Geschichte der Kunst.
lichrnnder Schild, und unter demselben eine Z>t-genscheide. i)
§. 27. Daß diese» Grupo keine römische Ge-schichte vorstellen könne/ ist klar zum ersten aus den,bereits angeführeten Grundsaze/ welchen ich aus dirErfahrung gezogen/ und in dem Versuche derAllegorie sowohl als in der Vorrede zu denDenkmalen des Altertums bewiesen hak!nämlich/ daß sich keine Vorstellungen in ganzen Fi-guren/ sowohl in Statuen als auf erhobenen Werken,aus der wahren Geschichte finden/ und daß die M«Künstler nicht über die Gränzen der Mythologie ge-gangen sind. Zum zweiten kan hier keine römi-sche Begebenheit gesuchet werden/ weil es wider denbereits angeführeten Unterricht/ den uns Pliniu»gibt/ sein würde/ daß alle Figuren römischer Perso-nen bekleidet waren/^) da hingegen diese/ weilßewie ein Held unbekleidet ist/ auf etwas in der hem-schen Zeit deuten muß. Es kan auch eben so weichein römischer Senator hier abgebildet sein/ weil ihmder Schild und der Degen nicht zukomt/ und die Kne-belbärte waren damals nicht Mode; und namentlich.kan eS PätuS nicht sein/ weil er nicht das Herzhatte/ dem Beispiele seiner Frau zu folgen, indem er
I) Ein großer St»l der Gliederformen herscht in den t!>>den Figuren; ihre Gewänder haben breite, wohlgMlFalten und die Anordnung des ganzen Grupo ist m>treflich zu nennen. An der mänlichen Figur ist ncbsidirNase noch der aufgehobene Arm modern; an der weWchen ebenfalls die Nase, der linke Arm, die rechte Ha«!,und die Zehen am rechten Fuße. Diefe ErgänzuiU»scheinen zu verschiedenen Zeiten und nicht von einemMeister verfertigt; den einige sind vorzüglich gut,re, welche neuer scheinen, sehr mittclmäßig. Abbild»»gen bei Piranesi und Perrier, Meyer.1^. Z4. c. 5. sect, 10.