Druckschrift 
6 (1825)
Entstehung
Seite
203
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11 Buch/ 2 Kap.

§. 35. Dieses als bewiesen angenommen/ unter-stehe ich mich den Namen der Elektra einer schö-nen Statue der Villa Panfili beizulegen/ diebis auf den linken Arm völlig erhalten geblieben/^ und mit jener Elektra von gleicher Größe/ voneben dem AuSdruke/ ja sogar von ähnlichen Zügenim Gesichte ist/ obgleich dieselbe eine verschiedeneStellung hat; diese Benennung findet hier stattvermöge eben des KenzeichenS/ das ist: der abge-kürzeten Haare/ die ausserdem völlig wie jenegearbeitet sind. Diese Haare/ welche bereits bei Ent-dekung der Statue als ausserordentlich angesehenworden/ und eine mänliche Figur/ nicht aber ei-ne weibliche anzudeuten geschienen/ haben denje-nigen / deren Kentniß sich nicht weiter als auf r ri-nn sche Geschichte erstrekete/ Anlaß zu einer höchstlächerlichen Benennung gegeben. Man hat nämlichhier den berühmten PubliuS ClodiuS in Wei-bttkleidern abgebildet zu sehen vermeinet. Unterdiesem Namen ist diese Statue in verschiedenen Bü-chern angeführet worden. Da ich nun derselben die

gewählter Schönheit. Indessen scheint dieses Werk, wie-wohl es »»gemein viel Verdienst hat, dock, nicht der aller-besten Zeit der Kunst anzugehören, weil die Falten derGewänder zu gehäuft sind und keiue ruhigen Massen bil-den. Auch lassen uns die Gebärden beider Figuren unddie Stellung ihrer Glieder eine gewisse studirte Zierlich-keit, eine in die Augen fallende Kunst bemerken, aberweniger Einfalt und Naivität, als die wundervollenDenkmale, welche wir der Zeit Alexanders und derkurz vorhergegangen zuschreiben. Am Jünglinge scheintder rechte Arm, und an der weiblichen Figur der linkemodern, aber von einem guten Künstler. Die Abbildungdieses Denkmals bei Perrier Num.-U, u»i> eine bes-sere, die indessen noch immer nicht sehr gut ist, beiPiranesi. Mever.

>) Lic. »ä .Vttlc. I. I. ex!st. 12. Me»er.