202 Geschichte der Kunst.
hat sie über dessen Schulter geleget. >) Überhauptkan man sich hier diesen ganzen beweglichen Auftrittder Elektra des Sophokles/ welcher diese Un-terredung enthält/ vorstellen/ .welche Tragödie daKünstler mehr als die Choephoren des Äschy-lu S scheinet vor Augen gehabt zu haben. Die Ab-bildung der ersten Unterredung des Orestes mitder Elekra ist am deutlichsten in dem Gerich-te beider Figuren geschildert worden: den die Augendes Orestes sind gleichsam voll von Thräne» / unddie Augenlieder scheinen vom Weinen geschwollen,so wie an der Elektra, in deren Zügen aber zn-gleich die Freude sich mit Thränen vermischet/ unddie Liebe mit dem Kummer.
K. 3ä. Da nun Elektra und Orestes diewahren Personen dieses Grupo sein werden/ so mßich sagen/ daß ich dieselben an eben dem Zeichenerkaiit habe/ wodurch/ bei dem ÄschylnS/ Ore-stes sich der Elektra entdekete/ nämlich durch die IHaare: den er wies seine Schwester auf dieselbe»,um ihr allen Zweifel zu heben. Ob nun gleichin dem Entwürfe einer Tragödie dieser Weg/ MPersonen einander zu erkennen zu gebens-i?)/ nach dem Aristoteles/ unter den vier Ar-ten solcher Erkennung die geringste und die wenigerwizige ist:^) so hat dieselbe dennoch hier mehr alsandere Zeichen zur Entdekung der wahrscheinlichstenVorstellung geführet. 5)
1) Loxkocl. TIectr. v.62. 460. 481. 901. 1227.
Man sehe die Abbildung bei M äffe i. (kaccolta äi 8ta,tue, tav. 62 — 63.) Fe a.
2) ?ropert. 1.2. eleA. v. l. 6. 6. Mtye?»
Z) (^oexk. v. i65. 167. 164. 223.
4) ?oet!c. c. 11.
5) Das Weib hat> wie der Jüngling, edle Formen von auS- !