Druckschrift 
6 (1825)
Entstehung
Seite
210
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2ia Geschichte der Kunst.

§. -i. Weit merkwürdiger in Absicht der Kunst,als die Köpfe des Nerv/ sind diejenigen/ die denNamen des Seneca führen/ von welchen sich derschönsie von Erzt in dem herculanischen Musco ßn-det/ und in Marnior / ausser eben diesem Bildniss-in der Villa MediciS und Albani/ besizet HmHohn Dvck, großbritannischer Consul zu Livorns,einen sehr wohl erhaltenen Kopf. Es war derselbein dem Hause Doni zu Florenz und wurde vonihm für hundert und dreissig Zecchini erstanden. Nedßdiesen Köpfen war ehemals in Rom ein jenen ähn-liches Brustbild in Gestalt einer Herme und wur-de nebst anderen Altertümern von Gußmaii/ ei-nem Vicekönige zu Neapel/ nach Spanien weggefüh-ret: diese ganze Ladung aber soll in einem Schif-bruche untergegangen sein. Alle diese Köpfe sindals Bildnisse des Seneca allgemein angenommenworden/ in gutem Glauben auf den Faber, wel-cher in den Erklärungen der Bildnisse berühm-ter Männer/ dieFulvius Ursinus gesammelthat/ vorgibt/ es sinde sich auf einer Schamminiemit einem erhobenen Rande/ die wir dahercouwrai-ni nenne»/ ein ähnlicher Kopf mit dem

dienste; den die Augen stehen schief und sind überdiesfehlerhaft gezeichnet. Leicht mag Poppäa in der Wirk«lichkeit schöner gewesen fei»/ als der Künstler sie hiervorgestellt hat/ wo sie blos als ein hübsches Püpchen >r>scheint mit gezierter Mine/ nicht übermüthig und nochweniger geistreich. Ihr Mündchen ist ausserordentlichklei»/ das Naschen größtentheils modern / die Augen groß,mit schweren Augenliedern überwölbt. In den etwas steiiund roh behandelten Haaren steke» noch Reste metallenerNägel / weil das Haupt vermuthlich ehemals mit Plunie»von Schmelz geziert war. M e«er.

1) Lronai ä'ürcol, t. >. t»v. ZZ. Z6.

2) Lronov. Ikesaur. anti^. l)rirc. t. Z. vvv.