Druckschrift 
6 (1825)
Entstehung
Seite
243
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11 Buch/ Z Kap. 2 i-

in allen Siegeszeichen und anderen Denkmalen über-wundener Völker römische und barbarische Waffenmit einander vermischet und unter einander geworfen/wie man sonderlich an dem Basamente der Säuledes TrajanuS siehet/ wo des Künstlers Absicht ge-wesen zu sein scheinet/ seine Composition zu verviel-fältigen/ und dadurch schöner zu machen. Unter denWaffen der Siegeszeichen/ von welchen die Rede ist/hat sich der Bildhauer begnüget/ den Schildern eineausländische Form zu geben / im Übrigen aber die-selben gezieret/ wie immer ein Schild hätte sein kön-nen/ welcher in Tempeln ausgehänget zu werden be-stimmet worden. ES führen dieselben auf jeder Seiteunten und oben einen Wolf/ welches Thier zugleichmit dem Adler eines von den römischen Feldzeichenwar. Die Helme sind ebenfalls von griechischeroder römischer Form; auf zween sizet oben einSphinx/ welcher auf dem einen Helme einen Pfer-defchweif trägt/ auf dem anderen aber einen Feder-tusch. Auch die Degen haben die alte griechischeForm/ und die Scheide endiget sich unten in demsogenanten Pilze. In dieser Betrachtung sehe ichkeinen Grund/ diese Werke dem TrajanuS abzu-sprechen: ich finde aber auch eben so wenig Beden-ke«/ dieselben dem DomitianuS zuzueignen/ son-derlich da man die erwähnete Inschrift anführen kan.Ein neuer Seribent glaubet/ daß dieselben nach derSchlacht bei Actium gesezet worden sind/ aus keinemandern Grunde/ als weil er in der wellenförmig auS-gefressenen Bas- derselben eine Vorstellung des Was-sers zu finden vermeinet.

§. 2l. Die Bildnisse des DomitianuS sindsehr selten/ weil der römische Rath dieselben zu ver-

,) ?1!n. I. !0. c. 4. sect. 5.