Kunst- werth desselben zuhaben. Unter den von P ira n e si der» ausgegebenen Statne» findet mau die leidlichste Abbildung davon. Meyer. 1) sNumero S5.Z 2) sZ B. 4 Ä. 4 §.Z Z) Das Basrelief der Villa Albani hat Zoega 1-ilievi) tav. 42.) erläutert. Dieser gelehrre Forscher behauptet, daß hier, ungeachtet der den Figuren auf dem borghesischen Denkmal beigeschriebenen Name», nicht Antiope, Zetl, us und Auiphio», sondern Eur», dike, Orpheus und Mercur vorgestellt seien, wie auf einem Völlig ähnlichen Marmor in der königlichen Antikensamluna zu Neavel, welcher ehemals dem Duca Caraffa Noja gehörte, den Figuren griechisch beige- schrieben ist. Winckelman hat in den Denk malen, Numero 85, dieses zu Neavel befindlichen Basreliefs gedacht und sich die demselben beigefckriebenen griechische» Name» dadurch zu erkläre» gesucht, daß auch Geschichte der Kunst. §. 16. Von dem DcmetriuS Poliorcctcs und dem Könige PyrrhnS finde» sich Münzen von dem aUerschonsten Gepräge: ans den mehresten von jenen/ stehet auf der Rükseite ein auf das Feinste die Alten oft die Bedeutung dieses oder jenes Denkmals nur erriethe»/ und sich also in der Bestimmung eben so gut als die Forscher unserer Zeit irren koiiten. M ener. Der 16 und t 7 Paraaravh ist theils aus der erste», theils aus der wie»er Ausgabe iusammengesezt, In der er, sten Ausgabe, S. <55, lautet die Stelle: „Bon diesem 2 sDeinetrius Polio rcetesZ und dem Konige P »r, „ r h u s ftnden sich Münzen von dem allerschönsten Gepräge: „ auf den niehresten von jenen, stehet auf der Nükseite ein » auf das feinste gearbeiteter Neptunus, und die Münzen „ voni P»rrhus haben einen Kopf des Jupiters in „ der höchsten Jdea, oder einen schönen bärtigen Kopf, welche? etwa ein Mars ist. Einige habe» theils je, >, »en, theils diesen, snr daS Bilduiß des Pnrrhus ge- nviiimen, anf deren Ähnlichkeir sich auch die Benin, „ nuug eines KopsS beim Fulvius Ursinus gründet, „ oder auf die Ähnlichkeit derfelben mir dem Kopse ei, „ ner geharnischten großen Statue des Mars, welche >, ehemals im Palaste Masfimi war, und izo im Cani, i, pidoglio stehet! und so verhält es sich wechselweise von „ der Starue mit den Müllen. Hierzu kommen die „ Elephantenköpfe auf den Flügel», wie sie bei den Sll- i, ten hieße», am Harnische, welche man etwa aus die i, ersten Elephanten wird gedeutet habe», die diefer Kö- „ nig zuerst in Griechenland und Italien gefüliret, da, i, her man dieselben auch an der Bekleidung der ergän- » zeten neuen Füße angebracht hat. Dieser angenommc, » nen Meinung zufolge hat G ori einen ähnlichen Kops „ eines geschnittenen SteinS, in dem großherzogliche» „ Muse» zu Florenz, einen P»rrh us getauset. Dieser „ König aber hat vermuthlich nach dem Gebrauche seiner »Zeit unter den Griechen, entweder gar keinen, oder „ sehr wenig von Bart, wie aus einer großen goldenen » Münze desselben zu Florenz, getragen, und es hat kei> ,, ner von allen damaligen Königen einen Bart: den die 10 Buch, 2 Kap. 69 gearbeiteter NeptunuS, und die Münzen vom PyrrhuS haben einen Kopf deS Jupiters in der höchsten Zdea, oder einen schönen bärtigen Kopf. Einige haben theils jenen/ theils diesen für das Bildnifi deS PyrrhuS genommen. <) Ausser den Münzen des Königs PyrrhuS würden eine geharnischte Statue über Lebensgröße, welche ehemals im Palaste Massimi war und izo im Camvidogli» siehet,^) und ein paar erhoben gearbeitete Köpfe/ die dem Kopfe der Statue völlig ähnlich sind/ als >, Griechen fingen.,» unter Alexander dem Große» „ sich denselben abzunehmen. Es liat auch der von „ Montfaucon angeführete erhoben gearbeitete Kopf „von Porphyr, in der Villa Ludovifi, nichts mit „ dem P u r rhns zu schaffen. P » r r h » s findet sich wirk» „ lich mit einem glatten Kinne auf seine» Münzen, wie „ schon Pignorius beni erket hat, " ?Z! e»e r. t) So schon diese Miinzen auch find, sieht man dennoch, gegen die Münzen von Philip vuö und Alerander gehalten, ei» Abnehmen der Kunst. Meyer. L) AIus. d.ipitol. t. Z. t^v. ^g. Sie ist beinahe kolossal, in voller Rüstung, mit schlecht restaurirten Beinen, Armen, Helmbusch und einem Theil der Nase. Die antike Arbeit ist vorlrcslich, aber die Bedeutung des Ganzen ist schwer zu erkläre». Der Autor, veranlaßt durch die Ähnlichkeit deS KopsS mit dem Kopfe Agamemnons aus der großen Urne, die man gewöhnlich für das Grab deS Alexander Severus und seiner Mutter halt, wollte darin ei, nen Agamemnon erkennen, und die Würde der Figur scheint seiner Meinung nicht ungünstig zu sei». Visconti (IVIus. ?io - LIeni. t. 6. p. 4> (I>) hält sie für einen MarS, der Greife und Widderköpfe wegen, mit denen der Helm eben so, wie an znverläßigen Figuren deS Mars auf Basreliefs und Münzen geziert ist. Eine kleine Marmorfigur, die für eine antike Wiederholung der großen capitolinischen gelten könte, befi»det sich unter den alten Denkmale» der Villa Borghese. (Lcul- turc, 5tan2a Z. ». 2.) An derselben ist zwar der Kopf er- 60 Geschichte der Kunst. Denkmale der Kunst aus dieser Zeit unsere besondere Betrachtung verdienen/ wen diese sowohl als je> ne wahre Bildnisse des Pyrrhus wären, wofür sie inSgemein angenommen werden. Der eine von diesen Köpfen in Marmor befindet sich in dein farn e- sische n Palaste / der andere von Porphyr stehet in der Villa Ludovisi: >) ein dritter ähnlicher Kopf ist derjenige/ welchen FulviuS Ursinus als ein Bild dieses Königs bekaiit gemachet hat. Dieser angenommenen Meinung znfolge bat Gori einen ähnlichen Kopf auf einem geschnittenen Steine/ in dem großherzoglichen Mnseo zu Florenz, einen P y r- rhuS getaufet. ') K. t7. Zur Widerlegung dieser Benennung ist genug / anzuführen/ daß/ da gedachte Köpfe sowohl als die capitolinische Statue einen starken krausen Bart habe»/ die übrigen Nachfolger des Alexanders aber nicht weniger als PyrrhuS das Kin beschoren hatte»/ kein Kopf mit einem Barte diesen König vorstellen könne. Daß des Pyrrhus Bildniß auf feinen Münzen ein glattes Kin habe/ hat bereits vor mir PignoriuS bemerket;''') und gänzt, aber die Beine haben sich erkalte»/ und sind mit Rüstungen bekleidet. Mever. IMan vergleiche 5 B. t K. lS§.Z In der Villa Ludovisi befindet sich ein solches Denk mal von erhobener Arbeit, aber nicht in Porphyr/ so», der» in Marmor. Es ist von schöner Arbeit/ und gleicht in den Ingen des Gesichts der cavitolinische» Sta> tue auffallend; die Nase isi modern, ohne Zweiscl auch einiges am Helm und an der Rüstung. Meyer. Man vergleiche 7 B. t K. 2S §.Z z) Aus. ?Iorent. Ocmmso t. >. lab. 2?. n> 4. 4) epist. g. x. Z2. 10 Buch / 2 Kap. 61 von dctt übrigen griechischen Königen zu seiner Zeit/ bezeuget AthenäuS eben dieses;^) wie wir selbst auf ihren Münzen sehen. Auf der einzigen sehr seltenen großen Münze von Gold, in dem großherzoglichen Museo zu Florenz/ hat PyrrhuS das Kin mit ganz kurzen Haaren bewachsen. K. 18. Da nun in dieser Statne die Benennung des PyrrhuS aus angeführetem Grunde nicht statt findet, der Kops aber augenscheinlich ein Ideal ist: köntc vielleicht jemand hier einen MarS abgebildet zu sehen glauben; aber auch diese Meinung kan nicht bestehen; den MarS findet sich allezeit ohne Bart in allen seinen Bildern in Marmor und auf Münzen. 2) Ich bin also der Meinung/ daß diese Statue/ deren Kopf einem Jupiter mehr als anderen Göttern ähnlich ist / den kriegerischen Jupiter vorstelle, welcher auch den Beinamen 5»? führet/ das ist- d er Heerführer/ sonderlich da auch andern Götter» Panzer gegeben worden/ alS: dem Bakchus auf einem oben angeführeten Altare der Villa Albani, und einem gleichfalls oben erwähneten hctrurischen MereuriuSvon Erzt in dem Museo des Herrn Hamilton. Da aber dennoch das Haupthaar sowohl als der Bart verschieden von der Idee eines Jupiters sind/ und der Kopf unserer Statue vielmehr dem Agamemnon ähnlich ist/ wo in eben diesem Museo auf der großen Begräbnißurne der Streit desselben mit dem Achilles über die Briseis vorgestellet worden: scheinet mir die wahrscheinlichste Erklärung/ hier 1) 1^. >Z. c, Z, sn> iv. Beschreib, d. gcschnitt. Steine, 4 Kl. t Abtli. 2» Nmn.Z 2) Dieser Nehauvtung möchten erfahrne Numismaliker schwerlich ihre Zustimmung geben. Meyer. 62 Geschichte der Kunst. eben diesen König abgebildet zu sehen/ sonderlich da wir wissen/ daß derselbe zu Sparta einen Tempel hatte/ und mit dem Beinamen (Jupiter) daselbst verehret wurdet) so wie auch Gorgias . den XerxeS nantc/2) und OppianuS den Kaiser CommoduS. K. 19. Von einer Statue des Jupiters das ist- der guten Wind verleihet/ welche derjenige Philv/ dessen Statue des Hephästion/ Alexanders Liebling/ sehr geschäzet wurdet) kaii gemachet haben/ befindet sich noch die Base/ nebst der Inschrift zu Cbalcedon am schwarzen Meeres) den die Basen weggeführeter Statuen blieben zu- rük. 6) §. 20. Das Bild des berühmten KomikuS Mc< »ander/ welches Fulvins Ursinus gibt/?) ist nicht mehr in Noni/ und Scaliger irret/ wen er saget/ daß auf einer Inschrift/ die das GeburtS- und Sterbejahr des Men anders angibt/ der Kopf desselben gestanden:^) dieser kan vermuthlich niemals da gewesen sein. Die Inschrift stehet izo in Z) (Krieget. I. ». v. 3. 4) l'alisn. vrat. aü c 56. x. 121. 6) 8pon. HIi8ceI. p. 332. ^ Geier's x. 209. sliul. Inscr. 8'ig. p. 6». 6) pausan. I. 8. e. 36. 0. 49. 7) ImJZin. n. 90. L) Scaliger. anim37.) spricht von einem unter den Altertümern des Hauses Farnese befindlichen kleinen Basrelief mit dem Brustbilde und ein- gegrabenen Namen Men anders. Dieses Brustbild soll dem vormals sogenanten Marius in der Villa Negr 0 ni imMuse 0 P i 0 - Cl e m en ti n 0 sehr ähnlich sein, und hat daher Anlafi gegeben, in dieser treslichen Statue das Bildniß Menanders zu erkennen M e«er. 2) üxpizl. Ili-rcul. p, z>? et chZ. I^Man vergleiche SB. 2 K. 43 §. Note, üoöza, IZazzii'liIvvl. tüv. 70,^ 64 Geschichte der Kunst. einem Arme auf das Haupt geleget abgebildet ist/ um die Ruhe, zu welcher er gelanget war/ anzudeuten/ uud diese Stellung ist die Auslegung der zu dieser Figur gesezeten Beischrift: ^ (sollte geschrieben sein' 0IM5I 0T)/ der ruhende Herkules. Den also haben die Künstler in stehenden und ßzenden Figuren theils die Ruhe/ theils ein schlaffeS/ weibliches Wesen anzudeuten gesuchet/ welche Bedeutung nach Mafigebung dieser Stand hat in verschiedene» Statuen des Apollo/ des Bakchus und in einem stehenden Hermaphroditen in der Villa des Herrn Cardinals Alexander Albani. Man siehet auch an dem berühmten Sturze eines Herkules vom Apollouius im Belvedere/ daß derselbe den linken Arm auf das Haupt geleget gehabt, welche Stellung den Begrif bestätiget/ den ich von diesem Werke gegeben habe. Die übrigen Anmerkungen über jenes Werk gebe ich in meinen Denkmalen des Altertums.^) K, 22. Nachdem nun alle.griechischen freien ^ Städte/ wie ich erwähnet habe/ entkräftet/ und j durch den Verlust der Freiheit gedemüthiget waren/ ^ die Kunst folglich weder Nahrung noch Ermuitte- l rung in ihrem Vaterlaude fand: lag dieselbe gleichsam in dem Schoofie ihrer Bürger verlassen/ und ! würde in Griechenland dein Anscheine nach gänzlich I gefallen sein. In solchen Umständen wurde sie nach Ägypten von den Ptolemäern/ und nach Asien von den Seleueiden gerufen / geehret und belohnet/ so daß dieselbe auf einem neuen Boden gleichsam ihre Kräfte verneuerte. §. 23. Die größten Beschüzer der verlassenen griechischen Kunst wurden die griechischen Könige !) tt Tl>. 25K.1 10 Buch/ 2 Kap. und Nachfolger Alexanders des Großen iir Ägypten; und PtolemäuS Soter/ der erste unter denselben/ nahm nicht allein griechische Künstler/ sondern auch andere verdiente Personen auf/ die ihr Vaterland verlassen hatten. >) Unter diesen war DeinetriuS PhalereuS / der aus Athen / wo er eine geraume Zeit regiret hatte/ flüchtig werden mußtet) wie ich erwähnet habe, und unter jenen war Apelles/ das Haupt der griechischen Kunst. Dieser König und dessen Nachfolger waren die mächtigsten und reichsten unter allen/ die sich in die Eroberungen Alexanders des Kroßen gethcilet hatten. Sie unterhielten/ wen man dem Appianns von Alexandrien glauben darf/ ein KriegSheer von zweimal hundert tausend zu Fuß/ und von dreissig tausend zu Pferde: sie hatten dreihundert zum Kriege abgerichtete Elephanten und zwei tausend Streitwagen. 4) Ihre Seemacht wäre nicht weniger groß gewesen: gedachter Scribent redet von tausend und zwei hundert dreirudrigen und fünfru- drigen Schiffen. §. Alexandrien wurde unter dem Pto-- lemänS Philadelphus/ dem zweiten dieser griechischen Könige/ beinahe was Athen gewesen war; den die größten Gelehrten und Dichter verließen ihr Vaterland / unt> fanden ihr Glük daselbst. Euklides von Megara lehrete hier die Geometrie; der Dichter der Zärtlichkeit/ Theokritus/ sang hier dorische Hirtenlieder / und Ka lli m a ch »S prieS mit einer gelehrten Zunge die Götter. Der präch- >) pmisitti. I. i. c. g. We-St-Iiiig. -»Z Oiod. Sie. I. 20. c. iv». Me»er. 2) Oiog. I. Z. segm. 7g. M e»er. Z) >.35. c. ,0. sccl. Z6. n. 14. Mey er, 4) x. 6, 3' 66 Geschichte der Kunst. tige Aufzug/ welchen gedachter König zu Alexandrie» hielt / lässet uns auf die große Menge der griechischen Bildhauer in Ägypten schließen: den es wurden Statuen zu Hunderten herumgeführet/ die man nicht ^ aus Tempeln wird entlehnet haben/ und in einem großen Gezelte/ welches zu dieser Feierlichkeit aufgeschlagen war/ lagen hundert verschiedene Thiere von Marmor/ von den vornehmsten Künstlern gearbeitet. l) Von dortigen Künstlern aber ist uns namentlich niemand bekaut als SatyriuS/ der das Bild der Arsinoe/ der Gemahlin des Ptolemii- uS Philad elph u S, in Krystall schnitt.^) Z. 25. Unter den Ptolemäern und zwar den erstern/ scheinen die Werke der schönsten griechischen Kunst aus ägyptischen Steinen/ das ist: dem Basalt und Porphyr gehauen/ gearbeitet zu sein, von denen sich/ ein paar Figuren ausgenommen, j nur Trümmer erhalten haben/ die in Absicht der Arbeit erstaunlich sind/ und alle heutige Kunst weit übersteigen. Diese Arbeit sowohl als der Styl der Zeichnung erlaubet nicht/ solche Werke der Zeit der Kaiser zuzuschreiben/ welche als Herren von Ägypten solche Steine nach Nom kommen ließen; vor der Zeit der Ptolemäer aber können diese Stüke ebenfalls nicht gearbeitet sein/ da nicht zu glauben iß, daß die Griechen ägyptische Steine nach Griechenland geholet haben; es gedenket auch PausaniaS keiner Statue weder von Basalt noch von Porpliyr. §.26. Was Werke von Basalt betrift/ gründet sich dieses mein Urtheil auf zween Köpfe/ die als das höchste Ziel der Kunst in so stahlhartein Steine können angesehen werden; der eine/ welchen ») 1.6. c. 6—7. / ^nslect. t. 2. x. »35. n. Z. v. 3. 10 Buch, 2 Kap. 67 ich selbst besize, ist von schwärzlichem Vasalt/ es fehlet demselben aber das Kin nebst den Kinbake» und dic Nase. Der andere Kopf, etwas größer als die Natur/ von grünlichem Basalt und bis auf die Nase völlig erhalten/ war im Hause Verospi/ und befindet sich izo in dem Mnseo des Herrn Ritters von Bre teuil, gevollmächtigten Gesandten des NlaltheserordenS zu Nom. Dieser Kopf/ welcher/ so wie jener einen schönen jungen Menschen vorstellet/ war ehemalS/ wie man siehet / in die Achseln einer Statue eingefüget/ und da derselbe Pankratiastenohren hat/ kail man hier das Bild eines Siegers in den großen griechischen Spielen zu sehen glauben/ dessen Statue in Alexandrien/ seinem Vaterland«?/ errichtet gewesen. §. 27. Einen Sieger von denjenigen/ mit deren Namen die Olympias bezeichnet wurde/ in welcher sie den Preis erhalten / kan dieselbe nicht vorgestellet haben/ weil diese höchste Ehre in ihrem Volke nur denen ertheilet wurde/ die zu Wagen Anderen den Rang abgewonnen hatten/ das ist: die das Stadium erhalten hatten. ?) Sieger von die- f7 B. i K- 2Z §,z 2) Die Gewohnheit, den Siegern in den owmvischen Spiele» Porrrätsiatuen zu errichten, erhielt sich nicht blos unter den ersten römische» Kaisern, wie man aus Lu> cian (pro imaxiii, c> I I.1, der zu den Zeiten der An- Ioninen lebte, ersehen kaii, sonder» aus einer Inschrift im Palaste Chigi dass. 5. II. 44- 8pv». Ms- n. >2, >>. g^)) geht hervor, daß jene Gewohnheit bis um das Jahr ,i70 fortdauerte. Der Autor irret übrigens, weil er meint, daß dic Namen der Sieger zu Wagen die Sllmimaden bezeichnete»; die Wettläufer, welche im Stadio gesiegt, wäre» es, deren Namen die Chro» 68 Geschichte der Kunst. sem höchsten Preise finde» sich unter den ersten Pto- lemüern vier ans Alexandrien: Perigenes in der hundert und sechs und zwanzigsten Olympias, AmmoniuS in der hundert und dreissigsteii/ De- metrinS in der hundert und sieben und dreissigsien, und KrateS in der hundert und ein und vierzigsten.') Da aber der Kopf/ von welchem die Rede ist, eine» alexandrinischen Ringer oder Pankrat tasten abbildet/ und KleoxenuS aus Alexandrien als Ringer in den olympischen Svieleu den Sieg in der hundert und fünf und dreissigsteii Olympias erhielt/-! und PhädimuS aus eben der Stadt/ als Pantrat i aste/ in der hundert und fünf und vierzigsten Olympias:^) so kan der Kopf das Bild eines von beiden sein. Da nun die Stadt Alexandrien, nach dem Beispiele anderer griechischen Städte/ sonderlich ihrem ersten Sieger im Ringen in den olympischen Spielen vermuthlich eine besondere Eh« nogravhen zur Bezeichnung der Slymxiadeit gebraucht!». M eyer. 1) in Üu5i^l>. ciironic, p. ZZi—zzz. Perigenes siegte in der 127 Olympiade; Animo« nius in der Demetrius in der tZS, und Kr«> tes in der t42. Meyer. >. 2) Kleorenos siegte in> Faustka in pfe. (Lu5cd. ckrome. x. Z46.) M e»e r. Z) Phädimns wird von Pausanias (I. c. S.) ki» Äslier aus der Stadt Troas genant. Indessen bemerkt C orsini ^it. >/,5. t. x. 100.), d»ß Troas, weil es von Alerander dem Großen gegriiw dct war, auch Alerandria genant, und Pl>ädi> mus daher in deni alphabetifchen Namensrerzeichnisse d» olympischen Sieger fi^u^i/ini ciironic. p. ^49.) als ei» Alerandriiier aus Troas aufgeführt wurde. Der Aatir hat diefes Ziiexandria für das in Ägypten genommr». ^ Meye r. 10 Buch, 2 Kap. 69 wird erwiesen und eine Statue errichtet haben: so wird auch dieselbe an diesem Orte merkwürdig gewesen sein/ und eS ist zu glauben/ daß/ da Claudius/ wie ich angeführet habe/ die ersten Statuen von Porphyr nach Rom gebracht/ eben die Statue aus Basalt / von welcher wir reden, zugleich werde mit abgeführet worden sein. §.28. Aus angeführeten Gründen glaube ich, daß der andere verstümmelte Kopf von schwärzlichem Basalt/ woran das Kin nebst den Kinbaken und die Nase fehlet / und welcher in völlig ähnlichem Style mit jenem/ aber in den Haaren noch weit künstli- clicr ausgearbeitet ist/ ebenfalls einen alexandrinischen NberwlNder in den olympischen Spiele» abbilde. Da aber die Ohren desselben von jenen verschieden und von der gewöhnlichen Form sind/ so würde die Statue, von welcher dieser Kops ist/ keinen Sieger als Ringer/ sondern einen Überwinder in dem Wettlaufe zu Wagen und einen von den vier ersten alexandrinischen olympischen Siegern vorstellen. §. 29. Der Werke griechischer Kunst von Porphyr habe ich bereits im zweiten nnd vierten Kapitel dieser Geschichte Meldung gethan, und berühre dieselben hier nur/ da sie zum Theil als Arbeiten dieser Zeit können betrachtet werden/ die izo »»endlich selten sind/ uud auch vor AlterS/ wegen der ungemcinen schweren Arbeit dieses Steins, in geringerer Anzahl/ als die von Marmor/ gewesen sind. Vermuthlich sind diejenigen Statuen in Porphyr/ welche sich zu Rom besiuden nnd vom Kaiser Claudius/ und nur allein von demselben/ wiePli« »ins berichtet/2) aus Ägypten gebracht worden, 1) 12 B. 4 K. 12 §. 7 B. t K. 24 §> Z 2) I., Z6> r. 7. «ect, I I. Vitrasius Pollio brachre unter dem Kaiser Claudius Statuen von Porphyr aus Ägypten nach R»m. Meyer. 70 Geschichte der Kunst. von de» ersten und besten Künstlern/ welche aus Griechenland nach Alexandrien gingen/ gearbeitet, Ein schöner Sturz von einer Pallas stehet am Aufgange zum Campidoglio / ^) eine Pallas mit einem ^ Kopfe von Marmor ist in der Villa MediciS-) und die allerschönste Statue nicht allein in Porphyr, ! sondern man kaii auch sagen, unter den schönste aus dem Altertume, ist eine vermeinete Muse, von andern wegen ihres Diadema eine Juno genant/ über Lebensgröße/ in der Villa Borghese, deren Gewand ein Wunderwerk der Kunst ist. ) Unterdessen sind auch zu Rom Statuen in Porphyr gearbeitet, wie ein Brustbild mit einem Panzer in dem Palaste Farnese zeiget/ welches nur angele- ^ get, und nicht völlig geendiget ist; eS wurde im Campo Marzo zu Rom gefunden/ wie Pirro Li- gorio in seinen Handschriften in der vatieanischen Bibliothek berichtet. ES werden auch verschiedene Statuen gefangener Könige in diesem Steine/ in j) Der harte, schwer zu bezwingende Stein ist meisicrhO behandelt; die Falten stiw ungemein zierlich gelegt, je, doch zu gehäuft, und bilden keine große» Massen. Mever. 2) Nun wahrscheinlich in Florenz. Es ist eine gefällig! schlanke Figur; aber ihr Gewand ist weder fo hübsch M sgltet, noch die Arbeit so vorzüglich, als an dem cbm erwähnten Sturz. Meyer. Ausserdem Kopfe sind »och die Hände und Füße daran von Marmor. Siebelis. > 3) Ihre Gliedersorme» haben einen sehr edlen Charakter! der Faltensihlag ist beso»ders am Mantel von äusscrilkr Eleganz; doch muß man am Unterkleid?, so wie auf dn Brust, einige verworrene Stellen übersehen. Der Mi zeichnet sich durch edle Züge aus, wiewohl noch die Fw ge ist, ob er ursprünglich zur Figur gehöre. Auch bat er niauche Beschädigungen erlitten; ausser dem Diadem, der linken Wange samt dem Sbr, ist noch die Nase und die Sberlive modern; die Hände sind ebenfalls neu / M von den Fußen wenigstens der linke, Meyer. 10 Buch/ 2 Kap. 71 der Villa Borghese/ Mcdicis, und anderwärts/ in Nom selbst gearbeitet sein. §. Z0. Die alexandrinischen Münzen waren wegen ihres schönen Gepräges berühmt/ so daß die Münzen der Athenienser gegen jene grob und ohne Kunst gepräger erschienen;^) und in der That sind die mehresten Münzen von Athen entweder auS der iiltesten Zeit, oder von schlechtem Gepräge. §. 31. Aus diesen Werken schließe ich/ daß die griechische Kunst dieser Zeit in Ägypten nicht ange« stekct worden von dem verderbten Geschmake/ welcher die griechische Dichtkunst an dem Hofe des Pto- lcmäus Philadel pH us entgeisterte und erniedrigte/wodurch eine Seuche entstand/ die P cd a n terie/ die unter den Römern / und auch im vorigen Jahrhunderte durch ganz Europa wiederum einbrach. Kal- limachus und Nikander/ aus der sogenanten PleiaS, oder dem Siebengestirn der Dichter zuAlexaudrieN/ sncheten mebr Gelehrte als Dichter zu scheinen/ und dieser noch mehr als jener gefällt sich nur allein in alte»/ fremden und unbekan- ten Worten und Redensarten/ die auch aus den niedrigsten Mundarten aller verschiedenen griechische» Völker zusammengelesen sind; und sonderlich Lyko- pbron wollte lieber besessen als begeistert scheinen/ und lieber mit Schweiß und Pein verstanden werden/ als gefallen; es wird auch derselbe für den ersten Dichter gehalten/ der mit Anagram« men gespielet.2) Andere Dichter baueten aus ihren 1) DioA. I^aert. I. 7. ig. 2) vickinTvn, Oelpk! k'IicLmssantes, c. 1. !n Lrenü oxusc. Von Lykovhron haben wir wenigstens die beiden er» sten uns bekanten Anagramme, indem er Ptolemaios in -cn-c. (von Honig) und den Namen Avsi- 72 Geschichte der Kunst. Versen Altäre/ Flöten / Veile und Eier; sogar TheokrituS verfiel in ein Wortspiel. Zn ver- ! wundern aber ist, daß ApolloninS Rhodius, aus eben dem Siebengestirnes) sehr oft selbst >. wider die betontesten Regeln der Sprache verstoße» hat.^) K, 32. Dergleichen von meinem Vorhaben entfernt scheinende Anmerkung kan allezeit zu gewisse» allgemeinen Muthmaßungen dienen. Den ein Dichter/ wie Lykophron/ welcher den Beifall deZ ! Hofes' und seiner Zeit erhält/ gibt nicht den beste» j Begrif von dem herfchenden Geschmake/ und die ! Schiksale der Kunst und der Gelehrsamkeit find sich mebrentheils sehr ähnlich gewesen/ und haben sich begleitet. Da im vorigen Jahrhunderte eine schändliche Seuche in Italien, so wie in allen Ländern, wo Wissenschaften genbet werden, überband nahm, l welche das Gehirn der Gelehrten mit üblen Dünste» anfüllete / und ihr Geblüt iu eine fiebermäßige MI- ^ lung brachte/ woraus der Schwulst und ein mit »oe in (Veilchen der Hera) verwandelte, vol. i. p. 76 — 135.) M eye r. >) 27. v. 26. 2) Nach Q u i n t i l i a n ?I. > us Von Rbodus nicht in die Pleias ausgenomme», weil Aristarckus und ?l ri sto p h g n es, die Beurtlieiler der Dichter, keinen ihrer Zeitgenossen in den Kanon zulie> ßen. Indessen wird er von Tzetzes, im Lebe» dei L»kovl>ron, zu den Dichtern der Pleias gerechnet, > Me» e r. 3) I. I. V. 64.?. l. 3. v. 99. 167.335.395.600. etc. Cgnterus IV'ov.',!'. 1.5. c. >3. ^ 627.) MW ket diei'e Vergebungen als einen besondern Gebrauch i» j Verwechselung der xronominuni xvssessivvruiu an, Wi^ tkelman. 10 Buch/ 2Kap. 75 Mühe gesuchcter Wiz in der Schreibart entstand: zu eben der Zeit kam eben die Seuche auch unter die Künstler. Giuseppe Zlrpino, Bernini und Borrom ini verließen in der Malerei/ Bildhauerei und Baukunst die Natur und das Altertum/ so wie es Marino und andere in der Dichtkunst thaten. §.33. Nicht weniger als die Ptolemüer su- cheten die ersten Nachfolger Alexanders des Großen in den asiatischen Ländern/ die Seleu- ciden/ von SeleukuS/ dem Stifter dieses Reichs/ also benamet/ die aus Griechenland wandernde Kunst aufzunehmen/ und zugleich die/ welche geranme Zeit vor»er unter deu Griechen in Kleinasien blühe- te, zn schiizen und zu befördern; so daß die dortigen Künstler denen/ die in Griechenland geblieben iimeii/ den Vorzug streitig macheten. Es erlan- Davon wünschte ich ci» anderes Zeugniß angeführt zu sehen, als das angeführte des Theophrast. unmöglich kan es Winekelman selbst nachgesehen bal'cn. Den erstlich würde er schwerlich cap. u>?. citirt haben, welches nur von den Ausgabe» vor den, Casaubonus wahr ist/ der, wie bekaüt, aus einem heidelbergischen Manuscripte noch fünf Kavitel hinzufügte; daß also die Stelle, aus die es hier ankomt, i» dem Kavitel zu suchen ist. Zweitens, welches das Hauptwerk ist, würde er unmöglich, was Tbevvhrast einem Prahler in den Mund legt, zu einem glaubwürdigen Beweise geinacht haben. „ Ei» Prahler (--?^->>>) (sagt Tlieo- „vhrast) wird sich dessen und jenen rühmen; er wird „ dem ersten dem besten, mit dem er aus dem Wege zu- „ famnienkomt, erzählen, daß er unter dem Alexander » gedient, wie viel reiche Becher er mitgedrackt; er wird „ behauvten, daß die asiatischen Künstler denen „in Eurova w e i t v o r; u zi e h e n sind." Nämlich, um den Werth seiner Becker, die er ans asiatischen Feldzügen mitgebracht, desto mehr zu erheben. —> Winekelman. 6. ^ 7-! Geschichte der Kunst. gcte dieselbe aber nicht gleichen Ruhm mit der m ÄgvVten neu gepflanzeten griechischen Kunst! vermuthlich weil Seleueia, die neu angelegete Hauptstadt/ wohin diese Könige von Babylon ihre Residenz verlegete»/ und also der Siz ihres Reichs ' in dem Herzen von Asien gelegen/ zu weit von den übrigen Griechen entfernet war/ wo es den Künstlern kan ergangen sein/ wie cS noch izo mit denen geschiehet/ die sich von Rom/ dem heutiM Size der Kunst/ entfernen/ und nach und nach sinken und sich verschlimmern/ weil ihr Geist und ihre Einbildung der Nahrung und der schönen Bilder beraubet ist. Ägypten hingegen hatte von Alexandrien ans'/- vermittelst der See/ und durch die Schiffahrt und den Handel die Gemeinschaft mit den Griechen offen/ uns die Künstler konten in weniger Zeit/ iva» ihnen aus Giechenland nöthig war/ erhalten/ wozu sich nicht gleiche Bequemlichkeit nach Seleucien fand. Daß die Entlegenheit des SizeS der Selcn- eiden/ und die Entfernung desselben von dem Meere und also von den Griechen/ die Ursache des geringeren Fortgangs der griechischen Kunst in dortigen Ländern gewesen sein könne / wird wahrscheinlich durch den Glanz/ mit welchem in folgenden Zeiten die Kunß an dem Hofe der Könige von Bithynien und Pcr- gamuS/ sehr eingeschränkten Staaten des ionischen ÄsienS/ aeblühet hat/ wie unten wird gedacht werden. Unter den Künstler»/ die sich an dem Hofe der ersten Selen ei den berühmt gemachet/ ist un- HermokleS von RlioduS durch die Statue deS schönen KombabuS bekant. Was beweiset mm diese Aufschneiderei hier für unser« Verfasser? Wni sie ja etwas beweiset, so beweiset sie gerade das Gegentheil. Lessing. ») I-ucian. oI)>I>. I, 4> c. 22 — Z5. Me»er. 2) Excerpt. ex Dioll. 6«? virl. et vit. 1. 26. ^1. 67s. Wez- Lcl. li. I. Meye r» 3) I. i3. c. 6 — 6. Äle ver. 4) Antigonus Gsuatas, mit der wandelbaren Sinnes art der Athenienser wohl bekant, besckiloü, dieselben wl- gcn ihres Benehmens gegen seinen Vater Demerrius zu bestrafen, und sich vor ihnen in Zukunft sicher zu stelle», Er schloß daher die Stadt ein, und zwang ste/ eine sazung einzunehmen. (l'ousar,. I, i,c, 7.Z0. t Z. c.Ii, 1'ol^d. l. 2, c. 41.) In der ersten Ziusgabe/ S. Z6t, ist die Gesckicht! des achäischen Bundes also eingeleitet: „ In Griechcw „ land selbst aber stieg aus der übrig gebliebene» Wiw 10 Buch/ 2 Kap. 77 ts drei oder vier in der Geschichte kaum bekante Städte, sich der Herschast der Maeedonier zu entziehe»/ welches/ wie ich gesaget habe- in der hundert »nd vier und zwanzigsten Olympias geschah. >) ES gelang diesen Städte»/ die Tyrannen/ die sich bei ihnen aufgeworfen hatten/ theils zu verjagen/ theils zu ermorden/ und weil man daSBünduiß dieser Städte von keiner Folge hielt/ blieben sie un° gekränket; und diese Vereinigung war der Grund und der Anfang zu dem berühmte» achäischeu Bunde. Viele große Städte/ ja selbst Athen/ welche diesen Entschluß nicht gewaget hatten / befanden sich beschämt/ und suchete» mit gleichem Muthe die Herstellung ihrer Freiheit. Endlich trat ganz Achaja i» ein Bündniß/ und es wurden neue Geseze/ und eine besondere Form der Negiruug entworfen; und da die Laeedämonier und Ätolier aus Eifersucht gegen die Achäer aufstunden/ so traten ZlratuS nud PhilopömeneS/ die lezten Helden der Griechen/ und jener bereits im zwanzigsten Jahre seines MerS/ an ihre Spize/ und waren muthige Vertheidiger der Freiheit/ in der hundert und acht und dreissigsten Olympias. ?) i, zel der Freiheit, die durch viele Turannrn, welche sich „unter dem Könige Antigouus Gouatas in Mace- „ donien und durch dessen Handreichung aufgeworfen „ ljatten, war gekränket worden, eine neue Svrosse her- „ vor, und aus der Asche ihrer Voreltern wurden einige » große M>inner crweket, die sich der Liebe ihres Vater- „ landes aufopferten, und den Maeedouiern uud den Rö> „ wer» ein grofjes Aufmerken machetcn, " Me»er. I>. Lo. Mever! 2) pkusglz. I. 8. c. 61— 62. y.gch Plutarchus (?!>ilvp Pömenes von einem Nömer der Lczte der Helle- Geschichte der Kunst. §.37. Endlich brach die Eifersucht zwischen den Achtern und Atolier» in einen offenbaren erbitterten Krieg aus/ in welchem die Feindseligkeit beider Theile gegen einander so weit ging/ daß man damals anfing/ sogar wider die Werke der Kunst zu wüthen; nnd die Atolier waren die erste»/ die diesen Unfug verübeten. Als die Atolier in DioS/ eine macedonische Stadt/ aus welcher die Einwohner geflüchtet waren, ohne Widerstand einzogen/ rissen sie die Mauern derselben um/ und die Häuser »jeder: die Hallen und die bedeketen Gänge um die Tempel wurden in Brand gesteket/ und alle Statuen daselbst zerschlagen. Eben solche Wnth verübeten die Atolier in dem Tempel des Jupiters zu Dodona in Epirus/ wo sie die Galerien ver- branten/ die Statuen zertrümmerten/ und den Teni- nen genant; und die ihm errichteten Statuen schonte sogar Mummius. ik. c. 21,) Zu den Zci> ten Plutarchs stand noch eine Porträtstatue desselben zu Delphi. Ararus war ein Freund und Kenner der Malcr-i, (pol^Ii, I. 2. c, 4Z.) Er sammelte die Gemälde dir ausgezeichnetsten Künstler/ besonders des Paniphilus und Melanthus/ und schikte ste dem Ptolemäui, Könige von Ägypten. Die Bildnisse der Tvranncii in seiner Vaterstadt Sikuon schenkte er nicht, wie Zca irrig berichtet, dem Pto lein aus/ sondern er zerstörte sie, mit Ausnahme eines einzigen Bildes/ welches den Aristratus vorstellte, und von den Schülern des Melanthus und den» Avelles gemalt war, Nc-ilkcS, ein Maler, und Freund des Aratus, bat mit Thränen um die Erhaltung dieses schöne» Bilde?/ und Aratns ließ sich erweichen, jedoch unter der Bedingung/ daß der Kops des Aristratus übermalt würde, (?Iuli>rcI>> m r. 12—>3.) Meper, >) ?ol)b. I. 4. x. Z26. 10 Buch, 2 Kap. 79 pcl selbst zu Grunde richteten; und Po lybi us führet in einer Rede eines akarnanischen Gesandten viele andere Tempel a»/ die vvn den Ätoliern waren ausgeplündert worden. 2) Ja die Landschaft EliS/ die bisher wegen der öffentlichen Spiele Vvn feindlichen Parteien verschonet geblieben war/ und das Recht einer Freistätte genoß, wurde/ so wie andere Länder/ von den Ätoliern heimgesuchet.^) §.36. Die Macedonier aber unter dem Könige PhilippuS und die Achäer verübeten das Recht der Widervergeltung fast auf eben die Weise zu Ther- mä/ der Hauptstadt der Ätolicr/ verschoneten aber, dennoch die Statuen und Bildnisse der Götter;^) da aber gedachter König zum zweitenmale nach Ther- mä kam/ ließ er die Statuen/ die er vorher stehen lassen/ zu Grunde richten. 5) Eben dieser König ließ in der Belagerung der Stadt Pcrgamum seine Wuth wider die Tempel auS/ welche er/ zugleich mit den Statuen in denselben/ dermaßen zerstörete/ daß auch die Steine selbst zertrümmert wurden/ um zu verhindern/ daß die Materialien nicht zu Wie- deranfbauung dieser Tempel dienen könten:^) dieses gibt Diodorus dem Könige in Bithynien Schuld/ welches vermuthlich ein Versehen sein muß. ?) 1) I(Z. 1. 4. p. ZZl. 2) I.. 9. x. 567. Es ist von den Zerstörungen zn Dios und Dodona die Rede. Meyer. 3) I.4. p. ZZ6. Nicht von den Ätoliern, sondern von den Macedoniern unter Phiiippus. Meye r. 4) Icl. I. 6. x.353. I. 9. x. 662. Meyer. !)>!). I. 11. c. 4. M eye r. 6) IcZ. l. 16. p. 67. I. 16. c. I. Meyer. 7) 16. DivtZ. z). 294. VIvcZ. 57). T"er «n Geschichte der Kunst. In gedachter Stadt war ein berühmter Äskula- ViuS von PhylomachuS gearbeitet/^) welch« Künstler bei andern Phyromachus Heisset. H Athen war zu Anfang dieses Kriegs rnhig gewesen, weil die Stadt gänzlich von den Macedoniern und von dem Könige in Ägypten abhing;^) durch diese Untätigkeit aber waren sie von ihrem Ansehen und ihrer Achtung nnter den Griechen gänzlich heruntergefallen; und da die Stadt von den Macedoniern abging/ rükte König Philip puS in ihr Gebiet/ verblaute die Akademie vor der Stadt/ plünderte die Tempel umher aus'/ und ließ auch die Gräber nicht verschonet.^) Da die Achäer in seinen Vorschlag wider Sparta und den Tyrannen Na bis nicht willigen wollten/ ging er von neuem in das attische Gebiet/ und zerstörete die Tempel/ welche er kurz zuvor ausgeplündert hatte/ schlug die Statue» in Gtükeii/ und ließ auch die Steine zertrümmern/ damit sie nicht zu Wiederherstellung der Tempel brauchbar sein möchten. 5) Diese verödete Grausamkeit war es / welche vornehmlich die Athenienser bewegte/ wider den König eine Verordnung zu machen/ wodurch alle Statuen desselben sowohl/ als Auror hat sich undeutlich erinnert; Diodor nent eben« falls den Philip pus als den Urheber jener Grausam« ketten. Mener. 1) 16. Excerpt. x. 169. 2) Der Name komt von einem Fresser vor bei Athen aus (VI. n. 47.), wofür sonst (X. 3. 7.) w rig gestanden. Sieb elis. 3) I. 5. x. 444. 4) Oonstant. Rxcei'xt. Oio6. x. 294. viod.LIc. t. 2. x. 673. I^iv. I. 3i. c. 24. 5) I^!v. I. 3i. c. 26 et 3o. w Buch, 2 Kap. «t von Personen ans dessen Hause beiderlei Geschlechts, sollten umgeworfen und vernichtet werden; alle Orte, wo irgend etwas zu des Königs Ehre von Inschriften gesezt war, wurden für unheilig und schändlich erkläret. In dem Kriege wider den König AntiochuS in Syrien ließ der Consul Manius AciliuS, nach seinem Siege bei Thermopylä, den Temvel der itonischen Pallas in Böotien, wor- inen gedachten Königs Statue stand, zerstören.?) Die Römer, welche bisher in feindlichen Orten die Tempel verschonet hatten, singen nunmehro auch an, nach ihrer Meinung das Recht der Widervergeltnng zu üben, und plünderten in der Insel Bakchium, welche Phocäa gegenüber liegt, die Tempel ans, und führeten die Statuen mit sich fort» Zn den oben erzähleten Umständen befand sich Griechenland in der hundert und vierzigsten Olympias» 1) I(Z. I. 3l. c. 44. 2) Id. I. 36. c. 20. 3) lä. 1. Z7. c. 21. 4) I. ü. x. 446. Drittes Kapitel. K. Zu eben der Zeit/ da die Kirnst in Griechenland niederlag/ und die Werke derselben ans das Schreklichste gemißhandelt wurden/ bliihete dieselbe unter den Griechen ausser ihrem Vaterlande in Ci- eilieii/ aber noch mehr nnter den Königen zu A>- thynien und zu Pergamum. Von der Blüthe der Kunst in Sieilien um diese Zeit findet sich zwar i» alten Scribenten keine eigentliche Nachricht; wir können aber auf dieselbe aus dem schönen Gepräge der Minzen dieser Insel einen Schluß machen. Den die dorischen Pflanzstädte daselbst/ deren Haupt Sy° rakus war/ scheinen mit denen/ welche die Honier besezet hatte»/ unter welchen Leontium eine der vor« nehmsten war/^) sich den Nang in schönen Münzen haben abstreiten zu wollen. §.2. Ich rede/ wie ich gesaget habe/ von den Zeiten der nächsten Nachfolger Alexan d ers des Großen bis auf die Eroberung der Stadt SyraknZ von den Römern/ in welchen ein betrübtes' Verhängnis! über dieser von der Natur überflüssig begabten Insel schwebete; und in dieser Betrachtung ist zu verwundern/ daß in den unaufhörlichen Kriegen nicht sogar der Same der Kunst völlig i» Sieilien ausgegangen. Den daß die Kunst in den älteren Zeiten unter dem Gel»/ Hier»/ und den beiden Dionysien/ Königen zu Syrakus/ geblü- het habe/ ist allen bekant/ und es waren alle Städte in Sieilien mit Werken der Kunst angefüllet! so daß die Thüren des Tempels der Pallas z» i) I, Z. c. 36. 10 Buch/ 3 Kap. SvrakuS, die ans' Gold gearbeitet und aus Elfenbein geschnizet waren/ allen Werken dieser Art vorgezogen wurden. >) §. 3. Es müßen sich aber auch in den folgenden trüben und verworrenen Umständen/ die ich vorher berühret habe, ohnerachtet der beständigen Kriege/ sonderlich mit den Karthaginensern und im ersten xunischen Kriege, große Künstler in SyrakuS erhalten haben/ wie die ausserordentlich schönen Münzen des Königs AgathokleS/ in Gold und Silber in verschiedener Größe/ darthun/ welche insgemein auf der einen Seite einen Kopf der Proserp in a, und auf der andern eine Victoria vorstellen/ die eine» Helm auf ein Siegeszeichen sezet/ welches Rüstungen auf den Stam eines Baums gehänget sind. Da nun die Tyrannei und die Kunst nirgend zusammenstimme»/ so muß es ausserordentlich scheinen/ wen eS in diesem Falle und unter den grausamsten Tyrannen geschehen ist. Es scheinet daher glaublich, daß, da AgathokleS in der Jugend ein Töpfer war, das ist: wie ich glaube/ die Kunst geler- net hatte/ Gefäße aus gebrauter Erde zu machen und zu malen/ da derselbe also zur Zeichnung angeführet worden/ er aus eingepflanzeter Neigung den Künstlern zugethan gewesen. Er ließ eine Schlacht > zu Pferde malen/ die er gehalten/ und in gedachtem Tempel der Pallas zu SyrakuS aufhängen/ welches Gemälde sehr geschäzet wurde/ und unter den Sachen war/ die MarcelluS in der Plünderung/ um sich Liebe bei den Einwohnern zu erweken/ unange- rühret ließ. t) in Verr. sct. 2. I. 4. c. 56. 2) Oioä. 8ic. I. 19. c. 2. 1. iv.c. Z. i5.^ mian. Hlarcell. I. 14. in l!ne. I. 12. c. i5. so», 3. Meyer. 3^ (ÜL. in Verr. act. 1. 4. c. 65. Dieses Gemälde be- Geschichte der Kunst. K. -i. Hiero der Zweite, und Nachfolger des AgathokleS/ wurde aus einem Bürger seiner Stadt mit einhelligen Stimmen zum Könige erwählet und ausgerufen/ in der hundert und sieben und zwanzigsten Olympias, >) und also berühret dessen Geschichte annoch die Zeiten der ersten Nachfolger Alexanders des Großen/ und fällt vor in dem erste» puuischen Kriege/ welcher in dem lezten Iahn der hundert acht und zwanzigsten Olympias anfing. Die großen Anstalten/ die Hiero zu Wasser und zu Lande machete/ Sicilien in Sicherheit zu sezen, und die Ruhe/ welche diese Insel unter seiner Rc- girung genoß/ gaben der Kunst ein neues Leben. Von den prächtgen Entwürfen/ die dieser König ausführete/ gibt unter anderen großen Werken ein Beispiel das im ganzen Altertum berühmte Schis von zwanzig Neihen Nnder an jeder Seite, welches er bauen ließ/ so daß dieses Werk mehr einem Paläste als einem Schiffe ähnlich war. ES waren Wasserleitungen/ Gärte»/ Bäder und Tempel auf demselben/ und in einen, Zimmer war der Fußboden von Musaieo, oder mit kleinen Steinen ausgeleget, welches die ganze HliaS vorstellet«:, und alles wurde von drei hundert Künstler» i» zwölf Monaten geendiget. Er sandte dem römischen Volke zu der Zeit, da Hannibal allenthalben Sieger war/ eine Flotte mit Gctraide und eine goldene stand aus mehrern Tafeln, womit die innern Wimie des Tempels bekleidet waren. Dieses und die Portnitt der Könige von Sicilien, aus 27 sehr schön gemaltt» Tafeln, welche in dem nämlichen Tempel aufgeliängl Wesen, hat IZerres geraubt. Meyer. 1) Im Z Jahre der <27 Slmnpiade. («üasnud. NIslm. 2) I. Z. c. 10 — > >. Me»er. 10 Buch, 3 Kap. 83 Victoria/ welche dreihundert und zwanzig Pfund wog.') Diese nahm der Senat an/ da derselbe/ obwohl in dem äussersten Mangel/ von vierzig golde- ncn Schalen/ welche die Abgeordneten der Stadt Neapel brachten/ nur eine einzige/ und zwar die leichteste/ behielt; diejenigen goldenen Schalen aber, die die Stadt Pästum in Lucanien sandte, wurden den Gesandten derselben mit Danksagung zurükgege- ben. 2) Dieses führe ich an als Nachrichten/ die in einiger Absicht zu der Geschichte der Kunst dieser Zeit mit gehören: den diese Schalen werden misser dem Golde auch ihren Werth in der Arbeit gehabt haben. Dieser glükliche Negent endigte sein ruhmwür- digeS Leben nach einer siebenzigMrigen Negirung/ im neunzigsten Jahre seines AlterS/ und in der hundert ein und vierzigsten Olympias. In dem ersten Jahre der folgenden OlympiaS/ da Hierony- i muS/ der unwürdige Sohn und Nachfolger des Hier»/ nebst allxn den Seinigen ermordet worden/^') und die Häupter der Stadt SyrakuS sich wafneten/ wurde diese Stadt vom Marcellus belagert und erobert, wie unten wird berühret werden. §. 5. Nicht lange nach den Zeiten des Agat li o- kl es ist eine Münze der Stadt Segesta in Sicilien gepräget, welche einige Aufmerksamkeit verdienet/ nicht sowohl in Absicht der Kunst/ als vielmehr der Seltenheit derselben, und in Absicht der Zeitrech- 2) 16. I. 22. c. Z2 et 36. Z> Dem Diodor zusolge (I. 7. c> S>) regirte Hiev» 54 Jahre. Mc»cr. 4) I-iv. I. 2^. c, 21. Hiero»»n>us war der Soh» des Gelon, und kel des Hiev». (I^v. I. 24. «. 4.) Me»e r. 86 Geschichte der Kunst. nung. Auf der einen Seite ist ein weiblicher Kovf, welcher die Segesta/ des HippoteS aus Troja Tochter, vorstellet/ von welcher die Stadt den Namen führete. >) Auf der andern Seite ist ei» Hund/ nebst drei Kornähren, welche den fruchtbaren Boden bedeuten. Der Hund ist ein Bild des Flusses KriniisuS/ welcher stch in dieses Thier verwandelte/ um die Segesta zu genießen/ welche von ihrem Vater hierher geschiket war/ ihr Leben zu retten. Den da NeptunuS mit dem Apollo den verdiencten Lohn wegen aufgeführeter Mauern der Stadt Troja vom Laomedon nicht erhalten/ schi- kete derselbe ein schrekliches Ungeheuer wider die Stadt/ dessen Wuth/ nach dem Ausspruche des Orakels des Apollo/ die vornehmsten Jungfrauen von Troja sollten auSgesezet werden. Das Merkwürdigste dieser Münze ist der Name Egesta und Segesta zu gleicher Zeit. Diese von den Kar- thaginensern belagerte Stadt wurde vom CajuS DniliuS in der hundert und neun und zwanzigsten Olympias entsezet / und nennzeben Jahre hernach wurden die Karthaginenftr durch den CajuS Lu- tatins CatuluS aus Sicilien verjaget/ und diese Insel wurde eine römische Provinz/ das Reich dcS Hieron ausgenommen; in dieser Provinz aber ließ man einigen Städten / unter welchen Segesta genennet ist/ den völligen Genug ihrer Freiheit. Die angegebenen neunzehen Jahre finden sich auf dieser Münze mit angezeiget/ wen wir den Inhalt dieser Zahl theilen: den A oder ^ ist sieben/ 1) Man vergleiche die verschiedenen Meinungen der Mm i über die Ableitung des Namens Segesta in OU-r. 0°°- anÜH. 1. s. c. 12. n. 60. Meyev. 2) I. 1. c. 24. LißvQ. <1> e r. 2) 1^, Z5. c. s. sect. 2. Über die Bibliothek zu Pergamus vergleiche man den Strabo (I. >3. x. >06. g2ö.) uud V i tru v iu s. ll- ^ xrms.) über die fernern Schiksale dieser Bibliothek sim den wir nur die einzige Nachricht, daß sie von Ante- niusau dieKle 0 vatra und nach Alexandria gekommen. Sie bestand damals aus 200,000 einzelne» Büchern oder Bänden, Rolle», (plutarcli. iu ^»lou. c. SS.) Meyer. Z) in Uippoer. cle n»t. Iioni. comincrtt. l. et ruciit. 2. xroaziu. t. 3. x. 127. eckit, Llmrt. 10 Buch/ 3 Kap. 89 de zu Pergamum die Kunst erfunden/ die Schaffelle zum Schreiben zuzurichten. §. Mit der Liebe zu den Wissenschaften vereinigten diese Könige eine große Neigung zur Kunst/" und ließen berühmte Werke derselben aus Griechenland kommen. ES war zu Pergamum das berühmte Paar Ringer von der Hand des Cephissodo- tus/ Sohns des Praxiteles/^) und von Gemälden des Apollodorus Ajax/ wie er vom Vlize getroffen wurde; das ist: Ajax/ welcher sich im Schisbruche auf einen Felsen rettete, und noch hier den Göttern trozete/ mit den Worten: „ich „werde auch wider den Willen der Götter eutkom- ,,men !"Z) Also ist Ajax auf einem geschniteenen Steine vorgestellet. Solche Gemälde wurden königlich bezahlet/ wie PliniuS von der Figur eines Kranken von dem berühmten AristideS anzeiget/ welche AttaluS für hundert Talente kan- ftte. 5) j) k>I!n. I. iZ, c. ii. sect. 2l. Plinius bestimt nicht, welcher unter den Ptole- maern diesen Befehl gegeben. Wiewohl er von meh- rern Gelehrten dem Ptolemaus P h i l a d e lv l> us beigelegt wird, so ist es doch wahrscheinlicher, daß er von Prolemäns Euergetes II. oder Physkvn ausgegangen/ welcher leidenschaftlich Bücher sammclte (Q->Icn, mit Eumenes, der die Bibliothek zu Pergamum am stärksten vermehrte, gleichzeitig lebte. Meyer. 2) ?Iin. I. 36- e. 5. sect. 4. n. 6. Nben SB. ZK. 20 §,) 3) ?I!n. I. 35. c, 9. sect. Z6. n. 1. ^ü/mine !ncem«>k. O/vo'o'. ^. IV. v. 5r?4> Wenkmale, Numero I42.Z 5) I.. ZZ, c. >0. sect. 36. n. >g, 4" 90 Geschichte der Kunst. §. S. Von Künstlern/ welche am Hofe dieser Könige geblühet haben, machet Plinius vier Bild- haner namhaft, den Zfigonus, Pyromachus, Stratonikus und Antigonus, dessen Schriften »der seine Kunst ehemals gefchäzet waren, und er berichtet, daß viele Maler die berühmte und siegreiche Schlacht gedachter zween Könige, wider die Gallier in Mysien, gemalet. i) Eben dieser Scribcnt gibt uns Nachricht vom Sofus, der zu Pergamuni in mufaischer Arbeit treflich war, und auf einem dergleichen Fußboden war der Kehricht, welcher zusammengefeget wird, aus lauter kleinen Steinen vorgestellet, welches Werk daher das ist: das nicht gekehrete Haus, genennet wurde. 2) In eben diesem Fußboden und vermuthlich anf seiner Mitte, war eine Taube abgebildet, die aus einer Schale trank, und den Schatten von sich in'S Wasser warf, da andere Tauben auf dem Rande dieser Schale sich sonneten und sich krazete». Ich werde an einem andern Orte ^) meine Zweifel anführen wider diejenigen, welche glauben, daß ein Mufaieo, welches in der Villa Hadriani unter Tivoli entdeket worden, und eben dieses vorstellet, auch ebendasselbe sei, dessen Plinius gedenket, und daß es gedachter Kaiser von Pergamum nach seiner Villa führen lassen. K. 50. Die vorher gedachten erdichteten Schriften unter dem Namen berühmter Männer, die in diesen Zeiten zu Pergamum erschienen, veranlassen zu glauben, daß in der Knust eben dieses geschehen sein könne, und daß man damals angefangen habe/ 1) I.. Z/j. c. 6. sect. 19. n. 2.5. 2) I.. 36. c. 24. sect. 60. 3) 512 B. 1 K. 8 §.) 10 Buch, 3 Kap. auch Statuen unter dem Namen der großen Bildhauer voriger Zeiten zu verfertigen. Den Werke von dieser Art/ mit einem falschen Namen bezeichnet/ sowohl die noch vorhanden sind/ und oben von mir angezeiget worden/>) als diejenigen/ deren Phä- druS erwähnet/^) fuhreten den Namen jener Künstler. Es' ist auch wahrscheinlich/ daß damals die Zeit der Copisien ihren Anfang genommen/ von deren Hand die Menge der Statuen von jungen Satyrs übrig geblieben/ die alle einander ähnlich sind/ und als Copien des so berühmten Satyrs des Praxiteles angesehen werden. Ich übergehe viele andere Figuren/ die ebenfalls nach einem und ebendemselben Modelle gearbeitet scheinen/ wie es zween Sileni sind/ mit dem jungen BakchuS in den Armen/ in dem Palaste Ruspoli, die dem berühmteren Si- leiuiS/ in der Villa Borghese/ ähnlich sind/ und verschiedene Figuren des Apollo SanroktonoS/ als Copien desjenigen, der von der Hand des Praxiteles unter jenem Beinamen berühmt war. Die vielen Venus sind bekaiit/ die alle die Stellung der VenuS des gedachten Künstlers haben; und wie »iele Apollo stnden sich/ die den rechten Arm auf dem Haupte ruhend halten, mit einem Schwane zu den Füßen?^) §. it. Nach diesen angezeigeten vortheilhaften Umständen der griechischen Kunst in Sicilien und un- ler den Königen zu Pergamum, da dieselbe in Grie- t) Uo B. t K. t0 §.Z 2) k'ill). 1. ü. IN Prolog. l^tl) V. t K. to §.^I Z) Der Avollo mit dem Schwane zu den Füßen hat die Hand nicht über das Haupt gelegt; wohl aber eine an dere Statue desselben, von welcher sich ebenfalls Wieder holungc» finden. Die alten Künstler wählten diese Sre> lung auch für Figuren des Bakchuö. Meyer. vs Geschichte der Kunst. chenland unter den beständigen inneren Kriegen gefallen war, kehren wir zurük zn den Begebenheiten der Griechen/ wo wir/ nach geendigten Feindseligkeiten/ die Kunst von neuem aufgelebet betrachten. ß. 52. Da in gedachtem Kriege beide Parteien geschwächet waren/ sucheten die Ätolier sich zu helfen/ und riefen wider die Achäer die Nömer zu Hülfe,, die damals zuerst ihren Fuß auf den griechischen Boden sezeten.^) Da aber die Achäer/ welche die Par< tei der Macedonier ergriffen/ durch Philopöme- nes/ ihren Feldherrn/ einen Sieg wider die Ätolier und ihren Beistand erfochten hatten: traten die Römer/ da sie besser von den Umständen in Griechenland unterrichtet waren/ von denen ab/ welche sie gerufen hatten/ und zogen die Achäer an sich/ welche mit ihnen Korinth eroberten/ und den König Phi- lippuS von Makedonien schlugen. Dieser Siez wirkete einen berühmten Frieden/ in welchem sich der König der Entscheidung der Römer unterwarf/ und sich bequemen mußte/ alle eingenommenen Pläze in Griechenland abzutreten/ und aus allen Orten seine Bcsazungen zn ziehen/ und die Erfüllung olles dieses mußte geschehen vor den isthmischen Spielen. 2) In diesen Umständen nahmen die Nömer ein empfindliches Herz an gegen die Freiheit eines andern Volks/ und der Proconsul Quill tuS Fla minins hatte im drei und dreissigsten Jahre seines Alters die Ehre/ die Griechen für freie Leute zu erklären, die ihn fast anbeteten. Z. 13. Dieses geschah in dem vierten Jahre 1) Die Römer suchten vielmehr zuerst ein Biindniß mit den Molicr» zu schließen. (I.iv. I. 26. c, 24.) Meyer. 2) cxcerpt. legat. n> g. x. 7g6, I.iv. I. 3Z. c> Zo. pliNai-ck. in Flamin, c. 9 — 12. 3) I^iv. I. ZZ. c, Z2 —ZZ. 10 Buch/ 3 Kap. der hundert und fünf und vierzigsten ÖlympiaS/ hundert und vier und neunzig Jahre vor der christlichen Zeitrechnung; und es' ist glaublich/ daß Pli- niuS diese Olympias/ nicht aber die hundert und fünf und fünfzigste gefczet habe/ weil er berichtet/ daß die Künste in derselben wiederum zu blühen angefangen, i) Den in der hundert und fünf und fünfzigsten waren die Römer als Feinde in Griechenland; die Künste aber können ohne eine besondere glükliche Anscheinung niemals emporkommen. Bald hernach wurde den Griechen ihre Freiheit durch den Paulus Ämilius bestätiget. Die Zeit/ in welcher die Künste in Griechenland niedergeleget?/ wird gewesen sein/ wie die Zeit vom Naphael und Michael Angelo bis auf die Caracei. Die Kunst stel damals in der römischen Schule selbst in eine große Barbarei/ und auch diejenigen Künstler/ die von der Kunst schrieben/ als Vasari und Zue- cheri/ waren wie mit Blindheit geschlagen. Die Gemälde der beiden größten Meister in der Kunst waren in ihrem völligen Glänze/ und im Angesichts derjenigen gemachet/ die/ wie ihre Arbeit zeiget/ niemals ein aufmerksames Auge auf dieselben gerichtet/ und keine einzige alte Statue betrachtet zu haben scheinen. Dem älteren Caracei gingen in Bologna zuerst die Augen wiederum auf. i) I.. 33. c. 3. sect. 19. n. 1. Nimt man mit Heyne an, dast die Evvchen der Künstler beim PliniuS blos Auszüge aus historischen Werken sind / wo am Ende von bedeutenden Abschnitten in der politischen Geschichte auch Künstlernamen ausgezeichnet waren/ die ungefähr um iene Zeit blühte», so hat des Autors Behauptung keinen guten Grund. Nach Corsini (kasti ^.ttic, t. 4. x. io>.) wurden die Griechen im t Jahre der 146 Olympiade von den Nomern für frei erklärt/ IS6 over Jahre vor Christi Geburt. Me»er. 94 Geschichte der Kunst. Z. In gedachter Wiederherstellung der Künste in Griechenland haben sich unter den Bildhauern berühmt gemachet AntäuS/l) Ka lli stratuS,-) PolykleS/ der Meister des schönen Hermaphrodit/^) AthenäuS/ Kallixenus, Pythokleö, Pythias/ Timokles ^>) und Metrodorus der Maler und Philosoph, 5) die aber Plinius unter die vorigen Künstler heruntersezet; und dieses ist das lezte Alter der eigentlichen griechischen Kunst. <>) Der schöne Herma p b rodit in der Villa Bor- ghese könte für jenen des PolykleS gehalten werden; ein anderer ist in der grogherzoglichen Galerie zu Florenz, und der dritte liegt in den Gewölbern gedachter Villa. §. In diese Zeit/ glaube ich/ Nlüße Apol- loniuS/ Sohn des Nestors aus Athen und Meister des sogenanten Torso im Belvedere/ das ist: des Sturzes von einem ruhende» und ver- j) Wird richtiger Antheus, geschrieben. Me»er. 2) Auch von Tatia» (»rat. »ä Lra-c, c. 55. z>. >20.) !b wahnt. Me»er. Z) I. 34. c. s. 5ecl. ig. n. 20. I. 36. c. 4. n. 10. Aus Athen, verfertigte mit dem Timarchides eine Statue des Äfkulapfus. (Pau5an. I. >0. c. 4.) Me»er. 5) Er war ein Zeitgenosse des Heraklides, und lebte um die t5Z Sl»»ixiade in Athen. (?lin. l. 35. c. >>. secl. 4<>. n. 3c>) Me >! e r. 6) Der Grund, weßhalb um diese Zeit, »ach dem oben a»geführte» Zeugniß des Plinius, die Kunst wieder aufzuleben began, und die Ol»mpiade 15Z von ihm !U einer besonder» Epoche gemacht worden, wird von He«! ne darin gesucht, daf, im 2 Jahre der 1ZZ Ol»moiade Eunienes II, eiu eifriger Freund der Kunst und Wis> senl'chast, gestorben. Die'cni folgte Attalus II, sei» Bruder, welcher die Stadk Pcrgamus zu verschönern und mit Kunsischäzen zu bereicher» fuchte. Meizer. 10 Bttch/I3 Kap. 95 götterten Herkules, geftzet werden; wenigstens muß dieser Bildhauer einige Zeit nach Alexander dem Großen gelebet haben; den die Form des Omega in dem Namen dieses Künstlers an dem soge- nanten Torso im Belvedere findet sich nicht vor der Zeit jenes Königs, sondern zuerst auf Münze» der Könige in Syrien, und ist also nicht so neu, als eS Montfaueon und viele Andere glauben. Neben gedachten Münzen ist das älteste öffentliche Werk einer bestimten Zeit/ auf welchem das Omega «lso geformt erscheinet/ ein schönes großes auswärts hohl gereiftes Gefäß von Erzt im Mnfeo Capito- lino, welches, nach der Inschrift auf dem Rande desselben, MithridateS Eupator, der lezte und berühmte König von PontuS, in ein Gymnasium ge« schcnket hatte, das von ihm den Namen Eupato- rislä sührete.!) Den diese Orte wurden mit solchen Gefäßen ausgezieret. ?) Ausser der Inschrift in großen pnnktirten Buchstaben,^) die dieses anzeiget, liefet man eben daselbst in kleineren Buchstaben die Worte cvs-« welche bisher nicht verstanden worden 'sind, und vermuthlich heissen: bewahre es rein und glänzend.^) I) In der ersten Ausgabe, aus welcher dieser Paragraph entlehnt ist, steht noch: „ Diese Nase wurde zu „unsern Zeiten zu Porto d'Anzio, ehemals An- >, tium, als man den Hasen daselbst riinmere, gesunden. Me»e r. Den Personen des Gnmnasiums hat es Ali- t hridates geschenkt; den nach Varthelemns Berichtigung (Reise durch Italien, S. ZVS.) heißt die Inschrift: ic/? Siebelis, Ä I. 5. x, 429. svon Silber.!! 4) Auf der Zeichnung, welche man dem Poeoeke (Descr. 96 Geschichte der Kunst. Es ist ein Wort/ welches von glänzendem Pferdegeschirre gebrauchet wird.^) Die Schrift ist in griechischen Cursivbuchstaben, deren wir uns izo bediene», und ist die allerälteste Spur von derselbe»/ und vielleicht noch älter/ als der in solchen Buchstaben ge> schrieben- Vers des Euripides/ welcher auf der Mauer eines HanseS im alten Hereulano stand: §. l6. Aus das äusserste gemißhandelt und verstümmelt- und ohne Kopf/ Arme und Beine/ wie diese Statue ist/ zeiget sie sich nach izo dene»/ welche in die Geheimnisse dcr Kunst hineinzuschauen vermögend sind/ in einem Glänze von ihrer ehemaligen Schönheit. 2) Dcr Künstler derselben hat ein hohes Ideal eines über die Natur erhabenen Körpers'/ inid eine Natur mäiilich vollkommener Jahre/ wen dieselbe bis auf den Grad göttlicher Genügsamkeit erhöhet wäre/ in diesem Herkules gebildet/ welcher hier erscheinet/ wie er sich von den Schlaken der Menschheit mit Feuer gereiniget/ und die Unsterblichkeit und den Siz unter den Göttern erlanget hat:^) den er ist ohne Bedürfniß menschlicher Nah- ok tlie Ug.1t, vol.2. p. 207. 1,1.92.) nach England schlk' tc, sind diese Worte ebenfalls von jemanden abgeschrie, ben, welcher dieselben nicht verstanden. Auch die Base bat die Runde eines halben Zirkels, die auf das zierlich, ste elliptisch ist. Winckelmaii. Er ist aus dcr Antiope, und heißt eigentlich: (Lurixicl. I^rs^ment. cx ^Vnt!op,i, n. 12. p. 42Z.) Meyer. Z) lMau vergleiche über den Torso die Schilderei voll Bl> geisterung im t Bande, S. 226—2ZZ.Z So malete ihn Nrtemon. (plia. I. Z5> c. >>. sce». >jo. u. Z2>) W i 11 cke l in a n. 10 Buch, Z Kap. 97 rung/ und ohne ferneren Gebrauch der Kräfte vorgestellet. ES lind keine Adern sichtbar und der Unterleib ist nur gemachet zu genießen/ nicht zu nehmen/ und völlig ohne erfüllet zu sein. Er hatte/ wie die Stellung des übrigen Nestes urtheilen lässet/ den rechten l) Arm über sein Haupt geleget/ um ihn in der Ruhe nach allen seinen Arbeiten zn bilden/ welche Stellung die Ruhe bedeutete; so wie Herkules auf einer großen Schale von Marmor/ ungleichen ans dem bekanten erhobenen Werke der Aus sohnu ng und des vergötterten Standes desselben / und hier mit der beige- sezten Anzeige: , der ruhende Herkules, gebildet ist; welche Werke beide in der Villa Albani befindlich sind.-) In dieser Stellung mit aufwärts gerichtetem Haupte wird sein Gesicht mit einer frohen Überdenknng feiner vollbrachten großen Thaten beschäftiget gewesen sein; wie selbst der Rükcii/ welcher gleichsam in hohen Betrachtungen gekrümmet ist/ anzudeuten scheinet.^) Die mächtig erhabene Brust bildet uns die- I) Den linken Arm, wollte Wi » ckelma n schreiben twie er schon oben im to B. 2 K. 2l §. gethan); den dieser ist noch Anzeige der ansgcdehnten Seite/ der Lage und Muskelbewegnng des Schulterblatts hoch aufgehoben gewesen, was auch Visconti (Alu;. kio-LI) bemerkt. Meyer. Z) Beide abgebildet bei Zoega. (IZassirilicvi,t->v.70 — 72.) Me»e r. In dem königlichen Kabinete von Frankreich sind zwei Gemmen (i>lnriette, lies pit l'i . Aravees. !. 2. p!. 3^. — SS.)/ wo Herkules stzend vorgestellt ist, und einige Ähnlichkeit mir der Haltung zu haben scheint, welche der verstümmelte Herkules habe» konte. F e a. Z) Es kan kein spinnender Herkules sei», und ich ent< iinne mich nicht/ wo jemand ( L-tteur, pi-incix, sehen. Winckelmaii. t) Geruon wurde von Herkules durch einen Pseil erschossen, s^pollol?. !. 2. c. ü. sect. 10. K. 7 ? Es sollte ?l n t ä u s heissen l. c. setn.11. Z. 6 ), wie auch Fea richtig im Texte geändert bat. Me»cr. 2) Gewisse Vergebungen der Scril'enten verdienen kam» bemerket zu werden, wie diejenige ist/ welche Le Com- te (Caliin. lle!, RinAuInr. llt. 1. ^>. l6. - machet, bei welchem der Nildhaucr des Torso Herodotns von Sieyou heisset. Pausanias ück c. Sq. x. 117.Z gedenket eines Herodotns Von Sl»n> tlius, aber niemaud kennet einen Bildhauer dieses?!>? 10 Buch/ 3 Kap. lung der Zeichnungen des Herrn CardinalS Alexander Albani die Studia der größten Künstler nach diesem Torso/ aber es sind dieselben alle gegen das Original wie ein schwach zurükgeworfenes Licht. Avollonius/ der Künstler dieses WerkeS/ ist bei den Scribenten nicht bekant. >) ß. Diese von mir angezeigeten Eigenschaften unsers verstümmelten Herkules werden unläug- bar durch die Vergleichung mir anderen Statuen desselben/ sonderlich mit dem berükmten farne fische II HerkuleS/ dessen Meister Glykon von Athen ist. Den in dieser Statue ist derselbe zwar mens Von Sic»v». Der Trunc einer weiblichen Figur in Rom, welche nach besageten Scribentens Vorgeben alle andere Statue» a« Schönheit übertreffen soll, ist mir »licht bekant. Ein Anderer saget (O^mvulion'!. sculpt. -»iitii,. p. 12.), dieser Avollonius sei auch der Meister von der Dirce, dem Zetl>» s und A n> v h i o n i dieser aber war von Rhodus, und jener von Athen, welches völlig falsch ist. Wiuckelman. lDie lezten Worte: „ welches völlig falsch ist, " stehen in der ersten Ausgabe nicht, aber in der ivjene r.1 1) Visconti glaubt (I>Iu5. ?io-LIcm. t. 2. p. i g.^, der Torso habe in der Stellung große Ähnlichkeit mit dem Herkules auf dem betauten tiesgeschnittenen Steine Von Teurer lStoscli. ant. wl>, 6g.) in der floren- tinischen Samlung, und vielleicht habe der Held hier in Marmor auch, wie dort, eine weibliche uakte Figur im linken Arm gehalten, besonders, da man nicht undeutliche Svuren wahrnehme von der Berührung einer vormals auf dieser Seite befindliche» Figur; auch sei hier das Werk weniger fleissig ausgeführt und geendigt, als auf der rechten Seite. — Doch es ergibt sich bei genauer Untersuchung, daß die Stellung des Torso wesentlich von der des Herkules auf dem geschnittene» Steine des Teurer verschieden ist. Me»er. 2) Man vergleiche die Beilage zum tvN. t K. i!> §.? lvo Geschichte der Kunst. muhend/ aber mitten in feinen Arbeiten vorgestellet, und mit aufgeschwollenen Adern und mit angestrengeten Muskeln/ die über die gewöhnliche Maße el»- ftisch erhöhet sind/ so daß wir ihn hier gleichsam er- hizet und athemloS ruhen sehen/ nach dem mühsame« Zuge zu den hesperischen Gärte»/ deren Äpfel er i» der Hand hält. Glykon hat sich hier nicht weniger/ als dort Apollonius/ wie ein Dichter gezei- get/ indem er sich über die gewöhnlichen Formen der Menschheit erhoben hat in den Muskeln/ die wie gedrungene Hügel liegen: den hier ist dessen Absicht gewesen/ die schnelle Springkraft ihrer Fibern «niS- zudrüken/ und dieselbe nach Art eines Bogens in die Enge zu spannen. Mit solcher gründlichen Überlegung will dieser Herkules betrachtet werden/ damit man nicht den poetischen Geist des Künstler» für Schwulst/ und die idealische Stärke für übertriebene Kekheit nehme: den demjenigen/ der solch ein Werk zu verfertigen im Stande gewesen, kaii man die von mir angegebene Absicht mit Sicherheit zutrauen. Man erinnere sich zugleich unter anderen Dingen, die ich von diesem Herkules bereits berühret habe/i) Verhältnisses des KopfeS zu dein Körper/ wo die Gründe davon angezeiget worden; und ich verweise den Leser zugleich auf die Statte des Herkules von Erzt im Campidoglio/ deren Kopf verhältnifiweis kleiner noch als jener zu sein scheinet. Bon dem Bildhauer Glykon ist uns keine Nachricht geblieben; und der Verfasser der Betrachtungen über die Dichtkunst und NU> lerei irret/ wen er vorgibt/ daßPlininS von der Statue des farnefi sehen Herkules mit besonderem Lobe rede; er gedenket weder derselben/ noch des Glykon/ welcher sie gemachet.?) Wir können t) cs B. 6 K. §.1 2) Du Los, sur la xovsie. t. l. sect. 37. x. 33/. 10 Buch/ 3 Kap. 10! weiter nichts aus der Znschrist seines Namens schließen/ als daß dieses sein Werk nicht älter als jener Herkules des Apollonius zu sein scheinet/ weil das Omega in seinem Namen ebendieselbe Form hat. K. 59. Vom Apollonius aber war annoch zu Ende des vorigen Jahrhunderts in dem Hause Massimi zu Rom ein Sturz eines Herkules/ Andere sage»/ eines Äskulapius/ wie die Inschrift an demselben zeigete. In den Handschriften des Pirro Ligoriv/ in der königlichen farnefischcn Bibliothek zu Neapel/ in deren zehenten Bande (S. 22^>.) finde ich/ daß dieses Stük in den Vä« dcrn des Agrippa neben dem Pantheon gefunden worden/ und daß der berühmte Baumeister San- gallo der Besizer desselben gewesen sei. ES muß ein gcschäzeteS Stük gewesen sein/ weil Kaiser Tra- janus Deeius/ welcher es dahin sezen lasse»/ die Versezung dieser Statue in einer besonderen Inschrift an derselben hat wollen bekaiit machen/ wie eben dieser Seribent berichtet/ welcher auch die Inschrift selbst beibringet. Wohin dieser Sturz gegangen/ ist nicht bekant. K. 20. Der oben gedachte Sturz des Herkules scheinet eines der lezten vollkommenen Werke zu sein/ welche die Kunst in Griechenland vor dem i) In der ersten Ausgabe/ S. Z7V/ folgt noch: »Auf » eben die Art stunden an einem Herkules zu Rom „ drei verschiedene Inschriften: des Lucius Lueullus/ »welcher ihn nach Rom gebracht; seines Sohnes/ wel- ,, cher diese Statue bei den Nostris ausgestellet/ und »die dritte des Ädilis T. Sevtimius, (?Ur>. I. Z4. » c> ö, Ig. II> Z5.) " M e » e r. (^iornale lle^ I.ctterLti, t. 3. 1771. ait. princ. p 144. ^i »!«Iu2?i ,Alonuiu> ÜIatt>l«ci. z. cl. 10. Uili. üI > Fea, 102 Geschichte der Kunst. Verluste der Freiheit hervorgebracht hat. Den nachdem Griechenland zu einer römischen Provinz gemacher war, findet sich bis auf die Zeit der römischen Triumvirate keine Meldung eines berühmte» Künstlers dieser Nation. Die Griechen aber verloren ihre Freiheit einige vierzig Javre darauf/ nachdem sie vom O. uintnS Flaminius für freie Leute erkläret waren/ und die Unruhen/ welche die Häupter des achäifchen Bundes' erregeteii/ noch mehr aber die Eifersucht der Römer über diesen Bund/ waren die Ursachen davon. Die Römer wäre»/ nach dem Siege über den König PerfeuS in Makedonien/ Herren von diesem Reiche geworden^) und hatten sich vor besagetem Bündnisse der Griechen/ so wie diese vor der Macht der ihnen gefährlichen Nachbarn/ beständig zu fürchten. Da nun die Römer durch den Metellus vergebens gesuchet Hatten/ in ein gutes Vernehmen mit den Grieche» zu tretend) wie uns die römischen Geschichtschreiber berichten/ so kam endlich Lucius MnmmiuS/ schlug die Griechen bei Korinth / nahm diese Statt als das Haupt des achäifchen Bundes ein/ und zerstörte dieselbe unter dem Schalle der Trompetend) Dieses geschah in der hundert und sechs und fünfzigsten ÖlympiaS/ in eben dem Jahre/ da Karthags erobert wurde. 5) 2) Nach Casaubonus Rist. x. 1073.) im 4 Jahre der 152 Olympiade, und nach Corsini (tiZ8t. t. 4. x. Iv5.) im 1 Jahre der 153 Olympiade» Meyer. 3) I. 33. c. 4— 6. I. 40. c. 4. ?au8an. I. 7. c. 16. 4) pausan. 1. 7. c. 16. Austin. I. 34. c. 2. !. 40. c. 7. 8lrad. I. 3. c. 6. Z. 23. k'Ior. I. 2. c. 16. Meyer. 6) I. 33. c. 3. seet. »3. e. ii. sect. 53. 1. 34. c. 2. 10 Buch/ 3 Kap. 403 §. 2t. Durch die Plünderung von Korinth ka- „icn die ersten Werke der Kunst aus Griechenland ,'clbst nach Nom, und MummiuS machete durch dieselben seinen Einzug prächtig und merkwürdig, Plinius glaubet/ der berühmte Bakchus des AristideS sei das erste Gemälde/ welches damals aus Griechenland nach Rom gebracht worden. Die Westen und hölzernen Statuen blieben in der verstö- rcten Stadt; unter diesen war ein vergoldeter Bakchus, dessen Gesicht roth angestrichen war;^) ein Bellerophon von Holz/ mit den äussersten Theilen von Marmor; 2) imgleichen ein Herkules von Holz/ welchen man für ein Werk des DädaluS hielt. Was im übrigen den Römern von einigem Werthe schien/ wurde fortgeführet/5) sogar die Ge- fiiße von Erzt/ welche innerhalb der Size des Theaters standen/ um den Ton zu verstärken.6) Billig werden alfo die Römer vom PolybiuS/ welcher sonst ihr großer Lobredner ist/ getadelt über diese sect, 3. Die Slyniviadenzahl ist in der leiten Stelle des Plinius Verfälscht; die Zerstörung Korinths fällt in das 3 Jahr der 1ZS Olympiade. (L-is-ub. Hiswr. s^rioxz, clironolog. lo^8) Me»er. z) 36. c. 4. secl. 3. Die Behauptung des Plinius wird bestätigt durch Stral'v. (1^. L. c. 6. Z. 23.) Meyer. 3) 16. I. 2. c. 4. Es war eine Statue der Minerva Chalinitis. M e y e r. 4) Id. I. 2. c. 4. ä) üder zerstört. (k'Ior. I. 2. c, »6. Llr»d. I. 3. c. 6. Z. -3.) Fea. L) Vilruv. I. ü. c. 5. in line. Geschichte der Kunst. Ausplünderung der eroberten Städte. Ohnerach- tet aber Korinth zerstöret war/ wurden die Mimischen Spiele, welche man daselbst feierte, nicht au§- Lesezet, sondern die Griechen kamen nach wie vor alle vier Jahre an dem gewöhnlichen Orte zusammen,-) und die Stadt Sicyon übernahm die Veranstaltung derselben.^) ß. 22. Fabretti scheinet geneigt, zu glauben, daß zwo Statuen im Hause Carpegna zu Rom, aus welchen man durch fremde ausgesezete Köpfe einen MarcuS Zlurelius und einen Septimius Se- veruS gemachet, unter denjenigen Statuen gewesen, welche Mumm in 6 aus Griechenland brachte, weil auf ihrer Beider Basen, uviuiuiv», cos. stand; ohnge- achtet jener LueiuS hieß: die aber die Kunst versieben, finden an denselben eine Arbeit viel niedriger Zeiten; es deutet auch der Harnisch offenbar Figuren der Kaiser an. Jene Basen aber sind vermuthlich verloren gegangen, da man neue Füße mit neuen Ba> sen, ohne Inschrift/ aus einem Stüke gemachet und ergänzet siehet. - K. 23. Gegen die Menge von Statuen nnd Gemälden, mit welchen alle Städte und Orte in Griechenland angefüllet waren/ wäre dieser Raub endlich zu verschmerzen gewesen: allein den Griechen m»ß >) l^. g. c. i c>. 2) Nach Plinius (l. 4- c, Z. sect. g.) und Solinus (c, 12.) wurden die isthniischen Spiele alle 5 Jahre ge> halten; nach Pindar aber (>er». VI. v. 6g.) alle Z Jahre. (Lorsiui ggou. 4. u. 2 — z. x. gz.) Me»e r. Z) ?nusan. I. 2. c. 2. 4) Inscript. c. 5. n, 292. p. 400. üuonarrot. Oszer?,ii. sopra »Ic. iiieiluzl. l. 14. n. 4. p. 264. Sie sind »ach England gegangen. F e a. 10 Buch, 3 Kap. 40L der Muth gefallen sein , auf öffentliche Werke der Kunst Kosten zu verwenden/ da dieselben von diesen Zeiten an den Begierden ihrer Überwinder ausgesezet waren; und in der That wurde Griechenland nun- mehro ein beständiger Raub der Romer. MarcuS Scaurus nahm, als ÄdiliS, der Stadt Sieyon alle il>re Gemälde aus Tempeln und öffentlichen Gebäuden, wegen rükständiger Schulden an Noni/ und sie dieneten ihm zu Auszierung seines prächtigen Theaters, welches er auf einige Tage bauen ließ. >) AuS Ambracia, der Residenz der Könige in EpiruS, wurde» alle Statuen nach Rom geführet, unter welchen die neun Musen waren, die in den Tempel des Herkules Musarum gesezet wurden;^) und man schikete sogar Gemälde mit samt der Mauer ausser Griechenland, wie Mnräna und Varro, während ihres ÄdilatS, mit Gemälden zu Sparta thaten. Mit einer Atalanta und Helena zu Lannvinm im Latio wollte man dergleichen Verseznng unter dem Calignla nicht wagen/') Aus Makedonien ließ MetelluS nach dem Siege über den lezten König PerseuS eine unglaubliche Menge Statuen wegführen, unter welchen die Statuen zu Pferde von >) ?Iin. I. Z4. c, 7. scct. 17. l. Z5. c> 117 scct. 40. ll. 24. I. ZK. c. lä. scct. 24. n. 7. 2) ?ol)d> 1.22. c. iZ. ?IIn. I. zz. c. 10. sect. Z6. II. 4. Z) ?Iiii. I. Z5. c. 14. sect. Tg. ?Iiii. I. Z!>. c. z. «ect. 6. Eben dieses hat man mir den Gemälden der St. Peterskirche zu Rom vorge> »ommen, welche, nachdem sie vorher in Musaico gearbeitet worden, mit der Mauer von Quaderstuken, auf welche sie gemalet sind, ausgesaget, weggenommen, und in die Kirche der Cartheuser, ohne allen Schaden, ver, sezet worden sind. Die hetrurischen Gemälde in dem Tempel der Ceres wurde» ebenfalls mit der Mauer versezet, (?Iin. I. 35. c. 12. sect. 4!,.) Winekelmaii. io6 Geschichte der Kunst. Erzt und zwar von der Hand des LysippuSA- ren, die Alexander denen sezen ließ, die i» der Scblacht beim GranikuS geblieben waren. Mit diesen wurde der vom Metellus erbauete Porticu« auSgezieret. Andere Statuen von Erzt und gleichfalls zu Pferde ließ der ttberwinder in das Capito- lium sezen. Man kan sich also vorstellen, daß im Künstler, sonderlich Bildhauer und Baumeister, wenig Gelegenheit gehabt haben, sich zu zeigen. Unterdessen wurden, wie es scheinet, noch allezeit den Siegern in den olympischen Spielen zu Elis Statuen aufgerichtet, und der lezte, von welchem sich Nachricht findet, hieß MnesibnluS, welcher in der zwei hundert und fünf und dreißigsten Olympias, z« Anfang der Negirung Kaisers Marcus Aureliitt/ den Sieg erhielt. Z. 24. WaS von Tempeln, Gebäuden und Cta> tuen in Griechenland gemachet wurde, geschah meh- rentheilS auf Kosten einiger Könige in Syrien, Ägypten und anderer. Der Königin Laodiee, Königs Selen kuS Tochter und des Persens Gemahl,»/ wurde zu Delos eine Statue gesezet für ihre Freigebigkeit gegen die Einwohner und gegen den Tempel des Apollo auf dieser Insel. Die Base, auf welcher die Inschrift ist, die dieses anzeiget, befindet sich unter den arundelischen Marmorn. ^) An- tiochns IV. in Syrien ließ verschiedene Statue» ») Vell. palcrc. I. I. c. I I. ?Iin. 1. c. Z. kect. Ig. n. 6. Eben so ließ Marcelies viele Statuen iu>d Kunstwerke aus Surakus «ach Rom bringen. 1.2?. «.40. tüc. in Vcir. !>ct. 2. 1.4. c. ü^.) über abnliche Räubereien der Römer vergleich? mau Meierotte. (Über Sitten u. Lebensart der Römer/ 2 N- 32 —SlS.) Meuer. 2) pnusga. I. 10. c. Z4. 3) zg. ^>. 26. cüit. Hlslttairc. 10 Buch/ Z Kap. ,mi den Altar des Apollo gedachten Tempels ftzen. l) §.25. Dafi AntiochuS EpiphaneS/ König in Syrien, einen römischen Baumeister/ Cossu- tiuS/ von Rom nach Athen kommen lassen/ den Tempel des olympischen JupiterS/ welcher seit des PisistratuS Zeit unvollendet geblieben war/auszubauend) könte ein Beweis scheinen von der Seltenheit geschikter Leute in dem ehemaligen Size der Kunst; es kan aber auch aus Gefälligkeit und Schmeichelei gegen die Römer geschehen sein. In eben der Absicht scheinet A riobarz an eS/ PH ilop ator II- in Cappadoeie»/ zur Zeit des PompejnS, in dessen Gegenwart er seinen Sohn zum Mitregenten annahm, zween römische Baumeister/ den Cajus Stallius/ und dessen Bruder Marcu s/^) nebst einem Griechen/ Menalippus/4) genommen zu haben/ da erden Zllheniensern das Odeum auf seine Kosten wieder aufbauen ließ/ welches Aristion / des MithridateS Feldherr/ in der Belagerung des Sylla zum Theil hatte niederreissen lassen. 5) 1) Jiiti^. ^slat. 8ig. z>. Ü2. 2) Vitrllv. prlrs. I. 3) Ijelle)', «I'une Inscript. ant. sur I«? retalil. lls I'O, Knnsten, die durch die Griechen war in Rom erweket 1, worden. Zu Beförderung derselben unter den Römern trug mit bei eine Gewohnheit bei ihre» Lcichenbegcing- „ nisse». Man hatte Larven, die nach der Ähnlich- >, keit aller ihrer großen Männer gemachet waren, und 508 Geschichte der Kunst. Z. 26. Die griechische Kunst aber wollte in ÄM. ten, als unter einem ihr fremden Himmel nicht Wurzel fassen / und sie verlor unter dem Prachte a» den Höfen der Gele uciden und P tol cm äer viel von ihrer Größe und von ihrem wahren Verständnisse. In Großgriechenland, wo dieselbe nelst der Philosophie des Pytbagoras und des Zeno von Elea, in so vielen freien und mächtigen Städten geblühet hatte, erfolgete ihr gänzlicher Fall, und sie wurde endlich durch die Waffen und durch die Barbarei der Römer gänzlich vertilget. §. 27. In Asten und an dem Hofe der Könige in Syrien, erging cS der griechischen Kunst, wie wen ein Licht, ehe eS ans Mangel der Nahrung m> löschet, vorher in eine helle Flamme auflodert, und alSdaii verschwindet. AntiochuS IV, der jüngere Sohn AntiochuS des Großen, welcher seinem älteren Bruder Selenkus IV. in der Reginnig folgete, liebete die Ruhe, und suchete seine Tage wohllüstig zu genießen; die Kunst und die Unterredung mit den Künstlern war seine vornehmste Beschäftigung; er ließ nicht allein für stch, sonder» auch für die Griechen arbeiten. In dem Tempel des Jupiters zu Antiochia, welcher ohne Deke geblieben war, ließ er dieselbe nicht allein vergoldet machen, sondern auch alle Mauern inwendig mit vergoldeten Blechen belegen,^) und in demselben eine Statue der Gottheit, in der Größe des olympischen Jupiter des PhidiaS/ sezen. 2) Der 5, wen die Keeper der Kaiser verbrant wurden/ sezelm v die Ritter diese Larven über ihr Gesicht/ um ihre berühmten Vorfahren vorzustellen." Meyer. 1) !. 5. c. 4. 1. 26. c. 10. Meyer. 2) 1. 41. c. 20. 3) I. 22. c. i3. 10 Buch/ 3 Kap. INS Tempel des olympischen Jupiters zu Neben, der einzige/ welcher/ wie die Alten sagen, der Größe des Jupiters anständig war/ wurde von ihm Mächtig ausgebauet/ und der Tempel des Apollo zu DeloS mit einer Menge Altäre und Statuen auS- gezieret; sogar der Stadt Tegea bauete er ein prächtiges Tbeater von Marmor, i) K. 28. Mit dieses Königs Tode scheinet die Kunst der Griechen in Syrien ausgestvrben zu sein; den da den syrischen Königen/ nach der Schlacht bei Mgnesia/2) das Gcbirge TauruS zur Gränze gese- zet war/ und sie sich alles dessen / was sie in Phry- gicn/ und in dem ionischen Asien besessen hatten/ begeben mußten/^) so war dadurch die Gemeinschaft mit den Griechen gleichsam abgeschnitten/ und jenseit deS Gebirges war nicht das Land/ wo sich eine Schule griechischer Künstler erhalten konte, ES wurde auch dieses Land sehr geschwächet durch die Empörung des Arsaces/ welcher in der hundert und zwei und vierzigsten Olympias der Stifter des par- thischen Reichs wurde. 4) Die Könige in Syrien selbst nahmen nach und nach die Sitten der Perser oder der Meder an/ und anstatt des griechischen Diadema ihrer Vorgänger im Reiche/ trugen sie eine cylindrische persische Müze/ die von den Griechen Eine Statue des Apollo in der Größe des olympischen Jupiters. Me»er. 1) I. 26. c. 10. l^iv. 1.41. c. 20. Meyer. 2) Aber die Schlacht bei Magnesia war unter Antiochus dem Großen porgefallen, also vor ?111 t i 0 ch u S Epi- phanes/ den Polybius lieber Evinianes nennen möchte. Meyer. Z) Illv. I. Z?, c. 46. 4) 1. 10. c. 23— 29. Austin, l. 41. «. 6. llistor. kol^b. s^-noxs. clironolvA. x. 10ZZ. Meyer, iw Geschichte der Kunst. genennet wird; ja man findet diese Müze, «k ein Zeichen der königlichen Würde/ auf einige» ihrer Münzen gepräget. §. 29. Nach gedachtem Siege über dieses N- . nigS Vater / brachte Lucius Scipio eine unglaub- liehe Menge Statuen nach Rom / und dieses geschah in der hundert und sieben und vierzigsten Olympias. Die Münzen der Nachfolger des kunstlie- benden Königs in Svrien zeugen von dem Falle derselben/ und eine silberne Münze Königs Philix- pus / 3) des Dreiundzwai! zi gsten / 4) vom St- leukuS an gerechnet/ gibt einen deutlichen Beweis, daß die Kunst sich von dem Hofe dieser Könige weggezogen hatte/ den sowohl der Kopf dieses Prinzen, als der sizende Jupiter auf der Rükfeite/ scheinen kaum von Griechen gemachet zu sein. Überhaupt sind die Münzen fast aller Seleuciden schlechter/ als der geringsten griechischen Städte, gepräget/ und auf Münzen der parthischen Könige mit einer griechischen und zum Theil zierlichen Schrift erscheinet schon die Barbarei in der Zeichnung und in dem Gepräge. Gleichwohl sind dieselben ohne Zweifel von griechischen Meistern gemachet; den die parthischen Könige wollten das Ansehen hl>> 1) über Antiochus den Große». Meyer. 2) plin. I. ZZ. c. 11. 53. I. c. 2. sect. 6. I .N I. Z?. c 59. Meyer. Z) Des Antiochus lV. Eviphanes. 4) Fea hat den Philivvus mm Zwanzigsten gemacht; allein wen man die drei Gegenkönige, Antio- ch » s Theos, T r »p h 0 n und A n t i 0 ch us S i d e tes, unter der Regiruna des Demctrius Nikator, zu den Königen Von Syrien rechnet, uiie man gewöhnlich zu thun pflegt, so ist er der drei und zwanzigste- Meye r. 10 Buch/Z Kap. M/ große ,freunde der Griechen zu heissen, und sczeten diesen Titel sogar auf ihre Münzen. >) Dieses ist um so viel weniger zu verwundern/ wen man bedenket/ daß die Sprache der Griechen in Syrien ausartete/ so daß der Name der Sradt Samosata/ in Kommagene/ auf ihren Münzen in der Schreibart kaum keiitlich ist. §. 3». In Ägypten hatte die Kunst und Gelehrsamkeit unter den drei ersten Ptole innern geblühet/ und sie waren besorget/ auch die Werke der ägyptischen Kunst zu erhalten. PtolemäuSEve r- geteS soll, nach seinem Siege wider den König in Syrien Antiochus TheoS/ zwei tausend fünfhundert Statnen nach Ägypten gebracht habe»/ unter welchen viele waren/ welche CambyseS aus Ägypten weggeführet hatte. Die hundert Baumeister/ welche dessen Sohn und Nachfolger Philopator nebst unglaublichen Geschenken der Stadt RhodnS/ die durch ein Erdbeben sehr gelitten hatte, zusandte/ können von der Menge der Künstler a» diesem Hofe zeugen. Aber die Nachfolger de6 Evergetes waren alle unwürdige Prinzen/ und wütheten wider ihr Reich und wider iyr eigenes Geblüt und Ägypten gerieth in die äusserste Verwirrung. Theben wurde unter dem LathyruS/ dem fünften Könige nach dem EpiphaneS, beinahe gänzlich zerstöret und seiner Herlichkeit beraubet: und dieses war der Ansang der Vernichtung so vieler Denkmale der ägyptischen Kunst. Diese 1) Lpankein. prszzt. ed usu nuinism. äissert. 3. n. 4. t. 1. p. 467. 2) pelleriN) I^sc. lle met!. t. 2. i3o. Z) änlich, ^lonument. p. 79. Hie- ron)'iu. (kommen l.. in Daniel. L. 11. v. 7 — 9. <5) 1. 5. c. 69. ti2 Geschichte der Kunst. Zerstörung wird vom Pansanias dem Ptole« in aus Philometor beigeleget. K.Zi. Die griechischen Künste hatten sich/ wiewohl sie von ihrem ersten Glänze in diesem Reiche sehr abgefallen, dennoch bis unter dem Vater des leztgedachten Königs, dem Ptolemäus Physkon, dem siebenten Könige/ in Ägypten erhalten. Unter diesem Tyrannen und in der grausamen Verfolgung/ welche er nach der Flucht und Rükkunst wider die Stadt Alexandria ausübete/ verließ der größte Theil der Gelehrten und Künstler dieses Reich, und begaben sich nach Griechenland; daher sich gedachte Stadt rühmete, daß von ihr die Künste ausgegangen/ und von neuem zu den Griechen und z» anderen Völkern gekommen seiend) Einige von 1) I., I. c, g. P tvlemäus L a tl> u ru s oder Lathlirui war der dritte Konig nach Prolei»äus Evipha, nes, wen man nicht die Kleopatra und dcn Ale> ander, durch welche Pto > emäus Lath » rus vom Throne verjagt wurde, und nach deren Tode er wieder zur Regirung gelangte, mitrechnen will. PtolemauS Latl>»rns hatte auch dcn Beinamen Philometor, und Pausanias scheint ihn nicht mit dem srüliem Könige dieses Beinamens verwechselt zu haben, da er ihn zum achte» Abkdmlinge des Ptolemäus Lagi macht und ansdrüklich bemerkt, daß er dcn Beinamen Philometor erhalten, weil wohl kei» König seine Mutter mehr gehaßt habe, als er. a non /ucen-io.I M e»e r. 2) /^tke». I.c 25. ^Uülin. I. 33. c. Z Vaillant, welcher den Athenäus nicht recht verstanden, gibt diesem verächtlichen Könige (Ilistor. ptulem. p. in.) das Lob, daß er gelehrte u»d geschikte Leute besonders ge> ehret, und daß unter ihm alle Künste und Wissenschaft reu einen neuen Glanz bekommen. Athenäus aber saget nicht, daß die Erneuerung der Wissenschaften i» Slg >> vten, sondern daß sie in Griechenland geschehen. Die Verfasser der allgemeine» Weltgeschichte in 10 Buch/Z Kap. 113 diesen Künstlern gingen nach Messene/ und es waren in dem Gymnasio daselbst drei Statuen, nämlich Nercurius/ Herkules und Thesens/ von ihnen gearbeitet. Mit dieser Grausamkeit machete Physkon das zweite Jahr seiner Regirung/ welches in die hundert und acht und fünfzigste Olympias fällt/ merkwürdig. Bei dem allen fehlere es zu Cäsars Zeiten und nachher nicht an Männern/ welche zu Alexandria die Weltweisheit mit großem Zulaufe lehreten. Von dem irrig sogenanten Kopfe Engeland suistur. IIn!v, t. 6. liv. 2. cliap, 2. sect. I». x. 474.), welche dem Vaillant, wie sonst häufig neuern Ausschreibe»'» gefolget find, wie aus der unrichtig angeführeten Stelle des Ath en äns / fo wie dieselbe bei jenem gesunden wird , zu schließen ist - können daher nicht reimen, daß dieser Prinz, welcher verursachet, daß die Künstler und Gelehrten aus dem Lande gegangen, zu gleicher Zeit ein Freund nnd Beschüzer derselben fein sollen. Sie sichren zugleich den h. Epiphanius von Maßen und Gewichten an (>Ie xan2.), vielleicht wegen des Beinamens, den man diesem Könige beilegete, weiter aber meldet er kein Wort. Athenäus !l. 14. c. 20.) saget auch nicht, daß Physkon, wie Vaillant vorgibt, aus allen Theilen der Welt Bücher auffuchen lassen; er gedenket nur der vier und zwanzig Bücher domiilcntariizi'uin, in welchen dieser König Nachricht gegeben, daß er keine Pfauen gegessen habe. Winckelmaii. >) ?au?an. I. 4. c. Z2. Panfanias sagt nur, daß die genanten Statuen Werke ägyptischer Künstler gewesen, nicht aber, daß diese Künstler zu den von Prolemäus Physkon Vertriebenen gehörten. Meyer^ In der ersten Ausgabe, S.Z7S, liest man noch: « Durch die aus Ägypten geflüchteten Künstler, scheint „der sogenante ägyptische Styl in der griechischen « Kunst, über welchen ich in dem ersten Theile dieser x Schrift eine Muthmaßung gewagct habe, eingeführet S * Geschichte der Kunst. deSPtolemäuS AuletcS/ auf einem geschnittenen Steine/ babe ich im vierten Kapitel deS ersten Theils dieser Geschichte geredet. ß. 32. Da nun die griechische Kunst in ihren, Vaterlande/ und in auswärtigen Reichen/ wo dieselbe Schuz und Nahrung gesuchet hatte/ gefallen war / wurde dieselbe von den Römer»/ da diese anfingen von ihrer Härte abzugehen/ nebst der griechischen Gelehrsamkeit gepfleget/ und selbst das Volk zu Rom sah mit Vergnügen die Werke griechischer Kunst. Daher/ als zu Rom annoch keine griechische Kunst arbeitete/ und C. Claudius Pulcher/ als ÄdiliS/ das Forum zu den Feierlichkeiten / die er dem Volke selien ließ/ auf vier Tage auSzierete, und auch Statuen aufstellen wollte/ ließ er unter anderen eine Copie des Pr ax ite leS zu diesem Gebrauche auf einige Zeit leihen / und schikete alSdan diese Figur ihrem Besizer zuriik. 2) §. 33. Die Kunst fing also von neuem an, ihren Siz in Griechenland zu nehmen und zu blühen ; den die Römer selbst/ wurden Beförderer der- „ zu sci», " Diese Worte, welche i» der wiener Ausgabe fehlen, wurden auch von uns nicht i» dm Text aufgenommen, weil sie keine haltbare Behauptung aussagen. Den die Ähnlichkeit mit dem ägyptischen St»le, welchen man in einige» Denkmalen aus de»Zei> ten der ersten Ptolemäer bemerkt, gehört einer stm bern Zeit an, als die, von welcher Wi»ekelman redet. Weil er aber die Nachahmung des ägyptischen Geschmaks in einigen Werke» aus den Zeiten der römischen Kaiser andeuten will: so »aßt die Bemerkung ebenfalls nicht liieher, da jene Werke einer späteren Zeit angehöre». M e» e r. 5) s5 B. 5 K. lZ §.Z 2) Lic. in Verr. act. 2. 1. 4. 0. Z. 2) In den Anmerkungen findet iich noch folgende Vk> 10 Buch/Z Kap. selben ünter den Griechen / und die edelsten Römer ließe» in Athen Statuen für ihre Landhäuser arbeite»/ wie wir vom Cicero wissen/ dein Attieuö i-ieselben sür sein Tusculanum besorgete/ unter welche» Hermen von pentel,schein Marmor mit Köpfen von Erzt waren. Die eingeführete Pracht in Rom war eine Quelle zum Unterhalte der Künstler auch in den Provinzen/ den sogar die Geseze verstatteten den Proconsuln und Prätore»/ ihrem Namen zu Ehre»/ ja ihnen selbst geweihete Tempel in den Ländern ihrer Statthalterschaft erbauen zu lasse»/ wozu die dem Scheine nach bei ihrer Freiheit gcschüzeten Grieche» die Kosten aufbringe» mußten.-) PompejuS hatte Tempel in allen Provinzen. Dieser Mißbrauch nahm noch mehr überHand unter den Kaiser»/ und Herodes bauete zu Cäsarea dem Au- gustus eine» Tempcl/ in welchem dessen Statue üi der Größe und Ähnlichkeit des olympischen Jupiters stand / nebst der Statue der Göttin Roma/ die wie die Juno zu ArgoS gebildet war. Nachdem endlich die Römer anfingen/ Griechenland lieb zu gewinnen/ sucheten sie ihre» Ruhm auch in Ge- biiildeii/ die sie auf eigene Kosten daselbst aufführe- teN/ wie unter anderen um diese Zeit Appius/ inerkung, welche sich nicht bequem dem Texte anfügen wollte: „ Nachdem endlich durch die Eroberung von » S»rakus und von Sicilien und Von Makedonien die >, Werke der Kunst den Römern betank zu werden an- ,, fingen/ und in diesen Veränderungen viel Künstler da> hin gekommen sein werden/ ließe» die edelsten Römer i, selbst für sich arbeiten." Aiever. 1) Lic. ->6 I. I. exisl. 4. 6. g, 2) IVlangauIt, dissorl. sur les lionneurs «Zivins, cjul vnt etL x. ZSZ. ^ Z) 5osc^>1>. 60 bell. jumd behauptete sich in der angemaßeten Gewalt durch die auswärtige Macht/ von welcher er unterstüzet/ Me römisch gesinte Bürger ermorden licß.^) Da min zu Anfange befageten Krieges Arche lau 6 vom vom Sylla in Athen belagert wurde/ gerieth die Stadt in die äusserste Noth; der Mangel an Lebens- mitteln war so groß/ daß man endlich Felle und Hiinte der Thiere fraß; ja man fand sogar nach 1) Diese Köpfe von Weissem Marmor sind wohl erhalten und gut gearbeitet, vbschon nicht so ganz vortreslich, als der Autor behauptet. Ein ernster/ strenger Charakter ist indessen sehr geistreich und mit vieler Wahrheit in ihnen ausgedrükt. Jeder dieser Kopse ruht aus einer autikcn Löwentaze, welche treslick gearbeitet ist und daher ebenfalls bemerkt zu werden verdient. Das Brustbild, dessen der Autor weiter noch gedenkt, ist uns unbekant geblieben. Mever. 2) ile Iiell. Aulir!6. p. lög. IN sine. Vcll. terc. I. 2. c. 2Z, Z) >1)16. x. >Lg. ?!>U5ÄI>, l. >. c. 20. IIS Geschichte der Kunst. dcr Übergabe Mcnschcnfleisch. Sylla ließ den ganzen pircäischcn Hafen / nebst dem Arsenale und alle andern öffentlichen Gebäuden zum Seewesen, gänzlich zerstören: Athen war/wie die Alten sagen, > wie ein hingeworfener todter Körper gegen das vorige Athen zu vergleichen. 2) ES nahm dieser Dictator aus dem Tempel des olympischen Jupiters sogar die Säulen wcg,^) und ließ dieselben, nebst dcr Bibliothek des Apellikon/ nach Rom führen;^) es werden auch ohne Zweifel viele Statuen fortgeführet worden fei»/ da er aus Alalkonic- nä eine Pallas nach Rom fchikete. 5) Z. 36. Das Unglük dieser Stadt sezete alle Griechen in Furcht und Schreken/ und dieses war auch die Absicht des Sylla. ES geschah damals in Griechenland / was noch niemals geschehen war/ daß ausser dem Laufe dcr Pfcrde/ keines von andern feierlichen olympischen Spielen zu EliS gehalten wurde; den diese wurden damals von dem Sylla nach Rom verleget. 6) ES war die hundert und fünf und siebcnzigste Olympias. Leander Alberti redet von dcr obersten Hälfte einer Statue des Sylla, welche zu Casoli in dcr DiöccS von Volterra in Toseana gewesen sein soll.?) Die Römer niachettn sich kein Bedenken/ in dieser Stadt ihre Namen an Statuen alter berühmter Griechen zu fezeii/ als wen diese ihnen selbst zu Ehren errichtet worden, 1) idicZ. p. 199. in c. iZ — 14- 2) ?Iutarcd. id. c. i5. Z) I. 36. c. 6. sect. 6. 4) 8trad. 1. »Z. c. 1. Z. 54. ?Iularcd. id. c. 26. 5) I. 9. c. ZZ. 6) ^.xxian. ) Lic, i«I ^n!c. I. 6. exlst. i. in Loe. Diese Unart tadelt Chrysostomus. (Orat. Z>,) M e»c r. 2) Lic. I. >. cpist. 10. 3) Zlücl. !. 1. epist. 16. in i!ne. ISicero verspricht ihm etwas von seinen Schriften zu schiken und begehrte deren auch von ihm. Gemälde sind keine im Spiel.Z 4) I. g. c. L. Llir^sost. vrst. 7. >2Z. i2o Geschichte der Kunst. ches noch in dem Kriege zwischen Pompejus Nd Cäsar seine Könige hattet) und das Land umher/ war von Einwohnern entblößet;^) und vo» Mycenä war nur noch der Name übrig. Drei der berühmtesten und reichsten Tempel der Grieche», des Apollo zn Delphi/ des Äskulap ins zu Epi- daurnS/ und des Jupiters zu EliS/ wurden vs» dem Svlla ausgeplündert/ und PlutarchuS saget/ daß zu seiner Zeit ganz Griechenland ka« dreitausend bewehrte Männer aufstellen können/ s» viel die einzige Stadt Megara zu der Schlacht bei Plateä wider die Perser abschikete.^) §. 38. Grosigricchenland nnd Sicilien war» um diese Zeit in eben so klägliche Umstände gesezch an welchen in jenem Lande von Italien der atze- gemeine Aufstand wider alle Pytkiagoräer eine» großen Antheil hatte: den ihre Schulen wurde» in allen Städten daselbst in Vrand gesteket/ und die angesehensten Männer/ die sich zu der Lehre de- PythagoraS bekanten/ wurden ermordet oder verjaget. 5) Hier war von so vielen mächtigen und berühmten Städten zu Anfang der römischen Monarchie nur Tarent und Brundusinm und RheP» in einigem Flor; 6) und in der ersten von diese» Städten war eine berühmte Europa auf dem Ochsen sizend/ nebst der Statue eines jungen SatyrS in dem Tempel der Vesta;?) zn Rhegium aber M 2) 1. 8. p. 557. Z) 16. I. ö. p. 669. 4) Txcerxt. Oio^or. I. Z7. 406. 5) I. 2. p. 126. 6) 8lrak. I. 6. 4^0. 7) Lic. in Verr. act. 2. I. c. 6a. 40 Buch/ 3 Kap. tittt geschä'zete Venus von Marmors) und die Einwohner zu Kroton/ deren Mauern zwölf Miglien jm Umkreise hatte»/ welche sich über eine Million crffreketen/ waren in dem zweiten punischen Kriege auf zwanzig Tausend heruntergebracht. Kurz vor dem Kriege mit dem Könige PerseuS in Makedonien ließ der Censor O. uintus Fulvius Flac- <»S den berühmten Tempel der Juno Lacinia, ohnweit gedachter Stadt/ abdeken/ und führete die Ziegel desselben/ welche von Marmor waren/ nach Roni/um den Tempel der Fortuna Equestris mit denselben zu belegen; er mußte dieselben aber/ da es in Rom kund wurde/ woher er sie genommen/ mder zurükschaffeu. §.39. In Sicilien sah man damals/ von dem Vorgebirge Äilybäum an bis an das Vorgebirge Pa- chynum/ das ist : auf der östlichen Seite dieser Insel von einem Ende zum andern / nur Trümmer der ehemaligen blühenden Städte;^) SyrakuS aber wurde noch izo für die griechische Stadt gehalten/ und dliMareellus in der Eroberung dieselbe von einem erhabenen Orte übersah/ konte er sich der Freuden- thrütten nicht enthalten. 5) Es fing sogar die griechische Sprache an/ in den griechischen Städten Italiens aus dem Gebrauche zu kommen: den Li- Uus berichtet/ daß kurz vor dem Kriege mit dem Könige PerseuS/ das ist: im fünf hundert und zwei und siebenzigsten Jahre der Stadt Rom/ der Mische Senat der Stadt Kumä die Erlaubniß ge- >) II>!6. 2) I.iv. I. 23. c. 3o- 3) 16. I. 42. c. 3. 4) Ltr-zd. I. 6. x. 417. 5) I^iv. 1. 26. c. 24° Winckelman. 6. 6 122 Geschichte der Kunst. geben,, in öffentlichen Geschäften sich der römischen Sprache zu bediene»/ und die Waaren im Latein zum Verkauf ausrufen zu lassen;') welches ich vielmehr für ein Gebot als für eine Erlaubniß halte, >) 40. c, 42, Geschichte der Kunst des Altertums. Eilst es Buch. Von der griechischen Kunst unter den Römern. Erstes Kapitel. K. 4. ^n diesen betrübten Umständen der Grieche» sucheten die Künste Schuz in Rom, wo damals bereits die Jugend nicht allein in der griechischen Sprache und in den Wissenschaften dieser Nation/ sondern auch in der Kentniß der Kunst selbst unterrichtet wurde, wie wir von dem berühmten Paulus ÄmiliuS wissen, welcher seine Söhne, unter denen der jüngere Scipio war, durch Bildhauer und Maler zu der Kunst anführen ließ. K. 2. Hier würde ich, nach der gemeinen Meinung, als' Werke dieser Zeit anzuführen haben die Köpfe des Scipio, und einen vermeineten silbernen Schild in dem Museo des Königs von Frankreich, «mf welchem man die Enthaltsamkeit des Scipio hat abgebildet finden wollen. 2) Von diesen Köpfen habe ich die bekailtesten in meinen alten Denkmalen angezeiget in den Anmerkungen über das Kupfer des Kopfs von grünlichem Basalt, in dem Palaste Rospigliosi, welcher allen anderen die Benennung gegeben hat, weil derselbe in den Trümmern der Villa des älteren Scipio Asri- can u s zu Liternum ausgegraben worden ist. Es findet sich auch eben dieses Bildniß in dem her- 1) pluwrcl!. !n . Paul. c. 6. 2) Gegen die Braut des Allucius, eines jungen Fürsien der Celtibecier. I. 26. r. 5o>) Me»ev. Z) ^Denkmale, Numero t76. Man vergleiche 4 B- 2K. 126 Geschichte der Kunst. Manischen Muse»/ und/ wie die Köpfe in Marmor/ mit einem Kreuzhiebe auf dem Schädel bezeichnet / welcher aber weder in dem Kupfer noch in der Erläuterung desselben angezeiget worden. Ich habe ferner in gedachtem Werke bemerket/ da diese Köpfe völlig beschoren sind/ daß Faber in den Bildnissen berühmter Männer des FulviuS Nrsi- n u s sich für den älteren Scipio erkläret / weil PliniuS berichtet/ daß Scipio AfricanuS sich I) In der ersten Ausgabe/ S. Z75, findet sich üb» den vorgeblichen Kopf des Scivio eine Stelle, die wir wegen der ihr beigesellten Anmerkung mittheilen: „ZW „es wahr ist, was Fulvius Urfinus saget, und „ wissen koklte, daß der schone Kopf des Bruders dieses „Scipio, des ältern Asricanus, pon Basalt, m „Palaste Rospigliosi, zu Liternum, ohnweit Kumä, „ gesunden worden, wo dieser große Man sein Lebe« ,, beschlossen hat i so wäre dieser Kops ein Denkmal auj „ dieser Zeit. Statuen desselben, welche ein neuer w „ Mischer Dichter knhnlich anführet (Ooncorz. „ 6i 8. I^ucc-, ». 17S0. x. 4Z.), finde» sich nicht »M „ Scipio. „ Dieser Kops war ehemals in dem berühmten Hause »Cesi, und das Haus Nospigliosi mußte dmsel, ,, ben, da der lezte aus jenem Hause starb, für eine „ Schuldsorderung von Z000 Scudi annehmen. Auf „ dem Kopfe zur Rechte» stehet mair eine Wunde, aiS „ einen Kreuzschnitc angezeiget, und eben diefes Zeichm „ findet sich an drei ähnliche» Köpfen in Marmor; der „ eine ist im Palaste Barberini, der andere im C>m> „ pidoglio, und der dritte in der Villa Albani, Em „ anderer Kopf, welcher wegen der Ähnlichkeit den Nimm „Scivio führet, befindet sich in den Zimmern der „ Conservatori im Camvidoglio, und wurde vom Pai'si „ Clemens XI. dahin geschenket, welcher denselben mit „ 800 Scudi erstand; dieser Kopf hat gedachte W»»te „ nicht. " Me»e r. 2) LolUQi. in I^ulv. I7rs. n. ^9. 2g. Buch/ 1 Kap. 127 alle Tage geschoren hat/ obgleich hier der jüngere Scipio gemeinct wird. Den um diese Nach" richt mit gedachtem Orte/ wo der erste dieser Kö^ pfe gesunden worden/ zu vergleichen/ lässet derselbe das Wort secl I. 6. epist. I. sMan kaute freilich die Bildnisse dieser Männer, den Cicero führt eine Statue des Publius Scipj« VZasica Serapio au, die Atti cus im Temvel da Ovs seze» lassen, und eine andere, welche im Tempel des Pollur stand, !7naFo -iec/a- Bei diefen fand sich in der Inschrift das Wort vos, weil er im Jahre Roms 615 mit Decius Juni us Brutus Calla icus Conful geworden, Unter den vergoldete» Reiterstaruen aber/ die Qu intus z^ie- tellus Scipio, des Pompejus Schwiegervater, im Capitolio sezen lassen, hatte eine, die den altern oder jünger» Africanus vorstellte/ (welcher von beiden, erhellet aus Ciceros Stelle nicht) die Inschrift siot- rio und «r»s> ein dovelter Fehler, da kein Scipio Africanus den Beinamen Serapio hatte, und dir Konsul Publius Scipio Nasica Serapio, deS Qui ntus Metellus Scivio Urgroßvater nicht Censor gewesen, über diesen Fehler macht Ach nun Cicero in dem angeführten Briefe an Aktien? lustig, weil er anfangs geglaubt, er rühre vom Meister der Statue her, nun aber erfuhr, daß ihn MetelluS selbst gemacht^ Wir wissen iezt mit Gewißheit, daß die genaüte» Kopie den ersten Scipio vorstellen; deii er hat dieselben Gesichtszüge, ohne Bart und ohne Haare, auf einem Gemälde im herculanischen Museo seine gute Abbildung desselben findet man in Visco nt is Icono^rspliic M- cienne, xl> 56,), wo er vorgestellt ist mit Masinissa und Sovhonisbe, nachdem diese Gift genommen, (IZxcerpt, ex vioiZor, x. zgg, I^iv. I, Zo. e. >5,) D>! Nachricht von den langen Haaren, welche Scipio der Erste getragen, kan unsere Behauptung nicht schwächen, weil Livius erzählt, daß er seine Haare in der erste» Unterredung mit dem Masinissa in Spanien so ge> tragen, im Jahre Roms 546. Er war damals in der 11 Buch, 1 Kap. 429 Z.-j. Was den vermeineten Schild bctrift/ so glaube ich vermöge der Gründe/ die ich in dem Versuche der Allegorie ^§.61.^ sowohl/ als in der Blüthe der Jugend, und ungefähr 2? Jahre alt; den als er seinen Vater rettete, im Jahre Roms 5Z4, zählte er ungefähr l7 Jahre. Als er nach Afrika gekommen, fing er vielleicht an, sich wegen der großen Hize in diesem Lande das Haupt und den Bart zu scheren, und zwar weuigfiens im Jahre Roms 54? , oder auch schon früher, da sich in dem eben genanten Jahre die So» h o- nifbe durch Gift das Lebe» nahm. Aus demPlinius, durch dessen Zeugniß Winckelman beweisen will, daß die genaiiten Köpfe den zweiten Africanus vorstellen, läßt sich »ichts weiter folgern, als daß dieser zuerst sich alle Tage geschoren habe; allein hieraus läßt sich nicht schließen, daß andere sich nicht schon vor ihm geschoren haben, und besonders A sr i canns der Ältere, da Winckelman selbst berichtet <8 B. 4K l?§>), daß der Conful M> Livius, welcher ein Zeitgenosse des älteren Scipio war, sich aus Berdruß von Rom entfernte, im Jahre 544, und feinen Bart wachsen lassen, sich aber denselben abgenommen, da er von dem Rathe bewegt worden, wieder zu erscheinen. Die Erklärer der herculanischen Gemälde, S. l4ll, haben Un< recht, wen sie aus dem Plinius (>.7. c. 5g. soct. Sg.) und aus dem Gellius (I. Z. c. 4.) beweisen wollen, daß das Bartscheren zu den Zeiten des älteren Africanus nicht üblich gewesen; Gellius sagt nur, daß Asrieanus der Jüngere von seinem vierzigsten Jahre an sich den Bart geschoren, und daß um diese Zeit die vornehmen Römer von demselben Alter dasselbe gethan. Der Von Fabri angesiihrte Grund, daß der erwähnte Kopf aus Bafalt in Liternum gefunden worden, ist nicht fo verächtlich, wie Winckelman und Andere wähnen. Es ist gewiß, daß der ältere Africanus dort feine Villa halte, wo er eine große Zeit verlebte, »nd wahrfcheinlich starb und begraben wurde, I. ZL. c. 56. ölrab, l> 5. p. Z72. Scnec. cxisl. gg.) Es 430 Geschichte der Kunst. Vorrede zu meinen alten Denkmalen angeführet habe/ ganz und gar nicht/ daß auf demselben die Enthaltsamkeit des älteren Scipio abgebil- ist nicht minder gewiß, daß dort Statue» und Denkmale von ihm waren, und es ist wohl glaublich, daß die Be> wohner von Liternum sein Vildniß zu haben wünscht», da sie so lange mit ihm gelebt, und sich durch den Beßz dieses Bildnisses geehrt glauben mußten, viel mehr aiz durch das Bildniß des ander» Scipio, von dem ma« nichr weiß, ob er jemals in jenem Lande und ant jener Villa gewesen. Wir haben auch keinen Grund zu glau, den, daß in derselben Villa Begräbnisse von and«» Seipionen gewesen, und am wenigsten das deS zwei, ten Africanus, Vielmehr können wir das Ge> gentheil annehmen, weil kein Autor dieses berichtet, sondern alle nur sagen, daß der erste Africanuz dort begraben lag; Strabo wurde nicht unterlasse» haben, Liternum noch mehr zu »reise», wen auch der zweite Asrieanus dort begraben gewesen. Firm lassen die vielen in dem Grabmal der Seivione»!« Rom gefundenen Inschriften, und besonders die auf den Vater des jünger» Africanus, mit Gewißheit «> muthen, daß dort das gemeinsame Begräbniß der Familie war. Man findet diese Inschriften mitgetheilt in dir römischen Anthologie. (Nvmana , t> li> II. ^9. Jnno 1760. z,. ZL7. t. 7. 11. 43. anno 1781. x. Z77. t. L. n, Zi. aniiv >782. p, 244. n, Z2, p. 24g, t. 9 n. 17. snno 1 7ZZ. zi. 167. n. 26. p. 227.) In dem 8 Bande, S, 249, wird der in erwähntem Grabmal aus, gefundene Sarg des Seivio Barbatus beschriebe», Er ist aus dem dichtesten Peveriuo, tZ Palm lan>>, 6 hoch, und 5 breit. Die gemeine Steinart an diesem Denkmal wird vergütet, theils durch die Inschrift, welche hinsichtlich auf römische Geschichte und alte Geogravhie wichtig ist, theils durch geschmakvolle Srnamente; deii eS hat weniger die Gestalt eines Sarges, als die eines schönen Basaments, das Gesims mit Zahnschnitten »er« ziert, und unter demselben eine Art Friese mit Trigw phen, in deren Zwifchenräume» zierliche Nosen ang!« bracht sind. 11 Buch/1 Kap. 131 det sei; sondern ich bin der Meinung / daß der Kunst« ler hier die dem Achilles wiedergegeben e Brise, 6/ und die Versöhnung des Agamemnon mit demselben vorgestellet habe. Griechischer Geschmak und griechische Kunst scheint liier schon den römischen Geschmak in etwas veredelt zu haben, und man würde glauben, daß dieses Denkmal einer weniger entfernten Zeit angehöre, wcii nicht die Inschrift anzeigte, daß es aus dem sunsten Jahrhunderte Roms und folglich das älteste unter allen beschriebenen Denkmalen des römischen Altertums ist. Die Inschrift ist älter, als die auf den Lucius Scivio, feinen Sohn, welche gleichfalls in Peverino eingegraben ist; auch älter als die Inschrift auf den Duilius, da dieser 40 Jahre »ach dem Scivio Barbatus Consul war. Neben diesem Sarge war noch ein anderer, welcher, wie der aus dem Dekei bezeichnete Name lehrt, die Asche der A. Cornelia, der Tochter des Cn. Cornelius Scivio Hisvallus enthielt. In eben diesem Grabmale wurde auch ein unbekanter mit Lorbeer bekränzter jugendlicher Kovf gefunden, und ein kleiner Kopf Daumens hoch, aus gebraiiter Erde, welcher eine» alten Man ohne Haare und ohne Vart vorstellt. Zea, I> Der fogenante Schild des Scivio im Antikenkabi» net der königlichen Bibliothek zu Paris ist »ach Mil- lin (Uonllm. ant. ineci t. i, p. kg — g6, pl. —>>.) eine im Jahr l656 bei Avignon in der Rhone gefundene runde Schale von Silber, welche in Aniehung ihrer Größe zu den vornehmsten unter den wenigen aus Silber gearbeiteten Denkmalen gehört, den der Durchschnitt des Umkreises beträgt 26 Zoll französische» Maßes, u»d das Gewicht des Silbers ist 42 Mark, Millin stimt in der Erklärung der getriebenen Figuren aus dieser Schale im Ganzen mit Winckelman nberein; indessen erhellet klar aus der angebrachten Architektur, so wie aus dem St>>l der Figuren, daß es eine Arbeit aus den Zeiten des sinkenden Geschmaks ist. Meyer. 132 Geschichte der Kunst. §. L. Damals aber und vor den Zeiten der Triumvirate wurde die Kunst der Griechen durch die bei den Römern erwekete Liebe zu derselben zwar geschäht und geehret/ konte aber in der Mäßigkeit der Sitten/ und als die Armuth annoch ihr großes Verdienst hatte/ nicht sonderlich befördert und aufgemuntert werden, l) Da aber die bürgerliche Gleichheit aufgehoben wurde durch das Übergewicht einiger Bürger/ die durch Macht/ durch Pracht/ und durch Geschenke den revublicanischen Geist in Anderen j>i unterdrüken trachteten / entstanden endlich die Triumvirate/ oder die Verbindungen unter drei Personen/ die nach eigener Willkür schalteten. Unter diesen und in dem ersten Triumvirate iß Sylla der erste/ welcher Rom despotisch regirete und wie andere Bürger vor ihm gethan hatten/ j) Eine Beschreibung des alten Roms und des daselbst her, sehenden / von den schönen Künsten abgewandten CinneS, gibt Plu tarchus im Leben des Marcellus, Auch Sallustius tLe». Latil. c, 12.) rühmt die Weise der Norsahre», welche die Tempel der Götter durch Frömmigkeit/ und ihre Häuser durch Thatennchm ins, schmükten/ und den Besiegten ihre Habe und Bestztümer ließen. Mit bitterer Ironie tadelt der strenge altglii» bige M- Porcius Cato (l^iv I. Z^, c. 4.) dieVorliebc seiner Zeitgenossen sur griechische Kunstwerke. I. Z-j, c. 6. -"'ct. 14,) Selbst Plinius (I. Z5 c. 12. sect. 4i. 46.) preiset die alten Zeiten/ wo man die Götter in wenig kunstreichen Bildern verehrte. Cicero scheute sich noch zu seiner Zeit/ öffentlich und vor dem Volke für einen Kenner der griechischen Kunst zu gelten; und er spricht daher in der vierten Rede gegen den VerreS von den griechischen Kunstwerken / als kenne er sie uur durch Hörensagen In den bestimtesten Umrissen wird das altrömische Wesen/ im Gegensaze mit der spätere» Zeit und mit der ariechischen Liebe sür Kunst und Wis> sensckast, von Ntrgi l (/Lu. I. 6. v. ö-iS.) bezeichnet Meye r. 1t Buch prächtige Gebäude aus eigenen Mitteln aufführet?: mid da er Athen, den Siz der Künste/ verheeret hatte/ war er ein Beförderer derselben in Rom. Es übertraf der Tempel des Glüks, welchen er zu PMcste bauete/ alles/ was bisher von Gebäuden durch Bürger unternommen war/ und wir können noch izo aus dem/ was übrig ist/ von der Größe u»d folglich von der Pracht desselben urtheilen. §. 6. ES war dieser Tempel den Berg hinan ge« führet/ an welchem das heutige Palestrina lieget; und diese Stadt ist auf den Trümmern des Tempels Z) Ihm waren Vorangegangen Marcellus, welcher sich selbst gegen die Griechen zu rühmen pflegte, daß er seine rohen Landsleute zuerst die griechische Kunst ehren und bewundern gelehrt in Hlareello, c. 21.) ; T. Quintius Flamini nus, welcher am erste» Tage seines Triumphes viele Statuen aus Erzt und Marmor, und am zweiten eine ungeheure Menge erhobener Arbeiten aus Gold und Silber aufführte (I.!v. I. 34. c. S2.); M. Fulvius, der Besieger Ätoliens, welcher in seinem Triumphe 285 Statuen von Erzt, und 2Z0 aus Marmor zeigte (I.!v. 1.3g. c, S ); L, Ä m i li u s P au l u s, welcher die' eroberten Statuen, Gemälde und Kolosse aus 250 Wagen am ersten Tage seines Triumphes sichre» und L. Mummius, welcher nach der Zerstörung Ko> rinths nicht allein Rom und Italien, sondern auch die Provinz mit eroberten Statuen und Gemälden auszierte nachdem schon vorher viele Kunstschäze Achajas und be< sonders Korinths von den Römern vernichtet (pol^Ii. I. 40. c. 7.), zerstreut (?Iin. I. Z4. c. 3. sect, 6>) und ver> schenkt (pausan. I. 7. ll>. pol)-!,. >. ^0. r. ll. waren. Aber durch Syllas Feldzug in Asien wurde zuerst auch in dem gemeinen Soldaten die Begierde nach Gemälden und Statuen gewekt, und von nun an war demselben nichts mehr heilig. (LsUusl. Kell. Liul. c, n>) N^ver. 134 Geschichte der Kunst. selbst gebauet/ so daß sie dennoch nicht so weit ßch wie diese erstreket. Diesen ziemlich steilen Berg hinan ging man zu dem eigentlichen Tempel durch siebe» Absäze/ deren große und räumliche Pläze auslangen Mauern von Quadersteinen ruhe» / die unterste ausgenommen/ die von geschliffenen Ziegeln gebauet und mit Nischen gezieret ist. Auf den untersten sowohl als auf den obersten Absäzcn waren eingefassete Teiche und prächtige Wasserwerke/ die man noch izo erkennet; der vierte Absaz aber war die erste Vorhalle des Tempels'/ wovon sich ein großes Stük der Vorderseite mit Halbsäulen erhalten hat; und auf dem Pluze vorher ist izo der Markt von Palestrina. Hier lag in dem Fußboden das Musaicv/ wovon ich izo reden werde/ welches von diesem Orte weggenommen/ und oben in die sogenante Burg des Hauses Barbe- rini zu Palestrina geleget worden/ wo es wiederum zum Fußboden dienet. Diese Burg war der lcjte Absaz des TempelS/ und hier stand der eigentliche Tempel des Glüks. §. 7. Da nun Sylla hier/ wie Plinius berichtet/ das erste Musaico arbeiten ließ / welches in Italien gemachet worden/so ist vermuthlich dasjenige gedachte große Stük/ welches sich erhalten hch ein Werk dieser Zeit; so daß diejenigen/ die dieses Werk wider den ausdrüklichen Bericht jenes Skribenten dem Kaiser Hadrianus zuschreiben^) keinen andern Grund haben/ als die von ihnen voranSgesezte Erklärung desselben. Den bisher war angenommen 1) 1^. 36. c. 2?. sect. 64. 2) Bei der im Jahr t72t gegebenen Abbildung diefti Werks in Kupfer. Mever. Z) Diese »och vorhandene Mnsaik zu Palestrina kau uni keinen deutlichen Begris von dem damnligen Kuniivcr, mögen und Geschmak geben/ da die Arbeit an derselben 11 Buch/ 1 Kap. worden/ daß Alexanders des Großen Ankunft in Ägypten auf demselben abgebildet sei/ und da man gewohnt ist/ in allen alten Werken die wahre Geschichte zu suchen, so koute man nicht einsehen/ warum Sylla dieses vielmehr als etwas anderes abbilden lasse»/ und eS hätte nach dieser Meinung cm Zug aus dieses Dictators eigener Geschichte sein sollen. Dieses vorauSgesezet, schien Herrn Bar- thelemy der leichteste Weg zu Erklärung dieses WerkS/ anzunehmen/ daß eS nicht dem Sylla, sonder» dem Hadrian zuzuschreiben sei/ und daß dieser seine Reise in Ägypten in einem solchen dauerhaften Gemälde habe verewigen wollen. >) Wie/ weil es aber eine Vorstellung aus der Fabel und au§ dem Homerus wäre/ da zu beweisen ist, daß die Künstler selten über die Rükkunst des Ulysses nach Zthaka hinausgegangen/ mit welcher sich der mythologische Cirkel endigte? K. 8. Man könte die Begebenheiten des Me- »elaus und der Helena in Ägypten vorschlage»; wenigstens passet dieser Vorschlag auf mehr Stüke i» diesem Gemälde. MenelauS könte der Held sein, welcher aus einem Hörne trinket, und die weibliche Figur/ die hier etwas in das Horn eingegossen hat/ wäre Polydamna/ die ein Sympulum in der Hand hält; und dieses Gefäß ist von niemand bisher erkaiit worden. Man könte sagen, sie gebe ihm Nepen th es zu trinken, welches auch Helena von ihr bekommen hatte. 2) Helena, in welche ziemlich rol>, der Inhalt räthselhast, und weder die malerische Erfindung, noch die Anordnung der Figuren von Vorzüglicher Beschaffenheit ist. Meyer. t. 3o. Alem. 5o3. Kii'diei'. vet. et nov. l.0!. Oismpini vet. luonum. t. tak. j>. 6l. 2) IV. v. 226. iZ6 Geschichte der Kunst. der König in Ägypten/ Theoklymenes/ verliebt war/ um ihre Flucht mit dem Menelaus zu verbergen/ ließ eine erdichtete Botschaft von dem Tode dieses' ihres Gemahls bringen, und gab vor/ daß/ da derselbe auf dem Meere gestorben sei/ sie demselbe» auf dem Meere selbst die lezte Ehre erweisen müße, welches ihrem Vorgeben nach/ wie bei einem wirklichen Leichenbegängnisse zu halten sei/ wo das ledige Bett des Verstorbenen getragen wird/ u. s> f. >) Dieses scheinet der längliche Kasten zu bedeute»/ welcher von vier Personen/ wie ein Sarg auf der Bahre/ getragen wird; und Helena könte die weibliche Figur sein, die vor diesem Zuge auf der Erde sizet. Der König gab ihr zu dieser Absicht ein ausgerüstetes Schif/ welches auch hier am Ufer hält. Unterdessen stellete der König in Ägypten Befehlen seine Unterthanen/ daß die künftige Vermählung mit der Helena schon im voraus mit fröhlichen Braut« liedern sollte besungen werden^) welches durch die j trinkenden und spielenden Figuren in einer offene» Laube tönte vorgestellet sein. Man hat auf diesem Musaieo bisher nicht herausbringen können/ was das Wort bedeute/ welches unter bei einer Eidexe stehet/ weil sich einige Steinchen/ die dieses Wort zusammensezen / verrüket haben. Es heißet und ist das Adjectivum von welches Wort auch ein Maß von anderthalb Fuß anzeiget. Man muß also lesen nuxr^io?, eine Eidexe von anderthalb Fuß; und ehc» 1) IZelen. v. 1263 et 1461. 2) Ikiä. v. 1. Z) Visconti (Mus. ?io-OIem. t. 7. p. 92.) glaubt, daß diese Musaik auf die römische Geschichte Bezug habe, und vielleicht den Augustus als Eroberer von ÄgyM > vorstelle. Meyer. 11 Buch/ 1 Kap. 137 so lang ist dieses' Thier vorgestellet, l) Dieses Musaico ist nicht von der feinsten Art; feiner gearbeitet aber ist ein kleineres Stiik in dem Palaste Barberini zu Rom/ welches ebenfalls in einem Fußboden jenes Tempels entdeket worden/ nnd die Entführung der Europa vorstellet / so daß oberwärtS an dem Ufer des Meeres die Begleitcriuen derselben erschro- kcn abgebildet sind/ nebst Agenor^ dem Vater der Europa/ welcher bestiirzet herzuläuft. §. v. Die Aufnahme der griechischen Künste in Nom beförderte vornehmlich die Pracht und sonderlich dcr Wohnungen auch der römischen Bürger/ welche in wenigen Jahren dermaßen gestiegen war/ daß/ da das HauS des Lepidus/ welcher das Jahr nach des Dictators Sylla Tode Consul war/ damals für das schönste gehalten wurde/ ebendasselbe nach dreissig Jahren kaum den hundertsten Plaz behaupten koiite. H Da nun anstatt der vormaligen Wohnungen/ die nur cm Gestok hatten/ und wie Varro nebst dem Augenschein an den mehresten pompeianischen Wohnungen bezeugen/ einen Hof einfchloßen/ welcher c»v-e. dium, bei den Griechen «„x» hieß/ da/ sage ich, die Wohnungen eine andere Gestalt bekommen hatten, j) In den Anmerkungen liest man zu Ende dcr Stelle über die Musaik zuPalestrina noch Folgendes: „ Eben „ da ich dieses schreibe, nämlich imHornung dieses l76ü „ Jahres, komt von Palestrina Nachricht nebst der Zeich, » nung von einem in Musaico gelegeten Fußboden eines „ Zimniers, welcher an lieben und zwanzig Palme lang „ und siins und zwanzig breit ist. Ich sauniere nicht, da- » bin zu reisen, und dieses Werk in Augenschein zu neh> „ nien. " A! e» e r. 2) Die Abbildung bei Ciampini. sVot, monum. t. > . t-ik, ZZ. p. 32.) Sie ist zart und mit vielem Fleiß gearbeitet. M ei> e r. Z) ?Iin. I. ?6. c. >?. sect. 24. n. 4. Nach 35 Jahren. Meyer. 6 * 438 Geschichte der Kunst. und da viele Gestoke auf einander gesezet wurden, mit ihren Säulengängen, und mit langen Reihen von Zimmern/ die kostbar ausgezieret wurden: so waren vieler hundert Künstler Hände beschäftiget. Von dem berüchtigten Clodius wurde sein Haus mir mehr als vierzehen Millionen Gulden erkaufet. K. 10. Endlich nach so vielen prächtigen Römern zu der lezte» Zeit der Republik gab Julius Cäsar sowohl an Pracht als in der Liebe zur Kunst niemanden etwas nach. Er machete große Samlungen geschnittener Steine/ elfenbeinerner Figuren und von Erzt sowohl als von Gemälden alter Meister/ und beschäftigte der Künstler Hände dnrch die großen Werke/ die er in seinem zweiten Consulate errichtete.^) Er ließ sein prächtiges Forum in Nom bauen/ und zierete schon damals Städte nicht allein in Italien/ Gallien und Spanien/ sondern auch in Griechenland mit öffentlichen Gebäuden/ die er a»f eigene Kosten aufführete. Z) Unter den Colonien zu >) ?Iin. I, Z6. c> 16. sect.24. 0.2. sNach Plinius i4,S00,000 Sestertii/ der SesttrtiuS zu 6 Kreuzer, 1/480,000 Gulden rheinisch. Also um «in Kleines weniger, als oben steht.) 2) Luet, in lüscs, c, 47, Z) Wir würden ei» schönes Denkmal aus dieserZeit haben, welches uns zugleich einen sehr vortheilhasten Begris von der damaligen Kunst zu geben im Stande wäre, wen >vir uns überzeugen könten/ daß die berühmte Statue in Fw renz, der sogenante Schleifer (l'srroüno oder ron-uo- 1-e), den Barbier des Julius Casar vorstelle, welcher die von Achillas und Pothinus gegen Julius Cäsar gemachte Verschwörung entdekte. (plutarcli. ia Lsss. c, 49,) Lanzi, in der Beschreibung der großhcr> ^ zoglicheu Gatteric zu Florenz ( c. >4. p, 174,)/ scheint dieser Meinung zu sein. Aber selbst angenommen, daß 11 Buch, 1 Kap. Vesajung verstöreter oder verödeter Städte, sendete er auch eine Cvlonic nach Korinth, und ließ diese jenem Barbier eine Statue in Alerandria, wo die Ber> schwörung war, oder in Rom errichtet worden, so ist dennoch nicht zu glauben, daß dieses die oben genante sei, weil der St»l der Arbeit aus bessere Zeiten hindeutet, und weil an derselben auch nicht das geringste Keil, zeichen zu finde» ist, welches auf jene Begebenheit oder aus die Person des Barbiers anspielen könte. Annehmbar scheint die Meinung des Leonardo Ago- stini ct>ronvv, 'skessur. !>nti<>. t> 2. t!>k. gg.), welchem auch Winekelma» (Denkmale, Numero42. l Th. t7 K.) folgt, daß die Statue des sogenanten Schleifers denjenigen Skuthen vorstelle, welchem Apollo befahl, den Mars»as zu schinden, und daß sie zu einem Grupo von medrern Statuen gehörte, welche die< se Geschickte vorgestellt hat. Den aus den verschieden Statue» des a» den Baum gebundenen Marsyas, von welchen sich eine i» der Nilla Medici, jezo zu Florenz, und zwei in der Villa Albani befinden, läßt sich vermuthen, daß jenes Grupo im Altertume berühmt war, und oft wiederholt worden. In ähnlicher Stellung mit jenem sogenanten Schleifer, jedoch bekleidet, erblikt man diesen Skvthen aus dem von Wi» ckel m a n in den Denkmalen, Numero 42, erklärten Basrelief, wie auch an der Seite eines Sarkophags, welcher unter dem Portikus vor der Kirche St. Paul ausser Noni steht. Das Haupt des Schleifers zu Floren», worin Lanzi Furcht und die eigentümliche Mine eines Spions zu fehen glaubt, hat vielmehr die Richtung gegen den Marsuas u»d drnkt eine Mifchung von Bergnügen u»d barbarischer Wildheit aus, wie an den Figuren des Skiithen auf den angeführte» Basreliefen ebenfalls bemerkbar ist, und wie derselbe auch au» einem alten Gemälde (plülostr-n. Icon. 2. p. g65.) vorgestellt war. Das Messer ist gewiß nicht zum Bartfchereu, wie Lanzi will, sondern zum Schinden, obschon dieser Gelehrte solches ohne Ursache laug- »et; es ist auch von den Messern auf den vorerwähnten und andern alten Denkmalen nicht sehr verschieden. Wenig haltbar scheint auch die Meinung derer, welche in i4o Geschichte der Kunst. Stadt wiederum aus ihren Trümmern aufbauen,!) wo man damals die Werke der Kunst der verstöretcn Stadt ausgrub, wie ich im ersten Kapitel des ersten Theils dieser Geschichte angeführet habe.'^) Vermuthlich ist eine große und schöne Statue des Nev- tunuS/ die vor etwa zwölf Jahren zu Koriuth nebß einer sogenanten Juno ausgegraben worden, entweder zu Julius Cäsars Zeiten, oder doch nicht lange hernach, verfertiget. Der Styl der Arbeit deutet auch etwa auf diese Zeit, und aus demselben, noch mehr aus der Form der Buchstaben in einer griechischen Inschrift auf dem Kopfe eines Delphins zu den Füßen der Statue, ist erweislich, daß ste nicht vor der Zerstörung der Stadt gemachet sei. Die dieser Statue denjenigen abgebildet glauben, welcher die Verschwörung des Catilina, oder die der Sohne des Brutus, oder die der Pisonen entdekte. (0. g5 — 96. Aalsei, raccvlia A Llatile, tav. 41.) F e a. Hinsichtlich auf Weiches, Fleischiges und charakteristi- sche Mannigsaltigkeit der Arbeit an den verschiede«» Theilen ist dieses Denkmal eines der vorzüglichste». Die Haare satten sehr natürlich in unordentlichen Loten m» den Kops, scheinen los und beweglich; das den Rüken dekende Fell ist nicht weniger gut ausgesührt. Die Augensterne stnd vertieft. Erhalten hat sich dieses Denkmal Vortreslich, der größte Theil desselben ist noch so unversehrt, als da es aus der Werkstätte kam. Nur ein kleines Nandstük vom Felle, die Nasensvize nebst dem Gelenke der rechten Hand, und über demselben ei» etim -i Zoll breites Stllk des Armes, stnd modern; vielleicht kan auch der Zeigefinger der rechten Hand neu sein, so wie der Dann,, der Zeige-und Mittelfinger der linken Hand. Aber diese Restaurationen stnd ausserordentlich gut gearbeitet, und ohne Zweisel von einem der besten Meister neuerer Zeit. Me»er. 1) pausaii I. 2, c> I, Strad. I> L. c, 6, Z--Z.Meyer. 2) sj B. 2 K. -i §.) 11 Buch/ 1 Kap. Inschrift zeiget an/ daß die Statue vom PubliuS Licinius Prifeus/ einem Priester des Neptu- ii ns/ geftzet worden. ES ist dieselbe folgende: N. n?S^^c>c: . . . Der Name der Person/ die eine Statue machen ließ, war zuweilen nebst dem Namen des Künstlers an dieselbe gesezet. PausaniaS meldet/ daß jemand aus Korinth/ nach Wiederherstellung der Stadt/ eine Statue Alexanders des Großen in Gestalt eines Jupiters zu EliS neben dem Tempel des Jupiters aufrichten lassen.^) §. 11. ES finden stch in verschiedenen Museen Köpft/ welche den Namen Casar führen/ und kein einziger gleichet völlig den Köpfen auf seinen Münzen;^) es will daher der erfahrenste Kenner der Al-> 1) O'lZrvIII. animsäv, in Oliarit. 1.2. c. 5. t. >. x. iL6, e6it. p. 3i3. 2) 1^. ä. c. 24. Z) Visconti versichert/ daß die im Museo Pio- Cle- mentino (t. 6. tav, ZS> p. S4.) abgebildete und erläuterte Marmorbuste eine von denen sei, welche mit dem Bildnisse aus den Münzen am meisten übereinkomme; und eben so das kolossale Brustbilde unter den jezo in Neapel befindlichen sarnesischen Altertümern, welches er il piü -lutenüco rilralko ) ES verdienet angemerket zu werde«/ daß eine Römerin im Testamente ihrem Ehemanne mif- crlegete/ dem Cäsar im Capitolio eine Statue von hundert Pfund Gold schwer fezen zu lassen. §. 12. Aus allen Ländern der Welt/ wo sich Griechen niedergelassen hatten/ waren sonderlich durch die lezteren Siege des LueulluS/ des Pow Charakter, ist beträchtlich mehr als lebensgroß, und » Kopse wie am Körper wohl erhalten. Arme und Beine scheinen modern. Me»er. 4) In der ersten Ausgabe/ S> ZSZ — ZS-i, findet jich »och folgende Stelle: „ Bei dieser Gelegenheit merke „ ich von den zehr» Statuen ebe» dieses Musei an, >vel> „ che leztgedachter Cardinal tPoligna eZ ohnweit Frnseali „ ausgraben ließ, daß es nicht bewiesen werden konnt, „ daß dieselben ei» Grupo zusammen gemacher, nochwl >, weniger die Familie des L »komedes, nebst dem i, in weiblichen Kleidern versteketen Achilles, vvM v stellet Es wurde von diesen Statuen , da der König „in Preuße» dieses Museum kausete, viel Geschrei in „ Frankreich gemachet, und man gab vor, daß diese Mm „ nicht aus dem Lande gehen sollten; es wurden diese!« „ ben über drei Millionen Livres geschäzet, und auch diese mit begriffen, ging das ganze Museum für etwa „ Z6000 Thaler nach Berlin. Man muß aber wissen, „ daß alle zehen Statuen ohne Köpfe gefunden worden, „ welche von jungen Leuten in der französischen Akademie „ zu Rom ganz »eu dazu gearbeitet sind, die ihnen, wie gewöhnlich, Modegestchter gegeben: der Kopf des ver> „ meineten Lykomedes war nach einem Porträt des „ berühmten Herrn von Stosch gemachet. " Me»er> s) LIsct. I. i. c. z. vxer. t. i> z> cäit. Vcsal. 11 Buch, 1 Kap. xejlls/ und nachher des August US unter den unzähligen Gefangenen sehr viele Künstler nach Nom gebracht/ die in der Folge der Zeit freigelassen wurden/ und also ihre Kunst übeten. Einer von diesen ist Gnajos oder Cnejus/ der Meister des oben angeführeten >) wunderbar schönen Kopfs des Herkules/^) im Museo Strozzi zu Rom/ welcher diesen römischen Namen angenommen von demjenigen / der ihm die Freiheit geschenket hatte/ und vielleicht war derselbe ein Freigelassener des großen PompejuS, als welcher vielmals nur mit seinem Vornamen Cnejus angeführet wird. Ein anderer Künstler im Stcinschneiden zu eben dieser Zeit würde Agath angeln s sein/ wen der Kopf mit seinem Namen auf einem schönen Carniole den SextuS Pompejus, Sohn des großen Pompejus/ vorstellet/ von welchem ich bei Gelegenheit der Statue des Pompejus Meldung thun werde. Alkamenes/ der seinen Namen auf eine kleine erhobene Arbeit in der Villa Albani gesezet hat/ dieß O. uintus Lollius, nach seinem Herrn dieses Namens/ welches vermuthlich der unter der Regirung des Augustus berühmte LolliuS war. 4) Ein noch berühmterer Künstler und Zeitgenosse des AopyruS/ Evander von Men/ ein Bildhauer/ dessen modellirete Sachen von gebranter Erde sehr geschazet wurden/ ging ans seinem Vaterlande nach Alexandrien mit dem Trium- vir Mareus Antonius/ und wurde vom Augustus zugleich mit anderen Gefangenen nach Rom !) l?B. t K. 2) picrr. gravees xl. 24. Oor» Oact^-Iiotlieca Lmi- t, >> Z) Ä Man vergleiche 7B. l K. z§. und SV. ^K. 5§. z Geschichte der Kunst. gebracht, l) Es machete derselbe einen Kopf für die Statue der Diana/ die in dem Tempel des Apollo auf dem Palatins stand/ und von der Hand eines bekanten und älteren Bildhauers/ TimotheuS/ eines Zeitgenossen des Skopas war/ weil der Kopf vermuthlich gelitten hattet) Horatius erwähnet der vom Evander modellireten Schalen in gebrauter Erde/ welches viele von Geschirren des alten Königs Evander verstanden; Bentley aber zeiget de» wahren Sin dieser Stelle. K. Es wurde aber die Kunst nicht nur m griechischen Freigelassenen in Rom geübet/ sondern es gingen auch berühmte Künstler aus' Griechenland dahin/ unter welchen sich Arcesilaus und Pasite- leS vor anderen berttbmt gemachet haben. Arcesilaus war ein Freund des berühmten LuculluS, und seine Modelle wurden selbst von anderen Künstlern theurer als anderer Meister geendigete Werke bezahlet. 4) Er arbeitete eine Venus für den Julius Cäsar/ die ihm/ ehe er die lezte Hand an dieselbe geleget hatte/ aus den Händen genommen und aufgestellet wurde. 5) PafiteleS/ aus Großgriechenland gebürtig/ erlangete durch feine Kunst das Bürgerrecht zu Rom/ und arbeitete vornehmlich erhobene oder getriebene Werke in Silbers) und unter denselben ge> >) Uorst. I,i. serin. Z. v.gl. et Lclwl. »6 Ii. I. 2) ?I!n I. Z6. c. 3. sect. 4. n. Z) tlvrat. I. c. 4) plin. !. Z5. c. 12. 8ect. 46. L) Weil Cäsar mit Aufstellung der von ihm geweihte» Statue eilte. plin. I. c. Varro besaß eine von Arcesilaus gearbeitete Löwin aus Marmor/ mit welcher Amorinen spielteil. (?Un. I.Z6. c. 5. n. ,3.) Meyer. 6) I. Z6. e. 5. sect.^. n. »2. 1.65. c. 12. sect.^?. 11 Buch, 1 Kap. senket Cicero des berühmten Komieus Q. Nos- liuS/ welcher vorgestellet war/ wie ihn in der Wiege seine Amme von einer Schlange umwunden sah. l) Von seinen Statuen war ein Jupiter von Elfenbein berühmt, 2) und geschäzet waren seine fünf Bücher, die derselbe geschrieben hatte über die Werke der Kunst, die steh in der ganzen Welt befanden.^) K. 14. Zu eben der Zeit waren, wie ich glaube/ zween athenienstsche Bildhauer/ Kriton und Nikolaus/ nach Nom gekommen/ deren Namen an dem ,) Ho ilivlv. I, i. c, Z6. z) ?lin. I. 36. c. 8. sect. 4. n. iz. Junius (Latsl. in /'aii/e/s, p. >46.) Ver> Ivechselt diesen Pasiteles mit einem ander», welcher viel früher lebte. (pausan. l. 5. c.^0.) Me»er. Z> Oder vielmehr in der ganzen Welt berühmt waren. In dem Zeitalter des großen Pompejus waren nock folgende Künstler berühmt: Posidonins von Ephesns, welcher sich besonders durch erhobene Arbeiten in Silber auszeichnete I.Z3 e. 1?.. scct. 55. I Z4. r. s. 8<-, welcher Treffen und bewafnete Figuren in Silber bildete, und daher den Beinamen erhalten zu haben scheint cp>°». I ZZ- --cci. 55.1 i Lala von Kvzikuni lebte in der Jugend des M. Varro zu Nom, und war eben so berühmt als Porträtmalerin, besonders von weiblichen Bildern, als auch durch ihre Arbeiten in Elfenbein si^Ii». >. Z5. c. >>. sect. 40. n. 4Z.>, ihre Zeitgenossen waren die Maler Sov^lis und Dion«sius (p!in. I. c.z, welche aber ihr in der Kunst nachstanden; auch Sanros und Batvachos fallen in diese Zeit. (?Un. I. ZK. c.S. sect. 4. i>. 14.) Me» kleinen Villen vereiniget waren/ so wie wir von dem Grabmale deS HerodeS AttieuS aus den noch er» haltenen Inschriften desselben wissen: so wird mit jenen Statuen entweder ein uns unbekantes Grabmal eines begüterten Römers/ oder dessen Villa/ die zu dem Grabmale gehörete/ auSgezieret gewesen fein. AuS eben diesem Orte der Entdekung/ und vielleicht auch aus dem Style der Arbeit dieser Statuen schließe ich muthmaßlich auf die angegebene Zeit/ von welcher wir reden. Den da diese Statuen als Karyatiden, deren vier oder eine gerade Zahl gewesen sein müßen/ gedienet haben, das Gebälk eines Zimmers zu tragen/ entweder in dem Grabmale selbst/ oder in der zugehörigen Villa: so ist zu vermuthe»/ daß dieselben für den Ort/ wo sie gestanden/ gemachet und nicht auswärts hergeführet worden. Grabmale aber von solcher Pracht und mit solchen Statuen besezet/ schei- neu nicht vor dieser Zeit errichtet zu sein; ich rede von Statuen dieser Art: den daß die Bildnisse der 11 Buch, 1 Kap. Verstorbenen auch in früheren Zeiten in Gräbern aufgestellet worden/ beweiset die Nachricht von der Statue des EnniuS/ die in das Grabmal der Sci- pionen an eben dieser apvischen Straße gesezet war. i) Was den Styl betrift / so bemerke ich in den Köpfen eine gewisse kleinliche Süßigkeit nebst stumpfen und rundlichen Theilen/ die in höherer Zeit der Kunst- auf welche man vielleicht aus der Form der Buchstaben der Inschrift schließen könte/ schärfer/ nachdrükli- cher und bedeutender gehalten sein würden. §. 15. Es war jedoch die Kunst nicht gänzlich aus Griechenland entwichen/ ob sie gleich zu schmachten tmstng; die Liebe des Vaterlandes hatte einige berühmte Meister daselbst zurükbehalten/ unter denen/ zu den Zeiten des großen Pompeius/ ZopyruS/ ein Arbeiter in Silber/ wie Pa sit eleS war.Daß dieser Künstler in Griechenland gearbeitet habe/ ist eine Muthmaßung, die sich auf folgende Nachricht gründet. Plinius gedenket unter den Werken teS Zopyrus zween silberner Becher von getriebener Arbeit/ und unser Scribent gibt sogar all/ wie hoch diese Gesäße am Gelde gefchäzet worden; auf dem einen waren die Areopagiten vorgestellet, auf dem anderen das Urtheil des Orestes vor dem Zlreopagus. Diese lezte Fabel ist auf einem silbernen Becher/ von etwa einem Palm in der Höhe/ ivelchen der Herr Cardinal Neri Corsini besizet/ «boben gearbeitet/ den man diesem Zop»ruS zuschreiben könte/ und da derselbe unter dem Pabste BenedietuS XIV. bei Ausräumung des Hafens der alten Stadt Antmm gefunden worden/ ist zu glau- >) I.iv. I. ZS. c. 56- 2) plin. I. zz. c. 12. 5c>ct. !>?. ^Pasiteles arbeitete nie anders, als »ach einem Modell, was Plinius ausdrük. licli anführt.Z 3) Ii. c. 14» Geschichte der Kunst. den - daß dieses Gesäß nicht zu Rom gearbeitet, so», dern anderwärts her und also vermuthlich aus Griechenland gebracht worden, und durch einen Zufall in gedachtem Hasen versenket geblieben. ES ist an die- ! sem Becher besagetes Urtheil uugemcin zierlich rund s umher in kleinen Figuren gearbeitet, und zwar s«, wie nach der Fabel PallaS die Stimmen der Nichter gleich an der Zahl machete/ um den Beklagte» loszusprechen, weil die Gleichheit der Stimme» ft- I wohl in diesem Gerichte, als iu anderen, zum Nisten des Beschuldigte» entschied. Diese Göttin wirft etwas in ein Gesäß, welches auf einem Tische stehet, und eben so ist dieselbe auf dem Stiike eines erhobenen Werks im Palaste Giustiniani vorgestellet. Hch habe diesen Becher unter meinen Denkmale» zuerst in Kupfer bekant gemachet,^) beschrieben, er- ^ kläret und gezeiget, daß die Form dieses Gefäßes dm Becher des Nestors beim HomeruS ähnlich sei)) Den die getriebene Arbeit ist die äussere Umkleidmiz des eigentlichen glatten und nicht gefchnizeten Be- ' cherS, welcher herausgezogen und hineingesezet wird, und so genau in das äussere und erhoben gearbeitete Futter passet, daß man das dopelte Werk dieses Bechers, ohne es zu wissen, nicht leicht entdeket. Hierdurch wird erkläret, was beim HomeruS , auch das ist: ein Becher, der von einem anderen umgebe» iß, genennet wird. Selbst die Alten haben sich über -die Form dieser homerischen Becher nicht vergleichen können, wie wir aus dem AthenäuS sehen, t) lNumero l 51.^1 > 2) 1^. ?. XXIII. v. 6.6. z) II-. V, 66Z. 4) I/. 11. c. 14. », >oZ.Z 11 Buch, 1 Kap» und von den neueren Gelehrten hat dieses noch weniger können verstanden werden. §. 16. dieser Zopyrus und Pasiteles scheinen ihre Kunst vornehmlich in Vorstellung mythologischer und Heldengeschichte auf ihren Arbeiten in Silber geübet zu habe»/ so wie Mentor/ einer ihrer älteren Vorgänger/ in eben dieser Art/ welches uns Propertius lehret! ^.i-Aurnent» ir>!>F>s sunt nciclila torinac: ^.l. Al^os exi^nuin tlecl.it sc»iitl>us iler. ^). 1) I,. 3. elcA. 7. V. iZ— >4. Aus dem Zusammenhang der Stelle geht hervor, daß der genante M»s zu den ältere» uud rvrzüalichflen griechischen Künstlern gehörte. Wahrscheinlich ist es derselbe dessen auch Pausanias t>, >. c.2ö) gedenkt, und er wird in der Darstellung menschlicher Gestalten eine große Kunst besessen haben, da er den Schild der berühmte» Minerva aus Erzt, von der Hand des Phidias, durch den Kamvf der Lavithe n und Ce»taure » ver- herlichte. (?Un. XXXIII. secl. SS—SZ, Me»er. lM»s der Ältere hat auch einen Pocal gearbeitet, worauf imch einer Zeichnung des P arrha siu s die Er o b e- rung Ili 0 ns getrieben war. I. 1,. c. 4. u. ig. Lonf. plin. I. ZZ. c! >2. scct. 55>) Eben so hat ihm Parrhasius dettKamvfder Lavithen undCentan- ren für den Schild der großen ehernen Pallas des Phidias, die weit über die Mauern der Akropolis zu Athen hinaus ragte, entworsen. I. >. c. 2S.) Der französische übersezer des Pausanias, Clavier, gibt die Stelle so, als wäre der Gegenstand in den Schild hinein gravirt gewesen; uud alle andere meine» g e- gössen. Aber weder das eine noch das andere ist dieses Künstlers Fach gewesen; crmachte g e t ri eb e n e Arbeiten mittelst des Bonze». Es ist sogar eine Frage, ob so viele andere, selbst große Werke, die man allgemein für gegossen hält, nicht solche gchämmerle und getriebene Arbeit waren, wie der Mantel des Jupiters zu Elis >e. Mau vergleiche ?B. 2K. tv §. und die Beilage VI und VII zu Ausgang des Z Bandes,.) 16» Geschichte der Kunst. Er nennet dergleichen Bilder a^umen«--, welches vielleicht in angeführeter Stelle/ und wo dieses Wort von solchen Arbeiten gebrauchet ist/ nicht deutlich verstanden worden. Er unterscheidet diese edle« Kunst von der niedrigern Arbeit in Blumen und Blät- terwert und überhaupt in Zieraten/ worin Mys den Preis erlanget hatte/ welches der Dichter durch eine besondere Art/ nämlich durch geschnizete AkanthuS- blätter, bezeichnet. ES scheinet auch/ der berühmte Maler Timo mach us von Byzanz in Griechenland geblieben zu sein/) und es muß derselbe zu Julius Cäsars Zeiten, wohin ihn Plinius sezet/2) bereits ein hohes Alter gehabt haben/ da zwo seiner geschäzeten Gemälde/ der Ajax und die Medea/ die Casär in dem von ihm erbaueten Tempel der Venus ausstellete/ bereits in Anderer Händen gewesen waren/ und von jene», mit achtzig Talenten erstanden wurden. Vor dem Tempel der Venus stand des Cäsars Statue zu Pferde/ und es scheinet aus einer Stelle des Sla- ' tiuS/ daß das Pferd von der Hand des berühmten t) In der vorläufigen Abhandlung, 4 K. lZ?§>, findet es der Autor ziemlich wahrscheinlich, daß sich der Maler Timomachus und der Steinschneider Teurer in Rom niedergelassen haben. Meyer. 2) I..Z5. c. II. sect. 40, ii.Zo, 1 ,7, c.Zg, sect, Zg> Z) t. Z. p. 21Z. n, 2g5. ?I>!Io?ti-at, 6e vit, ^x°I- Ion. c. 22. x. 76, vvill. 1.2. V. 628. ^nalecta, l.2. p. 499. n. 29. t. Z. p. 214. n, 289. n. Zoo— Z01. Die angeführte Stelle des Plinius sagt ausdrük, lich, daß Ti >11 0 m a ch n s diefe Gemälde für den Julius Cäfar genialt, besonders wen man die Lesart der Ausgaben vor Hardnin beibehält, wo es heißt: ?i»iom^ cllus L^ÜIIUNUS L-os-ir!« 6ictatoris ictste .-Vjllceui c! xw- > rit et Alecleaiu. M eher. 41 Buch, 1 Kap. jLI, Lysippus gewesen, und also aus Griechenland weggeführet worden, l) §. 17. Hier habe ich mich ehemals geirret bei dem Bildhauer Strongylion/ den ich in die Zeit des Julius Cäsar gesezet habe/^) weil ich glau- bete, wen Pliuiusvon einem Knaben dieses Künstlers redet, welchen B rutuS geliebet, dafi dieses eine Figur gewesen/ die derselbe nach dem Leben und in der Ähnlichkeit des geliebten Knaben verfertiget habe. 5) Ich ließ mich verleiten vom FarnabinS und von Anderen in ihren Anmerkungen über den Martialis/ welcher der Figur dieses Knaben gedenket."») ES war aber nur eine Figur von Erzt/ die Brutus liebte/ und welche daher den Zunamen von diesem berühmten Nömer bekommen/ und muß/ me man aus besagetem Martialis schließen kail/ eine ganz kleine Figur gewesen sein. 5) ES fiel jemanden/ da er die schöne Amazone von Marmor in der Villa Mattet sah/ die berühmte Amazone des Strongylion ein/ welche von den schönen Beinen zubenamet/ Nero allenthalben 1) 8z>Iv. I,i. v. öS.— Es scheint: vorausgesezt nämlich, daß die Stelle des Statius, auf die es ankomt, nicht unterschoben ist, wofür sie B a r t h, Nikolaus Hein- si u s und Andere erkenne». (Lons. 8uet. in L-essre, c. kl. ?>in. I. g. c. 42. secl. 64.) Lessing. 2) Bezieht sich auf die erste Ausgabe, wo es auf S-Z82 hieß: „ ZuIulius C ä sa r s Zeiten machete sich in der Bild- „ Hauerei Strongvlion berühmt, der Meister der „Amazone, mit den schöne» Beinen zubenamet, „welche Nero allenthalben mit sich sührete; er »lächelte auch dieStatue des jungen Menschen, welchen Bru> >, tus liebete. " Me»er. Z> I-. Z.,. c.S. scct. ig. v. 2l. 1^,14. cxigr. iS5. I.g. exigr.Z?. !) 2. exiZr. 54. Geschichte der Kunst. mit sich führctc/ und man muthmaßete/ ob jene etn>» diese sein könte.") Die Amazone des Strongy- lion aber war von Erzt und nicht von Marmor, und es wird ebenfalls eine Figur von müßiger Größe gewesen sein. §. >8. Ausser gedachtem silbernen Becher, welch er wahrscheinlich aus dieser Zeit ist, sind als unstreitige Werke damaliger Künstler zu betrachten ziv, Statuen gefangener Könige, auf beiden Seite» der Roma im Campidoglio,^) und vielleicht auch die vermeinete Statue des PompeiuS, im Palaße Spada. 2) Die ersteren zwo schönen Statuen von schwarzem Marmor stellen thraeische Könige, und zwar derjenigen Thracier vor/ die Skordisci hie- 1) plin. 1.3^. c. 3. sect, 19. n. 2i> 2) Die Formen der beiden gefangenen Könige Von dunkel, grauem Marmor im Hofe des Palasts der Confervats, ren auf dem Cavitolio sind in einem kräftigen, bis nahe an'S Große reichenden Sn>l gearbeitet; ihre Gewände» haben einfache, breite und wohlgelegte Falten, welche aber an verfchiedencn Stellen einige Künstelei verrathen. Die stjende Ronia, zu deren Seiten diese beiden Gesa»- genen stehen, gehört nicht «n den vorzüglichen antiken Figuren. Man bemerkt an ihrem Gewände tiefgezvgene Falten, die in der Arbeit etwas unangenehm Mageres haben nnd keine guten Massen bilden. Der Ko»f ist neu nebst den Schultern, wie auch die Hände und der «vr^ gefezte linke Fuß. Me»ev. Z) Ist eine ungefähr zehn Fuß hohe Figur, deren Formen einen edlen, mächtigen Charakter haben; die Muskel» sind durchgängig sehr deutlich angegeben. Um die Schultern des Helden hängt die Chlam»s, welche um den linken Arm geschlagen ist; an eben der Seite trägt er auch da§ Schwert. Seine Rechte ist ausgestrekt und in der Lin> ken hält er einen Globus. Ob der Kovf auch wirklich der Figur angehöre?— Der rechte Arm ist modern. Meyer. lMan vergleiche 1t B. l K. 2t §. N»te.Z 51 Bnch/ 1 Kap. 563 ßen/i) welche, wie Florus berichtet/ vom Maxens Licinins Lu culluS/ dem Bruder des prächtigen LucnllnS, gefangen wurden. Erbittert wider den Meineid derselbe»/ ließ er ihnen beide Hände abhauen^) so wie die Statuen selbst gebildet ,) Strab, I. 7. p. 46g. z) I/. Z. c, 4. Z) Florus sagt nichts von der Gefangennehmung der Könige, noch weniger/ daß ihnen die Hände abgeschnit- ten worden, sondern nur/ daß die Römer den gefangenen Barbaren die Hände abgehauen / und sie verstümmelt in ihrer Heiniatli zurükgelassen Gleichwohl stellen die er« wähnten Statuen königliche Personen vor/ wie man aus dem Diadema / und aus einer würdevollen Haltung er« kent; aber die Heiterkeit im Antlize derselben läßt nicht vermuthen, daß sie eine Marter erlitten; und wen man den Abschnitt der Hände an der ?ine»/ uud der Arme bis zu», Ellenbogen an der andern Starue in der Nähe betrachtet/ so wird man stch schwerlich überzeugen können/ daß diese Verstümmelung geschehe»/ um eine Strafe anzudeuten Die Gestalt des Kleides an der einen fbei Fea t. 2. wv, Statue ist den Figuren zweier gefangenen Thracier oder Skizthen ähnlich/ weiche man an der Triumph« säule des TheodosiuS erbiikt. B. ZK. 5§.> Aber dieses sind Soldaten oder Privatpersonen; derKvnig und die Hauptpersonen in dem Triumvhzuge (Lanäuii Iniper. oi'ient. t> 2. pari. 4. tal>. lg. p, 481. t!>Ii. z ctg.) haben eine Kleidung/ die ganz verschieden ist von der an hier erwähnten Statuen. Nicht besser begründet ist die von Braschi in einer langen lateinischen Abhandlung entwikelte Meinung/ daß diese Statuen die numidischen Könige Suvhar und Ju- gurtha vorstellen. Nraschi irrt erstlich/ wen er sagt/ sie seien von Basalt/ da sie aus schwarzgrauem M a r> »10 r (i>izio mnrato) sind. Ferner entspricht die Klei- dnng/ der große/ schwer mit breite» Franßen besezte Mantel nebst de» ebenfalls großen und schweren Schuhen oder Stiefeln/ dem heissen Klima Numidiens nicht; Geschichte der Kunst. sind/ die eine mit abgeschnittenen Händen bis Mx den Ellenbogen/ die andere mit abgehauenen Hände» bis über die Knöchel/ die folglich ähnlich sind de« Statuen von Gefangenen in dem Mausolco des K»- jiigS Osymandhas in Ägypten/die ohne Händi waren/ wie zwanzig hölzerne kolossalische Statuen in der Stadt SaiS in eben diesem Reiche.'^) Eben s« verstümmelten die Karthaginenser diejenigen/ die sich auf zwei von ihnen in dem Hafen zu SvrakuS eroberten Schiffen befanden/^) und OuintnS Fabius Maxi muS ließ in Sicilien allen Überläufern M den römischen Besazungen auf gleiche Weise bcgeg> nen. 8. Des Pompejus Statue im Palaßt Spada wird für diejenige gehalten / die in der Cu- ria neben seinem Theater stand/ und vor welch» eben so wenig der Vart und die Haare, welche die W wol,»er jener Gegenden kurz und krauslokig zu lialm Pflegen, wie man an einem für das Bilduiß des Haw nibal gehaltenen Kovf von Marmor, im Hause New zi zu S, Maria im Königreiche Neapel, sielit. Dw ser Kovf wurde in den Trümmern des alten Cavua M funden, und im Jahre zu Neapel durch Giuse»» pe Daniele erklärt und in Kupfer herausgegeben, Fea. 1) Oioil. 8ic. I. >. c, 4g. 2) Ucroilot, c. >Zi. Herodot hält die Sage von den abgeschnittene» Häw den an den Figuren der Dienerinen, welche ihre Gcliw terin, die Tochter des Mukerinos, diesem ihrem V>v ter verrathen, für ein thörichtes Gerede; den er versichert, selbst gesehen zu haben, daß ihnen die Hände vor Alm abgefal.en, und daß diese noch zu seiner Zeit zu ihren Füßen gelegen. Me»er. 3) 8ic. I. 19. c. io3. 4) Vsler. I. z. 7 n. 1 >. 11 Buch, 1 Kap. Cäsar in dem Rathe ermordet worden;^) es ist zwar dieselbe nicht an dem Orte gefunden/ wo dieselbe gestanden; den zwischen demselben nnd der Gasse / wo dieselbe entdeket worden / liegt der Markt- plaj/Larnjxz I^ioii gcnant/ und das Gebäude Can- cellaria.-) Wir wissen aus dem Snetonius, daß Augustus besagete Statue an einen andern Ort bin versezet habe.^) Ich erinnere mich/ daß jemanden der Zweifel einfiel/ wie es geschehen/ daß neben dem Theater des PompejuS der Rath zu öffentlichen Berathschlagungen versammelt gewesen. Dieses erkläret Casaubonus aus dem AppianuS/ welcher >) ?Iut->rcI>. in c. L6. 8uet. in Ls:s. c. 83. in August. c. Zi. Mever. 2) Sie wurde unter der Negirung des Pabstes Julius III, 1552 — I55Z, gefunden, in der Gegend des Palastes der Caucellaria, von dem man vermuthet/ daß er aus derselben Stelle erbaut sei/ wo vordem das Theater des Pompes u s stand/ wohin die genante Statue/ aus Beseht des Kaisers Angustus/ auS der Curia des Po Niveaus gebracht worden. (I>'I-lniini-> V»cca, vlünioi-ie, n. S?.) Diese Nachricht über die Auffindung hat auch die Sage veranlaßt/ daß diese Statue diejenige fei/ welche Pompejus selbst in der Curia/ die er sur die Si> zungen des Senats errichten lasst»/ aufgestellt Hütte. Me » e r. z) In August, c. 3 >. Die Statne des Pomvejus wurde von Augustus aus der Curia/ wo Julius Cäsar ermordet worden/ über einen marmornen Säulengaug (normoreo ^ano su- xcrposuil) gegenüber dem von Pomvejus errichteten prachtvollen Hause/ zur Seite des p o m p ej a n i sch en Theaters ausgestellt. (Lonlia tlieatri cjns regisin.) Die> ser Gegend entspricht gar sehr der Srt/ wo die Statue gesunden wurde; daher auch Nardini (linma »nt. I.g. o. Z. ri-^.IX. p. sgz.) den Schluß machte/ daß daselbst das prachtvolle Haus des Pompejus gestanden, Fea. 156 Geschichte der Kunst. saget/ daß/ wen Spiele in diesem Theater aufgefüh» ret worden, der Gebrauch gewesen, den Rath i» einem der pom vejan ischen Gebäude neben dein Theater zu versammeln; der Tag aber, da C/isar ermordet worden/ war ein Fest der Anna Peren- na. Z. 20. So oft ich dieses Bildniß betrachte, befremdet es mich, dasselbe ganz unbekleidet/ das iß: heroisch, oder in Gestalt vergötterter Kaiser, vorgestellet zu sehen, welches auch den Römern in einer Privatperson, wiePompejus war, ansserordenklich geschienen sein wird; wenigstens ist daraus z» schließen / daß eS keine Statue sein könne, die ihm nach seinem Tode errichtet worden, da seine Partei ganz« lich vernichtet war. Ich glaube auch/ daß diese dir einzige Statue eines römischen Bürgers aus den Zeiten der Republik sei/ die heroisch abgebildet worden/ da uns PliniuS lehret, daß der Gebrauch bei den Griechen gewesen/ ihre berühmten Männer nakend abzubilden, 2) da hingegen die römische» Statuen/ sonderlich ihre Krieger, in Rüstung oder mit dem Panzer vorgestellet worden. Z. 2i. Man könte hieraus einigen Zweifel fassen wider die Richtigkeit der Benennung dieser Statue, die sich im Übrigen auf die Vergleichung derselben mit einigen wenigen und sehr seltenen Münzen gründet / die wir vom Pompejus dem Großen haben.''') Ich kan indessen nicht verschweigen, daß sich an der Statue das Kenzeichen nicht findet, welches uns PlutarchuS von den Bildern dieses 1) ^.<1 Luet. (!sL8. c. 6l. 2) 3^. c. 5. sect. ic>. 3) Man sehe die vovläuf. ?l b h. 4 K. 463—l69§.ü 4) Die Abbildung bei Ma ffei. (k-aecolta cll Llutue, U" »27.) Fea. tl Buch, 1 Kap. berühmten Mannes anzeiget/ nämlich ---»«z-oXi, daß er die Haare von der Stirne kunaufge- sirichen getragen, wie Alexander der Großes) deii diese Haare sind wie auf der Münze des Sex- tuS, seines Sohns/ über die Stirne heruntergestri- chcn. ES wundert mich daher/ wie Sp anheim, da er eine seltene Münze des Pomp ein 6 mit solchen Haaren beibringet/ liier z-»? wider allen Augenschein/ anzubringen geglaubet hat, UNd es Übersejet exuiKens capilliuum, >) In ?o»ipk>o, c, 2. 2) Ilo et UÜU numlzm. lüssort, > o, Z, z. t, 2> x, 67. ^ Eine schone Statue des P 0 mpeius aus weissem Marmor über Lebensgröße ist i» der herlichen Villa Castel- lazzo ausserhalb Mailands, Sie ist ganz uakt, mit Ausnahme des linke» Arms/ welckcr mit einem Gewände bedekt ist, das von der linke» Schulter an die Erde herabhängt. Diese Statue ist aus Rom dorthin gebracht worden; einige Theile derselben, welche gelitten hatten, sind von einem neuern Künstler wieder hergestellt, A mo- retti. In dem Jntelligenzblatt der wiener Literaturzeitung? vom Monate Julius ISlZ, wird ein Auszug einer Abhandlung mitgetheilt, welche Fea in einer Ver- saiiilung der archäologisch», Akademie zu Rom über die sogenaüte Statue des Pompe>u6 im Palaste Svada vorgelesen, Fea sucht darzuthuu, daß man diese Statue init Unrecht als die Bildsäule jenes großen Römers betrachtet hätte, und zwar weil der Kopf aufgesezi sei. Die Mm'keln des Kopses stimmen nicht überall mit denen des Rumpfes überein, und am pali'e sind offenbar einige Stellen weggemeißelt, um den Kops desto besser anzupassen Schon dieses allein macht die Älluheit der Statue verdächtig, da es unwahrscheinlich ist, daß P 0 in- pejus eine Statue mit angescztem Kovs in seiner Cu< ria ausgestellt haben sollte. Auch steht der Kopf mir den Übrigen Proportionen des Körpers in keinem richligeil Verhältniß, und ist in einem ganz andern, spätern Stp< 153 Geschichte der Kunst. Z. 22. Nicht weniger als die Statue des großen PompejuS verdienet hier genant zu werden das Bildniß seines älteren Sohnes, des Sextuz PompesuS, auf einem geschnittenen Steine/ mit > dem Namen des Künstlers. Der Stein ist die al- lerschönste Art von Carniole: und da man denselben zu Anfange dieses Jahrhunderts ohnweit dem Grabmale der Cäeilia Metella entdeket/ war derselbe in einen goldenen Ring gefasset, welch« eine Unze am Gewichte hielt; und obgleich die Schönheit des Steines keinen erborgeten Glanz nöthig le behandelt. Er ist nämlich troken und überladen, Md scheint einem Manne von fünfzig Jahren anzugehören, während der jugendlichere, weiche, edel und selbst graciös gebildete Körver das Ansehen bat, als ob er einem Man, ne von fünf und dreissig Jahren angehöre. Man sieht endlich auf den Schultern die Enden von den Leninist cis, womit offenbar aus dem zu diesem Körper gehen, gen Kopse eine Krone oder ein Kram befestigt war, den man an dem jezo vorhandenen nickt findet. Die ÄlM, lichkeit der Züge mit denen des Pomvejus auf Münze», besonders in der Nase und dem Kinne find nicht vorlM, den, und die bcfondcre Art des Haarfcheitelns, die nach Plutarchus dem Pomvejus eigen war, fehlt el>e», falls. Auch die für Magistrate und Feldherren dgmah, ger Zeit ganz ungewöhnliche Naktheit und die Weltku, gel, worauf fich wahrscheinlich eine Victoria Von Sr;t befand, was man in den Zeiten der Republik, als ein Zeichen der Weltherschaft, nicht gelitten hätte, mache» die bisherige Meinung über die Statue verdächtig. Ferner kan man aus dem neben der Treve des Mu« sei Capitolini eingemauerten Plane des alten Romsw sehen, daß des Pompejus Theater, wo die wahre Statue unter einem Öbdache stand, nicht in jener Gtt gend gelegen habe, wo man die vorgebliche fand, und daß an die,er Stelle 5 vicolt» lle' l^unu-i) vielmehr die Bildhauer und Marmorarbeiter gewohnt hätten, wie auch wirklich im Jahre l7Z7 viele Fragmente vv» Marmorwerk, theils Bruchstüke, theils zur Hälfte oder 11 Buch, 1 Kap. hatte, war demohngeachtet ein VMtchcn von geschlagenem Golde untergeleget/ wie ich dieses' bereits an einem andern Orte angeführet liabe.l) Der Name des sonst unbekanten Künstlers/ Agathange- luS/ das ist: ein fröhlicher Bote, ist wie gewöhnlich im Genitivs gesezet, aber der griechischen Orthographie entgegen geschrieben: da derselbe sollte geschrieben sein weil das n vor dem r in ein anderes I" verwandelt wird. ES findet stch indessen solche Schreibart in ähnlichen Füllen nicht selten; 2) und ich kan hier aus dem berühmten Musaico zu Palestrina das Wort vollständig restaurirte Statuen gesunden wurden, und im Palaste der Caucellaria/ von einer srnhern Nachgrabung her/ noch zwei ebenfalls kolossale schlecht restaurirte Statuen stehen. Der rechte Arm und vier Finger der linken Hand sind aus eine sehr barbarische Weise ergänzt. Fca äussert die Meinung/ daß es ursprünglich eine Bildsäule des Kaisers Do m i ti a n u s gewesen / die nach seinem Tode ans Besevl des Senats mit den andern zerschlagen werden mußte/ und bei der Gelegenheit in die Werkstatt- eines Ergäuzers gekommen wäre/ der den abgeschlagenen Kovs durch einen andern von unbekaiiren Zügen sehr ungeschikt crsezte, Die Beschreibung/ die Suetonius c. >3.) von der körperlichen Beschaffenheit des Domitianns gibt/ paßt vollkommen zu dieser Statue. Und wen dieser Grund anch nicht eben sehr beweisend ist/ da gewiß viele Menschen den« Kaiser in diesem Stlike ähnlich sind/ und gerade ein eigenrum- liches Kciiicichen des Domitianus/ seine besonders gebildeten Zähne/ nicht bemerkt werden können: so lassei» doch die Lemnisci, die Attribute in den Hände»/ und die Kolossalgröße darüber keinen Zweifel/ daß wir i» dieser Statue die verstümmelte Abbildung eines Kaisers besizen. Nach Fea. I) B. 1 K. ZS §. Note.) Mehrere Beispiele dieser Schreibart sindet man in dei« Geschichte der Kunst. (das Thier dieses Namens) anführen/ welches geschrieben sein sollte weil - zusmn- mengesezet ist aus r und X; imgleichen aus alten I», ! schristen das anstatt >) und der gelehrte Heinrich Gtc-> phanuS merket an, daß in einer alten Handschrift das Wort insbesondere «v>5Xs; geschrieben ! stehe. Was den Kopf betnft/ so erhellet die R ichtigkeit der Benennung desselben aus einer seltenen goldenen Münze eben dieses SextuS Pompe» uS, um dessen Kopf herum die abgekürzeten Worte stehen: rivs. i»,p. iie». das ist: ^ln^nus Ims>L7»>,oi' ii^erum. Auf der Rükfcite sind zwei» kleine Köpfe gepräget, von denen der eine das Bildnis des großen PompejuS ist, und der andere wird den Enkel desselben und Sohn des SextuS vorstellen. Um dieselben herum liefet man : ci^ss. ri. on^r. ex. s. c. Diese Münze wird mit vierzig Scndi bezahlet. Der Kopf des Steines ^ hat das Kin und die Wangen mit kurzen Haaren bekleidet, wie wen eine Person in vielen Tagen nicht geschoren wäre; und vielleicht tan dieses ein Zeichen sein von seiner Trauer nach dem Tode scincS Vaters, so wie AugustuS, nach dem Verluste der drei Legionen des Varus in Deutschland, sich den Bart nicht abnehmen ließ.''') Diesen schäzbam Alai'm. (>50N. 4. I. 3. 3. !. 64. i56. I. 7. Man ver« gleiche auch 6'OrviUe aä Oksril.. I. 2. e. 6. x. Z»7-eäit. Meyer. ») k'alconiei'. In8cr. sllilet. p. 6o. 66. 10 2) Aramm. Oreec. x. 7 — 6. 3) ?e6rusi, I Oesari in orv. t. l. l. n. l. 4) Lue^on. »Q August, c. 2Z. 11 Buch/ 1 Kap. Stein besizet die Dnchessa Lig n i v ill e - C a l a- britto zu Neapel, i) §. 23. Der fogenanten Statue des Caj u S M a- r ius im Mufeo Capitolino hier Erwähnung zu thu»/ wurde mir völlig überflüssig scheinen, wen dieselbe nicht in der neuesten Beschreibung der Statu- tiien gedachten Mnsei wiederum als ein Bildniß dieses' berühmten Mannes angegeben wäre. Es hatte bereits Faber, welcher sich sonst nicht viel Bedenken zu taufen machet/ angezeiget/^) daß diese Statue nicht den MariuS vorstellen könne/ weil dieselbe eine runde Kapsel zu Schriften an den Füßen stehen hat/ als ein Kciizcichcn eines Senators oder eines Gelehrten / nicht aber des MariuS/ welcher nicht als ein Senator konte angesehen werden und ferne von aller Wissenschaft war. Dem ohngeachtet hat man stch von neuem/ aber ohne allen Grund, in gedachtem Werke mit dem Namen MariuS zuversichtlich heraus gewaget/ von dessen Bildung, ausgenommen was Cicero 5) und PlutarchuS von seiner störrischen Mine melde»/6) ,vir ans keinem anderen Denkmale einen Begrif haben können; den die bisher bekant gewordenen Münzen/ die als die seini- gen von Seribenten angeführet werde»/ sind alle t) Ver Stein ist »unmehr in Berlin. Man vergleiche 7 B> t K. 28 §. und ist hier unter den Abbildungen Numero in einem Vergrößerten Abriß.) 2) Die Statue bat etwas Geistreiches uud Belebtes im Ausdruke des Gesichts, übrigens aber kein großes Ver-. dienst. Sie ist wohl erhalten, mit Ausnahme der lim ken, eine Schristrolle haltenden Hand. Meyer. Z) LoNüri Aus. Laxitol. t. Z. tav. äo. 4) ?ulv. Hrs. In>»g> n> LL. x. 55». ö) ^uscul. I. 2. c. b> In Nario. c. 2. 7' 162 Geschichte der Kunst. untergeschoben und falsch. Nach dem Begriffe eines solchen Gesichts ist einem Kopfe auf einem geschnittenen Steine beim Fulvio Orsini der Name des MariuS gegeben worden;') und eben so ungriind- > lich sind die Benennungen der Köpfe im Palaste Barberini und in der Villa Ludovisi/ ungleichen einer Statue der Villa Negroni/ welche in den Erklärungen des Musci Capitolini angeführet werden als vermeinete Beweise des Namens MariuS an gedachter Statue im Campidoglio. ) Von den vermeineten Siegeszeichen des MariuS wird unter dem Kaiser DomitianuS geredet. Der Name des MariuS/ welcher der eapitolinischen Statue gegeben worden, ist in dem Gehirne eben der unwissenden Menschen erwachsen/ die einer anderen Statue daselbst die Benennung des Cicero ausgehänget Habens) und man hat derselben zu gleicher Zeit auf der Bake eine Warze ganz sichtbar eingesezet/ zn Bedeutung einer Erbse/ «icer, >,»d ^ in Anspielung auf den Namen Cicero. Das Lächerlichste aber ist/ daß man auf der Base den Namen dieses berühmten Mannes zuversichtlich einge- haueu siehet. 4) 1) Imzgin. n. gg. 2) Nu«;. Onpitol. t. 3. 106. Z) Der vermeinte Cicero steht im Palaste der Conferw tore» auf dem Capitolio und ist im Ganzen eine gut gearbeitete Figur Doch köiite man vielleicht Zweifel», ob der Rumpf und der Kopf auch ursprünglich zufam- mengehörten; an den, leztern ist ausser der Warze im der Wange auch noch die Nafe modern. Me»er. H) Die ?lbbildung bei Maffei. (lli Luiwo tav. 21.) Auch in Mailand ist eine unter dem Name» I'uumu 61 pi lea bekante Statue, in welcher einige auZ wenig haltbaren Gründen (Li-utiol. di? xrsec!. ieclik. Oiuli». Älciuoi'. cli Nil. 2. 27-).) BildniA des Cicero haben erkenne» wolle». Amoretti, 11 Buch, i Kap. :6z H. Vielleicht ist der wahre Kopf des Cicero mit seinem alten Namen an dem Fuße des Brustbildes/ welches im Palaste Mattei ist, nicht lange »ach dieser Zeit gemachet. Den obgleich die Buchstaben für diese Zeiten nicht zierlich genug scheinen tönten: so muß man dennoch die öffentlichen Inschriften, und welche von besonderen Arbeitern in dieser Art eingehauen worden, unterscheiden von einem Namen, den der Bildhauer selbst an seine Arbeit gesezet, von welchem man nicht verlangen kan, daß er besonders zierliche Buchstaben malen solle. Ich muß erinnern, daß an diesem Kopfe die Nase, die obere und die untere Lipe nebst dem Kinne neue Ergänzungen sind. >) Der schönste Kopf des jüngeren Brutus, welcher sich in Rom befindet, ist vermuthlich derjenige/ den der Marchese Rondi- nini besizet. 2) §. 25. Man würde auch nach Ordnung der Zeit von einer schönen Statue über Lebensgröße in der Villa Pansili sprechen müßen, wen diesel- 1) Eine ungenaue Abbildung bei Fulbio Srsini (IinzA. n. l/,6;) eine andere bei Amaduzzi. (IVlonum. Hl-tttk-ri. l, 2. t. ,o— >>.) Der Kovs im Museo Ca- p i t ol in v ohne Namen ist schöner als der hier genante; am schönsten und mit ausnehmendem Fleisse gearbeitet ist der Cameo des Prinzen Chigi, weis, auf braunem Grunde. Er wurde mit Zecchini bezahlt. Fea. 2) Er wird von Visconti k>io - t. 6. 7S — ?!?>) für ein Bildniß des Domitius Corbulo, des Vaters der Domitia, Gemahlin des Kaisers D o< mitianus, gehalten, und zwar aus Gründen, welche Vermöge der zu Gabii gemachte» Entdekungen wahrschein» lich genug sind, übrigens ist der gedachte Kovf ein vor- trcslich gearbeitetes Denkmal, und bis aus die ergänzte Nasüisvize und das etwas beschädigte Kiii wohl erhal« ten; die moderne Halbfigur, auf welche er gesezt ist, mag von Algardi herrühren. Me»er. i64 Geschichte der Kunst. be den berühmten PubliuSClodius/ den großen Feind des Cicero/ vorstellet/ wie in einigen Büchern vorgegeben wird. Es ist eine weibliche bekleidete Figur, deren Brüste wenig erhoben sind, > und diese Bemerkung/ nebst den kurzen Loken der Haare/ welche bei Weibern nicht gewöhnlich sind/ sind der Grund von jener Benennung. Es soll der verkleidete ClodiuS sein/ da er in weiblichen Kleidern sich bei dem geheimen Gottesdienste der üoiiz vea einschlich/ bei welchem keine mänliche Persll erscheinen durfte/ um zu der Frau des Julius Cäsar/ der Pompeja/ zu kommen. Man muß gleichwohl gestehen/ daß dieser Taufname gedachter Statue gelehrt und wohl erdacht sei, obgleich derselbe keinen Grund hat. Haare in kurzen Loken hat die schöne Phädra mit dem Hippoly.tuS i» der Villa Ludov isi/ in eben dieser Art. !) LMan sehe danivcr n V. 2 K. Z5 §.ü Zweites Kapitel. Z. t. Nachdem endlich Rom und das römisch? Mich ein einziges Oberhaupt und Monarchen erkan- te/ sezeten sich die Künste in dieser Stadt/ wie in ibrem Mittelpunkte/ und die besten Meister wandten sich hierher/ weil in Griechenland wenig zu thun und zu arbeiten Gelegenheit war. Atben wurde nebst anderen Städten/ weil sie es mit dem Anto- niuS gehalten/ vom Augustus ihrer vorzüglichen Rechte beraubet; Eretria und die Insel Agina nuirde den Atheniensern abgenommen/^) und wir ßnden nicht/ daß sie wegen des TempelS/ welchen sie dem AugustuS erbauet/ und wovon das dorische Portal noch übrig ist/^) gnädiger angesehen worden. Gegen das Ende seiner Regirung wollten sie sich empören / wurden aber bald zum Gehorsam gebracht. §. 2. Der Fall der Künste in den griechischen Städten offenbaret sich in den Münzen/ und am deutlichsten in den größten von Erzt/ die wir Me- daglioni nennen: den diejenigen/ die griechische Umschriften haben/ sind alle schlechter vom Gepräge als die Medaglioni mit römischer Schrift; so/ daß wen zuweilen ein seltener lateinischer Medaglio- ne mit fünfzig Sendi bezahlet wird/ die griechischen insgemein nicht über zehen Scudi zu schäzen sind. §.3. AugustuS/ welchen LiviuS den Erbauer »nd Wiederherstellet' aller Tempel nennet, ^) >) Oivn. Lass. I. c> ?> 2) I.0 kulacs. 2> iö° Z) 4> c. 20. i66 Geschichte der Kunst. eben dadurch ei» Beförderer der Künste, und, wii Horatius saget: veteres revocavit artes, !) kaufelt schöne Statuen der Götter, mit welchen er die W ze, und sogar die Straßen in Rom auSzieren ließ;H und er sezete die Statuen aller großen Römer/ d« ihr Vaterland emporgebrachc hatten, als- TriuniO rende vorgestellet, in dem Portieo seines Fori, >O welche schon vorhanden waren, wurden wieder a>,z, gebessert; es war unter denselben auch die tue des ?l neaS mitgerechnet. AuS einer Jnschrist, die stch in dem Grabmale der Livia gefunden/-) scheinet es, daß er über diese oder über andere Ct»° tuen einen Aufseher bestellet habe. §.4. Eine von den Statuen römischer Helden, die AugustuS auf seinem Foro sezete, tönte, der gemeinen Meinung zufolge, der sogenante OninluS CincinnatuS sein, welcher ehemals in der ZM Montalto, nachher Negroni, war, und h» zu Versailles stehet. 6) ES ist dieses eine völlig uii> >) I-. 4. esi-m, i?. v. >2. Die Worte beziehe» sich nicht auf die Künste/ sonder» auf die altrömische Sitte und Lebensweise Me»e r. 3) lliill. c. 3i. 4) Ovi6. su?t. I. 3. v. 663. 6? Bisconti bemerkt (»I-19. k>.in9. x->r roiivüle, t. 4. 3. wo auch eine gute Abbildung daß die Statue in ihrem geaenwärtigen Zustande a«! Bruclistiiken zweier einander almlichen Figuren zui» »ienae>ezt sei. Eine dritte Wiederholung wurde Von Hamilton bei Tivoli gesunden, und ist nach EV land in die Samlung Von Lord Lansdowne gck» men. Aus dem Museo P io - Cle m e» t i n o (l, Z> 11 Blich/ 2 Kap. 167 bekleidete mä'nliche Figur/ die über den rechten Fuß den Schuh zubindet/ indem der linke Fuji bloß ist/ neben welchen! der andere Schuh stehet. Hinter der . Statue zu ihren Füßen liegt ein großes PflugeiseN/ welches vornehmlich der Grund zur Benennung derselben gewesen zusein scheinet; den O.uintuS Cin- cinnatus wurde/ wie bekant ist/ von dem Pfluge geholet und zum Dictator gemachet. Dieses Eisen aber ist in dem Kupfer unter den Starueu des de Nossi nicht angemerket/ und Massei/ welcher dieselbe nach diesem Kupfer erkläret, und daS Eisen nicht gezeichnet gefunden/ hat sich dem ohner- achtet an den bekanten Namen dieser Statue gehaltn und erzählet die Geschichte gedachten Dictators/ aber da er das Eisen nicht berühret/ führet er keinen Beweis an/ den angenommenen Namen der Statnc zu unterstüzen, Eben so wenig ist ein geschnittener Nein/ den gedachter Maffei an einem anderen Octe beibringet, auf den CincinnatuS zu deuten; ja es scheinet dieser Stein von einer neuen Siuid zu sein. I>6Z—6,j.), wo eine ähnliche aber kleinere antike Fi< gur beschrieben wird, erfährt man, daß die nach Eng» land gekommene Statue zwar vortreflich gearbeitet, aber nicbt zum Besten erhalten ist. Mever. 1) Lic. 6c >. 2 c. Valcr. Mix. I. 4. c. 4. n, 7. 2) Alullt.'!, liacc.
  • cinnatus. a»t. lic;. t. 4. l!>v. 7—3.) Beide Figuren haben einen Bart; die erste hat an beiden Füßen Schnhe, und Vor ihr steht eine Minerva, welche ihr einen Schild und eine Lanze reicht; die zweite zieht am rechten Fuße den Sckiuh an, und hat den linken Fuß uakt; beide Figuren sind entweder von der Hand eines modernen Künstlers, oder haben doch nichts mit den» Jason und Cineinnatus zu schaffen. F e a. 168 Geschichte der Kunst. Z. 5. ES ist hingegen zu beweisen/ daß ohngech tet des PflugeisenS der Name Cincinnatus dieser Statue im Geringsten nicht zukommen könne/ M dieselbe als eine unbekleidete Statue keinen römische Consul vorstellen kan, da die Nömer die Bildnis ihrer berühmten Männer alle bekleideten/ (die Statue des PompejuS ausgenommen) und hierin von den Griechen verschieden waren, welches ich in dir Erfahrung bestätiget gefunden habe. Folglich ist Sie Statue/ von welcher wir reden/ eine heroische, und wen ich nicht irre/ bildet dieselbe denZasou, da er, unerkant wer er war/ nebst Anderen von dm Pelias/ seines VaterS Bruder/ zu einem feiert chen Opfer an denNeptunus eingeladen wurde,>Z Er wurde gerufen/ da er pflügete/ welches durch das Pflugeisen neben der Statue angedeutet wird, lind da er durch den Fluß AnauruS zu gehen hatte, vergaß er in der Eile den Schuh an den linke» Fuß zu legen / und hatte denselben nur an dem rechten Fuße angeschnüret.^) Da Jason in dieser Gestalt vor dem PeliaS erschien/ lösete sich diesem das ihm gegebene räthselhafte Orakel auf/ sich dem zu hüten/ welcher mit einem einzigen Schuhe/ zu ihm kommen würde. Dieses isl, glaube ich/ die wahre Erklärung gedachter StaNie,^ 1) I. i. c. 9. sect. l6. Lcliol. IV. v. i3Z. Argonaut. I. 1. v. 10. llvgin. >2. Meyer. 2) Winckelman erzählt den Vorsatt mit dem SM nach dem Sckioliastcn zu der eben angeführten Ettk Pindar §. Nach dem Zlpollodorus und Andern »erw Jason den Sckinh am linken Fufie in dem Flusse ?um> ros. Meyer. Z) Wäre in der Statue Cincinnatus vorgestellt, s« würde sie einen Bart haben, welche» man zu jene» Z»' »en, im Jahre Roms 2S6, und auch unüesähr 2l>02ahi 41 Buch/ 2 Kap. ES war auch eine Figur des Anakreon nur mit einem Schuhe vorgestellet/ weil er den anderen in der Betrunkenheit verloren hatte. §. 6. A u g u st u S / saget IulianuS in seiner S»tyre wider die Kaiser/ hat den Römern viel Statuen gegeben durch die von ihm eingeführete Vergötterung der Kaiser/ und da dieselben als wohlthätige Wesen verehret wurden/ hatte die Schmeichelei einen scheinbaren Vorwand/ die Statuen und die Bidnisse der Kaiser zu vervielfältigen. Ti denn s erlaubete/ seine Bildnisse als eine Verzierung des Hauses aufzustellen. ?) Eine von den wahren Statuen des Zlugustus ist die stehende im Campi- dogliv/ über Lebensgröße/ mit dem Vordertheile eines Schifs zu den Füßen/ die denselben in demjenigen Alter vorstellet/ welches sich mit dem Siege über den SextuS Pomvejus reimet; den auf die Schlacht bei Actium / fünf Jahre vor jenem Siege/ kan dieselbe nicht füglich gedeutet werte»/ weil Augustus jünger war, als ihn diese Statue zeiget.^) Vermuthlich ist diese diejenige hernach trug; die ausgezeichneten und berühmten Männer jener Zeiten wurden immer mit einem Bart abgebildet. Auch mußtcn die Gesichtszüge einen älteren Man anzeigen, da Cineinnatus damals schon Vater von drei Söhne» war, unter welchen sich der älteste, Cäso / einige Jahre vorher durch seine Beredsamkeit und durch kriegerische Unternehmungen ausgezeichuet hatte. (I.iv. I. Z> c, i >. c. ig.) Fea. 1) Lruncliii t. l. 229. n. 2) 8ueton. iri liker. e. 26. Z) Sie ist das Gegenstük zu der im B. l K. N?. gedachten Statue des Julius Cäsar, und sieht neben derselben im Hose des Palasts der Conservatoren auf dem Capitolio. Die Arbeit daran ist überhauvt gut, vielleicht gar noch vorzüglicher als am Julius Cäsari Muckelman. 8 470 Geschichte der Kunst. Statue/ die ihm auf Befehl des Senats nach P, dachtem Siege zur See über den jüngeren Pon» pejuS errichtet worden, mit der Inschrift: i»v, iv«n.vräZl. »xni. de Statue mit dem Kopfe desselben im Campids- glio hätte gar nicht sollen angeführet werden;^ im wenigstens hat die Figur mehr Bewegung. Die Rch», spize wie auch der aufgehobene Arm sind modern, Mi ausser denselben noch einige andere Stüke von geringmi Bedeutung. Bisconti will behaupten iMus. pio-vlem. r, Z. p. i.)/ daß der Kopf nicht ursprünglich zumKSrpkl gehöre/ auch den wahren Bildnissen des Augustus«! wenig gleiche. Meyer. t) Eine Statue desselben wurde unter sechzig ausgezeichw ten vom Kaiser Constantinus aus Rom nach Cm stantinopel genihrt, und daselbst im Hippodromus aufzt> stellt, I. Z. princ.) Meyer. 2) Eine Statue/ welche den Augustus als HeroS stellt/ mit cinem den Unterleib und die Schenkel hüllenden Gewände/ befindet sich imMuseo Pio>Cli> mentino. ('lav. i.) Sie hat zuverläßig noch dc» >dr ursprünglich zugehörigen Kops/ da sich keine Spur M, daß derselbe vom Rumpfe abgebrochen war. In der Wien er Ausgabe/ S.7S4/ urtheilt Wi»> ckelmaii über die oben erwähnte Statue also: «Dil >, stehende Statne des Augustus im Campidoglio, >«ld » che ihn in seiner Jugend vorstellet/ und mit ein» x Steuerruder zu den Füßen/ als eine Deutung auf iii „ Schlacht bei ActiuiN/ ist mittelmakig." Meyer. Z) Aus. Laxitol. t. Z. tav. 5>» 11 Buch/ 2 Kap. in Büchern gepriesene Livia, oder/ wie Andere wollen/ Sabina/l) Gemahlin des HadrianuS, in der Villa Matt ei/ ist als die tragische MuseMel- pomene vorgestellet/ wie der Kothurnus anzeiget. 2) Maffei redet von einem Kopfe des August»6 mit einer voraus civica, oder von Eichenlaub/ in dem Museo Bevilaqua zu Verona/ und er zweifelt/ daß sich anderwärts dergleichen Kopf desselben üiide:^) er hätte können Nachricht haben von einem solchen Kopfe des Augustus in der Bibliothek zu S-Marco in Venedig; 4) in der Villa Albani aber sind drei verschiedene Köpfe des Augustus mit einem Kranze von Eichenlaub/ und ein schöner kolossalischer Kopf der Livia; eS hat auch ein kleiner Kopf des Augustus von Agath/ in dem Museo des Herrn Generals von Walmoden dergleichen Kranz; ewig Schade/ daß an demselben/ ausser den Haaren/ mir die Augen nebst der Stirn erhalten sind/ als welche das Bild desselben keiirlich machen Es würde dieser Kopf die Größe einer Pomeranze habe». 5) 1) Nalkc!, raccolta 6i Llatue, n. No- nuiu. t. i. Uil>. 62. 2) Die sogenante Livia kam in das Museum Pio-Cle- mentinnm/ wo sie (t. 2. iav. 14. p. 2S — 2g.) unter dem Namen pudici-ia in KiMser gestochen und erklärt ist. Der Kopf soll von guter/ aber moderner Arbeit sein/ eben so der linke Arm nebst der Schulter. Die hohen Sohlen ncnt Visconti cslcei welche keineswegs ausschließlich dem Theurer oder den Musen zukamen. Meyer. 3) Veron» illuslr. xart. Z. c. 7, col. 2,2. col. 217. ta». 1. n. 1. 4) Llatue lilir. Z. Hlsrco. 5) Ein Kopf des Augustus aus weissem Marmor, mit 172 Geschichte der Kunst. §.7. Zwo liegende weibliche Statnen/ eine im Belvedere, die andere in der Villa MediciS/ führen den Namen der Kleopatra, weil man da; Armband derselben für eine Schlange angesehen, und stellen etwa schlafende Nymphen, oder die Venus vor,^) wie dieses' schon ein Gelehrter der einer corous civic» wurde, nebst einem Kopfe des H »I>> »ibal, welcher behelmt und mit einem falschen Varii vorgestellt ist, lind sich gleichfalls im Museo Borgian» zu Velletri befindet, beim Nachgraben anderhalb Miglie» von Velletri in der Gegend von San Lesale »der 8-u Lesareo gesunden, wo nach einer alten Sage (Luewn. August, e. 6.) die Voreltern des Augustus wohnte», und er felbst geboren wurde. Ein anderer Kopf dieses Kaisers von ausgezeichneter Arbeit, aber von jugendlich?« Zügen und ohne irgend einen Kranz, wurde mit ander» Altertumern in der Gegend von Monte Secco, 4Miglie» von Velletri, gefunden, und kam in das Museum Pi o - Clem e ntinn m. In eben diesem Musev >j! noch ein Kops von schlechter Arbeit, wo Augustus >»it Kornähren bekränzt ist, und ein anderer, welcher ihn schon bejabrt vorstellt, mit einem Diadema, worauf Lorbeer angedeutet sind, und vorn über der Stirne, Julius Cäsar, wie in einem Ca m eo. Mus. !>!«- LIem. t. 6. tav. 40.) Ebendaselbst ist auch eine fastnM heroische Statue des Augustus, und eine andere «er> hüllte in der Stellung eines Opfernden; dieses Denkmal wurde zugleich mit einer weiblichen betenden Figur, welche man sür das Bildniß der Livia halten kaii (Aus. I>io-LIeu>. t. 2. tab. 46. 47.), zu Otricoli gefM den. Fea. A) Visconti Mus. ?!»-Lieiu. t. 2. x. Lg —g2.) li«t dies« sogenauteKlevpatra mit sehr guten Gründen snr eine schlafende Ariadne erklärt. Winckelmaiis Vorwurf, d>rß der Kopf diefer Statue nichts Besondere! habe, und schief fei, wird von Vifconti dahin w 4'ichtigt, daß die scheinbaren Mängel blos von erlittene« Beschädigungen herrühren. Die ähnliche, ehemals i» L>or Villa Medici, jezo in Florenz befindliche Figur, M ^ Buch/2Kap. t73 vorigen Zeit eingesehen, l) Folglich sind es keine Werke/ ans welchen von der Kunst unter dem A u- gnstus zu schließen wäre; unterdessen saget ma»/ es sei Kleopatra in einer ähnlichen Stellung todt gefunden worden. 2) Der Kopf an der erstem hat nichts' Besonderes/ nnd er ist in der That etwas schief; 2) der Kopf an der ander»/ aus welchem einige ein Wunder der Kunst machen/ und ihn mit einem der schönsten Köpfe im Altertume vergleichen/ist ungezweifelt neu/ und von jemand gemeißelt/ welcher das Schöne weder in der Natur noch in der Kunst auch nur von weitem kennen gelernet. In dem Palaste Odesealchi war -ine jenen ähnliche Figur/ mehr als Lebensgröße/ wie die vorigen StatneN/ welche nebst den übrigen Statuen dieses Musei nach Spanien gegangen ist. K. 8. Nebst den Werken in Marmor sind wahre Denkmale dieser Zeit einige von den geschnittenen Steinen/ die den Namen des DioSkorideS^) zeigen/ welcher die Köpfe des AngustuS schnitt/ womit dieser/ und nach ihm andere Kaiser zu sigeln für eine gute alte Covie der eben erwähnten angefehen wer, den; was Winckelmaiiin Hinsicht ihres moderne» Ko> Vses berichtet, ist gegründet. Die zweite Wiederholung/ die »ach Spanien gekommen? soll nach Aussage kundiger Augenzeugen stark beschädigt und restaurirt sein; auch ist die Arbeit am Gewände viel geringer, als an den erst genanten. Meyer. 1) Llepli. in Zcliutt. Ilincr. 126. 2) lit? k>i8on. t)e T'Iicriac. I. !. c. 6. 3) , raccollI Llaiue, tav. 6. 4) liiekaidson, ?i'ailL tZe ^eint. cd !a t. Z. 5) I^Sein Name auf den Steinen heißt nnd ist äusserst gleich und zierlich in den Buchstabens 5?^ Geschichte der Knnft. pffegctcn, den Galba ausgenommen.^) Ein solcher Stein mit dem Bildnisse des Augustus befand sich im Hanse Massimi zu Rom; da man denselben aber in Gold fassen wollte/ zerbrach er in drei Stüke. Dieser Kopf des Augustus ist kent- lich an einem Anfaze vom Barte/ welches sich an anderen von dessen Köpfen nicht findet/ und könte auf die Zeit der Niederlage der drei Legionen des Varus in Deutschland deuten/ da wir wissen/ daß Augustus zum Zeichen seiner großen Betrübniß über diesen Verlust sich den Bart wachsen ließ. Mit einem ähnlichen Barte siehet man in der Villa Albani einen Kopf des Kaisers Otho/ an welchem derselbe nicht weniger als am Augustus etwas lln- 1) Lueton. in August, c, ?o. 2) Stoscli, xierr. gi-avees, xl, 26. sDieser Stritt ist ein Granat, und kein Amethyst, wie Stofch angibt. Äläi'iecte z I lies zzierres Ar^vees, l. I, 3) Lueton. in ^uAiizt. c. 2Z. Ausser dem Kops des Augustus, welchen vormals w Marchese Massimi besaß, und einem andern beschädigten im Muse» Strozzi (8tosck. xierr, ßraveei, z,I. 26.), gibt es noch sims als wahrhaftig licht angeseliene Arbeiten des Dioskorides; nämlich: den sür da? Bildniß des Mäeenas gehaltenen, in Amethyst ge> schnittenen Kopf ini französtschen Museo l8wscl,, xierr. xrüvees xl. 27.); den ebenfalls in Amethyst geschnittene» Kopf des Demosthenes im Museo des Prinzen von - Piombino ito B. iK. Z4§.); Mercurius, dm Kopf eines Widders auf einem Diskus tragend; noch ein Mercurius, kurz bekleidet, gerade von vorn dargestellt, und Diomedes, das Palladium raubend, alle drei Cariieole, und wie man sagt in England befindlich. Meyer. sVon Diomedes eine vergrößerte Abbildung ter Numero SV, und Von Demosthenes eine »utcr Numero 16 der Vignette» zu de» Denkmalen,) 11 Buch/ 2Kap. gewöhnliches ist. Billig ist auch hier anzumerken der ausserordentlich schöne Kopf des Augustus/ ehemals in dem Museo Carpegna, und izo in dem Museo der vatikanischen Bibliothek, welcher lUiS einem Chalcedon geschnitten/ und über einen halben römischen Palm hoch ist/ wie das vom Bu- onarroti beigebrachte Kupfer zeiget. Ein anderer berühmter Künstler im Steinschneiden war So- lon/ von welchem wir unter anderen Steinen den vermeiiieten Kopf des Mäeenas/ die berühmte Medusa/ einen Diomedes und Cupido haben.-) Ausser diesen bekaiit gemacheten Steinen ist in dem sto sch i sehen Museo einer der schönsten Köpfe des Herkules/ die jemals in Stein geschnitten sind;^) und der Verfasser besizet einen zerbrochenen schönen Carniol/ welcher eine Victoria/ die einen Ochsen opfert/ vorstellete; die Victoria hat stch/ nebst dem Namen unbeschädigt erhalten. Von dcn geschnittenen Steine» / welche die Königin Kleo- vatra mit einer Schlange an der Brust vorstellen/ sind alle diejenigen neue Arbeiten/ die mir bisher vorgekommen sind/ und der erhoben geschnittene Stein des Herrn Assem ani/ Custode der vatikanischen Bibliothek/ aus welchem ein Wunder gema- chet wird, ist vielleicht der neueste unter allen, und von einem Künstler gemachet/ der weit entfernet von der Kentniß des Schönen war. Ich muthmaße also/ daß auch der Stein/ welchen Mäffei beibringet/ neu sei. ß. 9. Es gehöret auch zu den Werken dieser Zeit der fast kolossalische Kopf des MarcuS Agrip- 1) Os8erva2. sie. ^.^6. 2) pierr. pi-avees, xl. 61. 62. 64. 3) Kl. 16 4) t. 1. Q. 77. Geschichte der Kunst. pa, des Allgustus Schwiegersohns/ welcher « Museo Capitolino stehet; den er ist schön und gibt das deutlichste Bild des größten Mannes seiner Zeit.!) Ob aber eine heroische/ schlecht ergänz Statue im Hanse Grimani zu Venedig diese« berühmten Feldherrn vorstelle/ überlasse ich Ander« zu entscheiden/ welche die Ähnlichkeit in dem Kopfe, und ob derselbe der Statue eigen sei/ untersuch« tonnen. ß. 10. Allein wir haben vielleicht noch ein besseres Denkmal eines griechischen Meisters von sdes^ Aug>>- stus Zeit: den nach aller Wahrscheinlichkeit ist »ich eine von den Karyatiden des Diogenes vo« Athen/ welche im Pantheon standen/ übrig; 2) M wir das Wort Karyatiden auf weibliche sowohl als mänliche tragende Figuren deuten/ welche lez- teren eigentlich AtlanteS heissen. ES stand die- t) Er ist zwar im Ganzen wohl erhalten, aber er bestell! aus einem Stiike streifigen Marmors, nnd ein anschn' nender Spalte geht der Länge nach fast mitten durch das Gesicht und den Hals. Die Arbeit hat Verdienste kan, einige etwas scharf gerathene Stellen an den Auge» und an den Lipen abgerechnet, der Zeit des AugustuS wohl würdig geachtet werden. Indessen hat man seit Winckelmans Zeit zn Gabii einen weit bortrefliche« gearbeiteten, obgleich kleineren Kops des Agrippa Mo- niim. Qab. t. 2.) ausgegraben; er ist fehr wohl erhalle» und die große Kuust der Ausführung gibt ihn für daZ Werk eines der ersten Meister jener Zeit zu erkennen. In der florentiuischen Galerie befindet sich ein ungefähr ähnlicher Kopf diefes berühmten Römers, der auch gut gearbeitet ist. Doch hat er nicht die keke Behandlung, welche man sonst an antiken Kunstwerken wahrznnehmm Pflegt. Die Nasenspize ist modern; so ebenfalls Stüke w> beiden Ohren und die Brust. Meyer. 2) ?Iin. I. 36. c. 3. sect. 4. n. 11. 2) lMan sehe die Erinnerung dawider in einigen Rote» 11 Buch/ 2 Kap. 177 selbe unerkant in dem Hofe des Palastes Farnese/ und wurde vor einigen Jahren nach Neapel geschiket. ES ist die Hälfte einer mänlichen unbekleideten Figur bis auf das Mittel/ ohne Arme: sie trägt auf dem Kopfe eine Art eines Korbes / welcher nicht mit der Figur ans einem Stiikc gearbeitet ist; an dem Korbe bemerket man Spuren von etwas Hervorragendem/ und allem Ansehen nach sind eS vorgestellete Akan- thusblätter gewesen/ die denselben bekleidet haben/ auf eben die Art/ wie ein solcher bewachsener Korb einem KallimachuS das Bild zu einem korinthischen Kapital soll gegeben haben. Diese halbe Figur hat etwa acht römische Palme und der Korb drittehalb: eS ist also eine Statue gewesen/ die das wahre Verhältniß zu der attischen Ordnung im Pantheon hat/ welche etwa nennzehcn Palme hoch ist. WaS einige Scribenten bisher für dergleichen Karyatiden angesehen haben/ zeuget von ihrer großen Unwissenheit.3) ES ist dieselbe in meinen alten Denkmalen in Kupfer gestochen zu sehend) K. ii. Unter den Werken der Baukunst von der Zeit deS AugustuS hat sich ohuweit Tivoli/ an der lezten Brüke über den Aniv/ ein großes rundes Grabmal des Hauses Plautia/ von großen O.uaderstükcir aufgeführet/ erhalte»/ welches vom MarcuS Plau- zum1Z§. des 2K. der Anmerk üb. die Baukunst; »nd Aus. piv-LIeni. r. 2. x. 42.z 1) Vm-uv. I. 4. c. 1. W. d. K. 8 N. 1 K. 2) In den Denkmale» 4 Tl>. 14 Ä. wo Win ekel mau auch die Bedeut»»,; der Wörter Karyatiden und Atlanten genauer bestimr, seit er die Höhe der attischen Ordnung auf 23 ein Viertel Palm. Me»er. 4) lNumevo 205.Z 178 Geschichte der Kunst. tinS SylvainiS/ der zugleich mit dem August»; Consul war/ gebauet worden: vor demselben stehe» zwischen Halbsänlen die Grabschriften. Die i» der Mitte und mit größerer Schrift enthält das Gedü'chl- niß des Erbauers selbst/ und eine Anzeige seiner verwalteten Bedienungen/ seiner Feldzüge/ und das A»- denken des TriumphS/ welchen er nach dem Sieze über die Jllyrier hielt: eS endiget sich dieselbe mit de» Worten: vixir. ix. Wright saget in seine» Reise»/ daß er nicht begreifen könne, wie ein M nach so großen Verrichtungen/ und sonderlich ein C«»- sul/ sagen könne: daß er nur neun Jahre gclckt babe; er glaubet/ eS mnße vor der Zahl ix das fehlen/ so daß er neun und fünfzig Jahre gelebet habe,') Er irret sich aber mit Andere»/ die eben der Meinung sind; eS fehlet nichts an der Zahl/ und die Buchst«- den nebst den Zahlen/ die eine gute Spanne lang sind, haben sich sehr wohl erhalten. Mareus PlautiuS rechnete nur diejenigen Jahre/ welche er in Ruhe mf seinem vermuthlich nahe gelegenen Landhause zugebracht hatte/ und schäzete das übrige vorhergehende Leben wie für nichts. Eben so lange lebete Kaiser Dioeletian us auf seinem Landhause bei Salm in Dalmatieii/ nachdem er sich der Regirung gänzlich begeben hatte. SimiluS/ einer der edelsten Rönm zu der Zeit des Hadrianus/ ließ eben so auf sei» Grab sezen/ daß er so und so alt geworden/ nnd sieben Jahre gelebet babe/ das ist: so lange derselbe «nf dem Lande die Ruhe genossen hatte. §. 12. Bei dieser Gelegenheit merke ich an, im von dem Grabmale der Nasone»/ zu welchem Geschlechte OvidiuS gchörete/ von verschiedenen daselbst gefundenen Gemälde»/ die Sante Bartoli ») l'ravels, 369.' 2) XipkIIili. In ^.6i-!ano. x. 266 Buch/ 2 Kap. gestochen hat/ noch eines übrig ist/ in der Villa Al- licri/ nämlich ÖdipuS mit dem Sphinxe. Insgemein glaubet ma»/ eS seien dieselben alle zernichtet/ »nd diese» hat sich auch Wright berichten lassen. Hn dem oberen Theile dieses Gemäldes siehet M» einen Menschen mit einem Esel/ welche Var- toli als etwas nicht zur Sache Gehöriges weggelassen hat; und dieser Esel ist hier das Gelehrteste. Den Odi» uS lud den Sphinx/ nachdem derselbe sich von dem Felsen gestürzet hatte/ auf einen Esel und brachte also nach Theben den Beweis von der Auflösung des Räthsels. §> 13. Wen man über dieses und über ähnliche Etüke Malereien richtig urtheilen will/ muß man zugleich überlegen/ daß die Großen in Nom nicht allein Grabmale/ sondern auch andere Gebäude durch ihre eigenen Maler/ die ihre Freigelassenen und in ihrem Dienste waren/ auSzieren ließen. Ein solcher freigelassener Maler findet sich unter den kaiserlichen Bedienten angemerket in dem Verzeichnisse auf einer Mrmortasel/ die in den Trümmern des alten An- tium von dem Herrn Cardinal Alexander Albani entdeket worden ist/ und izo in dem Museo Capi- tolino stehet. 2) Die Kunst in den Händen der Freigelassenen kan als eine von den Ursachen des Verfalls derselben in Rom angesehen werden/ über welche PetroniuS Klagen führet/ sogar daß er vorgibt/ eS habe die Malerei/ wie dieselbe unter den Griechen geblühet/ zu seinen Zeiten nicht die geringste Spur von sich nachgelassen. 2) 1) 8ckol. Qll 7. 2) Vulpii l'sl). illuTti'. p. 17. 3) p 21. eäit. ne m/- ISO Geschichte der Kunst. Z. Von einen« Werke der Baukunst ausser Rm von sdeS^I AugustuS Zeiten kan man zwar ntzi auf die damalige Baukunst überhaupt schließen; verdienet aber wegen einer ungewöhnlichen Freil« angemerket zu werden. ES ist ein Tempel zu U> lasso in Karien dem AugustuS und der Stadt R» zu Ehren gebauet, wie die Inschrift auf dem Gebälk, anzeiget. Säulen von römischer Ordnung am Portale/ ionische Säulen auf den Seite»/ und der U derselben mit geschnizetcn Blättern nach Art mj Kapitals/ sind der Regel »nd dem guten GeschM entgegen. Dieses Gebäude ist indessen nicht das » zige/ wo die Eigenschaften von zwo Säulenordiw gen in einer einzigen vereiniget sind: man siehet« dem kleinern der zwei sogenanten Nvmphäen,« Lago di Castello/ ionische Pilaster mit einer dorisch» Friese; und ein Grabmal bei der Stadt Girgmi in Sicilie»/ welches insgemein dem Tyrannen Thi- ron zugeschrieben wird/ hat auf Pilaster» von ck» der Ordnung nicht allein dorische Triglyphe»/ sondm auf deni Kranze des Gebälkes die gewöhnlichen R«' hen von Tropfen. §. 16. Der gute Gefchmak fing schon unter i« AugustuS an in der Schreibart zu falle»/ und schci> net sich sonderlich durch die Gefälligkeit gegen den Mä cenaS/ welcher das Gezierte/ das Spielendemd das Sanfte der Schreibart liebete/ cingeschlichcn;» habend) Überhaupt saget Tacitns/ daß sich nach der Schlacht bei Aetium keine großen Geister imhr hervorgethan habend) In genialeten VerzienuM 1) Oescrixt. ot tlie Last. vol. 2. xart. 2. x. 61. xl. 55. 2) Lueton. !n e. 66. lirndosclil Ltoris äella ital. t. 1. xiart. 3. ! ^ c. 2. Z. 2v. Fea, 3) Ilist. 1. 1. e. i. 11Buch,2Kap. 48i ivar man damals schon auf einen üblen Geschmak gefallen, wie sich VitruviuS beklaget/ daß man dem Endzweke der Malerei entgegen, welches die Wahrheit oder Wahrscheinlichkeit sei, Dinge wider die Natur und gesunde Vernunft vorgestellet, und Paläffe «uf Stäbe von Rohr und auf Leuchter gebauet, die unförmlichen, langen und spillenmaßigen Säulen, wie der Stab oder der Leuchter aus dem Altertume iff, dadurch vorzustellen. Einige Stiike von idealischen Gebäuden unter den hercnlanischen Gemälden, welche vielleicht um eben die Zeit, oder doch nicht lange hernach, gemachet sind/ können diesen verderbten Geschmak beweisen. 2) Die Säulen an denselben haben das Dopelte ihrer gehörigen Länge, und einige sind schon damals wider den Grund einer tragenden Stüze Mehet: die Verzierungen an denselben sind unge- mnit und barbarisch. Von einer ähnlichen ausschweifenden Art waren die Säulen einer gemaleten Architektur auf einer Wand vierzig Palme lang/ in dem Waffe der Kaiser, in der Villa Farnese/ und in ten Bädern des T i tu S. §. 16. So merkwürdig in der Geschichte der Kunst der Name des Auguffus und die übrigen Denkmale von seiner Zeit sind: eben so ist es der Name des AsiniuS Pollio, eines der größten Liebhaber der Kunst, durch die Nachricht des Plinins «»» den besten Werken alter Kunst, die iener aus viele» Gegenden in Griechenland zusammenbringen ließ/ mid öffentlich aufstellete. Es machet dieser Scri- >? 1^. 7. c. ä. «i'Lrcvt. i. Z. tav. 87. 63. ?g, t. 4. tav. 86. Z) Hiervon habe ich eine Zeichnung von dem berühmten Johan von Udinc, des Navhaels Schüler, gesehen. W i n ck c l in a n. 4) 1^. ZK. c. Z. sect. 4. n. 10. tL2 Geschichte der Kunst. bcitt verschiedene derselben namhaft; nnd unter d«, selbe» wäre»/ ausser dem großen Werke des Ochs,« in dem Palaste Farnese/ dessen ich oben gcdch habe/ die sogenanten Hippiades des Ste»hi> nus/ die vermuthlich Amazonen zu Pf er!, (>^-w den in den Trümmern der Villa eines andm Polliv/ mit dem Vornamen VediuS/ der cbw falls unter die berühmten Personen dieser Zeitji zählen ist/ und dem AugustuS diese seine Villa, ti, auf dem Paufilipo bei Neapel gelegen war,» Testamente hinterließ. Die Trümmer derselben fti von erstaunendem Umfange. Unter denselben abrr ij das Merkwürdigste der mit Mauern eingeschlchm Wasserbehälter (pi-cina) der Muränen/ am Mem, in welchen dieser Polliv/ da AugustuS bei st« speisete/ und ein Leibeigener ein kostbares Wj (vas miiiiliinum) zerbrach/ diesen den Fische» M Speise vorzuwerfen befahl/ ->>1 inur-enss^ wie ers^ gete. Der Kaiser aber ließ alle diese Gefäße zerM gen/ damit Pollio künftig nicht sich alfo vergeh« möchte. 2) Dieser Behälter ist völlig erhalten/s«> O llv V. 2 K. tll Das Gesäß war Kr »stall, Meyer. 11 Buch/ 2 Kap. !3Z gar daß die zwo Gatter von Erzt, durch welche das Mcer hineinfließet/ die alten Gatter von des Augu- stus Zeit zu sein scheinen; ich weiß aber nicht, ob irgend ein Scribent dieses besonderen Überbleibsels Meldung gethan habe/ oder ob dasselbe überhaupt vor mir bemerket worden sei. §. 18. Von Künstlern/ welche sich unter der Rcgirung der nächsten Nachfolger berühmt gemachet habe»/ findet sich kaum einige Meldung ihres Namens. Unter dem TiberiuS/ welcher wenig bauen ließ, werden die Künstler auch sehr schlecht gestanden sein/ und da er in allen reichen Provinzen/ also auch in Griechenland, bemittelte Personen unter allerhand Vorwand ihrer Güter verlustig erklarete, so wird niemand leicht auf Werke der Kunst etwas verwendet haben; i) der Tempel des Augustus ist das einzige neue Gebäude, welches er aufführen lassen, und dennoch nicht vollendete. 2) Um in die Bibliothek des xalatinischen Apollo eine Statue desselben zu se- >) 5uoton. in lilier. c. 47 et 4g. Erovhilos, des Dioskorides Sohn, mag ungefähr um diese Zeit geblüht haben. Wir finde» seinen Namen einem vortreflich erhoben geschnittenen Kopf bei- gesckrieben, welcher den ?>ugustus vorstellen mag. Dieses, aus einem lauchgrnnen undurchstchtigen Steine gearbeitete Denkmal ist in dovelrer Hinficht merkwürdig, den dem Kunstwerthe nach gehört es zu den Gemmen erster Klasse, und aus der Inschrift lernt man einen Künstler kennen, dessen Name sich sonst nirgends erhalten hat. Der Sage nach wurde es bei Trier ausgesunde», und geHorte noch zu Ende des vorige» Jahrbun- >>- derts einem französischen, Von dort vertriebenen Geistlichen. Me»er. sUnter den Abbildungen Numero S2.Z z) 8ueton. in Qai. c. 21. in ?ilier. c. 47. Xixlnl. in ^UA. «uli Ln. 102, 184 Geschichte der Kunst. zc»/ ließ er eine von SvrakuS holend) und es dieselbe bekant unter dem Beiname» Temenites, von der Quelle TemenitiS, die dem vierten Theilt der Stadt SyraknS die Veneniiung gegeben hattet) ES ist bekant, daß er, ein unzüchtiges Gemälde dei ParrhasiuS zu haben / eine beträchtliche Summ Geldes' in seiner Erbschaft/ da ihm zwischen beide» die Wahl gelassen wurde/ fahren ließ: die Liebe dir Kunst aber scheinet den geringsten Antheil an der Achtung dieses Gemäldes gehabt zu habend) Statm wurden etwas Verächtliches/ weil sie Belohnung« der Spione unter diesem Kaiser waren.Die ZW dieses Kaisers sind selten/ und weit seltener als die Bildnisse des AugustuS; eS finden sich indessen Mi derselben in dem Museo Capi t olinv/5) und cm Statue in der Villa Albani hat gleichfalls cim Kopf des Tiberius/6) wo er in seiner Jugend abp i) Aueion. in silier. c. 74 in Vorr. 2. I. 4. c. ÜZ. Suetonius sagt nur, daß Tiberius die vonS» rakus geholte Statue des Zlvollo TemeniteSi» die Bibliothek des neue» Temvels (novi tenixli) stil» lasse», und es ist schwer zu entscheide», welcher Tempel gemeint sei. Wahrscheinlich sind die Worte auf im Temvcl des Augnstus zu deuten, welchen Tiberiiij zwar angcsange» hatte, aber unvollendet hinterließ. M e >> e r. s) I^Iin. I. 3. c. 3. sect. 14. Der vierte Theil der Stadt Svrakus hieß Vielmehr Neavolis, weil er unter den übrigen zulezt ertml war. (Lic. in Veri'. »ct. 2. l. 4. c. 53.) Meyer. 3) Lueton. in silier c. 44. et Lmnnientator. I>, I. 4) <üsnseÄNtin. Excerpt. Oion. I. 53. 666. 5) Lottari Älu-;. dapitvl. t. 2. »av. 56. 6) Jezo sind die Bildnisse des Tiberius nicht mehr s» selten; eines derselben sieht man auch im Museo Pw Cl einen tino. Fea. 11 Buch/ 2 Kap. 185 bildet ist/ anstatt daß die capitolinischen Köpft ihn in größcrem Alter vorstellen. Der Kopf des Germaniens/ des Tiberius Bruderssohns, ist einer von den schönsten kaiserlichen Köpfen im Campido- glio. 2) Ehemals fand steh in Spanien eine Base von einer Statue/ welche dem Germaniens von dem ÄdiliS LnciuS TnrpiliuS gesezet war.^) K. IS. Das einzige öffentliche Denkmal der Kunst von der Zeit dieses Kaisers, welches sich erhalten hat/ ist eine vierekte Base ans dem Markte zn Pozzuolo/ welche dem TiberinS an diesem Orte von vierzehen Städten in Asien errichtet worden/ die nach dem Erdbeben/ worin sie sehr gelitten hatten/ von ihm wieder aufgebauet waren, wie ausser den historischen Eine unversehrte kolossale Statur des Tiber ins wurde zu Veji sJsola Farn esc) wurde entdekt im Jahre j 8 ll. Siebelis. j) Von den zwei Bildnissen des TibeeiuS im Museo Capitolino ist das eine ein bloßer Kops, das andere ein Brustbild, mit Gewand von ausnehmend schönem Alabaster, awkaslro Loriw. Die Nase, das linke Ohr, und das Hinterhaupt sind neu angefügt; das Kin und andere wenig verleite Stellen sind mit Stueeo ausgebessert, Zu den vorzüglichsten Denkmalen dieser Zeit verdient wohl auch der kleine Kops des Tiberius in der florentinische» Gemmensainlung gerechnet zu werden. Sonst glaubte man, er wäre aus einen« grossen Türkis, aber bei näherer Untersuchung hat sich ergeben, dass er aus Schmelz besteht. (AIus. k'Iureat. tZernnise, t >I>. z,) Meyer. 2) LoUari Nus. Lüplwl. t> 2. tav, g. Der Kovs hat in» Ganze» eine große, edle Form; allein die Ausführung der eiuzelnen Theile Verräth etwas Ekiges, Steifes, Kraftloses. Die Nase und Brust sind modern. Meyer. Z) krutcr. Inscrlxt. t. I. x. 2Z6. ».3. kam. l. Z. I. iS. orui. z6^. x. 640. L ^ tss Geschichte der Kunst. Nachrichten die Inschrift auf dieser Base anzeiget,>) ES sind an derselben zugleich eben diese Städte symbolisch vorgestellet zu sehen/ und eine jede ist durch ihren Namen unter ihren Figuren angezeiget worden, §. 20. Ich weiß nicht/ ob diejenigen/ die weit- läuftig über dieses- Werk geschrieben/^) eine Muthmaßung beigebracht haben über den Zweifel/ der mir und Andern eingefallen ist/ warum nämlich gedacht! Städte dieses Werk in Pozzuolv/ und nicht vielmehr in Rom errichtet haben. Die Ursache ist vermuthlich/ dieses Denkmal ihrer Dankbarkeit an einen Ort zu sezen/ wo es von dem Kaiser/ der auf der Ml Capreä wohnett/^) gesehen werden konte/ welches von Rom/ wohin der Kaiser nicht zurükzugehen gedachte/ nicht zu hoffen war. Die Gegenden hingegen von Puteoli/ Bajä und Msennm besuchete Ti> beriuS aus seiner Insel/ und er starb in der M« des LueulluS/ auf dem Vorgebirge von Mse- II um. ä) Z. 2t. An diesem Orte würde der Statue des sogenanten Germaniens gedacht werden müßen, die ehemals in der Villa Montalto/ nachher Ne- groni genant/ war/ und izo zu Versailles stehet/ wen der Kopf dem Germaniens völlig ähnlich wäre/ oder wen man auf dem Orte selbst untersuchen könte, ob der Kopf der Statue eigen sei.i) j) Nach Tacitus 1.2. c. 47,) waren es nur IZ Srädte. Auch Münzen auf diese Gegebenheit fanden W mit der Umschrift: Oivitatikus ^.siss resütuüs. ^3 B. 4 §.) Meuer. 2) Lulison z liagionamento. 1694. !2. Z) Luelon. c. 40. 60. 74. 4) c. 6) raccolla L^atue, iav. 69. Buch/ 2 Kap. 167 All dem Sokcl stehet der Name des Künstlers Kleo- menes/i) und auf demselben liegt eine Schildkröte/ auf die ein Gewand herunterfällt/ welches dieser unbekleideten Figur an dem linken Arme hänget/ und von besonderer Bedeutung sein muß; ich ßnde aber hier nicht einmal Anlaß zu einer Muthmaßung: den die Schildkröte/ ans welche die Venus des PhidiaS den Fuß sezete/ und was sonst von symbolischen Schildkröten bekant ist/ bleibet hier ohne Deutung.^) ß. 2.!. Caligula/ auf dessen Befehl die Statuen berühmter Männer/ die AugustuS im Campo Mrzo sezen ließ/ niedergerissen und zerschlagen wurden; der von den schönsten Statuen der Götter die Köpfe abreißen / und an deren Stelle sein Bildniß sezen ließ; ja/ der den Homerus vertilgen und vernichten wollte: kan nicht als ein Beförderer der Künste angesehen werden. t) Dieser Kleomenes war Von einem Vater gleiches Namens. Kleomenes, welcher auf der Base der m e> dieeischen Venus steht, war ein Sohn Apollo- dors. Win ekel m an. 2) s'Iut.-ti'eli. conjug.^l. pr.iLcepl. p. 142. kl. 10. 6Z3. eciit. I^aussn. I. 6. c. 26. Vielleicht wird durch die Schildkröte aus den Mercu- rius gedeutet/ so daß Germaniens mit dem S»m> t>ole des Merenrius vorgestellt wäre, und gleichsam »mter dem Schnze desselben. In den Denkmalen ? ira I. z. c. 22.> zerstören, blos weil seine Mutter einst in derselben bewacht worden. Fea» 18S Geschichte der Kunst. §. 23. Caligula fchikcte dcn Memminz NcguluS/ wclcher ihm seine Frau/ die Lolli» Paulina, abtreten mußte/ nach Griechenland/ M dem Befehle/ die besten Statuen aus allen Städte» nach Rom zu führen; es ließ derselbe auch eine große Menge dahin abgehen/ die der Kaiser in seine Lnstbäuser vertheilet,!/ den er sagere: „ das Schön sie „ müßte an dem schönsten Orte sein/ und dieses sei „Rom. "i) Er nahm unter andern den TheMr« ihren berühmten Cupido vom PraxiteleS/ weh chen ihnen Claudius wiedergab/ und Nero von neuem nahm. 2) Dieser Befehl ging auch auf de» 1) ^osepli, aiitiq, >Iu6. I. ig> c. i.princ. Lueton. in La,. c.zZ. 2) ?au5an, I. g. c. 27. Unter den kostbaren Kunstwerke»/ die Verres in G> cilien, besonders zu Messaua mehr raubte/ als» sich handelte, befand stch auch ein Cnvido lAmsrl des Praxiteles, von Marmor, dergleichen eben dies« Künstler für die Thefvier gemacht hatte, und deren eim alfo vermuthlich die Wiederholung des andern war. Die, ses erhellet deutlich aus dcn Worten des Cicero l>. ^ suntur. Jener war zu Messaua in Sicilien; dieser zu Thefvia oder Thespia in Böotien; beide Von ei> nein Künstler, dem Praxiteles. Hieraus verbessere ich für's erste eine Stelle des iil> tern Plinius (>. Z6. c. 4. n. 5.) ! ZZjuscivin üs) est olzjectus a Oicerone Verriß ille xroxler lliespiss vlsclzantur, »unc in Octaviss sclivlis >>»- »itus. So lesen alle Ausgaben, auch die bardninb sch e. Ich behaupte aber, zufolge der Stelle des Cice> ro/ daß man ille xroxter izuem etc. lefeil/ und auch liier zwei verschiedene Bildsäulen des C uv'ido VW stehen müßc. Den es ist falsch, daß die/ welche Ciee> ro deni Nerres vorwirft, eben die gewesen fei, welche die Einwohner zu Thespiä verehrten. Cicero 11 Buch/ 2 Kap. olympischen Jupiter des Phidias; aber die Bauverständigen zu Athen gaben zu verstehen/ daß dieses Werk/ welches aus Golde und Elfenbein zuscheidet beide, und sagt nur, daß sie beide von ebendemselben Künstler, und vielleicht auch nach ebender» selben Idee, verfertigt worden. Und nunmehr komme ich zu dem Fehler des Herrn W i n ck e l m a n, „ Caligula s sagt er) nal»u unter „andern den Thesviern ihren berühmten Cupido vom „ Prar i t e l e s/ welchen ihnen Claudius wiedergab, und »Nero von neuem nahm." Er beruft sich deshalb auf den Pausanias. Allein er hat diesen Schriftsteller zu flüchtig nachgesehen, und ist blos dem Harduin in seiner Anmerkinig über die Stelle des Plinius allzu sicher gefolgt. Pausanias erzählt dies nicht von dem marmornen Cuvido des Praxiteles, sondern von dem aus Erzt des L»sippus. Ich läugue nicht, daß die Worte des Pausanias etwas zweideutig sind; allein die Zweideutigkeit sallt weg, so bald man sie im Zusammenhange genau betrachtet, und mit der Stelle des Plinius Vergleicht. «ss (sagt Pausanias I 9. c. 27.) , ic-t, k-?/ X/-3-L -7-it ?7/cvo-/v 1 ^kv-7-e^-e -cv-to'??'«- Ich kan mich nicht enthalten, zuvörderst die lateinische übersezung des Am a saus anzuführen, weil er gleich die Worte, auf welche es beim Beweise fast am meisten ankömt, ganz unrichtig genommen hat: ?livsple»si!zuz post e?c ?rimurn omnium e seile SUÄ Luxillineiu Iiunc 'Spicri- «cm amotum a Lajo TIvmano Iniperalore tr.iIeill6s remissul» !> tüauZi». IVero iterum liomain reporlavit; ilii est consunitus. Ich sage, Amasäus hat das fälschlich auf r-ti'is gezogen, ISO Geschichte der Kunst. sammcngesezet war/ Schaden leiden würde/ wen man es bewegen und von seinem Orte rukcn wollte; ez da er es hätte solle» auf ziehen. Pausaniij will sagen: >, Schon vor dem Cuvido Von EM, wll, „ chen Lvsivvus den Thesvier» arbeitete, hatten ß, „ einen aus ventelischem Marmor, den ilme» Praritt, „ les gemacht hatte. Was mit dem lezten vorgegimg,« „ (fährt er fort) nnd die List, deren sich Phrunc »i> „ der den P ra rire l es bedient, solches habe ich bmiij „ an eine!» andern Orte erzählt. Den erster» M „(nämlich den Cuvido des Lysivvus, nicht als w „ ersten in der Zeit, sondern als den ersten in derln> „wähnung des Pausauias,> soll Caius Cali> „ gula den Thesvieru weggenommen' Claudius ihm „wiedergegeben, Nero aber zum iweitenmale mit „nach Rom geführt haben; nnd dieser ist daselbst« „ braiit. " — Meines Erachtens zeigt das deutlich genug/ daß man das wie ich sage,««! ziehen niüße. Dock auch diese Wortkritik bei Seite gesezt liil taugt freilich nichts, den ist offenbar, wieSil, belis ebenfalls bemerkt hat, ein Adverbium, daS im e»tsvrichtZ: fo erhellet auch fchon ausd» Zufaze, „daß diese nach Rom weggeführtePildfäuledas« „ verbraüt sei, " daß es nicht das Werk des Praxilk, les könne gewesen sein. Sie verbrante; uad m> brante vline Zweisel in dem grausame» Brande, trn Nero selbst anzündete. Verbrante ste aber da: »i! ^ konte ste zu oes ältern Plinius Zeiten noch vordw den, nnd in der i-holu ausgestellt sein? M dieses meldet in der angezogenen Stelle Pliniusdvch ausdrüklich. Alles dieses uisammengenomnien, mnß man still dil Sache al>o vorstellen: daß P rariteles mehr als ci> nen Cuvido gemacht habe, und auch nach medr «li einer Idee um eine» brachte ihn Phrvne; M!» andern, der ganz nakend war, hatte die Stadt Pam« in Mosten, dessen Plinins aleichsalls gedenkt II. c 4. 5.^, einen dritten besaß H ej n s in Messana, in> sich Berres zueignete; nnd de» vierte» hatte in 11 Buch/ 2 Kap. 591 unterblieb also diese Unternehmung, l) Der Schade, dcn diese Statuc gelitten, da dieselbe zu Julius Cäsars Zeiten vom Blize gcrühret wurde, muß folglich nicht beträchtlich gewesen sein. 2) K. 24. Die Bildnisse diese» Kaisers von Marmor sind sehr selten, und in Rom sind nur zwei derselben bekaiit: das eine, von schwarzem Basalt, befindet sich in dem Museo Capitolino;^) das andere, von weissem Marmor, welches ihn mit dem Gewände bis auf das Haupt gezogen als Hvhenpric- Künstler für die Thesvier gemacht, welcher endlich auch »ach Rom kam. Lcfsing. Wen es nicht eben die Statue ist, die ihm Phryne aus den Händen spielte, wie Straboll,g. lc. 2. Z.2Ü.Z meldet, welcher aber die Geschichte nicht von der Phriine, sondern von der Glukera erzählt. Esche »bürg. 2) üuselz. LvsnA. I. c. 2. ZI öottari »lu«. Liipllol. t. 2. tav> 11 — 12. Dieses Brustbild ist sehr gut gearbeitet, hat angenehme Züge und einen lebhaften Ausdrnk. Aber die?lugcn stehen mit dem Mnnde nicht parallel, und stnd auch, weil man sie einzeln betrachtet, wohl nicht richtig gezeichnet. Der Künstler hat, wider die Regel von reinen ungestörten Massen, die Haarlokcn über der Stirn tiefer als die an den Seiten des Hauptes ausgehöhlt. Eine zu Stricoli gefundene heroifchc Statue des Ca> ligula aus weissem Marmor ist im Mufeo Pio- Clementino (t. Z. t-iv, 3.) abgebildet. Vifconti Versichert, daß dieselbe wohl erhalten, und die Ähnlichkeit des Gesichts mit dcn Münzen dieses Kaisers auffallend fei. Er gedenkt auch eines vortreflichrn erhoben gcschnirtcuen Steins, welcher diefen Kaiser mit Lorbeer gekrönt vorstellt, und im Belize des Engländers Th 0 m a s Jenkius war. Eine äusserst fchöne Paste mit dem bloße» Kopfe des Caligula gehörte dem CaValiere d'Aja- ra. Meyer. 292 Geschichte der Kunst. ster abbildet, stehet in der Villa Albani. Daj schönste Vildniß desselben ist unstreitig ein erhoben geschnittener Stein / welchen der Herr General von Walmoden aus Hanover/ in diesem Jahre N66, zn Rom erstanden hat; ja man kan diesen Stein unter die aUcrvollkommcnstcn Arbeiten in dieser Art zählen. §. 25. Was Claudius für ein Kenner gewesen/ zeigen die Köpfe des Augustus, welche »anstatt der ausgeschnittenen Köpfe Alexanders des Großen in zwei Gemälde sezen ließ.l) Ersuchcteein Befchiizer der Gelehrten zu heissen/ und erweitert! in dieser Absicht das Museum, oder die Wohimz der Gelehrten zu Alexandria,^) und seine Ehrbe- gierde bestand in dem Nubine, ein anderes KaduiuS zu heissen/ durch Erfindung neuer Buchstabe»/ und er brachte das umgekehrte ^ in Gebrauch.^) D6 schöne Brustbild dieses KaiserS/ welches alle ffrat- tocchie gefunden wurde, kam durch deu Cardinal Gerolamo Colonna nach Spanien.^) AS Madrid von der österreichischen Partei eingenommen wurde/ suchete Lord Galloway dasselbe/ nnd erfuhr, daß es im Efcurial war/ wo es als das größte Gewicht der Kirchenuhr angehänget gefunden wurde; er schikete es also nach Engeland ab. Ob es daselbst angelanget sei, oder wie es ferner mit demselben ergangen/ ist nicht bekant. 6) 1) ?I!n. 1.Z6. c. 10. sect. Z6. n. i6. 2) I. 6- c. 9. l^n. 3) Claudius erfand drei neue Formen von Buchstaben. !. ti. c. i3 — 1/,. Luetori. in Olauä. c.4>- I.i. c. 7. 26.^! Meyer. 4) Ascanio. Fea. 6) ^lont^tauc. t. 6. xl. 129. 6) Diese ganze Erzählung ist falsch, nach dem Zeugnisse 5ci 11 Wich/ 2 Kap. 49Z ß. 26. Ein sehr wichtiges Werk von der Zeit des Claudius würde das sogenante Gruvo von Pätus und Arria, in der Villa Ludovisi sein, > mü die Vorstellung und der Styl der Arbeit sich mit dieser Benennung reimen ließen. Es ist betank, daß Cäeina Pätus, ein edler Nömer, in der Verschwörung des Seribonianus wider den Claudius entdeket und zum Tode verurtheilet wurde, und daß seine Frau Arria ihm Muth zu seinem Ende machete, da sie sich selbst den Dolch in die Brust stieß, und denselben aus der Wunde gezogen ihrem Manne mit den Worten: ES schmerzet nicht! überreichcte. >) Die Liebhaber der Kunst kennen dieses Werk, und wissen, daß dasselbe bestehet MS einer mänlichen unbekleideten Figur, mit einem Barte auf der Oberlipe, die sich mit der rechten Hand einen kurzen Degen in die Brust stößet, und mit der linken eine weibliche bekleidete Figur unter dem linken Arme gefasset hält, die in die Knie gesunken, und an der rechten Achsel verwundet ist, wie ein paar Blutstropfen an dem obern Arme anzeigen. Unter diesen Figuren liegt ein großer läng- CaValiere d'Azara, Der Kopf des Claudius war niemals im Escurial, sondern zu Madeid im Palaz»,o del Retiro. Er ist von seiner Basis getrent worden, um aus einen kleinen Tisch zu »assen, Diese Vasts ist Von ausserordentlicker Schönheit und steht in einem unterirdischen Zimmer des königlichen Palastes 5» Madrid. Montsaueon <>, x, 5?.) hält dieses Denkmal fnr das schönste unter allen Bildnissen des Claudius, und nächst demselben die halb nakte, mehr als le- bensgroke Statue unter den gabi Nische» Altertümern. (Aloauin. ii. 5.) Me»e r. >) ?Iin> 8ec. I. Z. il), Al^i-Uat, I- i, opigr. 14. Winckelman. 6, 3 Geschichte der Kunst. lichrnnder Schild, und unter demselben eine Z>t- genscheide. i) §. 27. Daß diese» Grupo keine römische Geschichte vorstellen könne/ ist klar zum ersten aus den, bereits angeführeten Grundsaze/ welchen ich aus dir Erfahrung gezogen/ und in dem Versuche der Allegorie sowohl als in der Vorrede zu den Denkmalen des Altertums bewiesen hak! nämlich/ daß sich keine Vorstellungen in ganzen Figuren/ sowohl in Statuen als auf erhobenen Werken, aus der wahren Geschichte finden/ und daß die M« Künstler nicht über die Gränzen der Mythologie gegangen sind. Zum zweiten kan hier keine römische Begebenheit gesuchet werden/ weil es wider den bereits angeführeten Unterricht/ den uns Pliniu» gibt/ sein würde/ daß alle Figuren römischer Personen bekleidet waren/^) da hingegen diese/ weilße wie ein Held unbekleidet ist/ auf etwas in der hem- schen Zeit deuten muß. Es kan auch eben so weich ein römischer Senator hier abgebildet sein/ weil ihm der Schild und der Degen nicht zukomt/ und die Kne- belbärte waren damals nicht Mode; und namentlich .kan eS PätuS nicht sein/ weil er nicht das Herz hatte/ dem Beispiele seiner Frau zu folgen, indem er I) Ein großer St»l der Gliederformen herscht in den t!>> den Figuren; ihre Gewänder haben breite, wohlgMl Falten und die Anordnung des ganzen Grupo ist m> treflich zu nennen. An der mänlichen Figur ist ncbsidir Nase noch der aufgehobene Arm modern; an der weW chen ebenfalls die Nase, der linke Arm, die rechte Ha«!, und die Zehen am rechten Fuße. Diefe ErgänzuiU» scheinen zu verschiedenen Zeiten und nicht von einem Meister verfertigt; den einige sind vorzüglich gut, re, welche neuer scheinen, sehr mittclmäßig. Abbild»» gen bei Piranesi und Perrier, Meyer. 1^. Z4. c. 5. sect, 10. 11 Buch/ 2 Kap. is>? verdammet wurde, sich die Adern zu zerschneiden, l) Ferner, da sich nicht findet/ daß man dem Thrasea und dem Helvidius Priscus/ als Mitverschwor- iien wider den Nerv/ ob diese gleich von einigen als Heilige verehret wurde«/ Statuen errichtetes) st ist nicht glaublich/ daß diese Ehre dem Pätu 6 geschehen oder geschehen können. Maffei/ der sich erinnerte/ daß sich Pätus nicht mit dem Dolche und über dem Körper seiner Frau selbst entleibet hatte/ und aus diesem Grunde die gemeine Benennung dieses Werks verwirft/ nimt seine Zuflucht zu der Geschichte des Mithridates/ des lezten Königs von PontuS/3) und glaubet/ es sei hier vorgestellet der verschnittene Menophilus/ welchem Dripeti- na/ eine kranke Tochter dieses Königs/ anvertrauet war/ und welcher diese und sich selbst entleibete/ damit sie nicht von den Feinden möchte genothzüchtiget werden. 4) Aber dieser Einfall ist schlechter ,) ?!ic. I. 16, c. 24 — 25. Winckelmaii verwechselt hier und in der vorläufigen Abhandlung zu den Denkmale», §.177/ den Pätus Thrasea und dessen Frau/ die jüngere Zlrvia, von welchen in der angeführten Stell« des Tacitus die Rede ist/ mit dem Cäcina Pätus und defsen Frau/ der älteren Nrria/ unter dem Kaiser Claudius. Pätus Thrasea wurde unter Nero zum Tode ver- mtheilt und ließ sich die Ader» osnen. Sterbend bat er seine Frau / welche dem Beisviele ^hrer Mutter / der ä l- tern Arri«/ folgen wollte/ am Leben zu bleiben und ihrer gemeinsamenTochter nicht die eiiijige Stüze zu rauben. Me»er. 2) 8uvtou. in Damit, c. 10. 3) kaccoltz Ltiltue, tav, 60 — 61. 4) Hlarccll. I. »6. c. 7. In einige» Ausgaben heißt des MithridateS Tock- ter Direptis. Meyer. 496 Geschichte dex Kunst. als die bekante Benennung; den der vevmeinete Verschnittene zeiget nicht allein alles'/ was einen Mii bezeichnet/ sondern hat auch/ wie ich angezeiget hate, den Knebelbart. K. 28^ Ich bin hingegen der Meinung/ daß hm vorgestellet sei/ nicht/ wie GronoviuS meinet,') MakareuS/ der Sohn des ÄoluS/ und Kann«, dessen Schwester und Liebste/ die/ nach dem Hyginn S/ sich eines nach dem andern ermordeten; sondern vielmehr der Trabant eben dieses tyrrheni- sehen Königs Äolus/ welchen dieser an jene seine Tochter absendete mit einem Degen / womit sich dieselbe entleiben sollte/ nachdem ihr Vater ihre Blutschande mit dem Bruder erfahren hatte. Deii die mäiiliche Figur kai? so wenig den Bruder der Kanaee abbilden/ weil derselbe ein Jüngling m, noch irgend einen Helden des Altertums/ weil nicht- EdleS in seinem Gesichte ist/ als welches durch den Bart der Oberlipe/ nach Art barbarischer Gefangenen, noch unedler erscheinet. Man siehet hingegen, die Absicht des Künstlers sei gewesen/ in den ivilde» Minen und Zügen des Gesichts sowohl als i» dem handfesten starken Körper einen Trabanten anS- zudrüken/ als welche mehrentheilS als freche/ wilde Menschen vorgestellet werden;^) und eben diese Gestalt haben in-der Vorstellung der Fabel der Alope die Trabanten des Königs' Ccreyoii/ die ebenfalls, wie unsere Figur/ unbekleidet sind. ES wird diese 1) <.!>!'(:. i. 3. XXX. 2) tat». 242 — 243. Aber sie ermordeten sich an einem verschiedene» Lrlt und zu verschiedener Zeit; koilten daher wohl nicht i« einem Gruvo vorgestellt werden. Meyer.. 4) LDeitkmale, Numero 11 Buch/ 2 Kap. von mir vorgeschlagene Auslegung auch selbst durch die weibliche Figur beilHrket: den die gleichen Haare ohne Loken/ nach Art der Haare der Figuren auS- liindischer Völker, imgleichen ihr zottichtes Gewand/ wodurch eben dieselben bezeichnet werden/ deuten eine Person an/ die keine Griechin war. l) Diese Auslegung köiite vielleicht dein Leser kein völliges Genüge thu»; aber so wie ich versichert bin/ daß hier schwerlich eine geschiklichere Erklärung könne gegeben werden: so glaube ich auf der anderen Seite/ daß der NiSgang der Geschichte der Kanace verloren gegangen sei/ so wie es mit dem Erfolge der Fabel der Alove geschehen ist/ die ich aus einem alten Denkmale zu ergänzen gesuchet habe. 2) Den was wir wissen / ist aus der kurzen Anzeige des Hyginus gezogen/ und aus dem Briefe/ welchen Ovidius der Kanace angedichtet hat/ den sie an ihren Bru- derMaka reu 6 schreibet, und worin sie ihm berichtet/ daß Äolus/ ihr Vater / ihr durch einen Trabanten mien Degen gesendet habe/ dessen Absicht ihr bekant sei/ und sie werde denselben gebrauchen/ sich das Le- den abzukürzen.-) Da nun dieser Brief vor ihrem Entschlüsse vorhergehet/ und kein anderer Seribent des Trabanten Meldung thut: können wir uns aus dem Werke/ welches wir betrachten/ vorstellen/ daß der Trabant/ welcher ohne Unterricht der Absicht sei- 1) cMan Vergleiche ZV. ZÄ. 6 §. Note.Z 2) W>re Geschickte ausführlich erzählt in den Denkmale»/ Numero S2.Z 3) Reroicl. episl. 11. v.g?. Inlerea patiius vullu rnm kan daher mit Sicherheit den Schluß mache», das« in beiden Figuren Soldaten ans einem und demselben Volke vorgestellt sind. Der Swl der Arbeit ist, wen man die modernen Ergänzungen des rechten Arms, mit welckm er sich tödet, ausnimt, eben nicht sehr von dem des leg» »anten sterbenden Fechters verschieden. Fea. 2) s§. tS.Z Z) I,2Z.^ 11 Buch/2 Kap. iss allen ungezweifelt angenommen worden/ weil man bisher größtentheilS römische Geschichte in den Abbildungen alter Werke gesuchet hat/ anstatt daß man die Erklärung derselben aus dem Homerus 5 und ans der H eldengcschichte hätte nehmen ? füllen. K. 30. Dieses vorausgesczet/ nebst der Betrachtung/ daß dieses ein Werk eines griechischen Künstlers ist/ welcher keine unbeträchtliche römische Geschichte wird gewählet haben/ da er sich in erhabneren Bildern zeigen konte/ wird dadurch zum Theil jene Benennung ans dem Wege geräumet. Ich könte anch anführen/ daß man vielleicht an der Geschichte desPapiriuS zweifeln könte/ die G el- lius aus einer Rede des älteren Cato gezogen/ aber aus dem Gedächtnisse, wie er selbst meldet/ aufgezeichnet/ und ohne die Rede selbst vor Augen zu haben. Man könte/ sage ich/ an dieser Geschichte zweifeln / aus dem / was er derselben beifüget, nämlich / daß die Senatoren ihre Söhne/ wen diese die ^r-Ltext-lin genommen/ das ist: wen sie das sie benzeh ente Jahr ihres Alters erreichet hatten/ mit sich in den Nath zu führen gepfleget. Zu diesem Zweifel könte P o ly b iu S Anlaß gebe»/ welcher zween griechische Seribenten widerleget/ die vorgeben/ daß die Römer ihre Söhne bereits von ihrem zwölften Jahre an mit in den Rath geführet/ welches/ wie dieser Geschichtschreiber saget/ weder glaublich noch wahr ist/ wo nicht etwa/ füget derselbe spöttisch hinzu/ das Glük auch dieses den Römern ertheilet/ daß sie schon von der Geburt an weise werden. Obnerachtet nun PolybiuS/ als weit älter/ mehr Glauben verdienete/ so will ich dennoch durch ihn nicht auf der Widerlegung des >) I-> Z> c> 2o> 20» Geschichte der Kunst. Gellius bestehe»/ weil dasjenige, was im zwölften Jahre junger Knaben nicht geschehen koin«, im siebe nze hen te n Jahre der Jünglinge statt fand; ohnerachtet Gellius der einzige ist, welcher dich» Gebrauch meldet. Unterdessen hätte Po lybins von Jakob Gronovius in seinen Noten über den Gellius angeführet werden sollen, anstatt der pedantischen Sylbenklauberei, die er hier, wie ihm gewöhnlich ist, machet. §. 3t. Den vornehmsten Grund, welchen ich sinde, hier die römische Geschichte zu verwerfen, gibt mir die Figur des vermeineten Papirius, als welche nakend, folglich heroisch ist, wie die Griechen ihre Helden vorstellen, anstatt daß die Ri>. mer die Statuen ihrer berühmten Männer nicht allein bekleideten, sondern ihnen auch den Panzer gaben, wie nns Plinius lehret, wen er saget! «a Huiclein res est, m/«'/ Aomam sc militaris, K. 23. Den PapirinS also als ungriindlich verworfen, könte man glauben, hier die Phädra vorgestellet zu finden, die dem Hippolytus ihre Liebe erkläret, weil der AuSdruk in seinem Gesichte auf den Abscheu gegen einen solchen Antrag zu deuten wäre; in diesem AuSdruke ist nicht die mindeste Spur eines schalkhaften Lächelns, welches hier ein neuer Scribent, weil er sich an die gewöhnlichen Taufnamen gehalten hat, finden wollen.^) Ich bin auf jenes Bild gefallen, da diese Geschichte nicht allein vor Alters sehr oft vorgestellet worden, son- auch noch izo in verschiedenen erhobenen Arbeiten wiederholet gefunden wird, von welchen zwei in 1) l.- Z4. c. Z. sect. io. 2) Du Los, ke/le». 5UI' I» poe'z, et zur la xoillt. t. l. seit. ZL. x.400. 11 Buch, 2 Kap. 2v l der Villa Albani und eine in der Villa Panfi- lj stehen. Dem ohnerachtet war mir bedenklich, daß auf diese Weise Phädra selbst dem Hippo- lytuS die Liebe eröfnet hatte, welches gleichwohl, wie sie E uripide S angeführet hat, nicht geschehen ist: ich koiite mir auch den Zweifel nicht heben, den mir die kurz abgeschnittenen Haare sowohl der vermeineten Phädra als des HippolytuS erwe- keten, die an diesem so kurz sind, als Mercuri- »S dieselben zu tragen pfleget: den junge Leute dieses Alters trugen insgemein längere Haare, und an jener Figur sind solche Haare ganz und gar ungewöhnlich. §. 33. Da ich nun mit diesem Zweifel von neuem unser Werk betrachtete/ schien mir ein Licht aufzugehen, und zwar durch eben den Umstand, welcher bisher unauflöslich schien, nämlich, aus den abgekürzeten Haaren. Ich glaube also in diesem Grupo die erste Unterredung der Elektra mit ihrem an Jahren jüngeren Bruder Orestes'zu sehen: den beide konten nicht anders als mit solchen Haaren vorgestellet werden. Elektra wollte sich die Haare von ihrer Schwester Chr»sothemis abschneiden lassen, welches man als geschehen annehmen muß, um dieselben nebst den Haaren dieser ihrer Schwester auf das Grab des Agamemnon zu legen, als ein Zeichen ihrer forrdauernden Betrübniß; und eben dieses hatte bereits Orestes vorher gethan, und ehe er sich der Elektra entdekete; ja dessen Haare, die ChrysothemiS auf gedachtem Grabe fand, gaben Anlaß, dessen Anwesenheit zu vermuthen. Da sich nun Orestes der Elektra völlig entdekete, fassete ihn diese bei der Hand, und sagete: s-? welches eigentlich in diesem Grupo abgebildet ist: den Elektra hält mit der ' rechten Hand des Orestes Hand und die linke 202 Geschichte der Kunst. hat sie über dessen Schulter geleget. >) Überhaupt kan man sich hier diesen ganzen beweglichen Auftritt der Elektra des Sophokles/ welcher diese Unterredung enthält/ vorstellen/ .welche Tragödie da Künstler mehr als die Choephoren des Äschy- lu S scheinet vor Augen gehabt zu haben. Die Abbildung der ersten Unterredung des Orestes mit der Elekra ist am deutlichsten in dem Gerichte beider Figuren geschildert worden: den die Augen des Orestes sind gleichsam voll von Thräne» / und die Augenlieder scheinen vom Weinen geschwollen, so wie an der Elektra, in deren Zügen aber zn- gleich die Freude sich mit Thränen vermischet/ und die Liebe mit dem Kummer. K. 3ä. Da nun Elektra und Orestes die wahren Personen dieses Grupo sein werden/ so mß ich sagen/ daß ich dieselben an eben dem Zeichen erkaiit habe/ wodurch/ bei dem ÄschylnS/ Orestes sich der Elektra entdekete/ nämlich durch die I Haare: den er wies seine Schwester auf dieselbe», um ihr allen Zweifel zu heben. Ob nun gleich in dem Entwürfe einer Tragödie dieser Weg/ M Personen einander zu erkennen zu geben s-i?)/ nach dem Aristoteles/ unter den vier Arten solcher Erkennung die geringste und die weniger wizige ist:^) so hat dieselbe dennoch hier mehr als andere Zeichen zur Entdekung der wahrscheinlichsten Vorstellung geführet. 5) 1) Loxkocl. TIectr. v.62. 460. 481. 901. 1227. Man sehe die Abbildung bei M äffe i. (kaccolta äi 8ta, tue, tav. 62 — 63.) Fe a. 2) ?ropert. 1.2. eleA. v. l. 6. 6. Mtye?» Z) (^oexk. v. i65. 167. 164. 223. 4) ?oet!c. c. 11. 5) Das Weib hat> wie der Jüngling, edle Formen von auS- ! 11 Buch/ 2 Kap. §. 35. Dieses als bewiesen angenommen/ unterstehe ich mich den Namen der Elektra einer schönen Statue der Villa Panfili beizulegen/ die bis auf den linken Arm völlig erhalten geblieben/ ^ und mit jener Elektra von gleicher Größe/ von eben dem AuSdruke/ ja sogar von ähnlichen Zügen im Gesichte ist/ obgleich dieselbe eine verschiedene Stellung hat; diese Benennung findet hier statt vermöge eben des KenzeichenS/ das ist: der abgekürzeten Haare/ die ausserdem völlig wie jene gearbeitet sind. Diese Haare/ welche bereits bei Ent- dekung der Statue als ausserordentlich angesehen worden/ und eine mänliche Figur/ nicht aber eine weibliche anzudeuten geschienen/ haben denjenigen / deren Kentniß sich nicht weiter als auf r rinn sche Geschichte erstrekete/ Anlaß zu einer höchst lächerlichen Benennung gegeben. Man hat nämlich hier den berühmten PubliuS ClodiuS in Wei- bttkleidern abgebildet zu sehen vermeinet. Unter diesem Namen ist diese Statue in verschiedenen Büchern angeführet worden. Da ich nun derselben die gewählter Schönheit. Indessen scheint dieses Werk, wiewohl es »»gemein viel Verdienst hat, dock, nicht der allerbesten Zeit der Kunst anzugehören, weil die Falten der Gewänder zu gehäuft sind und keiue ruhigen Massen bilden. Auch lassen uns die Gebärden beider Figuren und die Stellung ihrer Glieder eine gewisse studirte Zierlichkeit, eine in die Augen fallende Kunst bemerken, aber weniger Einfalt und Naivität, als die wundervollen Denkmale, welche wir der Zeit Alexanders und der kurz vorhergegangen zuschreiben. Am Jünglinge scheint der rechte Arm, und an der weiblichen Figur der linke modern, aber von einem guten Künstler. Die Abbildung dieses Denkmals bei Perrier Num.-U, u»i> eine bessere, die indessen noch immer nicht sehr gut ist, bei Piranesi. Mever. >) Lic. »ä .Vttlc. I. I. ex!st. 12. Me»er. 204 Geschichte der Kuust. wahre Benennung wieder herzustellen glaube, md der alte Sokel dieser Statue mangelhaft ist: so bilde ich mir ein, daß diese Elektra mit der Figur K; Orestes, welche verlorengegangen, ein Grupo g!> machet habe, so, daß der linke Arm derselbe»^ des OresteK Schulter gelegen. j) Der Autor beging ohne Zweifel einen Irrtum, dem er den sogc»a»ten ClodinS in der Villa Pansili filr die Elektra halten wollte, weil sich aus unM, dentige» Merkmalen darthun läßt/ daß der Künstlers »en in Frauenkleider» verstekten Junglina vorstellen >M, te. Vi sconti hat daher (Aus. ?>o- LI>>n,. «. >. p gz) mit bessern Gründen auf einen Verkleideten noch jmlgm Herkules gerathen. Allein weil man bedenkt/ dass in fo Vielen alten Denl> malen der junge Herkules immer in einer gedrungneren Gestalt, mir stärker musknlirten Gliedern erschlich als die gedachte Statue in der Villa Panfili zeigt: so erhält eine dritte Meinung/ als die wahrscheinlM, den Vorzug/ nach welcher der angebliche ClodinS ei» junger Achilles in Weibskleidern wäre. Die kurz ge, i fchnittene» Haare der Mgnr durften iwar Vedrnken ge> j gen eine solche Benennung erregen/ und wir müßen gestehen / daß wir die hieraus entspringenden Schwierig, keiten nicht zu beseitigen vermögen. Doch scheint e!»e Figur des Achilles mit kurz geschnittenen Haaren dir guten alten Kunst immer angemessener/ als ein versehb ter junger Herkules mit dem Charakter eines Achil« les fei» würde. Man köiite in dieser Statue auch den Thefeus v«r> gestellt vermuthe»/ von welchem Paufauias (>. i, c, ig.) erzählt/ daß er in weiblicher Kleidung zu Athen cr> schiene»/ und für eine Jungfrau angesehen worden. Zlber der Held trug danials auch lange Haare/ und also hebt iich die vorhin angeführte Schwierigkeit in der Erklärung des Monuments immer noch nicht. Indessen ist zu bemerken, daß der junge Thefeus auf einem Vasrelies in der Villa Albani fDcnkmalc, Nnni. S61/ >»» er den Stein aufhebt, unter den« feineö Vaters Sckiut« 11 Buch, 2 Kap. 205 §, 36. Ich hoffe/ der Leser werde mir diese und jene Episode, wodurch der Faden unserer Geschichte unterbrochen worden ist/ nicht verdenken/ so wie auch diejenigen Episoden/ welche unten folgen, dessen Nachsicht verdienen. Da ich, um lehrreich zu werden/ dergleichen Ausschweifungen habe suchen müßen, weil aus den Zeiten, von welchen mr eigentlich handeln, nichts eben so Merkwürdiges übrig geblieben ist: so sind die vorigen Untersuchungen/ die sich von selbst dargeboten haben/ wie ver- mndte Sachen mit der Kunst unter dem Claudius Wuschen. und Schwert verborgen lagen, mit kurz geschornem Haar gebildet ist. In Hinsicht auf St»l und Kunstwerth steht diese? Denkmal wirklich in einiger Verwandtschaft niit dem Grupo in der Villa Ludovisi. Wie am Gewände jener Elcktra so sind auch hier die Falten zierlich gelegt, jedoch schmal und häufig, und bilde» keine untadelhast reine Massen. Der Kovf unserer Statue hat eine sehr schöne idealische Gestaltung und ist zugleich edel und lieblich. Nickt nur der linke antike Arm ist verloren, sondern beide Arme sind nach unserer'Meinung modern. Meve r. Drittes Kapitel. §. 1. Nero, des Claudius Nachfolger/ bezei- gete gegen alleS/ was die schönen Künste angehet,«, ne ausgelassene Begierde; >) allein er war wie der Gch, welcher mehr zu sammeln/ als hervorzubringen suchet; und von seinem verderbten Geschimie kan eine Figur Alexanders des Großen m Erzt und von der Hand des Lysippus zeuge», die er vergolden ließ/ und da man merkete/ daß dieselbe vieles dadurch verloren hatte, wurde das M wiederum abgenommen; es blieben aber die Spuren,ß die zu dem Ende in dem Erzte gemachet waren. 2) k zeugen auch von seinem Geschmake theils der Reim in der Cäsur und am Ende der Verse / welchen er suchete/ theils die schwülstigen Metaphern/ die er häufig anbrachte; welches beides Persius lächerlich machet. Vermuthlich hatte Senee a/ der die Maler sowohl als Bildhauer von den freien KüHen t) Schon frühzeitig beschäftigte er sich mit bildenden sten, und besonders der Toreutik und Malerei, Sllnal. I. iZ. c. Z. 8ul!ton. II» c. 5s.) Me»er. 2) plin. I. Z4. c. g. soct. i g. n, 6. Neros unersättliche Habsucht und die aus ihr ent> standen«» Räubereien schildern Tacitus l. >5. c .4 ?.)undSuctoilius. (I.. c. c.Zz.) Italien, AsienM Achaia wurden von Neros Helfern ?lkratus und cundus Carinas durchsucht, und was ihnen a» Kuns« schäzen, Bildsäulen der Götter u. s. w. gefiel, wurde nach Rom geschlept. Meyer. Z) Lzt. >. v.gZ — gg. 11 Buch/Z Kap. 207 «»^schließet/ an seinem Geschmak eine» großen Antheil. >) H. 2. Von dem Styl der Kunst unter diesem Kaiser können wir nicht sonderlich urtheilen: den ausser ein paar verstümmelten Köpfen desselben/ der vmneineten Statue der Zlgrippina, seiner Mutter/und einem Brustbilde der Poppäa/ ist uns vielleicht nichts übrig geblieben; die vorgegebenen Bildnisse des Seneca können diesen Man nicht vorstellen, wie ich nachher anzeigen werde. Die wahren Köpfe des Nero sind sehr selten und an dem im Museo Capitolino ist allein die obere Hälfte/ und an dem Gesichte selbst nur das eine Äuge alt. 2) In der herlichen Samlung kaiserlicher Bildnisse/ die in der Villa Albani aufgestellet sind/ mangelt der Kopf desselben/ woraus man auf die Seltenheit der Bilder des Nero schließen kan. Was will man also von einem Kopfe desselben von Erzt in der Villa Matt ei sagen? ES verdienete derselbe/ da eS eine neue und schlechte Arbeit ist/ eben so wenig angeführet zu werden als ein anderer neuer Kopf des Nero im Palaste Barbcrini/ wen nicht jener vom Keyßler/ nach Anleitung nichtSwürdi- ger Bücher/ die er abgeschrieben hat/ als ein seltenes altes Werk angepriesen würde. ES ist i) Lpiüt. 8g. I^on enim silllucor, ut in numcrum /l- recipiam, nvn aut MK? mo?aut üv s) Lott^ri Hlus. t. 2. Utv. i i>. Nach unserer Meinung sind die folgenden Theile antik und selir gut gearbeitet: die Stirn und etwa drei Finger breit von den Haaren über derselben; die Auge», die Rase bis auf die Svize, welche restanrirt ist; die Oberlipe und die linke Wange. Alles Übrige scheint uns neu angefügt. Me»er. Z) Fortseiung neuester Reise»/ 2 !L. SZLr. tZ?S. 2v8 Geschichte der Kunst. auch sogar im Museo Capitolino von u»wissenden Aufsehern desselben ein ganz neuer Kopf des Ner, neben den vorher gedachten ergänzeten Kopf desselben gestellet worden / l) so wie man einen nach Art eines Medaglione erhoben gearbeiteten neuen Kops dieses Kaisers eben hier aufgestellet. Hier merke der Leser/ daß alle solche erhoben gearbeitete KaiserkW aus neueren Zeiten sind/ welches ich bei allen ähnlich» Stüken/ so viel sich deren bekant gemachet haben, wahr gefunden. Ein wahrer aber mittelmäßig ausgearbeiteter Kopf dieses KaiserS/ größer als die Natur/ befindet sich in dem Palaste Ruspoli.2) ß. 3. Unter dem Namen der Agrippina sind drei Statuen bekant; die eine und die schönste siehet in dem Palaste/ die Farnesina genant; die Dieser Kopf wird von Keyßler nur angeführt, ch» daß er ihn weiter als ein altes Werk priese. Meyer, 1) Loltzri ÄIus. Lüpitol. tav, 17. 2) Eine gute sizende Statue/ welche den Nero M Apollo vorstellet/ und im Jahre 4777 in der M la Negroni ausgegraben wurde/ wie auch ein mit Lordeer bekränzter Kops eben dieses Kaisers/ über Ll> bensgröße/ und noch vorzüglicher gearbeitet/ der ungefähr zu gleicher Zeit bekant wurde/ befinden fich im Museo Pi0-Clementin0/ wo fie (t.Z, lav .4, t. tsv. ^2. Z3—5g.) abgebildet und erklärt sind, Visconti redet noch von eineni andern Bildnisse tl! Nero in der Villa Borghese (Tculture^ >1, 2g>) und gedenkt auch des im Texte angesührte» K«»i! im Palaste Nusvoli/ auf welchen er mehr Werth, al! Wi >1 eke lmaii/ zu legen scheint. Im Museo Pio- Clem entin 0 (t, 6 x. Sg.)/ wo er von den ächte» BM> Nissen des Nero redet/ sagt er auch: , i'alti o assJl conservaw lo rsxxresent-l v> LZ.) hält sie für das Bilduiß der ältern Agrippina/ der Gemahlin des Germani, cus. Fea. Sie isi über Lebensgröße/ und unübertreflich in Hinsicht auf tie natürliche/ ruhige und dennoch zierliche und edle Haltung. Die Ausführung hat weniger Verdienst; auch brechen sich die im Ganzen wohl angelegten Falten aus keine gutc Art/ fondern erfchcinen kleinlich. Die Spize der Nafe, drei Finger der rrchten und zwei an der linken Hand, nebst der Hälfte vom Daum des rechten Fußes sind niedern. Die fa r n e fi fche / nun in Neapel befindliche Statue ist eine zwar fehr fchöne und ruhige Figur/ doch Von der im Mufeo Capitolino verfchieden in der Stellung/ überhaupt aber viel besser gearbeitet. Die Figur in der Villa Zllbani kömt in der Arbeit wie in der Gebärde mit der. im Capitolino ziemlich übereilt. Meyer. 2) Aalsei, xielr. intugl. t> 1. lav. !g. 3) Lultari Aus. dspilol. t. 2, t.iv. lg. Dieses Brustbild der Poppäa hat feinen Ruhm ohne Zweifel mehr der seltenen Beschaffenheit des Marmors/ aus dem es gearbeitet ist/ zu danken/ als dem Kunstver- 9* 2ia Geschichte der Kunst. §. -i. Weit merkwürdiger in Absicht der Kunst, als die Köpfe des Nerv/ sind diejenigen/ die den Namen des Seneca führen/ von welchen sich der schönsie von Erzt in dem herculanischen Musco ßn- det/ und in Marnior / ausser eben diesem Bildniss- in der Villa MediciS und Albani/ besizet Hm Hohn Dvck, großbritannischer Consul zu Livorns, einen sehr wohl erhaltenen Kopf. Es war derselbe in dem Hause Doni zu Florenz und wurde von ihm für hundert und dreissig Zecchini erstanden. Nedß diesen Köpfen war ehemals in Rom ein jenen ähnliches Brustbild in Gestalt einer Herme und wurde nebst anderen Altertümern von Gußmaii/ einem Vicekönige zu Neapel/ nach Spanien weggeführet: diese ganze Ladung aber soll in einem Schif- bruche untergegangen sein. Alle diese Köpfe sind als Bildnisse des Seneca allgemein angenommen worden/ in gutem Glauben auf den Faber, welcher in den Erklärungen der Bildnisse berühmter Männer/ dieFulvius Ursinus gesammelt hat/ vorgibt/ es sinde sich auf einer Schamminie mit einem erhobenen Rande/ die wir daher couwrai-ni nenne»/ ein ähnlicher Kopf mit dem dienste; den die Augen stehen schief und sind überdies fehlerhaft gezeichnet. Leicht mag Poppäa in der Wirk« lichkeit schöner gewesen fei»/ als der Künstler sie hier vorgestellt hat/ wo sie blos als ein hübsches Püpchen >r> scheint mit gezierter Mine/ nicht übermüthig und noch weniger geistreich. Ihr Mündchen ist ausserordentlich klei»/ das Naschen größtentheils modern / die Augen groß, mit schweren Augenliedern überwölbt. In den etwas steii und roh behandelten Haaren steke» noch Reste metallener Nägel / weil das Haupt vermuthlich ehemals mit Plunie» von Schmelz geziert war. M e«er. 1) Lronai ä'ürcol, t. >. t»v. ZZ. Z6. 2) Lronov. Ikesaur. anti^. l)rirc. t. Z. vvv. 11 Buch/ Z Kap. 211 Mnien des Sencca;^) diese Münze hat aber weder er selbst/ noch sonst jemand gesehen; da also djc Benennung dieser Köpfe einen so unsicheren gründ hat/ ist mein Zweifel wider dieselben vermehret worden durch die Betrachtung/ wie es geschehen/ daß man bereits bei dem Leben des Genera die Bilder dieses ManneS/ der in schlechter Achtung stand/ dergestalt vervielfältiget habe/ daß sich von keinem andern berühmten Manne so viele ßndcn: den das herculanische Brustbild müßte bei seinem Leben verfertiget worden sein; und die sich in Marmor finden/ deuten alle auf eine Zeit/ wo die Künste geblühet haben. Es ist auch nicht zu glauben / daß der erleuchtete Kaiser Hadrianus j eines so unwürdigen Philosophen Bildniß in seiner ! Villa aufgestellet habe/ wo vor weniger Zeit ein ^ Stük eines solchen Kopfs von großer Kunst auSge- gmben worden ist/ welches sich bei dem Bildhauer ^ BartholomiiCavaeeppi befindet. Ich bin also der Meinung/ daß besagete Köpfe das Bildniß eines alteren berühmteren und würdigeren Mannes ßnd.2) Es ist hier nicht der Ort für moralische >) Imag. illu5lr. viicir. n. iZ>. P. 74. LBifeonti (ZVlus. ?io-eicni. t. z. x.21.) sucht den Zweifel» zu begegnen, die der Autor hier über die angeblichen Bildnisse des Seneea erhoben bat. Erstlich bemerkt er, Faber sei nicht der Urheber dieser Meinung/ sonder» habe aus handschristlichen Noten des Ful- vius Ursinus geschöpft, und Von diesem komme eigentlich die Meinung, daß jene Kopfe Bildnisse des S k- neea feien, indem erste mit einer Schaumünze (mccl.ig- linne) übereinstimmend befunden, welche damals der Cardinal Bernardino Mäffei befaß. Urfinus aber fei ein so gelehrter Man und ein so erfahrner Kenner alter Münzen gewesen, daß man an der Nichtigkeit seiner Aussage nicht zweifeln dürfe. Zwar sei weder die von Urfinus gesehene Schaumünze je-o mehr vorhaw 212 Geschichte der Kunst. Klagen; ich kan mich aber nicht enthalte»/ wen ich so viel Köpfe dieses verlarveten Philosophen sehe, den Verlust der Bildnisse von Männern/ die dir Menschheit Ehre gemachet baben/ eines Epami- nondaS/ eines LeonidaS/ eines Xenophonu, s. f. zu bedauren. Jenein aber/ dem die Klügste» die Larve der Tugend abgezogen/ und der in scim Schriften als ein niedriger Pedant erscheinet, i>! es gelungen/ in seinen Bildern zugleich mit da den, noch irgend eine andere von gleichem Gepräge ie> kant; aber solche Sinke wären oft nur einzig da, tönten sich ihrer geringen Größe wegen leicht verlieren. Er will ferner durchaus nicht zugestehen, daß Senei« während seines Lebens i» geringer Achtung gestände«, und führt Beweise für das Gegentheil an: man dürfe sich daher über die zahlreichen Wiederholungen seine! Bildes durchaus nicht verwundern. Gewöhnlich werte auch der Einwurf gemacht, daß der dünne, die Ww gen nur leicht umkleidende Bart gegen das Hirschen!? Costnm zur Zeit des Seneea fei, und also den Bild, Nissen desselben nicht zukommen könne. Aber es sei jn bedenken, daß der Bart an den erwähnten Köpfen eben so verschieden sei von der Art, wie ihn die alte» Erie> chen trugen, als von der, welche zu den Zeiten der An, tonini Mode geworden. Es sei zu erweisen, daß eZ im lezten Jahrhunderte der römischen Republik, so wie im ersten der Kai'erherschaft, bei den jungen Römern Sitte gewesen, ein wenig Bart zu tragen. Dasselbe konte also wobl auch vo» einem der Philosophie erget> nen Man geschehen, dessen Sicherheit es sogar erheischte, äusserlich zu zeigen, er habe dem Stadtleben, den Ge, schästen und dem Hof entsagt. Wen der Autor, wie sich aus den Worten des Tel'teZ schließen läßt, behauptet, die Arbeit an allen den er, wähnten Köpfen deute auf Zeiten, wo die Künste ,'röh, licher geblüht als unter Nero, so möchten wir nicht mir einstimmen. Zwar sind einige in der That sehr gut gearbeitet, andere geringer; doch überschreiten auch die vorzüglichsten wohl nicht das Kunstvermögen der besim 11 Buch, 3 Kap. 2iz Knust verehret zu werden. ES hätten sich die Künstler an il»n rächen sollen/ da er die Maler sowohl B die Bildhauer von den freien Künsten ausschließt. >) §.5. Bei Gelegenheit der Köpfe des Seneea miede ich/ ohne die vermeinete Sratue desselben in der Villa Borgbese zu berühren/ von denen getadelt werden/ die dieselbe kennen; und ob ich gleich den Leser auf meine Denkmale des Altertums verweisen tönte, wo ich mich über diese Statue erkläret/^) wird es nicht überflüssig scheinen, hier zu wiederholen, was ich dort angeführet habe/ »ebsl Anzeige der Beobachtungen/ die ich nachher gemachet. Die borghesische unbekleidete Statue ron schwarzem Marmor hat im Stande sowohl als im Gesichte eine vollkommene Ähnlichkeit mit einer gleichfalls unbekleideten Statue, in Lebensgröße, aber von weissem Marmor/ in der Villa Panfili, Nlcher eine kleine Figur in der Villa Altieri, welcher der Kopf mangelt/ völlig ähnlich ist; diese sowohl als jene tragen in der linken Hand einen Korb, so wie zwo kleine als Knechte gekleidete Figuren in der Villa Albani. Da nun zu deu Füßen der einen von diesen eine komische Larve ste- Meister zur Zeit des Nero. Einer der geschä;testen Kövse des Seneea stellt im Palaste Corsini zu Rom und hat vornehmlich fleissig ausgearbeitete Haare; Nase und Brust an demselben sind modern. Der aus der Villa Medici ist nun in der florentinische» Galerie/ nebst einem andern, der zwar in der Ähnlichkeit ein wenig abweichend, aber mir noch größerer Kunst gearbeitet ist. An jenem ist die Nase, der größte Theil der Li- vcn und auch die Brust neu; a» diesem die Nase und die Ohren; die Lipen so wie das Km sind beschädigt und ausgebessert. Meyer, >) üxist. gg. Z) l/,Tb. S K. Z§,1 Geschichte der Kunst. hetz und folglich diese Figur einen Knecht der K «»I. odie vorstellet, welcher, so wie Sosia in der Andria des TerentiuS, verschiket wurde, K den Tisch einzukaufen: so kan man schließen, auch die borg he fische sowohl als die panfili. sche Statue, nebst der Figur der Villa Aktien, dergleichen Personen abbilden. ES findet sich aussw dem in der Benennung der borgh esischen Ei«, tue nicht der mindeste Grund der Wahrschcinlichktil, nicht einmal mit den vermeineten Kopsen des Ei> neca: den die Stirn des Kopfs ist völlig kahl, s» wie an der panfilifchen Statue, da hingegen die Köpfe deS vorgegebenen Seneca dieselbe mit S«< ren bedckct haben. Was man sich aber auch für -i> nen Grund mag eingebildet haben, so sind der p dachten borgh esischen Statue beider Ergänzung, da die Beine fehlsten, die Schenkel hincingesezcl i» ein Stük von afrikanischem Marmor, dem die Fm einer Wanne gegeben worden, um das Bad zu bedeuten, worin Seneca sich die Adern öfnen li-j und fein Leben endigte, i) §.6. Nicht weniger schön als alle vermemie j) Der borghesische sogenante Seneca ist nickt ««» schwarzem Marmor, sonder» Von du n kelgraiuni. Obwohl gut genug gearbeitet, wird er von der angMi« ten ähnliche» Figur aus weissem ?Z!armor, welche auS da Villa Pansili >» das Mu se u m Pi o- El e in entinu« gekommen, weit übertroffen. Visconti hat dieselbe lt.Z. «!>v. Z-. p. 42 — 4Z.) abgebildet und erklärt. Auch zeigt » mit einleuchtenden Gründen, daß die ehemals p a nsilisch! Figur einen Fischer vorstelle, also die bvrghesisch! ursprünglich auch, und folglich vielleicht alle beide aus die verloren gegangene Komödie Me »anders, dü Fischer, Bezug habe». Auch die beiden kleinen Fiw ren der Villa Albani lind Fischer, wie man auD ihrem Gewände auch in dem zu den Füßen der ew» Figur angedrachlcii Delphin crkent. Von der klein» Buch / Z Kap. Köpft des Seneca/ ist ein erhoben gearbeiteter Aopf in Profil/ den ehemals der berühmte Cardinal SadoletiiS besessen/ und in demselben das Bild des Dichters PersiuS finden wollte: es starb derselbe unter dem Nero im neun und zwanzigsten od>!v dttissigsten Jahre seines Alters. Dieser Kopf in einem weissen Marmor gearbeitet/ den man Pa- lombino nennet/ ist mit der Tafel, auf welcher derselbe erhoben geschnizet ist/ etwas mehr von alle» Seiten als eine gute Spanne breit/ und befindet sich izo in der Villa Zllbani. SadoletuS hielt dieses Bild für einen PersiuS aus dem Epheu- kranze/ welcher dessen Haupt umgibt/ und weil er in dem Gesichte eine gewisse Bescheidenheit zu ent> dekcn glaubete/ die CornutuS in dessen Leben von ihm rühmet. 2) Daß hier ein Dichter vorgestellet sei/ wird wahrscheinlich aus demEpheu; aber Per- sins kan es nicht sein/ weil der Marmor einen Ml von etlichen vierzig bis fünfzig Jahren zeiget/ (in dem Kupfer erscheinet derselbe weil jünger) und «eil der Bart/ sonderlich an einem Menschen von keissig Jahren sich mit den Zeiten des Nero nicht reimet. Dieses Werk kan unter anderen zeige», Figur aus der Villa Altieri ist im Museo Pio- Clemcntino (t.Z> tav. 4, n, >>, suppl.) eine Abbildung, und Seite 7Z wird gemeldet, das, der römische Bildhauer Vineenzo Pacetti dieses Denkmal an sich gebracht habe. Me»ev. t) Er starb im 28 Jahre, »ach der bessern Lesart in dem Leben des P e r si u s. M e >1 e r. 2) Vita I?ers. ^ Meyer. Ä Zufolge der oben erwähnten Vemerkung Viscontis, nach welcher die jungen Leute zu Rom etwas Bart hegten, auch Nero selbst auf Münzen lind in einem mar« 216 Geschichte der Kunst. wie ungründlich die Taufnamen vieler Köpfe die als Bildnisse berühmter Männer allgemein angi« nommen worden; unterdessen ist dieser vermein^ Persius nachher vor dessen Satyren in Kupf« gestochen erschienen. §. 7. Von der Kunst unter dem Nero zu ur< theile»/ käute man auf einen merklichen Verfall derselben schließen aus dem/ was Plinius berichtet/ daß man unter diesem Kaiser nicht mehr »!>. standen habe in Erzt zu gießen/ so wie sich izo in Nom die Kunst/ Buchstaben zu gieße»/ in gcwißr Maße verloren hat; den er berufet sich auf die ko- lossalische Statue des Nero von Erzt/ die Zen»- dorus/ ein berühmter Bildhauer aus Gallien genw chet hatte/ deren Guß ihm nicht gelingen wollen,') ES ist aber hieraus/ wie Douati und Nardini mornen Kopse der Villa Vorghese (Zculwre, n. 29.) bärtig erscheint, k.,ii der Einwurs wegen des Bari! von keinem großen Gewichte sein, Aber der Geschm! der Arbeit an diesem Denkmale, die äusserst fleissige Z!t, l >andlung der Hauvt- und Barthaare scheinen auf re Zeiten als die des Persius iu deuten, uildwinviw den das Werk etwa in die Zeiten des Mareus A«tt, lius und Lucius Verus sczen. Meyer. 1) 1^. Z4. c. 7. secl. 1 g. Aus dem Plinius geht hervor, daß ZenodoruZ ein ausgezeichneter Künstler war; aber die Kunst, dm Metalle durch Gold und Silber eine gewisse Mischung und gefällige Farbe zu geben, war zu seiner Zeit schsn verloren gegangen. Daher koüte er von dem Golde und Silber, welches Nero zu seiner Statue hergeben mll> te, keinen Gebrauch machen. Wen also dem Zenode« rus der Guß nicht gelingen wollen-, so möchte» dick Worte wohl blos auf das verlorene Geheimniß der M> schung des Kupfers mit Gold und Silber, nicht aber«u> die sonstige Kunst zu beziehen sein, Meyer. 11 Buch, 3 Kap. 217 wolle»/ nicht zu schließe»/ daß jene Statue deck Nero von Marmor gewesen. >) ZluS dieser Nachricht und aus' den mit Nägeln eingesezeten und besestige- ten Sliiken an den vier Pferden von Erzt über dem Portal der St. MarkuSkirche zu Venedig/ will man schließen/ daß dieses geschehen sei/ weil der guß nicht gerathen/ und daß diese Pferde zu den Zeilen des Nero verfertiget worden.^) §. 8. In Griechenland waren die Umstände für iie Künste wenig vortheilhaft: den obgleich Nero die Griechen/ so viel ihm möglich war/ il>re vorige Freiheit suchete genießen zulassen:^) so wüthete er gleichwohl wider die Werke der Kunst/ und ließ daselbst die Statuen der Sieger in den großen Spielen mreisseil/ und an unsaubere Orte werfen: ja bei Mm Scheine der Freiheit wurden die besten Werke aus dem Lande geführet. 4) Den Nero war unersättlich in denselben/ und sandte in dieser Absicht den AkratuS/ einen frevelhaften Freigelassenen/ und «inen Halbgclebrten/ den SecunduS CarinaS ml> Griechenland/ welche g!les> was ihnen gefiel/ für W Kaiser auSsucheten. 5) >) IVarilini I^vina antica I, Z. c. 12. z,. 11 5, I» der ersten Ausgabe, S. Z?0, steht noch: „ Es „ scheint/ dast die guten Künstler immer seltener gewor- „ den, weil Nero den Zenodorus aus Gallien, wo „er eine Statue des Mercurius gemachet hatte, nach „ ?!om kommen ließ, seine kolossalische Statue in Erzt „ zu arbeiten. " ?Z! e » e r. Z> tJst ein übler Schluß; den stükweise Güsse machte ma» ja in den besten Zeiten der Kunst. Z 3) in k'Imninin. c. 12. in line. Lueton. in I^er. c. 24. 5) I. >5. c. /,!>. I. 16. c. 2^. Llii^-snit. Orat. ox r«c. vol. 1. p. 644 Auch Juveual iszl.7. v. 20.'!.) und Dio Cassius (I. 5g. >>.656.) gedenken des Secundus Cariuas. Eschenburg. Winckelm»». 6. 10 2i3 Geschichte der Kunst. K. S. Nero plünderte noch mehr als Cali- gula Griechenland auS; aber der olympische Jupiter/ und die Juno zu ArgoS von der HM des Polykletus/ die ebenfalls von Gold'e und Elfenbein war/ als die größten Werke in Griechenland auch in Absicht der Maße/ blieben ungestöret; dciieZ war kein gemeines Unterfangen/ eine Statue w sechzig Fuß koch/ wie der Jupiter war/ von seinem Orte wegzunehmen und über das Meer zu führe», AuS dem Tempel des Apollo zu Delphi allein M- den fünfbundert Statuen von Erzt genommen^) Da nun dieser Tempel bereits zu zehenmalen autze- plündert worden/ und sonderlich von den Heerführern der Phoctter in dem sogenanten heilig-« Kriege/ so daß viele Statuen weggeführet worden;-) kan man hieraus einen Schluß auf die Schäze dieses Tempels machen/ in Betrachtung/ daß hier annoch zu »eS^ Hab ria n uSZeiteu ein Überfluß von schönen Statuen war/ welche PausauiaS zum Theil anzei- get. Ein großer Theil dieser Statuen dienete/ d« sogenanten goldenen Palast des'Kaisers auSziijie- reu. Erwäget man so viele tausend Statuen/ die von je an und bereits unter der römischen Republik aus Griechenland weggeführet worden/ (MarcnS Seauru S allein ließ/ sein Theater zu besezen/ dreitausend griechische Statuen kommen: ^) sonnißnm erstaunen über den unerschöpflichen Reichtum m Werken/ der Kunst/ zumal/ da unS PausaniaS M das' Merkwürdigste ausgezeichnet hat. In dem großen Brande von Rom/ in welchem von vierzchcn 2) Ltrak, I. g. c. sn. 22,1 V-I- lois tles Ilicliesses 6u «lo lies I»' scrixt. t. 3. Hist. x. 76. Z) 1.84. c. 7. sect. 17. 11 Buch/ Z Kap. 219 Vertheilen der Stadt nur vier unbeschädigt bliebe»/ gingen zugleich unendlich viel Werke der Kunst zu Grundez und da sich sehr viele Spuren von alten Ergänzungen finden: so köuten viele von den beschädigten und zerstümmelten Werken damals gelitten haben. An dem berühmten Torso im Bel- rcdere siehet man das Gesäß hinten rauh behaueii/ mc bei Ergänzungen geschehen muß/ und auch die Eisen/ das angesezete Theil an das Alte zu befestigen. Es ist besonders/ 'taß unter dem Nero zuerst auf Leinewand gemalet worden/ bei Gelegenheit seiner Figur von hundert und zwanzig Fuß hoch/^) und daß dieser Prinz, welcher närrisch verliebet war j»i alles/ was griechisch hieß/ seinen Palast durch ciiien römischen Künstler AmuliuS ausmalen ließ. ?) §. 10. Es ist glaublich, daß die Statue des Apollo im Belvedere und der irrig sogcuaüte Fechter des AgasiaS aus EphesuS/ m der Villa Borghesc/ mit unter den aus Griechenland gehole- tcii Statuen gewesen. Den sie sind beide zu An- 1) ?Iin> I. Z?. c. 7. sect. ZZ. Plinius will sagen, daß die Raserei des Nero, sich in einer kolossalen Figur von 120 Fun Höhe auf Leinwand vorstellen zu lassen/ eine bis zu der Zeit unerhörte Sache gewesen sei; den die Malerei auf Leinewand war lange vorher bekaiit. Meycr. 2) ?Iin> I.Z5, c, il> sect. Z7. Z) Bianchini c>1e p. meint, wen die» st Statuen schon zu des Nero'Zeiten zu ülntium gewe< scn wären, wiirden sie vom Plinius angeführet sein; aber dieses folget nicht: Plinius saget nichts von einer Statue d:r Pallas vom Endöus (?üus»n, I, S. c. 4k.), die Augustus auS der Stadt Alea nach Rom führen ließ, »och von einem Herkules des Lvfip pus, welcher aus Alnzia in Zlkaruanie» nach Rom gebracht wurde. Nach Harduius Erklärung einer Stelle des 220 Geschichte der Kunst. tium/ izo Porto d'Zlnzio genant, entdeket:') und dieses war der Ort/ wo Nero geboren war,-) und ans dessen AuSziernmz er sehr viel wendetet) man siehet noch izo daselbst weirlänftige Triinmer langst dem Meere hin. ES war unter andern daselbst ein Porticus, welchen ein Maler/ der ein Freigelassener des Kaisers >rar/ mit Figuren von Fechtern in allen möglichen Stellungen bemalet hattet) Plinins (I. 35. c, 7> 5^c!. 33.) hätte zu ?lntium die Malerei besonders geblnheti aber das Wortkaü nicht von diesem Orte, sondern mnfi wegen des Nachfolgend!» von Rom verstanden werden. Winekelmaü. Was hier Winckelman dem Bianchini entgegen, gesezt, ist nicht so gar schließend. Es ist wahr/ Pli, nius gedenkt der Pallas Vom EVodins lEndönii, des Herkules von, Lvsivvns, die doch nach Rom gc> tracht worden, auch nicht. Aber ninßctt ste »n den Ze!> te» des Plinins noch vorhanden gewesen sein? ««»> neu sie nicht, wie der Cuvido des L»si v v us, i» im großen neronischen Brande daraus gegangen sei»? Das; aber dieser wirklich eine Menge alter Kunstwerke Verzehrt habe, sagt Tacitus (^.nn-U. 1.14. c. 4, ) driiklich. Ja in diesen, Brande ging der alte Tenwel tij Herkules, den EVauder erbauet hatte, nlit zu Gru>n de. Wie leicht, daß sich der Herkules des L »si p»>i§ iu diesem Tenipel besand. Lessiug. ,) X. p. 3Li. LaUari Uu5. k. 3. tav. 67. p. 1 36. 2) l'scii. annal. I. c. 23. 3g. I. »4. c. 4. 3) 8u»?lo». in >er. c. 9. Vlllxü l'-lliul. illu-^tr. I>. 175 lMan Vergleiche die vorläus. Abhandl. tLt §.) Antium war der Liebluigsausenthalt der Kaiser; ZlugustuS pflegte sich dort auszuhalten (Suetou. in ^.ng. c. Sö.) und Vielleicht hat er auch diesen ort mit Statue» auögeziert, wie er es zu Rom gethan, (c, Sz-.) Zlftch Tiberius (IlZ. !u ?!b. c. 3L.) giilS» 11 Buch, 3 Kap. 221 §. ti. Die Statue des Apollo ist das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Altertums/ welche der Zerstörung entgangen sind. Der Künstler derselben hat dieses Werk gänzlich auf das Ideal qcbauet/ und er hat nur eben so viel von der Materie dazu genommen/ als nöthig war/ seine Absicht Einzuführen und sichtbar zu machen. Dieser Apollo nbcrtrift all- andere Bilder desselben fo weit/ als dcr Apollo des HomeruS den/ welchen die fol- >ven gleich selten mW nur immer auf wenige Tage, nach Autium. Caligula (1,1. i» Lai. c. s.), welcher in An- tium soll geboren sein, liebte diesen Set mehr als irgend einen ander», und da dieser Kaiser die schönsten Statuen aus Griechenland rauben ließ, so ist nicht unwahrscheinlich, daß er die beiden erwähnten Statuen des Avollo von Belvedere und deß sogenaüten b org h esi sch e» Fechters an dem Orte ausgestellt habe, wohin er den Siz seiner Negiruug zu verlege» Milieus war. Der Kaiser Hadrianus ließ keine Statueu aus Griechenland holen, und wiewohl er Antiuni über alles liebte slral, vit, ^ppiloii, l. g. c, 2».), so wurde man ihm dennoch das Verdienst, den Avollo dorthin gebracht zu haben, nur in dem Falle beilege» können, wen solcher, wie Mengs glaubte, aus lu »ensischem oder c a r r a> rischem Marmor gearbeitet wäre, welches Niseonti (Aus. Pio-Licm, t. I. tav. 14. p-26.) zwar widersprochen, späterhin aber (t. 7. x.gZ.) die Möglichkeit zugegeben hat. Die Sage, daß die Statue des Avollo von Belvedere aus eiucm Temvel des Äskulapius zu Girgenli nach Karthago, und von da durch Scivi 0 Afrika n u s denIunger u nach Rom gebracht worde», schei»t aus der Verwechselung dieser Statue mit dem Avollo voll der Hand des Myrou i» Vl.rr. aet. 2. l. j. c. 4Z.) etttstaiide» zu sein. F e a. i) lMa» vergleiche den erste» Entwurf dieser vortref- lichen Schildere!, welcher unter dem Nachlaß folgt, u»d cnvas besser ausgearbeitet, an Muzel-Sto sch gerichtet, in den Briefe» V. 4757.Z 222 Geschichte der Kunst. genden Dichter malen. Über die Menschheit erh«. den ist sein Gewächs, nnd sein Stand zeuget von der ihn erfüllenden Größe. Ein ewiger Frühlinz, wie in dem glüklichen Elysien, bekleidet die reizende Mänlichkeit vollkommener Jahre mit gefälliger Jugend/ und spielet mit sanfter Zärtlichkeiten auf dem stolzen Gebäude seiner Glieder. Gehe mit deinen, Geiste in das Reich unkörperlicher Schönheiten/ nnd versuche/ ein Schöpfer einer himlischen Natur z» werden/ um den Geist mit Schönheiten/ die sich über die Natur erheben/ zu erfüllen: den hier iß nichts Sterbliche»/ noch was die menschliche Dürftigkeit erfordert. Keine Adern noch Sehnen erhizen und regen diesen Körper/ sondern ein himlischer Geist/ der sich wie ein sanfter Strom ergossen/ hat gleichsam die ganze Umschreibung dieser Figur erfüllet. Er hat den Python/ wider welchen er znerß seinen Bogen gebraucht/ verfolget/ und sein mächtiger Schritt bat ihn erreichet und erleget. Von der Höbe seiner Genügsamkeit gehet sein erhabener Blik, wie in'S Unendliche/ weit über seinen Sieg hinnnS: Verachtung sizet auf seinen LipeN/ nnd der Unmnih, welchen er in sich ziehet/ blähet sich in den SWern seiner Nase/ und tritt bis in die stolze Stirn hinauf Aber der Friede/ welcher in einer seligen Stille nnf derselben schwebet/ bleibet ungestört/ und sein Auge ist voll Süßigkeit/ wie unter den Museii/ die ihn zu umarmen suchen. In allen uns übrigen Bildern des Vaters der Götter, welche die Knnst verehret/ nähert er sich nicht der Größe/ in welcher» sich dem Verstände des göttlichen Dichters offenba- rete/ wie hier indem Gesichte des SohneS/ und die einzelnen Schönheiten der übrigen Götter treten hier, wie bei der Pandora/ in Gemeinschaft zusammen. Eine Stirn des JupiterS/ die mit der Göttin der Weisheit schwanger ist/ und Augenbrauiien/ die durch 11 Buch, 3 Kap. 22Z il,r Winken ihren Willen erklären: Augen der Königin der Götlinen mit Großheit gewölbet/ und ein Uund, welcher denjenigen bildet/ der dem geliebete» BranchuS die Wohllüste eingeflößet. Sein weiches .haar spielet/ wie die zarten und flüssigen Schlingen Mr Weinreben/ gleichsam von einer sanften Luft beweget/ um dieses göttliche Haupt: es scheinet ge- salbet mit dem Öl der Götter/ und von den Gra- tien mit holder Pracht auf seinem Scheitel gebnn- dcn. Ich vergesse alles andere über dem Anbüke dieses Wunderwerks der Kunst/ und ich nehme selbst einen erhabenen Stand aii/ um mit Würdigkeit anzuschauen. Mit Verehrung scheinet sich meine Brust zn erweitern und zu erhebe»/ wie diejenigen/ die ich wie vom Geiste der Weissagung aufgeschwellet sehe/ und ich fühle mich weggerüket »ach Delos und in die lyrischen Haine/ Orte/ welche Apollo mit seiner Gegenwart beehrete: den mein Bild scheinet Lebeir und Bewegung zu bekommen/ wie des Pygmalion'S Schönheit. Wie ist es möglich/ es zu malen und zu beschreiben! Die Kunst selbst müßte mir rathen/ und die Hand leiten/ die ersten Züge/ welche ich hier entworfen habe/ künftig auszuführen. Ich lege den Begrif/ welchen ich von diesem Bilde gegeben habe/ zu dessen Füßen/ wie die Kränze derjenigen/ die das Haupt der Gottheiten/ welche sie krönen wollten/ nicht erreichen konten. Mit dieser Beschreibung und insbesondere mit dem AuSdruke im Gesichte des Apollo reimet sich der Begrif eines Apollo auf der Jagd ganz und gar nicht/ als welchen der Bischof Spence in dieser Statue finden will. Findet aber jemand hier den Drachen Python nicht erhaben genug/ so deute man den Stand dieses Apollo auf den Niesen >) «lilll. 3. x, 37. 224 Geschichte der Kunst. Tityus, welcher von ihm, da er kaum ein Jüngling war, erschossen wurde/ weil dieser der Laton« dessen Mutrer/ Gewalt anthun wollte, i) Die Gelehrten haben sich auf mancherlei Weise i» müht/ den dnrch die Statue des A p o l l o v o» Bch vedere vorgestellten Gegenstand genauer zu bestimm». Einige glaubten, hier Apollo zu sehen, nachdem,! seine Geschosse gegen die Achäer geschlendert; an?m, »ach dem stegreiche» Kampfe gegen die übermüthigen W> ganten, oder »ach den, Tode der Niobe und ihm Kinder, oder nach der Ermordung der »»getreuen K«, ronis; andere endlich glauben, in dieser Statue dw Gott der Arznei künde, oder den Oeus zu erblike». Z» dieser lezten Meinung neigt sich Bis> eonti (AIus. I>io-LIem. t. l. t.iv. 14.) und halt e» m wahrscheinlich, daß dieses Denkmal ein Werk des K«> lamis und ebendasselbe sei, dessen Pausauias (l> >> c. Z.) gedenkt. i^Jm 7 Bande Vom Mufeo Pio^Cle^ i»e»ti»o hat er jedoch diese frühere Meinung gen, und will ihn für eine verbesserte, in späterer Zeit verfertigte Nachah»iu»g des Werks vom KalamiS had ten. Meyer.Z Apollo, welcher Rache gegen die Achäer übt, niiißk sizend ltlom. ix. I. v. 48.) abgebildet sei», und n; den« Mo»ie»te des Pfeilwerfens; auch würde die Schlanze i» keiner Beziehuug zu dieserHaudl»»g stehe», wen m« nicht, was aber ein sehr fchwacher Grund wäre, s>izm wollte, daß ste überhaupt als ei» Symbol des Apollo beigefügt worden. Die übrigen Meinungen scheinen gar unpassend. Eben fo wenig kail es ein Apollo ^verrnncu>! sein, da dessen Sumbole, die Gratienm der Rechten, und die Pfeile mit dem Böge» in der Linken (Alucroli. Z^turn. I. I. c. 17.) fehlen. Wie wis' sen nicht, ob die Statue des Kalamis diefe S»mbole hatte; aber auch ohue diesen Grund würde der St»l der Arbeit es nicht verstatte», in ihr fein Werk !o clar. »rat. c. lg. <^u>iiul. I. 12. c. >0.) zu erkennen. Wen Jnnius (Latalvg. arlil!e. x. 42.) behauptet, daß Blich/ Z Kap. 225 §. t2. Der borghesische sogenante Fechter/ welcher/ wie ich angezeiget babe/ mit dem Apollo > an einem Orte gefunden worden/ scheinet nach der die erwähnte Statue des Kalamis zu Rom in den serv i li a n i sch e n Gärten ausgestellt worden: so hätte er wenigstens einen Beweis sichren müßen, daß diese Statue dieselbe sei, deren Plinius (l. 36. c. 5, secr. /j. n. >o.) gedenkt. Pausanias, welcher nach dem PliniuS schrieb/ sah zu seiner Zeit die Statue des Kalamis »och zu Athen, und man kau nicht mit Visconti annehmen, daß er von einer Copie rede; den Pausanias pflegt immer anzuführen, ob die Statuen Copien und von neuerer Hand, oder die Originale der Künstler selbst waren, (l^. g. c. 27. I, >. c. 22.) Der Sieg des Apollo über die Schlange Pp> thon ist ein nicht unwürdiger Gegenstand sür die alte Kunst; den selbst die Stadt Delphi behielt von dieser Begebenheit bei den Nachbarn noch den Namen Pyth o. s Piiu5ini. I. 10. c. 6. iki 1/^. L. x. 56o.) Das Orakel des pl>th isch en Apollo, das berühmteste im ganzen Altertum, wurde dort wegen jener Begebenheit errichtet. (Lira!,. I. g. 641. i^iv. I. 1. c. 66. in ?liot. LÜIliotli. eoci. 2^3. xhes. lies IuZl:r. t. 3. z,. i36.) Der Tempel daselbst war der reichste unter allen, und enthielt eine ausserordentliche Menge Statuen besonders von Erzt. (Ltrali. I. c. k'inlustr.it. vit. ^pollon. I. 6. c. 2. Valois, l. Z. Ilist. p. 7g.) Unr jenen Sieg noch mehr zu verher- lichen, wurden die phythischen Spiele Von Apollo selbst eingesezt (I. metsm. I. >. v. 4^5. Ilvgin. luii. 1^0. in ptol. Lililiotli. ccirl. und alle neun Jahre noch ein besonderes Fest gefeiert. Auch wurden dem p »th i sch en Apollo häufig Sta< tuen errichtet. Ausser der goldene» Stgtue in seinem 226 Geschichte der Kunst. Form der Buchstaben die älteste von den gegenM tigen Statuen in Rom zu sein/ auf welchen sich d« Meister derselben angegeben hat. Wir haben kein- Nachricht vom Agasias, welcher sie verfertig-t; Tempel zu Delphi (p->u5-m. I. i<>. c. 24.) stand eine«, dere zu Atheu und zu Megara (?aussn. l. 1. c. 42.) »»i zu Samos, welche leztere vonTelekles und Theod«, rus verfertigt war. (Oio>1. Sie. I. 1. c. gg.) »int Ppthagoras (plin. I. 34. c. 3. sect. >g. ,1.4.) sch«j den pnthischen Apollo in einer Statue von Erzl; eine solche Statue ans weissem Marmor ist in dir Villa Albani/ und andere befinden sich in andern see»; endlich sieht nian den ppthifche» Apollo«! Münzen häusig abgebildet. Alles dieses vorausgesezt, wird es wahrscheinlich/ daß die Statue im Batiea» ebenfalls den p»thifche» Apollo vorstelle/ in dem Momente/ wo er seinen Pieil abgeschossen, den Sieg errungen hat/ uud im Begriffe ist, nach Tempc zu waudelu. Die Scklange/ ivelche man um den Baumstam gefchlnngen siebt/ würde ei» Bild des P»thon uud meisterhaft vom Künstler inige, bracht sei»/ um die Darstellung des Apollo in einem Grupo zu vermeiden/ wie es auch bei der angeführt!» Statue iu der Villa Albani/ bei andern Statuen und auf Münze» der Fall ist. Oder man koute die Schlange auch für ei» Sumbol der Arznei halten/ so daß durch sie die Wohlthat angedeutet würde / welche A»ol> lo der Erde durch die Erlegung jener Schlange erwie, sen. (Ovitl. Niets»,. I. l. V. 4ZL.) F ea. fHirt/ in seinem Bilderbuch/ hält ihn für ein Theil einer Grupe der Niobe/ uud wegen feines lu ue u fischen Marmors wollen ihn Manche für kein Original gelten lassend Es ist unangenehm/ dieses Denkmal für ein Vrnch, stük zu halte»/ daher möchten wir die Statue alS ein in sich abgeschlossenes Ganze betrachten. Der Künstler wird nichts anderes haben darstellen wolle»/ als einen Apollo/ wie ihn die Poeten n»d besonders H 0 me ruS geschildert! de» Gott mit Bogen u»d Köcher, 41 Buch/ Z Kap. 227 aber dessen Werk verkündiget seine Verdienste.^) So wie im Apollo und im oben beschriebenen Sturze des Herkules ein hohes Ideal allein, und im Lao- soon die Natur mit dem Ideale und mir dem AuS- dnike erhöhet und verschönert worden: so ist in dieser Statue eine Samlung der Schönheiten der Natur in vollkommenen Jahren/ ohne Zusaz der Einbildimg. Jene Figuren sind wie ein erhabenes Heldengedicht/ von der Wahrscheinlichkeit über die Wahrheit hinaus bis zum Wunderbaren gesühret: diese aber ist wie die Geschichte/ in welcher die Wahrheit/ aber in den ausgesuchtesten Gedanken und Worten/ vorgetragen wird. Das Gesicht zeiget augenscheinlich/ daß dessen Bildung nach der Wahrheit der Natur genommen ist: den es stellet einen Menschen vor/ ivelcher nicht mehr in der Blüthe seiner Jahre stehet/ sondern das mänliche Alter erreichet hat/ und es ent- deken sich in demselben die Spuren von einem Leben, welches beständig beschäftigt gewesen/ und durch Arbeit abgehärtet worden. ^) den weithin treffenden, der die Mensche» und Tbicve mit sanften Pfeilen erlegt. Die Schlange am Baumstamme könre immerhin ein Symbol der Arznei sei». Mever. t) Ein anderer Agasias, ein Solin des Menovhilns, ebenfalls aus Ephesns, wird in einer griechischen Inschrift an einem Basament erwähnt, das aus Asten nach Amsterdam gekommen. (8pon. eruil. .-»ntics. sect. 4, x. isi.) Die Statne aus jenem Basament wurde zur Ehre des Cajus Villienus, Sohn des Ca- ins, eines römischen Legaten, auf Delos von denen errichtet, welche auf dieser Insel arbeiteten. F ea. 2Z fLessing hat in seinem Laokoon und in den Briefen antiquarischen Inhalts mit allem Scharfsinne, den er besaß, aus dem b or g h e sisch e n Fechter einen Chabrias machen wollen. Seine Ansichten sind lehrreich und angenehm, wen gleich irrig. Er sah 228 Geschichte der Kunst. §. ^3. Einige machen aus dieser Statue einm DiskobolnS/ das' ist: der mit dem Disk»/ oder dieses noch zur rechten Zeit selbst ein, und zog ßch,h, renvoll und mit einer feinen Wendung aus dem l zuruk, das er nickt weiter behaupte» koüte, „ Me!»,» Sie (schreibt er im ZS der genante» Briefe!/ daß,j „ gleichwohl Schade um meinen Chabrias sei? D«ß icli ilin doch wohl noch hätte retten können? — M „ wie? — Hätte ich etwa sagen sollen, daß Diodor „ und Pol » än spätere Schriststeller wären als N evo«? „Daß Nepos nicht sie, wohl aber sie ihn köiitcn ««? „Zlugen gebabt haben? Daß auch sie von der Zweidc«, „ tigkeit des lateinischen Ansdruks verfuhrt worden? Ei, „nun ja, das wäre wahrscheinlich genug! — Doch, „ ich merke Ihre Spötterei. Die Henne ward über ihr „ Ei so laut; und es war noch dazu ein Windei! — „ Freilich! Indeß, wen Sie denken, daß ich mich mei> „ nes Einfalls zu fchämen habe, weil ich ihn selbst z«> rnknchmen müßen: fo denke» Sie es wenigstens Ml ^ mit mir, — In dem autiguarische» Studio ist cj „ öfters mehr Ehre, das Wahrscheinliche gefundn, „ zu haben, als das Wahre. Bei Ausbildung dcs er, ^ „ stern war unsere ganze Seele geschäftig : bei Erkennung „ des andern kam uns Vielleicht nur ein gluklicher Insall „ zu Statte». Noch jezt bilde ich mir mehr darauf ein, i, daß ich i» den Worten des Nevos mehr, als darin »ist, gesehen: als daß ich endlich beim Diodor mid „Pol»an gefunden habe, was ein jeder da finden muß, „ der es zu suche» weiß,) Fea (t. Z, p. Ü62.) gibt drei Verschiedene Vorschlä> ge: er glaubt, dieses Denkmal könne t. den Ajae, Sohn Tela»io»s, vorstellen, welcher, nach dem Sik> tys ans Kreta (i> Erdschollen mit dem Schilde schnzte; 2. den Ajax, Sohn des üileus, welcher in sast ähnlicher Stellun!!, jedoch behelmt, aus Muuzen vo» Lokri zu sehe» st,i 3. den Spartaner Leonidas i»i Kampfe gegen die Perser. Aber Vorschläge dieser Art dürfte» wohl keim 11 Buch/ Z Kap. mit einer Scheibe von Metall/ wirft/ und dieses war die Meinung des berüvmten Herrn von Stosch in ciiicm Schreiben an mich/ aber ohne genügsame Bc- ernstlichcn Prüfung gewachsen sein, wie sie den auch keine gunstige Ausnahme gefunden haben, Henne (antiguar. Aufs. 2St. 22? S.) gab die Vermuthung, daß die borghesische Statue das Überbleibsel eines Grupo fein könne, da sie vermöge ihrer Stellung wider eine verloren gegangene Figur zu Pferde, zu fechten fcheine, Visconti, mit dieser Vermuthung übereinstimmend, drükt sich noch bestimter aus, und halt sie sur einen griechische» Krieger, der eine Amazone bekämvt. ii>Ius. I, 5, p. 42,) Diesen beide» hat sich auch Milliu angeschlossen, indem er (Monum. inl-ilits t. I p>, Zö.) das Gemälde einer antike» Vase von gebraiiter Erde beibringt, und S- Z7.< be> hauptet, daß eine aus demselben dargestellte Figur des Theseus gegen die Nichtigkeit der von He»ne uud Visconti ausgesprochenen Vermuthung keiue» Zweifel übrig lasse. ?lllei» der genante Theseus hat mit der borghesischen Statue nicht mehr Ähnlichkeit, als jede andere a u s sch r e i t eu d e Figur. Sollen wir uns im borghesischen Denkmal einen Krieger im Kampfe mit einer verloren gegangenen Amazone Vorstellen: so wäre das ganze Werk ein Gegenstand aus der heroischen Zeit, und hätte also ideale Figuren erfodert. Aber der Augenschein lehrt, daß die Statue ein Bildnis ist; dergleichen aber, »ach moderner Art, einzuschie- bc», war nicht Sitte bei den Künstlern der guten alten Zeit, welcher A g a si a s vermöge der Vortreslichkeit seines Werks angehört. Gege» Henne müßen wir erinnern, 5aß an dem borghesischen Fechter nirgends eine Svnr oder Andeutung gefunden wird von einem Grupo, zu welchem dersebe gehörte, überhaupt scheint es, dasj die Altertumsforscher, welche geneigter sind, die Denkmale der Kunst dramatisch als sizmbo lisch zu erklären, ost in die Gefahr des Irrtums gerathen; oder es scheint nicht zur Ehre der alte» Kunst geurtheilt, wen man der Nil>be noch eine» Apollo, eine Diana aufbürden, 2Z0 Geschichte der Kunst. trachtung des Standes'/ worinen dergleichen FiW will gesezet sein. Den derjenige/ welcher etwas werfen will/ muß sich mit dem Leibe hinterwärts zurük- dic mediceische Venus als vor dem Paris stehend gedacht wissen, oder zu unserm sogcnantcn Fechternich einen reitenden Gegner annehmen will. Auf eben die Weise, und »iit nicht minderem Rechte, könte »um auch beim Laokoon noch das hölzerne Pferd, und die m> stehenden erschrokenen Trojaner vermissen. Sind dcü die genanten Werke nicht schon für sich selbst vollstiindiz, und drüken sie uicht aus, was sie sollen? Würde die Venus schöner, züchtiger, anmuthiger erscheinen, wen sie vor einem Paris stünde; würde unser sogenMe Fechter lebhafter bewegt, kunst-und geistreicher sein? Gewiß nicht! Der Malerei tönten vielleicht solche lim, stände »och eher zukommen, wenigstens vflegen wir New ren solches anzunehmen. Doch hielten die Alten auch die Malerei nicht hiezu verbuuden, welches klar erhel, let aus der Nachricht Älians tvar. Inst. I. 2. c. 44.) der Figur eines Kriegers, die Th eon, ein Maler, «erst» tigt hatte, der zur Zeit des höchsten Flors der Kunst scheint gelebt zu haben, (^»uinlil. I. 12. c. 10. 5 B. -iK. li§,> Die Figur des The 0 n mag in Handlung und Stellung von dem Werk des Agasias wenig verschieden genie, sen sein; nur wird man sich dieselbe in idealischer Bildung denken müßen. In Nüksicht anf Bewegung und Lebendigkeit ist diese Figur vielleicht das vorzüglichste und kunstvollste mttrr allen noch vorhandenen antiken Denkmalen; die Formen sind weder ausserordeutlich großartig, uock von der ge> wähltesten Schönheit, aber wohl gebildet und sehr nM, haft; die sämtlichen Glieder stehen im vortresiichstm Verhältniß und in der größten Übereinstimmung mit einander. Der Kovf, wen er gleich als Porträt an Adel der Züge den idealifchen Gebilden nachstehen muß, kil doch im Geistreichen, Beseelten, den aliervortrefliMm antiken Kunstwerken an die Seite gesezt werden. Der Meister dieses Denkmals erwekt auch durch seine großen Kciitnisse vom Bau dcS menschlichen KorperS und M 11 Buch/ 3 Kap. 231 ziehen, l) und indem der Wurf geschehen soll/ liegt die Kraft auf dem nächsten Schenkel/ und das linke Bcin ist müßig! hier aber ist das Gegentheil. Die ganze Figur ist vorwärts geworfen und ruhet auf !>cm linken Schenkel/ und das rechte Bcin ist hinterwärts' auf das äusserste auSgestreket.-) Der rechte Arm ist neu, und man hat ihm in die Hand ein Stük der Verrichtung der Muskeln Bewunderung. Er hat z. B. am rechten Schenkel der Figur durch die in Thätigkeit dargestellten Muskeln ganz deutlich auszudriiken verstände»/ wie sie sich eben anstrengt, den Schritt zu machen, und den ganzen Körper kräftig und schnell vorwärts zu schieben. Die rechte Huste-und Riikcnmuskel ist eben-alls in der heftigsten Bewegung, um den Leib in gerade Richtung zu bringen, oder ihn nach der linken Seite zu wenden, wohin der Stoß geführt werden soll, und wohin auch der Blik gerichtet ist. Die Behandlnng an diesem Denkmale hat einen festen, ausdruksvollcn, bestimten Charakter, der von aller Härte entfernt, aber auch nicht weichlich ist, die Haare Verrathen noch einige Ähnlichkeit mit den Werken vom hohen St»l. Ausser dem rechte» Arm und dem reckten Ohr ist noch die Svize des Daums am rechten Fuße modern. Vor etwa fünfzehn Jahre» befand sich zu Rom eine fehr gut gearbeitete antike Copie von dem Kopfe dieses sogenante» Fechters, die später wie man sagt, »ach England gebracht worden. Dem Ansehen nach schien dieser Kopf das Bruchstiik einer ganzen, der borghesi- fchen ähnlichen Figur zu sei». Me» e r. Sikler (Kuustblatt v. l8l7, Num. S.) will den b o rg h e si s ch e n Fechter zum Agenor, A n r e- nors Sohn, machen, der nach Homer (ix. x. XXII. v. 5/,5 — 5oo.) vorgestellt sei. Siebelis. i) -ko-xc-c. I5u8tal.Ii. in Ix. X. XXII. x. »Zog. 2> Das ist nicht so: die Figur ruht auf dem rechten Scheu kel, und das linke Bein ist hinterwärts auS- gcstxekt. Lessing. SZ2 Geschichte der Kunst. von einer Lanze gegeben; auf dem linken Arme siehet man den Riem von dem Schilde, welchen er gehallm hat. Betrachtet man/ daß der Kopf und die Auga aufwärts' gerichtet sind/ und daß die Figur sich >nii dem Schilde vor etwas, das von obenher koiiit, j» verwahren scheinet: so könte man diese Statue mt mehrcrem Rechte für eine Vorstellung eines Kriegers halten, welcher sich in einem gefährlichen Stande besonders verdient gemachet hat: den Fechtern in Schauspielen ist die Ehre einer Statue unter den Griechen vermuthlich niemals widerfahren: und dieses Werk scheinet älter, als die Einführung der Fechter unter den Griechen zu sein. K. Von der Kunst unter den nächsten Nachfolgern des Nero, dem Galba, Otho und Vi> te lliuS, findet sich nichts anzumerken, als daß die Köpfe dieser drei Kaiser sehr selten sind: i) der Numpf einer Statue des Galba von großer Kunst und zweimal so groß als die Natur/ befindet sich bei dem Bildhauer Herrn B a r t h o l o m ä Cavaceppi; der schön- j) Das Brustbild im Museo Cavitolino, welches siir den Galba ausgegeben wird, ist von verdienstlicher Zw beit; die Runzeln des Gesichts sind bedeutend, obwohl ein wenig scharf angegeben; Nase und Kiii scheine» neu, vielleicht ist es auch die Brust. DaS Bildniß des Stl>» in eben diesem Museo rührt ebenfalls von der Hand ci> »es tüchtigen Künstlers her; man bemerkt an demselben gut behandelte, aber gleichsam künstlich srisirte Haare, und man glaubt daher, daß sie einen Aufsaz falscher Haare vorstellen. Die Nase ist modern, welches auch an der benachbarten Büste des Bitellius der Fall ist. Die kleine» Auge» an diesen, diken Gesichte stehen ganz ausserordentlich weit von einander ab; daS Haar ist nur wenig ansgebohrt, und ohne viel Andeutung Von Loken. Eine äusserst »«dlichc Figur der Victoria ziert dit Rüstung; die Falten des Manrels sind zwar gut gtlW angelegt, aber zu häufig. Meyer. 11 Buch/3 Kap. 23z sie Kopf des Galba stehet in der Villa Albani? und hier und im Museo Capitolino sind Köpfe deS Otbo;!) die mehresten aber/ die den Vi teiln,!- vorstellen/ sind neu/ wie es der im Palaste Kiustiniani ist, welcher von mehr als einem un- ersahrnen Scribenten für alt angegeben/ und ein scheußliches neues Gemachte ist. Überaus selten ist die Münze dieses Kaisers mit dem Bilde seines' Vaters I" viiri.1.11, cos. III. Auf der andere» Seite vor der Brust des VitelliuS raget ein Zepter hervor/ auf dessen Knopfe ein Adler sizet. Diese Wcrne Münze wird mit dreissig Scudi bezahlet. In den vitel tischen Unruhen vertheidigete sich Hu- liuS SabinuS im Capitolio durch Statue»/ mit ivclchen er sich verschanzet«:. 2) Es machete jeniand/ welcher Gelegenheit gehabt/ die alten Münze» zu vergleichen/ die Anmerkung/ daß die Köpfe der Kaiser auf griechischen Münze» de» Köpfe» derselbe» auf römischen Münzen nicht zu vergleichen sind/^) welches wahrscheinlich machet/ daß/ was von guten griechische» Künstlern gewesen, nach Rom gegangen. Ich ent- ßnne mich/ unter anderen die seltene griechische Münze »üt Köpfen des Claudius und der Pompe ja gesehen zu habe»/ welche ei» fast barbarisches Gepräge hat. §. Nach so schändlichen Mensche»/ die den Thron besessen hatte» / kam endlich VespasianuS/ dessen Regirung bei aller seiner Sparsamkeit für die Künste vortheilhafter gewesen zu sein scheinet/ als die »»geheure Verschwendung vor ihm. Er war nicht allein der erste/ welcher den Lehrern der römischen und griechische» Beredsamkeit ei» aiischnliches Gehalt aus- >) LoUi>ri Mus. d-ipitol, t. 2. tav. 2v. 2) l'aclt. Iiist. >. Z, c. 71. Z) , Icsoro Lriiaii. xroccm. t. l. p, 7. 23ä Geschichte der Kunst. machete/ sondern er zog auch Dichter und KüMr durch Belobnnngen zu sich, i) Zween römische M- ler/ Cornelius Pinus und Acciuö Priscxs, waren unter dem Vespasianns' berühmt/ die dn Tempel der Ehre und der Tugend auSmaleten,2) In dem tton ihm erbaueten Tempel des Friede»^) wurden sehr viele von den Statuen aufgestellet/ die Nero aus Griechenland weggeführet hatte;-5) nehmlich aber wurden hier die Gemälde der berühmtesten Künstler aller Zeiten ausgehänget/ und hier war/ wie man izo reden würde/ die größte öffech 1) Zueloa. In c. ig. 2) ?Ii». I. ZZ. c. 10. sect. Z7, Z) Lueton. in VesziJs. c. 9. Ei» Überrest dieses Tempels ist die große und M>! hohlaestreiste Säule, aus weissem Marmor, welche«« Pabst Paul V. vor der Kirckie zu S. Maria M»z> giore aufgerichtet worden. F ea. 4) rlngeachtet der großen Räubereien/ welche vv» im Römern i» Griechenland bis zur Zeit des Vesvisi» nus ausgeübt worden, erzählt Plinius/ ei» Zeilzi, nosse dieses Kaisers (I. Z4. c. 10, scct, 17.), daß zu dns dennoch dreitausend Statuen vorhanden gewesen, und eine nicht geringere Anzahl zu Athen/ OlyMi» und Delphi. In die ersten Zeiten der Negirung des VesvasiannS kan man mit Sicherlieit eine Ära aus weissem Mnw«r im Muse 0 P i 0 - C l e m e nti n 0 sezen. Dieses Dmh mal ist ungesähr fünf Palui hoch, und fast zwei P»>« breit, und mit erhobenen Figuren geziert, welche ßid auf die Mythologie und romische Geschichte beziehen, Montfaucon hat dasselbe bekant gemacht lL»px>cm> t. 1. xl, 70^ 71), noch richtiger aber, und mit el> »er weitläufigen gelehrten Auslegung begleitet, Örazi» ürlandi. Die Arbeit an diesem Denkmal ist übrizeni nicht von der vorzüglichsten Beschaffenheit, auch ist «5» mehreren Steilen beschädigt, Fea. 11 Buch, 3 Kap. 236 liche Galerie von Gemälden: eS scheinet aber, daß dieselben nicht in dem Tempel selbst/ sondern über demselben in den oberen Sälen gewesen/ zu welchen ^ man durch eine Windeltrepe geket/ welche sich noch i jzo erkalten hat. ES waren auch in Griechenland Tempel/ welche das ist: Galerien der Gemälde/ waren, Mit Griechenland kam es en dlich unter dem Vespasianns so weit/ daß eS zu einer römischen Provinz erkläret wurde/ und die Athenienser verloren sogar ihr kleines bisher erhaltenes Vorrecht/ Münzen ohne Bildniß des Kaisers schlagen zu dürfen.^) §. 16. Unter diesem Kaiser wurden die sallu- , stischen Gärten der volkreichste Ort in Rom; den er hielt sich mehrentheils daselbst auf/ und gab an diesem Orte aller Welt Gehör;^) daher ist zu glauben/ daß er diese Gärten mit Werken der Kunst 1) Der schöne/ erhoben geschnittene Kopf in der florentini- schen Galerie ( Oori, Au,, ?>ore»t. Oeinni»:, t> I, lak, 6. n, 6,) wird mit Recht zu den porzuglichsten Denkmalen gezählt/ welche Vespasian vorstellen. Ferner besizt die dortige Galerie noch einen schön gearbeiteten Kops desselben von Marmor. Derjenige Kopf/ welcher sich in der Samlung von Kaiserbildnissen im Mu seo Capito- lino befindet/ gehört zwar nicht zu den am besten gearbeitete»/ hat aber einen geistreiche»/ freundlichen Ausdruk, und seine Haare sind mit Vielem Fleisse behandelt. Die bekleidete Brust/ auf welche er gesezt ist, besteht aus einem schönen bunten Alabaster. Ein kolossaler Kovk des Vespasianns ist unter den farne fischen Altertümern nach Neapel gekommen. Eines andern Kopses von Erzt, welcher bei Rom gefunden ist/ wurde schon oben (7V. 2 K. 2Z§.) Erwähnung gethan. Meyer. 2) I. 14. ^c. 1. Z. 14.) 3) VaillAlN, 2 Oiiecis ^ercuss. z>. 223. -t) Xixlulin. >» Vesxas. x. 2>g. 236 Geschichte der Kunst. verschönert habe. Auf dem Grunde derselben ist z» allen Zeiten im Nachgraben eine große Anzahl von Statuen und Brustbildern gefunden worden; und da man im Herbste des JalireS 1766 eine neue Ernst daselbst eröfnete/ fanden sich zwo wohl erhaltene A i guren/ die Köpfe ausgenommen/ welche mangelt!» lind nicht gefunden sind. ES stellen dieselben M junge Mädchen vor/ in einem leichten Uuterkleide, welches von der rechten Schulter abgelöset bis auf das Mittel des Oberarms herunterfällt. Die eine sowohl als die andere liegt auf ihrem eigenen lanz rundlichen Sokcl halb gestreket und mit dem Ober- leibe erhoben/ und stüzet sich auf den linken Am; unter ihnen liegt ein ungesvanneter Bogen. Es sind dieselben vollkommen ähnlich einem Mädchen von Marmor/ welches mit Knochen spielet/ und in der Samlung des CardinalS Polig nae war;!) es >K auch die rechte und freie Hand/ wie an dieser/ zum Würfeln erösnet/ und unterwärts auSgcstrckct, aber von den Würfeln findet sich keine Spur. Diese U- ! gnren erstand der Herr General von Walmoden ans Hanover/ in seinem Aufenthalte zu Roni/ und hat die Köpfe ergänzen lassen. Ferner wurde zu gleicher Zeit ein großer Leuchter von Marmor daselbst entdekct / dessen Schaft/ der mit künstlich gearbeiteten Blättern bedeket ist/ auf zwo runden Gliedern oder Knäufen viele kleine Flamme»/ als einen allegorischen Zierat zeiget.^) Von der drei- ekichten Base dieses Leuchters fanden sich nur M Stüke/ die den Verlust des übrigen zu bedauern veranlassen. Auf dem einen Stüke zeiget sich ein Jupiter mit einem spizigen Barte/ wie derselbe auf Nun in dem königlich preußischen Museo. Me»er> 2) Er kam nachher in das Museum Pio - Element!' IIum. (?'. ?. tav, Z7. x. 6Ü) Meyer, 11 Buch/ Z Kap. 237 ^ liltc» hetrurischen Werken erscheinet; das Gewand ^ tibcr, und die Zieraten der Glieder dieser Base deu- ! ten aus eine Zeit blühender griechischer Kunst/ und zugleich in dieser Figur auf die Nachahmung des ^ schnittenen Steinen. Dieses verstümmelte Werk hat Herr Zelada/ ein römischer Prälat/ gekaufet. K. 47. An dem TituS/ des Vespasianus Sohne und Nachfolger/ fanden die Künste gleichfalls einen großen Freund und Verehrer; er war in zwei Jahren den Künsten vortheilhafter/ als Tiberius j in einer langen Negirung. SuetoniuS merket j an, daß TituS dein Britanniens/ des S^ero ! Bruder/ mit welchem er erzogen worden/ eine Sta- , tue zn Pferde von Elfenbeine machen lassen/ welche alle Hahre in dem feierlichen Gepränge im Cireo umhergeführet worden.') Von Künstlern dieser Zeit i) Lueton. in l'it. c. 2. In den Anmerkungen findet «ich noch folgende Stelle, welche wahrscheinlich schon von dem Autor selbst, wegen ihrer Unhaltbarkeit, verworfen worden: »Ich sichre dieses an, weil es vielleicht die lezteSratue von Elfenbeine ist, di? unter den Kaisern verferti- „ get worden, wenigstens deren Meldung geschiehet. " Ein ganz vortreflich gearbeitetes und nicht weniger Wohl erhaltenes Bildniß des Vritannicus in Marmor crkeiir Visconti (>Ius. pio-LIcni. l. Z. ZZ.) in der ungefähr lebensgroßen Statue eines jnngen Römers, in der Villa Vorghese, welcher im Knabenalter vorgestellt, und mit der Präterta und einer um den Hals hängenden Vulla bekleidet ist. Sonst wurde dieses Denkmal siir das Bildniß des Nerv gehalten, und wegen 233 Geschichte der Kunst. ist bekant EvoduS, der Meister des oben angeW. reten schönen Kopfs der Julia/ Tochter des Tj. tuS/ welcher in einem Beryll geschnitten ist, W sich in dem Schaze der Abtei St. Denys z» P»- ris befindet. Ein schöner kolossalischer Kopf H TituS befindet sich in der Villa Albaui.^) §. 18. Unter dem Domitianus scheinen ^ > Griechen gnädiger angesehen worden zu sein: den da ! sich unter dem VespasianuS und TituS keim ! Münzen von Korinth finden, so ist hingegen von die- ! ser Stadt unter dem DomitianuS eine große Anzahl auch von der größeren Form übrig. Aus dem, ! was PlutarchuS berichtet, daß die Säulen von m- telischem Marmor, die DomitianuS, sür denrmi- > schen Tempel des eapi to l i n i s ch en Iup iter §, z« Athen arbeiten lassen, da sie nach Rom gebracht und völ- ! lig geendiget worden, ihre schöne Form verloren: könte man schließen/ daß der gute Geschmak dmiilil» der fleissigen, schönen Ausführung gefchäzt. Unter den römisch gekleideten Figuren gibt es nur wenige mit besser gelungenen, Faltenfchlag; der Kopf ist überaus natürlich und voll Leben. Ausser Händen und Züßeu, welche ergänzt und modern sind / hat sich die Figur siistun- beschädigt erhalten. Die Abbildung bei Perrier?!um. Hll. und Lcullu e llel della Villa klllciüllü z zlMi» L. n. Z. Me»er. 1) 8tosc!>, xierr. gravees. ^1, ZZ. ^7 B. 1 K. 2) Der Kopf des Titus im Museo Cavi tolino li»t in Hinsicht auf die Kunst der Ausführung keine» ausser- ordentlichen Werth; der im Mufeo P io- C lenienti- no (t. <>- wv./,Z.) ist weit vorzüglicher. Eine sehr große kolossale Büste des Titus soü sich in der !«> nigliclien Antikensamlung zu Neapel befinden, Me»cr, Z) Vaillant, Lolon. x. >gg. 4) la poblic. c. >3. 11 Buch/ 3 Kap. 2Z9 sehr gefallen sei. Das Gegentheil davon aber ist aus übriggebliebenen Werken in Rom zn beweisen/ nnd sonderlich auS den erhobenen Figuren der Friese deS Tempels der PallaS/ welchen dieser Kaiser auf dem Foro Palladio bauen lassen;^) diese Friese ist von San- t) An den Bildwerke» des Tempels auf dem Foro Palla- dio zn Nom kan man weniger die Arbeit, als den Stpl loben. Die Figuren sind gut gestellt; sie haben Würde, Anmuth und Naivität, nach Maß und Verschiedenheit des ihnen beigelegten Charakters. Die Falten sind mit Geschmak gelegt, oft aber auf hohe Stellen, oft tiefer gezogen, als es nöthig war; oft sind sie auch zu häufig/ und die Arbeit ist überhaupt etwas roh. Der großen Figur der Pallas, welche über Fries und Gesims in der Höhe steht, fehlt es zwar nicht an Würde und Groß- heit, aber an zarter Vollendung. Die Ornamente ai« diesen, Gebäude find stark unterhöhlt, man möchte fagei« hart und ohne Haltung. Zu den Denkmalen dieser Zeit muß auch der beiante Triumphbogen desTitus gerechnet werden. Den da die Apotheose des Titus am Gewölbe vorgestellt ist, fo wird ihm dieies Ehrendenkmal erst nach feinem Ableben zum Gedächnisse errichtet fei». Die sämtlichen Bilder find nach Beschaffenheit gut erfunden, der-Gefchmak überhaupt ist fei», die Formen find elegant; aber die Behandlung verräth mehr mechanische Fertigkeit, als Geist und Sorgfalt. So find z. B. oft die Augen an Profilgesichtern ganz dargestellt, und die Gewänder nachlässig ausgearbeitet. Daher läßt sich vermuthen, daß ein treflicher Meister das Ganze entworfen, ja wohl gar vollendete Modelle gegeben, die von geringern Künstlern, welche vielleicht zu derselben Zeit für u»nig besser als Handwerker gelten konten, ausgeführt worden. Die Gesimse sind fast überflüssig mit Laubwerk gefchmükt, das aber nicht vorzüglich fauber gearbeitet ist. Man hat sogar Ursache zu argwöhnen, daß manche von diesen Ornamenten erst in späteren Zeiten verfertigt sind, indem einige Glieder des Bogens nur angefangen worden/ mit s4o Geschichte der Kunst. tc Bar toli gezeichnet und gestochen. Die in Lebensgröße erhoben gearbeitete Pallas/ welche in der Mitten über dein Gebälke der Säulen stehet, verlieret durch die Nähe/ in welcher man dieselbe P siebet, da das' Pflaster bis an die Hälfte der Säule» erhöhet ist, und sie scheinet gegen die gehäufeten Zieraten des Gebalks nur wie entworfen. ß. 1.?. Ein noch rühmlicheres Werk für diese Zeiten würden die berühmten sogenanten Siegeszeichen des MariuS sei» / wen man nicht die Gültigkeit einer Inschrift verwerfen will/ die ehemals unter denselben stand/ ehe jene Tropäen von ihrem alten Orte weggenommen worden; die Inschrift zeigete an, daß ein Freigelassener/ dessen Namen verstümmelt daselbst gelesen wurde/ dem DomitianuS diese beiden Weck sczcn lassen. >) Diese müßen als Siegeszeichen deZ Krieges mit den Daciern angesehen werden; den nachdem DomitianuS durch seine Feldherren sich mit wenigen Vortheilen aus diesem Kriege mit dein dacischen Könige DeeebaluS herausgezogen/ wurden demohnerachtet/ wie XiphilinuS aus dem Dio meldet/ ihm so viel Ehrenbezeugungen ausgemachet/ daß die ganze Welt mit goldenen und silbernen Statuen und Bildnissen desselben angefüllet wurde. 2) Es haben zwar Andere geglaubet/ daß diese Tropäen dem AugustuS zu Ehren errichtet worden, Blättern zu verzieren. Hingegen ist der übrige größere Theil derselben »och glatt, von edler Einfachheit und reiner Zeichnung. Die Abbildung von den Figuren auf dem Trimml,, bogen des Titus geben Montfaueon (t. 4. >>>.gg> und Bart 0 li. t»v. I — 9. Meyer. >) Orutcr. Iiiscrixt. t. 2. p. 10L4. n. 5. kabrcui Lvlmw na 1>aj. c. 4. p. >o3. 2) In llomll, i>. 232. 11 Buch, 3 Kap. und dieses' aus dem Orte selbst schließen wolle»/ wo dieselben vorher standen/ welches ein castcllum der Mischen Wasserleitung des' Agrippa war, das ist: ein Gebäude/ wo das Wasser an verschiedene Orte hin vertheilet wurde; sonderlich da es bekant ist/ daß Agrippa dergleichen Gebäude seiner nach Rom gefübreten Wasserleitung mit Statuen und Werken der Kunst anSgezieret. Aber gesezet, daß diese Wasserleitung vom DomitianuS ausgebessert worden (welche Muthmaßung durch das Stillschweigen des Frontinus nicht unkräftig wird)/ so ist die Wahrscheinlichkeit für meine Meinung größer/ wen ich sie für Werke des DomitianuS halte/ durch die Ver- gleichung derselben/ welche ich gemachet habe mit Stüken von anderen Siegeszeichen/ die in der Villa i Barberini/ zu Castel-Gandolfo entdeket/ und daselbst eingemauert worden/ das ist: an dem Orte/ wo ehemals die berühmte Villa dieses Kaisers war/ > und durch die vollkommene Ähnlichkeit der Arbeit/ !>nd im Style der einen sowohl als der andern. §. 2d. Die vortrefliche Arbeit dieser Siegeszeichen/ und die ausnehmenden Zieraten an denselben ! sind dem Begriffe der Kunst zu dieser Zeit gemäß/ i und könten mit den erhobenen Arbeiten an der gedachten Friese des Tempels der Minerva auf des DomitianuS Foro PalladiS/ wie von einem 1) ?Iin. I. 36. c. t?. sect. 24. n> g. 2) Diese Troväen sind musterhaft angeordnet. Man be< merkt an der zur Rechten eine Gefangene mit ganz vor- treslicl, gelegtem Gewände; indessen sind die Massen desselben durch viele kleine Falten unterbrochen; auch scheinen die Waffen, wiewohl vom elegantesten Geschmak, fast überflüssig reich verziert. Slusgesührt sind diese stark Geschädigten Denkmal« fleissjger, als die erhobenen Arbeiten am Pallastempel oder am Bogen det Titus. Me»er. Winckelmau. 6. Z t 2-^2 Geschichte der Kunst. Meister gearbeitet gehalten werden. Fabretti M zwar behaupten , daß dieses die Tropäen des R«- rius seien, und weiset diejenigen als Unwissende ch denen es Arbeiten von sdes^I TrajanuS Zeiten geM nen, weil er die Arbeit an denselben so grob uni unanSgeführt findet/ daß er dieses Werk mit da Figuren an des ConstantinuS Bogen, die in barbarischen Zeiten gemachet sind, vergleichet. U« hat zu seiner Widerlegung nur ein Auge nöthig, „ gerade das Gegentheil zu finden, und er zeiget in aller Gelehrsamkeit so wenig Einficht in die Kling, daß er den Kopf der sogenanten traurenden Provtz Daeia,^) unter der Noma im Campidoglio, sti alt hält, so wie die neue Friese in dem inneren W des Palastes Santa Croee.^) Dasjenige, was dip ser Gelehrte über die Waffen dieser Siegeszeichen vorbringet, ist eben so wenig wider diejenigen, die dieselben dem TrajanuS zuschreiben, als ivckr mich in Absicht des DomitianuS. Den es Md 1) Oc Lolumn^ p. lvZ. 2) Die traurende Provinz, eine auf Waffen sizende i«eit> licke Figur mit angezogenen Knieen, welche den Km anf die Hand stiizt, wird wegen der gefälligen Stell« und des zierlichen Gewandes hochgefchäzt, und ist mi neuern Bildhauern und Steinschneidern oft nachgebildet worden. Doch mochten wohl die Falten an dicfem De»k° male bei strenger Prüfung etwas zu gehäuft und z» klein befunden werden. Der Kopf ist wirklich modern, «m der Autor anmerkt; eben fo der linke Vorderarm samt der Hand, worauf sie sich stüzt, und der Ellenbogen Vom rechten Arm. Urfprünglich muß dieses Werk dir Schlußstein eines großen Triumphbogens gewefen sein, wie aus der Gestalt des Ganzen und aus den umgebew den Ornamenten von Eiern, Laubwerk und Voluten kl« j hervorgeht. Meyer. 11 Buch/ Z Kap. 2 i- in allen Siegeszeichen und anderen Denkmalen überwundener Völker römische und barbarische Waffen mit einander vermischet und unter einander geworfen/ wie man sonderlich an dem Basamente der Säule des TrajanuS siehet/ wo des Künstlers Absicht gewesen zu sein scheinet/ seine Composition zu vervielfältigen/ und dadurch schöner zu machen. Unter den Waffen der Siegeszeichen/ von welchen die Rede ist/ hat sich der Bildhauer begnüget/ den Schildern eine ausländische Form zu geben / im Übrigen aber dieselben gezieret/ wie immer ein Schild hätte sein können/ welcher in Tempeln ausgehänget zu werden bestimmet worden. ES führen dieselben auf jeder Seite unten und oben einen Wolf/ welches Thier zugleich mit dem Adler eines von den römischen Feldzeichen war. Die Helme sind ebenfalls von griechischer oder römischer Form; auf zween sizet oben ein Sphinx/ welcher auf dem einen Helme einen Pfer- defchweif trägt/ auf dem anderen aber einen Federtusch. Auch die Degen haben die alte griechische Form/ und die Scheide endiget sich unten in dem sogenanten Pilze. In dieser Betrachtung sehe ich keinen Grund/ diese Werke dem TrajanuS abzusprechen: ich finde aber auch eben so wenig Bedenke«/ dieselben dem DomitianuS zuzueignen/ sonderlich da man die erwähnete Inschrift anführen kan. Ein neuer Seribent glaubet/ daß dieselben nach der Schlacht bei Actium gesezet worden sind/ aus keinem andern Grunde/ als weil er in der wellenförmig auS- gefressenen Bas- derselben eine Vorstellung des Wassers zu finden vermeinet. §. 2l. Die Bildnisse des DomitianuS sind sehr selten/ weil der römische Rath dieselben zu ver- ,) ?1!n. I. !0. c. 4. sect. 5. Geschichte der Kunst. tilgen beschloß;^) es ist auch bisher in Nom, außer dem schönen Kopfc desselben imMuseo Capitolj- »0/ nur eine einzige Statue im Palaste Giußj- niani als die seinige erkant worden.^) Diejenige aber irren, welche dieselbe als diejenige angebe», die, nach dem ProkopiuS, dessen Gemahlin De- mitia auf Erlaubniß des Raths ihm nach dessen Tode sezete, da alle andere Statuen desselben i» gerissen waren: den diese war von Erzt, und »st zu gedachten ScribentenS Zeit erhalten, da hing,- gen jene von Marmor ist. Ferner ist falsch, mi jene vorgeben, diese Statue habe nichts gelitten: den sie ist unter der Brust entzwei gebrochen gem- sen, und die Arme sind neu; es ist auch zweifelhaft, ob der Kovf der Statue eigen sei. Ich hab, gesaget, daß nur diese Statue, welche geharnischi ist , als ein Bildniß deS DomitianuS erkant weiden , weil man eine unbekleidete und heroische Statue desselben in der Villa Aldobrandini nicht bemerket hat."«) Der Kopf hat zwar viel Leben »nd Charakter, t«S verwandte der Kunstler keine große Sorgfalt aus ti! Ausführung der einzelnen Theile. Die Rafe ist neu an den Ohren bemerkt man ebenfalls einige Restamali«- nen. Meyer. Z) ?rocop. c. g. Die Statue des Domitianus im Palaste Giusti- niani ist eine kraftige, derbe Gestalt, und gut genug gearbeitet; die Rüstung ist besonders hübsch verziert. Da rechte Arm ist ohne Zweifel neu; der linke nicht -M besinnt. Roch eine Statue des Domitianus iinitl sich im Palaste Rospigliosi, und eine andere in dei Villa A l d v br a n di ni. Meyer. 4) ^ilier die Statuen des Domitianus äussert stch d» 11 Buch/ 6Kap. §.22. Endlich wurde im Frühlinge des Jahres 4758 eine andere ungeziveifelte heroische Statue des DomitianuS gefunden/ an einem Orte/ welcher alla Colonna Heisset/ und zwischenFraftati und Autor >» den Anmerkungen, S. also: >, ?ie „ Statuen des Domitianus, des Bruders und Nach- „ folgers des Titus, wurden in Rom vernichtet, die „von Erzt geschmolzen und also verkaufet, und die Vcn „Marmor wurden zerschlagen, so daß sich nur drei der, „ selbe» erhalte» habe», eine in der Villa des Herrn » Cardinais Alexander Albani, die zweite im Pa- „ laste Nospigliosi, und die dritte stehet unerkaut in „der Nilla Aldobraudini, und ist unbekleidet, über „Lebensgröße, mit einem Palndamento über die linke 1, Achsel geworfen, wie die erstere. " In Bezug aus die Statue Domi ti ans im Palaste Giustinia ni schreibt er S. ZSL der erste» Ausgabe: „ Was aber Montsan- 1, con expliq. Luppl. t.4. I>I. 4. P.6.) von dessen „Statue im Palaste Gi ustinia ni saget, ist falsch; „ er behauvtet, es habe dieselbe nicht den geringsten Scha» „ den erlitten, und es sei die einzige von den Statuen „dieses Kaisers, die der Rache des römischen Raths, 1, welcher alle Bildnisse desselben zu Vertilgen beschlössen, 1, entgange» sei. Es scheinet, man halte die giustini- „ anische Statue für diejenige, welche auf Bitten des- „ sen Geniahli» ihr zugestanden worden, diese aber war „ von Erzt, u»!> stand noch aus dem Capitolio zu ldes) Prc»' „ kovtus Zeiten, und jene ist von Marmor. Hernach „ ist es falsch, daß diese nicht gelitten : den sie ist unter 1, der Brust eutzwei gebrochen gewesen, und die Arme 1, stnd neu: es ist auch zweifelhaft, ob der Kovf zur Stc, „ tue gehöret. M 0 »tfauco » hat Lust, etwas zu re> „ den über die Figuren auf dem Harnische derselben, „ allein aus dem unrichtigen Kuvser, welches er vor Au- „ gen hatte, konte er »ickts Sicheres beibringen. Dasje, i, nige, was Massei für eine Sirene hält mit einem „ Fisch schwänze, und was jenem anders scheinet, ist „ dergleichen; aber man hätte sie eine Nereide »ennrn „ sollen: den die Sirenen haben Vogel süße. Die -1 mittelste Figur, welche mit einer in die Höhe gehvbe. 2-56 Geschichte der Kunss. Palestrina liegt/ ebenda/ wo kurz zuvor eine Venus und im vorigen Jahrhunderte Inschriften ent- deket wurden/ die hier eine Villa eines Freigelassenen eben dieses Kaisers anzeigeten. Der Leib bis auf die Kniee/ aber ohne Beine und Arme/ (eine Hand ausgenommen/ die sich über der Hüfte erhalten hat) wurde nicht tief unter der Erde gefunden und war daher sehr zerfressen; und man sah an demselben offenbare Zeichen verübeter Gewaltsamkeit/ Hiebe im Kreuze und riefe Stöße, woraus zu muth- maßen ist/ daß auch diese Statue in der Wuth wider das Andenken des Domitianus umgeworfen und zerschlagen worden; den es wurde sogar dessen Name/ wo sich derselbe auf Inschriften fand/ aus- gehauen und vertilget. Der abgelösete Kopf wurde viel tiefer gefunden/ und er hatte daher weniger gelitten. Diese Statue ist unbekleidet und von großer Schönheit. 2) um den Kopf ging eine Krone „ nen Hand vorgestellet ist, hält mit beiden Händen vor ^ dem Unterleibs Früchte. Aus dem Thiere, aus wel- „ chem ein Kind reitet, weiß der Erklärer nicht, was er >, machen soll; auf dem Kupfer ist es ein Ochse: weil man sich die Mühe nimt, die Statue in der Nähe zu „ betrachten, so findet man, daß es die Liebe ist, wel- „ che auf einem Löwen reitet. " Me » er. 1) k'sbretti, Inscr. c. 4> x. 274 et ZZo> Eben so erging es dem Namen ^s,r»?«i»vs in den Inschriften des Cara- calla; in einer derselben, welche in dem vor einiger Zeit zu Pozzuolo entdeketen Gvmnasio gesunden worden, ist gedachter Name halb vertilget. Es heisset dieselbe kl— coi.oin^ W in cke l »1 a >1. 2) !>lonum. 6» Hluseü IVapol. t. Z, pl, 2g. Hier möchte der schiklichste Ort sein, auch an die Bildnisse der Domitia, der Gemahlin des Domitianus, zu erinnern. Sie find so ausserordentlich selten, daß Nis> 11 Buch/ 3 Kap. 247 von Erzt/ von welcher man die Stifte siehet/ an welchen sie befestiget war. Der Herr Cardinal Alexander Albani hat dieselbe ergänzen lassen/ und sie stehet/ nebst anderen kaiserlichen Statuen/ unter dem größern Portico des Palastes in seiner Villa. ß.23. Vom Nerva ist ausser einem Theile feines Forums und sonderlich den prächtigen korinthischen Säulen eines Porticus nebst der oberen De- ke desselben/ und ausser wenigen Köpfen/ nichts übrig. In Absicht der Deke des Porticus/ die mit fogenanten Mäandern gezieret ist/ merke ich an/ daß hierdurch des H esychiuS Erklärung des Worts , welches bei ihm daS ist: ein Zierat an Deken ist, bestätiget wird.') Dieses erinnere ich/ weil ein neuerer KritikuS/ dessen ich mich izo nicht entsinne/ anstatt -x-ix-x-?/ lesen wollen durch welche vermeinet- Verbesserung derselbe diesen Zierat allgemeiner zu machen/ und auf alleS/ was bemalet gewesen/ zu deuten gedacht hat. Zn der That finden sich die Mäander auf allen alten Malereien und Gefäßen sehr häufig/ aber an Deken alter Gebäude sind sie sehr selten. In Rom ist davon kein anderes Beispiel als die Deke des gedachten PorticuS/ und a» Gero »ti, welcher ohne Zweifel in diesem Fache der erfahrenste Kenner war, behauvtet, eine im Muse» Pio- Clementino (i, Z> p- tav. 5,) crklarte und abgebildete Statue fei das einzige zuvirläßige Bildniß dieser Kaiserin aus Marmor. Selbst das capitolinische Brustbild, welches ihren Namen siihrt, will er nichts siir äclit erkennen, und eben so wenig ein anderes, das aus der Samlnng des Gravcn Fede in's P i o-C l ein e» ti nu m gekvmnie» ist. Meyer. >) In v. 24s Geschichte der Kunst. banden ausser Rom ist mir nur eine Deke zu Pal- myra betaut, l) §.2^. Ein sehr schöner und seltener Kopf dieses Kaisers befindet sich in dem Museo Capito- linv/ und wird sehr irrig von dem Erklärer dieses Musei für eine Arbeit des Zllgardi ausgegeben/ welcher an demselben nichts als die Spize der Nase und des OdrS ergänzet bat/ und so behutsam mit diesem Bildnisse umging/ daß er angestanden/ die Erde/ die sich zwischen den Haaren angesezet hat/ abreiben zu lassen. 2) Der Herr Cardinal Alexan- i) Wood, liulns ok pslinz-r. pi, ig. Man bildet die sogenanten Mäander sehr häufig an den Hauptgesimsen der Gebäude/ wie in den angeführten Nuinen zu Palmpra lxl, 6etn.) in denen vonBal- vek (p>. 22. 27. Z4.), in den Bädern Von Nimes (LIvris. »eau, ^ntiiz. >Ie ?r-inee, preru. xsit. x>. 36.), in den Trümmern des Palastes des Diocletianus zu Spa- ?atro, in dem Tempel des Deus Nediculus zu Cas- sarella, an dem Sarkophag der Cäc i lia M e t e l> a im sarne fischen Palaste, und an vielen andern alten Denkmalen. Fea. s) Lottsri Nlus. Lsxitol. t.2. tav. 27. p. Zi. Bottari fagt nur, daß der erwähnte Kopf in Hinsicht der Arbeit Ähnlichkeit habe mit der Manier des Algar- di; übrigens hält er ihn für antik. Fea. Troz der Versicherung Winckelmaiis ist der Kopf i>es N erv a im Mufe 0 C a pit 0 li» 0 doch eiue moderne Arbeit, wie Nisconti (kl,15. ?io-cien>. t. Z. p. 7.) erinnert, unter den Bildnissen des Nerva ist wohl das vorzüglichste, an Kunst wie an Umfang, die im Pio- Clementino befindliche fizende kolossale Figur. (TV 3. tav. 6.) Sie bestehet aus zwei Theilen, dem obern nak< teil, und dem unter» bekleideten. Beide sind zwar an« tik, und mit Ausnahme der restaurirten Arme wohl erhalten; auch stimmen sie in Gestalt, Größe und Arbeit mit einander überein doch haben sie ursprünglich nicht zusammengehört. M e»er. 11 Buch/ 3 Kap. 249 der Albani/ durch welchen dieser Kopf in gedachtes Museum gekommen ist, erhielt denselben von dem Bruder deS lezt verstorbenen Prinzen Panfili/ de6 lezten seines HauseS/ in dessen Villa dieses Brustbild stand. Der Marchese Nondinini aber be- sizet ein völlig erhaltenes Brustbild nebst seinem alten Sokel, welches vermuthlich auch ein Brustbild dieses Kaisers ist/ und unter die seltenen Köpfe gehöret/ deren Nase nicht beschädiget worden. ß. 26. Von der Zeit des Nerva würde/ nach ^deS^Fulvius Ursinus Angebend) die sizende Figur eines griechischen Sprachlehrers sein/ welcher in der Inschrift auf dem Sokcl n, ri>xi>iiko- mrvs Heisset; dessen Bruder hatte ihm dieselbe sezen lassen. FulviuS UrsinuS/ welcher dieselbe be- kant gemachet/ glaubet/ eS könne dieselbe einen Epaphroditus aus Chäronea vorstellen/ welcher/ nach dem Snidas/ unter dem Nero und unter dem Nerva geblühet hat. Diese Figur/ welche nicht völlig halb so groß als die Natur ist, stehet in dem Hofe des Palastes Altieri in Campitelli zu Rom. 3) §.26. Unter dem TrajanuS bekam Rom und das ganze römische Reich ein neues Leben, und er sing an / nach so vielen Unruhen durch die großen Werke/ welche er unternahm/ die Künstler aufzumuntern. 4) Die Ehre einer Statue/ welche er sich t) Mit einem ander» sehr schönen Kopf des Nerva schmnk- tc der Cardinal späterhin seine Villa ebenfalls. Fea. Z) Sie hat nicht völlig natürliche Größe. Ist dieses Denkmal wirklich zur Zeit des Nerva entstanden, so muß man annehmen, daß es von einem mittelmäßigen Künstler herrühre. Me»er. 4) ?Ioii xro«iu, in line. 250 Geschichte der Kunst. nicht allein/ mit Ausschließung Anderer/ anmaßete/ sondern mit wohlverdicneten Männern theilete/^) kan der Kunst sehr beförderlich gewesen sein; ja wir finden/ daß jungen Leuten von großer Hofnnng Statuen nach ihrem Tode gesezet wurden. 2) Es scheinet/ daß eine sizende senatorische Statue in der Villa Lndovisi von einem Zenv/ dem Sohne des AttiS ans Aphrodisium gemachet, von dieser Zeit sei - der Name desselben, stehet auf dem Zipfel des Gewandes dieser Statue/ und ist von niemanden bisher bemerket worden. Man könte glauben/ daß sich damals eine Schnle der Kunst an besagetem Orte in Karten (wen man die bekantesten unter vielen andern gleiches Namens nimt) aufgethan/ wegen verschiedener Namen aphrodisischer Künstler/ welche sich erhalten haben. 4) Ein anderer Zeno aus StaphiS^) in Asien/ der das Bild seines SohnS glei- 1) plin. ^ancMric. c. Ü2. Z4> 5Z. Zg. 2) ?Iin, I. 2. exist. 7. t Z) ??ach der Gewolinlieit der Alten, in deren Gewändern aus dem Rande zuweilen Buchstaben gewurket sind, sku- I>cn. ile ro voslii»-. I. >. c. > 0. (üsixxini Vet. nion. t. 1. c. iZ.) Winekelm an. sDie Inschrift lautet: in der vorläuf. AbHandl. wie folgt: rnoiLi.Z 4) Inscript. in Orsovii ?Iieszur. 8ic!I. t. 6. Unter der antiken Statue einer Muse in der floren> tinischen Galerie liest man - Opus ^ililiani ^pl>rn<1izie- NI5, welches nach Nu 0 uarr 0 ti (Os^erv. «opr» .ilc. sr.imm. rc>iii^iens!z heissen sollte. sAu§ Aphrodisias in Cvvern? Siebelis.Z Meyer. 5) sMan sehe die folgende ?>o te.) 11 Buch/3 Kap. 2^1 ches Namens/ in Form einer halbbekleideten Herme,, auf dessen Grabmal gcsezet/ wie aus der Inschrift derselben aus nennzehen Zeilen erhellet/ !) wird nicht viel später gelebet haben; der fremde Kopf/ welcher t) Es ist dieselbe folgende i» Versen: S. X. 1^1 xer ci/^c) nicroc x^ici ?xxi>i^ici ri-'r^e m>c>'rLS!>ittxo'ri n^i^i xäi rixc>t>i^c ^roc) x?ro»i Dns inkeris! ?2lris mik! ^cuoni kesia est ^pliroiZisias; mullnz vcro in'- I,es Lsus n,eis ar-lilzus peragrans et conüciens 2enoni «tlo- Die lezten Zeilen dieser Inschrift sind nicht völlig zu lesen. Es ist dieselbe »och von niemand bekaiit gemachet. Ausser der erhaltenen Anzeige eines Künstlers, könte ste auch dienen, theils den Namen der Stadt in Asien, welcher sich bei keinem Scribenten findet, bekaiit zu machen, theils die Buchstaben auf einer Münze Königs Epiphanes, worüber man (keger. I^cs. Lranll. t. l. p. 25g. Wise, I^unini. »nt. Lolllcj. p. i i6. (^uper. treten, zu erklären. Es könte der abgekürzete Name dieser Stadt sein: den und ?--t-Z-//l-l-7>!x scheinen zu weit gesuchet. Das unrichtige S»lbenmaaü wird hier niemand irre machen, der die Nachläßigkeit der griechischen Dichter dieser und der folgenden Zeiten kennet, geschweige den in Inschriften. Bei dieser Gelegenheit will ich eine andere Inschrift 262 Geschichte der Kunst. auf diese Herme gcsezet ist/ erlaubet nicht/ mit mehr Wahrscheinlichkeit auf die Zeit derselben zu schließe^ dieses Denkmal befindet sich in der Villa Ne- groni. Wohin ich aber einen Antiochnsvon Athen sezen soll/ von welchem eine Pallas von zweimal bekant machen/ welche aus der Vase Von einer Statue des Bakchus in Griechenland sich weiß aber nicht an welchem Srtc) stehet: vermuthlich befindet sich dieselbe aus der Insel Seio: den ich habe diese und andere Inschriften von daher erhalten: rc>n 4io»'rI»te Herme des Zeno ist »,,'t allen ander» Denkmalen der Villa Negroni an den Herrn Jenkins kominen^ Wir haben die Inschrift an derselben nach der richtigen Lesart mitgetheilt/ welche Fea der sorgsältigen Untersuchung Viscontis verdankt. Die wahrhafte Vaterstadt des Zeno war also Avhrodisias/ nndWinckel- Mails Vermuthung wegen Stavbis/ einer Stadt in Aste»/ fällt. Visconti ist nicht abgeneigt zu glaube»/ daß der hier erwährte Ze»o eine Person sei mit dem Meister der oben erwähnten senatorischen Statue in der Villa Ludovisi, — Das Wort ist ohne Zweifel auf den Künstler zu beziehen; sollte derjenige, welcher die Statue machen lasse»/ angezeigt werden/ so müßte es heissen. tJn Plutarchs Nu- m a (c, iZ.) steht vom Künstler, Sie» belis.Z Meiler. 11 Buch/ Z Kap. Lebensgröße in der Villa Lndovisi stehet, weiß ich nicht; die Statue ist schlecht und plumv, und die Schrift scheinet älter/ als von dieser Zeit. §.27. Das größte Werk von sdeS^i TrajanuS Zeiten ist dessen Säule/ welche mitten aufdem Foro 4) Die Abschrift dieses Namens, welche man dem Carlo Dati (Vite xv2 i^ivü rioiKi Mass ei (Aus. Vcr. In^cr. var. >1. 3i8. n. 4.) gibt den« selben, wie er müßte ergänzet werden, olme Anzeige der Verstümmelung. Ich gebe ih»/ wie er aus der beschädigten Base stehet: ^ . 71VXOZ ..... li^io^ rioii-1 Der Name eines Atttiochus (Qori Inscrixt. t. ». t!>d. >. n. 4. <)uirini epist. all I^rerot. p. 2g ) steht auch aus zween geschnittenen Steinen. Winckelman. Zwar hat die Pallas des Antiochus von Athen keinen sehr strengen oder hohen Charakter in der Bildung ihres Gesichts, sondern vielmehr etwas Gemüthliches und Menschliches, runde Wangen und offene Augen; doch »mg sie, wie wir aus der sast geraden Stellung, ous den tief gezogenen Fallen des Gewandes ahnen können, wohl nach einem Werke des hohen Sti>ls copirt sei». Jni Ganzen der Figur herscht sreilich etwas Steifes u»d Frostiges, welches man auf Rechnung des Coolsten sezen muß; indessen vernimt der Beschauer doch gleichsam einen leisen Nachklang von stiller Würde und Majestät, womit das Original geschmükt war. über den Hüften ist das Gewand anstatt eines Riemens mit Schlangen gegürtet. Beide Arme und die Svize der Nase sind Aeu; der Mund und das Kiii beschädigt. Meoer. In der« rsten Ausgab e, S.40Z, liest man noch : „Die „beiden Centaure des Cardinals Furietti, von „ schwärzlichem sehr harren Marmor, welchen man Bi- ?jZ.io Heisset, vom Aristeas und Pappias, gleichsatts Geschichte der Kunst. stand/!) er durch den Apollodorus von Athen bauen ließ/ und zu dessen Gedächtnisse eine seltene goldene Münze gepräget worden/ auf deren Riikseite ein Gebäude dieses PlazeS angegeben ist. Hat jemand Gelegenheit/ die Figuren auf der Säule in GypS geftrmet zu betrachten/ so wird er er- ,, ans Aphrodisiuni, gearbeitet, sind als Copiee» vou de>» „ b o r g h e si sch e n Centaur anzusehen, und in der „ Villa Hadriani gesunden worden. Der Oberleib „von einen, Centaur gleicher Große, und aus eben » dein Marmor, befindet sich in der Villa Alrieri, und „ an demselben ist dieses besonders, daß die Augen und „ die Zähne von weissem Marmor eingesezet sind." Wir haben diese Stelle nicht in den Tert ausgenommen, weil der Autor im folgenden Kapitel der hier erwähnten Centauren noch einmal gedenkt, und sie als Werke aus der Zeit Hadrians anführt. Meyer. l) Sie wurde ihm vom Senate errichtet nach dem Siege über die Dacier, wie die Inschrift an der Basis zeigt. Dio Cassius (1.6g. c. >6.) behauptet, daß die Säule Von Trajanus errichtet sei; doch gibt er keinen Grund seiner Behauptung an. Fea. Die erhobenen Arbeiten daran verrathen im Ganze» einen guten Stvl; die Kopse der Figuren sind geistreich, die Zeichnung ist richtig, und alles drükt die derbe, rüstige, durchgearbeitete Gestalt der Solbaten aus das Beste aus. Die Falten der Gewänder sind sast überall breit und einfach gelegt; doch bilden sie nicht immer ganz reine Massen, fondern laufen zuweilen über hohe Stellen der Glieder weg. Man bemerkt nur wenig von schön angeordneten Grupen und vorzüglich gut aufgefundenen Motiven; in Hinsicht auf Anordnung scheint blos der Contrast unter den Figuren beobachtet zu sei», und auch dieser nicht immer mit großer Sorgfalt. Aber die durchgehende gleich meisterhafte dreiste Ausführung, verdient bewundert zu werden. Die Stellungen der meisten Figuren sind der Handlung derselben wohl entsprechend, na- 11 Buch/ 3 Kap. staunen über die unendliche Verschiedenheit in so viel lausend Köpfen an derselben. Im sechzehnten Jahrhunderte war noch der Kopf übrig von der ko- lossalischen Statue dieses Kaisers, welche auf der Säule stand; von demselben findet sich weiter keine Nachricht.^) Der edle venetianische Abt Farset- ti/ welcher mit königlichen Kosten die besten alten Statuen in Rom abformen lassen, und sich durch eine Malerakademie/ welche er zu Venedig stiften wollte/ um fein Vaterland verdienet zu machen gedachte, hatte auch den Anschlag gemachet/ diese ganze Säule von neuem formen zu lassen; man hatte sich schon um neuntausend Scudi verglichen: die Kosten des Gerüstes hätte Herr Farsetti getragen. §.28. Von den Gebäuden seines Forums / die jene Säulen umgaben/ und deren Deken oder Gewölbe von Erzt waren/2) kan man sich einen Begrif machen aus einer daselbst im Monate August 1766 entdeketen Säule von dem schönsten weißschwarzen Granit/ die acht und einen halben Palm im Durch- tnrlich und einfach. Der Lorbeerkran!, aus welchem die Säule als auf ihrem Wulste ruht, die schön gearbeite, te» Waffen am Fufigestette, und die leicht schwebende» Nictorie» neben der Inschrift, geben an Kuust den erhobenen Arbeiten auf dem Schafte der Säule im geringste» nichts »ach; die Viktorien lind vorzuglich gute Figuren; ste haben leicht flatternde Gewänder, deren Falten in feinem Gefchmak geworfen sind; auch haben sie sonst viel Zierlichkeit in ihrem Charakter, in Formen und Verhältnissen. Meyer. t) Im Palaste, welchen damals der Cardinal della Valle bewohnte. F e a. 2) Lillccon. IZistor. utr. IivIIl Oacic. ia Lvluiima Iraj. n. 12. Z) ?aus!m. sl. 10. c. 5.) 1.8. c. i z. 2-56 Geschichte der Kunst. Messer hielt. ES wurde dieselbe gefunden/ da man eine Gruft machete zur Grundlage einer Auffahrt zu dem Palaste Im peri ale, und zugleich mit derselben ein Stük des oberen Gesimses, oder die Cor- > nische der Architrave von weissem Marmor/ welche diese Säule trug, und über sechs Palmen hoch ist. Da nun die Cornische das' Drittheil und noch weniger von dem Gebälke ist, so muß dasselbe über achtzehn, Palme hoch gewesen sein. Dieses Stük hat der Herr Cardinal Alexander Albani in seine Villa sezen lassen, nebst einer Inschrift, die den Ort anzeiget, wo dasselbe entdeket worden. ES zei- geten sich beim Graben an eben dem Orte noch andere fünf Säulen von gleicher Größe, die in der Tiefe liegen geblieben sind, weil niemand die Kosten tragen wollte, dieselben heraus zu heben, und man hat auf diese Säulen die Grundlage gedachter Auffahrt gesezet. Nach der Säule kan als das edelste Werk der Kunst, welches sich erhalten hat, der ko- lossalische Kopf gedachten Kaisers, in der Villa des Herrn CardinalS Alexander Albani, betrachtet werden; es ist derselbe von der HalSgrube bis auf den Wirbel fünf römische Palm hoch.^) 1) Orlanili ad Kurdin! I.?. c> g. p. 2ZÜ. An dein Foro Traiani war die kaüilica wel» che sich auf so vielen Münzen findet/ »nd die berühmte Bibliothek. l. l l. c. I 8i6. x. 2S4. Voxisc. in.^.urel. x. 4>7 —4>3.et6o6.) F ea. 2) Das Museum Cavitolinum besizt ausser einem ko> lossalen, mit Eichenlaub bekränzten Brustbild des Traja- nus (6 B. 2 K. ,16 §>) noch zwei andere in natürlicher Oröize; das eine, wo der Kopf nie von der Brust abgebrochen war, kan sogar vortreflich genant werden. Die Nafe, das Kin und das Ohr auf der rechten Seite stnd neu i der Mund, die linke Wange und der Stirnknochen über beiden Auge» Haben gelitten. Eine gut gearbeitete 11 Buch/3 Kap. 257 Z. 29. ApollodornS/ welchen TrajanuS von Athen kommen ließ/ den Ban dieses Forums zn führen/ zeiget/ daß in dem / was die Kunst betrift/ die Griechen allezeit den Vorzug hatten / ja es war ihre Sprache in Rom beliebter als selbst die römische/ welches die in griechischer Sprache von Römern verfasseten Geschichten unter anderen beweisend) Daher geschah eS/ daß sich Römer griechische Grabsteine sezen ließen/ und auf dem Sokel einer römischen Statue, die sich zu unserer Vater Zeiten in Rom befand/ standen die Worte: den,/ der den Zoll ehrlich verwaltet welches ein Römer gewesen sein muß. ?) Vor weniger Zeit fand sich folgende römische Inschrift in griechischen Buchstaben, die zwar, nach der Form derselben zn urtheilen, nicht von sehr später Zeit der römischen Kaiser ist, welche izo in der Villa des Herrn Cardinals Alexander Alba- ni stehet: ä. öl. tizende Figur ist aus der Villa Mattei in das Museum Pio-Cle in en t inu in gekommen. (?. 3- iav.7. Alonnm. Int. «In Hlusee t. 3. Z)I. 32.) Der Kops dieser Statue, in welchem man Trajans Znge nicht verkenne» kan, ist ausgesezt, und hat ursprünglich nicht zur Figur gehört. Visconti (IVlus. ?io - Llei». t. Z. x. 7.) meldet, daß sich das schönste von alle» l>e> »anten Vrustbildern des Traianus gegenwärtig in Eng- land befinde, im Befize des Obristen Campbell. Zn Constantinopcl war eine Statue des Traianus zu Pser> de, von Erzt. (Ledren. x. 322.) Meyer. j >) "kTet^. (ükil. 2. Inst.34. v. L2. 2) LcaliAer. in Tuseb. clironic. »ui». >973. x. 16g. 4t * 25s Geschichte der Kunst. iii'iore. ?nnv Liore. xoiori-i. ch»xir. das ist: v. ». cvs. iirivs. 2^0 DIV8. C0IVIVQI. ZUekLlVri. I'LLII'. Z. 30. In Absicht der Baukunst verdienet der Bogen des Trajanus zu Ancona mit angeführet zu werden; den man wird an keinem alten Gebäude so erstaunend große Blöke Marmor angebracht finden. Das Basament des Bogens bis an den Fuß der Säulen ist aus einem einzigen Stüke; in der Länge hält es sechs und zwanzig römische Palmen und ein Drittheil; die Breite ist von siebenzeheir und einem halben/ und die Höhe von dreizehen Palmen. Oben auf diesem Bogen stand dieses Kaisers Statue zu Pferde/ wovon noch ein Huf auf dem Rathhause zu Ancona verwahret wird. Die Pfei- Sben aus dem Bogen mußten vielmehr drei Statuen sein, die des Trajanus in der Mitte/ die der Plv- tina, seiner Gemahlin, zur Neckten, und die der Mar, ciana, seiner Schwester, zur Linken, weil an den be< filmten Pläzen die aus die genanten Personen bezügliche Inschrift ist, und man drei Statuen aus der bei dieser Gelegenheit zur Ebre des Trajanus geschlagenen Mimte erblikt. Die Inschrift in der Mitte lautet als»! in?, invi. NRKVW:. r. »kiimo. xvs. vrkmxniv. konr. ?io7. xvim. i»i?. ir. «vs. iv. i>> ?. ?novivr«iissi»l». kniKviri. yvoo. 11 Buch, 3 Kap. 259 lcr der Brüke des Trajanus über die Donau dic- neten, nachdem die Brüke abgeworfen war, wie Dion saget, blos dazu, die äusserste Stärke der menschlichen Kräfte zu zeigen.l) §. Zt. Von öffentlichen Werken der Kunst unter dem TrajanuSsind übrig, ausser den schönen Stüken seines BogenS, woraus Constantin den seinigen zu- sammensezeii ließ,») Trümmer von großen erhobenen IIXI.ID, soo. ^III,II li ^ IIX. krcvil». sv^. rvkrv. rv?ic)itL5i. ?>'xvic^?ii'iizvs. krvoivLkiir. v. Fett. 1) I.. 63. c. >Z. , Troja »us selbst ließ die Brüke abwerfe»/ aus Furcht vor den Einfälle» der Barbaren. Me»er. 2) Die erhobenen Arbeiten am Triumvhbogen Constan- tinS/ welche auf Trajans Thaten Bezug zu haben scheinen/ rühren vermuthlich weder von einem einzigen Gebäude her, noch sind sie von einem Meister gearbeitet. Den die acht runden Stüke haben viel hübschere Draperie»/ mit breiten, und besser gelegten Falte»/ als die übrigen. Die acht vierekichten/ welche oben über den gedachten runden an den beiden Hauvtfeiten des Bogens eingefezt stnd/ zeigen sehr stark erhoben gearbeitete / fast freistehende Figuren mir mehr gehäuften / schmaler» Falte» der Gewänder. Die vier große» läiiglich vierekigen Stüke/ von denen zwei i» der Höhe aus den schmalen Seiten des Bogens / die beiden andern im Durchgange des Hauvtbogetts angebracht sind/ erscheinen am flüchtigste» behandelt. Aber der Sti>l ihrer Figuren ist mächtig und groß. Die Statuen gesangener Könige/ welche oben aus dem Bogen stehe» / si»d fleissiger ausgeführt/ jedoch vo» einem nicht »linder gute» Style, so daß es scheint/ als wen die genanten Bildwerke am Bogen Constan- tins/ welche von Gebäuden des Trajanus genommen sind/ von drei oder vier verschiedenen Meistern gearbeitet worden. Me»er. 560 Geschichte der Kunst. Werken / die in der Villa Borghese liegen / und entweder von einem zweiten Triumphbogen dieses Kaisers, oder von einem anderen öffentlichen Gebäude seines Forums zu sein scheinen/ wie die Basilika Ulpia war/ welches Gebäude auf einer schon oben erwähnten seltnen goldenen Münze angedeutet ist. Diese erhobenen Werke stellen Krieger mit ihren Feldzeichen vor/ in Figuren von eilf Palmen in der Höhe/ unter welchen man den Feldherrn unterscheidet/ aber nicht erkennet/ weil der Kopf abgeschellert ist. Des Trajanus Brustbild aber ist deutlich aus einem von den runden Schildern an den Feldzeichen zu sehen/ und auf einem andern dieser Stüke siehet man an dem Feldzeichen/ welches zwei Schilder hat/ auf dem unteren Schilde das Bild des Nerv»/ und auf dem oberen Schilde scheinet wiederum das vom TrajanuS zu sein. Zwei Schilder hatten die römischen Feldzeichen unter dem Caligula/ nämlich dieses Kaisers und des Zlugustus/ vor welchen sich der parthische König Arta bann 6 niederwarf.^) Ja unter dem Tiberiu s trugen die Feldzeichen nebst dem Bildnisse dieses Kaisers zugleich das Schild des Se- zannS/ welches die Legionen in Syrien allein nicht anhängen wollten. 2) Bon eben diesen Gebäuden scheinen die zween gefangenen Könige in Marmor zu fein/ die im Palaste Farnese stehen; den eS sind dieselben auf dem Foro des TrajanuS gefunden/^) und diese Figuren sind es/ welche der große Zeichner Polidoro daCaravaggi»/ der Schüler 1) Luelon. in Lai> c. 14. 2) I>I. in ?!!>. c. 48. 3) Sie werden wahrscheinlich in Neapel sein. Die Arbeit daran ist im Ganze» gut; ihre Gewänder sind hübsch ge> faltet. Meyer. 11 Buch/3 Kap. 25i- des RaphaelS/ häufig in seinen Werken ange- bracht hat. 5> 22. Die große Sorgsalt, welche Trajanus trug, die Werke der Kunst/ die gelitten hatten, auszubessern, ist bekant. Ein thörichter Gedanke ist eS/ wen Maffei einen bewafneten Krieger zu Pferde auf einem erhoben geschnittenen Steine/ welcher eine nakte Figur, die zur Erden liegt, durchstoßen will, auf den Trajanus deutet!^) so unwürdig hat weder Trajanus von sich selbst, noch irgend ein Römer von ihm gedacht. Ein merkwürdiges Denkmal der Kunst von seiner Zeit ist eine schöne nakte Venns, deren Gewand auf ein langes stehendes Gefäß neben ihr geworfen liegt. Der Kopf dieser Statue, welcher ihr eigen und niemals abgelöset gewesen ist, hat die Ähnlichkeit der Mar- ciana, des Trajanus Schwester; es stehet dieselbe in dem Garten hinter dem Palaste Farnese. An eben dem Orte stehet eine jener ähnliche VennS, an welcher nur das Gesäß zu ihren Füßen, worauf das Gewand liegt, verschieden ist. Diese VennS hat ihr gewöhnliches und schönes Gesicht; der Kopf- puz aber ist dem an jenem Kopfe vollkommen ähnlich, das ist: es ist oben auf dem Kopfe ein Knauf von einer gewundenen Flechte; wie an Köpfen der M ar- ciana auf Münzen. Die Seitenhaare sind in besondere Wendungen geleget, und durch ein dünnes Band, welches durch jede Loke gezogen ist, gehalten. Auf der Stirne stekct wie eine Blume aus kostbaren Steinen, die man insgemein Agraffe nennet. Diese herlich schöne, bekleidete Marciana stehet in der Villa Negroni. 2) Ich kan nicht 1) ant. t. 4. n. 14. 2) Beide Venus mögen nun zn Neapel sein. Wohin die 262 Geschichte der Kunst. umhin/ einer seltenen Münze in Gold zu gedenken, welche auf der einen Seite den Kopf der Ploti- na, des TrajanuS Gemahlin/ hat/ und auf der anderen Seite den Kopf der M a rc ian a/ des TrajanuS Schwester: es ward dieselbe mit mehr als Hundert Scudi bezahlet/ und befindet sich iu dem Mu- seo des Collegii St. Zqnatii zu Rom.i) K.63. An den großen Werken, die dieser Kaiser aufführen ließ / scheinet Griechenland selbst keinen Antheil gehabt zu haben! es war auch unter den Griechen keine Gelegenheit/ die Künste zu üben/ da vermuthlich/ ausser den Kaisern/ in keiner griechischen Stadt anderen Personen Statuen errichtet wurden. 2) Wen aber die Griechen damals diese Ehre einer Person erweisen wollten / vergriffen sie sich an Statuen ehemaliger berühmter Männer/ und begnügeten sich/ die Inschrift an denselben zu ändern/ wodurch eine Statue/ die einen griechischen Helden vorstellet«!/ wider die Ähnlichkeit deS Bildes einem römischen Prätor oder sonst einer Person zu- Mareiana aus der Villa Negroni gekommen/ ist uns unbekant. Meyer. <) Bildnisse der Plotina sind: ein kolossaler, ganz vortref- lich gearbeiteter Kovf aus der Villa Mattei, welcher sich nun ini Mufeo Pi o-Clem en t i n o befindet (1.6. x, 6o. lav> ^4,) ; ebenfalls ein Kopf, aber in natürlicher Größe, im Mufeo Capitolino, der, wen auch der kolossale den Vorrang behält, doch immer zu den beste» Denkmalen der Kunst aus Trajans Zeit gehört; er ist voll Wahrheit uud Charakter. Nur steht das linke Auge etwas fchief; ein neuerer Künstler hat die Nase nicht glüklich ergänzt; auch sind die Ohren restaurirt. Meyer. 2) Dem Traianus wurde» von den Griechen insgesamt Statuen aus parischem Marmor errichtet, I. 5. c- >2.) Meyer. 41 Buch/3 Kap. 263 geschrieben wurde/ wie Dio Chrysostomus ein solches' Verfahren den Rlwdiscrn in einer besondern Rede vorwirft.Dieser Redner lebete zu den Zeiten/ von welchen wir reden. l) Orat. Zi. l'-icir. ^naal. I. I. c. 74. Sueton. in 1"ilz. c, Lg. Da! Verändern der Inschrift an den Statuen hieß und das Auffezen neuer Köpfe auf alte Bildwerke Mev? r. lMan Vergleiche LB. ZK. ?§. ta B. t K. 10§.Z Geschichte der Kunst des Altertums. Zwölftes Buch. Winckelma». 6, 12 Erstes Kapitel. §. t. Auf de» Trajanus folgete HadrianuS/ der größte Freund/ Beförderer und Kenner der Kunst/ welcher sogar mit eigener Hand Statuen verfertiget haben soll; so daß daher Victor/ als ein unverschämter Schmeichler saget/ es könne dieser Kaiser als ein Künstler neben den berühmten Bildhauern/ dem PolykletnS und dem Euphranor stehen, i) Wen man von seiner Neigung gegen den alten Styl der römischen Sprache im Schreiben auf die Kunst schließen könte:?) würde er auch in dieser jenen herzustellen gcsuchet haben. Nebst der Liebe znr Kunst war seine Begierde/ alles zu wissen und zu sehen, ohne Schranken; und es war dieselbe der vornehmste Grund der großen Reisen, die er im sechsten Jahre seiner Regirung nach allen römischen Provinzen antrat/ so daß sich Münzen finden von siebenzehen Ländern/ die er durchreiset ist. Er ging sogar nach Arabien und Ägypten/ welches Land er/ wie er selbst in einem Briefe an den Consul SeverianuS saget/ völlig ausstudiret hatte. §. 2. Durch den Hadrianns wurde die Kunst auf den Thron erhoben/ und die Griechen/ so zu rede»/ mit derselben; so daß seit dem Verluste der. Freiheit Griechenland keine glüklichere Zeit erlebet/ und keinen mächtigern Freund gehabt hatte. Den dieser Kaiser nahm sich vor/ Griechenland in die vorige Freiheit zu seze»/ indem er eS für ein frei- 1) in ^1. princ. FVclo,- ^ e? A!evev. 2) Zparüan. in Adrian, c. 16. 3) Voxisc. in Laturn. c. 6. 268 Geschichte der Kunst. cS Land erkläret-, und suchete den griechischen StA- ten ihren vorigen Glanz wieder zu geben.') z, dieser Absicht ließ er nicht allein in Athen so stark bauen, wie PerikleS vor Zeiten gethan hatte, sw dern es wurden auch alle berühmte Städte in Gw chenland sowohl als in Kleinasien mit öffentlich« Gebäuden, Wasserleitungen und Bädern ausgeziertt.^j Ein Tempel, welchen er zu Cnzikum aufführen lich wurde unter die sieben Wunderwerke der Welt geM, let: und vielleicht sind von demselben übrig die erstw nenden Trümmer daselbst, die seit langer Zeit den dw tigen Einwohnern zu ihrem Baue dienen. Er trat den Parthen ein großes Land ab, um, wie es schw net, zugleich zu diesen seinen großen Absichten Rch zu haben. ß.3. Gegen Athen aber äusserte Hadriainiz eine ganz vorzügliche Neigung, theils weil dich Stadt der Siz der Künste gewesen war, theils Nil er viel Jahre daselbst gelebet und die Stelle eimj Archon verwaltet hatte. Er gab den Atheniensm die Insel Cephalenia wieder, bauete den Tcmxil des Bakchus und vollendete den Tempel des olympischen Jupiters zu Athen, nachdem dersckt an siebenhundert Jahre, vom Pisistratus angelegen hatte, und eS wurde ein Werk, welches viele^) Stadien im Umkreise hattet) In deinftlw 2) Auf dem Grabmal des Alkibiades zu Melissa >i!j er die Statue desselben aus varischem Marmor erricht» I. iZ. c.H. Meyer. Z) lübcr vier Stadien, sagt Pausauias, habe der W> fang des Heiligtums, toci conseciati, »ili! des Temvels allein, der am Eingange von jenem stM betragend /j) Xipkü. in x. 264. Wie Griechenland »nd besonders Athen noch im W 12 Buch, i Kap. 269 ließ er/ wie Pausanias berichtet/ unter ander«: Etatuen, von Golde und Elfenbein verfertiget, eine solche kolossalische Statue des Jupiters sezen ; ^) cine jede römische Stadt ließ in diesem Tempel dem Kaiser selbst eine Statue errichten. Der Eifer dieses Kaisers um die Kunst erwekcte eben den Trieb auch in anderen Griechen so daß der einzige Redner HerodeS von Athen, und daher AtticuS zubenamet, in verschiedenen griechischen Städten Statuen errichten ließ, wel- gliik seinen Siegern Achtung einflößte/ davon zeuget ein schöner Brief des Plinius. (1^. L> exist. 24.) Meyer. 1) I.. 1. c. i g. Diese Stelle des Pausanias ist dunkel/ und die tlm- fchreibungen derselben in den Anmerkungen der leipziger Ausgabe, machen dieselbe nicht deutlicher. Mich däuchet/ man könne derselben viel leichter/ als geschehen/ helfe»/ wen man anstatt sezet/ und liefet: Pausanias hätte sagen wollen: die Statue des Jupiters war fehenswnrdig/ nicht wegen der Größe/ weil auch zu Rom und zu Rhodus Kolossen waren; mit i--» sängt sich der folgende Saz an. Der vorhergehende Saz scheinet etwas kurz abgebrochen/ welches aber diejenigen nickt befremdet/ welche die griechische Schreibart dieses Kappadoeiers kennen. Der italiänische überfezer sindet hier einen Jupiter/ welcher größer gewesen als alle Kolossen zu Rom und zu Rhodus; diefes widerlegt sich von selbst. Winckelmaii. fEs wird in dieser Stelle nicht «-?-< sondern ->'?< gelesen/ welches in bejahenden und verneinenden Sä- zen bei nachfolgendem so viel als ausser bedeutet. (puusan.III, 19,2. IV. 5 .1. III. 3. i.) „Die »Statue ist fehenswnrdig/ nickt wegen ihrer Größe » (den ausser den Kolossen zu Rom und Nkodus Gunter »freiem HimmelZ sind die übrigen Bildsäulen Jnvi- » ters von gleicher Größe): sondern weil sie von Gold » und Elfenbein gearbeitet/ und / nach ihrer Größe beur> -> theilt, von einer schönen Kunst ist, L70 Geschichte der Kunst. cher auch ausser Athen ein ganz neues Stadium von weissem Marmor/ an dem Flusse Jlissus/ nM einem Theater in Athen und zu Korinth/ und die- seS aus eigenen Mitteln / erbauete. ß. ES war jedoch dieses Kaisers Lust/ zu bauen und der Kunst Nahrung zu gebe»/ nicht blos auf Griechenland eingeschränket/ sondern die Städte i» Italien hatten sich gleicher Freigebigkeit zu rühme», Von Nachrichten der Gebäude/ die Hadrianiij ausser Rom in Italien aufgeführet/ begnüge iij mich / eine vielleicht irrig verstandene Inschrift a»- zuführen/ die man auf das Amphitheater zu Cam gedeutet hat/ weil dieselbe neben demselben gefunden sein soll / die aber das Theater eben dies» Stadt angehet; welches von dem Amphitheater »ich! über fünfzig Schritte entfernet ist. Mazzocchi, welcher dieselbe ergänzet hat/ deutet die Säule», die Hadrianus nach der Inschrift hinzugesezet, auf die halb hervorspringenden Säulen des Amphitheaters/^) ohne zu überlegen/ daß diese Säule», nie in allen Amphitheater»/ mit den Lagen der Steine / an welchen sie hervorspringen/ ans einem Gtüke gehauen sind. Es hat auch derselbe nicht betrachtet/ daß man in einem solchen Gebäude siir Statuen keinen Plaz findet/ mit welchen sowohl als mit Säulen nur Theater können auSgezieM werden. Von dem einen sowohl als von dem andern haben wir den Beweis an einigen Säulen »in Giallo anticv/ die zween Palmen und drei Vicrte!- theile im Durchmesser haben/ so wie an vielen Statuen / die vor wenigen Jahren in dem capuanischen 1) pausan. I. i. c. 19. 2) ^ilostrat. vit. Lopkist. 1.2. n. 1. c. 6. Z) In muül. Lamxan. titul. xrinc. F e a. 12 Buch, 1 Kap. Theater ausgegraben worden/ wovon man noch izo die Gruft siehet. Diese Gäulen nebst den Statuen stehen zu Caserta/ und sind für das dortige königliche Schloß bcstimt. Unter den Statueu isi die schönste eine Venus Victrix, die den linken Fuß auf einen Helm sezet / und ausser den Armen/ welche mangeln/ völlig erhalten ist. §, 6. In Rom selbst bauete sich dieser Kaiser ' das prächtige Grabmal/ welches izo unter dem Namen der Engels bürg bekaiit ist. i) Ausser einigen Säulcngangen/ welche umher ginge»/ war das ganze Gebäude mit weissem Marmor bekleidet/ und mit Statuen besezet. Nach der Zeit dienete dieses Gebäude als eine Festung/ und da in demselben die Römer von den Gothen belagert wurden/ vertheidigten sich jene mit Statuen, die sie auf die Feinde herunterwarfen/ unter welchen der berühmte schlafende Faun über Lebensgröße/ izo in dem Palaste Barberini/ war/ den man bei Ausräumung des Grabens dieses Castells fand. Eines der größten Werke der Bildhauerei, welche dieser Kaiser machen lassen/ würde dessen Statue auf einem Wagen mit vier Pferden gewesen sein / die auf der Spize dieses seines Grabmals soll gestanden haben/ und/ wen dem Scribenten/ der es berichtet/ zu glauben ist/ so groß war/ daß ein starker Man in die Löcher, welche die hohlen Augen an den Pferden macheteii/ hineinkriechen konte:^) man gibt sogar vor/ daß dieses Werk aus einem einzigen Blöke Marmor ge- j) Die von Hadrianus zu Rom errichteten Gebäude zählt Spartianus auf. (I» ^,-lrian. c. ig.) Meyer. 2) «lc I. 1. c. 22. Z) lMan vergleiche SB. t K. 6—7 §.Z 4) ^ntiocll. ax. Lslm, in 8p!>rt. p. 2>. 272 Geschichte der Kunst. hauen gewesen. Es scheinet aber eine griechische Lüge aus der Zeit des Scribenten zu sein, welche zu gleichem Paare gehet mit der Nachricht eine, andern griechischen Scribenten dieser Zeiten/ dem Kopfe einer Statue der Juno zu Constantinv- pel/ welchen kaum vier Gespanne Ochsen ziehen können, l) Hadrianus ließ allen seinen Freund-» nicht allein nach ihrem Tode/ sondern auch bei Lebenszeit Statuen und zwar auf dem Forv zu Nm sezen. §. 7. Unter so vielen Werken / dieHadri a nu«, ziachdeui er vier Jahre vor seinem Tode nach Rom zuriikkam/ ausgeführet hat/ war vermuthlich da» größte Gebäude seine Villa unter Tivoli/ dem Trümmer an zehen Miglien im Umfange habe»/ und ausser vielen Tempeln und andern Gebäuden zween Theater in sich begreifen/ von welchen daj eine den deutlichsten Begrif von allen alten Theatern in der Welt gibt/ weil die ganze Seena erhalten ist. Er ließ hier sogar die berühmtesten Gegenden und Gebäude von Griechenland vorstellen/ bis auf die Orte/ die unter dem Namen der elysäi- schen Felder bekant waren. Unter andern Gebäuden sind die sogenanten hundert Kammern berühmt und sehenSwürdig, in welchen die kaiserliche Garde lag/ welches Wohnungen waren/ die keine Gemeinschaft eine mit der andern hatten/ sondern vermöge eines hölzernen Ganges von aussen, welcher durch eine Wache konte befezet und geschlossen werden. Es sind zwo Reihen Gewölbe über ») Llioniat. ap. k'alzi'ic. Lllzliotli. 1. 6. l. 5. c. 6. p. 406. Lsnäur. orient. sive Loustaat. t. 1. 1. 6. p. 106. 2) Xixliil. p. 246. 3) Lxsruau. ju c. 26. 12 Buch/ i Kap. 273 einander/ welche in dem Winkel/ welchen sie machen/ ein rundes Castell haben, wo man sich das Corpo bi Guardia vorstellet. In jedem Gewölbe waren/ vermöge eines bretternen Bodens/ welcher auf hervorspringenden Steinen ruhete/ die man noch siehet/ zwo Wohnungen/ und eS findet sich noch in einem derselben der abgekürzete Name eines Soldaten mit schwarzer Farbe/ wie mit einem Finger geschrieben. Die Pracht dieser Gebäude war so verschwenderisch/ daß ein sehr langer Teich/ in welchem/ wie man glaubet/ Gefechte zu Schiffe vorgestellet worden/ ganz und gar mit gelbem Marmor ausgefüttert war. Zn demselben fand sich beim Ausgraben/ ausser vielen Hirfchgeripen/ eine große Menge Köpfe von Marmor/ und von andern härteren Steinen, von welchen viele mit der Hake zerschlagen waren; die besten von denselben behielt der Cardinal Polignae. Es waren lange Gänge zum Spazieren mit Mnsaico beleget / von welchen man noch große Stüke siehet: die Boden der Zimmer waren von eben dieser Arbeit/ aber von kleinern Steinen zusammengesezet. Unzählig viele Tische von Musaicv/ theils in Rom/ theils anderwärtS/ sind alle unter dem Schütte dieser Trümmer gefunden worden. Mit Statuen/ die hier in großer Menge seit dritthalb Jahrhunderten imsgegraben worden/ sind alle Museen in ganz Europa bereichert; es wird noch izo beständig gegraben und gefunden, und annoch für die späte Nachkommenschaft bleiben Entdekungen zu machen übrig, i) t) Ausser zwei sehr schonen Herme»/ der Tragödie und Komödie, welche fich im Museo Pio-C leinen« tino befinden/ wurde um l7Sa eine schöne nakte liegende Statue ausgegraben, welche, wie jene Hermen, aus Weissem Marmor und wahrscheinlich zu Had rians Zeit gearbeitet ist. Befizer dieses Denkmals ist der Grav Maresoschi zu Rom, (später kam solches nach Schwe< Geschichte der Kunst. Der Cardinal von Este/ der auf den Trümmer» der Villa des Mäcenas zu Tivoli die seinige er- bauete/ besezete dieselbe mit unzähligen Statuen, die man dort fand, und diese sind nach und noch von dem Herrn Cardinal Alexander Albani ge- kaufet und weggeführet, und ein großer T!>eil der- selben ist von ihm dem Museo Capitolino einverleibet worden. §. 8. Ausser den vorzüglichsten Werken in Marmor/ die aus gedachter Villa des Hadrianus gekommen sind/ und von welchen ich nachher reden werde, gedenke ich zuerst dcS berühmten Gemäldes in Musaieo/ welches eine Schale voll Wasser vorstellet/ auf deren Nande vier Tauben sizen/ m denen die eine trinken will. Der Werth dieses Werks bestehet vornehmlich darin / daß es völlig an- den kleinsten harten Steinen zufammengesezet iß, und vielleicht als das einzige in dieser Art kan angesehen werden; den in allen anderen solchen Gemälden / auch in denen/ die ich nachher beschreiben werde/ stnd Glaspasteil mit zu Hülfe genommen, um Farben heraus zu bringen / die sich schwerlich i» Steinen finden, l) ES wurde dasselbe eingesezet gefunden mitten in dem Boden eines Zimmers/ welches von gröberem Musaico geleget war, und umber einen handbreiten Streif von Blumenwerk hatte, und von eben so feiner Arbeit, wie jenes Musai» ist. Von diesen Streifen, welche in'S Gevierte aus demselben umherliefen/ hat der Herr Cardinal Alexander Albani ein Stük von einem Palm breit, teil in die dortige königliche Antikcnfamlung) und es wird gewöhnlich für einen End»mio» gehalten, welcher nach der Fabel mit offenen Augen schlief, t iZ, c, 2. sn, 17.) Fea. t) 57 B. 4K. 18 §. Note,) 12 Buch/ 1 Kap. 276 und vo» Vier Palmen lang/ in ein Tischblatt von orientalischem Alabaster in seiner Villa einfassen lassen, nnd von demselben erhielt Seine königliche Hoheit der Kurprinz von Sachsen, da er in Rom war/ ein ähnliches Tischblatt mit einer noch länger» von diesen Binden/ von eben der Breite und von eben dieser Arbeit. §.9. Dieses Gemälde ist von dem Pabst Clemens xiii. für das Museum Capitolinum ge- kauset/ von den Erben des CardinalS Furietti/ welcher dasselbe in einer besondern Abhandlung beschrieben hat. ES hat sich derselbe bemühet/ zn beweisen, daß dieses Stük ebendasselbe sei/ welches ron einem gewissen SosuS in dem Fußboden eines Tempels zu PergamuS geleget worden/^) weil jenes diesem ähnlich ist. Aber eS finden sich unzählige alte Werke wiederholet/ von welchen viele einander vollkommen ähnlich sind, ttberdem ist thöricht/ vorzugeben / daß HadrianuS/ welcher fast alle griechische Städte/ auch in Asien/ mit Tempeln/ Gebäuden und mit Statuen auSgezieret/ ein kleines j) In der ersten Ausgabe, S.-i06— 407, folgt hier noch: „ Das vorzüglichste Werk nächst jenen», ist nach „meiner Einsicht die Sirene Parthenope, auf dem „ Palatins zu Rom gesunden, welche sich izo in der kö- „ niglichen farne fischen Galerie zu Caoo di Monte bei „ Reavel befindet: von diesem Sinke hat gedachter Scribenc i, keine Nachricht gehabt." Wir nahmen Anstand, diefe Zei, len dem Terte einzuverleiben, weil die Partheno p e in Mnfaieo wenig bekant, und des Autors Urtheil über den Werth derfelbe», in: Vergleich mit andern musivi- fchen Arbeiten, an verschiedenen Stellen verschiede» ist; deii bald räumt er der b a r b eri n i sch e n Europa den zweiten Rang ein; bald sezt er die Musaiken von Pompeji über das erwähnte mufivische Gemälde mit den Tauben; bald stellt er solche einander gleich. Me»er. 2) splui. I> Z6. c. 2?. sect.Lo-) 276 Geschichte der Kunst. Stük Musaico aus dem Fußboden eines Tempels zr Pergamus ausheben lassen / zum Gebrauche eine? Fußbodens in seiner Villa. Der vornehmste Grund des' ehemaligen BesizerS/ dieses zu glaube»/ ist/ daj dieses Musaico besonders in Kein Fußboden/ wie ich angezeiget habe/ eingefasset gesunden worden/ wor> aus man hat schließen wollen/ daß dasselbe nicht«» dem Orte/ wo es gefunden worden/ gearbeitet/ so«, dern anderwärts hergeholet sei. Diese Meinung aber wird unerheblich/ wen man betrachtet/ minw vieler Mühe ein Werk aus unzähligen kleinen Slei> nen zusammengesezet/ aus seinem Boden gehoben, und aus Asien nach Nom gebracht werden müßen? ferner daß man alsdaii annehmen müßte, daß M gedachte Streifen von Blumenwerke / und von gleich feiner Arbeit/ ebenfalls von Pergamus hergeholet worden/ welches vollends unglaublich scheinet.') Sonderlich aber erhellet die Ungründlichkeit im; Vorgebens durch die Betrachtung, daß ein solch-s Musaico und von so feiner mühsamer Arbeit/ nicht wie der Fußboden von gröberer Arbeit/ und nii! demselben zugleich habe verfertiget werden können, folglich erfordert/ jenes besonders zu arbeiten; und nachher an seinem Orte einzusezen. Daß man M zu verfahren pflegete/ hat sich an zwo gleich feine« Gemälden in Musaico gezeiget/ die in den Trümmern der verschütteten Stadt Pompeji ausgegraben worden: den diese waren in der Mitte eines Fußbo> dens von grobem Musaico eingesezet/ dergestalt/ das sie nicht allein von den Seiten umher/ sondern uuch unten mit dünnen Platten von Marmor gefüttert waren. Beide schäzbare Stüke sind von gleicher t) Vesondevs da die mustvische» Arbeiten der Alte» nck Mörtel aus Kalk vereinigt sind, welcher viel wenige» fest ist als der jczige Kiitt, und leicht lvstrent. Fe>i. 12 Buch, 1 Kap. 277 Größe und zween Palmen hoch, und von einem und eben demselben Künstler verfertigt, welcher Dioskorides hieß/ und ans Samos gebürtig war/ wie folgende Inschrift von kleinen schwarzen Steinen auf denselben anzeiget- §. 10. Ich glaube/ es werde dem Leser nicht mißfallen/ diese zwo Gemälde hier beschrieben zu lesen. Das erste wurde den 2« April I76Z in der verschütteten Stadt Pompeji in der Mitte deS Fußbodens' eines Zimmers gefunden/ und deutet auf die Pracht der Alten und des ehemaligen GebäudeS/ in dem es gestanden; es stellet drei weibliche Figuren vor/ welche komische Masken vor dem Gesichte habe»/ und auf Instrumenten spielen/ nebst einem Kinde. Die erste Figur zur rechten Hand stellet eine alte Frau vor/ und spielet den Tamburnio; die andere/ ebenfalls mit einer Larve eines betageten AlterS/ stehet und schlägt kleine Beken an einander; die dritte, und jüngere Figur/ in's Profil gekehret/ sizet und spielet zwo Flöten zugleich; das Kind aber bläset eine Gchallmei. Die kleinen Steinchen zum Grunde dieses Gemäldes sind in der Größe eines ganz zu oberst abgestuzeten Federkiels, und vermindern sich in den Figuren/ bis sie dem bloßen Auge nicht mehr kentlich sind;^) es sind sogar die behaarten Angenbraunen an den Masken auSgedrüket. - K. ii. Das zweite Gemälde wurde den 8 Februar 1764 und zwar in meiner Gegenwart völlig entdeket. ES sind hier ebenfalls drei weibliche Figuren mit komischen Larven vor dem Gesichte gebildet/ nebst einem Knaben ohne Larve. Die erste Figur zur rechten Hand sizet auf einem Stuhle ohne Lehne, welcher mit einem Tepiche von dreifarbigen 1) lEme Berichtigung hierüber im 2 Bande, S. 266.Z 273 Geschichte der Kunst. kleinen Würfeln in Gelb/ Roth »nd Fleischst^ beleget ist/ wovon lange Dunsten in Schnüren h«,> unterhängen; über dem Tcpiche liegt ein gestreift» Polster von eben den Farben. Diese Figur IM der nebe» ihr sizenden aufmerksam zu/ und schem, beide Hände in einander zu ringen/ wie in Bn- wunderung oder Bestürzung zu geschehen pflegt Die zwote Figur stzet vor einem zierlichen Tisch! Von drei Füßen / auf welchem ein weisseS Kästchi», und neben demselben eine Schale oder Krall, stehet/ mit einem Fuße von drei Löwentazen; M Seiten liegt ein Lorbeerzweig. Diese Figur lB ihr gelbes Gewand um sich geworfen/ und saget etwas her/ wie die Handlung der einen Hand anj«- get. Beide Figuren haben eine jugendliche Lam, Die dritte Figur mit der Larve einer alten Fr«« hält einen Becher in der Hand / und hat ihr gleichfalls gelbes Gewand auf das Haupt gezogen. Nck» derselben stehet ein kleiner Knabe in einen MM gewikelt. l) Nach des Autors Zeit sind noch verschiedene andere m> s-vische Arbeiten an verschiedenen Pläzen ausgegraben mi- den/ unter welchen die Musaik von ütricoli/ welche im im Mui'eo Pi o - Cle m e n t i n o ist/ ohne Zweifel!» größten Umfang hat. (IV 7. lsv.4fi.) Aber vorzüglich» die in der Villa Hadrians gegrabenen/ von welchen Ski Grav M aref 0 sch i drei sehr schone besizt. Die schonst! jl> doch unter allen diesen/ und vielleicht unter allen in kr Welt, ist in eben der Villa gesunde» uud in das Museum Pi 0-C le in e nti nu»1 gekommen; auf derstldw lind vier scenische Masken vorgestellt / unigeben von mm wunderschönen Einfassung Von Blättern. (?. 7, t-»v. In der Gegend von Tivoli wurde noch eine andere nwß- vifche ?lrbeit gesunden, welche im Belize des Herrn U Angelis ist/ und ägyptische Sachen darstellt / wie dil Von Orlandi erwähnten Musaiken (IVarilini Koma» tica I. 7. c. L, reg. iZ. x. ögg.) u»d die vbm gei-M 12 Buch/ i Kap. 27s §. 12. So wie nun das Leben und die Negirung des Hadrianus sich mehr als anderer Kaiser Zeiten durch die Kunst berühmt gemachet und verewiget hat: so erfordert auch die Kunst der Zeichnung dieses Zeitpunkts eine Umständliche Betrachtung; sonderlich da wir dieselbe unter dem Hadri anus als die lezte Schule anzusehen haben/ die sich kaum fünfzig Jahre nach seinem Tode erhalten hat. Hier aber wird sich der Leser erinnern, was in dem ersten Kapitel des ersten Theils dieser Geschichte über die Nachahmungen ägyptischer Werke, die dieser Kaiser machen ließ, angezeiget worden,') welches ich hier wenigstens von neuem berühren muß. ß. 13. Man siehet ans solchen Werken, daß Hadrianns die Kunst in ihrem ganzen Umfange begriffen hatte; und vielleicht bat derselbe ebenfalls Nachahmungen des hetrurischen Styls arbeiten lassen. Mit jenen Statuen aber besezete er einen Tempel seiner Villa, welcher sich unter allen Tempeln daselbst am besten erhalten hat, und vermuthlich das Gebäude ist, welches Spartianu s den KanopuS nennet. 2) Es müßen solche auf ägyptische Weise gebildete Figuren zu Hunderten in gedachter Villa gewesen sein, da, diejenigen nicht gerechnet, die zertrümmert worden oder annoch in ihrem Schütte begraben liegen, ausser denen, die ans Rom weggeführet worden, dennoch eine beträchtliche Anzahl allhier übrig geblieben ist. Durch solche Arbeiten führete HadrianuS die Kunst gleichsam zurük zu ihren ersten Anfängen, und zu der Grundlage der Zeichnung, die in Figuren dieser Art Musaik von Palestrina. Einige sind aus natürlichen Stei-- »en mit Stiikcheu von Glaöffuß untermischt. Fea. v B, ZK. 8 §.Z 2) III c. 26. 230 Geschichte der Kunst. um so viel richtiger sein muß/ lind desto leichttt beurtheilet werden kaii, je einfältiger und »W. schmüktcr dieselben sind. So wie er aber bei dir strengsten Nachahmung anfangen ließ/ so scheiß sein Vorsaz gewesen zu sein, in dieser Nachahmung stufenweis fortzugehen/ nicht allein so wie sich d« ältere ägyptische Styl geändert/ sondern dem much maßlichen Wachstume gemäß/ den die Kunst dir Ägypter würde gemachet haben/ wen dieselbe nich durch die Geseze wäre eingeschränket gewesen, l) Den es finden sich, wie ich angezeiget habe/ Fip ren/ die in dem wahren ältesten Styl der Ägym aus rothem Granite gearbeitet worden: und daß tj Nachahmungen sind/ beweiset in den zwo Statm über Lebensgröße zu Tivoli das wahre Bild di, AntinouS in dem Kopfe derselben. 2) Ferner bemerken wir Statuen/ die den zweiten Styl d« 1) Ein solches Bemühen wäre sicherlich eben so sruchtl«! gewesen, als weil man jez? durch die Nachahmung ki Werke alter slorentinlscher und deutscherMO ler zur Natur und Einfalt zurükkehren wollte. Ei ix viel wahrscheinlicher, daß Hadrianus, entweder um!» Dienst der ägyptischen Götter zu begünstigen, oder at um eine Laune zu befriedigen, Bilder ägyptischer GB lieiten habe verfertigen und aufstellen lasse». Bei eiim solchen Veranlassung mußten sich die Künstler nothwM an die in Ägypten gewöhnlichen Formen halten, weilse sonst keine äg yptisch en Gottheiten gebildet hätten. N lein sie verschönerte» sie, und gaben allen Theilen bcssm Verhältnisse; kurz sie brachten die Regeln der griechisä« Kunst in Anwendung, so weit es ihnen die Gegenslm!« erlaubten. Ein Gleiches ist anch schon früher geschth!» an den Figuren ägyptischer Art, welche wahrschmilit von griechischen Künstlern zu den Zeiten der Ptolcm» cr i» Ägypten gearbeitet worden. Meyer. 2) Die Ähnlichkeit dieser Figuren, welche nun im Mm'tt P i o - Cle m e n ti n o stehen, mit den wahrhaftige» M 12 Buch, 1 Kap. Künstler dieser Nation zeigen / an welchen der schwarze Marmor ein Beweis ist/ daß ste nicht in Ägypten ihren Ursprung haben; und endlich sind von eben diesem Marmor zwar im ägyptischen Styl entworfene Figuren/ aber in freier Handlung mit den Armen. Diese beiden Arten enthält das Museum Cavitolinum und die Villa Albani/ und es haben sich fast mehrere dieser Werke erhalten/ als vom wirklichen griechischen Styl/ den Hadrianus zu feiner ehemaligen Vollkommenheit zurükzubringen ge- fuchet zu baben scheinet. §. >4. In Anzeige dieser Werke fange ich bei den zween Centauren von schwarzem Marmor an, deren ehemaliger Besizer gedachter Cardinal Furie tti gewesen, und die vom Pabste Clemens XIII. nebst dem erwähneten Musaieo der Tauben für 43000 römische Thaler erkaufet und dem Museo Capitolino einverleibet worden. Diese Centauren sind nicht/ wie man insgemein vorgibt/ aus ägyptischem Steine gearbeitet/ welches den Preis derselben erhöhen würde/ sondern aus einem harten schwärzlichen Marmor, welcher Bigio heißet. Ich nenne diese Statuen unter den Wer- nissen des Antinous wird von neueren Altertumsforscher» nicht zugegeben. Me»er. lMan sehe 2 B. ZK. to §.1 t) Der als älter vorgestellte Centaur, welcher gleich dem berühmten b o rgl> e si sch e n die Hände aus den Rükcn gebunden hat, ist von edlerem Charakter; der als junger gebildete kömt in Riikstcht des Charakters mit den Faunen der gemeiner» Art überein. Des Meisters standhafter Fleiß zeigt stch besonders an den Haaren der beiden Figuren, deren Loken aufs Äusserste mühsam unterhöhlt und durchbrochen stnd, so daß ste zum Theil ganz srei stehen. Wen Visconti im Museo Pio - C l ement i » o 12 * 2Z2 Geschichte der Kunst. ken der Kunst des HadriannS zuerst/ nicht weil dieselben das Vollkommenste ans dieser Zeit sind, sondern vielmehr aus Ursache des Gegentheils/ und weil an ihrem Sokel die Namen der griechisch» Künstler AristeaS und Papias/ aus Aphrodimm, eingehauen zu sehe» sind. ES wurden dieselbe» in der tiburtiuischen Villa des HadrianuS sehr beschädiget und zertrümmert gesunden/ und habe» also eine große Ergänzung erfordert. Es müße» auf denselben/ wie auf dem Centanr in derVill« Borghese Kinder geritten habe» / wie man schließen kan aus einem großen vicrekichtcn Loche auf dem Nüken derselben/ in welchem die reitende Fignr fest gemachet war; und vermuthlich werde» diese Kinder/ da sie nicht aus einem Stüke mit den Centauren gearbeitet waren/ von Erzt gewesen sein, SluS dem krummen Stäbe/ genant/ da» ist: womit man nach Haasen wirst/ welchen der jüngere Centanr hält/ scheinet es/ daß derselbe den Chiron vorstelle als einen berühmten A- (t. >. i,av>52. p, Lg.)/ wo er einen Centaur von weif, sein Marmor bekant macht, der dem erwähnten jungem an Gestalt und Stellung ähnlich ist, die VermuthW iiussert, derselbe sei wohl nebst dem in der Villa Vor, ghese nach dem ersten und andern im Capitolino e»> virti so können wir ihm keineswegs beistimmen, sondm wir sind, zusolge wiederholter-sorgfältiger Beobachtungen, wenigstens in Hinsicht des borghesischen viel ehir geneigt, das Gegentheil zu behaupten. Dieser hat mehr vollendete, zarte, abgewogene Formen, eine geistreiche« Behandlung und einen belebter», seeleiwollern Ausdrol als jener ältere in Capitolino, Wäre also einer nach dem andern eopirt: so mnsite der b o rg h e si sch e Original zum eap i toli n i sch en sein. M e ver. I) Die Abbildung dieser Centauren findet man beiE«- vaeeppi clj Lliitue t. I. tgv. 26. — A?.) und Foggini. (KIuü. Oaxitv!, t.4, tii?. iZ—>4.) Fea. 12 Buch/ 1 Kap. ger, welcher den Hasoii/ den Thesens/ den Achilles und andere Helden erzogen nnd zur Jagd angeführet hat. i) Es sind unterdessen diese Statuen kein Denkmal des höchsten GlanzeS/ welchen die Kunst unter dem HadriannS erreichet^ und mehr zu schäzen/ weil sie ein Paar ausmache»/ und mit Namen griechischer Künstler bezeichnet sind. K. 15. Die Ehre und die Krone der Kunst dieser sowohl als aller Zeiten sind zwei Bildnisse des AntinouS/ das eine erhoben gearbeitet/ in der Villa Albani/ das andere ein kolossalischer Kopf in der Villa Mond ragone über Frascatiz und beide befinden sich in meinen alten Denkmalen in Kupfer gestochen. §. 46. Das erstere/ welches die halbe Fignr dicseSLicblingS deS HadriannS vorstellet/ ist ebenfalls in seiner Villa auSgegrabeii/ aber nur ein Stiik eines größeren Werks. ES war nicht allein eine ganze Figur/ in mehr als Lebensgröße/ wie man aus der ausgehöhleten inneren Seite desselben schließen kaw/ welches geschehe»/ um die Last des Marmors zu erleichtern/ sondern eS stand dieselbe vermuthlich auf einem Wagen. Den die rechte und ledige Hand ist in einer Haltung/ auS welcher man schließen kan / daß dieselbe die Zügel gehalten/ deren anderes Ende die linke Hand wird gesasset habe»/ welcher man im Ergänzen einen Blumenkranz gegeben bat. ES würde also in diesem prächtigen Werke die Conseeration oder die Vergötterung des AntinouS vorgestellet gewesen sei»/ da wir wisse»/ daß die Figuren der Personen/ gegen welche t) Veukmalc/ Num. tt.) 2) lNuniero 17? — tSO.Z Geschichte der Kunst. die übertriebene, verächtliche Schmeichelei sich so seh verging/ auf einen Wagen gestellet wurden/ um ihre Erhebung und ihren Übergang zu den Göttern w zudeuten. §. 17. Der kolossalische Kopf eben dieses junge» Menschen in der Villa Mondragone ist drciml so groß als die Natur und dermaßen unversehrt, daß derselbe ganz neu aus den Händen des Küch lerS gekommen zu sein scheinet/ und ist von so groß« und hoher Kunst/ daß ich eS für keine Kezerei HM zu sagen, es sei dieses Werk nach dem vaticanj- sehen Apollo und nach dem Laokoon, das Schönste, was uns übrig ist. Wen es erlaub« wäre, diesen Kopf in GypS formen zu lassen, köiite» unsere Künstler nach demselben als nach einem der höchsten Modelle der Schönheit studiren; den die kolossalischen Formen, da sie einen großen Künstler erfordern, der gleichsam über die Natur hinauszugehen verstehe, ohne das Sanfte und Zärtliche i« den ungewöhnlich großen Umrissen zu verlieren, stnd Hernach eine Probe dcr Geschiklichkeit eines Zeichners. Nebst der Schönheit haben die Haare und die Ausarbeitung derselben nichts ihresgleichen im ganzen-Altertume; so daß man sagen kan, es sei dies« Kopf eines dcr schönsten Dinge in der Welt. T» derselbe vor Alters eingefügt gewesen, so gebe ich dem, dcr ihn siehet, oder dieses liefet, zu überlegen, was für ein Werk die ganze Figur gewesen Sie wurden auch sizend auf einem Adler vorgeffelll, wie Titus an seinem Triumphbogen im Campo Vaeei- »o (ö.ii'tuli ^(Iniii', kam. tad> g>), oder aus einem geflügelten Pferde, wie aus Münzen, erhobenen Arbeiten und andern Älten Denkmalen erhellet. (5c>«rpl- lini Lumllient. lust. et crit, apotkoa-ii Impei-.it, I!»- mall, c, 4. x, 34, U>I>, >. 2.) Die Kaiferinen auf Mimj«! werde» von einem Pfau getragen. Fea. 12 Buch/ 1 Kap. 2S5 sei» muß. Die Augen sind eingesezet/ «nd mit einem silbernen Blättchen beleget gewesen/ wie ich in dem mechanischen Theile des vierten Kapitels angezeiget habe, l) §. 18. Beide Köpfe sind mit Lotus bekränzet, welche als dem Antinous eigene Kränze zu Alexandria Antinoeia genennet wurden.^) An dem Brnstbilde ist dieser Kranz wie aus lauter Blüthen dieses' Gewächses zusammengesezet; an dem großen Kopfe aber/ dessen Haare mit einem Bande gebunden sind/ gehet um dieselben in verschiedenen Krümmungen ein Stengel dieses Lotus herum / dessen Blumen von anderer Materie und eingelötliet waren/ me die gebohreten Löcher auf beiden Seiten des Stengels anzeigen. Oben auf dem Kopfe ist ein vicrekichtcS Loch von drei Finger breit/ in welchem mmuthlich eine große Blume von Lotus gestanden. Z. 19. Ausser diesen Köpfen befindet sich die schönste Statue des AntinonS/ deren Kopf mit Ephen/ wie BakchnS bekränzet ist/ in der Villa ßasali/ aufderen Grunde/ das ist- auf dem Berge Cölio in Rom/ dieselbe auSgegraben worden; eine andere Statue/ auf welche der Kopf desselben ge- sezet worden; ist vor einiger Zeit aus Rom nach Potsdam gegangen; ein Brustbild desselben/ welches ehemals in der Samlung der Königin Christine Mi Schweden war/ stehet izo zu S. Zldefonfo in Spanien. Überhaupt sind keine Köpfe häufiger/ als die Bildnisse dieses BithynierS; das schönste von eigentlichen Brustbildern desselben/ die ich gesehen habe/ ist dasjenige/ welches sich in dem auserlesenen Auseo des Hauses Bevilacqua zu Verona befindet;^) es ist zu bedaureN/ daß demselben die linke 0 2K. 2) 1. i5. c. 6. sn.21.^ 3) Mllei Vervn. iUuslr. xart.Z. col. 216. lav. »0. 2ss Geschichte der Kunst. Achsel mangelt. Von Köpfen desselben in geschnittenen Steinen war einer der schönsten/ die bekch sind/ in dem Museo der Gebrüder Zanetti zu Venedig/ welchen der Herzog von Ma rlborough erstanden. i) K. 20. Der ohne Grund sogenante Antinons im Belvedere wird insgemein als das schönste Denk, mal der Kunst unter dem HadrianuS angegeben, aus dem Irrtume / daß es die Statue seines Liebling; sei; eS stellet dieselbe vielmehr einen Meleager, oder einen andern jungen Helden vor. Sie wiet unter die Statuen der ersten Klasse gesezet/ wie ße eS verdienet/ mehr wegen der Schönheit einzelner Theile, als wegen der Vollkommenheit des Ganzen: den die Beine und Füße nebst dem Unterleibe/ sin! weit geringer in der Form und in der Arbeit, als das Übrige der Figur. Der Kops ist unstreitig w yer der schönsten jugendlichen Köpfe aus dem Alttt- I) Obgleich man dem berühmten Antinons in der VW Casali viel Verdienst zugestehen muß: so ist er dit schwerlich für die schönste Statue desselben zu Me«, Eine andere Figur dieses schönen Günstlings, welches«», im Palaste Farnese stand uud nach Neapel getrM worden, hat elegantere Formen, fließendere umrisse, ick ist weicher lelandelt. Der berühmte Antinous!« Cavitolino, mag zwar, weil sich in ihm blos Bildnis, ankündigt, in Hinsicht aus den Kops, deine» sali sehen den Vorzug edlerer Züge und eines großem Geschmaks in den Formen überlassen müßen; aber!!e Glieder insgesamt sind zierlicher, haben mehr ül'crcinßiM mung, die Gestalt ist anmuthiger, und die Provorti«» werden von vielen Künstlern sür musterhast angeselM Die große, zu Palestrina von Hamilton entdektc Sw tue, welche der Duea Vraschi besizt, behauptet und dient sicherlich ebensalls vor dem casa lischt» Ant» nous den Vorzug. Meyer, 12 Buch/ i Kap. 28? tmnc. i) In dem Gesichte des Apollo herschet die Majestät und der Stolz: hier aber ist ein Bild der Gratie holder Jugend nnd der Schönheit blühender Jahre mit gefälliger Unschuld und sanfter Reizung gesellet/ ohne Andeutung irgend einer Leidenschaft/ welche die Übereinstimmung der Theile und die jugendliche Stille der Seele/ die sich hier bildet/ stören könte. In diese Nube und gleichst», in den Genuß seiner selbst, mit gesammelten und von allen gussern Vorwürfen zuriikgerufenen Sinnen/ ist ver ganze Stand d eser edlen Figur gesezet. Das Auge/ welches/ wie an der Göttin der Liebe/ aber ohne Begierde/ mäßig gewölbet ist/ redet mit einnehmender Unschuld; der völlige Mund i) Loltsri i^Ius. Lnpitol. t. 2. lav. ZZ. p. 36. Er wurde auf dem efguilinifche» Berge in der Nahe Von 8. IU.ii-w.0 lli I>Ivmi gesunden. 8,»wo. x. 117,) Fea. Visconti eAIus. I?io- LIcm, t. I, p. 9') glaubt/ daß in diesen, Denkmal ein Mereurius vorgestellt sei. Die Vorwürfe, welche Winekelman den Füßen der Figur . macht, sind nicht ganz ungegründet, und man kan noch anmerken, daß die Haare keine recht guten Massen von Licht und Schatten bilden; sie sind über der Stirn gegen den Scheitel zu etwas buschig, und tieser nach den Obren hin glätter, so wie man es an den meisten römischen Kaiscrbildnisscn bemerkt; und wie an diesen stnd auch die Haare in geraden Linien um die Stiru her angesezt. Die Nasensvize ist, obwohl unbeschädigt, doch nicht von der zierlichsten Gestalt, und die Fußzehen stnd knodig. Wen man das Gelicht, den Körper, die Hiisten, so schön diese Theile auch sein mögen, mit ernster Aufmerksamkeit betrachtet: fo wird man bei dieser mehr als bei irgend einer andern berühmten Antike auf die Vermullmng geführt, sie für eine gute Nachahmung eines uns nicht be> kanten aber im Altertum berühmten Meisterwerks zuhalte», zmnal da sich »och »ichrere andere ähnliche Figuren finden. Meyer. 283 Geschichte der Kunst. im kleinen Umfange hauchet Regungen, ohne sie Zl, fühlen zu scheinen ; die in lieblicher Fülle genähretei, Wangen beschreiben mit der gewölbeten Ruiidunz des sansr erhobenen Kinnes den völligen und edlen Umriß des Haupts dieses edlen Jünglings. K der Stirn aber zeiget sich schon mehr als der Zünz, ling: sie kündiget den Helden an in der erhabene« Pracht/ in welcher sie anwächset/ wie die Stirn des Herkules. Die Brust ist mächtig erhaben, M die Schultern, Seiten und Hüften sind wunderbar schön. Aber die Beine haben nicht die schöne Form, die ein solcher Körper erfordert; die Füfie sind grit gearbeitet, und der Nabel ist kaum angedeutet: bei dem allen ist der Styl verschieden von dem zu yesl HadrianuS Zeiten. §.2i. Unter den Bildnissen des Hadrianuj selbst ist das schönste in Marmor ein kolossalischee Kopf in dem Palaste Borghese,^) und in d« t) Visconti (Aus, pio-LIem. t. 6. p.6o.) erinnert zu gen diese Stelle, daß der kolossale Kopf HadrianS» Palaste Borghese zwar größere Dimenstonen habe,«» der ebenfalls kolossale Kopf desselben im Pio-Sli> inentino; daß dieser aber besser gearbeitet und ech>> ten fei. Im Capitolino befinden sich drei portrefliche Br»s» bilder Hadrians. In dem ersten, mit alabasternem E» wände, ist er etwas bejahrter, als man ilm gewöhnlich!« sehen pflegt; die Zeichnung der Augen fiel etwas m» rer aus, und um dieselben find einige Runzeln aiWd» tet; die Nase, das Kin, ein Theil der Unterlipe undiaj ganze Sberhaupt sind ergänzt; vielleicht gehörte ursvrüw lich auch die Brust nicht zum Kopse. Die zweite We ubertrist die erste; es waltet in ihr ein höherer Sin, ein edlerer Geist und besserer Geschmak; auch die Arbeit ist vorzüglicher als am vorhergelienden Brustbilde; das l!w liche M e d u sen h a u p t, welches die bewasnete Brust ziett, macht dieses vortrefliche Denkmal noch schäzbarer. Sie Nase ist ergänzt, auch ein paar Loken über der S>in> 12 Buch/i Kap. 28? Museo des Hauses Vevilacqua zu Verona ist ein völlig erhaltenes Brustbild desselben/ von jungem Jahren und mit kurzem Barthaar ausserordentlich wegen der Haupthaare/ die nicht in Loten wie gewöhnlich über der Stirne liegen/ sondern ungekrau- set sind. Der schönste Kopf dieses Kaisers in Stein geschnitten ist ein Cameo: dieser Stein befand sich in dem königlichen farnefischen Museo zu Capo di Monte in Neapel und kam in die Hände des Gra- ven von ThomS in Holland, des Schwiegersohns des berühmten Boerhaave; wie nnd auf was Art / überlasse ich dem Leser zu muthmaßen; izo aber besindet er sich in dem Museo des Prinzen von Ora- iiien,^) Eine kleine Statue zu Pferde/ ein paar Fuji hoch/ wie man vorgibt/ vom Hadrianus/ in der Villa Mattei/-) verdienete kaum erwähnet zu werden/ geschweige den mit Gelegenheit zu einer und das größte Theil der Öhre»; das auf der rechten Seite beschädigte Kin bat einige Ausbesserung Von Stne- co; am M ed u sa hauvte bemerkt man keine Ergänzungen; doch baben Nase, Mund und Kin etwas gelitten. Das dritte Brustbild crliiclt sich bis auf die ergänzte Nasen- svize ganz unbeschädigt; Haare und Bart an demselben sind Überaus fleissig gearbeitet. Ausser diesen besten hat das Museum Cavitolinnm noch ei» in wachsfarbi- gem Alabaster gearbeitetes Gesicht Hadrians auszuwci- findet sich eine heroische Statue Von ihm. Me»er. 4) Visconti (Aus, pio - Llcm. t, 6. I>, 6o,) bemerkt, daß diese Gemme den Antonin us Pius Vorstelle. M e» e r. lIn der wiener Ausgabe, Vorrede, S. ZI , wird Boerhaaves Schwiegersohn Thomso n genant, und in der französischen Ausgabe von Jansen heißt er Grav Thomasson.Z 2) dillll'i'i r->ccoUa di Stat. II. 104. Winckelniiul. 6. 13 2.')o Geschichte der Kunst. heftigen Schrift zu gebend) zumal jemanden/ d« diese Figur selbst nicht sehen tonte/ da er schrie^ eS ist dieselbe ausserdem diesem Kaiser im GerinM nicht ähnlich. Ein geharnischter Sturz eim, Statue mit dem Kopfe dieses Kaisers' und ein andl- rer ähnlicher Stur; mit dem Kopfe des' Ztntonj, nuS PiuS stehen in dem Palaste Ruspvli, >«,» weil beide Stuke unter dem Nande des HarniMj glatt gearbeitet sind, behauptet man inSgemeiii/daß dieses Statuen gewesen / die aus' zwei Stute» w standen/ von welchen das' eine in das andere eiiW- fuget gewesen. ) Fieoroni bringet dieses als eine seltene Bemerkung an / und es' würde dieselbe w Erheblichkeit sein/ wen sie Grund Härte. Man wird aber leicht gewahr/ daß diese Rümpfe von neiimi Hand bis an den Harnisch abgearbeitet worden/ im die Koste» der Ergänzung dessen/ was' an diesen Statuen mangelte/ zu ersparen. Ich finde hier noch anzumerken/ daß die großen kaiserlichen Mcdaglioiii, oder Schaumürzen von Erzt/ allererst unter demHa- dri an uS anfangen. Dieses vorausgesezet/ find all! diejenigen/ welche fich in dem kaiserlichen Mus» zu Wie» befinden/^) für untergeschoben zu erkläre», Einer der schönste» daselbst von diesem Kaiser isl inwendig hohl/ und ein Mauleseltreiber bei Nom halte dieses seltene Stiik viele Jahre, anstatt eimi Schelle/ an seinem Thiere hängen. 5) 1) tlol. Dlsr. Itill. 6i 1VI»inkiiic. p.H). 2) Sie ist in das Museum P i o - C l e in e n ti nu m gi> kommen. Me»er. Z) sMansel>e2V. 4K.2§.N°te. 7V.lK. l2§.??oti.I 4) und von frühern Kaisern sein sollen, grhiil ohne Zweisel noch dazu. Die iviener Zlusgabc lM diese ganze Stelle nicht. Meyer. 5) Von diesen mich ?!rt der Büchsen oder Dosen ausgcM 42 Buch/ 1 Kap. x. 22. Wäre cs möglich gewesen, die Kunst zu ihrer vormaligen Herlichkeit zu erheben, so war Hadrianus' der Man, dem es' hierzu weder an Kcnt- mß noch an Bemühung fehlete; aber der Geist der Freiheit war aus' der Welt gewichen, und die Quelle zum erhabenen Denken und znm Ruhme war verschwunden. Es kau auch als' eine Ursache der aufgc- Mrctc Aberglauben, und die christliche Lehre angegeben werden, welche sich eigentlich unter diesem Kaiser ansing auszubreitend) Die Gelehrsamkeit, welcher Hadrianus' aufhelfen wollte, verlor sich in unnüze Kleinigkeiten, und die Beredsamkeit, welche durch bezahlete Redner gelehret wurde, war mei- slcns Sophisterei: dieser Kaiser selbst wollte den Homer u s'unterdriikcn, und an dessen Statt den Antl- m a ch u s emporbringen und einführen. Ausser dem iliciannS ist der Styl der griechischen Seribenten ten Schaumünze« führt Buonarroti i«tor. >,1V, ,16. » 4—5.) zwei an, von Coni Modus und Von Julia Augusta, der Gemahlin dcs Sevtimius Severus. In der Erklärung, S. 41Z, wo er noch einer solche» Schaumünze von Nero uud eincr anderen von Heliogabalus erwähnt, äussert cr auch die Vermuthung, das, sie besonders zu Niechfläschlein haben dienen mögen. Fea. >) üuseli, piirp. üvanAel. 1.4. j>. gz et gg. 2) üxccrpla v Oivn. Lass. c. 4. 8ui6. v. Hadrianus, welcher als Kritiker gleichsam die Rolle eines Tiberius oder Caligula svielte, und troz der Bildung, welche man ihm nicht absvrecheu kan, die wunderlichsten Urtheile fällte, hatte die größte Vorliebe für den z» seiner Zeit fast vergessenen Nntiniachus; besonders das Dunkle und schwer Verständliche scheint ihm an diesem Dichter gefallen zu haben, w daß er selbst ein griechisches Gedicht in der Manier und Schreibart desselben zu machen Versuchte. (LxarUsn. ^) vlt. koplusi!vr. n. 2Z. I>, Zweites Kapitel. §.4. Die Antoninen schäzeten die Künste/ »nd MareuS AureliuS beförderte ebenfalls dieselben auch dadurch/ daß er verdienten Männern Statuen sezen ließ; er ehrete das Andenken deS Vindex/ welcher wider die Markomannen geblieben war/ mit drei Statuen/ und ließ auf dem Fo- ro Trajani allen tapferen Männern/ die in dem deutschen Kriege geblieben waren/ Statuen aufrichten ; l) er verstand die Zeichnung/ in welcher ihn Diog- nctuS/ ein weiser Maler/ unterrichtete; dieser war zugleich sein Lehrer in der Weltweisheit. Aber die guten Künstler singen an selten zu werden/ und die vormalige allgemeine Achtung für dieselben verlor stch/ wie man aus den Begriffen dieser Zeit schließen kan.^) Die Sophisten/ welche izo gleich- Dieser Autor erzählt/ daß Antoninus den angesehensten Männern unter denen, welche durch die Pest hiugerast wurden, Statuen sezte. Vielleicht hatte Winckelmaii eine Stelle aus dem Lamvridius (c. 26.) im Sinne, welcher sagt, daß Aler ander Severns die vo» allen Orten zusammengehrachten Statuen der größten Männer aus dem Foro Trajani ausstellen lassen. Meyer. Wen anders Diognetus der Philosovh, dessen M. Antoninns als seines Sittenlehrers gedenkt (cler, I>. sui8 I. 1. c. Y.), von Diognetus dem Maler nicht verschieden war. Mc»er. Z) „ Auch zu unscrn Zeiten hatAetion sein Gemälde, „ das die Vermählung Sllerandcrs mit der « schonen Noraue vorstellt/ zu Ölinuxia öffentlich und Geschichte der Kunst. sam auf den Thron erhoben wurden/ und dem die An tonine n öffentliche Lehrstühle bauen M ein großes' Gehalt auf ihre Lungen und Stimm«, zableu ließen/ Menschen ohne eigene Vernunft »«j Geschniak/ schrieen wider alles/ was nicht gelel», war / und ein geschikter Künstler war in ihren >K> gen wie ein Handwerker, l) Ihr Urtheil von d« „ mit so gutem Erfolge sehen lassen, daß Prorenidii, „ einer von den damaligen Hellanodiken, aus Wohlgesit » len an dem seltenen Talent des Künstlers/ ilm zu ll» >, »em Schwiegersohn erwählt hat. " (I^uciani Diese von Lueian garantirte ?lnekdote Verdient k merkt zu werden, weil sie zu Berichtigung einer Et» in Wineke l ma n s Geschichte der Kunst dmm kan. Die A n t o n i n e n (sagt er, sch äzten die Ki» ste: aber die guten Künstler waren seit», und die vormalige allgemeine Achtung s>ii dieselben verlor sich. Gegen die Ursache, dien von dem lezteru angibt, da er die Schuld davon gänzlich ans die Sovhistcn schiebt, wäre vieles einzm» den. Nichts, däucht mich, kan simvler sein als die l!i> sache, warnni nicht die Kuust, sondern die Künstln in den Zeiten der Antoninen nicht mehr in so a»il, meiner Achtung standen: es kam eben daher, weil tii guten Künstler so selten waren. Daß aber >v!r!> lich gute Künstler noch eben so hoch, und vielleicht h» her als jemals geschäzr wurde», davon ist das Nciiwl Aetions ein Beweis, dergleichen man schwerlich«! den blühendsten Zeiten der Kunst eines auszuweisen W, W i e l a n d. Dieses that besonders Auto »i n u s Piu s. in ^niou. l^i» c. >l.) Auch Mareus Aurelius stimte zu Athen, das er besonders ehrte, Lehrer sür all! Theile des Unterrichts mit einem jährlichen Gehaltt. l.?>. ^>. IZ14.) T ati a nu s (l.)>v>t.-»16«, c.Zz. >>.70) niacht sich über den großen Jahrgehalt in Philosophen seiner Zeit lustig, und meint, sie erhielt!» 12 Buch / 2 Kap. 296 Kunst ist dasjenige/ welches LucianuS der Ge- lchrsamkcit in seinem Traume in den Mund leget! i) ja es wurde an jungen Leuten als eine Niederträchtigkeit ausgeleget, nur zu wünschen/ ein PhidiaS zu werden. Daher es' fast zu verwundern ist/ daß ArrianuS, ein Scribent dieser Zeit/ es für ein linglük halt/ den Jupiter des' PhidiaS nicht gesehen zu haben. §.2. Die Zeit der An toinnen ist in der Kunst/ wie die scheinbare Besserung gefährlicher Kraulen kurz vor ihrem Ende/ in welchen das Leben bis auf einen dünnen Faden des Hauchs gebracht/ dem Lichte einer Lampe ähnlich ist/ welches/ ehe es gänzlich verlöschet/ alle Nahrung sam- lct/ in eine helle Flamme auffährt/ uud plözlich verlöschet. ES lebeten noch die Künstler/ welche sich unter dem HadrianuS gebildet hatten/ und die großen Werke/ noch mehr aber der übrige gute Ge- schmak und die Einsicht besageter Kaiser und ihres Hofes/ gab ihnen Gelegenheit/ sich zu zeigen; aber nach ihrer Zeit siel die Kunst mit einmal. An- toninuS PiuS bauete seine prächtige Villa bei La- nuvium , deren Trümmer von ihrer Größe zeugen. Von der Pracht derselben gibt ein silberner Hah» einen BeweiS/ aus welchem das Wasser in den Bädern dieser Villa lief; es wurde derselbe vor etwa vierzig Jahren an gedachtem Orte auSgegra- ben, und hielt dreissig bis vierzig Pfund am Gewichte / mit der Inschrift: In den so viel Geld, damit sie ihre langen Bärte nicht umsonst trügen. M e >> e r. 1) Lnmn. c. 9. 2) ^rrian. Z5j,ictet. ciisserlni. I. 1. c. 6. Z) in ^.ntvnino ?io. c. 3. 296 Geschichte der Kunst. Bädern des Claudius lief ebenfalls' das Wasser j» silbernen Röhren. §. 6. In den Trümmern jener Villa wuch von dem Herrn Cardinal Alexander Albani im Zabre l7li> eine schöne weibliche Statue/ eibn ohne Kopf, entdeket/ die bis auf die Schenkel unbekleidet ist/ und die linke Hand auf einem Rudi, ruhend hält/ welches auf einem Triton siehil. Ein Sink von der Base dieser Statue hat sich e» halten, und an derselben sind drei Messer oder M che erhoben gearbeitet/ die man bisher für die drei Spizen ansah / die an dem Vordertheile der alte» Schiffe standen / und vom Stoßen/ wozu dieselbe, dieneten/ c/t/Z-x-i und rosu-, genennet wurden. A« dem zweirudrigen Schiffe aber/ welches in dem Garten des Hauses Barberini zu Palestrina sie. het/ und von mir zuerst bekant gemachet worden ist/-> befinden sich jenen völlig ähnliche Dolche/ jedoch « dem Hintertheile desselben/ da wo es anfängt ßch in die Höhe zu krümmen. §.-4. Es könte diese Statne eine VennS w stellen/ mit dem Beinamen glüklichei Schiffahrt/ wie sie in der Insel GnidnS verehret wurde;^) glaublicher aber ist/ daß es eine Tbi> tis sei. Da nun dieselbe das eine Bein erhebet, und Isis auf einem Hintertbeile vom Schiffe gleich« falls mit einem erhobenen Beine stehend in einer kleinen Figur der Villa Ludovisi vorgestellet isn so habe ich geschloffen/ Thetis sei eben so gebildet gewesen/ und diese Muthmaßung hat Anlaß gege- 1) k'akric, vcLcr. c. 16. l^Und das war vbw drein nichts gar Seltenes. Lenec. epist. 66/j 2) l^Jn den Denkmalen, Nnmevo 207. Ü 3) I. i. c. i. 12 Buch , 2 Kap. 297 bell/ die Base der Statue nach dem Muster des i xalestrinischen Schiffes zu ergänzen. ES war als» ! die Base derselben/ so wie izo, allegorisch, und ! dieses wird bestätiget durch die Base einer Statue deS ProtesilanS, welche die Gestalt des Vor- dertheilS eines Schiffes hatte, weil dieser Konig voir Phtbya in Thessalien der erste war, der aus dem Schiffe auf das trojanische Ufer sprang, und vom Hektor erleget wurde. §.6. Diese TbetiS muß jedoch einer hohem Zeit der Kunst, als dieselbe unter den Antoni- neii war, zugeschrieben werden, da sie unstreitig eine der allerschönsten Figuren aus dem Altertume ist. -) In keiner weiblichen Statue, auch selbst die mediecische VenuS kaum ausgenommen, erscheinet, so wie hier, die jugendliche Blüthe unbe- fleketer Jahre, bis zur Gränze ihrer Reife geführet, welches sich in sanften Hügeln der furchtsamen züchtigen Brust offenbaret, noch in einem so edlen geschlanken Gewächse eingekleidet, welches über den Schuß des' KeimS solcher Jahre erhaben ist. Auf diesem der Göttin der Jugend würdigen Körper erhebet sich in einem jeden bildenden Verstände, welcher sie betrachtet, ein Haupt gleich einer aufbrechenden Knospe der FrühlingSrose, und man glaubet, die ThetiS auS dem Schooße des MeerS hervorgesticgen zu sehen: so wie eine Schönheit am 1) PIu>o;lrat. Ilcroic. c. 2. §, i, ^uson. I'.jiitapl,. Ileroum, n. 12. 2) In der ersten Ausgabe, S.-N2, hat die Stelle noch einen Znsaz und lautet: »Diese Statue lTheris^ aber >, ist vermuthlich aus einer höher» Zeit der Kunst, so „ wie es zwo unbekleidete Statuen mit Köpfen des Lu> „cius Verus in der Villa Mattei und Farnese „scheinen, unter welchen diese eine der vollkommensten v mänlichen Figuren aus dem Altertume ist." Mever. 298 Geschichte der Kunst. schönste» erscheinet/ wen sie sich aus dem Bette hoben hat. Der Kenner hober Schönheiten dci Griechen aber ergänzet diesen mangelnden Thni mit vereinercn Ideen jungfräulicher Nioben/ s, daß/ ohne die Unschuld zu stören/ ein reger M vom sanften Reize einer borgbesischen Veiuij hineinfließe;^) aber ohne dovelte Schleife der«, dem Vorbaupte gebundenen Haare/ wie dieses gewöhnlich ist; sondern die ohne Pnz auf dem Wirbel zusammengenommenen und um und durch ßch gewundenen Haare/ endigen sich wie in eineKrm verworrener verschränketer Blumen/ in Ahnlichkm der Bilder schöner Nymphen im Wettlanfe z, Fuße nnd auf Wagen eines' von mir beschrieb-im hamiltonischen Gefäßes. ^) Kaum wird ein lüß-r- neS Auge unsere Göttin völlig entblößet zu selm wünschen / weil eS sich dessen berauben wurde,« der alte Künstler/ nach ausgeführeter Jdea des m- verhülleten Schönen / die Geschiklichkeit seines Wissens und seiner Hand gezeigct hat. Den er hat m Gewand/ welches über den linken Arm gewom ist/ ausgearbeitet/ worin die Gratien und dii Kunst vereinet zn wirken scheinen; diese mit lind» Brüchen fließender Falten/ und jene in der DnrcW- tigkeit derselben / um das Verdekte nicht völlig zum- steken. Wir erbliken unter diesem Gewände die schw sten weiblichen Schenkel/ die irgend in Marmor gebildet worden; sie sind so schön/ daß es mir zu verzeih» ist/ wen ich glaube/ daß eS diese Statue gewes» sein könne/ von welcher die Dichter die voilkommech Form dieser Glieder Sch e n k e l d e r T h e t i S / --ßv genennet haben. Über den göttliche» Man sehe die Briefs a» Vianconi, §. ZZ.1 2) tZV ^K. Z6— Z) t. 2. Zg6, n. 24. 12 Buch/2 Kap. 2?s Komerus hinaus führet uns der dichterische Meister dieser Nereide; den er bringet sie aus den Wellen des Meers hervor/ annoch ungerübret von sterblicher Liebe / und ehe sie sich dem Pe leus übergab/ ja ehe drei Götter ein Auge auf ihre Jugend warfen/ und bevor das erste Schif sich auf die ägei- schen Fluthen wägete; den das/ worauf sie tritt/ ist nur ein Zeichen/ um dieselbe kentlicher zu machen. §.6. Eines der schönsten Werke dieser Zeit/ ist ein kolossalischer Kovf von Marmor/ wie es scheinet der jüngern Faustina; ich sage/ wie es scheinet: den die Ähnlichkeit/ sonderlich jugendlicher und weiblicher Köpfe/ wird etwas unkentlich in kolossalifchen Köpfen; von dem Kinne an bis an die Haare auf der Stirne halt derselbe zwo Spannen. Dieser Kopf war/ wie man siehet/ nach der von mir angezeigeten Art in dessen Statue eingefüget. ES muß dieselbe von Erzt oder von Marmor gewesen sein: den einer von den Füße»/ welcher sich erhalten bat/ war ebenfalls eingefüget; so daß die äusser» Theile von Marmor waren; auch von den Armen sind Stüke übrig. Dieser schöne Kopf/ welcher nichts im Geringsten gelitten hat/ wurde zu Poreigliano/ ohnweit von Ostia/ wie man glaubet/ in den Trümmern der Villa deS PliniuS/ Lauren tum 5) genant/ entdeket. An eben dem Orte fanden sich verschiedene sehr schöne modellirte Figuren von gebrauter Erde; unter andern ein Sturz einer VenuS/ und eine bekleidete Figur von etwa drei Palmen hoch/ inigleichcn zween Füße mit angelegeten Sohlen / die dem Fuße von gedachter Statue vollkommen ähnlich sind/ und vermuthlich die j) lLa u r en ti nu m.Z Zoo Geschichte der Kunst. Modelle zu jenen waren; diese Stttke befinden sich zu Rom in dem Hause des' Baron del Nero, eimz florcntinischen PatrieiuS. — Ein Kovf, welcher dem der jüngeren Faustina in dem Museo C>nn> tolino vollkommen ähnlich ist/ befindet sich in d« Palaste Ruspoli. §. 7. Ich gedenke hier einer sehr seltenen A, bernen Münze der alteren Faustina/ mir der Umschrift: ?vci.i,,i: wo diese Kaiserin, vermöge einer von derselben gemacheren Stiftung, jungen Mädchen ihren Unterhalt austheilet: diese Münze köiite/ wen sie sich wohl erhalten findet, mit fünfzig Scudi bezahlet werden. >) Ich Me dieselbe aber an / um eine erhobene Arbeit der Villa Albani anzuzeigen/ wo eben diese Freigebigkeit der Faustina vorgestellet zu sein scheinet: den ej stehet eine weibliche Figur nebst einer anderen ms einem erhabenen Gerüste/ und theilet mit auSgeßre- keter Hand etwas aus' an Mädchen/ die unter iji in einer Reihe gestellet sind.^) Auf eben diese Vei° t) 6e xroest. vt usu numlsin. t. 2. 63. Fea. Dte bei S»anheim angeführten Münzen sind god dcne, und Wiuckelmnn scheint durch einen Silmi! fehler dafür silberue gefezt zu haben. Silberne Mi sich wohl auch. u. iA. Zoega. 2) Zoega dZ»8sIiiIil>vi t. >. p. ill.i—1Z7. tnv.Zz— ZZ> bemerkt, dost der Autor den Inhalt der Vorstellung gaj richtig erkaüt habe; doch sei die milde Stiftung, m welche sich das Denkmal beziehe, nicht von der älter» Faustiua selbst, sondern erst nach ihrem Tode von A» toninus Pius, ihrem Gemahle, ihr zu Ehren gemM worden. So wäre» auch die darauf anfxielende» Mw 12 Buch/ 2 Kap. Z01 vssegung armer Knaben und Mädchen deutet folgende Inschrift/ in welcher die Einwohner von Ficul- nea , einem Pagus' ohnweit Rom, dem Kaiser Marcu 6 AureliuS ihre Dankbarkeit bczengeten: den eS ist dieselbe vor kurzer Zeit/ im Monate Julius 1767/ a» dem Orte selbst/ wo sie errichtet war/ entde- kct/l) und stehet izo in der Villa Albani:^) zen erst nach ihrer Vergöttcrung geprägt; selbst die Haupt« -figur des .gedachten Basreliefs habe Ähnlichkeit mir der iüngern Faustina/ welcher, wie zu vermuthen sei, der Vater den Auftrag gegeben, die jährliche milde Spende an die armen Mädchen auszutheilen. Mener. Chauvl) (Ol'couverle lle I» nililk-vn de il'ZIo- rkce, l. Z. p. 258.) gibt als Fundort deu Weinberg bei Genzano an, wohin sie von den Ficulneern könne ge- sezt worden sein. Zoega. 2) Ein treslich gearbeiteter kolossaler Kopf des Antoni- nus Pins, der aus dem sarne fischen Nachlasse herrührt, befindet sich in der königlichen Antikeusamlnug zu Neapel und eill anderer ebenfalls kolossaler im Palaste Borg Hefe zu Rom. Einen schön gearbeiteten Kovfvon natürlicher Größe, wozu die Brust zwar paßt, aber ursprünglich nicht dazu gehörte, besizt das Museum Pio- Cl em e n t i n n n>. (1.6. luv. ,S.) Visconti (p. 6Z.) gedenkt auch »och eines andern Kopfes im Palaste C h i< .qi, der in Hinsicht der Arbeit einer der atterschäzbarste» sein soll. Unter den Bildnissen der Faustina, der Gemahlin des Antoniuns Pins, verdient ein in der Villa Ha- dri ans gefundener fast kolossaler Kopf im Mu feo Pio- Clemeutino (l. 6. tl>v. 4g.), dem eine moderne Brust angefügt ist, vor allen den Vorzug. Beinahe eben so schäzbar ist auch das im Capitolino befindliche Brustbild iu natürlicher Größe. Die einfach gelegten Haare, das weich gearbeitete Fleisch, der gelungene Zlnsdrnk von Gute und Gemüthlichkeit, bewirken eine hockst anziehende Übereinstimmung des Ganzen; der umstand, daß dieser Kopf ganz uubeschädigk erhalten ist, mag freilich auch etwas zu der guten Totalwirkung beitrage». 202 Geschichte der Kunst. IAII>. cäLsxni. vivi. äivronini. ril. ril^ici. OIVI. tt^OKIXZVI. ^ri'vi'i. vivi. r^ivi-nici. i'k0KL?f>'rl. vivi. iv^nv^. xvivepoii. »r. ^v^ei.10. x^ii'o^i^c» 1) ^vo. ?. z^r. i>0r. xvi. cc>5. m. opi-iiuo. rr. i^vvi.Q^i'isLiklo. i'nincii'i. rvLki. x?. i'vc:i.i./x. ^i.ii^iLKi'^.^i. ?icoi.kN8ivi«. Z. 8. Man flehet/ daß man damals anfing/ ßch mehr als vorher auf Porträts zn legen/ nnd Kövfl anstatt Figuren zu machen/ welches durch wiederholte Befehle des NathS zu Nom/ daß jeden« dieses oder jenes Kaisers Bildnisi im Hause HM sollte/ befördert wurdet) ES finden sich einige a> Das schönste öffentliche Denkmal aus dieser Zeit istkl vom Senat dem Antoninus und der Faustina mt ihrer Vergötterung errichtete Tempel in der Via Sam scampu V!><.°ci»c>), wie ?>ardiui lintica >.5. c.» priue.)-bemerkt. Die Säulen daran sind die schönsm aus Iiinr«!« cisivllinv, welche es gibt. Das andere Dt'llk mal ist die Säule aus rothem Granit, welche man Im ter der curia Innocen^.i.'lna auf der Erde sieht. Ei! hatte vom ^euer gelitten und die Sinke derselben iin! Vor einigen Jahren zu andern Arbeiten verwendet II» den. A!e»er.) Das Fustgestelle dieser Sanle aus >vw sein Marmor wurde aus den benachbarten Plaz des MM> Citorio gebracht/ fspater iu's P i o - C le m e n ti n u ni. t!>v. 2g — Zv Men er.Z An diesem Fuk.gestelle ist auf bn Hauptfeite in erhobener Arbeit die Vergötteru ng dc§ Antoninus und der F a n st i n a voraestellt. F e a. j) sDieses Wort sehlt in allen sriiher» Ausgaben und der sich doch in der Inschrift.) 12 Buch/ 2 Kap. Z0Z W von dieser Zeit/ welche Wunder der Kunst in Absicht der Ausarbeitung können genennet werden. Drei ausserordentlieh schöne Brustbilder des Lucius Vcrus'/ und eben so viel vom Marcus Aure- lius/ sonderlich aber eines von jedem/ größer als die Natur/ in der Villa Borghese/ wurden vor vierzig Jahren / mit großen Ziegeln bedekt/ vier Mig- lien von Rom/ auf der Straße nach Florenz, an einem Orte, welcher Aequa Traversa beisset/gefunden. Einer der seltensten Köpfe des Lucius Verus ist dessen Bildniß in seiner Zugend mit den ersten Barthaaren auf dem Kinne/ in dem Palaste Ruspoli.i) In denl Werke: Zculturc: Villa Lor^lie?!« lieNa ii — 21. sind die Bildnisse des Lucius Verus und M- ?l n r e l i u s in Umrissen vorgestellt. Sie gehören zu den vortreflichste» Denkmalen der Kunst aus der Zeit dieser Kaiser/ uud die beide» Kol- lossalkopse stud wirklich als große Meistcrstüke berühmt; das Fleisch ist weich und glatt gearbeitet, aus das Zarteste vollendet und doch meisterhaft. Aus Bart und Haars hat der Künstler unermeßlichen Fleiß verwandt. Obgleich beide wahrscheinlich von einer Hand verfertigt uud beide vortreslich smd : so wird mau doch allemal bei genauer Ver- gleichung den des Lucius Verus sür den gelungener» erkenne»; den der Künstler scheint ihn mit einerArt von Vorliebe gearbeitet ;u habeu. Die übrigen vier Bildnisse stnd Büsten in Lebensgroße/ welche/ wen sie auch nicht so imvosant sind/ doch einen eben so großen Aus- wand von Fleiß und Kunst Verrathen. Alle diese Denkmale sind vortreslich erhalten; nur an dem einen Brust- bilde des M. AureliuS wird die Ergänzung der halbe» Nase bcmerkt. Ein Brustbild aus der Villa Albaui/ welches den Lucius Verus im Jünglingsalter vorstellt (IVIokiini. -unil>. >Ii, AlusvL Ksp»!. t. z. pl. 54.)/ kaii in Hinsicht auf Kunstwerth und tresliche Aussühruug deu vorige» Denkmale» gleichgeschäzt werden; nicht weniger verdienstlich ist ei» in, Muse» Cavitoliuv befindliches Brustbild Geschichte der Kunst. §.9. Die Statue der Marcus Aureliiis zu Pferde ist zu betaut/ als daß ich viel davon r<> de. l) Lächerlich ist, was man uuter das Kupfer ,i- ner Figur zu Pferde i» der Galerie des Gm« Pembrocke/ zu Wiltou in Engeland/ gesezethati „Die erste Statue des' Marcus Aurelius „Pferde, welche verursachete/ daß der Meister dw „selben gebrauchet wurde/ die große Statue dich! des M. Aurelius als Jüngling. Die kalbe Nase « das reckte Shrläpchen sind die einzige» Ergänzung«,« demselben; und der Kovf war nie von der Brust »tx, l'rochen. Ein schönes Brustbild/ das den M. Aurclixj im mänlichen Alter vorstellt/ im Musev Pio>CK>' m entino si. 6. >->v. !>»,) neüt Visconti ein wahr,! ! Muster in dieser Art von Bildnissein Die gesättigt ZM der jungern Fanstina im Cavitolino ist k» hohe Schönheit/ aber eine überaus anmuthige Grtt und wie belebt. Der Künstler wandte den äussttso Fleiß auf die Ausführung/ so daß er am Uiitkrtw selbst das Gewebe auszudrillen versuchte; die Haares»! nickt weniger fleissig behandelt. Ergänzt ist blos!« Nafensvize; auch werden einige unbedentende Beschädizw gen an den Haaren / am Gewände und an den Shck» chen walirgenomnien; der Kovf war nie von der R«I getrent. Me»er. t) Sie ist im Musev Cavitolino und das größte«» allen noch erhaltenen Denkmalen auS Erzt; MM beinahe unbeschädigt alle» bösen Schiksalen/ welche»» und seine Kunstfckäze betroffen habe»/ nud wie strni! ! man auch urtheilen mag/ bleibt ste stets eiu sehr siW» res Kunstwerk. Indessen ist die Statue aus dem ZA alter der Anton ine, und nicht frei von den UnliUD ketten im damaligen Gesckmak. Der Kaiser hat kl« besonders würdige/ den Herscher verkündende Stell«! er stzt vielmehr etwas steis und gebükt zu Pferde, s«i> aber huldreich/ gütig und friedlich ans. Die Glilw formen scheinen zwar wohl verstände»/ doch ausgM oder elegant kan man ste nicht nennen. Auch mag k ousgesirekte Arm im Verhältnisse zu den übrigen Gii> 12 Buch/ 2 Kap. „Kaisers, an welcher das Pfcrd von dem unsrigen ^verschieden ist/ zu machen. Die Unterschrift cineS halb bekleideten HermeS ebendaselbst ist we« gen ähnlicher Unverschämtheit des' VorgebenS zu merken: „ Einer von den Gefangenen / welche die „Architrave an dem Thore des'Palastes von dem „ Vicckönige in Ägypten trugen/ nachdem Camby- seS dieses Reich erobert hatte." ^) Die Statue dcS Marcus AureliuS zu Pferde stand auf dem Plaze vor der Kirche von St. Johaii Lateran/) weil in dieser Gegend das HauS war/ wo dieser Kai- dern etwas schwer gerathen sein; die Falten des Gewandes sind hübsch gelegt/ allein sie sind klein imd häu- ßg, und bilden dalier keine ruhigen Massen, Wen wir das Ganze betrachten/ so scheint es uns von Seite der Anordnung nicht zu den großen Meisterstüke» zu gehören. Aber das Pferd ist treslich geratlien/ hat überaus Viel Geist/ Leben und Handlung/ und scheint sich mir seinem Reiter gleichsam von der Stelle zu bewege». M e >> e r. 1) l'g?,. 9. 2) l'öl). 20. Z) Der Senat zu Rom gibt alle Jahre einen Blumenstrauß an das Kavitel der Kirche von St. Johaü Leteran/ gleichsam als eine Lehnspsiicht/ zur Bekentniß des alten Rechts dieser Kirche an die Statue des Marcus A»- relius. Es ist eine öffentliche Bedienung über diese Statue von der Zeit/ da dieselbe ans das Campidogljo gebracht worden/ bestellet/ welche monatlich zehr» Scudi einträgt; derjenige/ welcher dieselbe versieht/ Heisset Cu> st ode del Cavallo. Eine andere ciuträglichere/ eben so müßige/ aber noch ältere Bedienung/ ist die Lettu- ra di Tito Livio/ welche jährlich dreihundert Scudi einträgt/ die aus dem Salzimposte genommen werden. Beide Stellen vergibt der Pabst, und sie ruhen auf gewissen Häusern von den, ältesten Adel in Rom ; die lezte Bedienung hat das Hans Conti/ und sollte auch niemand von ihnen des Livins Geschichte mit Zluge» gesehen haven. Winckelman. 13 ' 306 Geschichte der Kunst- ser geboren war: die Figur des Kaisers aber min in der mittlern Zeit verschüttet gelegen haben, D,i in dem Leben des berühmten Cola von Rienj, wird nur von dem Pferde allein geredet, und m, nennete es das Pferd des ConstantinS. B« Gelegenheit eines großen Festes/ zur Zeit/ da d» Päbste ihren Siz in Avignon hatten/ lief für i« Volk aus dem Kopfe des PferdeS/ und zwar « dem rechten Nasenloche/ rother Wein/ und aus' d« linken/ Wasser: in Nom war damals kein ander« als Flnßwasser/ da die Wasserleitungen eingegange, waren, und an entlegenen Orten von dem Flch wurde es verkaufet/ wie izo auf den Gassen Paris. K. 10. Die Statue des RhetorS Aristide! in der vaticanifchen Bibliothek ist aus der Zeir, von welcher wir reden/ unter den sizenden bekleid ten Figuren nicht die schlechteste/ und diesem Nisse desselben sehen zwei vollkommen erhalt« Brustbilder in dem Museo Bevilacquazu Vcm> höchst ähnlich/ von welchen das eine mit der Tozi bekleidet ist/ das andere aber mit dem Paludam» to oder dem Fel d h errenman tel/ welcher glech wohl mit diesem AristideS nicht bestehen kw Nach der Beschreibung einer bewafneten VenuS, welche der berühmte Redner HerodeS/ mit dem Z« namen A tti cus / machen lassen / >) die nicht da! Süße und Verliebte, sondern etwas Mäiili ches und eine Freude wie nach erhaltenem Siez: zeigete, kau mau schließen, daß sich die Kentniß dc> Schonen und des StylS der Alten nicht gänzlich aus der Welt verloren gehabt. Eben so fanden ßch noch Kenner der edlen Einfalt und der ungesclM keten Natur in der Schreibart und Beredsamkeit, >) Lililiolli, cvc'. 262. x. 10/,6. 12 Buch/ 2 Kap. 307 ! lind PliniuS/ welcher uns berichtet/ daß diejenigen Stellen in seiner Lobrede/ die ihm am wenigsten Mühe gekostet/ bei einigen mehr/ als die ausstndirten/ Beifall gefunden: fassete daher Hof- ! iiung zur Wiederherstellung des guten Geschmaks. >) Aber nichts desto weniger blieb er selbst bei dem ge- ^ künstelten Style/ welchen in seiner Lobrede die > Wahrheit und das Lob eines würdigen ManneS gefällig machet. Vorhergedachter Herodes ließ einigen von seinen Freigelassenen/ die er liebete, Statuen sezen.^') Von den großen Denkmalen/ die dieser Man in Rom sowohl als zu Athen/ »ud in lindern griechischen Städten, bauen lassen,^) stnd noch zwo Säulen seines Grabmals übrig/ von einer Art Marmor/ den man Cipollino nennet/ von drei Palmen im Durchmesser: die Inschrift auf denselben hat sie berühmt gemachet/ und Salmasius hat sie erkläret. Ein französischer Scribent aber muß geträumet haben/ welcher uns lehren will/ die I Inschrift sei nicht in griechischen/ sondern in lateinisch en Buchstaben abgesasset.5) Diese Säulen wurden im Monate September t76t von Rom nach Neapel abgeführet/ und sind izo in dem Hofe , > 1) I^> Z. ep'ist. ig. Plinius sagt Vielmehr, daß die mit der strengste» Wahrheit abgefaßten/ einsacken/ ungekünstelten Stellen nickt Einige»/ sondern Allen/ welcken er seine Rede ^ vorgelesen/ am meisten gefallen haben. Meyer. 2) vit. Kopist. I. 2. c. I. Z. 10. Z) lä. I. c. Z. S— 6. Inscr. IIcrv6js vVltici et ließllla! cvnj. /Z. I^ul, >619. 6) IVknauclul, prem. mem, üur I'lellrcs Lrec- Pivs. clcz Imscrixt. t. 2. Nein. x. 287. 308 Geschichte der Kunst. des herculanischen Musei zu Portici aufgesezet. >Z Die Inschriften seiner bernhmten Villa Trivpiu, welche izo in der Villa Borghese stehe»/ Hai Spon bekant gemachct. K. 11. Damals wurden auch denen/ die im Cim in den Wettlaufen auf Wagen den Preis erhielt», Statuen aufgerichtet/^) von welchen man sich eiim Vegrif machen tan aus einigen Stüken muftischli Arbeit im Hause Mafsimi mit dem Name» i>« Personen,^') noch deutlicher aber von einem solche» Sieger, fast in Lebensgröße, auf einem Wagen iim vier Pferden/ in erhobener Arbeit/ von einer großc» ovalen Begräbnißurne in der Villa A lba ni, welchi in meinen alten Denkmalen bekant gemachetiß,i) und sonderlich ans einer wirklichen Statue in du Villa Negroni. <>) AuS dieser Figur ist in kr Ergänjung derselben ein Gärtner gcmachet wordch wegen cineS krummen Messers' im Gürtel/ welche der Sieger auf jenem erhobenen Werke auf cben dit Art trägt/ wie an jener Urne/ und es ist ihr daher eine Hake in die Hand gegeben worden. Dich Personen waren mehrentheils vom Pöbel/ deren Bmi 1) Die Covie davon ist in der vaticanischen Bibliothek p blieben. Fea> 2) Niscell, sect. 10. n. 12. p. Z22. Z) I^rercilat. in <>^>!. lere auct. OrTc. I/Uclsll. x. 53ü^. 4) Wenkmale, Numero 197 — 198.Z 5) lNum. 20Z.1 6) Die Statue, oder vielmehr der Sturz von einer Statue eines Wettrenners (nuii^n circense), befindet sich nun >m Museo Pi o-C l e m e n t i n 0. (I'. Z. tav. Z>> Bisconti hält es cbensalls für wahrscheinlich, daß ii!> se§ Denkmal den Zeiten der Antonine angehöre, Mc«cr, bis an den Unterleib mit einem Gürtel vielmehr umwunden und geschniiret war. Lucius' VeruS ließ sogar das Bildniß seines Pferdes, VolueriS ge- naiit/ von Golde im Circo sezcn.^) Bei den Werken unter dem Marcus AureliuS gemachet/ fällt mir mehrentheilS dieses Prinzen eigene Schrift ei»/ in welcher ausser einer gesunden Moral die Gedanken sowohl als die Schreibart gemein/ und eines Prinzen/ welcher sich mit Schreiben abgibt/ nicht würdig genng sind. z. 12. Unter und nach dem CommoduS/ dem Sohne und Nachfolger des MarcuS AureliuS/ ging die lezte Schule der Kunst/ die gleichsam vom > >V I) Daß Lucius Verus das Bildniß seines Pferdes Von Golde im Circo seze» lassen, ist durch kein Zeugniß eines alten Autors zu bestätigen, wohl aber, daß er das goldene Bildniß seines Lieblingsvserdes mit sich zu trage» pflegte, demselben Mandeln und Rosinen statt des Korns in die Kripe warf, und ihm ein Grabmal im Waticano errichten ließ. (^ul. Lspitol. w Vor. c. 6.) Me»e r. Die große Statue zu Pferde, Negisole genant, zu Pavia auf dem Plaze vor der Domkirche, (7 B. 2 K. 24 §. Note.) soll den Lucius Verus vorstellen. Sie wurde wahrscheinlich von Rom nach Navenna, und von da nach Pavia gebracht. Montsaucon (viai-. Ital. c. >a. p. 14g.) hielt sie sür einen M. Anrelius, und irrte, wie er schon srüher sich geirrt hatte, indem er denselben Namen dem L. Verus in der Villa Mat> tei zu Rom gegeben, sl^icovoni Zl.) Die Statue hat sehr gelitten, und ist daher stark ausgebessert; indessen scheint der Kovf antik zu fein, auch die Brust, ein Theil des Gewandes, die linke Hand und das Pferd, welches Kenner für eine griechische Arbeit halten. Die Statue ist, wie man aus dem Pferdeschmuke und aus einige» eingesezien Stuken schließen kau, von gegossenem Metall, und nicht von gehämmertem, wie Andere wollten. Amoretti. 310 Geschichte der Kunst. Hadrian gestiftet war/ und die Kunst selbst/ s» z, reden/ zu Grunde. Derjenige Künstler, von dch» Hand der wunderschöne Kops dieses Kaisers in sei«« Jugend im Campidoglio ist/ machet der Kunst Ehre^ es scheinet derselbe etwa um eben die Zeit/ in >«,!> eher Com moduS den Thron bestieg/ das ist: « ncunzeheitten Jahre seines AlterS/ gemachct zi>. sA der Kopf aber kan zum Beweise dienen/ daß dich, Künstler nicht viel seinesgleichen gehabt/ den ch Kövfe der folgenden Kaiser stnd jenem nicht zu » gleichend) Die MedaglionS dieses Kaisers von Ei? sind in der Zeichnung sowohl als in der Zlrw unter die schönsten solcher Schaumünzen zu rech«, zu einigen derselben sind die Stempel mit so gr« Feinheit geschnitten/ daß man an der Göttin Rom die auf einer Rüstung sizet/ und dem Commod«! eine Kugel überreichet/ an den Füßen die kleim Köpfe von den Thieren/ ans deren Fellen man Cäch trug, ausgeführt siehet. Man kau aber von «» Arbeit im Kleinen auf die Ausführung eines W-il! im Großen nicht sicher schließen; derjenige/ wchi ein kleines Modell eines SchisS zu machen weiß,» 1) Lottari Mus. t. 2. tOV. ^3. 2) Er hat in Hinsicht aus die Behandlung viel ÄlMj mit den Kolossalköpfen des M. Aurelius und dlS!» cius Verus loben 12 B. 2 K. » §.) und we» m die Behauvtung / daß derselbe Meister auch den C«» modus verfertigt habe, zu kühn finden sollte, fo iß il doch wenigstens zuverläßig, daß dessen Bildniß von cki» Künstler herrühre, welcher i» der nämlichen Slliuk ü bildet worden. über die Kunst am Gesicht n»d Haaren haben wir nichts weiter zu sagen. Das Eciü- zeigt hübsch gelegte, doch kleine und etwas steife ZM welche aber mit großer Sorgfalt ausgeführt sind. A!

    iiu>i.i5i darthun können.2) !) Diese Säule/ welche an Schönheit der früher erwähnte» nachsteht, wurde, wie man glaubt, von: Senat zur Ehre des M Aurelius errichtet, und ist in Kuvfer gestochen von Sante Bartoli mit den Erklärungen von Bel- lori. Das Wunder mit dem Regen, welchen die donnernde Legion durch ihr Gebet im Kriege gegen die Quaden für das Heer diefes Kaisers vom Himmel erflehte (IV'l'tuU. , iox;, c. 5. 8c!>^>n>. c. L»zel>. occles. iuüt, !, 5. c, 5. Xiplül, In A, p> 27!,.), ist aus der Säule (t.iv, >5.) vorgestellt, so wie es auch der Gegenstand eines Gemäldes war, dessen Themistius (Orat. >5. ad gedenkt. Der Kaiser war mit erhobenen Händen in der Stellung eines Betenden abgebildet, und von seinen Soldaten fingen einige das Wasser mit ihren Helmen auf, andere tranken. F ea. 2) Sante Bartoli mag wohl nicht alle Blätter selbst 312 Geschichte der Kunst. Es ist auch glaublich/ wen auf Münzen des dritt« Jahrhunderts die Rükseiten über den Begrif sclhj, ger Zeiten gearbeitet sind/ daß man sich alter Et» pel bedienet habe. §. 13. Das Bildniß des Kaisers Commodiiz hat man in der Figur eines Herkules in, Belw dere zu finden geglaubet/ weil derselbe auf derL«> ivenhaut ein Kind trügt/ und dieses Kind ist dasjenige gedeutet worden/ welches diesem Kaiser M seinem Zeitvertreibe dienete/ und da dasselbe ein Vli> zeichniß der Verschworenen wider den Commod»; ergriffen hatte/ und diese Liste aus dem FenstersA len ließ/ Ursache an dessen Ermordung war.>) Z» der irrigen Benennung hat auch die Löwenhaut Ei> legenheit gegeben/ mit welcher Commodus m Herkules bedeket auf seinen Münzen erscheinet,-) Das Kind/ welches diese Statue trügt/ ist der jiiW Ajax/ ein Sohn des Telainon; Herkules msm dieses neugeborene Kind auf seine Arme/ nnd lczili es' auf die Löwenhaut/ mit dem Wunsche/ daß!j gezeichnet und in Kupfer gebracht haben/ wie die t» schiede»? Manier derselben zu erkennen gibt. Meytt, 1) Neroclian. I. i. c, 17. Z. Z — Nach Herodianns kani das Papier/ auf wM» die Namen der vom Kaiser zum Tode Bestickten simiii, zufällig durch das erwähnte Kind in die Hände ber Ni» cia; aber »ach Lampridius (in (Zon»nv>I, c,z> warf das Kind den Zeddel mit den Namen der zu ö» mordenden aus dem Schlafgemache des Kaifers hm»i, Me »e r. 2) Er ließ sich als Herkules in Statuen abbilde», m! als einem folchen wurde ihm auch geopfert, n, g, x, > > g,) M e >> er. 12Buch/ 2Kap. künftig noch größer als dessen Vater werden möchte, i) Z„ der GypSform von dieser Statue ist das vielbc- dcutende Kind weggelassen/ und man hat dem Herkules/ anstatt das Kind zu tragen/ die drei hefperi- scheu Äpfel in die Hand gegeben. Wright / welcher hier seinem blinden Führer nachgesprochen/ saget/ dieser Com moduS sei gut/ aber es zeige derselbe einen deutlichen Unterschied zwischen dem griechischen und dem römischen Geschmake in der Bildhauerei. -) Dieses einfältige Urtheil gründet sich blos auf den Name»/ und man hätte die ägyptische Kunst in der Statue bemerken können/ wen derselben der Name Ptolemäus Hütte können gegeben werden. Man kan versichert sein/ daß dieser Herkules ein Werk eines großen griechischen Meisters sei/ welches unter icn schönsten in Rom stehen kan: der Kopf ist un- mdersprechlich der schönste HerkuleS/ welcher be- kaiit ist/ und die Haare sind in der höchsten Manier ausgeführet/ und wie die am Apollo gearbeitet.^) 1) pinäsr, Istliru. VI. V, 60. klulostrat. Heroic. c. Il> II. I. I>- 7>9- 2) ?>avcls, x. 2K7. Z) Der Kovs ist wahrhaftig idealisch und schön, die Forme» des Körpers und der Glieder stnd kräftig: doch habe» sie einigen Kennern im Verhältnisse zum Kopfe nicht elegant genug scheinen wolle»/ und am Kinde auf dem Arm des Helde» werden auffallende Fehler der Zeichnung gerügt. Die Meinung/ daß dieses Werk von einem großen griechischen Meister herrühre/ finde» wir nach strenger Prüfung nicht wahrscheinlich. Gerade aus den Haaren, die fleissig behandelt, ausgebohrt und unterhöhlt sind, wie sie etwa an den Dcnkmale» nachHadriauus in fei» pflege», läßt sich um fo gegründeter aus das wahre Alter des Werks schließe», als auch die Arbeit der übrige» Theile einer solchen Vermuthung nicht entgegen ist. ZZ i scon ti (IÄus, ?!»- Llem. 1. 2. t> g. iZ.) hat Winckelman. 6. Geschichte der Kunst. Eben so ungegrundet ist die Benennung des Coni- moduS/ die einer heroischen Statue mit ein«n ermordeten Knaben ans dem Rüken gegeben wordl», weil der neue Kopf/ welcher für alt gehalten >W den, diesen Kaiser vorstellet/ und eS soll derselbe hin als Fechter gebildet sein. Derjenige/ welcher dich Statue auf einem sehr schlechten Kupser in -im Samlung von Statuen/ die zu Nom im Jahre ikz in Folio erschienen/ einen AtreuS genennet, ißi» Wahrheit nciher gekommen;^) das ist: Atrcuj, welcher seines Bruders ThyesteS Sohn ermM ES ist also Jakob Gronov nicht der erste/ der dich Benennung gegeben/ wie er will angesehen sein.-) K. iä. Des CommoduS Andenken beschloß di, Senat zu Rom zu vertilgen/ und dieses ging w> nehmlich auf dessen Bildnisse;2) dieses fand sich« vielen Brustbildern und Köpfen desselben/ die in Herr Cardinal Alexander Albani entdekett/k er den Grund zu seinem prächtigen Lusthanse zu W der wahrscheinlichen Angabe/ daß es ein Herkulc-« dem iuugen Ajax sei/ zwar nicht widersvrochen, it» doch selbst die Vermuthung aufgestellt, daß es vielM ein Herkules mit seinem Sohne Telephus D könte/ weil aus einem Mcdaglione Von Midäum «i> auf einem andern Von Tarsus ungefähr ähnliche Ew pen vorkomme»/ wo zu den Füße» des Herkulcilii noch eine Hirschkuh befindet. Me»er. t) Er stand sonst im Hofe des sarn esischcn Palastesu»t>i von dorr nach Neavel gebracht worden. Es ist ei»k i-i kolossale Figur mit dem Knabe»/ den er über dieSt«! ter trägt/ sehr gut grupirt/ äusserst lebhast bewegt, ik nicht vorzüglich gearbeitet/ und wahrscheinlich M >>> gend einem alten herlichen Originale in späterer Zeit» Virt. Meyer. 2) 11 >c5. Orloc. t. >. nnn». '!) I^!ui,^>ri>I. i» Lommc>6. .-Vul. c. iö. 12 Buch/2 Kap. ZlL tuno am Meere graben ließ. Von allen Köpfen war das Gesicht mit dem Meißel abgeschlagen, und man erkcnncte dieselben nur an einigen andern Zeichen, so wie man auf einem zerbrochenen Steine den Kopf des AntinouS an dem Kinne und Munde erkennet. In der Villa Altieri ist ein Kopf eben dieses jungen Menschen, nach Anzeige des Mundes, welcher nur allein von demselben erhalten war, als ein AntinouS ergänzet. §. is. ES ist kein Wunder, daß die Kunst anfing, sich merklich gegen ihren Fall zu neigen, wen man bedenket, daß auch die Schulen der Sophisten in Griechenland mit dem CommodnS anfhöreten. La, den Griechen wurde sogar ihre eigene Sprache un- ickaut: den es waren wenige unter ihnen, die ihre ksten Schriften mit dem wahren Verständnisse derselben lesen konten, und wir wissen, daß Ovpia- nus in seinen Gedichten durch die Nachahmung deS HomeruS, und durch dessen AuSdriike und Worte, deren er sich bedienet, so wie HomeruS selbst, den Griechen dunkel war. 2) Daher hatten die Griechen Wörterbücher in ihrer eigenen Sprache nöthig, und Phrynichus suchete die Athenienser zu lehren, wie ihre Voreltern geredet hatten: aber von vielen Worten war keine bestimte Bedeutung mehr zu geben, und ihre Herleitung wurde nach verlorenen Stani- wvrtern auf Muthmaßungen gegründet. §. 16. Wie sehr die Kunst nach dem Eommo- duS gefallen, beweisen die öffentlichen Werke, welche Eeptimius SeveruS einige Zeit nachher aufführen ließ. Er folgcte dem CommoduS ein Hahr nachher in der Regirung, nachdem Pertinax, Di- dius JulianuS, ClodiuS Albinus und Pe- ») Oesoll. tkealr. rliet. !. l. c. 4. 2) Leinle/s Olss. uxon x. 406 Zi6 Geschichte der Kunst. scennius Niger in kurzer Zeit regiret hatt« und ermordet waren. Die Atbenienser ließ Sevt. ruS sogleich seinen Zorn empfinden/ wegen ein» Beleidigung/ welche ihm auf einer Reise nach E«. rien zu Athen in voriger Zeit widerfahren war! « nahm der Stadt alle ihre Vorrechte und Freiheit, die ihr von den vorigen Kaisern ertheilet waren/) Die erhobenen Arbeiten an seinem Bogen, M an einem anderen Bogens) welchen die Silberschmick ihm zu Ehren aufführen lassen/ find so schlecht, eö erstaunend scheinet/ wie die Kunst in zwölf Jchm seit dem Tode des MarcuS Aurelius so W und gar herunterkommen können. 4) Die erhobt 1) Lxarüan. !n Lever. c. z. 2) Gezeichnet von Pietro Berettino da Cortomi, « Kupfer gestochen von Sante Vartvli, und hcrmizd geben von Suaresio mir seinen Erklärungen, R», 1676. Man vergleiche auch Monrlauc. pari. 2. pl. >og. M e»er. z) In Noni zur Seite von 8. Oiorgio -> V«I->I>rc>. Zu. 4) Freilich müßen damals immer noch einige Kimstlcr» Auszeichnung gelebt haben, vielleicht solche, die schon M Zeit des M.Aurelius und des L u c in s V er u S geblii>i/ oder wenigstens würdige Zöglinge aus derselben SÄd, Hiervon geben Beweise ei» Brustbild des Septiniii! Severus unter den gabinischen Altertiimm (Au»nm. Lalii». n.Z^.); ein anderes im Museo Piil Clementino (t. 6. t->v. SZ.) und von den dreien imk» virolino dasjenige, welches einer Brust vom schönsa wachsfarbigen Alabaster aufgesezt ist. An diesem DenkM ist das Gesicht überhaupt in einer sehr guten Manier l'ilM delt: die Augen sind zwar nicht elegant gezeichnet, nicht M und fließend genug in ihren Umrissen; jedoch ist i» Charakter des Ganzen übereinstimmend, der Ausdruk bliebt und geistreich. Die Haare an der Stirne schci« nicht gut angesczt; ein Fehler, den man zwar auch nm , 12 Buch, 2 Kap. 317 Figur des Fechters Bato in der Villa Panfili, in Lebensgroße, i) ist ebenfalls ein Zeugniß hiervon; den wen dieses der Fechter dieses Namens ist/ welchen Caracalla prächtig beerdigen lassen, so wird nicht der schlechteste Bildhauer dazu gebrauchet sein. PhilostratuS gedenket eines Malers Aristo dein uS, welcher sich um diese Zeit hervorthat; er war ein Schüler eines Eum e lus. 2) §. 17. ES waren auch in dieser Zeit die Kunst- lcr noch beständig beschäftiget/ und dem Plautia- i nuS, dem Lieblinge und ersten Minister des Kaisers Septi in ius S everus/wurden nicht allein zu Rom, sondern auch in andern Städten des römischen Reichs, sowohl von einzelnen Personen als von dem Senate Natnen aufgerichtet, so daß dieselben größer und zahlreicher waren, als diejenigen, die dem Kaiser selbst zcsezet waren. unter diesem Kaiser geschah in der chen Köpft» des M. Aurelius und »och früheren Arbeiten vorwerfen kaü. An der linken Augeubraune bemerkt man eine kleine Beschädigung; beide Ohren und einige Haarloken sind ergänzt. — Ein kolossaler Kovs der Julia, der Gemahlin des Sevtimius Seve- rus, ist im Museo Pio - Clementino (t. 6. t-v. 54.) und gehört auch zu den vorzüglichsten Kuustdenkma- lcn dieser Zeit. Meuer. 1) k^IircUl 8)-nt> c. g. j>> 28g. Z^Iontkauc. cxxl. t, 3. pari. 2. xl. >54. lD enkmale, NUNI. »SS.l Severus errichtete auch allen den Seinige» Statuen, und zwar für sich und auö eigenem Antriebe, da sonst das Recht, öffentlich Statuen zu seze», nur dem Senate zustand. Aber die dem Plautianus gewidmeten wurden, als er in Ungnade fiel, überall niedergerissen. (Lpsrtiün. in Lcvcr. c. >4.) Meiler. 3i8 Geschichte der Kunst. harten Belagerung der Stadt Byzantiuw/ welches Partei des Pescennius Niger wider jenen Kaj> ser ergriffen hatte/ was' die von den Gothen bcluzw ten Römer thäte»/ die auf die Feinde Statuen u» sen: die Byzantiner stürzeten ganze Statuen vonEr^i sowohl stehender als reitender Figuren von der Mm, herunter auf die Belagerer. K. t8. ES hat steh unterdessen von der Kunst d>> ser Zeiten ein nachtheiligeS Vorurtheil gleichsam M Wahrheit gemachet/ welches sich sonderlich auf dii schlechte Arbeit an dem Bogen des Septinn«! SeveruS gründet. Man ist aber gezwungen,«» man ungezweifelte bessere Werke von späteren Zeit«« siehet/ zuzugeben/ daß vielleicht zu jenem Bogen M zu dem vornehmsten Denkmale gedachten Kaisers niH der beste/ wo nicht der schlechteste Künstler/ wie nich zuweilen geschiehet/ vorgeschlagen und gebrauchet >w den. Man würde eben so unrichtig urtheilen anSm paar der lezten Gemälde/ die in der St. PetersM zu Nom in Musaico gesezet sind/ wen man glaube es sei zu eben der Zeit kein besserer Maler in Rm bekant gewesen/ wie man gleichwohl zu gedenken M Oder wen man aus ein paar Kirchen/ die in Nom w ter Benedietus XIV. ekelhaft gebauet und gczimi sind/ auf den allgemeinen Geschmak in der Bank« unter gedachtem Pabste schließen wollte. Noch achi> ordentlicher ist die marmorne Statue des Pabiii! Leo X, des Vaters der Künste/ im Camviv glio/ von einem Giaeomo del Duca/ aus Silp lien/ und Schüler des Michael Zlngelo/ gearbcüit, welche eine wahrhafte Mißgeburt kau genennet m- den. ES kan nicht ein schlechterer Bildhauer >mw zu derselben Zeit noch nachher gewesen sei»/ und dw ») in Lever. 3oi. Heroäian. l. 3. c. 6. Z-9' 12 Buch / 2 Kap. Z19 „och ist derselbe auSersehen worden/ diese Statue für den ehrwürdigsten Ort in Rom zu arbeiten. K. 59. In Betrachtung oben gedachter Arbeite.? sollte man kaum glauben, daß sich noch ein Künstler ^ gefunden/ welcher des' SeptimiuS Severus Statue von Erzt in dem Palaste Barberini machen können/ ob sie gleich nicht für schön kaii gehalten > werden, i) Die vermeinete Statue des' Pescen- nius Niger im Palaste Altieri/2) welcher sich wider vorgedachten Kaiser anfwarf/ und von ihm geschlagen wurde/ wäre noch weit seltener als jene/ und als alle dessen Münzen/ wen dieselbe den Kaiser vorstellen könte; der Kopf aber ist dem SeptimiuS Severus ähnlicher. §. 20. Caracalla befahl/ in allen Städten Statuen Alexanders des' Großen zu fezc»/ und i» Rom waren einige mit einem dopelten Kopfe/ des Alexanders und zugleich des Caracalla. geringen Begrif von den Künstlern zur Zeit des Septimius Severus hegen wollte. Die Künstler, welche jenc oben S-Z60 angeführten Marmorkoxfe und die Statue der Juli«/ welche zu Ben- Gazi in Afrika ausge- graben worden (8B. ÄK. tü §.), verfertigt/ waren gewiß tüchtige Meister für ein solches Werk/ und wie wir an jene» marmorncn Denkmalen Kunst, Mühe und Fleiß besonders auf Nebenwerke, z, B auf Haare, Bart und Draperie verwandt sehen, so erfuhren auch an der hier gedachten Figur von Erzt die Nebenwerke am meisten die Pflege des Künstlers; deü die Fußbekleidungen sind reich verziert, und diese Zierate» mit der größten Sorgsall ausgeführt. Meyer. 2) HIallei I'accvlta «li Llütue, tav. 116. Z) Heroiiiaii. I. 4. e. L. Z. 1 — ß. Auch Spartiailü? (in ^Ilouiu. Larzcall, c. 2.) ge, Z2k) Geschichte der Kunst. Er lobete unter den alten Feldherren sonderlich den Sylla und den Hannibal/ und verehrete cdc». falls ihr Gedächtniß mit Statuen und Brustbilder Zween von seinen Köpfen in der Kindheit besiM» sich in dem Palaste Ruspoli. Die einzige G«- denkt der bis in's Lächerliche gehenden Begierde dezx,, racalla, dem Alerander ähnlich zu werde». Me>>,^ <) Zur Zeit des Caracalla sind, wie es scheint, «im Menge Covien nach alte» und vortreflichen Origi»al!, verfertigt worden, um mit ihnen die Bäder dieses 5«i, sers zu zieren. cLpurUlln. >» Lai-ac. c g) Zij sonst standen im Hofe des farn e fi sch en Palastes eine M telmäßige Figur des Herkules/ i» Stellung M Größe deni beruhniten Werke des Glykon fast iilinli^ der oben erwähnte Atreus, ein anderer Held, welch» den Fuß aus einen Helm sezt; eine weibliche Figur M einem Blumenkranz um das Haupt; ferner ini Perl» co, nach der Tiber zu, die oben c5 B, 2 K- NU erwähnte Urania. Alle diese Figuren sind kolossal,«» wurden, wie man behauptet, im Umfange der gedacht« Bäder gefunden. Die Ausführung an diesen Weck«, welche sich iezo in Neapel befinden, hat geringen Wech; sie zeigen zwar mechanische Fertigkeit, aber durch«! keine von Geist durchdrungene Kunst. Eine Statue Aleranders des Große» Mir de» gabinischen Denknialen wird von Niscoiui (Iconograpkio t. 2. p. 52.) für eine zu Caracalla! Zeit nach dem Original des L« fi v p us verfertigte IM! gehalten. Sie ist zwar nicht vortreslich, aber doch ««!> führlicher und mit mehr Zartheit behandelt, als die ein erwähnten fast kolossalifchen Figuren; hingegen ist k auch unter natürlicher Größe. Caracallas BruM der, das berühmte aus den« farne fischen Palailt nach Neapel gekommene, ein ähnliches im Mufeo Pi»> Clementino (>. 6. tav. 55.) und ein drittes mit lim Brnst von Porph»r im Capitolino, zeigen miwidw sprechlich, daß damals wenigstens noch ein sehr vorzüzlb cher Meister im Fache der Bildnisse gslebt habe. Man km sagen, daß derselbe ein rechtes Wunder seiner Zeit g!' 12 Buch/ 2 Kap. S21 tue des Macrinus/ welcher dem Caraealla fol- gete/ befindet sich in dem Weinberge Borioni.^) 2t. Von den Zeiten des Heliogabalus wird eine weibliche Statue in Lebensgröße in der ! Villa Albani gehalten.^) ES stellet dieselbe eine ' betagete Frau vor/ mit einem so mänlichen Gesichte/ daß nnr die Kleidung das Geschlecht derselben anzeiget: die Haare sind ganz schlecht über den Kops ge- kammet/ und hinterwärts hinaufgenommen und un- ! tergesteket. In der linken Hand HM dieselbe eine j gerollete Schrift/ welches an weiblichen Figuren et- j was AusserordentlicheS ist/ und man glaubet daher/ ^ daß es die Mutter besageten Kaisers sein könne/ welche im geheimen Rathe erschien/ und welcher zu > Ehren ein Senat von Weibern in Rom angeordnet wurde. 2) Wesen, und durch ihn die Kunst sich für einen ?lu> genblik wieder emporzuheben schien. Den diese drei Bildnisse sind sogar in Arbeit und Geschmak besser als die oben angeführten des Septimius Severus, und in Hinsicht aus den treslich dargestellten Charakter, so wie aus den lebhafte» geistreiche» Ausdruk, wahre Meisterstüke. Selbst an den Haaren und Gewändern bemerkt man eine lobenswürdigere Manier. Meyer. t) Nun im Museo P i o > C l e m en t i n o. (?. Z. «. 12, x> >2.) Meyer. 2) Heliogabalus scheint auch die Kunst seinen ausschweifenden Lüsten dienstbar gemacht zu haben; den er besaß silberne Gesäße/ woraus die wohlliistigsten Figuren und Gegenstände erhoben gearbeitet waren. >» UelivAQlz, c. lg.) Er entwürdigte serner die Kunst dadurch, daß er Gemmen, die von berühmten Künstlern geschnitten waren, auf seinen Schuhen trug. (I-,. c. e, 2Z.) Meyer. Visconti glaubt, das Bildniß Heliogabals in einem marmornen Brustbild« des Musei Pio>Cleme»> 322 Geschichte der Kunst. K. 22. Alexander Sevevus, welcher den, Heliogabalus folget«/ ließ die Statuen vielerdc- rüliinten Männer von allen Orten zusammenhole», und auf dem Foro des Kaisers TrajanuS sezen;>) ^ sein eigenes Bild aber ist in Marmor nicht auf die ^ Nachwelt gekommen; wenigstens findet fich kein cinjj. ges in Rom.^) Den diejenige große Begrübnißum tini zu erkennen. (1, 6. t->v. S6. p. 20.) Eine aiidm Büste desselben ist im Capitolino/ aber jene gleickmin, auf Münzen vorkommenden Köpfen dieses Kaisers inchi, ! Eine Figur der Venus/ welche wahrscheinlich die Mi ter des H eli 0g ab alus/ Julia Söinia oder S«i> ^ m is darstellt/ wurde zu Palestrina gesunde»/ und in iii > Museum Pi», C lem ent tun m gebracht. (r-v. Sux. gg.) Mever. Alexander Severus / ein besonderer Freund der Mi, z chischen Sprache (il>. c. Zo et Z4.)/ ein gcschikter Zrch uer/ Kenner der Mustk/ wohl unterrichtet in der Mach, matik (id. c, 27.), und auf alle Weife ein Besördmr der Wissenfchaft (I. c> c. Z5 et 44-)/ gab auch ti« ^ Künstlern Arbeit und Antrieb. Deii er schmükte R» mit einer großen Anzahl prächtiger Gebäude (il>, 1, 2S et 26') uud ließ in der Stadt viele Kolossalsialm aufstelle»/ indem er von allen Seiten Künstler anfiM« 1 den früher vergötterten Kaisern errichtete er ebeMi derlei Statuen zu Fuss und zu Pferde auf dem Fsro ili Nerva/ ließ aus ehernen Säulen ihre Thaten ausjlG neii/ und hatte die Bildnisse berühmter Männer mid it« ler ?^ensche» i» seine» beiden Lararien. (Id. c.-z- 3>.) Mever. 2) Fea (t. 2. p, 40Z.) macht die Bemerkung/ daß im Pi 0 - C lem en tin 0 ein zu Stricoli gefundenes siliem- Brustbild Alexanders Severus fei. Allein dies«? Brustbild ist kein anderes als dasjenige/ welches Bis, g conti fo eben einen Heliogabalus nante. Vermid telst Ergänzung der Nase wollte man es dem Aler>w der Severns ähnlich machen. Fea redet serncr ««» ^ einem trefliche» Brustbilde des genanten Kaisers um 12 Buch, 2 Kap. 323 im Campidoglio, auf deren Dekel die Figuren zweier Eheleute in Lebensgröße liegen, die man lange Zeit für diejenige gehalten hat, in welcher gedachter Kaiser < beigeleget worden, dessen Bildniß man in der mänli- < chen Figur auf derselben zu sehen vermeinet, diese Urne, sage ich, muß aus mehr als einem Grunde, die Asche ganz anderer Personen verwahret haben. Den die inänliche Figur mit einem kurzen Barte, bildet eine Person in einem Alter von mehr als fünfzig Zähren ab; Alexander Severus hingegen starb nach einer Regirung von funfzehen Jahren, im dreis- sigsten Jahre seines Alters, Die weibliche Figur Gewand (vcstlto virile), welches aus Rom nach Florenz in die dortige Galerie versezt worden, wo sich schon zu> vor ein anderes Brustbild desselben in Rüstung befunden habe. Öb diese beiden Denkniale auch wirklich zuver> läßige Bildnisse Alexanders Severus sind? Wenig« stens sind sie Werke dieser späten Zeit und der sinkende» Kunst. Als solche, können sie immer noch lobenswürdig genant werden; den das Ganze an ihnen ist harmonisch und belebt, wen gleich die Theile fehlerhaft gezeichnet erscheinen. Jenes erste Brustbild mit Gewand hat stch wohl erhalten; das mit der Rüstung bat die Svize der Nase, einen Theil derOberlixe, das Kin und die beiden Ohren ergänzt. Von der Julia Mammäa besizt daS Pio-Cle> men tinuni zwei Brustbilder. (?. 6. tav. 5?. x. ?>.) Zu ibren Bildnissen soll auch die Büste im Cavitolino gehören, welcher ohne Grund der Name Manlia Scantilla beigelegt worden. Dieses Denkmal ist ausnehmend fleissig gearbeitet; die Haare aber sind steif, die Fleischvarthien unbestimt, weich und geglättet; das Gewand ist in viele kleinliche krause Falten gelegt. Me»e r. t) Dem Herodianus zufolge (I. 6. c. g. Z. 7.) regirts Alexander SeVernS Jahre, nach Lamvridi« u s (c. <>o.) tZ Jahre und 9 Tage, und eben dieser Autor sezt das Lebensalter desselben auf 2? Jahr Z Monate und 7 Tage. Meyer. 324 Geschichte der Kunst. aber/ deren Ähnlichkeit mit der Julia Mammä», der Mutter dieses Kaisers, den eigentliche» vermeine- teii Grund zu der irrigen Benennung dieses Denk, mals gegeben hat/ ist das Bildniß der Ehefrau im; ihres ManneS. Auf der Urne selbst stehet man in hoch erhobener Arbeit/ sowohl vorne als auf beiden Seiten/ den Anfang der Jlias/ oder den Nmmch deS Achilles über die ihm genommene Brise is, und hinten das Ende der ZliaS, nämlich den Pria in u S/ welcher zu dem Achille S komt/ den Kör. per des Sektors auszulösen. An der vorderen Seite haben diejenigen/ die alles zur römischen Geschichte ziehen wollen / den Vertrag des Nonin- luS mit Titus Tatiiis, dem Könige der Sabiner, zu finden vermeinet/ und ein Anderer bat stch in einem Knauel Gar«/ welchen die zwo Mädchen des Achilles halte»/ eine Handmühle vorgestellet, welcher nicht einmal einer Pfeffcrmühle ähnlich ist. y §. 23. Jene Benennung als richtig vorausgesezei, hat man die erhobenen Figuren des schönen Gefäßes von Glase/ welches in eben der Urne gefunden wr- den/ und dessen ich im ersten Kapitel des ersten Theils gedacht habe/2) als eine Anspielung auf den Namen des Alexander SeveruS/ auf Alexanders'des Große» Erzeugung gedeutet. ES ist hier nicht der Ort/ mich in die Erklärung der erhobenen Figuren dieses Gefäßes einzulassen/ und ich verweise den Leser auf die Vorstellung desselben/ welche uns Bar- toli in seinem Werke der alten Gräber gegeben hat; daher ich mich begnüge/ hier nur mit ein Worten anzuzeigen/ daß der Inhalt dieser Abbildung vermuthlich die Fabel des Peleus »nd derThetiS 1) Venuü Osserv. soxra I'HraJ 61 ^.Icss. Lever. x. 2Z. 2) U B. 2 K. 28 §.? S) über den Beweis der Benennung dieser Statue, an welcher der Kopf neu ist, siehe Vi^rioli Oi.«;«. <1e anno I. Inzp. 8ev. ^lex. c^uem ^rvekerl. marm. 8. Hip- in Vaiic. 4. I^om. 1712. Winckel» nl a n. Z) I.Qmxi-16. in ^.lex. Lever. c. 22 et 29. 4Z et ^9. sei / die sich auch in eine Schlange verwandelte / um diesem ihrem Liebhaber zu entgehen. Dieses war auf dem Kasten des CypseluS angedeutet durch eine Schlange/ die aus der Hand der ThctiS auf den PcleuS zugingt) wie ich mich hierüber in dem dritten Bande meiner alten Denkmale deutlicher erklären werde. §. Von der Zeit dieses Kaisers ist die sizende Statue des h. HipvolytuS in Lebensgröße/ in der Mticanischen Bibliothek/^) welches ohne Zweifel die älteste christliche Figur in Stein ist; den damals singen die Christen a»/ mehr Ansehen als vorher zu gewinnen/ und gedachter Kaiser erlaubetc ihnen den öffentlichen Gottesdienst an dem Orte/ wo izo S. Maria in Trastevere ist. Nardini (Koma -int. I. c, , l. rcß, >4> z>. 4>5.) beweist/ daß die Christe» schon vor Alexander Se- verus in Rom öffentliche Kirchen hatte». F ea. In der erste» Ausgabe, S, 420, liest man noch: »Diese Statue sdes h. Hivpol»t»si ist in Ver« >, gleichung mit der Arbeit an den. Böge» des Scvti- « niius Scverus über den Begris dieser Zeit; eben i> dieses gilt von der oben gedachten sogcnaiiten Begräb- „nißurne des Alerander Severus uud der Ju' „ lia Mamniäa. Der Künstler derselben muß ciner „ von denjenigen sein, welche durch Nachahmung der „ Alten aus dem Verderbnisse ihrer Zeit das Haupt er- « hoben." Diese Stelle ist in der wiener Ausgabe 12 Buch/ 2 Kap. 326 Geschichte der Kunst. Z. 25. Daß die Kunst aber auch noch izo in einigen/ die sie übeten, geblühet habe, beweiset die Statue des' Kaisers PupienuS/ welche im Palaste Ve- rosvi stand/ und stch izo in der Villa Albani befindet. l) Es ist dieselbe zehen Palme hoch/ und ohne alle Beschädigung erhalten/ bis auf den rechten Am, ! welcher bis an den Ellenbogen mangelt; es hat dieselbe sogar die seine lettichte Rinde behalten/ mit welcher die Werke der Alten unter der Erde über;»- gen werden. Mit der linken Hand hält die ffig« den Degen gesasset/ und an dem Stamme/ woran daS rechte Bein zur Befestigung stehet/ ist ein großes Horn des Überflusses stehend gearbeitet. Dem ersten Anblike gibt diese Statue einen Begrif/ >»el- weggelassen, und wahrscheinlich vonWinckelmaii seltz ausgestrichen, der in späterer Zeit sein zu günstiges M urtheil sür die große Graburne im Capitolinv ge> mäßigt haben mag. Die Arbeit sowohl an den ow liegenden runden Figuren des in der Urne beigestA» Paars/ als an den Reliess aus den Seiten ist mttil- mäßig, und weil einige Figuren der erhobenen Weck einen würdigen Charakter haben, eine schöne Stell«? und wohl angelegte Gewänder zeigen: so sind diefeZim dienste nicht dem Bildhauer, der die Urne verfertigte, sondern den guten alten Originale» zuzuschreiben, >«M cr mit geringer Kunst covirte. Meyer. Z) HIonuni. nnücj. 6u Alus^e. ZVoziol. t. Z. xl. 78. ViscvII- t i (IVlus. - (!!«?!». t. Z. p. 7<^.) hat gegen die Richtigkeit der Benennung dieses Denkmals Zweifel erhöbe». Die Haartracht wäre, sagt er, gänzlich verschiede» « der damals schon seit den Zeiten des Alerander Se- verus üblichen, welche durch die Münzen klar genug bestimt sei, und er vermuthet daher, die Statue möcht! einem ganz andern Manne als dem Pupienus errichtet sein: etwa einem Statthalter in den Provinini, welchen man wegen Verdienste» oder aus Schmeichelei unter der Gestalt eines wohlthätigen Genius habe vorstellen wolle». Meyer. 12 Buch, 2 Kap. 327 cher sich nicht mit ihrer Zeit zu reimen scheinet: den ßc zeiget eine Großheit und Pracht der Theile, in welchen sich jedoch das Wissen älterer Künstler nicht cntdeket; es sind die Hauptfarben da, aber die Mittellinien fehlen/ und die Figur erscheinet dadurch schwer. Es irren also diejenigen, welche vorgeben, daß die Bildhauerkunst um diese Zeit gänzlich verloren gegangen. >) Die Base von einer Statue des Kaisers' GordianuS, welche im Palastc Farnese war, ist nicht mehr vorhanden. 2) §. 26. Die eigentliche bestimte Zeit, in welcher der gänzliche Fall der Kunst ersolgete, war vor dem Konstantin, zur Zeit der großen Verwirrung durch die dreissig Tyrannen, welche sich unter dem Gallienus aufwarfen, das' ist: zu Anfang der lezten Hälfte des dritten Jahrhunderts.^) Die Münzverständigen bemerken, daß nach dem Gallienus in Griechenland nicht einmal mehr Münzen gepräget worden;^) je schlechter aber die Münzen dieser Zeit an Gehalt und Gepräge sind, desto öfter findet sich die Göttin 1) ?!coroni Osserva?. soprs It Oisr. Ital. ä! Alants. 14. 2) I/>psii ->nu^. leüt. I. 5. c. L. t. 1. x. 428 — 426. 3) l'reliell. I^olljon. in c. 1. Von dem Kunstgefchmak des Gallienus mag die Nachricht des Trebcllius Pollio (e. >L ) von der kolossale» Statue zeugen, welche Gallienus sich auf der höchsten Svize des Efguilino errichten wollte. Sie sollte ihn als Sonnengott vorstellen, wurde aber nur angefangen und blieb unvollendet, weil das ganze Unternehmen feinen Nachfolger», dem Claudius und Aurelianus, lächerlich und thöricht fchien. Meyer. 4) In dem asiatischen Griechenlande find Münzen zum wenigsten bis auf Diocletianus geprägt worden, wie man in den Samlungen von Banduri, Pellerin und Andern sehen kan. Fea. Z28 Geschichte der Kunst. Moncta auf denselben; so wie die Ehre ein häufiges Wort in dem Munde einer.Person ist/ an deren Ehre man zu zweifeln hat. Der Kopf des Collie nus von Erzt mit einem Lorbeerkranze/in der Villa Mattei/ ist blos wegen der Seltenheit z» fthäzen. l) §. 27. Die Zeiten des Gallienus werden insgemein als der Zeitpunkt des gänzlichen Verfalls der Kunst angegeben/ und dennoch finden steh Werke/ die das Gegentheil darthun/ und einen vortheilhafkn Begrif geben. DaS eine von denselben stellet in erh«. bener Arbeit und in Figuren, die beinahe halbst groß als das Leben find/ eine Jagd besagten Kaisers vor: dieses Werk stehet im Palafie Mattei/ undiS auch wegen einer irrigen Bemerkung anzuführen/ die Fabretti aus dem einen beschlagenen Hufe des Pferdes machen wollen/ aus welchem er darzuthun glaubet/ daß die Hufeisen unter dem Gallienus bereits im Gebrauche gewesen/ und es hat dieser Gelehrie nicht beobachtet/ daß das ganze Bein des Pferdes m ist. Das andere Denkmal von der Zeit des Gallienus'/ welches zum Vortheile der damaligen Kunß redet/ ist sein eigenes Brustbild von Marmor mir dem wahren alten Namen auf dem Fuße desselben. Dieses Stük war nach Engeland gegangen / und es ist dem Herrn Cardinale Alexander Albani/ in dessen Villa dasselbe izo stehet/ gelungen/ es wiederum zuriik 1) Von Visconti für denTrebouiam, s Gallus/ Nach- solger des Trajanus Decius/ gehalten. (7V. Z 5. 2t §. Not e.) Vom Gallienus enthält das CapikoN- »um ein marmornes Brustbild/ welches Visconti (i^Iuü. I'io-LIeui. t. 6. p. 6S.) slir ächt anerkent. E§ hat übel gezeichnete Augen/ und der Meister desselwi scheint, obgleich er den Marmor »och mit hinreichenttt Fertigkeit zu behandeln wußte / dennoch nur geringe Kei>>> nisse besessen zu haben. Meyer. 12 Buch/ 2 Kap. 329 nach Nom zu bringen. In dem gewöhnlichen Vorur- theile von dem gänzlichen Verfalle damaliger Kunst bekennet gedachter Herr Cardinal gewesen zu sein/ da er ein schönes Brustbild des Kaisers Trajanus De- ciuS/ welcher kurz vor dem GallienuS regiret-/ aus den Händen und nach Engeland gehen lassen/ weil er sich nicht überreden koilte/ daß es diesen Kaiser vorstelle/ da es den Begrif von seiner Zeit überstieg. §. 28. Es findet sich Nachricht von einer Statue der Calpurnia, der Gemahlin des Titus, welcher einer von gedachten Asterkaisern oder Tyrannen war; es wird dieselbe aber so schlecht gewesen sein/ daß ein dunkeles Wort/ besten Erklärung ^ den Gelehrten viel Muhe machet/ keinen merkwürdigen Umstand zur Kunst/ wie man hier gesuchet hat/ enthalten kan. l) §.29. Es scheinet/ daß die Barbarei ganz un- vermuthet und plözlich in Rom eingefallen sei; und > dieses köntc man schließen auS den vielen Säulen und großen Schalen von Alabaster und Marmor/ nebst Fußgestellen und rohen Stüken ausländischen Marmors/ die da gesunden werden, wo der alte Hafen/ oder die Ausladung an der Tiber/ unter dem Aventino war/ und wo das Haus Sfor- l? Trebellius Pollio sVi!» I'iii), welcher diese Nach- richt gibt/ saget: cujus Sl-Ituam in tcmplo Venedig !il!- kuc virlemus »uratlun. Baudelot tilile >>es t, >. x, 12/!.) hat eine weitläuftige Un> tersuchung über das Wort gemachet: ich gl»u< bete/ mail könne -»AiV/i-cea lesen, so daß die Statue von Thon oder gebranter Erde, aber vergoldet, gewesen, und ich habe nachher gefunden, daß ein Gelehr. ter, welcher den Deutschen Ehre inachet (1'riIIki-, nl>8->v. cril. 1.4. c. 6.), eben dieser Meinung ist. Wi nckel »Ia >i. Paciaudi (Alonum. ?kloxnnr>. t. 2. p. 4/,>1 widerleg! Trillers Vorschlag. Fea. * 3Zo Geschichte der Kunst. za-Cesarini einen Weinberg hat/ in welchen, noch große Überbleibsel von den alten Magazine,, stehen. >) Den diese Werke waren vermuthlich auswärts bestellet und aufgekaufet/ und nach Rom geschaffet/ um dieselben in Gebäuden anzubringen, welches nachher in der Bestürzung über den EinfM der nordischen Völker in Italien unterblieb.-) Eine von den daselbst anSgegrabenen Säulen von p j) Es wurde daselbst auch die sehr schöne Säule Von orie», talischem Alabaster gefunden, welche neu im Capito, x, i,5.) Der Duea Cesarini saud 'dvrt auch ein großes Stük Smaragdovras (pli>5»>a <1, woraus er sehr schöne Tischblätter machen ließ. lG.d. K> 2B. 4K. 2»§,Z Fea. 2) Man hat sogar Werkstätten von Bildhauern gefunw mit »och nicht beendigten Statuen, neben welchm iii während der Arbeit abgeschlagenen Splitter, ja fvzai Meißel und andcre Werkzeuge lagen. Im Jahre IM lies; Hamilton nicht ferne vom fogenanten Grabm«> le des Nero nachgraben in eben der Gegend, wo sw her die vortreslichen Kolossalköpfe und Brustbilder dt§ M. Aurelius und Lueius Verus in der borgb«, sisch en Samlung gesunden worden. Man enldekte ausstt mehreren fchäzbaren Fragmenten und einigen Säulw, unter welchen zwei von orientalischem wackssarbige» baster die größten aus diesem kostbaren Steine smd, bunt bemalte Wände, theils mir zinoberrothem Erimde, woraus weisse und goldene Schnörkel gemalt waren, mit Zrnneni Laubwerk durchflochten, theils war die Grun!> sarbe hochblau und hatte vermuthlich goldene Zierate», Purpurrothe Felder waren auf andern Wände» mit vw schiedenen farbige» Streifen eingefaßt, und es wmdl zugleich ei» ganzer Topf voll von diefer dunkeln Purviw sarbe der Felder ausgegrabe», als wäre der Maler von seiner Arbeit durch Verschüttung des Gebäudes vcrtri«W> worden. Me»er. 12 Buch/2 Kap. 331 blümetem Alabaster (Loriw), von vier und zwanzig Palmen hoch/ ist die größte und schönste dieses SteinS/ welche bekant ist/ und stehet in der Villa Albani. Ebendaselbst stehen zwo große Schalen aus ähnlichem Alabaster/ die zehen Palmen im Durchschnitte halten/ welche zertrümmert nebst Stükcn von mehr als zehen anderen dergleichen Schalen an gedachtem Orte gesunden sind. In der einen von diesen Schalen stehet in der Mitten das Haupt der Medusa/ und in der andern der Kopf eines Triton/ oder auch eines Flusses; und da dieselben keine Öfnung haben/ müßen sie/ wie izo/ blos zur Zierde eines Gebäudes bestimmet gewesen sein. Daß diese Werke aber nicht lange vor der Zeit/ von welcher wir reden/ gelegen haben/ zeigete sich an zween großen Blöken von ungearbei- tetem Marino Cipollino/ wo an dem Ende von jedem eine Inschrift eingehauen war/ in Buchstaben/ deren Form auf diese Zeiten dentet. Ans der einen stand das Consulat nebst der Anzeige desjenigen/ wie es scheinet/ der diese Steine kommen lassen/ und nebst der Anzahl derselben: . kviä?i0 in cos. . . vxi.r7k?i8 . . I.XXXIIII. Auf einem Ende des zweiten BlokS war eingehauen , svi> cvi^ »iixici si. i>i>. cnrscriii'R 1,111. «i. welches ich denen zu erklären überlasse/ die hierin geschikt sind. Dieser Consul Nulianus ist unbe- kant; es finden sich mehrere Consuln dieses Namens 332 Geschichte der Kunst. aus dem Geschlechte der Fabier/ die den Zunamen RulianuS führeten; sie sind aber aus weil älteren Zeiten der römischen Republik. Diese von iliren Blöken abgesägeten Inschriften befinden sich j„ der Villa Albani; aus den Blöken selbst sind W Säulen gearbeitet/ die im Jahre 1767 nach Enge- land abgegangen sind, l) , t) sMan schein den Vriescn an B i an co n i/ im de S- t07—N0, die Berichtigungen und Erliiuterw gen Feas zu diesen Inschriften.1 Drittes Kapitel. z. i. Wie es hernach unter Constantin dem Großen mit der Kunst ausgesehen, zeigen des» scn Statuen, eine unter dem Porticus der Kirche zu St. Johan Lateran, zwo andere auf dem ClMipidoglio, und einige erhobene Arbeiten an seinem Bogen, an welchem alles, was gut ist, von einem Bogen des Kaisers Traianus genommen worden.^) ES ist also kaum glaublich, daß das 1) Sie kan für ein großes Meisterst»? ihrer Zeit gelten. Die Gliederfvrmen sind zwar schwer, sogar etwas vlnmp, aber die Stellung der Figur ist einfach, natürlich, und verdient ohne alle Riikstcht gelobt zu werden. Die linke Hand und der rechte Arm scheinen neu; der Kovf ist an der Nase und am Kinne stark beschädigt; leidlich sind die Haare gearbeitet, glatt und ohne freie große Loken, weßhalb ste auch keine Mannigfaltigkeit haben. Der Ei- chenkranz, welcher das Haupt ziert, ist um die Blätter her mit vielen neben einander getriebenen Löchern un- terbohrt, welche unldbliche Manier man an viele» Denkmalen der später» Zeit wahrnimt. Me»er. 2) Die Statue» solle» in den Bädern Constantins auf dem O uirinal gefunden fein, und weil es jugendliche Figuren sind und die Arbeit an denfelbe» wirklich eine späte Zeit ankündigt, so werden sie für Bildnisse der Söhne Con- stantins gehalten. Kunst und St«l an diesen Denkmalen ist ungefähr von Gleicher Beschaffenheit, wie an der vorigen Statue. Die am Triumphbogen Constantins bestndli. che» erhobe»e» Arbeite», welche nicht von Dcnkmalen des Trajanns entwendet, sonder» wirklich »eu verfertigt worden, stehe» tief unter den erwähnten Statnen und stttd barbarisch unbeholfen nnd mißgestaltet. Abbildungen bei Bartoli, (Xilniir. .^>n. kuiu. tak. »o — Z» ) Meyer. 334 Geschischte der Kunst. alte Gemälde der Göttin Roma im Palaste Var- ! berini zu Co nst ant i» ö Zeiten gemachet worden. >) ES findet steh Nachricht von anderen entdeketen G mälden, welche Hafen und Aussichten auf das M« vorstellen, die, nach der Unterschrift derselben, Dj dieser Zeit möchten gewesen sein; 2) sie sind M nicht mehr vorhanden: die Zeichnungen mit FM« ausgeführet finden sich in der Bibliothek des Hm» CardinalS Alexander Albani. Aber die El- mälde in dem einen und ältesten vatieanischcn Vir- gilio sind nicht zu gut für C o nst a n tins R- ten, wie jemand meinet, welcher, da er geschrieben , nicht das frische Gedächtniß davon gehck, und nach Kupfern des Bartoli, welcher alles Mittelmäßige wie von guter Zeit scheinen gemachet, gt> j) Man vergleiche 7 N. ZK. 5 §>1 2) Luriuaovi S^llvA. exist. t. 4. x. 527. kxist. Ottavio Falconieri, welcher diese Nachricht!»« Nikolaus Heinsius schreibt, muthmaßt, d>iß tiiii Gemälde nicht lange vor den Zeiten Constiniluii gemacht sein können, wegen einiger Inschriften a» i« Gebäuden, wo sie. gesunden worden; gewiß komm kl nicht vor dem Ant 0 ninus Pius entstanden sein, «W sollender Inschrift: v^i.. s. Fea. Z) Von den Überreste», welche man in den untcrirWm Gewölbe» des Palastes Rospigliosi sah, wo die der C 0 »stan tin s waren, lind von den Stüilii, ii! ausgeschnitten wurden, als man im i7 Jalzrhmtm deni Palaste, wo »ia» sie iezt aufbewahrt, einen mm Flügel anfügte (?icor»ni le vestißia »Ii Koma ant. I> >. c. 2g. p >2g.), findet »>a» 14 abgebildet beiCamrtt» Z2 hat zu Rom ini Jahre l7SV Marco Carlvniin eben so vielen ausgemalten Knvfern bekaiit gemacht. M von beiden stnd die Gemälde in verfchönertcr Darstcll« gegeben, indem die Urbilder weder so schön sind, so gut erhalten. Fea. 42 Buch/ 3 Kap. 336 urtheilet hat. ES hat derselbe nicht gewußt/ daß man aus einer schriftlichen Nachricht von gleichem Alter in diesem Buche beweisen tan/ daß diese Ab« schrift zu Constantins Zeiten gemachet worden. Vo» eben der Zeit scheinet der alte gemalete Deren tinS in dieser Bibliothek zu sei»/ und der berühmte Peiresc gedenket in einem seiner unge- drukten Briefe/ in der Bibliothek des Herrn Car- dinals Alexander Albani/ einer andern alten Handschrift des TerentiuS von den Zeiten des Kaisers Constantius, Couftantinus des Großen Sohns'/ dessen gemalete Figuren von eben dem Ltyle mit jenen gewesen. K. 2. Einen noch deutlichern Beweis von dem iNcrfalle der Bildhauerei sowohl als der Baukunst Wter dem Constantili/ gibt der sogenante Tempel des Bakchus/ neben der Kirche S. Agnese »lsser Rom/ oder wie die Nachrichten und der Au- jmschein lehren / das Gebäude/ welches gedachter Kaiser auf Bitte seiner Tochter Coustantia erbauen las- Iw/weil diese hier getaufet war/ und daselbst beerdiget sein wollte. Daß dieses Gebäude nicht älter sein kön- i) pol^met. dial. L. 10.?. z) Lurmanni 8)-IIog. cxist. t. 8. x. igZ. ^6. Nach dem Urtheile einsichtsvoller Diploiuatiker fällt diese Handschrist in das sechste oder siebente Jahrhundert. Die vaticanifche Handschrift des Terentius mit Malereien, welche auf die Komödie der Alten Bezug haben, und wahrscheinlich nach älteren Handschriften korirr sind, gehört mnthmaßlich in das sechste Jahrhundert. Meyer. Z) Hier sind wahrscheinlich zwei Gebäude mit einander Verwechselt worden, die Kirche der h. Agnese, weche von C on statt tinu s auf Bitten der h. Consiantia erbauet worden (/Vniizros. oper. t. col. 6g3. Lullanclist. cke 2> t. 2. Z5Z. ll. >6. Xiiaslas. vits 8. 336 Geschichte der Kunst. nc/ und aus einer Zeit sei/ wo man ältere Werkt zerstörete und mit denselben bnuete, beweise» die Säulen durch ihre Basen und Kapitaler/ welche alle ungleich sind / so daß kein einziges' zu dem der» vasset. Daher wundere ich mich über die ! Lilvesti'i, sect. 42. t. I. 46.) und das benachbarte Et' ! bäude/ wo sie getauft und auch begraben wurde. Di,s,j ! wurde gleichfalls von Constantinus errichtet, ! Mische» Arbeiten geziert und zum Gebrauch- einer Kirj?, ^ wie Einige behaupten komn «udwrr. I.c.-Z. ! n. 14. z?. l^>6. llie iä p'el)!'. t. 3. p. I dianipini 54.) Weil Constantina, MI z andere Tochter Constantins/ ebensalis dort begrÄe» Z ist, möchte Valesius (^mniian. AarccII. I. 2>. pn»c.) das Gebäude nach dieser/ und nicht nach der Cv»ft» j tia nennen. Fea. t) Unter den Von Constantinus errichteten und im ^ Gottesdienste geweihten Tempeln in Rom ist auch d» ! des <>. Paulus ausserhalb der Stadt auf der Straße »«ch ^ Sstia/ welcher sich bis auf unsere Zeiten erhalten hat, «d ! uns die richtigste Vorstellung von dem Verfalle der Kmll gibt. sNuu verbraut.Z Nach Prudentius (pen-l-xd. I 12. vers. 4?.) war er inwelldig ganz ausgemlt, ! das Getäfel vergoldet/ nnd die Fenster hatten bMW mattes Glas oder Kr»stall. In der Folge hat tieftr ^ Tempel viele Veränderungen erlitten; das Getinel, iit i Fenster und die Malereien sind nicht mehr vorljmde«. , Die vier Säulenreihen, auf welchen das Innere riMe, sind nicht ganz von »arischem Marmor/ wie Prüde» tius zu sagen scheint/ sondern einige stnd auch«» ^ »ioletsarbigem/ mehr oder weniger geflektem ?)!ar»>er ! (p!>ona?2<>!to)/ und die fehr schönen korinthischen Ka«iti> I le von weissem Marmor. Aus der verschiedenen Zi» - schaffenheit der Arbeit an diese» Kapitale» und Säuk» 12 Buch, 3 Kap. 3Z7 Blindheit des Ciampini/ welcher gerade das Gegentheil behauptet/ und hier in allen Stüken die vollkommenste Proportion findet/ weil er beweisen null/ eS sei dieses ein wirklicher alter Tempel des Bakchu S/ welchen Co nst an tin uS zu einem besseren Gebrauche geweihet habe. >) Dieser sonst gelehrte Man zeiget !o wenig Kentniß von der Kunst/ daß er glaubet/ die fünf schönen marmornen Leuchter von acht Palmen hoch/ von denen sich zween hier und drei andere in der Kirche S- Ag liefe selbst befinde»/ müßten damals für jeneS Gebäude verfertiget sein, 2) Diese Leuchter sind hingegen mit so großer Kunst ausgearbeitet/ daß solche Werke nur läßt sich vermuthen, daß sie vo» Gebäuden, die vor den Zeiten Constantius errichtet worden, genommen sind. Eine genauere Beschreibung dieser Kirche gibt der Abate Ti ti in seinen: scoltura <.<1 srelütotturu iielle cliiese lli lioni». F e a. 1) Oc Lilci'. Mllisic. c. :c>. p. 2) Die beide» Leuchter aus dem Mausoleum der h. C on- stantia ausser Rom sind nebst zwei andern von den dreien, die in der benachbarte» Kirche der h. Agnese standen, in's P i o ^ C l e ni e » t i » u »> gebracht worden. 7. tav, Z9 — 40.) Der dritte von de» Leuchtern in der Kirche der l>. Agnese sieht noch daselbst. Er ist gleich den übrigen an den drei Seiten seines Fußes mit Amor inen geziert, welche in Blumen und Laubwerk endigen; einer von diesen Amorinen hält Trauben »uid eine» kurzen krummen Stab in den Händen, wie ihn die Muse Thalia zu sichren vflegt; der andere hält Früchte, und der dritte ist beschästigt, sich ein Band um die' Stirn zu binden. Die Arbeit an diesen Figure» ist uugemci» schön, und das Laubwerk nicht weniger als die Figuren höchst meisterhast behandelt. Zwei ähnlich Verzierte Leuchtersuße, die ebenfalls vortreslich gearbeitet stnd, sinden sich unter den alten Denkmale» der Villa V 0 rghese> l? B. 2 K- 22 §. N 0 te.Z Meyer. Wiuckelman. 6. 3zz Geschichte der Kunst. den besten Künstlern zu den Zeiten des Trajaiiu? oder HadrianuS könne» zngeschriebcn werden. Auf der großen Urne von Porphyr/ in welche derCon- stautia Körper gelcget gewesen, wie auch an da Deke des' äussern Ganges dieses Gebäudes'/ und zw« hier in Musaieo, ist die Weinlese und das Weinkeltern vorgestellet, so daß auf der Urne kleine geflügelte Genii arbeiten, an der Deke aber F< chung dieser Urne mit einer anderen von eben der ungeheuren Größe und aus eben diesem Steine/ die in dem Kreuzgange der Kirche zu St. Ho hau Lateran stehet / worauf in Figuren zu Pferde, unter welchen andere liegen, ein Gefecht vorgestellet zu sehen t) ?>ach V i se o n t i (Hlus. t, 7. p, ig> tz?> II — I2>) ist die Urne I I römische Palm z Daumr» lang; die Höhe beträgt samt dem Sokel, welcher ist, ti> Palm. Zuerst stand sie im Mittelpunkt der Kirche oder des Mausoleums der h. Constantia, W der Pal'st ?llerander IV dieselbe in die Nische d» Thüre gegenüber, statt ihrer aber einen Altar sezen lie«, Pabst Panl II. gedachte sie nach dem Lateran zu bnm zen, um nach seinem Tode selbst darin beigesezt zu wilden. Aber er starb, ehe die Verseznng geschehen war, und so blieb das Denkmal an seiner alten Stelle, bi! Pabst Pius VI. dasselbe dem von ihm so reich ausstatteten Museo einverleibte. Meyer. 2) Nun im Pi 0 - Clem en ti n 0. 17 B> I K. §. N»- »e.Z Me»er. 42Buch/ z Kap. 33? dtt Körper der Helena/ der Mutter deck Con st a n- tinus' war in ihr beigeleget.^) §.3. Man erinnere sich/ daß/ wen ich von dem Me der Kunst im Altertume rede/ dieses' vornehmlich von der Bildhauerei und Malerei zu verstehen ist: den da diese abnahmen/ und sich ihrem Untergänge näherten, blühete die Baukunst in gewisser Maße/ und cS wurden Werke in Rom aufgeführet/ dergleichen an Größe und Pracht Griechenland in seinen besten Zeiten nicht gesehen, und da es wenige Künstler gab / die eine erträgliche Figur zeichnen tonten/bauete Caraealla die erstaunenden Bäder/ dcien Trümmer selbst noch wunderbar scheinen. 1) Violen griechische» Autoren zufolge ist dir h. Helena in der Kirche der h. Apostel zu Constantiuopel begraben; mich andern aber ausserhalb Rom an dem Orte, welchen man Tor Pignatara neiit. Nach Nieephorus (Iiist. eccl, I. L, c, Zl.) ist sie wirklich au dem genante» Orte in eiuer Ur»e von Porphyr begraben, und nach zwei Jahre» mit der Urne nach Constantinopel gebracht worden. Doch auch dieser Behauptung widerspricht die Nachricht der römischen Autoren nach den« 10 Jahrhundert, welche sagen, daß die Urne der h. Helena noch um diese Zeit an dem gedachten Srte vorhanden war. ilie iL t. Z. x, 571. x, 5gg. KIlll'ini- Aoiii cose Aenlil. 0 prok. tras^ortate sä uso eü or> ilellv cliicse. c. 33.) F e a. 2) LpJi'iioii. in ^nton. L.iraca1l. c. <). Bei den Nachgrabungen, die man zu den Zeiten des Pabstes Paul III- »ach den» Jahre l54l> in den Bäder» des Caracalla angestellt, si»d viele schöne Statuen gesunde» worden, und besonders diejenigen, welche te» sarnesischcn Palast zieren, die sogenaüte Flora, tie beide» Herkules Vscc», Älemorie 11. 2Z.) der sogenaüte sarnesi sch e Ochse, der vorgebliche, Co»l modus als Gladiator, und mehrere andere. Vielleicht ist, wie Hanni glaubt ('lesoro Ilrllsn». t. 1. u. 3?. I>. iLZ.), die Statue des Herkules von 3 Geschichte der Kunst. DiocletianuS führte seine Bäder auf/ in welchen er jene noch zu übertreffen suchete/ und man muß gestehen/ daß dasjenige/ was sich von densel- ben erhalten hat/ uns mit Erstaunen erfüllen kan,>) Die Gebälke der Säulen aber werden unter den, gehäufeten Schuizwerke/ wie die Zuschauer in den Schauspielen dieses Kaisers unter einer Überschwemmung von Blumen / welche man auf sie werfen ließ, erstiket. Eine jed^ Seite von seinem Palaste zu Svalatro in Jllyrien ist siebenhundert und fünf englische Fuji lang / nach der neuesten Ausmessung Herrn Adams. Dieses erstaunende Gebäude hatte vier Hauptgassen/ von fünf und dreissig Fnß breit, und die Gasse von dem Eingänge bis zu dem Plaz in der Mitten ist zweihundert und sechs und vierzig Fuß lang; die Gasse/ welche diese durchschneidet, ist vierhundert und vier und zwanzig Fuß liuiz. Auf beiden Seiten dieser Gassen waren bedekete Bogen von zwölf Fuß breit/ und einige von denselben sind noch ganz erhalten. Diese Nachricht zog ich M Athen nach Nom gebracht und aus Befehl des Cara> ealla in seinen Bädern aufgestellt worden; den «or ihm findet man diese Figur aus den Münzen von Athm und andern griechischen Städten, und hernach aus den Miiiizen des Caraealla, des Gordiauus Plus, des Eallienns und des Marimianus/ nicht mehr aber auf den griechischen Münze«. Vasari indem Lehrn des Michel - Angelo (i. i!. z>,-(!Z.) behauptet, daß die Eruve des sogenantcn sarnesischen Ochse» ini Jahre 1546 gefunden worden. Fea. t) Die Bäder Dioeletians sind wahrscheinlich von Zliw mianus Marcellinus (I. 16, 71.) gemeint/ i»e« er sagt - In Iiivlluni ^lovineiuvuin cxUuela. (Scaligcr. -»I jZuselii! cw-ouic, p. 244.) Di 0 cletia N s Baw ^nst erstrekte sich nicht nur auf Rom, sondern auch anf viele andere Städte, besonders auf Mailand, KarthW ZUld Züfomedia^ Meyer. 12 Buch/ Z Kap. dem schriftlichen Zlufsaze Herrn Adams' über die Altertümer zu Spalatro / die nachher mit den Kupfern selbst in einem prächtigen Bande an das Licht getreten sind.^) Nicht lange vorher sind die großen Paläste und Tempel zu Palmyra aufgeführet/ die an Pracht alle übrig gebliebenen Gebäude in der Welt übertreffen/ an welchen man das Schnizwerk und die Verzierungen bewundern muß. ?) ES wäre also nicht widersprechend/ wie Nardini meinet/ daß die zwei erstaunenden Stüke eines schon geschniz- ten Gebälks in dem Garten des Palastes Colonna, von einem Tempel der Sonne sein könten/ welchen KaiserAureli anu s in dieser Gegend gebauet. 1) kuins os tlie palüce o5 Oivcleliaii at Lxalulro. I.ttiill. 1764. toi. max. Der Mate Albert Fortis (Vi.igg. in Oalnisa!-,, t. 2. x. bemerkt, daß Adam nach seiner gewöhn« lichen Manier vieles verschönert habe; deii der rauhe Meißel und üble Geschmak' stehe im Allgemeinen mit der Pracht des Gebäudes im Widerspruch. Fea. 2) Wen sich an den Gebäuden zu Palmyra viele einzelne Verzierungen von gutem Geschmake finden, so darf man billig Vermuthen, daß sie älteren Mustern nachgeahmt worden; den es ist schwer zu glauben, daß ihre Ausführung großes Verdienst habe. Me»er, 3) Kom. Linie. I.4. c. 6. x>. i63. 4) Der prachtvolle und reichbeschenkte Tempel der Sonne, welchen AureliannS in Rom errichtete, wird häufig Von den Geschichtschreibern dieser Zeit erwähnt. (Xu->iiu. Eutropius (I.9. e. g.) und Andere gedenken desselben, aber keiner bestiiiit die Gegend, wo er gestanden. Die erwähnten Trümmer gehören jedoch einer bessern Zeit der Kunst an. Sie bestehen in dem äussersten untern Ende eines Giebels, in einem Stükdes zum Giebel gehörigen 3 !2 Geschichte der Kunst. Dieses zu begreifen/ muß man bedenken/ daß die Baukunst/ welche vornehmlich mit Maß und Siegel zu thun hat/ und in welcher alles nach denselben bestimmet werden kaü/ eine angewiesenere Vorschrift als die Kunst der Zeichnung insbesondere hat/ und also nicht so leicht abweichen noch verfallen koilte, Unterdessen bekennet Plato/ daß selbst in Griechenland ein guter Vaumeister eine Seltenheit gewesen. l) Bei dem allen ist fast unbegreiflich/ daß an dem Porticus des fälschlich sogenaiiten Tempels der Concordia/ welchen Constantiil/ nach Anzeige einer nicht mehr vorhandenen Inschrift/-) wieder herstellen lasse« / das oberste und verjüngte Ende von zwo Säulen umgekehrt auf die untere Heilste derselben gesezet worden.^) Frieses und Architravs, und in Blättern Von korinthischen Pilasterkapitälen. Nicht nur die architektonischen Verhältnisse und löblich , sondern auch die Arbeit an tin Verzierungen ist ihrer schönen Ausführung wegen bemee- kcnswerth. Der Künstler hat, damit alles deutlich i»'! Auge falle/ aus der Ferne die gehörige Wirkung hcrvm bringe, und die Schatten Krast und Lebhaftigkeit tck, nie», mit vieler Einsicht alles Laubwerk hoch hcr»uise> höbe»/ tief unterarbeitct, sogar an vielen Stellen solches durchbrochen; überdies ist das Eisen von ihm mit mize- ineiner Kühnheit und Sicherheit geführt worden. MnM l) 2.) Hlurliani Isomre. 1. 2. c. 10. Schon durch Nardini (koiu. aatic. !>!,. c.6. x.2>^j! wiederlegt. Fea. Z) Besonders sand die Baukunst Nahrung uud Unterstüz»« in Constantinopel, selbst noch in den Jahrhunderten? w die Plastik in Barbarei versunken, und fast gänzlich »er- fchwnnden war. Wir lefen in der Gefchichte der bmaw tinifchen Kaifer aus dem siebenten, achten und neunten Jahrhunderte Nachrichten Von Gebäuden, welche duck ihre Größe, Pracht und Schönheit Staunen und Bc> 12 Buch/ ZKap. Consrantin der Große fuchete nach bcstatigetem Friede» im Reiche den Wissenschaften liufznhelfen/ nnd Athen/ wo die Lehrer der Nedc- kliiist ihre Schulen von nenein mit großem Zulaufe öfneten/ wurde'der Cammelplaz der Studirenden, die aus dem ganzen Neiche dahin gingen. >) Hätte wunderung erregte». So zeichnete sich untcr den vielen vo» Kaifer I ust i n i a nu s II. errichteten Gebäuden besonders sein Palast aus/ in welchem die Wände mit vergoldetem Erzt und mit Marmorplatten belegt waren, und der ganze Fußboden von Marmor war. Er wurde noch übertroffen von einem seiner Nachfolger/ dem Theophilus. Dieser ließ das berühmte Bukoleon baue»/ wo der eine Kuh pakeude Löwe aus Erzt gegossen stand; den Som> merpalast Brvos/ den Palast/ die Perle genant/ da5 Pentapprgio»/ den karianifchen Palast/ und den Triko » chu s. An dieses Gebäude stieß der Säulen- gang des Sigma/ und an diese» ei» akustisches Gebäude. Am Trikonchus und Sigm a errichtete Theophi- lus einen Springbrunnen/ dessen Neken mit Silber gefaßt war; unterhalb hatte er eine Erhöhung/ wo nia» Sessel sür den Hof hinstelle» koiite/ und zu der man durch eine Reihe Stufen von prokvnncsifchcm weissen Marmor hinausstieg; der Springbrunnen war von zwei schlanken Säulen getragen/ auf denen zwei Löwen von Erzt standen/ aus deren Rachen Wasser floß/ um Kühlung auf dem Plaze vor dem Sigma zu verbreiten. (F r. Schlo f- fers Geschichte der bilderstürmenden Kaiser, S-l02. u. 500 —502.) Meyer. Auch eines Malers/ mit Namen HilariuS aus Bi< thimieii/ gedenkt die Geschichte/ welcher um diese Zeit unter dem Valens (üun?z>. vit Philosoph, et so- xhist. in vit. prisci. p. 94.) in Athen lebte/ und als Porträtmaler im richtigen und genauen Treffen der Gesichts- züge Bewunderung erregte/ so daß er/ nach den Ansichten uud dem Urtheile des Eunapius/ mit dem alten berühmmi Euphrailvr wetteiferte: er wurde auf dem Geschichte der Kunst. die Welt durch Ausrottung der Abgötterei nicht eine andere Gestalt bekommen/ so siehet man an vier großen Kirchenvätern, dem h. Gre go ri n S Nazian- zenuS und Nyssenus, dem h. Basilius mi» Job an ChrvsostomuS/ daß cS der griechische Nation auch nach dem Constantin nickt an i»,s< serordentlichen Talenten auch in Kappadocien, ge- fehlet. Damals wurde noch nicht wider die Werke der Kunst gewüthet/lind es wurden aus Griechenland und aus Kleinasien von vielen Orten Statue» nach Constantinopel gebracht; von EphesnS aus dem Tempel der Diana/ und aus Athen sowohl als vm Nonl; ja selbst in dem Tempel der h. Sophi« standen annoch lange nach dieser Zeit vierhundert sieben und zwanzig Staruen, die mehrentheils Werke alter griechischer Künstler waren. 2) ES machet auch der ungenante byzantinische Verfasser die Orte namhaft/ woher die Statuen geholet worden/ die Lande mir seiner Familie Von den Barbaren enmrtit. M e»e r. Die Stelle des Euuapius Von diesem HilariuS lautet: «i» : was im Quitt tilian w> Nurnlan so erklärt wird (t. i. p. 10L6.): c^ui xi-Xtcr inFenu.im (sive litieruient) «liscipii^lnn in pictura quo- c^ue ita versatus est, nt per ejuz inanu^ Unplir^iuor Zll liue superesse vitielur. Siebelis. 1) In« Ganzen blieb der heidnische Cultus ungestört, iij Consta » tinus in den lezten Jahren seines Lebens sich grausame und gewalttätige Maßregeln gegen das Heidw tun, erlaubte/ durch Abgeordnete die Tempel erbrechen, alles von Werth aus denselben wegnehmen/ Arbeiten auj kostbarem Metalle cinschmelzen und Statuen zerschlagm ließ. (Luseb. . Lvnouicn, II. Z. Fea. , 12 Buch, 3 Kap. Z4>? > i» dem Hippodromo zu Constantinopel standen/ unter welchen Orten mich wundert/ Elis nicht zu finden, ! Und da gedachte h. Väter die Beredsamkeit und die , Schönheit der Sprache nach einem großen Verfalle ' wiederum in die Höhe gebracht/ so daß fie dem j Plato und dem DemostheneS M' Seite stehen können / und alle heidnische Scribenten ihrer Zeit ! gegen fich verdunkeln : so wäre es' nicht unmöglich gewesen/ daß in der Kunst ein gleiches geschehen > können. 2) In Rom hingegen war es mit der Kunst so weit gekommen/ daß man aus Ungeschiklichkeit imd Mangel eigener Kräfte/ wen Etatuen oder Köpfe verordnet und bestellet wurden/ Figuren alter ' Meister nahm / und dieselben nach dem/ was ste vorstellen sollten/ zurichtete/ so wie alte römische Inschriften auf christlichen Gräbern gebrauchet wurden, auf deren Rükscite die christliche Inschrift stehet. 5) Die älteren Statuen im Hivvodrgnw/ unter welchen sechzig besonders ausgezeichnet waren/ hatte Constantinus aus Rom dahin geführt/ die übrigen waren ans Nikomcdia/ aus Athen/ Kyiikum, Käsarea, Tralles/ Sardes- Sebasti«/Sa- tala/ Antiochia in S»rie», Cvprus, Nhodus, Ehius, Atta- lia, T»ana/ Jkoniuni/ Nikäa in Vithvnien, aus Sicilien, kurz/ aus sast allen Theilen des Reichs, >)>>», I. Z. p. 41.) M ev e r. A Was Photins (co.> über Vasilius denGro- ^ e n geurtlieilt, ist hier auch auf die drei übrigen Kirchenvater angewendet. Meyer. Noch viel merkwürdiger ist die im vierten Jahrhundert entstandene Unart, auch an öffentlichen Denkmalen die Inschriften früherer Kaiser den später folgenden anzu- vassen, indem man blos den Namen veränderte. (l>oilio- ti'ell. cle intercüctQ (ülirisl. clmi commiini- vue, koiililicatu Naxiin. intcr oxera juiick. inin. Geschichte der Kunst. Flaminio Vaeea redet von steben unbekleideie» Statnen/ welche zn seiner Zeit gefunden wurde», und von einer barbarischen Hand waren überarbii.- tet worden.i) An einem im Jahre 5757 gefunk. nen Kopfe unter den Trümmern alter Sachen in d« Villa Albani/ von welchen nur die Hälfte Wz ist / stehet man zugleich die Hand eines alten u»d eines barbarischen Meisters: diesem hat es viellejchi nicht gelingen wollen/ und er hat seine Arbeit „ich geendiget; das Ohr und der Hals zeugen von dein Style des alten Künstlers. Z ..5. Bon der Kunst stndet stch nach Constw tinS Zeit weiter nicht viel Nachricht; es ist hingen zn vermuthe»/ daß/ da man bald nachher!» Constantinopel anfing / die Statuen der Götter j» zerschlagen/ die Werke der Kunst in GriechenlM ein gleiches Schiksal werden gehabt habend) z» col. L76. ?agi zjl ran eben besiegt oder getödet war, der Sieger von M Statue» und Bildnissen desselben den Kopf abnehmen, md den seinigen darauf auffezen ließ, indem der iibrige lhnl unangetastet blieb. Fe a. Aber nni sie zu zerstören, wie er sagt, nicht zu ii> neni andern Gebrauche. Fea. 2) Schon unter der Regirung früherer Kaiser hatte «« gegen Werke der Kunst gewüthet. So plünderte A!i>ki> NI i n u s ( o.ixitolin. in ÜVInxilüin. c. Ig. Nervtlisn. I. 7- c. z. Z. 5— 6.) die Tempel, und ließ die WrilW schenke, die Bildsäulen der Götter, die Ehrenbildcr iir Heroen ic. einschmelzen, um aus dem Metalle Geld im seine Soldaten zu prägen. Aber damals war in'chMt für die Kunst und ihre Gebilde unter den Völkern zuß» den, so daß viele, durch Maxim ins Frepel erbiMrl, sich seinen Befehlen widerseztm und bereit waren, ehtt 12 Buch/ 3 Kap. Rom wurde/ diesen Unfug zu verhindern/ ein Aufseher über die Etatuen bestellet/ welcher centuiio uitcuriuni rewm hieß / und über Soldaten gesezet war/ die des NachtS umhergehen und Achtung geben mußten/ daß keine Statuen zerstiimmelt und zerschlagen wur- vor den Altäre» und Bildsäulen zu sterben, als ihre vaterländischen Heiligtümer zertrümmert zu sehen. Doch nach kurzer Zeit verschwand mit dem Glauben an die alten Götter und Heroen auch die religiöse Meinung von der Heiligkeit und Unverlezlichkeit ihrer Bilder, und iezo trat an die Stelle der alte» Achtung »nd der sorgsamen Schonung der Kunstwerke, in welchen mau überdies kostbare Gemeingüter erkante, eine Verachtung und Scho- nnngslostgkeit, welche bald in blinde fanatische Zerstörungswuth ausartete. Meyer. Der gute Geschmak scheint auch »ach den Zeiten Consta n» tins »icht ganz uutergangen zu sei», den aus dem Li< banius, welcher zur Zeit Julians Apostata lebte, desse» Neffe er war tepist. io52. p. 497,), erhellet, daß die griechischen Künstler noch zur Zeit des Theodosius »ach Elis gingen, um den vl»mpischen Jupiter des Phidias mit aller möglichen Genauigkeit z» zeichnen, welcher »och auf seinem alten Plaze stand, wie auch die berühmte Minerva eben dieses Künstlers zu Athen. (Julian. Orat. 2. tle (üonstsinii Imz,. reli. Zest. ozzcr. t. I> 64. cpisl. g. p. Z77. epist> 1062. x. 497. ?Iic- mist orat. 26. p. Zio. orat. 27. p. ZZ7. ) Ein be^ deutendes Denkmal des guten Geschmaks iener Zeit haben wir in dem berühmten vertieft geschnittenen Saphir von ausserordentlicher Reinheit, und a» Gewicht SZ Ca- rat, welchen der Marchcfe Ninuccini zu Florenz be> stzt. Auf demselben ist »lit Vielen» Fleiß eine Jagd des Kaisers Constantius zu Cäsarea in Kavvadocien vorgestellt, wo vielleicht auch die Gemme gearbeitet worden, entweder dem iagdlustige» und im Wildschieße» geübten Kaiser zu Gefallen l^uli.in. ornt.2, oder auch zum Vergnüge» und aus Liebhaberei irgend eines Pri- Vatmaiis. Constaiitins ist darauf abgebildet, als töde er mit einem lange» Speer ei» großes Wildschwein, welches in jenen Gegenden sehr berüchtigt sei» mußte, Geschichte der Kunst. den. t) Den da die christliche Religion anfing niiich. tig zn werde»/ wurden die heidnischen Tempel ausgeplündert/^) und die Verschnittenen/ welche an dm constantiner Höfen anstatt ihrer Herren regir-tc», ziereten mit dem Marmor der Tempel ihre PM wie man aus dem Namen schließen kaii, wclchir oberhalb desselben gefchrieben ist. Zur Seite des Äaisiri, I dessen Name lateinisch ist/ steht man eine andere Fj«u, ebenfalls mit dem Speer in der Hand, welche Frclur j ohne guten Grund für eine Diana gehalten; im Vw dergrunde ist eine nach Art eineS Flufigottes liegendes gur mit einem Fiillhorue in der Rechten, und »nie» W, man : ; im Felde stnd vcrM dene Pflanzen angedeutet. Diese Gemme wurde erlä, tert von Freher, und bekant gemacht von Du Frei»! am Ende des (!Io5ü!>rli inr-di-o et iustnui: latinitlllizj md später mit einer viel bessern Zeichnung wiederholt in d!s> 176s. 4. welches stch auch im zweiten Bande des Glossar ii (?rar».'o5. 0 > 2) Durch den Fanatismus der Christen stnd vielleicht Wld ^ mebr Werke der alten Kunst zerstört worden, als dvrch ^ die Verheerungen bei dem Einfalle der barbarische» Wl, ker in das römische Reich. Man vergleiche über dirs!« Gegenstand: I52r^?!us. do mviiumentoruin url,is koms evi r?or>Iiu?, welche Schrist man auch im 4 Bande tt- ?'I>e^.i»i-> ^omnnon. von Grävius stidli. Diese Zerstörung alter Kunstwerke durch die Christen giiiz, wiewohl C 0 n stantiuus in den lezten Jahren seines LciüiS nicht mehr seine früher beobachtete Schonung gegen iai Heidentum zeigte, und wiewohl seine Söhne C 0 nstantiu! und Constans durch einige harte Constitutionen (Lo>I. XVI. lil. X. 2— 6.) die Aufhebung derövferg!« boten, doch erst unter T h e 0 d 0 siu s dem Großen««» Noni aus ctUiiKnn. III. 7Z.) und verbreitete stch »u»»»Ä in die Provinzen. In Alerandria wurde der berühmte Tempel des Jupiter Serapis unter dem fanatisch!» 12 Buch/ S Kap. 34? ans. l) Diesem Unfuge suchte Kaiser HottoriuS m Rom zu steuern durch ein Gesez, in welchem die Zpfer untersaget/ aber die Tempel selbst zu erhalle» besohlen wurden. Vcriihmten Männern aber Erzbifehofe Theophilns von Grund ans zerstört, mit allen Statuen, welche ihn zierten, IVIarcellin. I. 22. c. 16. 8d2onit.u. I. 7. c. 1^. 8ocral. Inst. eccl. /ückcsil x. 64.) Martinus, Bischof von Tours in Gallien, wüthete aus gleiche Weise gegen Statuen und alle Götterbilder (8ulj>ic. 8evcr. p. 4ÜÜ. z, und ein Ähnliches ereignete stch in andern Provinzen. Theodo- fiuS schadete, ohne eine Zerstörung der Statuen uud Kunstwerke ausdrüklich zu befehlen, denselben am meisten durch zwei in den Jahren ZSl und ZS2 erlassene Consti- tutionen (L06. XVl. tit. X. k. 11.12.) gegen alle diejenigen, welche auch nur auf die entfernteste Weise an dem heidnischen Cultus Antheil nehmen oder denselben begünstigen würden.— übrigens ist bei diesen und ähnlichen Nachrichten der christlichen Schriftsteller über die gegen das Heidentum Verübten Gewaltthätigkeiten nie zu vergessen, daß ste in der Ziegel sehr unkritisch zu Werke gehen, und alle Gräuel und Frevel, welche von einzelnen Privatleute» begangen wurden, dem jedesmaligen Kaiser zuschreiben, um ihn zu loben und zu verher- lichen. Fea u. Me»eu. Vergebens eiferten gegen die Verwüstungen, welche dir Christen sich in den Zemveln der Heiden erlaubte», Li- ba»ius (Oi'ut. pi» u<1 l'Iievilos. t. 2. z>. 148 ) und Eunavius. vit. in vitÄ Fca, I 2) (^»6 l'Iieorlos. XVI. tlt. X. I. l Diese Verordnung vom Jahre ZS?, und eine spätere II. ig,) untcrsagten zwar die Zerstörung der öffentlichen Kunstwerke, und geboten die Erhaltung der Tempelgebäu- dc; aber theils betrafen sie nur Afrika und Spanien, theils wurden sie erst gegeben, als zu Karthago und durch .IM- Afrika gerade in dem Jahre ZSS die Tempel Ler- Z50 Geschichte der Kunst. wurden »och damals Statuen aufgerichtet/ wie den, I Stilikv/^) und dem Dichter Claudianu S/m- ! ter dem Kaiser Honorius, diese Ehre widerfuhr^ < von jener Statue fand sich vor zweihundert H,ih, i 'ren noch die Base.Zu Constantinopel hatten H a stört und alle Statuen schon vernichtet worden, stin. «la civital. Oci. >. lg, >>l llnc.) Auch hat Ho»,, ^ rius durch eine Verordnung vom Jahre 40» lc-S. > llieorlo«. XVI. tit. X. I, >9^) hinlänglich an den Tag Zl' ! legt, wie eingenommen und erbittert sein beschräM " Geist gegen die Götterbilder und Statuen war, er ste alle ohne Ausnahme sowohl aus den Tempel», »j, d von den öffentlichen Pläzen und Gebäude» zu entserm !> befahl. Fea m Mever. ^ 1) Die Gewohnheit/ bernhnire» Männern Statuen z« ^ richten, dauerte noch bis an das achte Jahrhundert«! später. (Ile)NÜ Loiumeolat. kcxttiiig. t. I >.) Meyer. ^ 2) Wie hervorgeht aus einer Inschrift bei Gruter. (7,-, si x,.-!9i, n.5.) Aus einer andern (l. c. x. 406. n, >.) »nj ^ man/ daß anch dem Flavius Eugenins aus BM 5 des Constans eine Statue errichtet worden; eben s« ^ dem Nhetor Victorinns (8. ltiero»)^». supxlcm,-j ^ üuseb, c>>ro»ic. a»a. 353. oper. t,S, c»I,79g. " «tin, Loüscss. I.g, c, 2,)/ dem Petronius Maxim»! t! aus Vesehl der Kaiser Honorius/ Tlieodosius >M t Constantius (Oruter. I,c. x.449. 11.7.) und viel!» ^ ander»/ deren Inschriften bei Gruter gefunden wer!». ^ Alle dieseStatuen waren aus dem Foro Trajani «»s> gerichtet/ wohin man seit den Zeiten AlerandcrsTn verus die Standbilder berühmter Männer zu stell» ^ pflegte. Themistius (vr.il, 4, in Oonst, In^>, ! schreibt/ das, ihm der Kaiser Constans eine Statue» ^ Er-t sür eine Hvmne/ die er gedichtet/ sezen la>?e», aber den Ort bestimt er nicht. Ammianus Maree>> z linus (I. 14. c. 6.) rrzählt/ daß die Nonier gerate;» den Zeiten des Constans eine sehr große Begierde hid z -ten / stch St.rtuen von Er;t und auch vergoldete i» t« richten. Fea. IVlsrliaui l'v^ciAr. lionr. I, z, c, 10. 12 Buch, Z Kap. i,6 zu Anfange dieses Jahrhunderts noch zwo Säulen mit erhobener Arbeit nach Art der trajani- scheu in Rom erhalten/ von welchen die eine dem Konstantin/ die andere dem Arcadius zu Ehren aufgerichtet war. Die erhobenen Arbeiten B dieser sind nach den Zeichnungen in Kupfer ge- ßochen/ welche der venctianische Maler Bellino/ ien Mohammed il. nach Constantinopel kommen licß/ verfertigte/ und es schein«/ daß der Künstler die Arbeit an derselben nach seiner Vorstellung verschönert habe; den das Wenige/ was von der andern Säule gezeichnet ist/ gibt einen sehr schlechten Bcgrif/ lind ist unendlich weit von jener Arbeit mschieden. Von des ArcadiuS Säule stehet man P nur allein die Base von Granit in dem Quartiere/ welches Concajui heisset; die Säule selbst «rde zu Anfange dieses Jahrhunderts von den Tür- M abgetragen / weil dieselbe in den öfteren Erdbe« im vielmals war erschüttert worden/ und man be« iiirchtete/ daß der Umsturz derselben einen großen Maden verursachen könne. Die andere/ welche ikverbrante Säule genennet wird/ stehet nahe «ii einer Gegend/ die Visirk Hain heisset/ und ist «iis siebe» großen Cylindern von Porphyr zusammen- jtsczet/ die Base nicht mit gerechnet. ES stand ehe- mlS auf derselben die Säule des Constantin/ »»d nachdem dieselbe öfter durch Feuer gelitten/ »Mde sie vom Kaiser Alex ins ComnennS auS- z i) Lanckurl Imp. Orient, slve Loastanilnox. t. 2. x. 5oS. ! 2) Eine dieser Säulen soll nach Ponquevilles Bericht (Reise durch Morea/ 2B. lü7S.) noch im Umfang der Gärten des Serails siehe»/ und ziemlich wohl erhal- "teu sei». Me» ZL2 Geschichte der Kunst. gebessert/ welches' eine griechische Inschrift an der- selben anzeiget. §.6. Athen war/ wie Synesius berichtet, etliche sechzig Jnhre, nachdem Byzanz der Siz drs römischen Reichs geworden war/ aller seiner Her- lichkeit beraubet/ und es war nichts Merkwürdiges ! mehr daselbst als die Namen von den alten Trimmern.-) Den obgleich Kaiser ValerianuS vor i dem Constantin den Atbeniensern erlaubet/ die Mauern der Stadt/ welche seit der Zeit des Syl- la einige hundert Jahre umgerissen gelegen/ wieder auszubauen:^) so konte die Stadt dennoch den i Gotben/ die unter dem Kaiser Gall ie n u S Gm- ^ chenland überschwemmeten/ nicht widerstehen/) Sie I 1) Auf der xorphurncn Säule, welche der Sage nach«» > Rom »ach Constantinovel gebracht worden/ stand j das Bildnis! Constantins, sonder» dieser ließ ausßi Z eine kolossale Statue des ?lpollo seze»/ welcher er sr!>! I nen Kops und seinen Namen gegeben. Sie blieb biSzm ' Ausgang des eilsten Jahrhunderts erhalten , wo ste ! Blize getroffen und herabgeworsen ward, so dass auch dir z Säule Schaden litt. annal. t. z. x. ä.) Meier, z 2) Lxlst. iZ5. p. 272. S onesius sagt nur, daß Athen damals nicht «»hr der Siz der Philosophie war, aber das? man die schem ^ Gebäude, das L»keum, die Akademie, die Pökile n»ch 1 he, aus welcher Intern jedoch die Gemälde des z gnotns vom Proeonsul weggenommen worden. Fi«.'I 3) Zosimus (I. i. c. 2g.) erzählt, das, die Athener kt j bemüht, ihre seit S»llas Zeit zerstörte und vernachIA ! stgte Mauer wieder auszurichten; aber von einer Erwt> 1 ni?^ des Valerianus zu diesem Bau ist »ickit die! Z de; im Gegentheil war diese Maßregel der Athener mi ! Peloxonnester gegen die römische Herschaft gerichttl. ! M e >> e r. ?los>»>. Iiisl. t. 1. e. Zg. Dem Zosimus zufolge geschah der Einfall derElv I . 12 Buch, 6 Kap. 366 wurde geplündert/ und CedrenuS berichtet/ daß die Gothen eine Menge von Büchern znsammenge- schlepet/ um sie zu verbrennen; l) da sie aber bedacht/ daß e6 besser für sie sei/ die Athenie-iser mit Büchern zu beschäftigen/ hätten sie ihnen dieselben wieder gegeben.^) Eben so ein betrübtes Verhäng- niß betraf die Werke der Kunst in Nom; und durch theil in Griechenland, welches auf's Härteste von ihnen behandelt wurde, nnd die Eroberung Athens, unter der Regirung des Gallienns, und erst später unter dem Claudius gesellten sich zu den Skpthen (>. c.-. c. 42.) auch die Gothen. Cedrenus aber (Iiistvr. x. 259.) läßt die Gothen unter dem Claudius Athen erobern und plündern, weßhalb Fea, der die Nachricht des Z o> fimns nicht geachtet, im Terte das Wort Gal l ie n us in Claudius verwandelt hat. Meyer. 1) l^ . c. ^onar. t. 2. x. 2Z9. 2) In: Jahre Z?Z kam durch Alarich die lezte Verheerung über ganz Griechenland, welcher als ein wüthender Aria- ner die noch übrig gebliebenen Tempel zerstörte uud alles Gut raubte, was noch vorhanden war. Z 0 sim u s (I. 5. c. 6. z?. ö iQ — 311. c. 6. p. 612 — 5 will zwar, daß The« be» wegen seiner Befestigung, und weil Alarich Athen einzunehmen begierig war, von der allgemeinen Verwüstung perschont geblieben; auch erzählt er, daß Alarich, durch den Anblik der großen Athene pon Erzt und des vor den Mauern stehenden Achilles milder gegen Athen gestickt, die Stadt und ganz Attika unbeschädigt gelassen. Aber dieser Nachricht widersprechen die gleichzeitigen Autoren, welche keine Stadt ausnehmen und Athen uament- ?riscv p, 94.) Aber wahrscheinlich wurden die porzug- lichsten Gebäude Athens von Alarich nicht zerstört, sondern vielmehr bis zur Hälfte des folgende» Jahrhunderts mit den darin befindlichen Gemälden erhalten, wie man nicht ohne Grund schließen kau aus einem Briefe deS Sidonius Apollinaris (I, 9. «-xist, g.), welcher nach 16* 26-i Geschichte der Kunst. die Barbaren in so vielen Eroberungen und Plünderungen dieser Stadt/ ja durch die Römer selbst, >M, den Schäze, dergleichen keine Zeit und die Hände aller izigen und künftigen Künstler nicht hervorzubringen vermögend sind/ mit wilder Wuth Vernichtet. >) Der prächtige Tempel des olympischenH»- pilerS^) war schon zur Zeit des h. Hieronymiij zerstöret. 5) Da unter der Negirung des Kaisers der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts blühte. Ali lasse» die erhabenen Trümmer in Athen, welche von?e No>>, Stuart und Andern beschrieben und zum Tbeil noch zu sehen sind, gar Wohl vermuthen, daß sich«!,, le Gebäude eine lange Zeit nach dem König Alarich entweder ganz oder zum Theil erhalten haben. Fea. Z) Bei der ersten Belagerung Roms durch Alarich, im Jahre 409, erlitt die Kunst einen schmerzlichen Verlust. Die Römer hatten sich mit den Barbaren um eines«, me von 5000 Pfund Goldes und Z0000 Pfund Silwj verglichen. Man wußte kein Mittel, diese Geldsumme auszutreiben; endlich führte, mir Zosimns zurede»!!. !>. c. 41, x. 62Z — 62!-.), der böse Dänion, welcher iie menschlichen Angelegenheiten beherscht, die Römer zum Abgrund des Verderbens; den sie beraubte», um ia§ fehlende Geld herbeizuschaffen, die niit Gold ausgeleM Statue» der Götter ihres Schmuks, und andere Etat» aus Gold oder Silber ließe» sie eittschmelzcn. Unter rie> sen war auch ei»e berühmte Statue der Tavferkeil, ve- Virtuz, nach deren Vernichtung, wie ZosimuZ sagt, der lezte Funke von Muth und Tugend bei!ni Römer» erlösche» ist. Meyer. 2) Des e a p i t 0 li»i sch e n Jupiters; den der Tempel des olnmvi scheu war schon von Svlla zerstört»«, de». Meyer. z) liicrou^ni. contra ^ovlu. in llnc. Oper. t. 2. col.Zö^ Der h. Hi ero»»mns erklärt sich zu undeutlich, als daß man glaube» könte/ er rede vom Temvel des Ju«>, ter Cavitolinus, oder we»igstens, daß er ihn ierM uenne. Derselbe stand noch später: den Genserieb, 12 Buch/ Z Kap. 355 Zustiniann6/ im Jahre 637/ der König der Go- tbeii/ Theoda tuS/ unter Anführung des VitigeS/ Nom belagern ließ/ und die MoleS Hadriani bestürmet wurde, vertheidigten sich die Belagerten mit Statuen/ die sie auf die Feinde herunterwar- fen> Der berühmte schlafende Sat >) rin dem Palaste Barberini ist vermuthlich unter diese» Statuen gewesen: den er wurde ohne Schenkel und Beine/ und ohne den linken Zlrni/ in Räumung des Grabens um besageteS Castell/ unter dem Pab- sie Urban VIII. nebst der Statue des Septimi- uS Severus in Erzt/ gefunden; nicht aber in dem Graben von Castel-Gandolfo ausser Noin/ wie Vreval irrig vorgibt.^) §. 7. Man gibt eine fast kolossalische Statne in der Villa Giustiniani in vielen Büchern für eine Statue des Kaisers Justin ianus an, und das Haus Giustiniani/ welches sich von diesem Kaiser herschreibt/ hat dieses Vorgeben in einer Inschrift/ die vor wenig Jahren gesezet worden ist/ Vandale» König, beraubte il>» im Jahre -!55, und »ahm die Halste der Platte» von vergoldetem Erzt, welche ihm zur Deke dienten, (procop. «le Vanllalic. I. I. c. 5.) Ja, aus einem Jntinerario, das in, 8 oder ? Jahrhundert abgefaßt sein mag, und eine kurze Beschreibung Roms und seiner Umgebungen enthalt, wird es wahr, scheinlich (ÄlaliiUoii. vetcr. »Iialect. t. 4. p. 5o6. ^»>erto daß der Temvel des Juviter Eavitolinns »och um diese Zeit vorhanden gewesen. Fea u. Me»er. Nickt Nom er, sondern griechische Soldaten, welche unter dem Befehl des Nelisarius die Mol es Hadriani vertheidigten, fchleuderten einige zerbrochene Statuen aus die Schaar des Nitiges. Me»e r. 2) kemarlvs vn sevcrsl x»rts «5 Luioxe. 1726. iol. 366 Geschichte der Kunst. von neuem zu behaupten gesuchet; aber ohne den al', lergeringsten Grund. Die Statue/ welche mittelmäßig ist/ würde als ein Wunder der Kunst «N dieser Zeit müßen angesehen werde»/ und der Kopf ist neu/ und nach einem jungen Maren S Aureli« »S gemachet. K. 8. Eine sizende Statue unter Lebensgroß«, > in der Villa Borgbese, welche man irrig furch i ncn bettelnden BelisariuS hält/ hat zu diesm Namen durch die rechte Hand / welche auf dem M liegt/ Gelegenheit gegeben. >) ES ist dieselbe hohl/ gleichsam etwas in derselben zu empfangend) undn« köiite sagen/ daß hier eine von den Personen abp bildet worden/ die für die Cybele Almosen sa- melten/ denen allein/ nach den Gesezen der Mf Tafeln/ dieses in Rom zn thun erlaubet ward) Ml- se Personen hießen von dir Mutter der Götter/ und .«üv-ovx?-«-, weil §- !l) BelisariuS verdient mit dankbarer Achtung in!il I Kunstgeschichte genant zu werden, weil durch seinen Zich Totila, der Eothen König, welcher im Jahre 5-j5Z!« eroberte, abgehalten wurde, die Stadt gänzlich zu znA ren und dem Boden gleich zu machen. Ergreisend sM ist der von Belisarins in dieser Angelegenheit an w Totila geschriebene Brief, welchen P rok o v i u§(!» l>vtkic. UZ. c. 22.) mittheilt. Mc»er. 2) Fea st. Z. tav. 2Z.) will in dieser Figur das BildM des Philosophen Chrnsivvus erkenne», wie erini.Ä, rakimns zu Athen abgebildet war. (Lic. .c. 11.) Mener. Cicero redet aber nicht von einer hohlen, sendn» ausge strikten Hand des Chr»sivpus, welche n«t Görenz anzeigen soll, daß er in der Schlußsolz«' rung begriffen sei. Siebelis. z) Lic. IeA. I. 2. c. 16. Der Autor vermengt hier jene Priester oder G-Ulk» der Cybele, welche nach den zwölf Tafeln im ro«>» 12 Buch/ 3 Kap. 357 alleMonate einen Tag Almosen sammelten. Es scheinet aber diese Etatue eine noch gelehrtere Bedeutung zu haben. Wir wissen/ daß AugustuS alle Zabre einen Tag den Bettler machete/ und eine hoble Hand mannm) hinreichete/ um ein Almo- ftn zu empfangen. Dieses' geschah zur Versöhnung der NemesiS/ welche die Hohen in der Welt/ wle man glaubete/ erniedrigte. Aus eben dieser Ursache nmrden an den Triumphwagen die Geisel und die Schellen, mit welchen Nemesis vorgestellet wird,^) wie an einer schönen sizenden Statue derselben in den vaticanischen Gärten zusehen ist,^') angehänget/ »m die Sieger zu erinnern/ daß ihre Herlichkeit vergänglich sei/ und daß die Rache der Götter in Über- Hebung in ihrem Gliike über sie kommen könne. ES mrd also jener Statue in besageter Betrachtung iie Hand wie zum Almosen offen gemachet sein. Das Gegentheil dieser gekrümmeten Hand/ nämlich die die singer zum Greifen gekrümmet hat, wird vom Ari- !ßophancS gebrauchet / die Dicberei zu bedeuten: scheu Staate anerkant waren, mit den Bettelvriestern in Griechenland, die, wegen ihrer niedrigen Denkart und wegen ihrer Laster/ ein Gegenstand großer Verachtung waren. Ärmlich gekleidet ritten sie ans einem Esel im Lande herum, und sammelten an den Thüren Geld siiv ihre Göttin. Meyer. ' i) Luilj. et Ltepl^n. V. et I 2) Lucton in August, c. g>. 0->5!>uIi. snimixlv. in 8uet. p. 115. ^Oio I. Z4. c, 4 et Z5.) I Z) Diesen Gebrauch erzählt Zouaras in seiner Beschrei« düng eines römischen Triumphs, k^nuol. t, 2. x. Z2.) M e»e r. I Ä Sie ist in das P i 0-Cl e menti n u m gekommen, und wird von Visconti (t. 1. tzv. 40,) sür eine Cvbele «klärt. LDenkmale, l Th. SK. 25 Num.Z Fea. 35s Geschichte der Kunst. So^5i. 5. 9> Was man sich von der Statue des Jußj, nianuSzu Pferde und seiner Gemahlin Theodo- ra/ beide von Erzt/ ehemals zu Constantinopcl,2Z für einen Begrif zu machen habe/ kau man sich oh», gefähr ans Beider Figuren in Ausaieo zu Navr»- »a/ zu derselben Zeit gemachet/ vorstellen. Statue war wie Achilles gekleidet/ das ist: ProkopiuS saget/ mit untergebundenen Sohle»,! und mit bloßen Beinen/ ohne Beinrüstung; >«ir würden sagen heroisch/ oder nach Art der Uw ! schen aus der Heldenzeit vorgestellet. 1) V. 2cz5. 2) ?rocop. kle LLtlif Justin. I. 1. c. 2 et 11. Die Statue Justinians aus Erzt (pacli^mcr. » ^ >5. I'opogl-, L»n5t!»ntl»c>x, II, 17,) war kolossal, > scheinlich im Jahre S4Z errichtet/ und stand aufdcmFoio Zlugusti. Zur Unterlage diente ihr eine Erhöhung «on k> I he» Stufen aus ungeheuren Steinen; auf diefer ! quadratförmige, mit Zierate» und erhobenen Arbeitn, ««i Erzt geschmükte Basts; gefangene Perser und SW» ! scheinen zu den Füßen der Statue gesessen zu habe», Ai - Statue selbst stellte den Insti nian vor, mitaufgchokm, z gegen TNorgen gewandten Rechten, gleichsam als kiiiiW » er den Persern Krieg an; in der Linken hielt er mi < Weltkugel mit dem Kreuze. Er war behelmt, gcpani»! , und mit einer Chlamys bekleidet; übrigens mit >,nt bundenen Sohlen und mit bloßen Beinen; das Mt war ohne Zaum, und mit dem linken Nordersuße kinh!l> Z schreitend. Me»er. 3) not. in procop. Iiistvr. arcii». x. Gunter der ?!egirung des Ju stinian us wurde ein Giftig geben, das wenigstens beweiset, wie man zu jener Z!» i noch einige Achtung sür die zeichnenden Künste gchck, I Vermöge dieses Gesezes wird jener, der aus eine ZM die ihm nicht gehört, malt, Ncsizer der Tafel, im d«i 12 Buch, Z Kap. 369 §. 10. Endlich kam der griechische Kaiser Con- jßl>tt6/ ein Enkel des Kaisers HerakliuS, im ! zahre 663 nach Rom/ und führete nach einem Anfeilt- M von zwölf Tagen alle übrig gebliebenen Werke von Erzt, sogar die Ziegel von Erzt/ womit das Pantheon gedeket war, mit sich hinweg nach Syra- !kus in Sicilien/ und dieser Scha; kam bald nach dessen Tode in der Sarazenen Hände/ die alles nach Ncxandria sühreten. Man könte aber glauben/ er dc« Werth der Tafel bezahle; weil es lächerlich wäre, das Gemälde eines Avelles oder Parrhafius geringer anzuschlagen als eine schlechte Tafel. (Iiistitui. >>2. 1i!. l. tle reruni divis. Z. si cjUts IN aliena tüliula xin- rei-it.) Fea. I l) ^Nltstas. re vita 8. Vilali^n! et ^'c. il. >Z. Schlosser (Gesch. der b i l d e r st u r m. K a i se r, S. LZ.) bcmerkt, daß Paulus Diaconus sich zuweilen in seiner Erzählung widerspreche, uud ?ln astasi us ihn wörtlich abzuschreiben vflege. Ein solcher Widerspruch zeigt sich bei ihm in den Nachrichte» von der Wegsührnng der Kunstwerke aus Nom, indem er sie bald nach Coustanti- uovel senden läßt (I. c. c. 11.), um die dortigen Pläze und Gebäude zu ziere»/ bald aber erzählt, daß alle die ungeheuren Kunstfchäze, welche Constaiis aus Rom genommen, in die Hände der Sarazenen gefallen uud so nach Alerandria gekommen seien, (c. iZ.) Die erstere Nachricht, von der Wegführung nach Constantinopel scheint am meisten Glauben zu verdienen. Am Pantheon blieb noch das Erzt übrig, womit Balken und Deke der Halle geziert, ja vielleicht ganz überzogen waren. Dieses Erzt, da es zur Zeit Pabst Ur- bans VIII. abgenommen, und theils zu den großen gewundenen Säulen und andern Ornamenten des Hauptal- tars in der St. Peterskirche, theils zu Kanoueu für die Engelsburg verbraucht wurde, sott an Gewicht über 460/00ll Pfund, (wahrscheinlich römische zu 12 Unzen) betragen haben. (?icorom le vestigia >1» Koma »n- z6o Geschichte der Kunst. daß nicht alle diese alten Werke von den Sarazene« weggeführet worden/ sondern daß vieles in Sieili» geblieben/ und an verschiedene Orte daselbst verstreuet sei/ wie ich mutbmaße aus' vier großen liiG liehen Urnen von Porphyr/ welche die Form der 4 ten Badewannen haben/ die in der Kathedralkich zu Palermo stehen/ wo dieselben Gebeine cbe» s, vieler Könige enthalten; imgleichen ans zwo andcm ähnlichen Urnen in dem Dom der reichen Mi - Monreale/ zwo Miglien über Palermo gelegen/ >A j che die Begräbnisse zweier anderer bekanten Mch j vom normannischen Gebliite zieren; der eine ist Wil- - helni der Böse/ der andere Wilhelm derG«- j t e. Daß von dem auserlesensten Porphyr gcackp j tete Gesäße von Rom dahin gebracht seien/ ist »ch als wahrscheinlich/ da dieser Stein/ wie ich M z gedacht habe/ allererst unter den Kaisern aus ZW- ! ten verführet worden; Sicilien aber wurde daM I der Denkmale alter Kunst nach und nach beraudch ! und eS ist nicht zu vermuthen/ daß sich daselbst Per- ! sonen gefunden/ die auf ihre Kosten Porphyr Ägypten geholet/ und dergleichen Gefäße arbeit« ! lasse»/ die vermuthlich als Wannen in den prächtigen römischen Bädern gedienet haben. s. In Constantinopel/ und daselbst illm, ! waren einige Werke der Kunst nach ibrer allg» nen Vernichtung in Griechenland und Rom nch verschont geblieben. Den was sich noch in Em- chenland erhalten hatte/ war dahin geführet, mch j sogar die Statue des Eseltreibers mit scim» ^ I. I. c, 20, p, iZz,? Gegenwärtig ist von dem I zen Scliaze metallener Nerzieruttgen / womit vor ZMi i das Pantyeon prangte, nickts melir übrig/ ausser MS weniges um die große runde Ör'nung her in der M! I des Gewölbes, durch welche das Licht in den TempelM' I Me >ie r. 12 Buch/ Z Kap. Esel von Erzt/ welche Augu st u 6 zu Nikovolis, nach der Schlacht wider den An toniu 6 und die .Cleopatra, sezeu ließ. In Constantiopel stand noch bis' in das eilfte Zahrbundert die Pallas aus der Insel Lindus, von Skyllis und DivönuS/ Bildhauern vor ^dcs^ Cyr uS ZeiteneS war um diese Zeit daselbst das Wunder der Kunst, der olvmpi- sche Jupiter des PhidiaS, die schönste VenuS id- liotN. Orscc. t. 6. >. 5. c. 5. p'4>o,) Meyer, Diesem ?lutor zufolge waren die hier genanten Statuen durch Theodosius den Große» nach Constantinopel gebracht worden; den dieser Kaiser hatte eine besondere Neigung für die bildenden Künste/ und Themi- fii us (oral. lg. p, 22Z,) erzählt, daß wegen der großen Gebäude, welche Theodosius errichten und ausschmü- ken ließ, Constantinovel mit allen Arten von Künstlern angefüllt war. Auch Justinianus ließ fehr viele große Gebäude errichten, von welchen Prokopius redet, tve !i6ilic. ) Die berühmte Kirche der h> Sophia, welche bei einem Volksaufruhr in Brand gestekt worden, ließ Justinianus prächtig wieder aufbauen. (Lellou, vsservut. lle xlus. siligulllr. l. I. cliup. gz. ^>. 74-) Fea. ^ z) Cedrenus x. Z22.) nent diese Statue -1-° x^-c- obwohl sie bei den Alten unter dem Namen bekanter war. Man lese die Beschreibung derselben in dem Gedichte des Posidivpns (^na- Iz. ap. vliot. cuil. 14Z.) M e»e r. ist bei Pausauias (V. >/,.) der jüngste Sohn Jupiters. Siebelis. Winckelman. 6. 16 S62 Geschichte der Kunst. ne Juno aus SamoS von demselben^) Alle dies« Werke aber wurden vermuthlich vernichtet in der Eroberung dieser Stadt unter Balduinv/zu Anfange des dreizehenten Jahrhundert»: den wir wissen, daß die Statuen von Erzt zerschmolzen/ und zu Mn- 1) Der Autor folgt hier ohne Kritik den Nachrichten drj Cedrenus aus dem eilften Jahrhunderte, der die aw geführte Stelle über die Statur» berühmter Künstler m Constantinoxel ohne Zweifel aus einem Ältern wertlich ! und ohne Urtheil/ wie er Pflegt, entlehnte. Diese ! Statuen waren zur Zeit des Cedreuus gewis, nicht ^ mehr vorhanden, indcm er selbst in der Form Ver>,M gener Zeit bou ihnen svricht und im Folgend«» (p. Züi.) deutlich erzählt, daß sie alle zu Grunde gr, i gangen, als das Lauscio», wo sie standen, im Zch ! rc 47<> verbrante. Von Zonaras (.innal. t. Z. s>. I 4Z. 44.) werden unter andern Schäzen der Kunst, I welche damals ein Raub der Flamme wurde», nanmN, z lich die Statuen der samischen Juns, der lindi, I scheu N thene und der knidischen ?> vhr 0 dite w geführt, übrigens darf nian den Nachrichten der srättni z griechischen Historiker über Werke der alten Kunst, im! ! das Dasein derselben in Constantinoxel wenig t»uin> I den die meisten waren scho» früher durch die häustM Z Feuersbrünste, durch Erdbeben, uud bei Nolksaufrnhr > u»d feindlichen EiN'ällen zerstört worden. ?lm wenigst!» I Glauben verdient Cedrenus, dessen Schriften, wie ! Sealiger sagt, laut bezeugen, das, er ein unwissend!! l Menfch gewefen. Amoretti, Fea u. Mever. Wie über alle Beschreibung reich Constantinopcl an Ww ken berühmter Meister auS der besten Zeit der griechi« z schen Kunst gewesen, kan man schon aus dem Nerzeich> nisz der Statuen schließen, die blos in dem sogenami» j Zeuripv 0 waren, und von Christ0 d 0 rus (IZnmcUi sniiuli-cta, t. 2. s>. 456.) aufgezählt werde». Man v!t° ^ gleiche auch die Samlung von Nachrichten in Hc»nii ^ Ilbhandlultg: :irti?> op'ra^ lju.'O t?<,ii8wntiin>i>o!i exstiti«iso nleniurantur, in Oceninff. t u p.z— ?s. --cot. I et2 , wo übrigens noch viele Kunst' I schäzc übersehen sind. Ale»er. 12 Buch/3 Kap. 36Z M berpräget wurden/ und ein Geschichtschreiber dieser Zeit thut hier sonderlich der sa mischen Zuiio Meldung, i) Ich kalte es für eine Hyperbole, wen derselbe saget, das! der bloße Kopf der Statue/ nachdem er zerschlagen worden, auf vier Wagen habe müßen weggeführet werden; aber eS bleibet für die Wahrscheinlichkeit ein Begrif von einem sehr großen Werke übrig. i) ZXicet, Olioniat. IN I/ililiotli. tlrlvc. t. 6. I. 5. c. 5. p. ^06. Der angeführte Autor sagt nur, das« eine kolossale Juno Von Erzt, ohne deren Namen genauer anzugeben, welche am dem Foro Co n sta» t i n s stand, von den christlichen Barbaren zerschlagen und zu Münzen geprägt worden, Die Statue der sa mischen Juno war schon früher zu Grunde gegangen, wie eben erwähnt worden. Man Vergleiche über das Sckiksal der Kunstwerke zu Constantino- vel He» »es Abhandlung: O>? i»l>^ritu vxorni» >.um Ocotlin^. i. 12. p. 27/lum sich zu überzeugen, daß Winckelmans Vermutbung über die Zeit, wan die Kunstwerke vernichret worden, nicht iu der Geichichte jzegrimdct ist, sondern daß, wie unglüklich sür die Kunst auch das Jahr i204 gewesen, dennoch die Jahre 404, 465, 46?, 476, 5Z2, 740 und Z61, aus die Sunstschäze in Constantinovel nicht weniger verderblich wirkten, und gewiß den größeren Theil derselben dem Untergänge zuführten. M e » e r. Z) Eine sehr große Anzahl Statuen, von welchen die meisten aus Erzt und viele auch zu Pferde waren, hatten die griechischen Kaiser sich selbst, ihrer Familie, ihren Generalen und ihren Vorgängern zu Constantinovel errichtet, wie man aus Banduri und andern Autoren ersehen kau. Die einzige Statue in Erzt, welche sich von den in Italien errichteten erhalten hat, steht aus dem Marktxlaze der Stadt Narletta in Apulieu, und Geschichte der Kunst. §. 12. Daß die Kunst sich in späteren Zeiten länger unter den Griechen als in Italien und in Rom erhalten/ kan man unter andern beweisen aus den gemaleten Figuren in einer alten Handschrift des KosmaS ans Pergament in der vaticanischcn Bibliothek/ No. 699/ welchen Mon tfaucon in der von ihm gemacheren Samlnng griechischer Scriben- len druken lassen; die Figuren aber hat er nicht angegeben. i) Die Form dieses BuchS ist ein längliches Folio/ und die Schrift ist in großen Buchstaben/ die man pfleget vierekichte zu nennen. Dieser KosmaS war ein Kaufman zur Zeit des Kaisers JustinuS/ wie er selbst saget auf dem funfzeben- ten Blatte gedachter Handschrift/ uud eben dieses bezeuget Photiu S. Auf einem der Gemälde dieser Handschrift stnd unter dem Throne des Königs David zwo Tänzerinen mit aufgefchürzeter Kleidung vorgestellet/ die mit beiden Händen ein fliegendes Gewand über dem Kopfe halten/ und diese Figuren sind so schön/ daß man glauben muß/ sie sci- ist ungefähr 20 Palm hoch. Sie gilt für einen Con> stantinns, und ich bin ebenderselben Meinung, nach, dem ich cine Zeichnung der Statue, die mir der Präs» dent Mola Von Bari verschaste, mit den Statuen w'> glichen habe, die Winckelmaü beschreibt. Der Barm Niedesel (Reise 2 B>) behauptet, es sei ein JuliuZ Cäsar; allein er bat sich damals gewiß weder dcrZiM dieses, »och Cvnstantins erinnert, und das Costiim iiberschen, das den, spätern Kaisertum eigen ist. Fea. I^Einc Abbildung davon bei Fea i. 2. tav. 11^ >) Lullect. script. t.2. x, 11Z. 2) kiliüotliec. ccxl 36. 22. Phvtius gibt einen Auszug dieser Handschrist; liw' das Alter und die Lebenszeit ihres Verfassers sehe ma» 1-iI-Ii.olIi. .Qrnc. t. 2. I. z. c. 25. x, kog — Fea. j) Es heißt oi-xttcne. Fea. Weniger zweideutig: „ Daher könte man den Home- „ rus in der Sd»ssea mit der untergehenden Sonne „ vergleichen, von welcher nur die Grösie noch bleibt, „ ohne die Kraft. " Meyer. ei, vo» einem alten Gemälde nachgemachet. Zwischen beiden siehet das Wort oexncnc/t) der Tanz. Von den mehresten Werken der Kunsi in späteren Zeiten tan man sagen / was LongiuuS von der Sdyssea saget, daß man in derselben den Home- ruS wie die untergehende Sonne sehe, von welcher ausser ihrer Wirkung die Größe übrig bleibet.^) K. t >Z. Ich bin in der Geschichte der K u n st schon über ihre Gränzen gegangen, und olmgeachtel mir bei Betrachtung des Untergangs derselben fast zu Muthe gewesen ist wie demjenigen/ der in Beschreibung der Geschichte seines'Vaterlandes die Zerstörung desselben/ die er selbst erlebet hat/ berühren mußte: so konte ich mich dennoch nicht enthalte»/ dem Schiksale der Werke der Kunst/ so weit meiir Auge ging/ nachzusehen/ so wie eine Liebste an dem Ufer des MeereS ihren abfahrenden Liebhaber/ ohne Hosluing/ ihn wieder zu sehe»/ mit bethräneten Augen verfolget/ und in dem entferneten Segel das Bild des Geliebten zu sehen glaubet. Wir baben/ wie die Geliebte/ gleichsam nur einen Schattenriß von dem Vorwurfe unserer Wünsche übrig; aber desto größere Sehnsucht nach dem Verlornen erweket derselbe/ und wir betrachten die Copien der Urbilder mit größerer Aufmerksamkeit/ als wir in dem völlige« Besize von diesen würden gethan haben. ES gehet uns hier vielmals/ wie Leute«/ die Gespenster kennen wolle«/ und zu sehen glauben/ wo nichts ist: der Name des Altertums ist zum Vorur- 12 Buch/ 3 Kap. 366 Geschichte der Kunst. theil geworden; aber auch dieses Vorurtbeil ist nicht ohne Nuzen. Man stelle sich allezeit vor, viel zu finden/ damit man viel suche/ um etwas zu erbliken. Wären die Alten armer gewesen; so hätten sie besser von der Kunst geschrieben. Wir sind gegen sie wie schlecht abgefundene Erben; aber wir kehren jeden Stein um und durch Schlüsse von vielen einzelnen gelangen wir wenigstens zu einer muthmaßlichen Versicherung/ die lehrreicher werde» kau/ als die uns von den Alten hinterlassenen Nachrichten / die ausser einigen Anzeigen von Einsicht blos historisch sind. Man muß sich nicht scheuen die Wahrheit auch zum Nachtoeile seiner Achtung zu suchen/ und Einige müßen irren/ damit Viele richtig gehen. Hier ist zu Ende Jvhaii Winckelmaüs Geschichte der Kunst dtl Altertum §. Beilage i- zur Seite 16. Die Figur des Herkules im Palaste Pitti zu Florenz hat eine dem faruefifcheu Herkules ahnliche Stellung, ist mit ihm ungefähr von einer Größe, muß ihm aber in Hinsicht der Ausführung hei weitem den Vorzug lassen. D'H an c a r v i l l e redet von dieser Statue als Von einem ur- srninglich altgriechischen Denkmale, dem später ein idcalistrter Kovf des (! om »> odus ausgesezt worden. Die Inschrift sei zwar alt, aber in bctriiglichcr Abstcht bcigesezt, Wiewohl der Kops abgebrochen war und es möglich ist, daß derselbe nicht zur Statue gehörte: so durste es doch schwer sein, an ihm die Züge dcs Commodus wahrzunehmen, da das Gesicht stark beschädigt ist. Noch weniger Wahrscheinlichkeit hat D'H an« carvilles Meinung l) in Betracht des Körvers und der übrigen Glieder, weil die Arbeit an diesen Theilen durchaus nichts von dem Eigentümlichen, Strengen und Kantigen des ältern Stvls der griechischen Kunst verräth. Beim erste» Ansehen dieses Herkules fühlten wir uns geneigt, ihn geradehin sur eine antike Nachahmung der sarnesischen Statue zu halten; aber Vii'conti 2) möchte lieber beide für Vergrößerte Nachahmungen einer kleinen Bronze des L»fiv- xus ausgebe». Seine Vermuthung erhält um so mehr Wahr- stheinlichkeit, als die Inschrift an der Statue im Palaste Pik- ti ein zum Grunde liegendes Werk des L»sippus anzeigen dürste; und da der farne fische Herkules ohne Zweifel eine freiere und eigcntümlichcre Ngchbildung war, fo kontc Gl»kon sich berechtigt halten, feinen eigenen Nanien darauf zu fezen, wie auch der Meister der mediceifchen Venus gethan, obfchon er dem Vorbild dcs Praxiteles gefolgt war. Zu den Nachahmungen von Werken des L»fivvus gehören wahrscheinlich auch die in fehr beträchtlicher Anzahl vor- kommenden Bildnisse des Sokrat es, welche größtentheils 1) IZtrus. Orec. et koiu, t. 4. 2) Aus. ?!c> - t. 3. x. 66. 368 Beilage. Hermen sind. Aus dem Diogenes Von Laerte i) j» bekant, daß die Athenienfer das Bild jenes Weisen durch V »s gießen lassen, um es im Sdeum öffentlich auszustc»^ In der That verkünde» die bessern Kövi'e des Sokrates M herliches Vorbild. Vermöge einer andern Nachricht verfertign Lvsivvns auch die Bildnisse der sieben Weise» >zrj„ chcnlands »ach überlieserunge», 2) u»d so ist es möglich, die Herme» des Bias und des PerianderZ) vielliich, »ach den Originalen dieses Künstlers covirt worden. Von einigen Bildnissen Alexanders des Große» dürfen >vir mit größten« Rechte glaube» , daß ste nach Zrizj, »alen des Losivvus gearbeitet find. Sb aber die berühmt! bei Tivoli ausgegrabene Herme »ut ei»er Jnschrift-i) auchhw her gehöre, wage» wir nicht zu bestimmen, weil an ilir km äusseres Ke»;eiche» wahrgenommen wird, aus welchem mm aus die Nachahmung eines Sriginals in Erzt nnd alfo li, »es Werks von« Lljsivvus mit einiger Zuverläßigkeit M» ßen könte. Derselbe Fall ist eS mit dem nicht weniger schi> nen, aber behelmten Kopse Alexanders in der Villa M> bani. Eine »akte Statue Von weniger als Lebensgröße mMr den gabittische» Alterti>»>er» 5) läßt aus der Behandlmz veruiuthe», daß ste den Zeiten des Caracalla angidm. Weil dieser Kaiser bekantlich Alera»ders A»de»ken ehr», auch dessen Bildniß häufig vervielfältigen ließ: so ist es wahr, scheinlich, daß gedachte Figur nach einem Werke des L»fi«, vns covirt worden. Eben dieses »lag auch vo» der klei»m Neiterstatue aus dem Hcrcula»o6) vermuthet werden, i«il> che aber älter »nd viel besser als die ga binische Fizm Von ?)!armor gearbeitet ist. Sei der sogenaiite ^lexuniler nioriliumius zu Floren; m Bildniß des macedonische» Eroberers oder nicht: so gehört ir doch der Kunst dieser Zeit an, und ma» darf ih» auch sich» 1) 1^.2. c.chZ. 2) k>I>»!lZr. süd. I. 2. in epilog. kruncliil ^.nalect. t. z> s. Z) Mus. ?io - LIe»i. t. 6. tav. 2Z —26. 4) ^Visconti iconograpli. pl. Zg.^ 5) Numero 2Z. ö) iZrou^i ili ZZi-colsno l. 2. tav. 61 — 62. ^Visconti I> c-I Numero i. für ein Bildniß Alexanders halten; den die Arbeit ist so vortreslich und voll Seele, daß es angemessener scheint, in ihm ein Original irgend eines der besten Meister aus jener Zeit zu vermuthen/ als eine bloße Copie nach einer noch s» herlicken Bronze des Lusippus. Mit dem ebenfalls Alexander zubenanre» großen Kopfe im Museo Capitolino ha! es eine andere Bewandtniß. Visconti l) hält ihn für den des Sonnengottes und beruft stch, um seine Meinung zu untcrstüzeu, vornehmlich daraus, daß in dem die Haare umfassenden Bande Löcher sichtbar sind, in welchem urfprünglich Strahlen von Metall mögen gestekt liaben, wie man auch an einer ganzen nicht völlig lebensgroßen Statue des Sonnen« gottes in der Nilla Borghefe sehen kaii. 2> Er hätte noch hinzusezcn dürfen, daß auch der Wurf der Haarloken einige Ähnlichkeit mit den Haaren jener Statue habe. Allein an dem Kopfe im Cavitolino zeigen stch ganz offenbar die individuellen Zuge eines Bildnisses: folglich ist es dem guten lIefchmak zuwider, ja, es heißt den Geist der alte» Kunst verkennen, und sie herabwürdigen, wen man annehmen will, daß ste eine Gottheit zwar in einem große» würdigen St»l der Formen, aber durchaus mit menschlichen, porträtähnlichen Zügen darstelle. Der capitolinifche Kovs hat individuelle Zuge, oder er hat das Ansehen eines idealilirten Porträts; seine Wangen sind flacher, als ste bei idealischen Göttergestalten zu fein pflegen; die Nase, »n welcher nur die Svize ergänzt ist, hat an der Wurzel mehr Aushöblung und einen mehr gebogenen Rükeu; die Haare der Augenbrannen stnd angegeben und aus den Augäpfeln ist eine schwache Vertiefung, um den Stern anzudeuten. Überhaupt verkündigt die Bildung des Gesichts mäiiliche Jahre und gleicbwolil ist diefer Kovs bartlos bis auf wenig dünne Loken an der Wange neben dem Shre. Wer will aber glauben, daß ein weiser Künstler des Altertums einen ralirren Sonnengott dargestellt habe? Aus diesen Gründen scheint der Kovs kein Sonnengott zu sein; ob er aber wirklich Alerandcrs Bildniß ist, bleibt nncntschie- den. Die Neigung des Haupts scheint sreilich ein günstiger Umstand für eine folche Vermuthung; Vifeonti gber hat zum Behufe seiner Meinung auf eine sehr geistreiche Weise 1) t. i. 26. 2) Lculture, stan2i> Z. n. 2. 370 Beilage. diese Eigentümlichkeit allegorisch ausgelegt/ imd als eine fts«, Amvielung aus den Umstand gedeutet, daß die Sonne ßchtr» Bewohnern unserer Hemisphäre aus ihrem täglichen ^ansc Osten nach Westen gleichsam mit abgewandten, Gesicht ich,, Doch gcsc;t, man liielte mit Winckelman den für ein wahrhastiges Bildnis Alexanders: so durste ma fast niit Gewißheit annehmen, daß in il»n eine Bronil iij Lvsipvns nachgeahmt sei. Obwohl das Werk gut gearwt» ist, so ist der seine Geschmak und die Conception an demsek ten dennoch vorzüglicher, sreier, größer und geistreich«', «j die Aussuhrung, und wir können daher aus ein edleres z» bild schließen. Daß dieses Vorbild von Erzt gewesen, wirdmj den angedeuteten Angenbraunen, und aus dem durch Aaclic Vw tiesungen bczeichnctenAugcnsterne wahrscheinlich, weil beidlsch diese Art a» Werken von Erzt öster, vielleicht auch sriilier als« Marmor angegeben ist. Wir köntcn aus diesem Denkmale lcrm, was Plinius sagen wollte, wen er den L » sipvus wegen t» Haare seiner Werke lobt. Sie lind hier in schöne große ^ kenvarthien gelegt, und besonders zum Ausdruk benuzt, Dir Künstler wollte den Moment einer lebhaften, raschen BeweWj des Hauptes von der rechten nach der linken Seite hin « stellen, und gab in dieser Absteht den Haarloken die Richtmz als flögen sie, solgend der Bewegung des Kopss ans derliM Seite, vorwärts gegen das Gesicht hin, auf der rechten aw riikwärts vou demselben ab, und in der That durste sich «» alten Knnstwerken wohl schwerlich ein schöneres Beispiel « geschikter Benuzung der Haare zum Ausdruk ausweisen W«, Nach Meyer. Beilage n zur Seite 17. I ! Maffei konte gewiß keine andern Gründe haben. Aber nm'mn läßt es Herr Winekclmaii dabei bewenden, diesen M'incinten Grund des Massei blos anzuführen? Widerlegt sich von sich selbst? Nickt so ganz. Deii wen er auch schon von keinen andern Gründen unterstüzt ist/ so macht er doch schon sür sich selbst eine kleine Wahrscheiniiclikeit, wo man nicht sonst zeigen kaii, daß AthenodoruS, des Polvklets Schüler, und ?! tl> e n o d o r »s, der Gehülfe des Agesa » de r, und Pol»dorus unniöalich eine und eben dieselbe Person können gewesen sein. Zum Glüke läßt sich dieses zeigen, und >>var aus ihrem verschiedenen Naterlande. Der erste AthenodoruS war, nach dem ausdrüklichen Zeugnisse des Pau- sanias aus Klitor in Arkadien; t) der andere hingegen «ach dem Zeugnisse des Plinius aus Nhodus gebürtig. Herr Winekelman kaii keine Absicht dabei gehabt hakn, daß er das Vorgeben des Masse! durch Beifügung die» >!s Umstandes nicht unwiderwrechlich widerlegen wollen^ Viel- mlir müßen ihm die Gründe, die er aus der Kunst des Werks «ach feiner unstreitigen Kentniß ziehet, von solcher Wichtigkeit geschienen haben, daß er stch unbekümmert gelassen, ob tie Meinung des Masse i noch einige Wahrscheinlichkeit behalte oder nicht. Er erkennet ohne Zweifel in dem Laokoon viele von den 2> die dem Lyfivvns fo eigen loaren, mit welchen diefer Meister die Kunst zuerst bereicherte, «lj daß er ihn für ein Werk vor desselben Zeit halten follte. Allein, wen es erwiesen ist, daß der Laokoon nicht Wer sein kan, als Lysippus, ist dadurch auch zugleich erwiesen, daß er ungesähr ans seiner Zeit sein müße? daß er ««möglich ein weit sväteres Werk sein könne? Damit ich iie Zeiten, in welchen die Kunst in Griechenland bis zum An- I 2) I. Z/j. IZ. N. ö. 372 Beilage. fange der römifcken Monarchie ihr Haupt bald wiederum ew vor hob/ bald wiederum sinken ließ, übergehe: warum nickt Laokoon die glükliche Frucht des Wetteifers sein ! neil/ welchen die verfchwenderifche Pracht der ersten K»js,r unter den Künstlern entzünden mußte? Warum köiiten M Agefander und seine Gehülfen die ZcitVerwandtcn ei»ij ' Strongiillon, eines Arcefilans, eines Pasitelez, cines Posidonins, eines Diogenes sein? Wurden M die Werke auch dieser Meister zum Theil dem Besten, die Kunst ieinals hervorgebracht hatte, gleich geschäzeN W wen noch ungezweiselte Stükc von selbigen vorhanden >««,», das Alter ihrer Urheber aber wäre unbekailt, und ließe Kj aus nichts schließen, als aus ihrer Kunst, welche göttliches» , gebnng müßte den Kenner verwahren, daß er sie nicht et» / sowohl in jene Zeiten fezen zu müßen glaubte, die Herr »gi,, ckelman allein des Laokoons würdig zu sein achtet? Es ist wahr, Plinius bemerkt die Zeit, in welcher!!! Kü nstler des Laokoons gelebt haben, ausdrüklich nicht; kech wen ich ans dem Zusammenhange der ganzen Stelle schließ j sollte, ob er sie »ichr nnter die alten oder unter die »w eren Artisten gerechnet wissen wollen: so bekenne ich, H für das Leztere eine größere Wahrscheinlichkeit darin zu vmw ken glaube. Man urtheile. Nachdem Plinius von den ältesten und größte» M » stern in der Bildhauerkunst, dem Phidias, dem Prai'iw les, demSkovas, etwas ausführlicher gevrochen, und lim auf die übrige», befouders solche, vou deren Werken in Zim etwas vorhanden war, ohne alle wronologische Ordnung ms haft gemacht, fo fährr er folgendergestalt fort i >>cc mck« ^^Iirucli5iu8 11 iilliaiius. tiocvr-ivil I genes ^tlisnicnsis, in culuniais lcmxü Numero n, sn II' ^rolianiur !utt!>ii loci niinus celt Iirat!». i) » I Von asten den Künstlern, welche in dieser Stelle genen- >r „et werden, ist Diogenes von Athen derjenige, dessen Zeit- il Filter am iinwidcrsvrechlichsten bestimt ist. Er hat das Pan- lllMM deS Agrivva ausgezieret; er hat also unter dein Au- i, ^gnstus gelebt. Doch man erwäge die Worte des Plinius hl «was genauer, und ich denke, man wird auch das Zeitalter «i tcs K raterus und P »thodorus, des Pvl»dekres und Hermolaus, des zweiten Pythodorus und Artemons, r, sowie des Avhrodisins Tralliauus, ereil so unWider- ^ strechlick bestimt finden. Er sagt von ihnen: puluunos ilo- iitses wohl nur so viel heissen, daß von ihren vortreslichen >« Werken die Paläste der Kaiser a » gesüllet gewesen? In dem Verstände nämlich, daß die Kaiser sie überall zusammensuckei» ^ «nd nach Rom in ihre Wohnungen versezen lassen? Gewiß nicht. 5 e?»dcrn ste müßen ihre Werke ausdriiklich siir diese Paläste ^ iir Kaiser gearbeitet, ste müßen zu den Zeiten dieser Kaiser ge- lkbt haben. Daß es späte Künstler gewesen, die nur in Ita- ^ lim gearbeitet, läßt sich auch schon daher schließe», weil mal» ^ örer sonst nirgends gedacht findet. Hätten ste in Griechen« wd in frühern Zeiten gearbeitet, so würde Pansauias m oder das andere Werk von ihnen gesehen, und ihr An- » >mkcn uns ansbehalten haben. Ei» P»thodor»s komt » >«>ar bei ihm vor; 2) allein Harduin hat sehr unrecht, ihn d I« den P »thodorus in der Stelle des Plinius zu hal> > li»; den Pausanias nennet die Bildsäule der Juno, » !>e er von der Arbeit des erstern zu Koronea in Böotien sg- > >c, welche Benennnng er nur den Werken " imcnigen Meister gibt, die in den allerersten und rauheste» Zlitm der Kunst lange vor einem Phidias und Prarite- l-s gelebt hatten. Und mit Werken solcher Art werden die l Kaiser gewiß nickt ihre Paläste ansgezieret haben. Noch we- » »izer ist aus die andere Verniuthung des Hardnins zu ach- ^ lni, daß Artemou vielleicht der Maler gleiches Namens sei, >° Mm Plinius an einer Stelle gedenkt. Z) Name und Na- - ^ ! i) 1^. Z6. scct. 4. n. >,, » i -) IX. Z4. >> j' Z) scct. 40. 11. Z2. Beilage. me geben nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, derenwegin man noch lange nicht befugt ist/ der natürlichen Auslegung ci> ner unverfälschten Stelle Gewalt anzuthun. Ist es aber svnach ausser allem Zweifel/ das, Krateruz und P»thodorus, daß PolndckteS und Hermolani, mit den übrigen unrer den Kaisern gelebt, deren Paläste mit iliren treflichen Werken angefüllet: so düukt mich, kaii man anch denienigen Künstlern kein ander Zeitalter geden, Von welchen Plinius auf jene durch ein übergehtt. Und dieses sind die Meister des Laokoon. Man übeellzi es nur: wären Agefander, Polydorus und Athen», dorus so alte Meister, als wofür sie Herr Winekelmiü halt: wie unschiklich wurde ei» Schriftsteller, dem die W> cision des Ausdrukes keine Kleinigkeit ist, wen er von ihm» auf einmal auf die allernen? sten Meister springen mW, diesen Svruug mit einem Gleichergestalt thun? Dock man wird einwende», daß sich dieses nicht auf die Verwandtschaft i» Ansehung des Zeitalters/ sendn» auf einen andern Umstand beziehe, welchen diese, in Betnich, tung derzeit fo unähnliche Meister, mir einander gemein D habt liätren. Plinius rede nänilich von solchen Künstln», die in Gemeinschaft gearbeitet, und wegen dieser Gemeinichast unbekaiiter geblieben wären, als sie verdienten. Den d.> kn, »er sich die Ehre des gemeinschaftlichen Werks allen, anm, Hen können, alle aber, die daran Theil gehabt, jederzeit!» nennen zu weitläuftig gewefen wäre, oc. - ren ihre sämtliche Namen dariiber vernachläßigel worden. Dit> ^ ses fei den Meistern des Laokoons, diefes fei fo manch!» andery Meistern widerfahren, welche die Kaiser für ihre P«, laste beschäftigt hätten. Ich gebe dieses zu. Aber auch so noch ist es höchst scheinlich, daß Plinius nur von nenern Künstlern svw chen wollen, die in Gemeinschaft gearbeitet. Den hätte er auch von älreren reden wollen, warnm hätte er n«r allein der Meister des Laokoon erwähnet? Warum nicht auch anderer? Eines Snatas uud Kalliteles; eines mokles und T i n> arch! d es, oder der Söhne dieses m arch i d es, von welchen ein gemeinschaftlich gearbeiteter ZV xiter in Rom war. l) Herr Winckelman sagt selbst,daß l) ?>in. I. Z6. sect. 4. v. 10. Numero il- M» von dergleichen ältere» Werken, die niehr als eine« I B>itcr gehabt, ein langes Vcrzeichniß mache» könne. tl Und jPlinius sollte sich nur aus die einzigen ?l g e fa n d e r, Po< !l»dorus und AthenodoruS besonne» haben, wen er sich i nicht ausdrüklich nur auf die neuesien Zeiten hätte einfchräil- ' ki» wollen? Wird übrigens eine Vermuthung um so viel wahrfchein- Nichcr, >e mehrere und größere Unbcgreiflichkcite» sich daraus . ctkläre» lasse», so ist es die / daß die Meister des Laokoon unter den ersten Kaisern gebluhet habe», gewiß i» einem sehr bohrn Grade. Den hätten sie in Griechenland zu den Zeiten, j» welche sie Herr Winckelman sezet, gearbeitet; hätte der zavkoo» selbst i» Griechenland ehedem gestanden: so müßte ticsste Stillschweigen, welches die Griechen von einen, iol- tiodachtet hätten, äusserst befremde». Es müßte äusserst be- srcmden, wen so große Meister weiter gar nichts gearbeitet ! Mten, oder wen Paufanias von ihren übrigen Werken in ^ «»z Griechenland, ebe» so wenig wie von dem Laokoo», ! !» sehe» bekommen hätte. In Rom hingegen toiite das größte Mcisterstük lange im Verborgene» bleiben, uudwen Laokoon i«ch bereits unter dein Angnsins wäre verfertigt worden, 1 >i« dürfte es doch gar nicht sonderbar scheine», daß erst P l i- liius sei»er gedacht, seiner zuerst uud zulezr gedacht. Den mn erinnere sich nur, was er bon einer Venus des Sko- ?»s sagt, die zu Rom i» einen, Temvel des Mars stand: Diejenigen, welche in der Gruve Laokoon fo gern ei- «i Nachahniung des oirgilifchen Laokoo n sehen wollen, »irden, was ich bisher gesagt, mit Vergnüge» ergreifen. Roch jiile mir eine Muthmaßung bei, die sie gleichfalls nicht sehr ? .mßbilligen dürsten. Vielleicht, konrcn sic denk.il, war esZlsi , «ins Pollio, der den Laokoon des Virgil durch grie- Mche Künstler ausführen ließ. Pollio war ein besonderer 1) lS V. 2K. 2) 1^. 36. secl. 4. n. 7 — g. S76 Beilage. Freund des Dichters/ überlebte den Dichter, und scheinet s». gar ein eigenes Werk über die-Ä» eis geschrieben zu hoben. Den wo sonst/ als in einem eigenen Werke nber dieses dicht, könne» so leicht die einzeln Anmerkungen gestanden h»> den, die Servins ansnhrt? l! Zugleich war Pollio ei» Liebhaber und Kenner der Kuust/ besaß eine reiche Samlmiz der treslichsten alten Kunstwerke/ liest von Künstlern seimr Zeit neue sertigeii/ 2) und dem Geschmake/ den er in sein» Wahl zeigte/ war ein so kühnes Stiik als Laokoon, vollkvm- inen angemessen: ut kuil vliluiiienti!- sic cjuo-juc iari l^onuin<'nt.u sua vollni.Z) Docli da das Kabiner des Pollio/ zu den Zeiten des Plinius/ als Laokoon in dm Palaste des Titus stand/ noch ganz unzertrennet an eimi» besonder» Orte beisammen gewesen zu sein scheinet/ so möcht! diese Muthmaßung von ihrer Wahrscheinlichkeit wiederum n, was verlieren. Und warum könre es nicht Titus selbst gethm haben / was wir dem Pollio zuschreiben wollen? Lessinz, 1) v. 7. I. 2. und besonders v. i33. I. 11. Miln durste also wohl nicht Unrecht thun, wen man dasVtt, zeichniß der Verlornen Schriften dieses Mannes mit il> nein solchen Werke vermehrte. 2) ?lin. I. c. 3) I?Iii>. I.Z6. c. 5. sect. n. i o. Beilage m, zur Seite is. Ich werde in meiner Meinnng, daß die Meister des Zaokoon unter den ersten Kaisern gearbeitet haben, wenigstens w alt gewiß nicht sein können, als sie Herr Winekel- man ausgibt, dnrch eine kleine Nachricht bestärkt, die er selbst zuerst bekant machte. Sie ist diele: „ Zu Nettnno, e»emals Antium :e. " 1) Darin wirb Herr Winekel maii wenig Widerspruch finden, daß der An t l> a n o d o ru S in dieser Inschrift kein an« derer als der Athenodorus sein könne, dessen Plinius unter den Meistern des Laokoon gedenket. Athenodorus lind A t h an o d o r us isi auch völlig einName; den die Rlio- dier bedienten sich des dorischen Dialekts. Allein über das, was er sonst daraus folgern will, muß ich einige Anmerkungen machen. Das erste, daß Athenodorus ein Sohn des Agesan- ders gewesen sei, mag hingehen. Es ist sehr wahrscheinlich, nur nicht u n w i d e r sp r e cd l i ch. Den es ist bekant, daß es alte Künstler gegeben, die, anstatt sich nach ihrem Vater zu nennen, sich lieber nach ihre», Lehrmeister nennen wollen. Was Plinius von den Gebrüder» Avollonius und Tanriskus sagt, 2) leidet nicht wohl eine andere Auslegung. Aber wie? Diefe Inschrift foll zugleich das Vorgeben des Plinius widerlegen, daß sich nicht mehr als drei Kunstwerke gesunde», zu welchen sich ihre Meister in der vollendeten Zeit (anstatt des durch bekant hätte»? Diese Jufchrist? Warum sollen wir erst aus dieser Inschrift lernen, was wir längst aus vielen andern hätten lernen können? Hat ma» nicht fchon auf der Statue des Germani- 1) Wie die Note aus S. lS lautet.) 2) l^> 36. c. 5. scct.4. n. lo. 16* 3?8 Beilage. cu§ gefunden? Auf der fogeuaiiten Ver> gotterung Homers: --?»»?!? Auf der bekani,» Vase zu Gaera: c^«!?k? u. f. w. 1) Herr Winckelman kaii sagen: Wer weiß dieses besser als ich? Aber (wird er hinzusezen) desto schlimmer für im Plinius. Seinen» Vorgeben ist also nm so öfter widerspreche», es ist um so gewisser widerlegt. Noch nicht. Den wie/ wen Herr Winckelmaii den Plinius mehr sagen ließe, als er wirklich sage» wollen? Weii also die angeführten Beispiele nicht das Vorgeben dej Plinius/ sonder» blos das Mehr, welches Herr Winekel, man i» dieses Vorgeben hineingetragen, widerlegten? u»d so ist es wirklich. Ich muß die ganze Stelle ansühren. W, n ins will in seiner Zueignungsschrift an den Titns von sei, »em Werke mit der Bescheidenheit eines Mannes sprechen, dir es selbst am besten weiß, wie viel demselben zur Vollkonmw heit noch sehle. Er findet ei» merkwürdiges Erempel in el- »er solche» Bescheidenheit bei den Griechen, über deren »rah> lende, vielversprechende Büchertitel (inscripüones, prvxter ljli»! v»I«. 5. I. >1, und ziehe zugleich die Berichtigung desselben von Gr»< nov (?r!o5. -6 t.g. ^uliem kl.. Z5. scct. >o.) Hier werden zwei verschiedene Gemälde beschrieben/ welche ?lugust » s in dem ueuerbaute» Roch Hause ausstellen lassen. Das zweite ist von, Philvch» res/ das erste vom Nieias. Was Von jenem gesagt wird/ ist klar und deutlich. Aber bei diesem finden sich Schwierigkeiten. Es stellte die Nemea vor/ auf einem Löwe» sizend, «inen Palmenzweig in der Hand/ neben ihr ein alter Man mit einem Stäbe/ L«///a ca//ul?a- ill/« -ie//e/!-5/-t. Was heißt das? über dessen Hauvt eine Tafel hing, woraus ein zircj, spän »iger Wage» gemalt war? Das ist noch die einzige Sin, den man diesen Worten geben kan. Als» war auf das Hauvtgemälde »och ein anderes klii, »eres Gemälde gehangen? Und beide waren »in dem Nicias? So muß es Harduin genommen w be» Den wo waren hier sonst zwei Gemälde des Ni> cias/ da das andere ansdriiklich dem PhilochareZ zugeschrieben wird: iAitur liiin^ lluie titliulT 8UUN1 Iioiiien in Ilunc mulluiu: 0 suisse i rxcir, iu>r»>ll>u5 »> I^ral. ->6 Kcux onici,^, p. 2) Einsnial kani ich aus die Gedanken, daß Plinius, anstatt des vielleicht ei» griechisches Wort geschrieben, welches die Abschreiber nicht Verstanden, ich ineine Wir wissen nänllich aus einer Stelle des Antigonus Carpstius, beim Z e- nobius (conf. (^runov l. Or-NC. pr^l'. 7.), daß die alten Kunstler nicht immer ihre Namen aus ihre Werke selbst, sondern auch wohl auf besondere Täselchen gesezet, welche dem Gemälde, oder Statue angehangen wurden. Und ein solches Täselchen hieß Dieses griechische Wori sand sich vielleicht i» einer Handschrift durch die Glosse: wdell» erkläret; und das llidul» »kam endlich mit i» den Tert. Aus ward und so entstand das taiu/a Nichts ka» zu dem Folgenden besser passen, als dieses ; den das Folgende eben ist es, was darauf stand. Die ganze Stelle wäre alfo ZU lesen: cll/u5 .se Doch diese Correctur, ich bekenne es, ist ein wenig kühn. Muß man deü auch alles verbessern können, was man verfälfcht zu sei» beweisen kau? Ich begnüge mich, das Leztere hier geleistet zu haben, und überlasse das erstere einer geschikrern Hand. Doch nunmehr wiederum zur Sache zurükzukom- 382 Beilage. des Lvsixpus sei»/ sondern er muß in sp ä te r e Zeiten z,: seit werden. Kurz, ich glaube, es ließe sich als ein sehr zuverläßiz,j > Kriteriuni angebe», daß alle Künstler, die das gebrauch,, ^ lange nach den Zeiten Alexanders des Große», kurz««, ^ oder unter den Kaiser» geblühet haben. Von den: Klei inen es ist eS unstreitig; von dem Archelaus ist es liW wahrscheinllch; und von dem Salxion kan wenigstens d«z Gegentheil auf keine Weise erwiesen werden. Und so von im übrigen; den Athenodorns nicht ausgeschlossen. Herr Winckelman selbst mag hierüber Richter sei»! Doch protestire ich gleich im voraus wider den uingekeh» ten Saz. Weil alle Künstler, welche gebraucht, w ter die spätern gehören: so gehören darum nicht alle, die sich des cn-»-/ bedienet, unter die altern. Auch unter den spi- tern Künstlern können einige diese einem große» Mannes« wohl anstehende Bescheidenheit wirklich besessen, und midm sie zu befizen sich gestellet haben. Lesfing. me»; weil Plinius also nur von einem Gem-iide dij Nicias redet, dessen Ausschrist im Aoristo abgM gewesen, und das zweite Gemälde dieser Art das obize j öes LnsiPpns ist: welches ist den nun daS dritte? Das weiß ich nicht. Wen ich es bei einem andern »lim Schriftsteller finden dürfte, als bei dem Plinius, so würde ich nicht sehr verlegen sein. Aber es soll bei dm Plinius gefunden werden; und noch einmal: bei sei» weiß ich es nicht zu finden. j 4 B a n d, 116 S. Die Stelle/ daß Apollo und Bakchus zuweilen in ein er Gottheit verehrt worden, muß das Citat habe»: Uzcrod. öaturnal. I. ig.ig .2l. 2 Band, S7 S. 4 Band, 120 S. u. 5 Band 201 S. Mongez hat in einer Vorlesung bei der Akademie der Inschriften zu Paris im Jahre 1820 darzuthun gesucht, dag die Statue im Vatican, die Winckelman siir Sardana- pal, und Visconti siir den indischen Bakchus hielt, ein Helio gabal u s in svrischer Priestertracht sei, welche Kleidung ihm den Namen des Assyriers, so wie seine Laster die Benennung Sardanapalus zugezogen. Heliogaba- lus glich, dem Herodian zusolge, als junger Man den Statuen des Bakchus uud war daher von großer Schönheit; I der starke Bart der Statue coutrastirt in der That sehr mit den Zügen des Gesichts, und vielleicht hat ihn der Künstler seinem Werke nur gegeben, weil ihn die Antvnine als Philosophen so zu tragen pflegten. Eine Büste des Helio- gabalus im königlichen Muse» der man zur Vergleichung einen ähnlichen Bart angefügt, soll dadurch der Statue des Sardanapalus sehr ähnlich gesehen haben. 4 Band, 12S S. Zoega (Lassirilisvl n. I.) bemerkt, daß der wahre Pluto auf alten Monumenten kein über die Stirn herabfallendes Haar habe, sondern hierin und im Costüm mit Jupiter übereinkomme; auch niemals den Schesfel auf dem Haupte trage, den wo dieser stch finde, sei es Serapis. 5 Band, 7Z u. 7S S. An der Statue der Minerva von Phidias im Parthenon waren die Augen von einem Steine, dessen Farbe der Nachtrag. des Elfenbeins nahe kömt, nur beller und glänzender; dil Minerva im Temvel Nulcaus hingegen hatte bl»»t Augen. Man vergleiche 5 Band, 57? S. 5 Band, 65 u. 306 S. Der Jupiter des Learchus war nicht gegofsi«, sondern gehämmert. Man vergl. 5 Band 490 S. 3 Band, 96 S. u. 5 Band, Z0S S. Damophon auS Messene muß nach der t02 SlW»> ade, also bei 50 Jahren nach Phidias geblüht habe»/ dan vornehmlich für die Städte in Arkadien und Messenien, !i, nach der Schlacht von Leuktra wieder aufgebaut wurden, zl> arbeitet hak. (p-iu^zn. IV. Z i. VII.2Z, VIII.Z>.) Winckit man scheint ihn nur wegen feiner Statuen aus Holzmilm zu fezen; oder nahm vielleicht ohne Noth zwei Künstlers selben Namens an, einen ältern vor PhidiaS, und d,», welcher die geöfneten Fugeu des Elfenbeins am olpmpischln Jupiter zu Elis <0 gefchikt wieder zusammenfügte. IV. Z.. SB. 2K. 20§.) 5 Band, 38S S. Nibb«, Autor der italiänifchen ilbersezung des P» sanias, fucht aus dem jg Buche, 2l und 22 Kapitel dirsl! Schriftstellers darzurhun, daß in dem soaenanten sterbcndiil Fechter einer der Galatier vorgestellt fei, welche in Brennus Unternehmung gegen den Tempel zu Delvhi zv blieben wären. Die straffen, nach Schwedenart hinauf^ strichcnen Haare, der Bart um die Live», das Kämpfcn M! Nüstnug, die Halskette Von Gvlddrath, die man sonst fnr einen Strik gehalten, der lange, uugewolbte Schild mit AK andern geziert, und die Trompete stimmen mit DiodurS Schilderung lV, 27— 29.) der Galatier überein, und dit Stellnng, verglichen mit den Niobiden oder den Kämvfmi aus dem Giebelfelde des Tempels von Ägina ließe viellricht rathen, daß der Marmor einst ebenfalls im Giebelfelde cimi Tempels gedient hätte. Nachtrag. 6 Band, 39 S. Nicht die Statue des Demosthenes, welche die Athe- nienfer ihm gesezt hatte», trug ein Schwert an der Seite, sondern die seines Neffen Democharcs. (plutarcli. vil. X. Auch die Vermuthung, welche Fea aufstellte, daß vielleicht die Statue des Demosthenes aus Marmor, welche in England ist, jener athenienstfchen aus Erzt nachgebildet sei, dürfte Schwierigkeit finden, weil diefe dem Plutarchus zufolge (lZemostli. c. Zi.) die Finger in einander gelegt hatte, und die Marmorstatue eine Rolle in den Händen hält; indessen ließe fich die Ähnlichkeit immer noch, obgleich sie Visconti (Iconogr-xkie x, 1Z7.) gänzlich verwirft, standhaft vertheidigen Winckclman. 6. 17 Inhalt des sechsten Bandes. Geschichte der Kunst des Altertums. Zweites Kapitel ......... 43 Drittes Kapitel ......... 82 Ei lftes Buch: Von der griechischen Kunst unter den Römern 123 — 263 Erstes Kapitel .......... 126 Zweites Kapitel. ......... 166 Drittes Kapitel ......... 2tt6 Zwölftes Buch . 265 — 366 Erstes Kapitel .......... 267 Zweites Kapitel ......... 2^3 Drittes Kapitel ......... 333 Beilage I. .......... 367 Beilage il- . . . . . . . . . . 371 Beilage HI, . 377 Nachtrag . . . . . . . . . . - 383 Zehntes Buch Erstes Kapitel . Seite. L — 122 7 43 Inhalt d er Geschichte der Kunst des Altertums. Der Autor selbst hat seine Geschichte der Kunst des ojlt ertu in s in zwei Theile abgesondert, welche inKavitel und Abschnitte zerfallen; die zwekmäiiigcre Abtheilung ix zwölf B n ch er, in Ka v i te l und Paragraphen rührt hauptsächlich vonCarloFea her; nian hat es aber bei dieser Ausgabe vorgezogen, die Jnhaltstitel der Paragraphen nicht am Rande der Seite» herablausen zn lassen, welches die Einheit des Drukes stört, sonder» zur beguemern Übersicht hier am Ende vor Auge» zu stelle». Band. Seite. Win ckelm ans Vorrede zur Geschichte der Kunst des Altertums . . III- S Win ekel mans Vorrede zu den Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Altertums . . . . . — 33 Erstes V u ch. Von dem Ursprung der Kunst und den Ursachen ihrer Verschiedenheit unter den Völkern. Erstes Kapitel. 5. j. Allgemeiner Begrif dieser Geschichte — 6t — 2 — 3. Allgemeiner Begrif der Kunst bei den Ägvptern, Hetrurtern und Grieche» — — .—4. Anfang, Fortgang und Fall der Kunst bei den Griechen ... — 62 — S. Anfang der Kunst mit der Plastik — — — 6^ Ähnlicher Ursprung derselben bei verschiedenen Völkern ... — 6Z -"7. Altertum der Kunst in Ägvpten, und die Ursachen desselben . . — 65 — L. Spätere, aber ursprünzliche Kunst bei den Griechen. Steine und Säulen die ersten Bilder ... — «7 49» Band. §. ?. Anwachsende Bildung der Figuren: das Haupt . . . . . III. i» — 10. Durch Anzeige des Geschlechtes — ?I — It. Durch Gestaltung der Beine . — » — 12. Ähnlichkeit der ersten Figuren bei den Ägyptern, Hetruriern uud Griechen . — ?! — tZ — 17. Zweifel wider die den Griechen von den Ägyptern mitgetheilete Kunst . — ?! — IS — 19. Fortgang der Kunst in Bildung der Handlung an den Figuren — «I Zweites Kapitel. — I — 2. Erste Materie der Künstler: der Thon, und aus demselben gesormete Statuen — is — 3 — 7. Modelle zu Statuen und erhobenen Arbeiten — S» — s. Gefäße von Thon. , . . — — s. Figuren von Holz .... — »I — 10 — 11. Von Elfenbein . . . . — S» — 12. Von Stein, und anfänglich in dem jedem Lande eigenen — I»Z — 13. Von Marmor, und anfänglich die äusser» Theile der Figur . . — M — 14 — 15. Ferner von übermalten Statuen — !»« — 16. In Erzt — M — 17 " IS. Von der Kunst in Edelsteine zu schneiden — «I — 19. Von Glasarbeiten .... — UZ — 20. Von gewöhnlichem Glase: zu allerhand Gesäßen ..... — - — 21. Zu Tafeln bei Belegung der Fußböden — 11» — 22 — 25. Von vielfarbige», zusammengcsezeten Glaswerken — II- — 26 — 27. Vo» Glaspasten, die über geschnittene Steine geformet sind — II? -wl Band. Seite. ?.!Z— Z?. Von Gefäßen mit erhobene» Arbeiten III. ,20 4 Dtitteö 5t a p i t e l. — 1 — 2. Von den Ursachen der Verschiedenheit der Kunst unter den Volkern: Ein< fluß des Himmels auf die Bildung: — 122 — Z. Überhaupt — —' — 4 — 7. Und auf die Werkzeuge der Sprache — 12Z — S. Bildung der Ägypter . . . — 125 — ? — 10. Der Griechen und Jtaliäner . . — 127 — 11 — 12. Bildung der Schönheit unter einem warmer» Himmel . . . . —>128 — 1Z. Vorzügliche Schönheit der Griechen . — 12? — 14 — 15. Besonderer Beweis davon . . — 1Z1 — 16 — 17. Einfluß des Himmels aus die Den- kungsart: der morgenländischen und mittägigen Volker . . . . — 1ZZ « —18. Der Griechen überhaupt . . . — — — IS. Der ionischen Grieche» . . . — 1Z4 ! —20. Der AthMienser . . . . — — — 21. Verschiedenheit der Erziehung, Verfassung und Regirmig der Volker: — 1Z5 — 22. Der Griechen . . . . — — — 2Z. Der Römer . . . ... — 1Z6 — 24. Fähigkeit der nordischen Völker zur Kunst — 1Z7 — 25 — 26. Nähere Bestimmung dieser Gedanken — Zweites Buch. Von der Kunst unter d e n Ä g y p t e r»/ Phöniziern und Perser. Erstes Kapitel. / —1 — 5.. Ursachen der Beschaffenheit der Kunst dieses Volks: in dessen Bildung . — I4Z 492 Band. S«lk. §. 6 — 7> In dessen Charakter - - . III. u? — s — ill>. In dessen Gesezen/ Gebräuchen, und in der Religion . . . . — iZZ — tt. In dessen geringer Achtung für die Künstler — i5? — l2- In der Wissenschaft der Künstler . — ttj Zweites Kapitel. — j. Von dem Styl derKunst der Ägypter — UZ — 2. Der ältere Styl der Zeichnung des Nakenden und deren Eigenschaften . — — Z — 6. Im Allgemeinen . > . . — - —> 7. Betrachtung der verschiedenen Theile des Körpers: der Kops; . . - — M — 8 — S. Die Hände und Füße - . . — IN — jll, Erinnerung über die Betrachtung ägyptischer Figuren . . . - — l?Z — tt> Besondere Gestaltung der Figuren ih> rer Gottheiten: . . . - — — jZ — 1Z. Der Gottheiten mit dem Kopse eines Thiers; , ' - - - . — M — 44. Der Gottheiten in menschlicher Figur — M —15. Gottheiten auf Schiffe gestellt . . — M — <6. Bon Svhinren . . . . li-i ,— t? — 20. Zeichnung bekleideter Figuren . . — ti? — 2t — 24. Bekleidung des Hauptes; , . —- M — 25. Der Füße — M — 26. Ohrgehänge und Armbänder . . — AZ Drittes Kapitel. — j. Bon dem folgenden und spätern St»i der ägyptischen Kunst: Zeichnung des Nakenden und dessen Eigenschaft ^93 Band. Seite. Besondere allgemeine Anmerkungen III. 205 4. Zeichnung bekleideter Figuren . — 207 6. Der Mantel — 20? Mantel der Isis insbesondere . — 2la Nachahmung ägyptischer Werke: allgemein; — — tl. Beurtheilung besonderer Werke in Absicht der Zeichnung: Statuen; . — 2l2 tZ. Erhobene Werke; . - . . — Zl6 Kanopen; — 2IS geschnittene Steine . . . — 2l? In Absicht der Bekleidung . . — 220 Viertes Kapitel. z. Der mechanische Theil der ägyptisch! Kunst: von der Ausarbeitung ihr Werke; ihrer Statuen; . 5. Der cingehauencn Figuren und d erhobene» Arbeiten Bon der Materie, in welcher die ägy tischen Kunstler gearbeitet haben: gebraiiter Erde; In Holz; .... In Steine; . . . . Der Granit; .... tl. Basalt Vom Porphyr; zwo Arten desselbe Statuen aus Porphyr 5 6, Untersuchung von dem Lande nnd i> Erzeugung dieses Steins Bearbeitung des Porphyrs Ägyptische Breecia. Von Marmor; ... Von Plasma di Smeraldo; 17 " 222 226 22» 22? 2Z0 - 236 > 240 243 - 245 - 246 - 24g 494 Band. S-ite. §. 21. Arbeiten in Erzt .... in. zz, — 22. Malerei: der bemalten Mumien: . 2ZZ « — 2Z. Der bemalte» Paläste und Säulen . — zzj ^ — 24 — 25. Schluß dieses ersten Abschnittes. — Miinzen . . . . .^-255 Fünftes Kapitel. Von der Kunst unter den Phöniziern und Persern. — 1. — 2. — z. — 4- — 5. — 6. — 7. — 8. — S — 1l ' — tZ. ^ t/k. — 15 — 17 — 1? — 2l. — 22 Von der Kunst der Phönizier und von der Natur des Landes . ' . — zzz Bildung der Einwohner . . . — ^ Von ihren Wissenschaften . . — M Pracht — A» Handel — AI Von Bildung ihrer Gottheiten > — W Von Werke» ihrer Kunst . . — — Kleidung . . . . . — M 10. Von der Kunst unter den Juden , — ZtZ 12. Von der Kunst der Perser und ihren Denkmale» . . . . » — N6 Von der Bildung der Perser . . — W Ursache» des geringen Wachstums der Kunst unter ihnen . . . . — M 56. Ihre Kleidung . . . . — ^ IS- Vou ihrem Gottesdienste . . — Z7l 20. Von ihrer Baukunst . . . — M Von der Kunst bei den Parthern . — 2?- 25. Allgemeine Erinnerung über die Kunst der Ägvvttr/ Phönizier und Perser — 2?Z 496 Drittes Buch. Von der Kun,r der Hetrurier und ihrer Nachbarn. Erstes Kapitel. Band. Seite. §. I — Z. Inhalt. Geschichte der Hetrurier insbesondere- Beförderte Aufnahme der Kunst in Hetrurie» durch die Kolonien der Pelasger III. 2SZ 4 — 7. Beweis desselben aus der griechischen Mythologie und Heldengeschichte/ die auf hetrurischen Denkmalen vorgestellt stnd — 2S6 8 — 10. Bergleichung der Umstände in Hetru- rien nach dem trojanischen Kriege mit denen in Griechenland — 2?« U — 14. Betrachtung der Eigenschaften und der Gemüthsart nebst den nachfolgenden Umständen der Hetrurier Zweites Kapitel. — 2SZ — t — 2. Anmerkungen über die den Hetrurier» eigene Abbildung der Gotter und Hes- den: der Götter im Allgemeinen — 2?? — z. Götter und Genien mit Flügeln — zoa — 4- Gottheiten mit dem Vlize bewafnet. — Z0Z — 5- Einzelne Götter: mänlichen Geschlechts — 304 — 6. Weiblichen Geschlechts — 307 — 7. Anzeige der vornehmsten Werke hetru- rischer Kunst .... — Z10 — S — Kleine Figuren in Erzt und Thiere — Zlt — to. Statuen von Erzt; — ZlZ — N — 12. Von Marmor .... — ZtS /lS6 Band. Seite. 16. Erhobene Arbeite» . . . III. zzz IS. Geschnittene Steine . . . — zzz j 21. Eingegrabene Figuren in Erzt . — z,j» Ordnung der angezeigeten hetrurischen ^ Werke nach ihrem Alter . . —- Z41 1 26. Gemälde in betrurischen Gräbern und bemalete Urnen. — Von einer erdichteten Nachricht, hetrurische Urne» von Porphyr betreffend . , . . — ZP Drittes Kapitel. Betrachtung des Styls der hetrurischen Künstler. Allgemeine Erinnerung. Verschiedene Stufen und Zeiten desselben . . . . . - — Z-i? s Der allerälteste Sti>< . . . — Z5I 6. Der ältere Styl und dessen Eigenschaften ^ ZZl S. Anzeige des Übergangs aus diesem St»l in den folgenden . . . . —- Z5j ' 14. Der zweite St»l und dessen Eigenschaften: im Allgemeinen . - —Z!7 Vergleichung dieses St»ls mit der Zeichnung toscanischer Künstler . . — ZiZ ? IS- Von der Bekleidung hetrurischer Figuren — Viertes Kapitel. Von der Kunst der mit den Hetrn- riern gränzenden Völkern. — t — 5. Der Samniter; . - . . — Nt z — 6— 7. Der Camvaner/unter welchen die Griechen die Künste einführten . . — M , — L. Werke der Kunst: Münzen; . . — j §. 13 — — 17 ^ — 20 — — 22. — 2Z — — I- — 2. — 10 — — IS. — 16 —< Band. Seite. ?. Canipanische sowohl als griechische Gesäße von gebrauter Erde . . III. 373 1l> — 11. Widerlegung der gemeine» Meinung, daß dieselben hetrnrische Arbeiten seien — — 12. Camvanische Gesäße insbesondere , — 377 IZ. Griechische Gesäße .... — 378 14. Die mit griechischer Schrift bezeichnet sind — — t5. Samluug von Gesäßen beiderlei Art, theils in Neapel gcmachet, theils in Neapel befindlich: . . . . — 380 16. Die Gesäße der vaticanischen Bibliothek — 17. Mastrillische Gesäße . . . — 38t 15. P o rein a r l sche Samlung . . — ZS2 19. Gesäße des Duca N o j a . . — —> 20. Hamiltonische Saiulung . . — — 21 — 22. Andere Samlungcn solcher Gefäße . — 384 23. In Sicilien befindliche Gefäße: . — 385 24. Zu Girgeuti; . . . . — — 25. Zu Catanea — 386 26. Erklärung hierüber . . . — Z87 27 — 30. Gebrauch dieser Gefäße: . . — 389 ZI. In öffentlichen Spielen . . . — 393 32. Zum Zierat besinnt . . . — Z94 33. Malerei und Zeichnung derselben . — 396 34. Malerei dieser Gefäße . . . — 397 35. Zeichnung der Gemälde aus denselben — 400 36 — 42. Beschreibung eines Gefäßes derhamil- toNischen Samsung . . . — 403 43 — 46. Anzeige einiger Figuren aus der Insel Sardinien . . . . — 406 Winckelmaii. 6. 18 69« Viertes Buch. Von der Kunst unter den Griechen. Erstes Kapitel. Von den Gründen und Ursachen des' Aufnchmcns und des Vorzugs der griechischen Kunst vor andern Völkern. Band. Seite. §. il — Einleitung IV- ? z — L. Der Einfluß des Himmels in Wirkung der vorzüglichen Bildung dcr Griechen; — z — 9 — 12. In ihre gutige und fröhliche Gemüths- art — — 1Z. Von der Verfassung und Negirung un< rer den Griechen, unter welcher be> trachtet wird die Freiheit . . — jz —^ Die Belohnung der Leibesübungen und anderer Verdienste mit Statue» . — — — lZ. Verehrung der Sratuen . . . zg — 4 6 — 17- Fröhlichkeit der Griechen als die Ursache der Feste und Sviele . - — ZI — tS — 22. Die aus der Freiheit gebildete Deu- kungsart . . . , . — Zj — 2Z — 27. Die Achtung der Künstler . . — ZZ 2S. Die Anwendung der Kunst . . — Zi — 2S — ZV. Von der verschiedenen Reife der Bildhauerei und Malerei unter den Griechen — Zs — Zl. Von dem verschiedenen Alter der Malerei und Bildhauerei . . . — ZI — 32 — 3Z. Ursache des Aufnehmens der Malerei — - i» — Z4. DieKuust in ganz Griechenland geübt — -il 3ös Zweites Kapitel. Von dem Wesentlichen der Kunst. Band. Seite. j — 6, Eingang IV. -52 7. Von der Zeichnung des Nakcnden, welche sich gründet auf die Schönheit — >44 z — Von der Schönheit: Allgemein »nd zwar der verneinendeBegrisderselbe» — 45 zg — 2-i. Der bejahende Begris derselben > — 5S 25 — 27- Die Bildung der Schönheit in Werken der Kunst: die individuelle Schönheit . > . . . - — 62 2 'z — Z2. und insbesondere der Jugend . . — 64 ZZ — ZZ. Die idealische Schönheit aus schönen Theilen einzelner Menschen gesormet — 6S z6 — zy. Besonders von Verschnittenen und Hermaphroditen — 72 40. Durch Gestalten der Thiere bezeichnet — 7il Fünftes V u ch. Erstes Kapitel. i — Z. Bildung jugendlicher Gottheiten . — SZ 4. In mänlich jugendlichen Gottheiten die verschiedenen Stufen der Jugend . — SS 5 — 6. Die Sat»rs oder Faune/ die jungen Satyrs . . . . — L? 7 — 10. Die älteren Sati>rs oder Sileni nebst dem Pan , . . > — S2 ll — 5 5. Die Jugend und Bildung des Apollo;—-eines schönen Genius in der Villa B 0 r g hese . . . . — S? 400 Band. Sei,?. §. IS — 17. Die Jugend anderer Götter: desMer- curius IV, toz — IS. Des Mars — jgz — IS— 20. Des Herkules . . . . — ilo — 21 — 24. Die Jugend verschnittener Naturen: im Bakchus . . . . — tjz — 25 — 26. Und zugleich von dem bärtigen Bakchus —II» — 27 — 2S. Schönheit der Gottheiten inänlicheu Alters: und dcr Unterschied eines menschliche» und vergötterten Herkules . — IZI — 2? — 35. Des Juviters, uud insbesondere des Seravis und des Pluto, imglei- chen des Serapis und der Centauren . . . . . — izz — 36 — 37. Das Neptuuus . . . . — IZj — ZS. Und der übrigen Meergötter . . — IZ7 — ZS — 41. Begris der Schönheit in den Figuren der Helden. Wie derselbe ist und sein soll — IZ) — 42 — 43. Tadel des Gegentheils in Figuren der Helden — t-il — 44 — 45. In Figuren des Heilandes . . — UZ Zweites Kapitel. — I — 2. Begris der Schönheit in weiblichen Gottheiten — 145 — 3 — 4. Dcr Göttiucn;— der obern Göttinen; — dcr Venus; die mediceische Venus und andere dieser ähnliche — IiS — 5. Dcr Blik der Venus . . . — IZZ — 6 — 7. Bekleidete Venus . . . — -- — S. Pallas . . . . . — IZS — S. Diana . . . . . — 1S0 401 Band. Seite. Ceres . Pr oserpi na Hebe Die untern Göttinen Die Gratien Die Hören . Die Numvhe» Die Musen . Die Parcen Die Furien Die Gorgonen . ?2>Die Amazone» . Schönheit der Bilder bestickter Personen . . . . . . -- 1S4 Jdealische Bildung der Thiere. . — 185 Schönheit weiblicher Larven . . — 1S7 27. Schluß der allgemeinen Betrachtung der Schönheit der Bildung . . — 1SS Drittes Kapitel. Bon dem Zlusdruke der Schönheit, sowohl in Gebärden als in derHandluug — 1?i Erklärung und Bestimmung des Worts Ausdruk — — Grundsäze der Künstler im Ausdruke: die Stille und Ruhe/ an und für sich — 1?2 Mit dem Ausdruke vereiniget/ — der Leidenschaften . . . . — j?Z Die Sittsamkeit; allgemein . . — —. Die Figuren von Tänzerinen . . — Ausdruk in göttlichen Figuren; der Ziuhe und Stille . . . — 1?S Im Jupiter . . . . — 1-17 IV. 162 — 163 — 1S4 — 166 — 16? — 171 — 17Z — 174 — 17» Band. Sei». IM Apollo . . . . . — ,zz Von dem Stande der Figuren; Wohlstand mänlicher Figuren . . — — 15, Ausdruk in Figuren aus der Helden- seit - 2l>i j7. Des weiblichen Geschlechts der Helden- Zeit — 2S? Ausdruk in Personen von Stande . — 2»z 2l. Bür»er>iche Gestalt römischer Kaiser auf ihren Derkmalen . . . — 2ls Allgemeine Erinnerung über den Ausdruk ausgelassener Leidenschaften . — 2l2 24. Von dem Ausdruke in den melireste» Werken neuerer Künstler;— allgemein — Nergleichung alter und neuerKnnstler in der Aetion . . . — 2l? Zugabe von Erinnerungen über die Veariffe der Schönheit in Werken neuerer Künstler — 2lS Unwissende urtheile . . . — 2lS Vorzüae der neuern Malerei . . — 222 Gegenwärtiger Bildhauer zu Rom Nachahmung alter Werke . . — 225 Viertes Kapitel. 4. Von der Proportion; — allgemein . — 22t Beurtheilung des NitruviuS über die Proportion der Säule . . — 2ZZ Proportion an Köpfen der Figuren . — 221 Genauere Bestimmung der menschlichen Proportion . . . . — 2ZZ Mängel in der Proportion alter Figuren — 2ZZ t2. Genauere Bestimmung der Proportion, -ioz Band. Seite» sonderlich in Absicht auf daSMaß des Fußes/ wo die irrigen Einwendungen einiger Scribcute» widerlegt werden IV. 2Z4 Bestimmung der Proportion des Gesichts, für Zeichner. . . . — 2Z7 t6. Von der Composition . . . — 2ZS Fünftes Kapitel. z. Von der Schönheit einzelner Theile des Körvers . . . . — 145 Des Hauptes/ und insbesondere des Profils des Gesichts . . . — 246 6. Die Stirn . . . . . — 247 S. Die Haare auf der Stirne; — jjber. liauot ...... — 24? Des Herkules . . . . — 2Zt Alexanders des Großen . — 25Z Widerlegung der Benennung eines Kopfs aus einem geschnittene» Steine — 254 Falscher Grund dessen Benennung . — — Ähnlichkeit dieses Kopfs mit dem Herkules . . , . . . — 256 Abbildung des Herkules bei der S m> phale in demselben . . . — — Beweis hiervon aus der Tracht der L»dier -^257 t8. Erklärung des Gemäldes auf einem Gefäße von gebrauter Erde . . — 25Z Von Kövfen des Hnllus . . — 26l Die Augen: die fchöue Form derselben überhauvt . . . . — 262 In der Kunst an idealifchen Köpfen — 26Z Augen der Gottheiten . . . — 265 Die Augenlieder . . . . — 266 404 Band. Seite. §. 24. Die Augenbraunen;— die Eigenschaft ihrer Schönheit .... IV, 267 — 25. Widerlegung der zusammengewachsenen Augenbraunen 26S — 26. Der Mund — 2s> — 27 — 2S. Das Kin — 27Z — 2Y. Die Öhren überhaupt — 275 — ZV — 3S. Nittger - oder Paukratiaslenohren — 27« — 36. Haare ...... — 2Z5 — 37 — 38. Verschiedenheit der Haare der alten und der neuen Künstler . — — — ZS. Von Haaren der Satyrs oder der Faune — 2S7 — 40. Haare desAvollo und des Bakchus — zzz — 4t. Haare junger Leute — — 42. Farbe der Haare .... — 2»? S echsteS Kapitel. " 1. Von der Schönheit der ausser» Theile der Figur — 2?l z. Der Hände ..... — ??Z — 3 — 5. Die Beine, Knie und Fuße -. -SZ — 6. Die Brust mänlicher Figuren . . — 2SZ — 7 — L. Weiblicher Figuren — 2» — ?. Warze an der Brust des irrig söge- »anten Antinous im Bewedere . — 2?, -- tv — t2 Der Unterleib .... - - — 43 — 17. Allgemeine Erinnerung über diese Abhandlung — 3VI — t8 — 24. Bon der Zeichnung der Figuren der Thiere von griechischen Meister» — Z0? §. t — z. — — 5. — 6. — 7. — S. — ?. — ll>. — U. — t2. — 43. — — 15. — 56. ^ 17 — t? — 22. — 2Z. — 24. IV. Zj? — Z20 Z22 Z24 Z27 Band. Seite. — 2. Zeichnung bekleideter griechischer Figureil '. . . . ^ Des weiblichen Geschlechts Von dem Zeuge der Kleidung/ aus Leiuewand und aus anderm leichten Zeuge Aus Baumwolle . . . Aus Seide ..... Aus Tuche Aus goldenen Stiiken Farbe der Kleidung der Gottheiten > Der Könige, der Helden und Priester In der Trauer .... Von den Arten und derForm der Be> kleidnng des Leibes Von dem Unterkleide, Ärmel an der Kleidung der theatralischen Figuren Von der Schnürbrust Von dem Note: der vierekichte Nok Mit engen genäheten Ärmeln . — äS. Von der Vesejung des NokS . — 2l. Von, Aufschürzen des Roks und insbesondere von dem Gürtel Von dem Gürtel der Venus Von Figuren ohne Gürtel Von dem weiblichen Mantel und besonders von dessen zirkclrunder Form. Von dein großen Mantel ll8 * Z2S ZZ« 3Z2 ZZ4 — ZZ6 — 3Z7 — ZZS — Z-il — Z4S — — ZSZ SV6 Band. Seite. §. 25 — 26. Von den üuästchen an denselben IV. ZZZ — 27. Mantel der Isis . ZZ5 — 2». Juno mit einer Löwenhaut bedeket — ZZ7 — 2?. Von der Art, den Mantel umzuwersen — ZZ8 — Zl>. Von dem dopelten Mantel der Cy> »iker ...... ^ Z5? — Zt. Fernere Anzeige des Wurss der Mäntel . . . . — Zö» — Z2. Von dem kurzen Mantel griechischer Weiber ^ Z6Z — ZZ — 34- Vernieinete Schleier der Vestalen . — Z«Z — ZS. Von dem Zusammenlegen der weiblichen Kleidung . . » , — N5 Z weites Kapitel. -- i. Von Bedekung und Bekleidung der übrigen Theile des Körpers — Zts — 2. Der Schleier .... — - — Z. Haube betagter Weiber . — ZN — -i. Der Hut ..... - Z — 6. Bekleidung der Füße z?z — 7°. Von dem Sckimuke und der Zierlichkeit des weiblichen Anzugs: der Kleidung ...... — Z7? — s. Der Sckmuk derselben — — — s. Die Zierlichkeit oder die Gratis des Anzugs — M to -- tZ. Von dem übrigen weiblichen Schmu- ke: des Kovss; der Haare — — Schniuk über der Stirne — ZSZ — 17. Der Arme ..... — M — IS. Der Beine — ZSi! — t?. Gloke am Halft der komischen Muse — ZI? 4 407 Drittes Kapitel. Band. Seite. j — 2. Von bekeideten Figuren maillichen Geschlechts . . . . . IV. zss z. Bekleidung des Leibes; das Unterkleid — — 4. Dessen Form — 400 5. Hosen ...... —'403 6. Mantel: Der kurze Mantel . — 405 7. 8. Cblamys . . . . . Chlaina . . . . . — 402 — 407 S. Das Paludamentum — 40S 10 — 11 Der längere Mantel — 410 IZ — t3. Die römische Toga — 4lZ 14. Linctus (-llliinus der Toga . . — 416 15. Schurz der Svserpriester . — 417 16. Zieraten . . . , . — 41S 17. Bekleidung der äussern Theile des Körpers ...... IS. Der Hut . . . . . — 41S 1? — 20. Das Haupt mit der Toga dedeket . — 422 21. Bekleidung der Fuße 42Z 22. Die Sohlen . . . . . — — 23. Die Schuhe . . . . . — 424 24 — 25. Handschuhe . . . , . — 426 26. Bewahrung des Körpers > — 427 27. Bon dem Panzer . . , — — 2S. Bon dem Helme . » . . — 42» 2S. Bon der BeimMung — — Z0. Schwert an Statuen — 42? Zt. Der gesutrerte Schild der Pallas . — 430 32. Römische Fasces . . . . — — 33, Allgemeine Betrachtung über di« Zeichnung bekleideter Figuren — 43 l 408 Band: Seite. 34. Vergehen neuerer Künstler in der Kleidung . . . . . .IV. 4Z2 Siebentes V u eh. Von dem mechanischen Theile der griechischen Kunst. Erstes Kapitel. — ?. — i. 2. — 3 — 5. — 6 — L — — 12. — 13. — 14. — IS — — 19 — — 22 ^ — 24 — — Zll. — ZI — — ZZ — — 35 — Einleitung . . . . . V, ? Von der Materie allgemein . . — — Arbeiten im Thone . . . — z Im G»vse — 1Z Im Elsenbeine und im Silber. Erklärung des Worts Toreutice > — IZ II. Arbeiten in Stein. Vom Marmor und dessen Arten . . . . — U Von der Ausarbeitung. Statuen gewohnlich aus einem einzrgen Stiike. — Zl Erste Anlage derselben . . . — ZZ Hältniß freistehender Glieder an alten Figuren — ZZ IS. Lezte Hand, die den Statuen entweder durcli die völlige Glätte, oder mit dem Eisen selbst gegeben worden . — Z-l 21. Arbeiten in Alabaster . . . — Zl 2Z. In Basalt . . . . . ^ ZZ 2S. In Porvlmr; und besonders von ausgedreheten Gesäßen . . . — ZS Von der erhobenen Arbeit . . — 4! 32. Von der Ergänzung alter Werke . — 46 34. Betrachtung über die Zeit solcher Ergänzungen — 3?. Bon geschnittenen Edelsteinen . . 5» Band. Seite. §. 40- Anzeige der schönsten geschnittenen Steine . . . . . . V. 56 — 4t. Tiesgeschnittener Köpfe . . . — — 42. Figuren — 57 4Z. Erhoben geschnittener Steine. Köpfe. — 5S — 44. Figuren . . . . . ^ Zweites Kapitel. 1. Von der Arbeit in Erzt . . — 6l — 2 -- Z. Von der Zubereitung des Erztes zum Gusse — — — 4. Von der Form, in welcher gegossen wurde — 63 — 5 — 6. Von der Art zu gieße» und den Guß zusammenzusezen . . . . — 64 — 7. Von dem Lothen . . . . — 67 — 8. Von eingelegter Arbeit in Erzt . — 6S — S. Von der grünlichen Bekleidung des Erztes . . . . . . — 6? — tg. Von der Vergoldung allgemein . — 7t Von zwo Arten derselben . . — 7Z — 12. Von der Vergoldung aus Marmor — 74 — 13— t5. Eingesezete Augen . . . . — 75 — 46. Anzeige der besten Figuren und Statuen von Erzt . . . . — 7S 17. In dem hereulanischen Museo . — 7? 18 — 20. Zu Rom; in den Palästen und Museis . . . . . . — Ll 21. In den Villen und sonderlich in der Villa Alban« . . . . — 87 22. Zu Florenz . . . . . Sa 23. Zu Venedig . . . . . — 24. Zu Neapel . . . . . — Winckelman. 6. 19 ll. Band. Seite. §. 2Z. In Spanien . . . . . V. ^ — 26. In Deutschland .... — — 27. ' In Engeland . . . . — — 28 — 32. Von der Arbeit aus Münzen . . — Drittes Kapitel. Von der Malerei der Alten. — t — 2. Einleitung ..... — — 3 — Von entdekten alten Gemälden auf der Mauer. In Nom, von welchen sich nur Zeichnungen erhalten haben . — — 5 — Wirklich in Rom erhaltene alte Ee> niälde — — l5. Von Gemälden des herculanische» Musei — — lS — <7. Anzeige einiger der größten Stüke — — lS — 23. Besondere Beschreibung vier kleiner Gemälde — — 24. Von andern Gemälden dieser Art . — — 25 — 26. Beschreibung zwoer der schönsten Gemälde eben dieses Musei/ die in dem Tempel der JsiS zu Pompeji entdekt worden — — 27. Von den Gemälden in den Grabmälern bei Corneto . . . . — — 2S — 32. Beschreibung der Gemälde, welche neulich ausser Nom an einem noch uube- kanten Orte gesunden worden . . — — 3Z. Von der Zeit, in welcher die mehre- sten der angezeigten Gemälde gemacht worden ...... — — 34. Sb die Meister derselben griechische oder römische Maler gewesen . . — -5ii Viertes Kapitel. Band. Seite. 1, Von der Malerei selbst und insbesondere von dem Colorit. Von der Malerei, die Mouochroma hieß . V. 14? 2. Die mit Weiß gemalet war und Erklärung de§ Aristoteles . . — 15ll z. Die mit Roth gemalet war . . — 151 4. Monochromata auf Gefäßen von gebrauter Erde . . . . — — Z. Von dem Hauptton in dem Colorit — 152 6 — 14. Von der Art und Weise der Malerei auf der Mauer insbesondere . . — — 15. Von bemalten Statuen . . . — 160 16 — 17. Von dem CharaktercinigeraltenMalcr — 161 IS. Von der Malerei in Musaico . . — 164 1? — 20. Von dem Gebranche des Musaico . — 165 Achtes Buch. Von dem WachStume und dem Falle der griechischen Kunst/ in welcher vier Zeiten und vier Style können gesezt werden. Erstes Kapitel. 1. Einleitung ..... — 171 2. Allgemeine Betrachtung über die St»le in der gricchifchen Kunst . . — — Z — 4. Der ältere St»l, und Verglcichung desselben mit der Schreibart icncr Zeit — 172 5 — 10. Denkmale desselben: auf Miinzen . — 174 412 Band. Seit«. §. 11. Auf einem geschnittene» Steine . V. tsi — 12 — 14, Auf Werken von Marmor . . — isz — 15 — 18. Eigenschaften dieses ältern St>>ls . — I»? '— IS — 26. Erinnerungen über Nachahmungen des altern Styls . . . . . — 154 Zweites Kapitel. - 1 — Z. Der hohe Swl und dessen Eigenschaften —206 - 4. Übrige Werke desselben in Rom . — 21 l -5 — 6. Der sckone St»l und dessen Eigenschaften . . . . . — 2iZ 7 — 8. Die Flüssigkeit der Zeichnung . . — 21Z - S — 12. Und sonderlich die Gratis . . — 2lZ -13 — 15. Die erste und erhabene Gratis , — 2i7 -16 — 24. Die iwote und gefällige Gratis . — 222 - 25 — 26. Anzeige zwoer Statuen als Muster der erhabenen und gefällige» Gratis — 2ZS - 27 — 2?. Von der Kunst in den Figuren der Kinder , , . . . . — 2Z0 Drittes Kapitel. 1 — 2. Der St»l der Nachahmer und die Abnahme und der Fall der Kuust angefangen durch die Nachahmuug Durch Fleiß iu Nebendinge» . 7. Muthmaßung über die Bemühung einiger Künstler/ aus dem cingcrissenen Verderbniß in der Kunst zuriikzukchrc» Von dc» Kenzeicken des Styls in der Abnahme der Kunst Von der großen Menge Porträtkovse gegen wenig Statuen aus dieser Zeit z — 5 — S. /l13 Band. Seite. Niedrige Begriffe Von der Schönheit in der lezten Zeit .... Von den Begräbnißurnen, weiche beinahe alle aus spätern Zeiten sind . Von Werken, die ausser Rom in an> der» Städten des römischen Reichs ge> arbeitet worden .... Von dem gute» Geschmake, welcher sich auch in dem Verfalle der Kunst erhalten bat — j4 — t6. Beschluß dieses Kapitels. Von einem ausserordentlichcn Denkmale fremder und ungcstalrer «unst von griechischen Künstlern verfertigt — 17 — 20. Wiederholung des Inhalts — N. -t2. - jZ. V. 24» — 249 — 2ZZ 254 — 25S — 260 Viertes Kapitel. Von der Kunst unter den Römern. — i — 2. Untersuchung des römischen St»ls in der Kunst — 264 — Z — 4. Von Werken römischer Bildhauer mit römischen Inschriften . . . — 26? — 5. Mit dem Namen der Bildhauer . — 27a — 6. Von der Nachahmung hetrurischer und griechischer Künstler . . . — 27t — 7. Insbesondere in Absicht der erster» aus einer Vase von Erzt gezeigt . — 272 — 8. Irrige Meinung von einem besondern St»le in der Kunst. Aus falschen Erklärungen . . . . , — 274 — ? — lv. Aus übel verstandener Ehrfurcht gegen die griechischen Werke . . . — 275 — N — jZ. Geschichte der Kunst in Rom. Unter den Königen — 277 — 14 — tS. In den ersten Zeiten der Republik , — 27? 414 Band. Seite. §. — 25. Nach dem zweiten xunischen Kriege . V. 2S5 — 26 — 30. Nach Eroberung von Makedonien . — 2LS Neuntes Buch. Die Kunst des Altertums nach den Aus fern Umständen der Zeit unter den Griechen betrachtet. Erstes Kapitel. — j — 2. Vorbericht ..... — 2S7 — 3 — It. Von der Kunst der ältesten Zeiten bis aus den Phidias, Verzeichniß der berühmtesten Kunstler dieser Zeit . — 2S8 — 12 — 13. Schulen der Kunst: zu Sicyon . — 317 .— 1/s. Zu Korinth . . . . . — 32 0 — IS. In der Insel Ägina . . . — 321 — 16. Von den Umständen in Griechenland kurz vor dem Phidias in Absicht der Verfassung .... — 323 — 17. Von den übrigen ältesten Werken der Kunst aus dieser Zeit . . . — 325 — IS — IS. Älteste Münzen . . . . — 326 — 20. Vorbereitung und Veranlassung zu dem Flore der Künste und Wissenschaften durch Athen. Befreiung der Athcni- enser von ihren Tyrannen . . — 32Z — 2t. Siege der Athenienser über die Perser — Z2S — 22 — 2^. Wachstum der Macht und des Muths der Athenienser und anderer Griechen — 33a »— 25 — 26. Der hierdurch veranlaßte Flor der Künste und Wissenschaften . . — 333 — 27. Ausnehmen der Baukunst »nd Bild- zz. — Z4. Band. Seite. Wiederaufbauung der . V. ZZ5 . — ZZ7 Falsche Münze des T h ein i st o k l e s — Z42 Brustbilder des Herodotus und des Hauerei durch zerstöreten Stadt Athen §. 25 — Z2. Künstler aus dieser Zeit Euripides — Z4Z Zweites Kapitel. t — 2. Z - s. — to. Von der Kunst von den Zeiten des Phidias an bis auf Alexander den Großen Von dem velovonnestschen Kriege Allgemeine Betrachtung der Kunst in dieser Zeit Künstler dieser Zeit -tl— t4. Pliidias . . . . , 15. A l k a m e n e S . , , . -16 — tS. Agorakritus , . . . - IS. Flor der Poesie und der Kunst während dem velovonnestschen Kriege - 20. Werke der Kunst und Künstler in dem Peloponnestschen Kriege . -2t — 24. P o l» k l etu s -25. Skopas - 26 — Zt. Von der Niobe - Z2. Ktesilaus -ZZ — Z6. Bon dem vermeinten sterbenden Fechter - Z7. M » ron - ZS — 40. Zweifel über dessen Alter -4t — 42. Schüler des M»ron -4Z — 44. Widerlegung der Meinung/ das, die Bergotterung des H o m erus aus dieser Zeit sei . . . , . Z4S Z4» — Z54 — Z5S — Z62 — Z6Z — Z67 Z6? — Z70 Z75 ^ Z77 — Z87 — ZSS — ZSZ — ZSS — 4llZ 4ö> » W 416 Band. Seite. Drittes Kapitel. §. l — 2. Sciiiksale der Kunst durch das Unglük von Athen in diciein Kriege und in der wiederhergestellte» Freiheit dieser Stadt . . . . . . V. 4tl> Kunstler auS dieser Zeit . . . — 4tl 5. Kan a ch u §. Untersuchung über dessen Alter und St»l . . . — —> Von dessen Avollo mit einem Nim- bo aus dem Haupte > . . — 4tZ Naueydes — 415 Dinomenes . . . . — 4t 6 Patrones . . . . 4t7 tt> Nach dem velovonnesischen Kriege vor der Schlacht bei Mantinea . . — 4tS tZ. Künstler aus dieser Zeit . . . — 420 Nach der Schlacht bei Mantinea . — 42Z t S. Künstler dieser Zeit: Praritelesin der Bildhauerei .... — 424 22. In der Malerei Pamvl> ilus . — 4ZZ Eupkranor . . . . — 4Z6 Parrhasius . . . . — 4Z? 26. Zeuris . . . . . — 44t . — 444 — Z. — 6. — 7. — S. — S. — to — — t2 — 14. — t5 — — 20 — — 23. — 24. — ?Z — " 27 — ZV. Nicias Zehntes Buch. Erstes Kapitel. — t — S. Von der Kmlstunter Alerand er dem Großen . . . . „VI. — 6 — to. Bildhauer und Steinschneider: L>>- sippus . . . . . — 417 Band. Seite, §.11— 17. Age sa nder , Polydorus, und Athenodorus, und von ihrem Werke La vk von . . . . V7. 16 — 18— 21. PyrgoteleS . . . . — 24 — 22 — 23. Maler: Axel l es . . . — 2? — 24. Aristides — 31 — 25. Proto genes . . . , — — — 26. Nikomachus . . , . — 30 — 27 — 28. Von Bildnissen Alexanders des Großen . . . . . — — — 2? — 30. Koxse — 34 — 31. Statuen — 36 — 32 — 33. Dessen Geschichte auf erhobenen Werken gebildet — 3S — 34 — 35. Von Bildnissen des Del» osthenes. — 3S Zweites Kapitel. — 1. Von der Kunst nach Alexanders des Großen Zeiten unter den nach- - sten Nachfolgern desselben . . — 43 — 2. Antheil der Begebenheiten in Griechenland an der Kunst . . . — — — 3. Insbesondere die Umstände der Athe> nienser unter dem Antivater . — 44 — 4. Unter dem Kassandcr . . — 45 — 5 — 7. Unter dem Demetrius Polior- cetes . . . . . . — — — 8. Werke der Kunst aus dieser Zeit . — 4l> — S. Eine Münze Königs Antigonus des Ersten . . . — — — 10 —> 15. Der sozenailte sarnesische öchse . — 51 — 16 —> 18. Mnnzen au« dieser Zeit; und von dem vermeinte» Bildnisse des Königs P»r- rhus . . ... ... 58 1L' Band. Seite. §. ls. Von einer Statue des Jupiters . VI. — 2g. M enanders, des Komikus, Bildniß — 62 — 2l. Aussöhnung des Herkules in der Villa Alb ani 63 — 22 — 24. Verpflanzung der Kunst aus Griechenland in andere Länder . 64 — 25. Übrig gebliebene griechische Werke in Ägypten gearbeitet 66 — 26 — 2S. Von Basalt ..... — — > I > Von Porphyr .... — 6? — 3t " 32. Betrachtung über die Kunst und Poesie dieser Zeir .... 7t — ZZ. In Asien untcr den Seleuciden — 73 — 34. Begebenheiten in Griechenland bis zu der Wiederherstellung der Kunst daselbst 75 — 35. Veranlassung des achäischen Bundes — — 36. NeueVersassung in Griechenland durch den achäischen Bund 76 — 37 — 3S. Krieg des achäischen Bundes mit den Ätoliern und Wuth der Parteien wider die Werke der Kunst — 7S Drittes Kapitel. — ! — s. Flor der Kunst in Sicilien in währenden Kriegen und Verwüstungen von Griechenland .... !2 '— <1 — tv. Flor der Kunst unter den Königen von Pergamum .... S7 -- tt — 42. Wiederherstellung der Kunst durch den Friede» nach gedachtem achäischen Kriege ...... St --- t3. Neuer Flor der Kunst in Griechenland durch die ertheilte Freiheit, aber Von kurzer Dauer .... >2 -US Band. Seite. 14— 1 F. Künstler dieser Zeit und besonders Avollonius der Meister des Torso im Belvedere . . . . Vl. S4 16 — 17. Beschreibung des verstümmelten Her- kules im Belvedere . . . — ?6 15— 1S. Der sa rn e si sche H erku les . — S? 20. Abermaliger Fall derKünste und Ber- lust der griechischen Freiheit . . — 101 2t. Eroberung und Plünderung der Stadr Korinth . . . . . — 10Z 22, Widerlegung über vermeinte erhaltene Statuen aus dieser Zeit . . — 104 2Z. Der Römer Raub der schönsten Kunstwerke aus Griechenland . . . — — 24 — 25. Ausgeführte Gebäude in Griechenland — 106 26. Fall der Kunst in Ägypten und in Grovgriechenland . . . . — 10S 27 — 29. Fall der griechischen Kunst unter den Königen in Syrien . . . — — ZV — ZI. Ende der griechische» Kunst in Äg»v- te» und Widerlegung des Vaillant und Anderer — 111 Z2 — ZZ. Wiederherstellung der Kunst in Griechenland und zu Surakus . . — 114 Z4. Kövse im Museo Rondinini . — 116 ZZ — ZS. Nachtheile der Kunst durch die mithri- datischen Kriege und Verstörung in Griechenland/ in Großgriechenland und in Sicilim . . , . . — 117 420 Eilfte 6 Buch. Von der griechischen Kunst unter den Römern. Erstes Kapitel. Band. Seite §. 1. Unter der Republik vor der Zeit der Triumvirate . . . . . VI. 125 — 2 — Z. Vermeinte Bildnisse des Scipio . — — — 4, Vermeinter Schild desselben . . — 12? — 5. Von den Triumviraten an / durch den L. S »lla beförderte Künste und ausgeführte Werke . . . . — 1Z2 — 6. Der Temvel des Glüks zu Praneste — 1ZZ — 7. Das dafelbst gefundene Mufaieo und Zweifel wider die vorigen Auslegungen desselben . . . . — 1Z4 — ». Vorgeschlagene neue Auslegung . — 135 — >. Von der Pracht in Rom als ein Grund der Aufnahme der Künste dafelbst . — 1Z7 — 10 — 11. Insbesondere Vom Julius Casar — 1ZL — 12. Von griechischen Künstlern in Rom: Freigelassene Künstler . . . — 142 — 13. Andere berühmte griechische Künstler — 144 — 14. Und insbesondere Kriton und Nikolaus, Bildhauer von Athen . — 145 — 15 — 17. Zurükgebliebene Künstler in Griechenland — 147 — IS. Übrig gebliebene Werke der Kunst. Zwo Statuen gefangener Könige im Camvidoglio . . . . . — 152 -»-IS — 22, Statue des Pompeius nebst dem Bildnisse des Sertus Pomvejus aus einem geschnittenen Steine , —^154 W 421 Band. Seite. H. 2Z. Irrig Vermeinte Statue deZ Marins VI. 161 — 2^. Brustbild des Cicero im Palaste Mattei — 16Z — 25. Vermeinte Statue des PubliusClo- dius — — Zweites Kapitel. 1 — 2. Unter z. 4 — 5. — 6 — 7 — S. — 10. —11. Unter den römischen Kaisern, dem August n§ Dessen öffentliche Werke überhaupt , Vermeinte Statue des O.u intus Cincinnatus Statuen und Werke der Kunst vor des Augustus Zeit. Dessen eigene Statuen und Bildnisse . Von irrig sogenauten Statuen der Kleopatra Von geschnittenen Steinen dieser Zeit Bildnisse des Marcus Agrippa . Muthmaßung über eine Karyatide des Diogenes zu Athen . Von Werken der Baukunst unter dem Augustus. Grabmal des Marcus Plautius bei Tivoli . 12 — 16. Gemälde des Grabmals der Na so neu — IS. Werke der Kunst vom Asinius Polio gesammelt .... Von der Villa des Vedius Pollio auf dem Paustlivpo bei Neapel Unter dem Tiberins. Von den Umständen in Griechenland; Neigung des Tiberius 20. übrige Denkmale der Kunst. Base zu Pozzuolo ..... Winckelman. 6. 2!) — 17. - IS. — 1? — 165 — 16« — 16? — 172 — 173 — 175 — 176 — 177 — 17S — 181 — 1S2 — 1SZ — 1S5 422 Band. Seite. §, 2t. Vermeinte Statue des Ger »> a »ieus VI. t8i — 22. Unter dem Caligula. Dessen Unstst — tS7 - 23 — 24. Griechenland durch ihn von Statuen ausgeplündert .... — tzz — 25. Unter dem Claudius. Dessen Eigenschaft und Brustbild . — t?2 — 26 — 27. Beurtheilung des irrig fogenanten Gru> po des Pätus und der Arria. Anzeige der irrigen Auslegungen dieses 'Werks — 193 — 2S. Wahrscheinlichere Erklärung desselben — tS6 — 2S. Beurtheilung eines andern irrig be. nantcn Grupo .... — t?z — 30. Widerlegung der Benennung des P a- xirius uud seiner Mutter: in Absicht der Geschichte selbst — tS? — Zt. Aus der Vorstellung — 20» — 32. Zweifel wider die von mir anderwärts gegebene Auslegung der Phädra und des Hipvolvtus — — — 33 — 34. Wahrscheinliche Vorstellung des Elek- tra uud des Orestes . — 2llt — 35 — 36. Anzeige einer andern Statue derE lek> t r a in der Villa Pa »f i'l i . — 20Z Drittes Kapitel. — t. Unter dem Nero. Von dessen Ee> schmale . . . . . — Z0S — 2 — 3» Von dessen Bildnissen — 207 — 4. Irrig vermeinte Köpfe des Seneca — 210 — 5. Irrig Vermeinte Statue desselben in der Villa Borghese . — 2tZ — e. Ungründlicke Benennung des Dichters Persius, einem Kopfe gegeben — 214 Band . Seite. 7. Zustand der Kunst .... VI. 216 — s. Zustand von Griechenland und dorther weggeführete Statuen — 217 — ? — 10. Statuen aus Griechenland durch Ne- r o weggeführet .... — 21S — 11. Beschreibung des Avollo im Belve- dere — 221 — 12 — 1Z. Jnigleichen des irrig sogenaiiten Fechters in der Villa Borghese — 225 — Unier den drei unmittelbaren Nachfolgern des Nero — 2Z2 — 15. Unter dem VespafianuS — 2^Z — 16. Von den sallnstischen Gärten und den daselbst gemachten Entdekungcn. — 2Z5 — 17. Unter dem Titus . — 2Z7 — IS. Werke der Kunst .... — 2ZS — IS — 20. Irrig genante Siegeszeichen des Marin ß . ' ' . — 240 — 21 — 22. Bildnisse des TituS — 24Z — 2Z. Unter dem Nerva. Von dessen Foro — 247 — 24. Dessen Bildnisse . . . — 2 43 — 25. Statue des Evaphryditus > — 2i? — 26. Unter dem Traianus. Die von dem Kaiser dem Verdienste wiedergegebne Ehre der Statuen als eine Ursache des Ansnehmens der Kunst. Künstler, welche vielleicht um diese Zeit geblü- het haben . . . . . — — — 27 — Z2. Von dem Trajanus aufgeiiihrcte Werk . .... . — 2ZZ — ZZ. Von den Umstanden her Griechen . — 262 42-j Zwölftes Buch. Erstes Kapitel. Band. Seite 5. j. Unter dem Ha dria n u s. Dessen Keiit- niß und Liebe der Kunst — 2. Beförderung der Kunst durch große und mit Swtuen ausgezierte Gebäude. In Griechenland .... — 3. Besonders zu Athen Die Kunst durch andere Personen nach dem Beispiele des Kaisers befördert — 5. In Italien. Von dem Theater zu Cavua . — 6. Von seinem prächtigen Mausoleo zu Rom ..... — 7. Von seiner tiburtinische» Villa un von daselbst ausgegrabnen Statuen — 8 — ?. Das Gemälde derTauben in Musaie — — tt. Beschreibung zwo anderer solcher Gc mälde im herculauischen Mnseo — 42. Betrachtung der Kunst der Zeichnun unter diesem Kaiser — 1Z. Von den damals perfertigten Nachab mungen ägyptischer Statuen . — 14. Von Werken der griechischen Kunst Zween Centauren im Muse» Ca pitolino . — tS. Bildnisse des Antinous — 16. Brustbild desselben in der Villa A bani — ^7 — 4s, Der kolossalische Kopf desselben zu Moi dragone .... — t?. Andere Bildnisse desselben VI. 267 — 268 — 26? — 270 — 27t — 272 — 274 — 277 — 27S 28l 2SZ 2S-! 2S- 425 Band. Seite. ?. 20. Von dem irrig sogenanten Antinous oder dem Meleager im Belvedere VI. 2S6 — 2t — 22. Bildnisse des Hadrianus . . — 2SS Zweites Kapitel. — 1 — 2. Unter den Antoninen. Allgemeine Betrachtung über die Kunst . . — 2?Z — — 5. Von der Statue einer Theils . — 2V6 — 6 — 7. Von dem kolvssalischen Kopse einer Faustina — 2?S >— 8. Von Brustbildern dieser Kaiser . — 302 — ?. Von des Marc» s Aurelius Statue zu Pferde .... — 304 — 10. Von der Statue des Aristides und vom Herodes Atticus . . — 306 — 11. Mißbrauch der Statuen an Personen ohne Verdienste . . . . — 30S — 12. Unter dem Commodus . . — 30? —1 3 — 15. Irrig vermeinte Statue des Com- modus . . . . . — 312 — 16 — IS. Fall der Kunst unter dem Septi- >nius Severus. Von Werken unter diesem Kaiser . . . . — 315 — 20. Unter dem Caracalla . . — 31? — 21. Unter dem Heliogabalus , . — 321 — 22 — 24. Unter dein Alexander Severus — 322 — 25. Von einer Statue desPupienus. — 326 — 26 — 2S, Verfall der Kunst unter dem Gal- lienus . . . . . — 327 Drittes Kapitel. — i. Betrachtung der Kunst unter dem Constautin; in einigen übriggebliebenen Werken . . . . — 333 Ban». Seit». Von dem Grabmale der Constantia und von der großen Urne von Por, xhyr daselbst und von Gemälden in Mus.iico VI. ZZS Erinnerung über die Baukunst dieser Zeit — ZZS Von dem Zustande der Kunst in dem morgenländischen römischen Reiche und zu Rom — Z4Z Von dem Verfalle her Stadtz Athen und von der Zerstörung zu Rpm . — Z52 Von vermeinten Statuen des, Husti, niq^us und des Velis.>r i,u6 . — ZS5 Leztes Schiksal der Gtatue» in Rom — Z59 In Constantinopel . . . . — Z6l> Kunst unter den Grieche» in spätern Zeiten — Z64 Beschluß — Z65