2Z0
Geschichte der Kunst.
trachtung des Standes'/ worinen dergleichen FiWwill gesezet sein. Den derjenige/ welcher etwas wer-fen will/ muß sich mit dem Leibe hinterwärts zurük-
dic mediceische Venus als vor dem Paris stehendgedacht wissen, oder zu unserm sogcnantcn Fechternicheinen reitenden Gegner annehmen will. Auf eben dieWeise, und »iit nicht minderem Rechte, könte »um auchbeim Laokoon noch das hölzerne Pferd, und die m>stehenden erschrokenen Trojaner vermissen. Sind dcü diegenanten Werke nicht schon für sich selbst vollstiindiz,und drüken sie uicht aus, was sie sollen? Würde dieVenus schöner, züchtiger, anmuthiger erscheinen, wensie vor einem Paris stünde; würde unser sogenMeFechter lebhafter bewegt, kunst-und geistreicher sein?Gewiß nicht! Der Malerei tönten vielleicht solche lim,stände »och eher zukommen, wenigstens vflegen wir Newren solches anzunehmen. Doch hielten die Alten auchdie Malerei nicht hiezu verbuuden, welches klar erhel,let aus der Nachricht Älians tvar. Inst. I. 2. c. 44.)der Figur eines Kriegers, die Th eon, ein Maler, «erst»tigt hatte, der zur Zeit des höchsten Flors der Kunst scheintgelebt zu haben, (^»uinlil. I. 12. c. 10. 5 B. -iK. li§,>Die Figur des The 0 n mag in Handlung und Stellungvon dem Werk des Agasias wenig verschieden genie,sen sein; nur wird man sich dieselbe in idealischerBildung denken müßen.
In Nüksicht anf Bewegung und Lebendigkeit ist dieseFigur vielleicht das vorzüglichste und kunstvollste mttrrallen noch vorhandenen antiken Denkmalen; die Formensind weder ausserordeutlich großartig, uock von der ge>wähltesten Schönheit, aber wohl gebildet und sehr nM,haft; die sämtlichen Glieder stehen im vortresiichstmVerhältniß und in der größten Übereinstimmung miteinander. Der Kovf, wen er gleich als Porträt an Adelder Züge den idealifchen Gebilden nachstehen muß, kildoch im Geistreichen, Beseelten, den aliervortrefliMmantiken Kunstwerken an die Seite gesezt werden. DerMeister dieses Denkmals erwekt auch durch seine großenKciitnisse vom Bau dcS menschlichen KorperS und M