12 Buch/ 2 Kap.
„Kaisers, an welcher das Pfcrd von dem unsrigen^verschieden ist/ zu machen. Die UnterschriftcineS halb bekleideten HermeS ebendaselbst ist we«gen ähnlicher Unverschämtheit des' VorgebenS zumerken: „ Einer von den Gefangenen / welche die„Architrave an dem Thore des'Palastes von dem„ Vicckönige in Ägypten trugen/ nachdem Camby-
seS dieses Reich erobert hatte." ^) Die StatuedcS Marcus AureliuS zu Pferde stand auf demPlaze vor der Kirche von St. Johaii Lateran/)weil in dieser Gegend das HauS war/ wo dieser Kai-
dern etwas schwer gerathen sein; die Falten des Ge-wandes sind hübsch gelegt/ allein sie sind klein imd häu-ßg, und bilden dalier keine ruhigen Massen, Wen wirdas Ganze betrachten/ so scheint es uns von Seite derAnordnung nicht zu den großen Meisterstüke» zu gehö-ren. Aber das Pferd ist treslich geratlien/ hat überausViel Geist/ Leben und Handlung/ und scheint sich mirseinem Reiter gleichsam von der Stelle zu bewege».M e >> e r.
1) l'g?,. 9.
2) l'öl). 20.
Z) Der Senat zu Rom gibt alle Jahre einen Blumenstraußan das Kavitel der Kirche von St. Johaü Leteran/gleichsam als eine Lehnspsiicht/ zur Bekentniß des altenRechts dieser Kirche an die Statue des Marcus A»-relius. Es ist eine öffentliche Bedienung über dieseStatue von der Zeit/ da dieselbe ans das Campidogljogebracht worden/ bestellet/ welche monatlich zehr» Scudieinträgt; derjenige/ welcher dieselbe versieht/ Heisset Cu>st ode del Cavallo. Eine andere ciuträglichere/ ebenso müßige/ aber noch ältere Bedienung/ ist die Lettu-ra di Tito Livio/ welche jährlich dreihundert Scudieinträgt/ die aus dem Salzimposte genommen werden.Beide Stellen vergibt der Pabst, und sie ruhen auf ge-wissen Häusern von den, ältesten Adel in Rom ; die lezteBedienung hat das Hans Conti/ und sollte auch nie-mand von ihnen des Livins Geschichte mit Zluge» ge-sehen haven. Winckelman.
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